Abstracts 1999 - 2009 der Zeitschriften IndBez, JEEMS, mrev, ZfP, zfwu

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Update 05.12.2009

 

Erich Staudt, Marcus Kottmann, Richard Merker: Kompetenzdefizite von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren behindern den Strukturwandel und verhindern Innovationen

Zeitschrift für Personalforschung 1/99, 5-28

In entwicklungsdynamischen Bereichen fehlen in Deutschland Zehntausende kompetente naturwissenschaftlich-technische Arbeitskräfte. Diese Engpässe bremsen beispielsweise in der Informationstechnologie oder der Biotechnologie das Wachstum innovierender Betriebe und behindern strukturelle Entwicklungsprozesse. Gleichzeitig sind fast 90.000 Naturwissenschaftler und Ingenieure arbeitslos. Am Beispiel der Chemiker werden die Ursachen dieser Fehlentwicklungen analysiert und Ansatzpunkte für eine zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren abgeleitet.

 

Hajo Fischer: Zur Erfassbarkeit von Personalinvestitionen im internen Rechnungswesen

Zeitschrift für Personalforschung 1/99, 29-66

Ausgangspunkt der Fragestellung ist die Beobachtung, dass investive Ausgaben für Personal im betrieblichen Rechnungswesen anders behandelt werden als die üblichen Sachinvestitionen, indem sie faktisch wie periodengleicher Aufwand verrechnet werden. Aus einer Analyse der Begründungen, die hierfür häufig genannt und als wesentlich erachtet werden, ergibt sich, dass zumindest im Hinblick auf die bilanzielle Erfassung von Personalinvestitionen der Praxis des internen Rechnungswesens ein systematischer Fehler zugrunde liegt. Dieser Fehler wird besonders offensichtlich bei der Bilanzierung von selbständigen Unternehmensbereichen und vor allem Profitcentern. Eine darüber hinausgehende systematische Erfassung von ertragsbezogenen Werten des Humanvermögens scheint dagegen nicht möglich zu sein. Hier wird daher ein bilanzielles Periodenabrechnungssystem vorgestellt, das es ermöglichen soll, investive Ausgaben für Personalbeschaffung, -entwicklung und -erhaltung im internen Rechnungswesen auf eine Art und Weise zu erfassen, die derjenigen zur Bilanzierung von Sachinvestitionen weitestgehend entspricht. Darauf aufbauend lassen sich sogar konkrete Möglichkeiten für eine partielle Realisierung der Gestaltungsvorschläge im Rahmen der handelsrechtlichen Jahresabschlussvorschriften durch den Gesetzgeber aufzeigen.

 

Michael Muller, Niklas Lundblad, Wolfgang Mayrhofer, Magnus Söderström: A Comparison of Human Resource Management Practices in Austria, Germany and Sweden

Zeitschrift für Personalforschung 1/99, 67-81

The aim of this paper is to analyse the explanatory power of the universalist vs. cultural perspective of human resource management (HRM) at the example of Austria, Germany and Sweden. This comparison is based on results from the Cranet-E surveys of European HRM. A statistical analysis of these results indicates that country differences matter. As expected they were bigger between the two Germanic countries and Sweden than between Austria and Germany. We were able to provide some explanations for the differences observed. Some of these were cultural, others more institutional. However, at least one result also supports a universalist perspective. In all three countries there has been a devolvement of responsibility from human resource specialists to line management. One implication of the research presented here is that European economic integration has not led to a European HRM yet. Companies that operate in different European countries still have to adapt their human resource policies to the particular national context.

Ziel dieses Aufsatzes ist es, die Aussagekraft der Universalismus- und der Kulturabhängigkeitsperspektive des Human Resource Management (HRM) am Beispiel von Deutschland, Österreich und Schweden zu analysieren. Der durchgeführte Vergleich basiert auf Resultaten der Cranet-E Umfrage über Personalmanagement in Europa. Eine statistische Analyse dieser Daten legt nahe, daß nationale Unterschiede wichtig sind. Wie erwartet sind diese zwischen den beiden deutschsprachigen Ländern und Schweden größer als zwischen Deutschland und Österreich. Erklärungen bieten sich einerseits auf einer kulturellen und andererseits auf einer institutionellen Ebene an. Zumindest ein Resultat unterstützt auch die Universalismusthese, denn in allen drei Ländern hat es eine Verlagerung von Personalkompetenzen von der Personalabteilung zur Linie gegeben. Eine wichtige Implikation der hier präsentierten Forschung ist, daß die europäische Integration noch zu keinem gesamteuropäischen HRM geführt hat. Unternehmen, die in verschiedenen europäischen Ländern operieren, müssen ihre Personalpraktiken weiterhin an den speziellen nationalen Kontext anpassen.

 

Michael J. Fallgatter: Leistungsbeurteilungstheorie und -praxis: Zur "Rationalität" der Ignorierung theoretischer Empfehlungen

Zeitschrift für Personalforschung 1/99, 82-100

Empfehlungen von Theoretikern zum personalpolitischen Instrument "betriebliche Leistungsbeurteilung" unterscheiden sich in erstaunlicher Deutlichkeit von in der betrieblichen Praxis durchgeführten Leistungsbeurteilungen. Trotz seit langem andauernder, intensiv geführter theoretischer Diskussion scheint keine konzeptionelle Konvergenz erreichbar zu sein. Erklärungsversuche für diese forschungsökonomisch inakzeptable Situation finden sich in der personalwirtschaftlichen Literatur kaum. Die bislang fehlende Erklärung gelingt durch Verwendung der im organisationstheoretischen Bereich seit einiger Zeit an Einfluss gewinnenden "institutionalistischen" Überlegungen. Darauf basierend wird hier argumentiert, dass Theoretiker sich Leistungsbeurteilungen einseitig mit betriebswirtschaftlichen Kalkülen nähern und dabei weitgehend geteilte Anforderungen und Erwartungen an Leistungsbeurteilungen vernachlässigen. Der Argumentationsgang weitet die Perspektive, erklärt die Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis betrieblicher Leistungsbeurteilungen und schafft den Ausgangspunkt für Lösungsmöglichkeiten.

 

Steffen Becker, Wolfgang Menz, Thomas Sablowski: Ins Netz gegangen: Industrielle Beziehungen im Netzwerk-Konzern am Beispiel der Hoechst AG

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/99, 9-35

Die Hoechst AG befindet sich seit einigen Jahren in einem tiefgreifenden Reorganisationsprozeß, der sich insgesamt als ein Paradebeispiel für die Herausbildung eines "Netzwerk-Konzerns" begreifen läßt. Diese neuartige Organisationsform vormals divisional und hierarchisch organisierter Großunternehmen impliziert auf verschiedenen Ebenen die Durchsetzung komplex-reziproker Kooperations- und Konkurrenzbeziehungen sowie ihre Verbindung mit der strategischen Steuerung und Kontrolle durch ein fokales Unternehmen. Dabei kommt es zu einer Vervielfältigung der organisationsinternen Interessenkonflikte und zu gegenläufigen Bewegungen von Dezentralisierung und Rezentralisierung. Die netzwerkförmige Reorganisation geht mit einer neuen Form der Lohn-Leistungspolitik des Managements einher und führt zu gravierenden Veränderungen der Bedingungen betrieblicher Interessenvertretung. Dies wird anhand eines neuen Entgeltsystems und der Interessenvertretung am Standort Frankfurt dargelegt.

 

Holm-Detlev Köhler: Auf dem Weg zum Netzwerkunternehmen? Anmerkungen zu einem problematischen Konzept am Beispiel der deutschen Automobilkonzerne      

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/99, 36-51

Das Netzwerk-Konzept ist zu einem der meist gebrauchten sozialwissenschaftlichen Ansätze zur Analyse des Strukturwandels von Unternehmen und Industrien in der sich globalisierenden Wirtschaft geworden. In seiner radikalsten Ausprägung behauptet es das Ende der traditionellen Unternehmung, welche sich in ein internationales Netzwerk von Projekten und Kommunikationsbeziehungen auflöst. Der vorliegende Beitrag untersucht die empirische Relevanz dieses Konzepts am Beispiel der sich internationalisierenden deutschen Automobilunternehmen. Die Ergebnisse sind widersprüchlich, insofern es die Netzwerk-These unterstützende und ihr entgegenstehende Tendenzen gibt. Diese widersprüchlichen empirischen Ergebnisse führen uns zu einigen kritischen Schlußbemerkungen zu dem Netzwerkansatz.

 

Eckhard Heidling: Interessenvertretung in strategischen Netzwerken zwischen Verhandlung und Blockade

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/99, 52-72

Im Mittelpunkt des Beitrags steht eine Analyse der Gestaltungsspielräume kollektiv-institutionalisierter Interessenvertretungen in Kleinbetrieben, die eng an Großbetriebe angebunden sind. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Frage nach der Wirksamkeit und der Reichweite der Interessenvertretungen im Kfz-Gewerbe. Untersucht wird, ob und inwieweit zwischenbetrieblich wirksame Momente im institutionellen Rahmen des deutschen Systems der industriellen Beziehungen eingebracht und thematisiert werden können. Dabei wird die These vertreten, daß aufgrund der überbetrieblichen Strukturen, in die die Kfz-Betriebe eingebunden sind, von einer mit den jeweiligen Regelungsgegenständen variierenden Einflußfähigkeit und Handlungsmacht der Betriebsräte auszugehen ist.

 

Stephan Duschek, Carsten Wirth: Mitbestimmte Netzwerkbildung ( Der Fall einer außergewöhnlichen Dienstleistungsunternehmung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/99, 73-110

Mit der Unternehmungsvernetzung geht in der Regel ein grundlegender Wandel industrieller Beziehungen einher. In dieser Intensivfallstudie porträtieren wir ein innovatives Modell der Mitbestimmung im Unternehmungsnetzwerk, mit dem die Risiken der Vernetzung für die Interessenvertretung und die Beschäftigten zum Teil aufgehoben werden. Wir bezeichnen dieses Modell, bei dem arbeits- und sozialpolitische Standards über die fokale Unternehmung in das Unternehmungsnetzwerk "exportiert" werden, um zugleich den Interessen der Beschäftigten und den markt- und produktionsökonomischen Erfordernissen zu entsprechen, als mitbestimmte Netzwerkbildung. Wir fragen aus einer strukturationstheoretischen Perspektive nach den sozialen Praktiken der mitbestimmten Netzwerkbildung, ihren Problemen und nach der Übertragbarkeit auf andere Unternehmungen. Die empirischen Daten wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts vor allem mittels 37 leitfadengestützter Interviews mit Managern, Betriebsräten und Gewerkschaftssekretären erhoben.

 

Jürgen Schmidt-Dilcher: Partnerschaft stiften - Initiierung und Moderation eines Kooperationsverbundes in der regionalen Automobilindustrie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/99, 111-119

In einer Vertrauenskrise (Stichwort: Lopez-Effekt) sind vormalige Kommunikations- und Kooperationsformen zwischen Automobilherstellern und -zulieferern brüchig geworden. Für die neuartigen, einer globalen Logik folgenden Systeme des Qualitäts- und Logistikmanagements ist jedoch eine verläßlich Vertrauensbasis in den Produktions- und Lieferbeziehungen unabdingbar. Mit dem vorgestellten Verbundprojekt wurde darum ein 'partnerschaftlicher' Lernprozeß zwischen regional ansässigen Unternehmen angeregt. Der Beitrag skizziert die praktischen Erfahrungen der noch nicht abgeschlossenen Projektarbeit und verweist auf erste Erkenntnisse ihrer Analyse.

 

Anna Remisová: Unternehmensethik in der slowakischen Wirtschaftspraxis

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 1, p. 7-27

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der ersten Untersuchung der Entwicklung der Unternehmensethik im Transformationsprozeß in der Slowakei. Im ersten Kapitel werden die wichtigsten Momente dieses Prozesses hinsichtlich der Wirtschaftsethik analysiert. Im zweiten Kapitel werden die Zielsetzung, Problemstellung und Grundhypothesen vorgestellt. Es wird erklärt, warum Ethikkodizes Untersuchungsgegenstand geworden sind. Mit der methodischen Seite der Studie beschäftigt sich das dritte Kapitel. Die Ergebnisse der Untersuchung werden im vierten Kapitel anhand von vier Aspekten vorgestellt. Erstens eine kriterienbezogene Analyse der Firmen, die Ethikkodizes benutzen, zweitens die Analyse der Ursachen des Fehlens von Ethikkodizes, drittens die Untersuchung der ethischen Hauptprobleme der slowakischen Unternehmenspraxis und viertens allgemeine Überlegungen zu den Zusammenhängen zwischen Ethik und Wirtschaft unter den Bedingungen der Slowakei. Der Beitrag schließt mit einem kurzen Ausblick auf die Perspektiven der Entwicklung der Wirtschaftsethik in der Slowakei.

This paper deals with the development of business ethics in the transformational process taking place in Slovakia. The first chapter analyses the most important components of this process in terms of business ethics. The second chapter introduces aim, focus and main hypotheses of the paper. The third chapter deals with the method of the approach taken here and chapter four introduces the research results by looking at four specific aspects: (1) survey of businesses using ethics codes; (2) analysis of the reasons for the absence of ethics codes; (3) analysis of major ethics problems in Slovakian businesses; (4) reflections on the connection of ethics and business under Slovakian conditions. The paper ends by giving a short analysis of the directions the development of business ethics in Slovakia might take.

 

Izabela Robinson: The Dynamics of Change in a Privatised Polish State Owned Enterprise

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 1, p. 28-44

The move from a command to a market led economy in Poland has resulted in extensive political, economic and social change. Western multinational companies drive change in Eastern Europe and when Polish state owned enterprises are acquired by western multinationals this change process is accelerated. This paper explores the human resource management (HRM) issues arising from the acquisition of a Polish state owned enterprise by a western multinational and focuses on the use of four principal mechanisms to stimulate change namely, organisational re-structuring, the use of 'change agents', the re-deployment of key people and the dissemination of new cultural values and norms. It considers how these mechanisms have been used in the process of enabling the organisation to adapt to a changed environment and discusses the varying perceptions of those involved in the change process.

Der Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft in Polen führte zu weitreichenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen. Multinationale Unternehmen aus dem Westen treiben die Veränderungen in Osteuropa voran und bei der Übernahme polnischer Staatsbetriebe durch solche Unternehmen beschleunigen sich die Veränderungen. In dieser Arbeit geht es darum, Fragen des Human Resource Managements zu erörtern, die bei einer solchen Übernahme entstehen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf vier grundlegenden Veränderungsmechanismen: Restrukturierung der Organisation; Einsatz von "change agents"; Neuverteilung von Schlüsselpersonen; Einführung neuer kultureller Werte und Normen. Dabei geht es sowohl darum, wie diese Mechanismen zur Anpassung an eine neue Umgebung eingesetzt wurden, als auch darum, auf welch verschiedenartige Weise diese Mechanismen von den Beteiligten wahrgenommen wurden.

 

Natalia Kusnezova: Roots and Philosophy of Russian Entrepreneurship

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 1, p. 45-72

This article is dedicated to the problem of the Russian entrepreneurship development through the historical context of traditions, attitudes and mentality change. It embraces the vast period of the so called "Russian-Soviet-Russian" economic history stressing the entrepreneurship continuity.

In dieser Arbeit wird die Entwicklung des unternehmerischen Denkens und Handelns in Rußland mit Blick auf die Veränderungen in den Traditionen, Einstellungen und Mentalitäten behandelt. Sie erfaßt die als "russisch-sowjetisch-russisch" charakterisierte Periode der Wirtschaftsgeschichte und versucht die Kontinuität des russischen Unternehmertums darzustellen.

 

Gregor Richter: Innere Kündigung.Modellentwicklung und empirische Befunde aus einer Untersuchung im Bereich der öffentlichen Verwaltung

Zeitschrift für Personalforschung 2/99, 113-138

Das Phänomen "Innere Kündigung" wird seit Anfang der 80 er Jahre in der Personalforschung und in der Managementpraxis diskutiert. In diesem Artikel wird ein Modell zur "Inneren Kündigung" erarbeitet, dass es möglich macht, (1) das Phänomen von ähnlichen Konzepten wie dem Burnout abzugrenzen und (2) im Rahmen empirischer Forschung zu operationalisieren. Das theoretische Modell wurde vom Autor in einer schriftlichen Personalbefragung in einer öffentlichen Verwaltung getestet. In dem Beitrag werden Teilergebnisse aus dem Forschungsprojekt referiert: Sie betreffen die quantitative Verbreitung, die Erscheinungsformen und Ursachen des Phänomens. Zentrale Ergebnisse sind, dass (1) eine verfehlte betriebliche Karrierepolitik eine herausragende Rolle als "Verursacher" für das Problem spielt und dass (2) die betroffene Gruppe von Mitarbeitern sich heterogener darstellt, als in der Literatur angenommen wird.

 

Marion Brehm : Downward Movement. Verminderte Kompetenz und Verantwortung in verhaltenswissenschaftlicher Perspektive

Zeitschrift für Personalforschung 2/99, 139-161

Überlegungen zu Entwicklungen im In- und Umfeld von Organisationen lassen den Schluss zu, dass Positionswechsel unter den Bedingungen reduzierter Kompetenz und Verantwortung - die sich hinter dem Begriff Downward Movement verbergen - in Zukunft einen relativ hohen Stellenwert erlangen könnten. Im vorliegenden Beitrag werden derartige Karrieremuster verhaltenswissenschaftlich geleitet diskutiert. Verdeutlicht wird, dass weitreichende individuelle Unterschiede in der Bereitschaft und Absicht zu einer Abgabe von Kompetenz und Verantwortung bestehen. Diese werden auf unterschiedliche Einstellungen zur beruflichen Entwicklung und auf verschiedenartig ausgeprägte Normen und Kontrollmöglichkeiten in Bezug auf das Karriereverhalten zurückgeführt.

Ferner wird der Versuch unternommen, das organisationale Interesse an Downward Movement zu analysieren. Dabei werden sowohl funktionale Konsequenzen als auch dysfunktionale Wirkungen von Versetzungen unter den Bedingungen verminderter Kompetenz und Verantwortung erörtert. Abschließend werden Einflusspotentiale auf individuelle Karriereabsichten untersucht. Diese werden vor dem Hintergrund der in den vorangehenden Ausführungen gewonnenen Erkenntnisse diskutiert; es gilt, funktionale Effekte von Downward Movement zu fördern, während dysfunktionale Konsequenzen nach Möglichkeit vermieden werden sollen.

 

Sikandar Siddiqui: Aktienoptionsmodelle als Instrument der unternehmenswertorientierten Vergütungsgestaltung. Aktuelle Durchführungsformen und neuere Entwicklungen

Zeitschrift für Personalforschung 2/99, 162-187

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen Aktienoptionen als Teil der Personalvergütung geeignet sein können, das Handeln der Begünstigten auf das Ziel einer dauerhaften Unternehmenswertsteigerung auszurichten. Aufbauend auf einer allgemeinen Einführung in die Funktionsweise von Aktienoptionsplänen werden zunächst die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Aufbringung des erforderlichen Kapitals diskutiert. Unter Bezugnahme auf die Kritik an einigen aktuellen Modellvarianten aus der Praxis werden daran anschließend eine Reihe von Gestaltungsempfehlungen für derartige Programme ausgesprochen und inhaltlich begründet. Der Frage nach der steuerlichen Behandlung der von den Begünstigten erzielten Erträge in Deutschland ist aufgrund ihrer hohen praktischen Relevanz ein eigener Abschnitt gewidmet.

 

Carola Jungwirth: Soll der Erziehungsurlaub verkürzt werden?

Zeitschrift für Personalforschung 2/99, 188-200

Der vorliegende Beitrag analysiert die Auswirkungen des Bundeserziehungsgeldgesetzes auf die beruflichen Ein- und Aufstiegschancen von Frauen aus einer ökonomischen Perspektive und diskutiert, ob eine Verkürzung des Erziehungsurlaubs die festgestellten Barrieren senken könnte. Generell kann gezeigt werden, dass der vertraglich festgeschriebene Anspruch auf Erziehungsurlaub die Bereitschaft der Arbeitgeber senkt, in das Humankapital von Frauen zu investieren, und die Anreize der Arbeitnehmerinnen senkt, Humankapitalinvestitionen gezielt zu planen und vorhandene Humankapitalbestände während des Erziehungsurlaubs zu pflegen und zu aktualisieren. Diese Probleme können durch eine Verkürzung des Erziehungsurlaubs gemindert werden. Für Frauen, die außerhalb frauentypischer Arbeitsbereiche Karriere machen wollen, ist eine Verkürzung des Erziehungsurlaubs jedoch nicht weitreichend genug. Denn auch ein drohender zweijähriger Ausfall ist in einer gehobenen Führungsposition Grund genug, einen in etwa gleich qualifizierten Mann vorzuziehen. Hier könnte es sinnvoll sein, freie Vertragsverhandlungen über den Anspruch auf Erziehungsurlaub zuzulassen, wenn eine bestimmte Gehaltsgrenze überschritten ist, so wie dies seit langem bei der Sozialversicherungspflicht praktiziert wird.

 

Ludger Pries: Restrukturierung und Globalisierung der deutschen Automobilhersteller - Sogeffekte für die Zulieferer

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/99, 125-150

In den neunziger Jahren befinden sich die drei großen Konzerne der deutschen Automobilindustrie - BMW, Daimler-Benz und Volkswagen - in einem beachtenswerten Globalisierungsschub. Dieser unterscheidet sich stark von der Internationalisierung japanischer Automobilproduzenten in den achtziger Jahren und ist nicht in erster Linie ein nur konkjunkturelles Phänomen, sondern steht in einem wechselseitigen Verstärkungsprozeß mit Strategien der Produktionsmodernisierung und der tiefergreifenden Umstrukturierungen der internationalen Konzernorganisation selbst. Dieser Wechselprozeß von Globalisierung, Konzernrestrukturierung und Produktionsmodernisierung und konkret dabei die veränderten Beschaffungsstrategien und Hersteller-Zulieferer-Beziehungen werden am Beispiel des Volkswagen-Werkes in Puebla/Mexiko aufgezeigt. Vor diesem Hintergrund werden abschließend arbeitspolitische Implikationen dieses Wandlungsprozesses diskutiert.

 

Matthias Seifert, Ulrich Brinkmann: Verlust einer riskanten Ressource - Vertrauensverfall im Zuge des ostdeutschen Transformationsprozesses

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/99, 151-189

Der vorliegende Text fragt nach den Ursachen für den deutlichen Vertrauensverfall im Zuge des ostdeutschen Transformationsprozesses. Dazu wird zunächst unter Bezugnahme auf den Forschungsstand ein Instrumentarium zur Analyse der Kategorie Vertrauen entwickelt. Über die funktionalen Aspekte hinausgehend definieren wir Vertrauen anhand seiner inhaltlichen Dimensionen: Der Vertrauende richtet demnach an den Vertrauensempfänger Kompetenz-, Gesinnungs- und Integritätserwartungen. Im Anschluß wird die Problematik der Konstitution und des Verfalls von Vertrauen in Ostdeutschland am Beispiel des Verhältnisses der betrieblichen zu den externen Akteuren ("Treuhandanstalt", "neue Eigentümer") empirisch untersucht. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, daß in den sozialen Beziehungen der internen zu den externen Akteuren schwerwiegende Vertrauens-Probleme aufkamen und fortwirken, die letztendlich in vielen Fällen zum Verlust dieser riskanten aber wertvollen Ressource führten.

 

Akima Hamandia: Ausgestaltung der Arbeitszeit im Wandel: Ein deutsch-französischer Vergleich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/99, 190-213

Der Beitrag analysiert, wie beide Systeme der Arbeitsbeziehungen auf die Deregulierung bzw. die Flexibilisierung der Arbeitszeit reagieren. Dabei wird von der These ausgegangen, daß die Regulierung der Arbeitszeit in beiden Ländern eine funktionale Konvergenz aufweist, auch wenn diese entlang historisch nationalspezifischer Pfade (institutionelle Gegebenheiten und sozio-politische Vorstellungen) verläuft. Im Folgenden werden zunächst die unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen, die der Arbeitszeitpolitik zugrundeliegen, geschildert. Desweiteren werden die Veränderungen, mit denen beide Länder im Bereich der Arbeitszeitpolitik konfrontiert wurden, erläutert. Dann wird versucht, die daraus entstehenden Herausforderungen für beide Systeme industrieller Beziehungen herauszuarbeiten. Anschließend soll die Arbeitszeitregulierung im Spannungsverhältnis zwischen Konvergenz und Divergenz diskutiert werden.

 

Gerhard Bosch, Klaus Zühlke-Robinet: Der Bauarbeitsmarkt in Deutschland. Zum Zusammenhang von Produktionsstrukturen, Arbeitsmarkt und Regulierungssystem     

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 239-267

Die Arbeitsbedingungen im deutschen Bauhauptgewerbe gelten als defizitär. Die Witterungsabhängigkeit der Produktion, die starke Konjunkturabhängigkeit des Bauens und die zyklischen Ausschläge der Bautätigkeit führen zu einer hohen Arbeitskräftefluktuation. Da Bauarbeit auf Fachkräfte angewiesen ist, gibt es besondere Formen der Regulierung des Bauarbeitsmarktes. Dabei geht es nicht nur um die Lösung sozialer Probleme der Beschäftigten, sondern es sollen auch die wirtschaftlichen Nachteile der Betriebe bearbeitet werden. Wesentliche Voraussetzungen für die zeitgleiche Bearbeitung von wirtschaftlichen und sozialen Problemen waren die Abgeschlossenheit des Arbeitsmarktes, starke Tarifvertragsverbände und staatliche Unterstützung. Gestützt auf die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zu den Strukturen und Veränderungen im Bauhauptgewerbe werden in diesem Beitrag die zentralen Merkmale und wichtigen Veränderungen des Sektors und des Regulierungssystems dargestellt. Wir halten drei Szenarien für denkbar, wobei jedes andere Konsequenzen für die Zukunft des Bauarbeitsmarktes hat.

 

Nikolaj Lubanski: The Impact of Europeanisation on the Construction Industry - a comparative analysis of developments in Germany, Sweden and Denmark

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 268-291

This article, based on a study of the impact of Europeanisation on the construction industry in Germany, Sweden and Denmark, argues that an analysis of the data indicates the need for a reappraisal of some of the theoretical assumptions held with regard to the effect of European integration on national labour markets.

Although it has sometimes been assumed that the process would lead to disorganisation of the national labour markets, the pattern of development in the three selected countries does not directly support this assumption. There is some evidence of disorganisation in Germany, a little in Sweden, and none in Denmark. It is, thereby, evident that the national responses to Europeanisation vary significantly. The article focuses on the reasons for these differences and on the need to develop the concepts in order to explain the national processes of development in the light of European integration.

 

Werner Nienhüser: "Legal, illegal, ..." - Die Nutzung und Ausgestaltung von Arbeitskräftestrategien in der Bauwirtschaft?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 292-319

Der vorliegende Beitrag behandelt die Frage, in welchem Ausmaß, auf welche Weise und aus welchen Gründen Bauunternehmen eine Arbeitskräftestrategie verfolgen, die man als "Billiglohn"-Strategie bezeichnen kann: Deutsche Bauunternehmen schließen Werkverträge mit ausländischen Subunternehmen ab, die ihre Arbeitskräfte auf deutsche Baustellen entsenden. Als theoretische Basis der Beschreibung und Analyse dieser Arbeitskräftestrategie wird die Transaktionskostentheorie herangezogen. 28 qualitative Leitfadeninterviews mit Personalexperten und Betriebsräten aus Bauunternehmen sowie branchenstatistische Daten bilden die empirische Basis. Ein Ergebnis der Analyse besteht darin, daß die Lohnkostenvorteile im allgemeinen so groß sind, daß eine möglicherweise geringere Produktqualität kaum eine Rolle spielt.

 

Stephan Voswinkel: Normalisierung und Verbetrieblichung der industriellen Beziehungen in der Bauwirtschaft

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 320-339

Das Sozialprestige der Bauwirtschaft ist prekär, die Branche bemüht sich um seine Normalisierung. Seit Ende der 50er Jahre versuchte man, eine Angleichung an das Normalarbeitsverhältnis durch eine überbetriebliche branchenkorporative Regulierung zu erreichen. Diese Sonderregelungen wurden in den 90er Jahren abgebaut; nunmehr wird eine Normalisierung eher im neoliberalen Muster angestrebt. Diese Veränderungen gehen mit einer Verbetrieblichung der industriellen Beziehungen in einigen Großunternehmen einher. Sie resultieren aus Strukturveränderungen der Bauwirtschaft wie der Internationalisierung des Bauarbeitsmarktes, der Vernetzung von General- und Subunternehmen und der Transformation von Bauunternehmen zu Projektentwicklern. Dieser Prozeß drückt sich nicht zuletzt im Wechsel der Regulierung des baugewerbetypischen winterlichen Beschäftigungsrisikos aus. Der Aufsatz stellt diesen als Beispiel für die Veränderungen in der Branche dar.

 

Werner Eichhorst: Europäische marktgestaltende Politik zwischen Supranationalität und nationaler Autonomie: Das Beispiel der Entsenderichtlinie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 340-359

Europäische Sozialpolitik befindet sich in einem doppelten Spannungsverhältnis: Auf der einen Seite geht es um die Beziehung zwischen den Marktfreiheiten des Binnenmarktes und dem des sozialen Schutz. Auf der anderen Seite wird die Verteilung der Regulierungskompetenzen zwischen der europäischen und der nationalen Ebene berührt. Die Behandlung der Entsendeproblematik zeigt, wie beide Dimensionen interagierten und ein Regulierungsmuster hervorbrachten, das typisch für die sozialpolitischen Regulierungsmöglichkeiten im Binnenmarkt sein könnte: Einerseits schufen mehrere Mitgliedstaaten im Rahmen des vorhandenen europäischen Rechts nationale Entsendegesetze mit unterschiedlicher Gestalt. Andererseits konnte vor dem Hintergrund einzelstaatlicher Marktbeschränkungen eine EU-Entsenderichtlinie verabschiedet werden, die lange Zeit blockiert gewesen war. Die Richtlinie schirmt die nationalen Regelungen ab, welche den rechtlichen und ökonomischen Effekt supranationaler Regulierung vorweggenommen hatten, und verteidigt sie gegenüber einer Infragestellung rechtlicher Art, ohne in die institutionelle Struktur arbeitsrechtlicher Vorschriften und die jeweiligen politischen Konstellationen in den Einzelstaaten einzugreifen.

 

Marc van der Meer: Labour Market Reform in the Dutch Construction Industry: Lessons for Germany?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/99, 360-384

In this article, Dutch labour market reform is related to collective bargaining processes. Based on evidence from recent fieldwork in the construction industry in the Netherlands, it is proposed that a useful theory of wage-setting should include, apart from economic contracts, wage norms and political coordination better to understand its impact in the labour market. The paper explains why and to what extent interest organisations in the Dutch construction industry have developed an active labour market policy ('Bouw-vak-werk') over a period of two decades with interesting positive results. Finally, five comparative lessons are drawn with particular emphasis to the German construction industry.

 

Veljko Rus: Privatisation of Non-Profit Organisations

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 2, p. 107-127

This paper deals with the transfer of property rights from non-private to private agencies. First macro- as well as micro-contingencies of privatisations are shown. Then measures are described which should be applied before privatisation of a public services can start. After showing some of the dysfunctions of privatization in Eastern European countries the article closes with contingencies for cooperative polyarchies and the presenting of the variety of problems related to privatisation in non economic, especially schools, hospitals, theatres and prisons. The expected outcome of the above suggestions is the "third way" after Anthony Giddens: "The new mixed economy looks for a synergy between public and private sector utilizing the dynamism of markets but with the public interest in mind" (Giddens, 1998:99-100).

 

Claudia Feichtinger/Gerhard Fink: Der kollektive Kulturschock im Postkommunismus

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 2, p. 128-148

The individual culture shock is a well known and evidenced phenomenon. It describes psychological and also physical reactions of a person staying abroad. These reactions are due to the confrontation with a foreign culture. According to the authors such reactions also exist on the level of society as a whole. This "collective culture shock" influences management and business relations and causes problems. A theory of the collective culture shock is developed that analyses these problems and provides a framework for solutions. This theory suggests that cultural processes and features in transition countries that are usually attributed to the communist heritage are due to the collective culture shock.

 

Doina Catana / Alexandru Catana / Jim L. Finlay: Managerial Resistance to Change: Romania's Quest for a Market Economy    

JEEMS, 1999, Vol. 4, Number 2, p. 149-164

This exploratory investigation relates traditional theories on resistance to change to privatization of the Romanian economy. The authors identified several "inhibitors" which have served to stall Romania's attempts to achieve a free-market economy. While a lack of practical training in western-style management practices may be a limiting factor, Romanian managers are generally open to change. However, they are still deeply rooted in the thought processes instilled during Romania's command economy and a belief that the size and economic importance of their firms will serve as buffers against the "agents of change". To the extent that change is viewed as a threat to their personal interests, resistance can be expected. The question, "what is in it for me?", must be satisfactorily addressed if Romanian managers are expected to become active partners in implementing necessary changes.

 

Claus Steinle, Friedel Ahlers, Carmen Riechmann: Management by Commitment - Möglichkeiten und Grenzen einer "selbstverpflichtenden" Führung von Mitarbeitern

Zeitschrift für Personalforschung 3/99, 221-245

Mitarbeiter einer Unternehmung werden heute als ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg betrachtet. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht nun die Kernfrage, unter welchen Rahmenbedingungen und durch welche Maßnahmen Unternehmungen ihre Mitarbeiter motivieren können, ihre Energie und ihre Fähigkeiten im Sinne der Unternehmung einzusetzen. Zunächst wird untersucht, wie ein Management by Commitment diesen Prozess unterstützen kann und welcher Stellenwert dem Konzept bisher in der Forschungsliteratur zugedacht wurde. Dann erfolgt eine nähere Betrachtung des Commitment-Begriffs sowie eine Analyse seines Charakters und der Aufgaben des Managements und der Mitarbeiter bei der Generierung von Mitarbeiter-Commitment. Daran anschließend sollen Commitment-Potentiale im Managementprozess aufgedeckt und Möglichkeiten für ein Management by Commitment durch Anreizstrukturierung beleuchtet werden. Im Anschluss daran erfolgt eine Herausarbeitung von Problemfeldern und Grenzen eines Management by Commitment, wobei exemplarisch das Instrumentalisierungs-, das Steuerungs-, das Gestaltungs- sowie das Motivations- und Qualifikationsproblem betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund werden sodann Konturen eines differentiell-evolutionären Management by Commitment herausgearbeitet. Der Beitrag schließt mit einer Einschätzung des Stellenwerts eines Management by Commitment vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen an die Personal- und Unternehmensführung.

 

Doris Lindner: Bestimmungsfaktoren der "Abbruchbereitschaft" von Auslandsentsandten: Eine theoretische und forschungsprogrammatische Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 3/99, 246-268

Die vorzeitige Beendigung einer Auslandsentsendung durch den Mitarbeiter birgt für ein Unternehmen ein kostenintensives Problempotential. Da es sich hierbei um ein Verhalten des Mitarbeiters handelt, bietet es sich an, sich verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse zu bedienen, um dieses Problem genauer zu untersuchen. Diese sollen mittels der Fluktuations-, Einstellungs-/Verhaltens- sowie der Anpassungsforschung gewonnen und gebündelt werden. Dabei wird "Abbruchbereitschaft" als operationalisierbare Größe vorgeschlagen. Es wird ein theoretischer Bezugsrahmen entwickelt, in dem neben externen Faktoren einstellungsbezogene, soziale und modale Faktoren als Bestimmungsfaktoren für "Abbruchbereitschaft" dienen. Forschungsprogrammatisch gesehen wird als Methode für eine empirische Überprüfung des Bezugsrahmens das "cognitive mapping" vorgeschlagen. Eine solche qualitative Herangehensweise verspricht, die Bestimmungsfaktoren (Informationskategorien), welche einer Bereitschaft zugrunde liegen, und deren Beziehungen zueinander genauer zu erfassen als quantitative Methoden.

 

Martin Scherm, Christine Autenrieth, Michel E. Domsch, Piotr Bledowski: Berufliche Wertorientierungen des potentiellen akademischen Führungsnachwuchses als Grundlage für personalwirtschaftliche Entscheide. Ein Vergleich zwischen polnischen und deutschen Examenskandidaten

Zeitschrift für Personalforschung 3/99, 269-286

Die vorliegende Studie stellt die beruflichen Wertorientierungen von polnischen und deutschen Examenskandidaten in den Mittelpunkt einer empirischen Untersuchung. Die Diagnose beruflicher Wertorientierungen ist besonders vor Projekten wie etwa gemeinsamen deutsch-polnischen Joint Ventures nützlich, um die jeweils zueinander passenden Personen in Teams zu entsenden und so Prozessverluste zu vermeiden. Auf der Basis eines Zweistichprobenvergleichs nahmen insgesamt N=104 polnische und N=90 deutsche Examenskandidaten der Fachrichtungen Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Befragung teil. Es wurden u.a. die Karrieremotivation und elementare berufsbezogene Wertorientierungen (mittels des BWH; Seifert/Bergmann 1983) erfasst. Hinsichtlich der Karrieremotivation zeigt sich, dass sich rund ein Drittel sowohl der polnischen als auch der deutschen Examenskandidaten als karriereorientiert beschreibt. Demgegenüber definieren die deutschen Examenskandidaten den anvisierten beruflichen Erfolg stärker über soziales Prestige. Es wird schließlich die Auffassung vertreten, die Forschungsbemühungen zur Identifikation von Mustern erfolgreicher interkultureller Zusammenarbeit zu intensivieren.

 

Christoph Erdenberger: Die Personal-Portfolio-Analyse (PPA) als Instrument des Strategischen Personal-Managements

Zeitschrift für Personalforschung 3/99, 287-294

In der Diskussion innerhalb der Betriebswirtschaftslehre um das Strategische Management ist seit Beginn der 80-er Jahre eine spezielle Diskussion um ein Strategisches Personal-Management eingebracht worden. Strategisches Personal-Management wird dabei "aus einer General-Management-Perspektive" betrachtet, und zwar sowohl aus der Sicht der Personalabteilung als auch der Unternehmensführung (vgl. Erdenberger 1997). Dabei wird in der Wirtschaftspraxis das Fehlen von Instrumenten und Methoden für diese Integration der Personalfunktion in die strategische Unternehmensführung beklagt. Aus diesem Grund soll hier eine Variante der Personal-Portfolio-Analyse (PPA) vorgestellt werden, die sich an den Ansätzen zur strategischen Unternehmensführung (vgl. Hinterhuber 1989) orientiert, bei denen eine Dimension unabhängig und die andere vom Unternehmen beeinflussbar ist. Damit wird eine praktikable Integration des Personal-Managements in strategische Unternehmensführung ermöglicht, die auch eine Organisationsentwicklung im Unternehmen initiieren kann.

 

Marco Hocevar, Marko Jaklic, Maja Zaman: Changing Organizational Structures in Slovenia

JEEMS 3/99, 197-216

Slovenia's post World War II economic developments from a centrally-planned economy to an integrated self-management system have resulted in a specific organisational structure that, to some extent, continues to influence current developments in the organisational field. The beginning of this article deals with changes in organisational structures of Slovenian companies in the context of the changing environment from the industrialisation to the transition period. The subsequent chapter describes the findings of the empirical research, which studied organisational changes of eight Slovene enterprises in 1996. In conclusion, possible future developments in the organisational field in Slovenia stand out.

Sloweniens ökonomische Entwicklungen nach dem zweiten Weltkrieg, von einer zentralen Planwirtschaft hin zu einem integrierten selbst-organisierenden System, resultierten in einer spezifischen Struktur. Diese spezifische Struktur beeinflußt noch immer aktuelle Entwicklungen im Bereich der Organisation. Der Anfang dieses Artikels handelt von Veränderungen in den Organisationsstrukturen slowenischer Unternehmen. Im darauf folgenden Kapitel werden die Ergebnisse einer empirischen Studie beschrieben, welche die organisatorischen Veränderungen von acht slowenischen Unternehmen im Jahr 1996 zum Thema hat. In der Zusammenfassung werden mögliche künftige Entwicklungen hervorgehoben.

 

Kari Liuhto: The Transformation of Management Effectiveness in Post-Soviet Enterprises

JEEMS 3/99, 216-237

This study examines the post-Soviet managers' views on the transformation of the management effectiveness in their company in the 1990s. Main emphasis is placed on analysing the relationship between the organisational performance and its impact on change in the management effectiveness. The views of the Baltic enterprise management indicate that the organisational and managerial effectiveness is improving. The data suggest that success increases inertia. The empirical findings do not exclude the argument that poor performance acts as a catalyst to change. The research results seem to be consistent with the views that crises and compulsion are more closely linked with change than previous success.

In dieser Studie werden die Ansichten von Managern der post-sowjetischen Ära über die Transformation der Management-Effektivität ihrer Unternehmen in den 1990er Jahren untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Analyse der Beziehung von organisatorischer Performance und deren Einfluß auf Veränderungen in der Management-Effektivität. Die Ansichten von baltischen Managern weisen darauf hin, das sich die organisatorische Effektivität verbessert. Aus dem Material ist ersichtlich, daß der Erfolg auch die Trägheit erhöht. Die empirischen Ergebnisse können nicht das Argument entkräften, demzufolge schlechte Leistungen als Katalysator für Veränderungen wirken. Die Forschungsergebnisse scheinen mit der Ansicht übereinzustimmen, daß Krisen enger mit Veränderungen verknüpft sind als Erfolge.

 

K. Roberts, C. Fagan, K. Foti, B. Jung, Kovatcheva, L. Machacek: Tackling Youth Unemployment in East-Central Europe

JEEMS 3/99, 238-251

This paper draws upon evidence from survey research in Bulgaria, Hungary, Poland and Slovakia to describe how young people's old routes into the labour markets in East-Central Europe have disintegrated in the 1990s while new routes and career groups have been created. A typology of these new routes is constructed and is then used to explain how and why levels of youth unemployment have risen and refuse to fall even in countries where, according to official economic statistics, recovery is now well-advanced, and despite the introduction of active labour market measures. It is concluded that levels of youth unemployment will subside, and prevent the creation of excluded groups, only if the development of the new market economies is managed.

Diese Studie basiert auf Umfrageergebnissen aus Bulgarien, Ungarn, Polen und der Slowakei. Es wird gezeigt, wie herkömmliche Wege in den Arbeitsmarkt für junge Leute versagen und sich neue Wege und Karrieremöglichkeiten eröffnen. Es wird eine Typologie dieser neuen Wege konstruiert, mit deren Hilfe erklärt werden kann, warum die Jugendarbeitslosigkeitsrate steigt und warum sie selbst in solchen Ländern nicht fällt, in denen die wirtschaftliche Erholung fortgeschritten ist und wo drastische Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung unternommen werden. Es wird geschlossen, daß die Jugendarbeitslosigkeit nur dann unter Kontrolle zu bekommen ist, wenn die Entwicklung junger Marktwirtschaften erfolgreich verläuft.

 

Hans-Wolfgang Platzer, Stefan Rüb: Europäische Betriebsräte: Genese , Formen und Dynamiken ihrer Entwicklung - Eine Typologie  

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/99, 393-426

Der Artikel versucht, auf der Basis qualitativer Fallstudien die reale Vielfalt und unterschiedliche und uneinheitliche Praxis Europäischer Betriebsräte (EBR) mittels einer Typologie zu durchdringen und zu klassifizieren. Grundlegend für die Typenbildung ist eine konstitutionsanalytische Sicht, die den Gesamtprozeß der Einrichtung und Entwicklung Europäischer Betriebsräte aus der dynamischen Wechselwirkung zwischen "externen" Einflußfaktoren und "internen" Konstitutionsbedingungen begreift. Innerhalb dieser übergreifenden Perspektive liegt der Typenbildung ein interessen- und akteursanalytischer Ansatz zugrunde. Sie setzt bei den institutionellen Voraussetzungen und der Praxis der Europäischen Betriebsräte an und bezieht zugleich das Handeln der Interaktionspartner (Management, nationale Arbeitnehmervertretung, Gewerkschaft) insoweit ein, wie dieses Handeln Möglichkeitsräume zukünftiger EBR-Praxis eröffnet, erweitert oder begrenzt. Die entsprechenden Prämissen und operationalen Kriterien werden im einzelnen entwickelt und daraus die vier Typen - symbolischer EBR, dienstleistender EBR, projektorientierter EBR, beteiligungsorientierter EBR - abgeleitet und anhand empirischen Materials "mit Leben gefüllt".

 

Stefan Zagelmeyer: Zur Zukunft von Kollektivverhandlungen in Euroland

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/99, 427-454

In der Europäischen Währungsunion werden Tarifverhandlungen unter neuen Rahmenbedingungen ablaufen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Zukunft kollektiver Verhandlungssysteme in Euroland. Zunächst werden Überlegungen zu Eigenschaften, Entwicklung und Performance von Kollektivverhandlungssystemen vorgestellt. Im zweiten Teil werden die Auswirkungen der dritten Stufe der europäischen Währungsunion auf die Kollektivverhandlungssysteme in Euroland, vor allem mit Blick auf einerseits die konstitutionellen Entscheidungen der Akteure über die Struktur des Verhandlungssystems und andererseits den institutionellen Wettbewerb untersucht. Der dritte Teil spekuliert über die Zukunft von kollektiven Verhandlungssystemen in Euroland. Abschließend werden Organisationsprinzipien für eine europäische Arbeitsmarktverfassung vorgeschlagen.

 

Martin Schneider: Gerichtliche Konfliktregulierung in turbulenten Arbeitsbeziehungen: Die Funktion der Arbeitsgerichtsbarkeit in der ostdeutschen Transformation

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/99, 455-475

Die turbulente Transformationsphase auf dem Arbeitsmarkt der fünf neuen Bundesländer wird im vorliegenden Beitrag dazu genutzt, die Rolle der Arbeitsgerichtsbarkeit im deutschen System der industriellen Beziehungen herauszuarbeiten: In der Transformation mußten die Gerichte erstens Lücken, die im Arbeitsvertrag durch Übergangsprobleme aufgerissen worden waren, verbindlich ausfüllen und so die Rechtsunsicherheit reduzieren. Zweitens stellten die Arbeitsgerichte ein faires, die verbreitete Unzufriedenheit kanalisierendes Verfahren zur Beilegung von Konflikten bereit. Es wird weiter empirisch gezeigt, daß Kündigungsschutz- und Entgeltklagen in den neuen Ländern noch immer häufiger sind als in den alten Bundesländern und daß die angespanntere Arbeitsmarktlage in Ostdeutschland dies nur partiell erklären kann. Dies dürfte auf die Schwäche kollektiver Arbeitnehmervertretungen in Ostdeutschland zurückzuführen sein. Da Gewerkschaften und Betriebsräte auch in den alten Bundesländern in die Defensive geraten sind, dürfte auch dort die Bedeutung von Arbeitsrechtsprechung zur Konfliktregulierung künftig noch wachsen.

 

Oliver Gaedeke, Gerd Hurrle: Betriebsratsarbeit in logistischen Produktionsketten: Beispiel Automobilindustrie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/99, 476-484

Mit der Herausbildung flexibler, kundenorientierter Organisationen in der Automobilindustrie ändert sich die Politik der Betriebsräte. Neue Produktionskonzepte setzen auf kleine, logistisch eng verknüpfte Einheiten. Die Betriebsräte reagieren auf Zergliederung und Auslagerung zunächst defensiv.

Die Störanfälligkeit logistischer Ketten zwingt das Management ständig zu mitbestimmungspflichtigen Entscheidungen. Es ist auf die Kooperationsbereitschaft der Betriebsräte angewiesen. Deren Position wird stärker. Ihr Handeln trägt immer deutlicher Züge von Co-Management. Sie suchen die Kooperation mit dem Management, meiden jedoch keinesfalls die Konfrontation.

Aber die Fraktalisierung fördert auch unterschiedliche Interessen zwischen den Betriebsräten. Vielerorts fehlt es noch an Methoden damit umzugehen. Hinter der Lösung dieses Problems steht der Aufbau von Kooperationen mit Betriebsräten der Zulieferer zurück.

 

Snejana Ilieva: Work Attitudes in Transition: Some Implications for Management of Organizational Change in Bulgaria

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/99, 279-291

The article deals with the peculiarities of work attitudes in conditions of transition to market economy. Dynamics of work attitudes are traced in a seven-year period - 1990-1997. It is shown how work attitudes could be described right after the fall of the socialist system, that means at beginning of the transition from planned to market economy and what changes in work attitudes occur under the influence of the difficult transition to market economy. A practical consequence of the study is that organizational change will not be effective if carried out in a random and unpredictable way, without consideration of people's values and attitudes. From this viewpoint the implementation of new approaches of human resource management is a requirement for the success of change, as well as for organizational efficiency.

Der Artikel befaßt sich mit den Besonderheiten von Arbeitseinstellungen unter den Bedingungen der Transformation von Plan zum Markt. Dazu werden über eine Periode von sieben Jahren (1990-1997) die Dynamiken von Arbeitseinstellungen nachgezeichnet. Es wird ein Verständnis darüber vermittelt, wie sich Arbeitseinstellungen am Beginn der Transformation von einer Plan- zur Marktwirtschaft darstellen. Weiterhin werden die Veränderungen in den Einstellungen zur Arbeit aufgezeigt, die sich aufgrund des schwierigen Transformationsprozesses ergeben Eine praktische Konsequenz die sich aus den Untersuchungen ergibt ist, daß organisationaler Wandel nur erfolgreich ist, wenn er geplant und unter Berücksichtigung der Werte und Einstellungen der Mitarbeiter durchgeführt wird. Aus dieser Sicht ist die Implementation neuer HRM-Ansätze für einen erfolgreichen Wandel notwendig

 

Vincent Edwards, Gloria Lee: Models of Management Formation: Implications for Central and Eastern Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/99, 292-305

Management formation and management development have been one of the boom industries in Central and Eastern Europe (CEE) in the 1990s. Although managers in the former command economies were well educated and technically competent, their training and experience left them ill equipped to deal with the demands of the newly emerging market economies. This paper reviews different models of management formation in Western Europe and contrasts these with the situation in CEE to evaluate their relevance for the needs of Central and East European managers. A differentiated approach is proposed which takes into account the cultural and economic context of individual countries in the region.

Die Managementbildung und -ausbildung sind in den 90er Jahren eine der boomenden Dienstleistungen in Mittel- und Osteuropa. Obwohl Manager in den ehemaligen Planwirtschaften gut ausgebildet und technisch fähig waren, waren sie infolge ihrer Ausbildung und Erfahrung schlecht gerüstet, um den Anforderungen der neu gegründeten Marktwirtschaften gerecht zu werden. Dieser Artikel legt verschiedene Modelle der Managementbildung in Westeuropa dar und vergleicht diese mit der Situation Mittel- und Osteuropas, um derer Relevanz für die Anforderungen auszuwerten, die an mittel- und osteuropäische Manager gestellt werden. Eine differenzierte Behandlung der Managementbildung wird vorgeschlagen, die den kulturellen und wirtschaftlichen Kontext der einzelnen Staaten der Region berücksichtigt.

 

Habte Woldu, Magdalena Biedermann: The Dynamics of Organizational Culture in the Private, Government, and Semi-Government Companies in Poland     

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/99, 306-321

This paper examines the dynamics of culture in Poland in three phases by measuring multilevel cultural dimensions. The first phase examines cultural changes over time, the second phase looks at cultural dynamics by comparing Polish respondents with those of USA and Russia, and the third phase looks into organizational cultural dynamics by analyzing respondents in five types of Polish business organizations. The business organizations include government, semi government, and cooperatives, domestic private and foreign owned companies (joint ventures and wholly owned companies). The study found that there are cultural dynamics within certain demographic groups and the five different Polish business organizations, however the dynamics are still most strongly influenced by the preexisting national cultural backgrounds.

In dieser Arbeit wird mit Hilfe einer Betrachtung vielschichtiger kultureller Dimensionen die Dynamik der polnischen Kultur in drei Schritten untersucht. Der erste Schritt widmet sich den kulturellen Veränderungen im Laufe der Zeit. Im zweiten Schritt wird die kulturelle Dynamik vor dem Horizont eines Vergleichs von polnischen Befragten mit US-amerikanischen und russischen Befragten betrachtet. Im dritten Schritt nun wird die organisatorische und kulturelle Dynamik anhand einer Analyse von Befragten aus fünf verschiedenartigen polnischen Unternehmen betrachtet. Zu diesen Unternehmenstypen gehören staatliche und halbstaatliche Unternehmen, genossenschaftliche Unternehmen und Privatunternehmen mit polnischem oder ausländischem Eigentümer. Das Ergebnis der Studie zeigt, daß es innerhalb bestimmter demographischer Gruppen und innerhalb der fünf polnischen Unternehmenstypen kulturelle Dynamik gibt. Diese Dynamik ist jedoch noch immer stark von alten nationalen kulturellen Hintergründen bestimmt.

 

Stefan Koch/Jürgen Kaschube: Eigenverantwortliches Handeln in Organisationen. Konzeptualisierung des Phänomens und Exploration am Beispiel von Führungskräften

Zeitschrift für Personalforschung 1/2000, 5-27

Organisationen der Wirtschaft verändern sich derzeit dahingehend, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein höheres Maß an individueller Verantwortung übernehmen. Das in diesem Beitrag vorgestellte Konzept von Eigenverantwortlichem Handeln (EVH) beschreibt Verhaltensweisen in Organisationen, die einerseits aus eigenem Antrieb ausgeführt werden und die sich andererseits durch die Übernahme von Verantwortung für Ziele und Zwecke der Organisation auszeichnen. Zentrales Merkmal dieses Handelns ist, dass die Akteure unter Abwägung formeller Vorgaben der Organisation die Verantwortung für ihr Handeln weitgehend selbstbestimmt definieren. Eine explorative Interviewstudie mit 21 Führungskräften konnte bestätigen, dass das Konzept EVH relevante Verhaltensweisen von Führungskräften thematisiert und zur Klassifikation verschiedener Formen von EVH im Feld geeignet ist. Ferner zeigte sich, dass EVH in der Organisation zwar auf Widerstände stößt, jedoch auch positive Auswirkungen auf den Organisationserfolg haben kann. Abschließend wird auf Perspektiven für die weitere Forschung und die organisationale Praxis eingegangen.

 

Hans-Gerd Ridder/Hans-Jürgen Bruns: Zur Rolle von Führungskräften bei der Konzeption und Durchführung von Mitarbeiterbefragungen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2000, 28-51

In Anlehnung an kognitive Modelle der Organisations- und Führungstheorien werden Erwartungen und Interessen von Führungskräften bei einer Mitarbeiterbefragung untersucht. Mit einer Fallstudie wird gezeigt, wie sich situative Ursachenzuschreibungen und das Anpassungsverhalten von Führungskräften auf den Verlauf einer Mitarbeiterbefragung auswirken und wie sich bei Feedback-Aktivitäten vereinbarte Maßnahmen in alltägliche Prozesse des Führens verzweigen. Es sind Routinen der Führung sowie das Vertrauen in bewährte Formen des Kooperations- und Führungsverhaltens, die den Prozessverlauf strukturieren. Für weitergehende Forschung ist davon auszugehen, dass kurzfristig zwar Erfolge von Mitarbeiterbefragungen erkennbar sein können. Längerfristig ignorieren Führungskräfte dieses Instrument oder integrieren es in ihre Führungsroutinen.

Heinz-Dieter Hardes/Heiko Wickert: Erfolgsabhängige Beteiligungsentgelte in vergleichender europäischer Perspektive: Empirische Befunde und Erklärungsansätze

Zeitschrift für Personalforschung 1/2000, 52-77

Die strategischen Bedingungen vieler Unternehmen haben sich aufgrund des internationalen Wettbewerbs in Richtung flexible Industrieproduktion verändert. Die Methoden der betrieblichen Entgeltpolitik können hiervon nicht unberührt bleiben. Variable Beteiligungsentgelte, verstanden als Gewinn- und Kapitalbeteiligungen, werden in diesem Kontext vielfach als entsprechende Flexibilisierungsinstrumente seitens der betrieblichen Entgeltpolitik betrachtet. Im Rahmen dieses Beitrags wird die Häufigkeit betrieblicher Beteiligungsentgelte empirisch untersucht. Dabei zeigt sich in Deutschland (West) eine generelle Zunahme von Beteiligungsentgelten im Zeitverlauf sowie eine selektive Verbreitung differenzierter Formen monetärer Partizipation, was mit Hilfe agency-theoretischer Überlegungen begründet werden kann. Ein internationaler Vergleich mit Frankreich und Großbritannien zeigt, dass in diesen beiden Ländern Beteiligungsentgelte vergleichsweise häufiger verbreitet sind und zudem eine größere Varianz aufweisen. Die Logik der agency-Theorie vermag diese internationalen Unterschiede kaum zu erklären. Zusätzlich sind daher insbesondere institutionelle Erklärungsfaktoren heranzuziehen.

 

Ewald Scherm/Stefan Süß: Personalführung in virtuellen Unternehmen: Eine Analyse diskutierter Instrumente und Substitute der Führung

Zeitschrift für Personalforschung 1/2000, 79-103

Virtuelle Unternehmen werden in der Literatur häufig als Antwort auf gegenwärtige Herausforderungen bezeichnet. Wenig Beachtung findet dabei das Problem der Mitarbeiterführung in dieser fluiden, strukturlosen Unternehmensform. Jedoch zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass auch in virtuellen Unternehmen Führungsbedarf entsteht, um eine zielorientierte Zusammenarbeit der Mitarbeiter und der Unternehmensleitung zu ermöglichen. Da sich herkömmliche - und in der Diskussion virtueller Unternehmen immer wieder vorgebrachte - Instrumente und Substitute der Führung als untauglich erweisen, den Führungsbedarf zu decken, entsteht eine paradoxe Situation: Einerseits ist auch im virtuellen Unternehmen Führung nötig, andererseits macht die spezifische Situation sie nahezu unmöglich.

 

Holger Lengfeld, Stefan Liebig: Industrielle Beziehungen und soziale Gerechtigkeitseinstellungen. Eine gerechtigkeitstheoretische Erklärung der betrieblichen Mitbestimmung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2000, 10-42

Der Aufsatz geht der Frage nach, wie sich unterschiedliche Wirkungsgrade der Betriebsratsmitbestimmung in verschiedenen Betrieben erklären lassen. Auf der Grundlage des methodologischen Individualismus und der Erkenntnisse der soziologischen Gerechtigkeitsforschung werden konzeptionelle Überlegungen für eine neue Theorie der betrieblichen Mitbestimmung vorgestellt. In ihrem Mittelpunkt stehen soziale Gerechtigkeitseinstellungen von Beschäftigten, deren strukturelle Ursprünge und Folgen für die Mitbestimmung. Um erste Hinweise auf die empirische Gültigkeit des vorgestellten Ansatzes zu erhalten, werden die Ergebnisse aus einer qualitativen Mitarbeiterbefragung in vier Betrieben vorgestellt.

 

Carsten Wirth: Industrielle Beziehungen als "negotiated order"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2000, 43-68

Die "negotiated order theory" stellt rekursiv verknüpfte, in Kontexte eingebettete, macht(a)symmetrische Aus- und Verhandlungsprozesse in den Mittelpunkt ihrer Argumentation. Dabei trägt sie der Bedeutung von Strukturen und von Akteuren, Interessendivergenzen zwischen diesen sowie der Geschichte der Interaktionsbeziehung Rechnung. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass sie auch bei der Analyse industrieller Beziehungen über eine angemessene Erklärungskraft verfügt.

Am Beispiel der Unternehmungsvernetzung und Konzernbildung im Einzelhandel wird demonstriert, dass diese Theorie den Wandel von Strukturen erfassen und theoretisch begründete, praktische Hinweise für Management und Interessenvertretung geben kann. In konzeptioneller Weiterentwicklung der "negotiated order theory" wird dafür plädiert, stärker die Akteurskonstellation und zugleich neue Akteure industrieller Beziehungen mittels einer Kombination mit bestimmten Ansätzen der neoinstitutionalistischen Organisationssoziologie zu berücksichtigen. Damit gelingt eine erweiterte Analyse der Regulation von Arbeit und die Entkopplung von einem bestimmten historischen Modell industrieller Beziehungen.

 

Berndt Keller: Arbeitspolitik als Anwendung von "Rational Choice"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2000, 69-96

In dem Beitrag wird vorgeschlagen, die Industriellen Beziehungen und Arbeitsmarktanalyse als spezifisches Anwendungsgebiet individualistischer Sozialwissenschaft zu konzipieren. Zunächst werden die Grundzüge des Forschungsprogramms des Methodologischen Individualismus kurz zusammengefasst. Anschließend wird diese allgemeine Theorie auf zentrale Probleme der Industriellen Beziehungen bezogen (u.a. korporative Akteure). Danach werden die Anwendungsmöglichkeiten anhand eines ausgewählten, aktuellen Beispiels, der Regulierung auf EU-Ebene, systematisch dargestellt. Schließlich werden Kompatibilitäten und Inkompatibilitäten mit anderen, in der aktuellen Diskussion häufig verwandten Programmen und Theorien aufgezeigt.

 

Ralf Rogowski: Industrial Relations as a Social System

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2000, 97-126

The article starts with a criticism of John Dunlop's systems theory of industrial relations. The article argues that some of the weaknesses of Dunlop's approach can be overcome by a systems theoretical conceptualisation of industrial relations based on Niklas Luhmann's theory of autopoietic social systems. It discusses five types of social systems that Luhmann's theory offers to characterise industrial relations as a social system: a set of interaction systems, an organisation system, a conflict system, an immune system and a function system of society. The article proposes to adopt a view of industrial relations as a fully-fledged function system operating within the world society. In its last part it sets out the major characteristics of such an autopoietic industrial relations system.

 

Borut Rusjan: Manufacturing Competitive Priorities and Weaknesses of Slovenian Companies: an Empirical Investigation

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2000, 6-27

This article examines several research questions relative to the content of manufacturing strategy on the basis of empirical data gathered on a sample of Slovenian manufacturing firms: What were the most important manufacturing competitive priorities of sampled Slovenian companies in the past and what changes in manufacturing competitive priorities are predicted for the future? What systems, policies, practices in production are prevalent in sampled Slovenian firms? What are the most important manufacturing weaknesses that determine the most important strategic decision areas in production in the future? Descriptive statistic has been used to describe the current industry practice and explore characteristics of manufacturing strategy of Slovenian firms.

In diesem Artikel werden auf der Basis empirischer Daten einige Fragestellungen in Bezug auf die Fertigungsstrategien in slowenischen Unternehmen untersucht: Welches waren die höchsten Wettbewerbsprioritäten in der Vergangenheit und welche Veränderungen werden in der Zukunft erwartet? Welche Systeme und Richtlinien sind in den untersuchten slowenischen Unternehmen vertreten? Welches sind die größten Schwächen im Herstellungsprozeß und worin bestehen die damit verbundenen strategischen Entscheidungen für die Zukunft? Unter Einsatz deskriptiver Statistik wird die aktuelle Lage beschrieben, und wichtige Charakteristika der Produktionsstrategie slowenischer Unternehmen werden dargestellt.

 

Chris Warhurst: MNCs and the Transfer and Diffusion of ‚Soft' Technologies: Issues for Central and Eastern Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2000, 28-45

Dieser Artikel untersucht die Übertragung innovativer 'weicher' Technologien durch direkte Fremdinvestition seitens multinationaler Konzerne und ihre nachfolgende Verbreitung in einheimische Firmen. Unter Nutzung dieser in den entwickelten kapitalistischen Ökonomien bereits gesammelten Erfahrungen wirft er ein Schlaglicht auf Aspekte der Übertragung und Verbreitung innerhalb restrukturierender Länder Mittel- und Osteuropas. Er besagt, daß die Strategien multinationaler Konzerne, die Regierungspolitik im Gast- und Herkunftsland, die nationalen Geschäftssysteme, die Eigenart einheimischer Firmen und die Art des Wissens entscheidende Faktoren für das Verständnis der Übertragungsprozesse dieser 'weichen' Technologien auf mittel- und osteuropäische Länder sind.

This article examines the transfer of innovative 'soft' technologies by multinational companies (MNCs) through foreign direct investment and the diffusion of those technologies by those MNCs into indigenous firms (IFs). By drawing upon the experience of such transfer and diffusion in the developed capitalist economies, it highlights issues germane to that transfer and diffusion within restructuring Central and Eastern European (CEE) countries. It suggests that MNC strategies, host country and country of origin government policies characteristic of national business systems, the capabilites of IFs and the nature of knowledge are key factors in understanding the transfer of soft technologies to CEE.

 

L. Galetic, D. Tipuric, J. Bozidar: Actual Role and Problems of Compensation Management in Croatian Enterprises: an Empirical Study

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2000, 46-63

The article deals with current positions and perspectives of compensation management in Croatian enterprises. To confirm the hypothesis that neither enough attention to compensation management has been paid, nor the influence, which it has on prosperity, efficiency and enterprises` competitiveness, has been recognized in a sufficient degree in the Republic of Croatia, the authors present an empirical study conducted at the beginning of 1998 on the sample of 139 Croatian enterprises. Various aspects of compensation management from the point of view of the enterprise size, realized financial results of the enterprise, kind and profitability of the enterprise belonging activity have been analyzed.

In diesem Artikel werden aktuelle Positionen und Perspektiven des Managements von Vergütungssystemen in kroatischen Unternehmen dargestellt. Mit dieser empirischen Studie, die Anfang 1998 mit 139 kroatischen Unternehmen durchgeführt wurde, wollen die Autoren die Hypothese belegen, daß dem Management von Vergütungssystemen nicht genügend Aufmerksamkeit zuteil wird. Außerdem wird seine Bedeutung für das Wachstum, die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens unterschätzt. Verschiedene Aspekte des Managements von Vergütungen werden in dieser Studie betrachtet.

 

K. Roberts, C. Fagan, J. Tholen, L. Machacek, Kovatcheva, B. Jung, A. Kurzynowski, T. Szumblicz, K. Foti: The New East's New Businesses: Heart of the Labor Market Problem and/or Part of the Solution?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2000, 64-76

This paper is based on evidence from interviews in 1997 with 400 young (aged up to 30) self-employed people, and parallel studies of the support being offered to the self-employed by state services and non-governmental organisations (NGOS), in four East-Central European countries (Bulgaria, Hungary, Poland and Slovakia). The samples represent the New East's better-established young business people. The evidence presented in this paper explains why, in turn-of-the-century conditions, the New East's new businesses are in danger of becoming locked into low-productivity, low wage niches. It is argued that the prospects of the new market economies in the twenty-first century depend largely on the ways in which their relationships with the European Union develop, and forms of assistance that will promote the development of the more capable SMEs into quality businesses are identified: e.g. encouraging inward investors to become mentors and customers of local enterprises; encouraging banks to become small business-user-friendly; conglomerating assistance to small enterprises within regional support centres.

Mit Hilfe der Daten, die in dieser Arbeit präsentiert werden, wird erklärt, warum die neuen Unternehmen des "neuen Ostens" Gefahr laufen, in eine Nische der niedrigen Produktivität und des Niedriglohns zu geraten. Die Aussichten der neuen Marktwirtschaften im 21. Jahrhundert hängen von der Entwicklung der Beziehungen zur EU ab. Es werden Formen der Unterstützung vorgestellt, mit deren Hilfe fähigere kleine und mittlere Unternehmen entstehen können: z. B.: Ermutigung von Investoren, auch Mentorenrollen zu übernehmen und Kunden lokaler Unternehmen zu werden; Ermutigung der Banken, kleinen Unternehmen gegenüber offen zu sein; Konzentration der Unterstützung in regionalen Support Zentren.

 

Ulrich Menges: Die Teilrente als personalpolitisches Instrument

Zeitschrift für Personalforschung 2/2000, 158-176

Unternehmen betrachten die Trennung von älteren Mitarbeitern nach wie vor als probates Instrument zur Senkung der Personalaufwendungen - allerdings um den Preis erheblichen Know-how-Verlustes. Die folgenden Ausführungen belegen an Beispielrechnungen, dass Kostensenkungspotenziale allerdings nicht allein durch eine vollständige Trennung von älteren Mitarbeitern realisiert werden können. Vielmehr lassen sich durch einen Einbezug des gesetzlichen Instruments der "Teilrente" in personalwirtschaftliche Überlegungen beträchtliche Erfolgswirkungen erzielen, der Personalaufwand erheblich reduzieren und der Abfluss von Know-how gezielt steuern. Für den Arbeitnehmer kann hieraus eine erhebliche Steigerung des Nettostundensatzes folgen. Damit sind scheinbar widersprüchliche Zielsetzungen von Unternehmen und Arbeitnehmern gleichzeitig erfüllbar. Darüber hinaus eröffnet sich ein deutlicher Dispositionsspielraum für die Gestaltung des Arbeitsvertrages und damit ein strategisches Fenster der Personalpolitik, das bisher viel zu wenig beachtet und genutzt wird.

 

Brigitte Rahn, Klaus Moser::Beiträge verschiedener Prädiktoren zur Kriteriumsvalidität eines Assessment Centers

Zeitschrift für Personalforschung 2/2000, 177-190

Es wird über die konkurrente Validität eines Assessment Center sowie den Erklärungsbeitrag verschiedener Einzelverfahren berichtet. Die Studie wurde in einem Dienstleistungsunternehmen der Luftfahrtbranche durchgeführt, an der insgesamt N=47 interne Bewerber teilnahmen. Es kamen insgesamt 5 verschiedene Prädiktoren zum Einsatz (Gruppendiskussion, Mitarbeitergespräch, Präsentationsübung, Postkorb und schriftliche Fallstudie), wobei insbesondere von Gruppendiskussion und Postkorb inkrementelle Prognosebeiträge erwartet wurden. Als Erfolgskriterien konnten von N=39 Probanden Vorgesetztenbeurteilungen (Verhaltensbeobachtungen sowie Potentialeinschätzungen) herangezogen werden.

Die Berechnung der Gesamtvalidität auf der Grundlage einer multiplen Regressionsanalyse ergab R=.50 (korrigiertes R=.36), die Kombination gleichgewichteter Prädiktoren ergab r=.35 (N=39, p=.02). Damit liegt der Wert im Bereich einer in den 80er Jahren im englischsprachigen Raum durchgeführten Metaanalyse. Genauere Analysen ergaben zudem, dass der Postkorb in der vorliegenden Untersuchung nicht kriteriumsvalide ist; er korrelierte zu Null mit der Leistungsbeurteilung, aber relativ hoch mit den übrigen Aufgaben im Assessment Center, fungierte also als Suppressor.

 

Sonja Sackmann, Martin Elbe: Tendenzen und Ergebnisse empirischer Personalforschung der 90er Jahre in West-Deutschland**

Zeitschrift für Personalforschung 2/2000, 131-157

Der Personalforschung in Deutschland werden Mängel vorgeworfen, wie z.B. eine ungenügende empirische Ausrichtung der Disziplin. In dem vorliegenden Artikel werden deshalb die Ergebnisse empirischer Personalforschung in West-Deutschland seit 1990, vor dem Hintergrund der eigenen Untersuchung der Autoren "Best Practices in Human Resource Management", diskutiert. Es werden folgende Themen behandelt: Situation der Personalleiter, Bedeutung der Personalabteilung, Personalrekrutierung, Personalentwicklung, Leitstungsbeurteilung, Entlohnungspraktiken und Führung. Der Vergleich von 27 Studien führt zu folgenden Ergebnissen: Die Personalleiter erachten Führung, Personalentwicklung und Personalrekrutierung als die wichtigsten Zukunftsaufgaben. Die Notwendigkeit der Verknüpfung von Entgeltsystemen und individueller Leistung wird stark empfunden, doch findet dies in den praktizierten Entgeltsystemen kaum Niederschlag. Die Ziele der Personalbeurteilung bleiben in den meisten Unternehmen unklar. Obwohl die Personalleiter ihre Abteilungen als wichtig und effektiv einschätzen, erachten sie diese nicht als Schlüsselfaktoren für den Unternehmenserfolg. Eine stärkere Anbindung des Personalmanagements an die Unternehmensstrategien ist notwendig.

 

Margret Wehling: Mitbestimmung in virtuellen Unternehmungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2000, 131-156

Auch wenn das Konzept ursprünglich nur eine Vision war, sind in der Praxis mittlerweile immer mehr konkrete Erscheinungsformen von virtuellen Unternehmungen zu finden. Die bisherige Literatur beschäftigt sich allerdings primär mit deskriptiven Darstellungen sowie mit Fragen der theoretischen Fundierung dieses Phänomens. In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche Probleme und Perspektiven der Mitbestimmung in virtuellen Unternehmungen existieren. Dabei wird aufgezeigt, dass virtuelle Unternehmungen die in Deutschland vorhandenen Trends des Auseinanderfallens von Unternehmens- und Mitbestimmungsstrukturen sowie der Erosion des Systems der kollektiven Interessenvertretung verstärken. Schließlich werden verschiedene Alternativen zur möglichen Absicherung der Mitbestimmung in virtuellen Unternehmungen diskutiert.

 

Gerd Bender: Dezentral und entstandardisiert - Neue Formen der individuellen Entgeltdifferenzierung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2000, 157-179

Zielvereinbarungen sind ein relativ neues Instrument bei der Entgeltdifferenzierung. Anders als die traditionellen Formen der Leistungsbewertung ist der Bezugspunkt hier nicht ein einheitlicher, dem Anspruch nach objektiv, in Abstraktion von der Subjektivität der Arbeitskräfte bestimmter Leistungsmaßstab. Seine Legitimität bezieht das Verfahren vielmehr daraus, daß es, dem Anspruch nach, als kommunikativer Verständigungsprozess funktioniert, an dem die Beurteilten beteiligt sind. Es zielt darauf, die Beschäftigten als Problemlöser in ihrem Zuständigkeitsbereich zu mobilisieren. An die Stelle von bloßen Anordnungen treten Zielvereinbarungsgespräche, in deren Verlauf sie angehalten werden, ihre Tätigkeit im Lichte von Vorgaben zu reflektieren und zu optimieren, die von höheren hierarchischen Ebenen gesetzt werden. Die repräsentativen und tendenziell zentralistischen Formen der Interessenvertretung, die das deutsche System der industriellen Beziehungen kennzeichnen, sind kaum geeignet, auf solche dezentralen und entstandardisierten Formen der Entgeltbestimmung zu reagieren. Insbesondere sehen sich die Betriebsräte mit dem Problem konfrontiert, dass ihre bisherigen leistungspolitischen Instrumente unter solchen Bedingungen nicht mehr greifen.

 

Peter Walgenbach, Cornelia Hegele: Was kann der Apfel von der Birne lernen, oder wozu brauchen Unternehmen Benchmarking?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2000, 180-199

Der vorliegende Beitrag ist der Frage gewidmet, warum das Benchmarking derzeit einen ungeheuren Aufschwung erlebt. Es wird zum einen eine mögliche Erklärung vorgestellt, in der Benchmarking als Fortführung und Weiterentwicklung klassischer Managementkonzepte betrachtet wird. Durch eine Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Benchmarkings mit dem Konzept des "Scientific Management" von Taylor wird gezeigt, dass Benchmarking ein attraktives Managementinstrument darstellt. Die Analyse lässt deutlich werden, dass das Rationalisierungspotential des Benchmarkings nicht wie noch bei Taylor auf der Ebene einzelner Tätigkeiten ansetzt. Es geht nun um ganze Prozesse und Prozessketten. Mit Hilfe des Rationalisierungsinstruments Benchmarking soll jetzt auch das mittlere und obere Management erschlossen werden. Doch trotz aller Rationalität, die Benchmarking als Methode attestiert werden kann, lässt sich die zunehmende Verbreitung dieses Konzepts allein dadurch nicht ausreichend plausibel erklären. Zum Beispiel wird nicht einsichtig, welche Motivation die (Branchen-)Besten haben, sich als Benchmark zur Verfügung zu stellen. Eine mögliche Erklärung für dieses Verhalten ist, dass es sich beim Benchmarking um eine Methode handelt, mit der Preis- und Qualitätswettbewerb emuliert wird und mit der insofern die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöht werden kann.

 

Vasilika Kume / Shyqyri Llaci: Albania, an ex-communist country during the transition period: problems and challenges

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2000, 103-129

This paper intends to give a brief history of the Albanian Economy before and during the transition period, to analyze the transformation of Albanian Society toward an economy based on private property and the free initiative of free people, and to highlight some of the problems and challenges Albania is currently facing. The aim of this article is to tell what could be some of the ways for a fast recovery and steady development of our country.

In diesem Artikel wird die Geschichte der albanischen Ökonomie vor und während der Übergangsperiode kurz dargestellt. Damit verbunden ist die Analyse der Umwandlung der albanischen Gesellschaft hin zu einer Ökonomie, die auf Privateigentum und der freien Initiative freier Menschen beruht, wobei einige Probleme und Herausforderungen aufgezeigt werden, die in Albanien aktuell sind. In diesem Artikel sollen einige Wege, die zu einer schnellen Erholung und nachhaltigen Entwicklung unseres Landes führen könnten, ausgezeigt werden.

 

Izabela Robinson, Beata Tomczak-Stepien: Cultural Transformation at Enterprise Level: Case Study Evidence from Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2000, 130-151

This paper presents an analysis of the business cultures of four post-socialist Polish enterprises. Western capitalist orthodoxy emphasises the development and management of an 'appropriate' organisational culture as a key component of organisational effectiveness. Within an East European context it is likewise suggested that the development of appropriate market behaviours is necessary if transforming economies are not to hit a ceiling of recovery. However, what constitutes an 'appropriate' organisational culture within an East European context is open to speculation and debate, particularly if it accepted that there is no dominant model of capitalist work organisation which might represent a template for transforming economies. This paper draws on empirical case study material to appraise the business cultures of four post-socialist Polish enterprises. Findings suggest that ownership, turnover of human capital and management philosophy and ideology represent key factors in the development of market oriented behaviours. However, findings also reinforce the strength and endurance of the socialist culture.

In dieser Arbeit wird die Analyse der Unternehmenskultur von vier polnischen Unternehmen der post-sozialistischen Ära vorgestellt. Was unter einer ‚angemessenen' Organisationskultur im Osteuropäischen Kontext zu verstehen ist, darüber kann spekuliert und debattiert werden, besonders dann, wenn kein Standardmodell kapitalistischer Arbeitsorganisation für sich wandelnde Ökonomien existiert. Die Ergebnisse der vorliegenden empirischen Studie legen die Vermutung nahe, daß Eigentum, Managementphilosophie und -ideologie Schlüsselfaktoren bei der Herausbildung marktorientierten Verhaltens darstellen. Andererseits bestätigt sich die nachhaltige Wirksamkeit der sozialistischen Kultur.

 

Dušan Lesjak: Small Slovene Firms and Strategic Information Technology Usage

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2000, 152-172

The article describes a study, which tries to identify the degree to which information technology is used strategically in Slovene small firms. Slovenia is interesting from small business perspective, because from 1990, when the transformation of its economy started, the number of small business has increased almost 6 times (from almost 6,500 to nearly 35,000 in 1998). In the paper the research model, hypothesis, methods and the research sample are explained, together with the results and discussion.

In dieser Arbeit wird eine Studie ausgewertet, die das Ausmaß der strategischen Verwendung von Informationstechnologien in kleinen slowenischen Unternehmen thematisiert. Slowenien ist insofern interessant aus der Perspektive der kleinen Unternehmen, als sich dort seit 1990, dem Jahr, in dem die Transformation der Ökonomie einsetzte, die Zahl der kleinen Unternehmen beinahe versechsfacht hat (von fast 6500 auf beinahe 35000 im Jahr 1998). Im vorliegenden Artikel wird das Forschungsmodell, die Hypothesen, Methoden und Beispiele genauso thematisiert wie die Forschungsergebnisse und ihre Implikationen.

 

Eleanor M Maitland-Davies, Brian Kenny: Managerial motivations for UK-Czech Joint Ventures

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2000, 172 ff.

The paper examines the motives for the choice of the JV instead of other forms of investment (e.g. greenfield or licensing) in British investment in the Czech Republic. It is noted that despite popular belief, the level of uptake of JVs in the Czech Republic is low in comparison with greenfield investments. The paper identifies organisational motives (resource seeking, synergies, economic and historic), partner related motives and exogenous motives. The role of the partner in the choice of the entry mode is emphasised. Managerial implications: despite theoretical benefits of JVs to investor, these might not be accrued in practice due to the quality of the resource acquired and difficulties in management.

In dieser Arbeit werden die Motive betrachtet, die zu einer bevorzugten Investition britischer Unternehmen in tschechische Joint Ventures im Vergleich zu anderen Investitionsformen führen. Im Artikel werden organisatorische Motive (Ressourcensuche, Synergien, ökonomische und historische Motive), partnerrelevante und exogene Motive identifiziert. Die Rolle des Partners bei der Wahl des Zusammenarbeitsmodus wird hervorgehoben. Managementrelevanz: trotz der theoretischen Vorteile von Joint Ventures können diese in der Praxis oft nicht verwirklicht werden, weil die Qualität der erworbenen Ressource und Schwierigkeiten in der Organisation dagegen wirken.

 

Peter Weise: Individualethik oder Institutionenethik: Die Resozialisierung des homo oeconomicus

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2000, 9-30

Der Aufsatz untersucht, welche menschlichen Handlungen als individualethisch bezeichnet werden können und welches Verhalten als durch Institutionen bewirktes ethisches Verhalten gelten könnte. Es wird argumentiert, dass ein ethisches Verhalten im eigentlichen Sinne immer nur individualethisch sein kann. Die als Institutionenethik bezeichnete Koordination des Verhaltens durch Märkte oder Normen lässt keinen Spielraum für individuelles Ermessen und entbindet den Menschen damit von selbstbestimmtem moralischen Verhalten.

 

Stefan Kyora: Grenzen individueller Verantwortung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2000, 34-44

Auf die komplexen Verursachungs- und Verantwortungsverhältnisse in modernen Unternehmen wird zum einen mit der Forderung nach der Erweiterung der individuellen Verantwortung reagiert und zum anderen mit dem Vorschlag, das Unternehmen selbst als Verantwortungsträger zu behandeln. Beiden Konzepten ist gemeinsam, dass sie das Versagen alltäglicher und unkontroverser Verantwortungszuschreibungen an Individuen konstatieren. Dabei scheint die Leistungsfähigkeit dieser Zuschreibungspraxis jedoch häufig unterschätzt zu werden. Im folgenden sollen von Überlegungen Jaspers' ausgehend zwei unproblematische Formen individueller Verantwortung anhand zweier unternehmensethischer Beispiele und juristischer Überlegungen bestimmt werden. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, um die Situationen, in denen kollektive Verantwortungszuschreibungen aufgrund des Versagens individueller Zuschreibungen pragmatisch sinnvoll sein könnten, einzugrenzen.

 

Olaf Jörn Schumann: Systemethische Aspekte oder systemische Aspekte der Ethik - ein Beitrag aus Sicht des Konstruktivismus

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2000, 45-63

In der Wirtschaftsethik stehen systemethische Ansätze in den unterschiedlichsten Varianten im Mittelpunkt der Diskussion. Mit dem Begriff Systemethik sollen solche Ansätze bezeichnet werden, die versuchen, im Rahmen einer Ethik den Blick, anstatt auf das Individuum, auf die formalen Bedingungen, innerhalb derer Individuen handeln bzw. sich verständigen, zu richten. Dennoch ist die Rolle des Individuums in diesem Zusammenhang jeweils sehr unterschiedlich zu sehen, was anhand einiger Beispiele diskutiert wird. Anschließend wird die systemethische Perspektive mit einer konstruktivistisch-systemischen konfrontiert, und zwar sowohl auf der institutionellen als auch auf der individuellen Ebene, was zu einer Erweiterung bezüglich dreier Aspekte führt.

 

Thomas Beschorner: "Achte auf Deine Gewohnheiten ..." - eine institutionenethische Betrachtung aus Sicht der Evolutorischen Ökonomik

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2000, 64-83

Der Beitrag beabsichtigt, eine mögliche Neukonzeptualisierung der Wirtschafts- und Unternehmensethik zu skizzieren. Es wird ein theoretischer Zugang vorgestellt, der in der bisherigen Kontroverse zur Wirtschafts- und Unternehmensethik weitgehend unberücksichtigt blieb und einen vielversprechenden Ausgangspunkt für die derzeit anstehenden Fragen innerhalb der Diskussion bildet: Es geht um Elemente einer individualistisch fundierten Evolutorischen Ökonomik, die handlungstheoretische Überlegungen Max Webers aufgreift.

 

Thies Boysen: Wandel der Arbeit - Identität und Identifikation zwischen Lebens- und Arbeitswelt

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2000, 87-100

Der vorliegende Beitrag behandelt die Frage, welche Rollen Identität und Identifikation in den aktuellen Arbeitsbedingungen spielen. Dazu werden zwei aktuelle soziologisch-analytische Ansätze zu den charakteristischen Parametern von Arbeit herangezogen, welche u.a. die Entgrenzung von Leben und Arbeit zueinander identifizieren. Der auf diese Weise entstehende Übergang zwischen Lebens- und Arbeitswelt, deren rationale Vermischung, rückt den Identifikationsprozess systematisch ins Zentrum individueller Rekonstruktionserfahrung, sozusagen als Vermittler heterogener Rationalitäten.

 

Rüdiger Reinhardt : Die europäische Personalentwicklung im Wandel: Selbstverständnis und Praktiken in lernorientierten Unternehmen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2000, 209-241

Lernorientierte Unternehmen lassen sich durch einen bedeutsamen Beitrag der Personalentwicklungsfunktion bei der Förderung individueller und kollektiver Lernprozesse sowie durch die Bereitstellung entsprechender fördernder Rahmenbedingungen charakterisieren. Im Rahmen des hier skizzierten EU-Projekts (28 Fallstudien, 165 Fragebögen, 7 europäische Länder) sollte geprüft werden, ob sich ein entsprechendes Selbstverständnis der Personalentwicklungsfunktion nachweisen lässt und in welcher Relation dieses Selbstverständnis mit den eingesetzten Praktiken sowie in Bezug[!Duden1] auf die Arbeitsteilung von Personalentwicklungsaufgaben steht. Zusätzlich wurde untersucht, welche Rolle den Unternehmensstrategien hinsichtlich des Einsatzes von Personalentwicklungspraktiken bzw. der Teilung von Personalentwicklungsaufgaben zukommt. Aus theoretischer Sicht lassen sich die Befunde eindeutig vor dem Hintergrund einer kontingenztheoretischen Argumentation interpretieren: Die Wahl der Personalentwicklungspraktiken hängt zum einen maßgeblich von den Unternehmensstrategien und somit vom Unternehmensumfeld ab, wohingegen das Selbstverständnis der Personalentwicklung zum anderen einen etwas geringeren, aber immer noch bedeutsamen Beitrag zur Erklärung der Varianz der Personalentwicklungspraktiken leistet. In Bezug[!Duden2] auf die Praxis der Personalentwicklung legen die Ergebnisse nahe, in Zukunft verstärkt auf die Nutzung von personalentwicklungsbezogenen Evaluationsinstrumenten zu achten, um den eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg deutlicher herausstellen zu können.

 

Markus Göbel: Wandel im mittleren Verwaltungsmanagement! Vom Organwalter zum Verwaltungsintrapreneur?

Zeitschrift für Personalforschung 3/2000, 242-269

Die öffentliche Verwaltung befindet sich seit Anfang der 90er Jahre in einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess, der alle administrativen Prozesse, Strukturen und Funktionen umfasst. Getreu dem Leitbild "Dienstleistungsunternehmen Stadt" soll sich auch die aktuelle Managementpraxis an einzelwirtschaftlichen Maximen orientieren. Hierbei wird jedoch von einer Situationsbeschreibung ausgegangen, die weitgehend auf eine "juristische Selbstthematisierung" der Verwaltungspraxis rekurriert. Jenseits einer normativen Typisierung zielt der vorliegende Beitrag auf eine Beschreibung der bestehenden Führungs- und Managementpraxis am Beispiel der mittleren Führungsebene. Es werden strukturelle und prozessuale Elemente der Managementpraxis identifiziert, welche die Formalstruktur ergänzen, unterminieren oder verändern. Die sozialwissenschaftliche Analyse bietet Anknüpfungspunkte für eine praktische wie theoretische Weiterentwicklung von Steuerungsmodellen und Führungsleitbildern in der öffentlichen Verwaltung.

 

Egon Franck, Christian Opitz: Selektion und Veredelung von Humankapital: Implikationen für eine leistungsorientierte Vergütung von Hochschullehrern

Zeitschrift für Personalforschung 3/2000, 270-290

Leistungsorientierte Vergütungsschemata für Professoren werden in Deutschland zunehmend gefordert. Im U.S.-amerikanischen System der Higher Education sind zwischen den verschiedenen Hochschultypen systematische Unterschiede bei der Evaluation und der Bewertung von Forschung und Lehre zu beobachten. Begreift man die verschiedenen Hochschultypen als Einrichtungen der Humankapitalproduktion, die auf jeweils spezifische Sortier- und Veredelungsaktivitäten spezialisiert sind, dann ist diese Praxis nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund reduziert sich das Problem der leistungsorientierten Vergütung von Hochschullehrern in erster Linie auf die Frage nach einer effizienten Arbeitsteilung und Spezialisierung zwischen Lehrern und Forscher-Lehrern sowie zwischen verschiedenen Insitutionen höherer Bildung.

 

Carola M. Frege: Gewerkschaftsreformen in den USA: Eine kritische Besprechung des 'Organisierungsmodells'

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2000, 260-280

Das Organisierungsmodell wird von Praktikern und von Akademikern als erfolgsversprechende Strategie angesehen, die amerikanische Gewerkschaftsbewegung im neuen Jahrhundert zu revitalisieren. Dieser Artikel will einen ersten kritischen Überblick über die publizierte Literatur verschaffen. Es wird nach einer konkreten Definition des "Organisierungsmodells" und ihre Beziehung zu der weiteren Literatur über Gewerkschaftsreformen gefragt; es wird untersucht, inwieweit dieses Modell in der amerikanischen Praxis verwirklicht wird und ob es erfolgreich ist; und schließlich, inwieweit deutsche Gewerkschaften von diesen Erfahrungen lernen können. Der Artikel kommt zum Schluss, dass das Organisierungsmodell trotz der enormen Publizität in der angelsächsischen Literatur kein ausgereiftes theoretisches Modell darstellt, und dass es zu wenig gesicherte Daten über seinen Erfolg gibt. Die uneingeschränkte Übertragbarkeit des Modells auf deutsche Verhältnisse erscheint fraglich, jedoch können deutsche Gewerkschaften zum Beispiel von den amerikanischen Innovationen in der Mitgliederwerbung lernen.

 

Matthias Bansbach: Der sektorale Soziale Dialog in der EU. Eine empirische Untersuchung der Branchen Agrar und Energie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2000, 230-259

Zu den Bedingungen und Strukturen des "Sozialen Dialogs" europäischer Gewerkschaftsverbände und Arbeitgebervereinigungen auf der EU-Branchenebene liegen bislang nur wenige empirisch abgesicherte Erkenntnisse vor, obwohl der Entwicklung von Arbeitsbeziehungen auf dieser übergeordneten Ebene gerade aus deutscher Sicht eine zentrale Bedeutung zukommt.

Aus der sich auf Experteninterviews stützenden Untersuchung zweier bedeutender EU-Sektoren (Agrar und Energie) läßt sich ableiten, dass der sektorale Soziale Dialog zwar ein wichtiges Kommunikations- und Konsultationsinstrument für die europäischen Sozialpartner und die Kommission darstellt, jedoch keinesfalls als geeigneter Rahmen bzw. "Keimzelle" für Kollektivverhandlungen anzusehen ist. So besitzt auch das erste Rahmenabkommen in der Geschichte des sektoralen Dialogs, das 1997 im Agrarsektor abgeschlossen wurde, weit mehr symbolische denn praktische Bedeutung.

Ob aber die Ende 1998 vorgenommene Vereinheitlichung der Dialogstrukturen auf der europäischen Branchenebene den von der Kommission erwünschten Effekt erzielen und langfristig eine Erhöhung der Qualität und Verbindlichkeit sektoraler Sozialdialoge bewirken wird, darf wohl zurecht bezweifelt werden.

 

Bernhard Kittel: Gesamtwirtschaftliche Leistungseffekte betrieblicher Arbeitnehmervertretung im internationalen Vergleich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2000, 211-229

Als Alternative zu neoliberalen Kostensenkungsstrategien wird häufig das Konzept einer qualitätsorientierten Wettbewerbsfähigkeit als Ziel wirtschaftspolitischer Intervention propagiert. Wesentliche Erfolgsbedingung dieses Ansatzes ist die Beteiligung der Arbeitnehmer an unternehmerischen Entscheidungsprozessen, durch die ein kooperatives, produktivitätssteigerndes Klima entstehen kann, das sich in einer höheren gesamtwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auswirkt. Voraussetzung dieses positiven Effekts ist aber, so die These, dass die Kooperation nicht durch betriebliche Verteilungskonflikte unterlaufen wird. Der Beitrag untersucht diese These an Hand einer quantitativ vergleichenden Analyse von 20 OECD-Ländern über die Periode 1970-1996. Es zeigt sich, dass die Institutionalisierung einer betrieblichen Arbeitnehmervertretung bei Fehlen eines betrieblichen Lohnverhandlungsmandats das gesamtwirtschaftliche upgrading unterstützt, während der Verteilungskonflikt auf Betriebsebene nur eine Kostensenkungsstrategie zulässt.

 

Juliana Rozanova: The System of TV-Management in Russia: Development, Problems and Perspectives     

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 212-230

The article is focused on the transformation of TV management system in Russia during the post-Soviet decade. The author's goal is to analyse the particularities of development of TV broadcasting and the system of TV management in the age of change Russia experiences today. The first part of the article presents the history and state-of-the-art of the Russian TV system, with its problems, deficiencies, and achievements. A brief description of peculiarities of the Soviet TV system is given, and the relationship between TV and the State is shown. The second part of the article is dedicated to analysis of the current system of management of TV by the State. In concluding an ideal theoretical model of TV management is shown, and certain European practices of TV regulation are mentioned as worth serious consideration and application in Russia to achieve a more harmonious and optimal system of TV management.

In diesem Artikel wird die Transformation des Fernsehmanagementsystems in Russland dargestellt, wie sie seit Ende der sowjetischen Ära verläuft. Die Autorin verfolgt das Ziel, die Entwicklungsbesonderheiten und das Managementsystem in den Zeiten des Wandels zu analysieren. Im ersten Teil werden die Geschichte und der Augenblickliche Entwicklungsstand des russischen TV-Systems mit ihren Problemen und positiven Leistungen präsentiert. Dies schließt eine Darstellung der Beziehungen zwischen Fernsehen und Staat ein. Der zweite Teil ist einer Analyse des aktuellen Managementsystems des russischen Fernsehens gewidmet. Zusammenfassend wird dann ein Idealmodell des Fernsehmanagements dargestellt, wobei der Blick auf europäische Modelle der Fernsehregulierung gerichtet wird. Daraus könnten sich wertvolle Ansätze zur Entwicklung eines optimaleren und harmonischeren Systems des TV-Managements für Russland entwickeln.

 

Ralph-Elmar Lungwitz, Evelyn Preusche: Pragmatische Organisationsgestaltung im Kontext von Branche und Land: Manager in Polen, Ostdeutschland und Tschechien im betrieblichen Transformationsprozess

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 231-258

Eine differenzierte Betrachtung der Rolle von Managern im betrieblichen Transformationsprozeß erfordert nicht nur die Berücksichtigung länderspezifischer Entwicklungspfade, sondern auch branchenspezifisch differenzierter struktureller Handlungsbedingungen und Reformbedarfe. Im vorliegenden Beitrag werden auf der Basis von Fallstudien typische Entwicklungen der Unternehmens- und Arbeitsorganisation in der Textil-/Bekleidungsindustrie, dem Maschinenbau und der Kraftfahrzeugzulieferindustrie in Polen, Ostdeutschland und Tschechien aufgezeigt und es wird nach der Rolle der Manager bei der Genese dieser Strukturen gefragt. Das für die Mehrzahl der Manager charakteristische pragmatische Verhältnis zu der Gestaltung betrieblicher Organisation führte in den Branchen aufgrund spezifischer Bedingungen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

A complex examination of the role of managers within processes of enterprise transformation does not only call for the consideration of national paths of development but also of specific structural conditions of acting and of reform requirements on the level of branches. In the submitted article based on case studies typical patterns of firm and work organisation in the textile/clothing industries, in mechanical engineering and in the component manufacturing for motor vehicles in East Germany, Poland and the Czech Republic are discussed and it is being asked for the role of managers in the emergence of these structures. The pragmatic attitude towards organisational change characteristic for the majority of managers led to different outcomes according to specific conditions in the included branches.

 

Matej Lahovnik: Factors Determining Acquisitions of Companies in Slovenia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 259-277

This paper deals with some specific characteristics of the acquisition strategy in the Slovenian economy. Some characteristics cannot be compared with Western European developed economies; such characteristics include the incomplete privatisation process, the underdeveloped financial and labour markets and certain structural changes. The purpose of this paper is to highlight these characteristics and to reveal some main factors that motivate the companies to develop the strategy of acquisition in the Slovenian economy in its transition period. In this paper the results of the empirical research into factors determining the acquisitions in Slovenia are to be presented. The respondents were managing directors of 62 large Slovenian enterprises. The basic statistical measure is weighted average. The dispersion of the assessment is described by calculating standard deviation.

Dieser Artikel setzt sich mit einigen spezifischen Merkmalen der Übernahmestrategien in Slowenien auseinander. Einige dieser Merkmale koennen jedoch nicht mit dem westeuropaeischen Wirtschaftsraumverglichen werden: z.B. dem Privatizationsprozess und den bestimmten strukturellen Änderungen. Dem Artikel liegt die Absicht zugrunde, spezifische Merkmale der Übernahmestrategien in Slowenien zu definieren und Motive fuer die Firmenübernahme im slowenischen Wirtschaftsraum festzulegen, und zwar in der Zeitspanne des Transitionsprozesses. Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von Geschäftsführern von 62 Großfirmen. Als statistisches Maß gilt der gewichtete Durchschnitt. Die Dispersion der Bewertung ist durch die Standarddeviation ausgemessen.

 

Sonia Ferencikova: Ten years later: A Comparative perspective on HRM Issues in Foreign-Affiliated firms in CEE (Case of Slovakia)

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2000, 305-323

This paper is based on a 1999 survey of the largest foreign investors in the Slovak Republic. The main objective of the study is to measure the impact of foreign investors' human resource management practices on local companies and their environment in a more detailed way, to identify key problems in the human resource function in FDI-invested companies in Slovakia, and to describe the strategies that companies use to handle these problems.

Die Grundlage für diesen Artikel bildet eine Übersicht über die größten Auslandsinvestoren in der Slowakischen Republik. Der Hauptgegenstand der Studie besteht in einer Messung des Einflusses, den die verschiedenen Formen des Humankapitalmanagement der Auslandsinvestoren auf lokale Unternehmen und deren Umfeld ausübt. Es geht um eine Identifizierung der Schlüsselprobleme des Humankapitalmanagement in Unternehmen mit direkter ausländischer Beteiligung in der Slowakei und um eine Beschreibung der Strategien, die Unternehmen anwenden um diese Probleme zu lösen.

 

Charles Malone and R. David Kirk: Best Practice Diffusion in a Polish National Investment Fund (NIF): a comparative study from an institutional theory perspective

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2000, 323-340

This study is concerned with organisational re-design in former state owned enterprises in Poland as a consequence of the transition to a market economy. The study will examine the context of change in the former COMICON state; the rationale supporting organisational change activities; the triggers of change; organisation re-design; and the diffusion of business process improvement techniques in Polish manufacturing companies: lean production, total quality management, benchmarking as examples. A comparison of the experiences of senior managers in organisations undergoing change from within four sectors of manufacturing in Poland will be explored.

In dieser Arbeit wird die Neugestaltung der Organisation vormalig staatlicher Unternehmen in Polen unter die Lupe genommen, die als Konsequenz aus dem Übergang in eine Marktwirtschaft stattfindet. Das Konzept des Wandels in Polen soll untersucht werden, ebenso wie die Beweggründe für Veränderungen im Bereich Organisation, die Auslöser des Wandels, Neuformung der Organisation und die Diffusion von Verbesserungen in polnischen Unternehmen: Lean Production, Total Quality Management usw. Es wird ein Vergleich der Erfahrungen von hochrangigen Managern aus Unternehmen in vier Branchen, die sich im Wandlungsprozess befinden, durchgeführt.

 

Csaba Makó, Marc Ellingstad: Globalization, FDI and Modernising Management Practices

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2000, 341-360

This article deals with the role of Foreign Direct Investment in connection with the globalization process. Two sets of changes are taking place worldwide. First: the increasingly common expectations of investors, managers, and even consumers in countries and regions with widely varied economic and cultural histories as a result of FDI. Second: This change is harder to grasp. It is the reaction to the first change and the religion of uniform global capitalism which is being questioned and challenged.

This paper is aimed to provide perspectives on various possibilities and limitations of FDI to serve as the engine of modernisation in the Hungarian economy.

In diesem Artikel wird die Rolle des Foreign Direct Investment (FDI) in Verbindung mit dem Prozess der Globalisierung diskutiert. Weltweit zeigen sich dabei zwei Veränderungen. Erstens: Hier geht es um die in immer größerem Maße gemeinsamen Erwartungen an FDI von Investoren, Managern und sogar Konsumenten in Ländern mit verschiedensten ökonomischen und kulturellen Hintergründen. Zweitens, und diese Veränderung ist schwieriger zu erfassen: Die Reaktion auf die erste Veränderung ist eine Infragestellung der weltweiten Gleichartigkeit des Kapitalismus.

Es wird in dieser Arbeit versucht, verschiedene Perspektiven und Grenzen von FDI aufzuzeigen, die als Antrieb für die Modernisierung der ungarischen Wirtschaft dienen.

 

David Marsden: A Theory of Job Regulation, the Employment Relationship, and the Organisation of Labour Institutions

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2000, 320-347

Industrial relations theory must be applicable to non-union workplaces, and to do so, it needs to start from what union and non-union workplaces have in common, namely, the employment relationship. This paper sketches out a proposal for the reconstruction of industrial relations theory based on the work rules that are necessary for there to be a viable employment relationship. That is, a contractual form which would be mutually acceptable to both workers and firms. It is argued that there are four basic types of work rule capable of defining acceptable limits to employees' obligations within an open-ended employment relationship. These rules differ in whether their enforcement focuses on task- or function-centred definitions of job contents, and whether work is organised according to complementarities in production (the 'production approach') or to those in training (the 'training approach'). These approaches give rise to different types of externalities, and so demand different patterns of institutionalisation. On these constrasted patterns, the author builds a typology of approaches to industrial relations institutions, and highlights the advantages and limitations of weakly institutionalised and non-union work relations.

 

Martin Schneider, Dieter Sadowski: Die Rolle der Gerichte in den Arbeitsbeziehungen. Eine ökonomische Analyse am Beispiel der Arbeitnehmerhaftung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2000, 3248-367

In der Diskussion um die Verrechtlichung der Arbeitsbeziehungen lenken wir den Blick auf das vermeintlich (zu) arbeitnehmerfreundliche Richterrecht in Deutschland. Aus rechtsökonomischer Perspektive untersuchen wir exemplarisch die Arbeitnehmerhaftung. Sie ist in dieser Sicht effizient geregelt, wenn die Summe der Kosten aus Prävention, Schadenstragung - unter Berücksichtigung verschiedener Risikotragungsfähigkeiten - sowie aus Schadensregulierung minimiert werden. Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts, in denen die Arbeitnehmerhaftung beschränkt wird, lassen sich als Korrektur des Versagens spontaner Verträge in Richtung der theoretisch effizienten Lösung interpretieren. Arbeitnehmerschutz ist hier gleichzeitig effizient - und wir denken, dass es lohnt, die Effizienzproben der rechtsökonomischen Analyse in der wissenschaftlichen und der rechtspolitischen Diskussion auszudehnen.

 

Dorothea Kübler: Rationales Herdenverhalten und Stigma der Arbeitslosigkeit: Soziales Lernen bei Einstellungsentscheidungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2000, 368-384

Der Aufsatz beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen sozialem Lernen der Arbeitgeber über die Fähigkeiten von Bewerbern und dem Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit. Anhand eines einfachen spieltheoretischen Modells wird gezeigt, dass rationales Lernen der Arbeitgeber aus dem Lebenslauf eines Bewerbers zu Informationskaskaden führen kann. Das bedeutet, dass Arbeiter, die zu Anfang ihres Berufslebens bei Bewerbungen erfolgreich waren, auch später erfolgreich sein werden, Arbeitslosigkeit zu Anfang dafür Arbeitslosigkeit in späteren Jahren automatisch nach sich ziehen kann. Wie stark rationales Herdenverhalten von Arbeitgebern auftritt, die ihre eigenen Informationen über den Bewerber gegenüber den im Lebenslauf komprimierten missachten, hängt von einer Reihe von Eigenschaften des Arbeitsmarkts ab. Insbesondere werden Beschäftigungsdauer und Kündigungsschutz, Lohnsubventionen für Langzeitarbeitslose, Ausbildungsanforderungen und die Wirkung konjunktureller Schwankungen diskutiert.

 

Robert Boyer, Michel Freyssenet: A New Approach of Productive Models. The World that Changed the Machine

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2000, 385-412

Once again, and over a ten-year span, the worldwide automobile industrial environment has changed. At the start of 1990's, American and European carmakers seemed to be forced rapidly to adopt the Japanese system of lean production that included the active participation by workers and suppliers in achieving performance improvement objectives. And yet, a short decade later, this quasi-unanimous conviction of the superiority of the new production model seems to have lost its zest. How can one account for the economic crisis in Japan, where firms such as Nissan, Mazda, and Mitsubishi were required at the end of the 1990s to seek out capitalistic alliances or become totally absorbed in order to avoid bankruptcy? How can one account for Toyota and Honda's diminished expansion while simultaneously American and European firms are recovering to the point of leading the acquisitions-mergers-alliance dance throughout the world? These questions have been tackled by GERPISA, an international research network of sociologists and economists, pinpointing profound dependencies between production models and national institutions or "regulations".

 

Dorothea Alewell: Ökonomische Analyse der Regelungen des Mutterschutzes in Deutschland

Zeitschrift für Personalforschung 4/2000, 312-333

Die Mutterschutzleistungen in Deutschland werden derzeit als gesetzliche Sozialleistung von den Arbeitgebern bereitgestellt und auch teilweise finanziert. Dieser arbeitsrechtliche Eingriff in die freie Vertragsaushandlung lässt sich zwar nicht unter allokativen, aber unter distributiven Überlegungen legitimieren. Die derzeit vorherrschende Bereitstellung der Mutterschutzleistungen durch den Arbeitgeber ist sachimmanent geboten, jedoch ist im Bereich der Finanzierung eine Änderung der beiden bestehenden Regelungssysteme hin zu einer rein steuerfinanzierten Regelung wünschenswert, damit von diesen keine Lohn- bzw. Beschäftigungsnachteile für die Frauen ausgehen. Diese laufen nämlich den verteilungspolitischen Zielen, mit denen der gesetzliche Eingriff gerechtfertigt werden kann, zuwider.

 

Günter K. Stahl, Edwin L. Miller, Claudia Einfalt, Rosalie L. Tung: Auslandseinsatz als Element der internationalen Laufbahngestaltung: Ergebnisse einer Befragung von entsandten deutschen Fach- und Führungskräften in 59 Ländern

Zeitschrift für Personalforschung 4/2000, 334-354

Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden 494 Auslandsentsandte deutscher Unternehmen zu Aspekten der Entsendungsgestaltung und den Auswirkungen des Auslandseinsatzes auf ihre Laufbahn und Entwicklung befragt. Es zeigte sich, dass die internationale Personalarbeit bei deutschen Unternehmen durch eine Reihe von Defiziten gekennzeichnet ist, die vor allem die Rückkehr- bzw. Laufbahnplanung betreffen. Trotz der verbreiteten Skepsis, ob sich der Auslandseinsatz für die Karriere im eigenen Unternehmen auszahlen wird, sind die Befragten zuversichtlich, dass er einen wichtigen Entwicklungsschritt darstellt und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen wird. Viele Entsandte sind bereit, ihr Unternehmen im Anschluss an den Auslandseinsatz zu verlassen, falls ihnen nicht ausreichende Karriere- und Entwicklungsperspektiven geboten werden. Die Ergebnisse haben vielfältige Implikationen für die Personalpolitik und Entsendungspraxis internationaler Unternehmen.

 

Désirée H. Ladwig, Katja Loose: Globalisierung und Auslandseinsatz. Die Hürden der Reintegration nach einem Auslandsaufenthalt in arabischen Ländern

Zeitschrift für Personalforschung 4/2000, 355-378

Ein qualifizierter Auslandseinsatz wird in vielen Unternehmen als zwingend für die Karriereentwicklung von Führungskräften angesehen. Ein Auslandseinsatz in arabischen Ländern beinhaltet in diesem Zusammenhang besondere kulturspezifische Herausforderungen. Der Erfolg eines solchen Auslandsaufenthaltes ist vielfach entscheidend von der Gestaltung der Reintegration des entsandten Managers und seiner Familie abhängig. Auf diese Problematik sind viele international orientierte Unternehmen aber immer noch nicht strategisch vorbereitet. Die Reintegration verläuft mehr oder weniger ungeplant. Wertvolles Know-how, das der Entsendete im Ausland erworben hat, kulturspezifische Sensibilität und Flexibilität werden von den Unternehmen meist überhaupt nicht oder zumindest nicht systematisch genutzt.

Zu diesen Erkenntnissen kommt eine explorative Studie des Instituts für Personalwesen und Internationales Management der Universität der Bundeswehr Hamburg. Zunächst werden die vorhandenen wissenschaftlichen Studien zu dieser Thematik detailliert analysiert. Anschließend werden im Rahmen einer empirischen Studie zwei relevante Bestimmungsfaktoren einer erfolgreichen Reintegration erhoben und diskutiert.

 

Dudo von Eckardstein, Walter A. Oechsler, Christian Scholz: Personalmanagement und Dienstrechtsreform an deutschen Hochschulen - eine kritische Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 1/2001, 5-17

Personalmanagement und Dienstrechtsreform an deutschen Hochschulen? Der Staat als Arbeitgeber will seine Professoren als Mitarbeiter zu mehr und besserer Leistung anspornen. Dazu will er sie (endlich) motivieren und deshalb unter anderem leistungsabhängig vergüten. Er will also das tun, was in vielen Lehrbüchern und vielen Unternehmen seit langem propagiert wird, nämlich ein professionelles Personalmanagement betreiben. Im Prinzip eine gute Idee! Doch was sind die Erfolgschancen des vom Bildungsministerium vorgelegten Konzeptes? Mit dieser Frage hat sich die Kommission Personalwesen des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. in sehr großer Sorge auseinander gesetzt und das Konzept fachtheoretisch, fachpragmatisch und hochschulpolitisch ausführlich diskutiert. Das auf diversen Vorarbeiten basierende Zwischenergebnis wird nachfolgend aus Sicht der drei Autoren in diesem Positionspapier zusammengefasst und damit zur Diskussion gestellt.

 

Brigitte Liebig: Katalysator des Wandels oder verschärfte Konkurrenz? Orientierungen zur Geschlechtergleichstellung im Kontext betrieblicher Transformationen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2001, 18-36

Geschlechterverhältnisse sind im Zuge betrieblicher Transformationen einer neuerlichen Verhandlung ausgesetzt, deren Resultat die Erfahrung und Bewältigung des Umbruchs mitbestimmt. Diese Annahme bildet den Ausgangspunkt einer Analyse, die Varianten der Wahrnehmung betrieblichen Wandels in ihren Auswirkungen auf Orientierungen zur Geschlechtergleichstellung untersucht. Gruppendiskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern des mittleren Kaders schweizerischer Dienstleistungsunternehmen, die sich alle in tiefgreifendem Umbruch befinden, stellen die empirische Grundlage einer Diskursanalyse dar. Diese lässt nicht nur geschlechtstypische Deutungen des Wandels erkennen, sie legt auch nahe, dass der aktuelle Umbau in den Betrieben weitaus seltener die Bereitschaft zur Gleichstellung fördert, als dass er von kulturellen Formen der Ausgrenzung von Frauen begleitet ist. Die Resultate werden als Hinweis auf die Bedeutung von Maßnahmen interpretiert, die der Bewältigung der durch Reorganisationen entstehenden Herausforderungen dienen.

 

Thomas Bürkle: Beschäftigungssicherheit als Option in Cafeteria-Systemen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2001, 37-61

Bei der Konzeption von Cafeteria-Systemen standen in der bisherigen Diskussion bezüglich der Zusammensetzung des Optionsmenüs einfach operationalisierbare Güter und Dienstleistungen im Vordergrund. Eine der Basisanforderungen, die allgemein an Cafeteria-Optionen zu stellen sind, ist die Forderung, dass die Option zumindest für einen Teil des Adressatenkreises einen Nutzen stiftet. Diesbezüglich wird hier analysiert, wie Beschäftigungssicherheit, die dieser Basisforderung offensichtlich genügt, als Option ökonomisch vorteilhaft in ein Cafeteria-System integriert werden kann.

 

Jürgen Grieger: Shareholder Value und Mitbestimmung in Deutschland: Theoretische Perspektiven und normative Implikationen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2001, 62 ff.

Shareholder Value-Orientierungen von Unternehmen sind in der Personalwirtschaftslehre bislang kaum Gegenstand systematischer Untersuchungen geworden. Mit Bezug auf ökonomische und managementorientierte Ansätze werden in diesem Beitrag theoretisch-konzeptionelle Zusammenhänge von Shareholder Value und Mitbestimmung beleuchtet. Erkenntnisleitend ist die Identifikation zentraler theoretischer Momente, von denen aus diese Zusammenhänge bestimmt werden können. Den Abschluss bilden Überlegungen zu Bezügen zwischen Realphänomenen und theoretischen Konzeptionen, deren normativen Grundlagen und Folgerungen für die Behandlung des Shareholder Value in der Personalwirtschaftslehre.

 

Gertraude Krell: Zur Analyse und Bewertung von Dienstleistungsarbeit. Ein Diskussionsbeitrag

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2001, 9-36

Als Basis für die Erarbeitung von arbeitswissenschaftlichen und personalpolitischen Instrumenten, die den Charakteristika von Dienstleistungsarbeit in Organisationen Rechnung tragen, werden diese Charakteristika in Teil zwei des Artikels modellhaft analysiert. Basierend auf dieser Modellierung werden in Teil vier Konsequenzen für die Arbeitsbewertung erörtert, und zwar unter besonderer Berücksichtigung des Verbots der mittelbaren Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge wird in Teil drei Grundlagenwissen über die Verfahren der Arbeitsbewertung sowie deren Beiträge zur Unterbewertung und zur Aufwertung von Frauenarbeit vermittelt.

 

Ursula Holtgrewe: Recognition, Intersubjectivity and Service Work: Labour Conflicts in Call Centres

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2001, 37-54

The paper explores the concept of recognition as a link between organisations, work and subjectivity. Looking at relations of recognition offers a focus for analysing the multiple ways subjects are being addressed, (re-)positioned or indeed constituted by organisations, and a way to approach the dialectics of control and resistance. This is especially promising for service work in which interaction and thus intersubjectivity is an integral part of the labour process even though the work itself may be routinised. The paper first sketches the theoretical place of recognition as a concept, then analyses the relations of recognition in service work, and finally, it explores some empirical examples of labour conflicts in call centres in terms of struggles for recognition. It will be shown how both the inherent contradictions of recognition and the multiplicity of relations of recognition shape labour conflicts in a symbolic and normative way.

 

Dieter Plehwe: Arbeitspolitische Probleme ungleicher Reorganisation. Zur Veränderung der Arbeit in Logistiknetzwerken

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2001, 55-82

Die ungleiche Reorganisation von Kapital und Arbeit in Europa hat in Deutschland zu einer Konsolidierung nationaler Branchengewerkschaften geführt, zuletzt zum noch umstrittenen Ver.di-Fusionsprojekt. Zentrale arbeitspolitische Konfliktachsen, die sich aus der national und international verstärkt über Löhne und Arbeitsbedingungen ausgetragenen Unternehmenskonkurrenz ergeben und sich in der Zunahme der Konkurrenz entlang von Wertschöpfungsketten neu ausprägen, werden mit den bisherigen Ansätzen der Gewerkschaftsreform nicht hinreichend erfasst. Diese These wird anhand der Transformation des Logistiksektors näher ausgeführt. Die Herausbildung von transnational organisierten Logistikkonzernen und die resultierende Veränderung der Arbeit in Logistiknetzwerken werden als umfassender Ansatz zur Rationalisierung der Zirkulationssphäre gefasst. Der Aufwertung einiger Bereiche der Logistikarbeit (Insourcing) steht dabei ein starker Trend zur Abwertung und mehrfachen Segmentierung der größten Beschäftigungsgruppen im Logistiksektor gegenüber. Insbesondere die starke Zunahme von "just-in-case" und "as-long-as-it-takes" Beschäftigten und (Schein-)Selbständigen können als sektorale europäische Empirie zur für die Vereinigten Staaten allgemein entwickelten Flexibilisierungsthese von Sennett ("Drift") verstanden werden. Neue Ansätze der Interessenvertretung in Logistiknetzwerken und gewerkschaftliche Reformpolitik kann die zunehmende Konkurrenz und Diversität im europäischen Logistiksektornur unter bestimmten Umständen eindämmen.

 

Joe Wallace, Donal A. Dineen: Irish Services: The Industrial Relations Dimensions of a Rapidly Growing Sector

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2001, 83-107

This paper sets out to sketch the main elements of the services sector expansion, which Ireland has experienced over the last decade or more. The first section of the paper contains a review of the general changes to the Irish services sector, which have taken place since 1987. The second section gives an overview of the Irish industrial relations system, followed by a set of case studies focusing on wages and key industrial relations issues in four sub-sectors of services; banking, retailing, contract cleaning and tourism. The paper concludes with an analytical examination of developments within the Irish industrial relations system in general, and the services sector in particular. The paper demonstrates that services sector growth has largely been driven by macroeconomic developments rather than targeted initiatives. The development of a social partnership model of industrial relations is often cited as the main contribution to Irish economic success, however, this is only one of the contributory factors and the extent of its contribution is a matter for debate. More importantly the Irish model of social partnership, characterised, as it is by high variance in income distribution, low personal and corporate tax rates, is distinctly different from the neo-corporatist model, which is associated with Scandinavia in the 1950s to 1970s. This has led to severe strains in the Irish model of social partnership.

 

Hans-Peter Müller:Über die Mühen der Profilfindung einer Dienstleistungsgewerkschaft. Zur Entstehungsgeschichte der Multibranchengewerkschaft "Ver.di" im Spannungsfeld von Organisationskonflikten und Programmsuche

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2001, 108-137

Mit der Bildung von Multibranchengewerkschaften vollziehen die deutschen Gewerkschaften die dritte große organisationspolitische Zäsur ihrer Geschichte. Der vorliegende Beitrag versucht, eine Praxeologie dieser organisatorischen Konglomerate zu skizzieren: in einem ersten Teil in Form einer historischen Darstellung des gewerkschaftlichen Konzentrationsprozesses seit den 80er Jahren, der schließlich in die Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft "Ver.di" mündet; in einem zweiten Teil als Strukturuntersuchung des Kompromisscharakters von Ver.di-Satzung und -Richtlinien. Unstrittig ist inzwischen, dass mit der Entwicklung zu Multibranchengewerkschaften das Strukturmodell des DGB von 1949 de facto außer Kraft gesetzt worden ist und dass mit dieser Multibranchengewerkschaft ein Schritt in Richtung auf eine "allgemeine Gewerkschaft" denkbar wird. Multibranchengewerkschaften werden nicht um Programme herum gebaut. Mit dem Dienstleistungsbegriff im Zentrum hat Ver.di durch eine wegweisende Organisationsarchitektur die Chance, die Organisationsbereiche der fünf Startgewerkschaften zu einer affinen Sequenz von Branchenclustern auszubauen.

 

Birger P. Priddat: moral hybrids. Skizze zu einer Theorie moralischen Konsums

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 128-151

Moralischer Konsum kann, wenn er Schwellwerte übersteigt, Güternachfragen ändern. Es entsteht eine eigene Steuerungsstruktur, die allerdings nicht normativ, sondern als Kommunikationsprozess erklärt werden muss. Dafür wird eine Theorie der Güterproduktion als Erzeugung von Gütern + Bedeutung entwickelt, die über die Frage nach dem moralischen Konsum hinausweist. Märkte werden über zwei oszillierende Steuerungsstrukturen koordiniert: Präferenzen und Semantik.

 

Bert van de Ven: Postmodernism and the Advertised Life.In Search for an Ethical Perspective on Advertising

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 155-170

The aim of this article is to clarify some aspects of the meaning of postmodernism in relation to the phenomenon of the advertised life, in order to develop a critical ethical perspective on advertising. It is argued that Baudrillard's theory of the political economy of the sign can be used to understand the way advertising works, although it leaves us empty-handed with regard to the development of a critical ethical perspective on advertising. More fruitful are the (postmodern) philosophies of Derrida and Lyotard, which offer ingredients for an antidote to the commodification of culture.

 

Achim Lerch: Das Prinzip der Konsumentensouveränität aus ethischer Sicht

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 174-186

Das Prinzip der Konsumentensouveränität wird in jüngster Zeit vermehrt aus umweltethischer Sicht in Frage gestellt. Kritikpunkte sind insbesondere die Instabilität der Präferenzen in Verbindung mit mangelndem Wissen der Individuen über ihre wahren Präferenzen sowie eine Hierarchie der Präferenzen. Im vorliegenden Beitrag wird argumentiert, dass alle Einwände gegen die Konsumentensouveränität zwar gute Gründe für eine Einschränkung des Prinzips bieten, jedoch keineswegs zur Aufgabe des Konzepts insgesamt zwingen.

 

Katharina J. Srnka, Fiona M. Schweitzer: Macht, Verantwortung und Information: Der Konsument als Souverän? Theoretische Reflexion und praktische Ansätze am Beispiel ökologisch verantwortlichen Kaufverhaltens

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 192-205

Der mündige, souveräne Konsument hat die Macht, durch seine Kaufentscheidung das Marktangebot langfristig zu beeinflussen und damit soziale, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Konsumentensouveränität setzt allerdings die Verfügbarkeit relevanter Informationen voraus. Wesentliche Informationsagenten sind in diesem Zusammenhang Medien, staatlichen Institutionen und Interessengruppen. Der vorliegende Beitrag verdeutlicht anhand eines Modells die Bedeutung dieser Schaltstellen der Information und zeigt praktische Ansätze für eine Annäherung an das Ideal der Konsumentensouveränität am Beispiel ökologisch verantwortlichen Kaufverhaltens auf.

 

Thies Boysen: "Du bekommst, was Du verdienst!" Impulse aus Sicht einer Konsumentenethik

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 206-220

Der vorliegende Beitrag versucht, für einen Perspektivenwechsel zu sensibilisieren. Während die wirtschaftsethische Debatte den Schwerpunkt eher auf die Analyse des Tuns und Handelns der Produzentenseite legte, scheint die Konsumentenseite mit ihren Beitragsmöglichkeiten ein wenig vernachlässigt worden zu sein. Dass der Konsument nicht nur als reaktives Opfer, sondern als bewusster "Agierer" zu interpretieren ist, soll anhand konkreter Beispiele verdeutlicht werden. Dabei folgt aus einer als wechselseitige Interaktion verstandenen Wirtschaft, dass diese Perspektive als komplementäre Ergänzung zum bisherigen wirtschaftsethischen Fokus zu verstehen ist.

 

Bernd Carsten Stahl: Das kollektive Subjekt der Verantwortung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2000, 225-236

Was kann man sich unter Begriffen wie Institutionenethik oder Systemethik vorstellen? In der Philosophie ist Ethik klassisch auf die natürliche Person bezogen. Wie kann eine Institution oder ein System mit der Ethik verbunden sein? Ist der Begriff des Systems nicht gar ein Gegenbegriff zur Ethik? In diesem Beitrag soll auf die Verbindung von Individuen und Kollektiven bezüglich der Ethik eingegangen werden. Die zentrale Frage, die hier untersucht wird, lautet: gibt es eine kollektives Subjekt der Verantwortung? Relevanz für die Wirtschaftsethik erhält die Frage, indem man sie umformuliert in die Frage, ob es eine genuine Verantwortung von Unternehmen gibt.

 

Georges Enderle: Business Ethics in the Intercultural and Global Context: A Conceptual Framework

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2000, 263-285

The article aims at definitely placing the approach to business and economic ethics into the global context. By learning from different approaches in various countries, it develops a conceptual framework which provides room for multiple types of actors and various kinds of international relations and characterizes the relationship between ethics and business/economics as a "two-leg approach". Then a brief descriptive overview of the emerging field of business ethics around the world is presented and different theoretical approaches are discussed.

 

Sonja Grabner-Kräuter: Zum Verhältnis von Unternehmensethik und Unternehmenskultur

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2000, 290-309

In der wirtschafts- und unternehmensethischen Diskussion werden Querverbindungen zu betriebswirtschaftlichen Konzepten, die keine expliziten ethischen Ansprüche erheben, aber implizit viele moralische oder ethische Bezüge enthalten, häufig nur angedeutet und nur selten genauer analysiert. Die Unternehmenskultur ist eines der Konzepte, das eine hohe ethische Relevanz aufweist. Der Beitrag hat das Ziel, die vielfältigen Beziehungen und Berührungspunkte zwischen dem Konzept der Unternehmenskultur und unternehmensethischen Fragen aufzuzeigen und selektiv zu erläutern.

 

Horst Gronke, Falk Schmidt: Interkulturelles Management vor dem Problem des Universalismus - Ein Beitrag zur unternehmensethischen Diskussion zwischen kulturalistischer Beratungsethik und transzendentalpragmatischer Diskursethik

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2000, 313-335

Unternehmensethiken des interkulturellen Managements müssen sowohl universal gültige Prinzipien als auch deren kontextsensitive Realisierung begründen können. Die kulturalistische Beratungsethik (Steinmann) wird dieser Herausforderung nur unzureichend gerecht, weil sie Begründung mit Herstellung von Universalismus verwechselt und Diskursebenen zu wenig differenziert. Die transzendentalpragmatische Diskursethik (Apel/Böhler) löst das Begründungsproblem, in dem sie "bottom up" - nämlich auf die unmittelbare Argumentationspraxis reflektierend - vorgeht und die kontextsensitive Realisierung durch Differenzierungen zwischen Prinzipien-, Konkretions- und Umsetzungsdiskursen anleitet.

 

Andrea Graf: Vertrauen und Unternehmenskultur im Führungsprozess

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2000, 339-356

Der Beitrag setzt sich zunächst auf theoretischer Ebene mit der Bedeutung von Vertrauen und Unternehmenskultur auseinander. Die zentralen Aussagen, die entwickelt werden, besagen, dass Vertrauen und Unternehmenskultur eine Möglichkeit für Unternehmen darstellen, einen Handlungsrahmen für die Belegschaft zu schaffen und dass sie in enger Wechselwirkung stehen. Führungskräfte spielen sowohl eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung von Vertrauen und Unternehmenskultur als auch sind diese ein Bestandteil ihres Führungsprozesses. Im empirischen Teil wird eine Längsschnittstudie in einem Großunternehmen vorgestellt, die die Entwicklung des Vertrauens und der Unternehmenskultur im Rahmen einer Reorganisation untersucht. Sie belegt die bedeutsame Rolle der Führungskräfte bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung von Vertrauen und Unternehmenskultur. Die Belegschaft zieht ihr Vertrauen in das Unternehmen im organisationalen Veränderungsprozess zurück.

 

Mi-Yong Lee: Konsumethik im Lichte des Lukasevangeliums

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2000, 361-376

Konsumethik im Lichte des Lukasevangeliums bedeutet die exegetische Auseinandersetzung mit Auszügen aus dem Evangelium nach Lukas im Hinblick auf ihre Bedeutung für die aktuellen Fragen der Konsumethik. Zentral sind hierbei die Relation von Haben und Sein, sowie das Phänomen der Sorge.

 

Manfred Auer, Heike Welte: Die Verteilungsoption in Kollektivverträgen der österreichischen Industrie - ein erfolgreiches Instrument organisierter Dezentralisierung?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2001, 180-199

Bei den Verhandlungen über die Entgeltkollektivverträge für die Metallarbeiter bzw. Industrieangestellten (über 300.000 Beschäftigte) haben sich die österreichischen Kollektivvertragsparteien seit Herbst 1997 jährlich auf eine sogenannte Verteilungsoption geeinigt. Sie erlaubt es, einen Teil der kollektivvertraglichen Ist-Entgelterhöhung innerbetrieblich nach leistungsbezogenen und sozialen Gesichtspunkten zu verteilen. Die formelle Grundlage dafür bildet eine Betriebsvereinbarung. Unser Beitrag analysiert die betriebliche Umsetzung dieser Öffnungsklausel und diskutiert kritische Faktoren für den (Miss)Erfolg der Verteilungsoption als Instrument organisierter Dezentralisierung industrieller Beziehungen. Die wesentlichen Elemente für den Erfolg der Verteilungsoption bilden die Interaktionsbeziehungen zwischen den Akteuren auf der Verbands- und der betrieblichen Ebene, die politischen und ökonomischen Interessenlagen des Managements und des Betriebsrats, deren Kooperationsmuster sowie die vorherrschende Unternehmenskultur. Die empirische Basis unserer Analyse bildet vor allem eine schriftliche Befragung des (Personal)Managements der betroffenen Betriebe über die (Nicht)Anwendung der Verteilungsoption in den Jahren 1997 und 1998.

 

Stefan Zagelmeyer: Brothers in Arms in the European Car Wars: Employment Pacts in the EU automobile industry

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2001, 149-179

During the 1990s, company or plant-level collective agreements on employment and competitiveness were forged at most car producers in the European Union. In brief, these pacts aim at maintaining or creating jobs and at improving the competitiveness of the plant or company in inter- as well as intracompany competition. This paper first presents two approaches to analyse such employment pacts. It then introduces selected cases of company-level employment pacts in the European car industry. The main part of the paper analyses these employment pacts and discusses their implications for labour relations. The author concludes that these pacts may not just be seen as examples of concession bargaining, but rather as emerging forms of cooperative labour relations, which are about adjusting the governance of the employment relationship to the imperatives of joint competitive success.

 

Wolfgang-Ulrich Prigge: Gewerkschaftliche Repräsentativität in pluralistischen Systemen: Belgien und Frankreich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2001, 200-219

Gegenstand dieses Beitrag sind die Arbeitsbeziehungen in Belgien und Frankreich. In diesen Ländern erfolgt die Interessenvertretung der Arbeitnehmer auf der Grundlage eines rechtlich eingeschränkten Pluralismus unterschiedlicher Richtungsgewerkschaften. Es wird zwischen einem offenen und einem geschlossenen Pluralismus unterschieden. Im Gegensatz zu einem geschlossenen Gewerkschaftspluralismus wird die gewerkschaftliche Repräsentativität in einem offenen Gewerkschaftspluralismus aufgrund von transparenten Bestimmungsmerkmalen bestimmt, die exakt quantifizierbarer sind und flexibel an Umweltänderungen anpasst werden. Die Repräsentativität bleibt auf spezifische Funktionsbereiche beschränkt und kann substituiert werden. Es wird weiterhin gezeigt, wie es dem Staat auf der Grundlage der Anwendung schließender Bestimmungsmerkmale gewerkschaftlicher Repräsentativität gelingt, auf die Löhne und Arbeitsbedingungen inoffiziell Einfluss zu nehmen, während er offiziell vorgibt, die Tarifautonomie stabilisieren zu wollen.

 

Peter Witt: Nutzen und Kosten einer Beteiligung der Mitarbeiter am Eigenkapital von Gründungsunternehmen

Zeitschrift für Personalforschung 2/2001, 113-131

Diese Arbeit untersucht verschiedene Formen der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Gründungsunternehmen. Solche Beteiligungen sind in Form von Anteilsbesitz oder Aktienoptionen möglich und in der Praxis weit verbreitet. Sie verschaffen dem Gründungsunternehmen einen Nutzen in Form positiver Anreiz- und Motivationswirkungen auf die Mitarbeiter. Sie verursachen dem Unternehmen jedoch auch Kosten. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Nutzen die Kosten generell überwiegen. Fraglich ist jedoch, wie die Kapitalbeteiligung konkret auszugestalten ist, damit ein optimales Nutzen-Kosten-Verhältnis entsteht. Diese Arbeit diskutiert die wichtigsten Vertragselemente und ihre Auswirkungen auf das Verhalten von Mitarbeitern. Sie weist darüber hinaus auf bestehende Forschungsdefizite im Bereich der Gestaltung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungsprogrammen hin.

 

Alexander Dilger: Was lehrt die Prinzipal-Agenten-Theorie für die Anreizgestaltung in Hochschulen?

Zeitschrift für Personalforschung 2/2001, 132-148

Verschiedene Varianten der Prinzipal-Agenten-Theorie werden auf den Hochschulbereich übertragen. Dabei erweisen sich Unklarheiten bei der Kompetenzverteilung und über die Ziele von Hochschulen als Hauptprobleme. Auch sind nicht alle Modellansätze der Prinzipal-Agenten-Theorie gleichermaßen für die Analyse des Hochschulsystems geeignet. Es lassen sich jedoch Empfehlungen zur verbesserten Anreizgestaltung und Ansätze für die weitere Forschung formulieren. In jedem Fall scheinen die aktuellen Hochschulreformvorschläge von staatlicher Seite trotz gemeinsamer Ausgangspunkte nicht mit den Ergebnissen der Prinzipal-Agenten-Theorie vereinbar zu sein.

 

Uta Wilkens: Der Beitrag der Personalforschung zur Bewältigung der Problemlagen in den neuen Bundesländern

Zeitschrift für Personalforschung 2/2001, 149-180

In diesem Artikel wird geprüft, ob eine Transformationsforschung notwendig ist, um Lösungsansätze für die personalwirtschaftlichen Problemfelder in den neuen Bundesländern zu erarbeiten. Dafür werden einleitend die Argumente aufgegriffen, mit denen eine spezifische Transformationsforschung legitimiert wird. Sie stellen insbesondere auf das Problemlösungspotenzial ab. Im Fortgang der Untersuchung wird die Gültigkeit dieser Argumente hinterfragt, indem an konkreten Problemlagen in den neuen Bundesländern analysiert wird, inwieweit hierzu Lösungsansätze aus den unterschiedlichen Schwerpunktfeldern der Personalforschung abgeleitet werden können. Im Ergebnis zeigt sich, dass die nicht auf Transformationsbedingungen verweisende Personalforschung durchaus theoretische Zugänge und Lösungsvarianten aufzeigen kann, die der Problembewältigung in den neuen Bundesländern dienen. Schwer lösbare Probleme erscheinen zudem nicht nur regionalspezifisch aufzutreten. Der Beitrag gelangt daher zu der Schlussfolgerung, dass sich eine Sonderbehandlung der neuen Bundesländer angesichts spezifischer Problemlagen weitestgehend erübrigt und weiterführende wissenschaftliche Erkenntnisse vor allem von einer Integration von Transformations- und allgemeiner Personalforschung zu erwarten sind.

 

Josef Wieland: Eine Theorie der Governanceethik

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2001, 8-47

Der Beitrag entfaltet die Grundidee und die theoretischen Implikationen einer Ethik der Governance. In der Wirtschafts- und Unternehmensethik geht es demnach um die Steuerung, Führung und Kontrolle der moralischen Dimension distinker ökonomischer Transaktionen. Die Untersuchung liefert im zweiten Teil eine vergleichende Diskussion der Governanceethik mit der Wirtschaftsethik Karl Homanns.

Korreferat von Karl Homann: Governanceethik und philosophische Ethik mit ökonomischer Methode - Versuch einer Verhältnisbestimmung

 

Gerd Hanekamp: Kulturalistsiche Unternehmensethik - ein Programm

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2001, 48-69

Das Programm einer kulturalistischen Unternehmensethik wird vorgestellt. Es gründet auf einem philosophischen Ansatz, der sich als instrumentalistisch, kontextualistisch, transsubjektivistisch und individualistisch charakterisieren lässt. Hinsichtlich der ethischen Grundlagen werden starke Thesen durch den Rekurs auf eine kontextualistsich-normative Anthropologie vermieden.

Korreferat von Markus Breuer: Was bedeutet eine "pragmatische Wende"?

 

Roman Jaich: Europäische Betriebsrat an der Schnittstelle zwischen gesetzlicher und vertraglich vereinbarter Mitbestimmung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2001, 70-86

Anhand der Institution Europäischer Betriebsräte (EBR) wird die Frage nach dem Verhältnis von gesetzlicher und vertraglich vereinbarter Mitbestimmung diskutiert. In der Praxis haben sich unterschiedliche Typen herausgebildet: Von rein formal bestehenden symbolischen EBR, bis hin zu beteiligungsorientierten EBR. Diese haben sich zu Verhandlungspartnern gegenüber der Konzernleitung entwickelt Gefragt wird, unter welchen Bedingungen Europäische Betriebsräte in die Lage versetzt werden, solche Verhandlungen abzuschließen.

 

Burkhard Remmers: Unternehmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2001, 87-100

Der Beitrag über "Wilkhahn Mehrwerte" erläutert am konkreten Unternehmensbeispiel die Möglichkeiten, umfassend Rechenschaft über die vielfältigen Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung abzulegen. Dafür werden die Bereiche Ökonomie, Produktentwicklung, Innen- und Außenbeziehungen, Ökologie und gesellschaftliche Verantwortung kritisch analysiert, zueinander in Beziehung gesetzt und mit Zielsetzungen unterlegt.

 

Tamás S. Vamosi: Management between continuity and change - a case study from Hungary

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2001, 121-151

This study examines how new concepts affect management in a Hungarian, previously government-owned company. The case-study is analysing how the concepts 'market' and 'market economy' are brought into the company and affect management. There is special focus on how management is constituted between 'cargoes-of-thoughts' and a new 'everyday life of reality'. With Berger and Luckmann (1966) as the primary frame of reference the paper will focus on practices in selected parts of management in the case company. It is shown that some parts of management (surprisingly) technically are almost unchanged in the new 'everyday life of reality' despite a new purpose, whereas other parts of management are quite new. In conclusion, the analyses will reveal that post-rationalizations and alternations have attributed to rationality - in a struggle against former 'cargoes-of-thoughts'.

In dieser Untersuchung werden die Auswirkungen neuer Konzepte auf das Management eines ungarischen Unternehmens betrachtet, das früher ein Staatsunternehmen war. Mit Hilfe von Berger/Luckmann (1966) wird untersucht, wie die Konzepte des Marktes und der Marktwirtschaft in das Unternehmen eingeführt werden und das Management beeinflussen. Besondere Betonung liegt auf den Einflüssen, denen das Management aus alten Denkweisen einerseits und einem vollkommen neuen Alltag andererseits ausgesetzt ist. Es wird gezeigt, dass einige - insbesondere technische - Bereiche des Managements kaum Veränderungen aufweisen, obwohl sich die Ziele vollständig gewandelt haben. Andere Managementbereiche sind hingegen recht neu. In der Untersuchung wird gezeigt, dass Veränderungen sowie neue Rationalitäten nicht unabhängig von bisherigen Denkweisen entstehen, sondern sogar teilweise mit ihnen konkurrieren.

 

Klaus E. Meyer: Enterprise Transformation as Coordination Game: The Leadership Challenge

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2001, 152-168

Empirical evidence, especially in case studies, shows that individual leaders often have a crucial role in successful enterprise transformation in transition economies. Conventional economic analysis of corporate governance alone cannot explain this role of leadership. In this theoretical paper I use coordination games to analyse transitions from one equilibrium to another. I argue that the creation of common knowledge among stakeholders by a leader allows firms to overcome coordination failures. This is crucial for enterprise transformation because of the multiplicity of stakeholders who need to coordinate their action to implement radical organizational change.

Empirische Daten, besonders bei Fallstudien, zeigen, dass individuelle Personen bei der Führung von Unternehmen im Wandel oft eine zentrale Rolle einnehmen. Eine konventionelle ökonomische Analyse der Unternehmensführung allein kann diese Rolle von einzelnen Führungspersönlichkeiten nicht erklären. In dieser theoretischen Untersuchung werden Koordinationsspiele zur Analyse von Übergängen von einem Gleichgewichtszustand in einen anderen benutzt. Es wird dafür argumentiert, dass die Schaffung von gemeinsamem Wissen unter den Stakeholdern einer Unternehmung durch eine Führungspersönlichkeit den Unternehmen die Möglichkeit gibt, Koordinationsfehler zu vermeiden. Dabei handelt es sich um einen äußerst wichtigen Aspekt, da es bei der Umsetzung radikaler Veränderungen der Organisation darauf ankommt, den unterschiedlichen Koordinationsaspekten der Vielzahl von Stakeholdern Rechnung zu tragen.

 

A. Kancs, J. Kielyte: Analysing Sectoral Competitiveness: A Framework of Strategic Management

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2001, 169-188

In recent years, some major industries in transition economies, such as food and beverage, once epitomised industrial supremacy have lost significant market shares to it's foreign competitors, both at home and abroad. Recognising the fact once pre-eminent world-wide economic position of former socialist economies has generally eroded significantly in recent years. Our study examines the competitive implications of the major determinants of competitiveness within a framework favoured by the Strategic Management theory in selected transition economies. Our research focuses on the three Baltic States and two of their major competitors within the Europe -Germany and EU in general. The main objective of our study is, therefore, to develop an analytical framework for analysing industrial competitiveness and to apply it to the food sector and it's related industries in these economies.

Seit einigen Jahren haben große Industriebereiche wie Lebensmittel- und Getränkeindustrie, einst überlegene Industriezweige, große Marktanteile an fremde Konkurrenzunternehmen abgeben müssen, sowohl im eigenen Land als auch im Ausland. In unserer Arbeit untersuchen wir die Auswirkungen der Hauptfaktoren des Wettbewerbs im Rahmen der Theorie des Strategic Management in ausgewählten im Wandel begriffenen Volkswirtschaften. Unser Hauptaugenmerk liegt auf drei baltischen Staaten und deren Hauptkonkurrenten - Deutschland und die EU im ganzen. Unser Hauptziel stellt dabei die Entwicklung eines Rahmens dar, mit dessen Hilfe industrieller Wettbewerb analysiert werden kann. Dieser Rahmen wird auf die Lebensmittelindustrie und verwandte Zweige in den entsprechenden Staaten angewendet.

 

Ed Clark: Enterprise Fragmentation in the Czech Transformation: Emerging Patterns of Dependence and Independence      239

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2001, 239-260

This paper examines the process whereby the former state-owned enterprises in the Czech Republic have been fragmented and repackaged into privatised and private firms. By studying the process in two local communities, this research enriches the statistical picture compiled by economists working within a neo-classical paradigm. The findings highlight the diversity of fragmentation patterns and the role played by community, enterprise and management factors. They throw doubts upon the claim that fragmentation has in any simple way created new, independent entrepreneurial firms. The processes of fragmentation do however point to the emergence of distinctive forms of local economic organisation.

In dieser Arbeit wird untersucht, auf welche Art und Weise alte Staatsunternehmen in der tschechischen Republik geteilt und in privatisierte und private Unternehmen umgewandelt wurden. Durch die Studie in zwei Gemeinden wird das statistische Gesamtbild bereichert, das von Ökonomen, die nach dem neo-klassischen Paradigma arbeiten, aufgebaut wurde. Die Untersuchungsergebnisse heben die Unterschiedlichkeit der Fragmentierungsmuster ebenso hervor, wie die Rollen, die von der Kommune, vom Unternehmen und von verschiedenen Managementfaktoren gespielt werden. Nach dieser Studie darf an der Behauptung gezweifelt werden, dass Fragmentierung auf irgedeine einfache Art und Weise neue, unabhängige Unternehmen geschaffen hat. Die Fragmentierungsprozesse bringen jedoch verschiedene Formen lokaler ökonomischer Organisation ans Licht.

 

John Hassard, Jackie Sheenan, Jonathan Morris, Xiao YuxIn Search for Enterprise: State-Sector Reform and Societal Transformation in China

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 261-277

With special reference to the steel industry, this article draws upon a political-institutional perspective to examine the progress made in the most recent round of state-enterprise reform in China - the introduction of the Modern Enterprise System and Group Company System. This reform programme is intended, by 2010, to transform 156 of China's largest state-owned enterprises (SOEs) into internationally competitive corporations which, while still remaining in overall state ownership, will much more closely resemble typical Western corporations in their structures and processes, with Boards of Directors accountable to shareholders rather than being subject to the political authority of the Chinese Communist Party (CCP).

Unter besonderer Berücksichtigung der Stahlindustrie wird in dieser Arbeit untersucht, welche Fortschritte in der aktuellen Phase der Reform der Staatsunternehmen in China, also bei der Einführung des "Modern Enterprise System" und des "Group Company System", gemacht wurden. Ziel dieses Reformprogramms ist die Transformation von 156 der größten chinesischen Staatsunternehmen in international wettbewerbsfähige Unternehmen bis zum Jahre 2010. Obwohl die Unternehmen in Staatseigentum bleiben, werden sie strukturell viel stärker an westliche Unternehmen erinnern. Rechenschaft muss dann gegenüber den Anteilseignern abgelegt werden; die kommunistische Partei Chinas wird in diesen umstrukturierten Unternehmen keine politische Autorität mehr ausüben.

 

Yongping Chen: Downsizing and flexibility: Recent employment restructuring in Chinese state-owned machinery manufacturing companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 278-313

This paper reports case study research findings on recent employment restructuring practices in the state sector under the transition context of China in the mid-1990s. The research focuses on the drive, process, and outcome of downsizing with respect to labour flexibility in the two state-owned machinery manufacturing companies from the management perspective. By employing the Western downsizing approaches as developed by Cameron's (1994), empirical findings on downsizing in the two studied Chinese state firms are examined and analyzed. The research concludes that downsizing is a necessary but not sufficient policy. Massively laying off staff does not come without costs. To the contrary it generates new personnel problems such as unwanted quits and drain of human capital that are critical for the continuous business process of the downsizing firm.

In dieser Arbeit wird von einer Fallstudie berichtet, die sich mit der gegenwärtigen Umstrukturierungspraxis im staatlichen Sektor in China Mitte der 90er Jahre beschäftigt. Aus der Perspektive des Managements und unter Nutzung der von Cameron (1994) entwickelten Downsizing-Ansätzen werden in zwei staatseigenen Maschinenbaubetrieben die Auswirkungen der Verkleinerung auf die Arbeitsflexibilität untersucht. Als Ergebnis wird in der Studie festgestellt, dass die Verkleinerung notwendig, aber nicht ausreichend ist. Insbesondere wird auch auf Probleme im Personalbereich eingegangen.

 

Maja Makovec Brenèiè: Analyzing Competitive Advantages on the Basis of Resource-based View: The Concept of Price and Non-price Factors

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2000, 313-330

In the paper the author analyses the contemporary issues of gaining competitive advantages (CAs) at the firm level. The basic purpose of the paper is to develop theoretical and empirical analysis of non-price (invisible, intangible, non-traditional) factors (sources) of firm competitiveness. In author's opinion non-price factors present the base of vital importance for a successful firm performance nowadays. The paper introduces a research of the selected non-price factors (human resource, knowledge, innovation, quality, environment and location, time) in the Slovenian export manufacturing companies, which showed that the concept of price and non-price factors of CAs can be accepted as a contemporary mechanism of defining sources of CAs at firm level.

Im folgenden Aufsatz werden gegenwärtige Ausgangspunkte für das Erzielen von Konkurrenzvorteilen durch Unternehmen analysiert. Das Ziel dieses Beitrages ist die Durchführung einer theoretischen und empirischen Analyse der nicht-preislichen (unsichtbaren, immateriellen, nicht traditionellen) Faktoren (Quellen) der Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens. Nach der Meinung der Autorin stellen die nicht-preislichen Faktoren heutzutage die wichtigste Grundlage für den erfolgreichen Geschäftsverkehr eines modernen Unternehmens dar. Der Aufsatz befasst sich im speziellen mit ausgewählten nicht-preislichen Faktoren (Menschenquellen, Kenntnisse, Innovationen, Qualität, Umwelt und Standort, Zeit) in slowenischen Exportverarbeitungsunternehmen. Im Ergebnis wird aufgezeigt, dass das Konzept der nicht-preislichen und preislichen Faktoren der Konkurrenzvorteile einen geeigneten und sinnvollen Mechanismus für das Definieren von Quellen für Konkurrenzvorteile auf Unternehmensniveau darstellt.

 

Wil Martens, Ad Nagelkerke, Willem de Nijs: Das gesellschaftliche System der Arbeitsbeziehungen. Bemerkungen zu Ralf Rogowski: "Industrial Relations as a Social System"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2001, 229-253

Angesichts der Neuerungen, die sich in der Theorie sozialer Systeme vollzogen haben, wird in diesem Beitrag, in kritischer Auseinandersetzung mit dem Ansatz Rogowskis, versucht eine neue systemtheoretische Interpretation sogenannter industrieller Beziehungen vorzulegen. Dabei wird zunächst die Frage diskutiert, ob es sich im Falle dieses Systems um ein analytisches oder ein wirkliches System handelt. Dann werden Kommunikationen, Abgrenzung, Leitunterscheidungen und Funktion des Systems der Arbeitsbeziehungen bestimmt. Das führt zum Schluss, dass es im Rahmen nationaler Gesellschaften durchaus ausdifferenzierte Systeme der Arbeitsbeziehungen gibt. Dezentrale, regionale und organisationsinterne, flexible Kommunikationen, Verhandlungen und Regeln bedeuten keine Bedrohung, sondern eine Transformation dieser ausdifferenzierten Systeme. Das sieht man allerdings nur, wenn Distanz gehalten wird zur Idee, dass diese Systeme auf der Beziehung von Kapital und Arbeit gründen. Statt dessen wird in diesem Beitrag auf die für die moderne Gesellschaft typische Spannung zwischen den Organisationen differenzierter Funktionssystemen und den Individuen, die ihre Operationen dafür zur Verfügung stellen, hingewiesen. Das führt zu einer breiten Auffassung des Systems der Arbeitsbeziehungen.

 

Markus Walter: Konstitution und Wandel von Struktur im Handlungsvollzug: Betriebsrats- und Managementhandeln bei divergierender Zielverflechtung der Betriebsparteien

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2001, 254-278

Je nach Betrieb gestaltet sich die Interaktionsbeziehung von Betriebsrat und Management als ein Verhältnis, das zwischen den Polen kooperativer Zusammenarbeit und weitgehender Gegnerschaft anzusiedeln ist. Dabei kann die Position einer betriebsspezifischen Interaktionsaktionsbeziehung auf diesem Kontinuum im Laufe der Betriebshistorie variieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum sich eine betriebsspezifische Interaktionsbeziehung in die eine oder andere Richtung entwickelt und einem etwaigen Wandel im Rahmen beider Pole unterliegen kann. Nicht nur aus theoretischer Sicht, gekennzeichnet durch die Gidden'sche Strukturationstheorie, die interaktionistische Perspektive von Crozier/Friedberg und die Erkenntnisse von Morton Deutsch, sondern auch aus empirischer Perspektive, betrachtet man insbesondere die Analysen von Hermann Kotthoff, ergibt sich folgende Erkenntnis: Sowohl die strukturelle Ausgestaltung der betrieblichen Interaktionsbeziehung, als auch ein eventueller Wandel im Zeitverlauf steht in Abhängigkeit von der Art der Zielverflechtung der Betriebsparteien und der damit einhergehenden strategischen Ausrichtung ihres Handelns.

 

Hans-Jürgen Bieling: Vom EG-Binnenmarkt zur neuen europäischen Ökonomie.Arbeits- und sozialpolitische Arrangements im Zeichen der Regime-Konkurrenz

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2001, 279-305

Dieser Essay geht der Frage nach, wie die europäische Wirtschafts- und Sozialverfassung im Spannungsverhältnis von Markt- und Währungsintegration auf der einen und arbeits- und sozialpolitischer Regulierung auf der anderen Seite ausgestaltet wurde. In Bezug auf die Arbeits- und Sozialpolitik wird zwischen einem "abfallenden", mittlerweile erschöpften Zyklus im Anschluss an das EG-Binnenmarkt-Programm und einem "aufsteigenden" Zyklus unterschieden, der mit Blick auf die WWU auch die nationale Tarif-, Arbeits- und Sozialpolitik in einen europäischen Kontext stellt. Die Koordination, nicht Vergemeinschaftung, dieser Politikfelder stützt sich auf spezifische, allerdings eher schwache, institutionelle und regulative Arrangements und Kompromissstrukturen. Diese könnten aufgrund des hohen Wettbewerbs- und Anpassungsdrucks, der durch die Stabilisierung der WWU und den Übergang zu einer wissensbasierten und finanzmarktgetriebenen europäischen Ökonomie stimuliert wird, schon bald brüchig werden.

 

Karin Töpsch, Raphael Menez, Norbert Malanowski: Ist Wissensarbeit regulierbar? Arbeitsregulation und Arbeitsbeziehungen am Beispiel der IT-Branche

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2001, 306-332

In einer zunehmend informatisierten Arbeitswelt steigt die Bedeutung wissensbasierter Arbeit und ergebnisorientierter Koordinations- und Steuerungsformen. Dabei wird deutlich, dass die Regulierungs- und Interessenvertretungsmechanismen der Industriegesellschaft, die v.a. auf die Funktionslogik industriell-tayloristischer Arbeitsorganisation und die Schutzbedarfe des industriellen Arbeitnehmers abstellten, nicht mehr ausreichen. Auf der Basis empirischer Untersuchungen in der IT-Branche wird dargestellt, welche neuen Formen der Arbeitsregulation sich herausbilden, wie diese systematisch darstellbar sind und welche Problemwahrnehmungen bzw. Strategien die Akteure der industriellen Beziehungen, hier insbesondere die Gewerkschaften ver.di und IG Metall, entwickeln, um neue Zielgruppen und Organisationsdomänen zu erschließen.

 

Ruth Simsa: Einflussstrategien von Nonprofitorganisationen: Ausprägungen und Konsequenzen für das Personalmanagement

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 284-305, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

In diesem Artikel werden unterschiedliche Formen der Einflussnahme von Nonprofitorganisationen systematisiert und in Bezug auf ihre Konsequenzen für das Personalmanagement analysiert. Die Basis dafür bildet eine Verknüpfung der systemischen Interventionstheorie mit einer Analyse der Ergebnisse empirischer Untersuchungen die im Rahmen der NPO-Forschung zu Fragen der Strategien sowie der organisationalen Besonderheiten von NPOs generiert wurden.

Einflussstrategien von Nonprofitorganisationen auf andere Organisationen werden nach dem Ausmaß der Kopplung der beteiligten Organisationen sowie nach dem Grad der Unterschiedlichkeit interner Logiken und Sichtweisen unterschieden nach vier Grundtypen, nämlich Konfrontation, Kooperation, Schadensbegrenzung und konkurrierende bzw. ergänzende Leistungserbringung. Die gewählten Einflussstrategien prägen die Organisationskultur in hohem Maß und stellen daher auch spezifische Anforderungen und Bedingungen für das Personalmanagement dar, die im einzelnen beschrieben werden. Das vorgestellte Modell kann der organisationalen Selbstreflexion zugrunde gelegt werden und damit helfen, Entscheidungen über Strategien des Personalmanagements zu strukturieren.

 

Dudo von Eckardstein, Helene Mayerhofer: Personalstrategien für Ehrenamtliche in sozialen NPOs

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 225-242, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

In zahlreichen NPOs werden die Leistungen überwiegend oder zu einem erheblichen Teil von Ehrenamtlichen erbracht. Angesichts des Kosten- und Qualitätsdrucks, dem NPOs oftmals im Wettbewerb gegeneinander bzw. gegenüber gewinnorientierten und staatlichen Organisationen unterliegen, findet die Frage nach den Möglichkeiten, den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte produktiver zu gestalten, zunehmend Aufmerksamkeit. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, wie Personalmanagement von sozialen NPOs im Interesse der Förderung der Produktivität praktiziert wird. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, welche Muster von Personalstrategien in NPOs zu identifizieren sind. Unsere Untersuchung stellt eine explorative empirische Studie auf der Basis von Fallstudien in insgesamt 12 sozialen NPOs dar (z.B. Rettungsdienste, Begleitung psychisch Kranker). Die Ergebnisse zeigen sehr unterschiedliche Praktiken in allen Gestaltungsfeldern des Personalmanagements. Die zahlreichen Einzelbefunde werden in einer Strategiematrix verdichtet. Die folgenden Personalstrategietypen für Ehrenamtliche konnten identifiziert werden: selektierend, harmonisierend, differenzierend und egalisierend.

 

Bernhard Blanke, Henning Schridde: Wenn Mitarbeiter ihre Orientierung verlieren. Change Management und Verwaltungskultur im Lichte einer Mitarbeiterbefragung in der Landesverwaltung Niedersachsen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 336-356, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Im New Public Management (NPM) und den von ihm angeleiteten Reformprojekten wurde die Verwaltungskultur als wichtige Variable des Change Managements erst spät aufgenommen. Dabei erfordert eine Jahrzehnte alte Tradition und Sozialisation im "bürokratischen Modell" besondere Anstrengungen, um den geplanten Organisationswandel nicht an Vermeidungsstrategien der Beteiligten scheitern zu lassen. Große Bedeutung im öffentlichen Sektor kommt Leitbildern zu, da unterschiedliche Interpretationen der Staatsaufgaben die internen Orientierungen der Mitglieder der Organisation erheblich beeinflussen. Am Beispiel einer repräsentativen Mitarbeiterbefragung in der Landesverwaltung Niedersachsen wird analysiert, wie die Mitarbeiter den Wandel erfahren und bewerten. Dabei stellt sich heraus, dass sie eher ihre Orientierung verloren als schon eine konsistent neu gewonnen haben.

 

Gerhard V. Krönes: Personalmanagement in der evangelischen Kirche

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 321-335, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Der Beitrag geht nach einigen Vorklärungen auf die wichtigsten Rahmenbedingungen kirchlichen Personalmanagements ein. Den Hauptgegenstand der Untersuchung bildet die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter, weil diese für die kirchliche Leistungsfähigkeit überragende Bedeutung haben. Komplementäre Fragen der Personalführung und Organisation werden ergänzend diskutiert. Sowohl Probleme der Zusammenarbeit bezahlter und unbezahlter Mitarbeiter als auch auf Gemeindeebene bestehende Defizite hinsichtlich der Personalführung Ehrenamtlicher werden thematisiert.

 

Helene Mayerhofer: Der Stellenwert Ehrenamtlicher als Personal in Nonprofit Organisationen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 263-283, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Eine große Anzahl von Menschen erbringt in der Freizeit ohne monetäre Gegenleistung aus eigenem Interesse Arbeitsleistungen für Dritte. Ehrenamtliche arbeiten in mehr oder weniger stark formalisierten Organisationen, oftmals gemeinsam mit bezahlten Arbeitskräften. Nonprofit Organisationen (NPOs) sind bei der Missionserfüllung ganz wesentlich von ehrenamtlicher Arbeit abhängig. Die Auswahl der Ehrenamtlichen, die Gestaltung von Arbeitsaufgaben, die Aufrechterhaltung des Engagements bei gleichzeitigem Fehlen von formalen Bindungen etc. stellt das Management solcher Organisationen vor große Herausforderungen. Personalmanagement bietet sich zur Bearbeitung dieser Aufgaben an. In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob Ehrenamtliche als Personal zu betrachten sind und somit auch Objekt des Personalmanagements sein können und sollen. Auf der Basis eines Vergleichs der Merkmale von bezahlter wie unbezahlter Arbeit kann gezeigt werden, dass Ehrenamtliche als Personal zu interpretieren sind, wenn auch nicht eindeutig in allen Merkmalen.

 

Hans-Gerd Ridder, Sven Neumann: Personalwirtschaft im Umbruch? Empirische Ergebnisse und theoretische Erklärung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 243-262, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Personalwirtschaft nimmt in Non Profit Organisationen einen besonderen Stellenwert ein, da das Personal die zu erstellenden Dienstleistungen unmittelbar erbringt. Aufgrund verschiedener Veränderungen von Rahmenbedingungen nimmt die Bedeutung für ein effizientes und systematisches Vorgehen im Personalmanagement zu. Anhand einer explorativen Studie wird geprüft, ob bei den untersuchten Einrichtungen eine vertikale und eine horizontale Integration von personalwirtschaftlichen Vorgehensweisen stattfindet. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse werden Thesen und Schlussfolgerungen formuliert, die dem Aufbau von strategischem und normativem Kapital in Non Profit Organisationen nachgehen.

 

Rudolf Schmid: Personalwirtschaft im Krankenhaus: Entwicklungslinien, Handlungsbedarfe und aktueller Sachstand

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 306-320, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Krankenhäuser werden weder gegenwärtige noch zukünftig sich stellende Aufgaben ohne ein hinreichend entwickeltes Personalmanagement kaum bewältigen können; Personalplanung, -beschaffung, -auswahl, -entwicklung und -führung werden auch für den Krankenhausbereich ebenso weiter an Bedeutung gewinnen (müssen) wie die Optimierung des Zusammenspiels von Aufgabe, Qualifikation, Verantwortung und Arbeitsorganisation auf allen Ebenen im Krankenhaus. Ein zunehmend sich öffnender "Gesundheitsmarkt", der auch aus europäischer Sicht Liberalisierungstendenzen weiter ausgesetzt werden wird, zwingt zunehmend zu wettbewerblicher Orientierung und zur Erbringung qualitativ hochwertiger Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen - so auch die Begründung der gesetzlich beschlossenen, neuen Krankenhausfinanzierung im Rahmen der "Gesundheitsreform 2000". Zweifelsohne sind einige Krankenhäuser und Krankenhausträger im Aufbau eines Personalmanagements schon weiter vorgedrungen, die Mehrzahl wird sich jedoch eher noch in einem Anfangsstadium befinden, Hintergründe hierfür werden kurz benannt. Welche Handlungsmöglichkeiten und Ansätze heute den Krankenhäusern - darunter insbesondere den öffentlichen, die mehr als die Hälfte (55,3%) aller Betten (533.000) in Allgemeinkrankenhäusern auf sich vereinigen - beim Aufbau eines eigenverantworteten Personalmanagements zur Verfügung stehen, wird - u.a. am Beispiel Klinikum Hannover - ebenfalls dargestellt.

 

Annette Zimmer, Eckhard Priller, Thorsten Hallmann: Zur Entwicklung des Nonprofit-Sektors und den Auswirkungen auf das Personalmanagement seiner Organisationen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2001, 207-224, insgesamt 170 Seiten, Gesamtpreis EURO 14.80, DM 28.95

Aufgrund seiner erheblichen Beschäftigungszuwächse ist das Personalmanagement für den Nonprofit-Sektor von zunehmender Bedeutung. Gleichzeitig stellt der Sektor infolge seiner komplexen Leitungs- und Beschäftigungsstrukturen und dem Zusammenwirken von ehrenamtlichem Engagement und hauptamtlicher Beschäftigung besondere Anforderungen an ein innovatives und modernes Personalmanagement. Damit entsteht auch ein neues Arbeitsfeld für die Nonprofit-Forschung. Anhand der Ergebnisse der deutschen Teilstudie des Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project wird gezeigt, dass die Instrumente des Personalmanagements bisher in Nonprofit-Organisationen kaum bewusst eingesetzt werden, auf der anderen Seite jedoch der Bedarf besteht, bei der Gewinnung von Freiwilligen und beim Einsatz und der Weiterqualifizierung der Mitarbeiter neue Wege zu gehen.

 

Dirk Ulrich Gilbert: Social Accountability 8000 - Ein praktikables Instrument zur Implementierung von Unternehmensethik in international tätigen Unternehmen?

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 123-154

In diesem Beitrag wird ein neues Instrument zur Implementierung von Unternehmensethik in international tätigen Unternehmen vorgestellt und kritisch evaluiert. Es handelt sich um die Zertifizierung nach Social Accountability 8000. Unternehmen sollen aktiv ethische Verantwortung übernehmen, indem sie weltweit gültigen Sozialstandards folgen und dies durch unabhängige Prüfer zertifizieren lassen. Das Konzept weist bei der operativen Umsetzung in Unternehmen eine Vielzahl praktischer Vorteile auf. Eine theoretische Analyse zeigt allerdings, dass es dem Compliance-Ansatz folgt und insofern keinen Akt freiwilliger dialogischer Willensbildung (Integritäts-Ansatz) darstellt.

Mit einem Korreferat von Karl-Hermann Blickle: Der SA 8000 als ordnungspolitisches Instrument zur freiwilligen Umsetzung von Sozialstandards im Globalisierungsprozess.

 

Matthias König: Das Drei-Schritt-Modell der Unternehmensethik am Beispiel der Diskursethik

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 155-180

Der Artikel beschreibt das 3-Schritt-Modell der Unternehmensethik aus philosophischer Begründung, vermittelnder Anwendung und Umsetzung. Es dient dazu, die unternehmensethische Diskussion zu strukturieren und stellt gleichzeitig Frage an einen unternehmensethischen Ansatz. Am Beispiel der Diskursethik werden sie beantwortet, wobei ein Schwerpunkt auf die Probleme der Anwendung gelegt werden. Als Ergebnis ergeben sich Grundlinien einer Diskursiven Unternehmensethik.

 

Andreas Dietrich: Autopoiese und Konstruktivismus als Fundament einer neuen Sichtweise der Unternehmenskultur

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 181-202

Der Beitrag kennzeichnet die Ablösung herkömmlicher Kulturgestaltungsstrategien durch ein innovatives Kulturentwicklungskonzept. Vertreter des traditionellen Kulturmanagements sehen in Unternehmenskulturen gezielt beeinflussbare Erfolgsfaktoren. Entsprechend einer innovativen symbolischen Kulturauffassung stellen Kulturen jedoch autopoietische Systeme dar, die sich externen Einflussnahmen weitgehend entziehen. Vorgehensweisen einer gezielten Kulturveränderung müssen deshalb vorsichtigen Modifikationen von Rahmenbedingungen weichen.

Mit einem Korreferat von Elisabeth Göbel: Autonome und autogene Selbstorganisation und Unternehmenskultur

 

Matthias Schmidt: Effektive Unternehmensethik muss die Sprache der Praxis lernen - Ein Erfahrungsbericht aus der Unternehmensberatung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 203-211

Mit diesem Beitrag sollen erste Eindrücke aus der Ethikberatung geschildert werden. Ihre wesentliche Funktion liegt in der effektiven Vermittlung zwischen den Bereichen Theorie-Praxis und Wirtschaft-Philosophie. Daher ist besonders für anwendungsorientierte Ethikberater die Sprache der Praxis von Bedeutung

 

Günther Schanz: www.immobilienbetrug.de - www.bankopfer.de - www.bankenkriminalität.de ... - Grundvorgang und Folgen massenhaft betriebener Immobilienfinanzierung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 212-232

Der Beitrag handelt von betrügerischen Verkäufen von Immobilien an etwa 300.000 Empfänger kleiner und mittlerer Einkommen. Gemeinsame Grundlage bildete stets ein so genanntes Treuhandmodell. In mindestens 50 Prozent aller Fälle war daran die Bayeriche Hypotheken- und Wechselbank bzw. deren Rechtsnachfolgerin, die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, beteiligt. Es wird dargestellt, wie sich dieses Institut seiner Verantwortung für den entstandenen wirtschaftlichen und psychischen Schaden stellt.

 

Silke Gronemann und Ralf Döring: Nachhaltigkeit und Diskontierung

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2001, 233-261

Die Diskontierung ist ein in der Ökonomie routinemäßig angewandtes Verfahren, um zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallende Kosten und Nutzen vergleichbar zu machen. Die Wahl der Diskontrate hat dabei große Auswirkungen, vor allem wenn es sich um sehr langfristige, uns nicht mehr betreffende Ereignisse handelt. Viele Ethiker lehnen die Diskontierung ab, weil sie der intergenerationellen Gerechtigkeit widersprechen würde. In dem folgenden Aufsatz wollen wir zeigen, welche Argumente für oder gegen das Diskontieren gebraucht werden und welche Schlussfolgerungen dies im Hinblick auf das Konzept der Nachhaltigkeit zulässt.

Mit einem Korreferat von Stefan Bayer: Nachhaltigkeit via Diskontierung?

 

Danijel Puèko, Tomas Èater: Business Annual Planning and Controlling in Slovenian Managerial Practice

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2001, 355-375

Management process is usually segmented into planning, organizing, leading and controlling. The first and the last of these subprocesses are analyzed in the paper from the economic and managerial viewpoint as they occurr in Slovenian enterprise practice. The focus is on empirical research on a tactical level. Business analysis, tactical planning and controlling are the core issues analyzed in the article. The paper builds heavily on presenting empirical findings regarding the empirical systems of tactical enterprise planning and controlling in 50 Slovenian enterprises which are included in the sample. The analytical insights on how much the stated managerial decision-making tools are used in practice and where the main weaknesses are still present are identified. The findings enable the authors to suggest numerous potential improvements in these management systems.

 

Dirk Holtbrügge, Nicola Berg: Public Affairs-Management in Multinationalen Unternehmungen. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung deutscher Unternehmungen in Rußland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2001, 376-399

Der Beitrag beschäftigt sich mit einer detaillierten Analyse des Public Affairs Management in Multinationalen Unternehmungen. Insbesondere werden deutsche Unternehmen in Russland und dabei die Beziehungen zu ihren nicht marktlichen Interessengruppen untersucht. Begonnen wird mit der Darlegung der dem Beitrag zugrundeliegenden konzeptionellen und begrifflichen Grundlagen der Beziehungen von Multinationalen Unternehmungen zu ihren sozio-politischen Interessengruppen. Danach wird der Aufbau der empririschen Untersuchung aufgezeigt. Anschließend werden die zentralen Ergebnisse dieser Untersuchung präsentiert und kritisch diskutiert. Die Ausführungen schließen mit einer Gesamtbewertung und der Ableitung von Implikationen für die zukünftige Forschung.

 

Miroslav Stanojevic: Industrial Relations in 'Post-Communism': Workplace Co-operation in Hungary and Slovenia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2001, 400-420

The paper is derived from a survey conducted in the second half of 1999. According to the data, two different types of industrial relations exist in Hungary and Slovenia. Both are strongly influenced by regulatory patterns formed within the two different 'communist' traditions. Hungarian industrial relations are unitary in nature. They are characterized by trade union integration in managerial structures. At workplace level, Slovenian trade unions are more worker-oriented. In accordance with this basic feature, the whole scene is more pluralistic and more conflicting. Processes of forming industrial relations structures in the two countries are divergent. The divergence is significant, in spite of early implementation of German model in both cases. In both 'transitional' societies the roles of capital and labor differentiate in accordance with the patterns, which are stronger than the imported intermediary institutions.

 

Katalin Illes, Bronwen Rees: Developing competent managers: the 'shadow' of Hungarian history

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2001, 421-443

Hungary is deemed to be one of the economies that has successfully undergone the changes and undoubtedly it is undergoing a process of rapid and concentrated change. It is generally considered that Hungary has successfully completed these changes, and is now ready to take its rightful place in the European Union. Despite this, it has been pointed out that Hungarian managers are still lacking in education and training, that there is a lack of innovation, and that there is still a certain resistance to change manifest in the continuance of the 'black market' economy. However, it is optimistically expected that the influx of Western managerial practices will soon put this to rights (Agenda 2000).

 

Wolfgang Däubler: Die novellierte Betriebsverfassung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2001, 364-378

Der Artikel informiert über die wichtigsten Änderungen, die das Gesetz zur Reform der Betriebsverfassung gebracht hat. Diese konzentrieren sich auf die organisatorische Seite, während die Mitbestimmungsrechte nur marginale Erweiterungen erfahren haben. Der Verfasser versucht, die Bescheidenheit der Reform mit der (Macht-)Position der Akteure Gewerkschaften, Regierung und Arbeitgeberverbände zu erklären. Durch geschickteres Gesetzgebungsmanagement wären nur kleinere Verbesserungen möglich gewesen. Für die Zukunft der industriellen Beziehungen ist bedeutsam, dass durch Tarifvertrag, evtl. auch durch Betriebsvereinbarung, eine unternehmens- und konzernübergreifende Parallelstruktur zur Gewerkschaft geschaffen werden kann.

 

Klaus Dörre: Partizipation im Arbeitsprozess - Alternative oder Ergänzung zur Mitbestimmung?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2001, 379-407

Der Beitrag fasst die Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Auswirkungen partizipativer Managementkonzepte auf die industriellen Beziehungen zusammen. Er zeigt, dass sich die Einführung neuer Managementprinzipien in Gestalt einer Pendelbewegung vollzieht. Auf eine Phase des offenen Experimentierens mit Beteiligungsansätzen folgt eine Phase arbeitspolitischer Regression. Unter diesen Bedingungen kann nicht davon ausgegangen werden, dass partizipatives Management im Selbstlauf zu einer Stabilisierung oder gar zu einer Ausweitung der Mitbestimmung führt. Der Beitrag erklärt den arbeitspolitischen Pendelschwung aus einem Zusammenspiel von endogenen und exogenen Faktoren. Seine Schlussfolgerung lautet, dass es eines neuen Schubs industrieller Rechte bedarf, um das emanzipatorische Potential partizipativer Arbeitsformen auch für die Beschäftigten zu erschließen. 

 

Klaus Lompe, Hinrich Weis: Gelebte Montanmitbestimmung. Ergebnisse empirischer Untersuchungen in drei Unternehmen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2001, 408-429

Die Montanmitbestimmung besteht in diesem Jahr 50 Jahre und galt bei ihrer Einführung als historischer Kompromiss zwischen Kapital und Arbeit, der Chancen für eine demokratische Kontrolle wirtschaftlicher Macht eröffnete. Dieses Modell einer qualifizierten Mitbestimmung steht jedoch im Zeitalter der Globalisierung vermehrt in der Kritik, da es nicht mehr in der Lage sei, den heutigen Anforderungen an modernes Wirtschaften effektiv zu begegnen. Vor diesem Hintergrund unterzogen wir die Realität der Montanmitbestimmung einer empirischen Analyse am Beispiel der Salzgitter AG/PPS GmbH und der EKO Stahl GmbH. Um die Entwicklung und Strukturmerkmale dieses Modells und ihre Bewertung durch die verschiedenen Akteursgruppen zu ermitteln, wurden Belegschaftsbefragungen an allen Standorten, 120 Experteninterviews mit betrieblichen und außerbetrieblichen Akteuren sowie eine breit angelegte Literatur- und Dokumentenanalyse durchgeführt. Als Ergebnis zeigt sich, dass die Montanmitbestimmung auch heute noch von den meisten Akteuren als ein hohes Gut angesehen wird, auch wenn Rollen, Aufgaben und Beziehungen der relevanten Mitbestimmungsträger sich nachhaltig geändert haben. Offensichtlich generiert das Modell weiterhin eine konsensorientierte Unternehmenskultur, die es auch unter heutigen Geschichtsbedingungen am ehesten ermöglicht, ökonomische und soziale Rationalitäten angemessen miteinander zu verknüpfen.

 

Monika Stumpf-Fekete: Mitbestimmung bei Investitionsentscheidungen. Fallstudien in deutschen multinationalen Konzernen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2001, 430-444

Multinationale Konzerne befinden sich als Teilnehmer auf dem internationalen Arbeitsmarkt in einer begünstigten Position, da sie zu weltweiten grenzüberschreitenden Kapitalinvestitionen in der Lage sind. Aufgrund dieser transnationalen Mobilität verfügen sie über eine breite Palette an möglichen Investitionsalternativen. Eine mögliche Investitionsstrategie wird Regime Shopping genannt: Unternehmen bevorzugen Länder, in denen die Arbeitskosten niedrig und die Gewerkschaften schwach sind, um den Profit und den unternehmerischen Entscheidungsspielraum zu maximieren. Dieser Beitrag analysiert, welche Implikationen die Strategie des Regime Shopping für die institutionalisierte Mitbestimmung auf Betriebsebene hat. Datengrundlage sind qualitative Interviews mit Vertretern des Strategischen Managements, der Personalabteilung sowie der Arbeitnehmervertretung in je zwei deutschen Automobil- und Chemiekonzernen. Verglichen mit früheren Zeiten hat die Vertretungswirksamkeit der Betriebsratsarbeit abgenommen. Insgesamt wird der Einfluss der Arbeitnehmervertretung auf globale Standortentscheidungen - soweit sie nicht den eigenen Standort betreffen - als eher gering und von Arbeitnehmervertretern als unzureichend eingestuft, aber bis jetzt ist die institutionelle Basis der nationalen Mitbestimmung nicht erodiert.

 

Claus Schnabel, Joachim Wagner: Verbreitung und Bestimmungsgründe verschiedener Formen der Arbeitnehmerpartizipation in Industriebetrieben

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2001, 445-462

Eine empirische Untersuchung mit einem großen Betriebsdatensatz macht deutlich, dass direkte Arbeitnehmerpartizipation in Form von Gruppenarbeit und regelmäßigen Informationsgesprächen mit Mitarbeitern in wesentlich mehr Industriebetrieben zu finden ist als repräsentative Partizipation durch Betriebsräte. Die mitbestimmungsfreie Zone darf damit keinesfalls mit einer partizipationsfreien Zone gleichgesetzt werden. Eine ökonometrische Analyse der Bestimmungsgründe der einzelnen Partizipationsformen ergibt, dass die Existenz von Betriebsräten in erster Linie durch betriebliche Organisationsmerkmale, Beschäftigtenstrukturen und damit einher gehende Betriebsratsfunktionen erklärt werden kann, wohingegen die Determinanten direkter Partizipation mit den vorhandenen Daten weniger gut identifizierbar sind. Positive Zusammenhänge zeigen sich zwischen Informationsgesprächen und Gruppenarbeit sowie zwischen Informationsgesprächen und der Existenz eines Betriebsrates, während Gruppenarbeit in einem negativen Zusammenhang mit der Existenz eines Betriebsrates zu stehen scheint.

 

Klaus Michael Meyer-Abich: Nachhaltigkeit - ein kulturelles, bisher aber chancenloses Wirtschaftsziel

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 291-314

In dem Gegensatz von ‚schwacher' und ‚starker' Nachhaltigkeit geht die schwache nicht weit genug zum Schutz der Natur, die ‚starke' hingegen zu weit, weil sie der Wirtschaft unnötig scharfe Grenzen setzen würde. Sinnvoller wäre das positive Ziel, die Wirtschaft zu rekultivieren. Dem steht allerdings das Dreisäulentheorem der Gleichgewichtigkeit ökologischer, sozialer und ökonomischer Ziele entgegen. Hierzu wird eine radikale Anhebung der Erbschaftssteuer vorgeschlagen.

Mit einem Korreferat von Werner Theobald: Pragmatische Physiozentrik oder die Wiederentdeckung der Kultur

 

Ralf Döring, Konrad Ott: Nachhaltigkeitskonzepte

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 315-342

Die Nachhaltigkeitsdiskussion ist durch zunehmende Zerfaserung und Konturlosigkeit gekennzeichnet. Dieses ursprünglich aus der Debatte um den langfristigen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen entstandenen Konzept droht dabei, seinen Kern zu verlieren. Im Anschluss an eine Beschreibung der Nachhaltigkeitsdiskussion innerhalb der Wissenschaft in Deutschland wird die eigentliche Kontroverse zwischen dem Konzept schwacher und starker Nachhaltigkeit dargestellt. Nachdem Kriterien für eine rationale Wahl zwischen den beiden Konzepten diskutiert werden, wird die Wahl eines Konzeptes gerechtfertigt. Im Anschluss daran werden weiterführende Fragestellungen formuliert und es werden einige Konsequenzen der Wahl einer Konzeption starker Nachhaltigkeit dargelegt.

Mit einem Korreferat von Frank Jöst: Probleme der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien

 

Bernd Siebenhüner: Nachhaltigkeit und Menschenbilder

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 343-364

Die praktische Umsetzung der Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft erfordert eine Reflexion der den unterschiedlichen Maßnahmen zugrunde liegendenden Menschenbilder, die jedoch stets sowohl normativ als auch deskriptiv-analytisch sind. Im Artikel werden Menschenbildentwürfe wie der homo oeconomicus, der homo sociologicus, der homo politicus, der homo oecologicus und der homo sustinens unter dem Blickwinkel ihrer Erklärungs- und Gestaltungsbeiträge erörtert.

Mit einem Korreferat von Thomas Petersen: Handlungsverständnis und Menschenbild

 

Marc Hübscher, Martin Müller: Wo bleibt das Individuum in der Nachhaltigkeitsdebatte? Eine Integrative Ethik für eine Nachhaltige Entwicklung

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 365-384

Ausgehend von aktuellen Strömungen des Nachhaltigkeitsdiskurses soll in diesem Beitrag der Frage nachgegangen werden, warum trotz der scheinbar logischen Einsichtigkeit in das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung, deren Umsetzung so große Probleme bereitet. Dies kann als Aufforderung verstanden werden, das Konzept der Nachhaltigkeit näher an die Lebenswirklichkeit der Individuen heranzuführen. Über diese Aufgabe drängt sich die konzeptionelle Frage nach der ethischen Architektur des schon immer normativen Konzeptes der Nachhaltigkeit auf. Mit Hilfe der von Krämer konzipierten Integrativen Ethik wird hier der Versuch unternommen, die Möglichkeiten einer Nachhaltigen Entwicklung auf der Ebene des Individuums theoretisch zu öffnen und einige Gestaltungsempfehlungen für eine nachhaltige Unternehmensethik integrativ aufzuzeigen.

 

Michael S. Aßländer: Von der arbeitslosen zur arbeits-losen Gesellschaft - philosophiehistorische Anmerkungen zum Verständnis des neuzeitlichen Arbeitsethos

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 385-409

Nie zuvor waren die sozialen Strukturen einer Gesellschaft so eng an die Verfügungsmöglichkeiten über Erwerbsarbeit gekoppelt wie am Ausgang des 20. Jahrhunderts. Dieser zentrale Stellenwert von "Arbeit", ist das Ergebnis einer lang andauernden historischen Entwicklung. Um zu einem besseren Verständnis der heutigen sozialen und kulturellen Bedeutung von Arbeit zu gelangen, gilt es, sich den historischen Wandel des Arbeitsbegriffs vor Augen zu führen.

Mit einem Korreferat von Annette Barkhaus: Vom Mythos der arbeits-losen Gesellschaft - Anmerkungen zum Arbeitsbegriff in der postindustriellen Gesellschaft

 

Tell Münzing: Unternehmen im Zeitalter der Nachhaltigkeit - Werte und Wertschöpfung verbinden

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2001, 410-409

Der Beitrag beschreibt aus der Beratungs- und Unternehmenspraxis heraus, wie sich das Konzept der Nachhaltigkeit auf der volkswirtschaftlichen Ebene zunehmend als langfristiger Orientierungsrahmen für die Gestaltung der Institutionen der globalen Marktwirtschaft und auf der Unternehmensebene als Führungsinstrument in einem komplexer werdenden Umfeld etabliert. In einem alle gesellschaftlichen Gruppen erfassenden Such- und Lernprozess werden die Vorraussetzungen geschaffen, Werte und Wertschöpfung auf vormals unvorstellbare Weise miteinander zu verbinden.

 

Marjan Pivka, Dusko Ursic: The impact of ISO 9001 certification process on Slovenian companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2002, 27-46

This study aims (i) to investigate the correlation between ISO 9000 quality management system and business success based on data from certified Slovenian companies, (ii) to find out the factors for measuring efficiency of ISO 9000, and (iii) to give suggestions to all involved in the certification process. A questionnaire survey was conducted among all ISO certified companies in Slovenia (more than 600 per September 2000) in order to collect primary data. The basic conclusions, proved by statistical analysis are: (i) the influence of ISO 9000 on business success can not be explained by known benefits as for instance: better management control, improved awareness of procedural problems, improved customer service etc., and (ii) ISO 9000 will influence business success (will be efficient) when it is integrated by the company with general organization, resources management, productivity, profit and innovations, as these factors explain best the influence of ISO 9000 on business efficiency.

 

Mike Geppert: Intertwining organisational learning and institutional settings: Evidence from organisational case studies in East German context

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2002, 6-26

This paper is an attempt to develop a less normative conception of organisational learning which allows for more practice-oriented research on the topic. Our research, conducted in East-German companies in the context of societal transformation, can be understood as a process of building a particular understanding of organisational learning through the use of multiple case studies. With our comparative research framework we will show how key actors and strategically dominant groups of actors socially construct the opportunities and constraints that they experience in the process of organisational learning within a context of macro-level structures previously enacted. In conclusion, we underline the benefits of the enactment perspective developed here and its use in analysing paths of organisational learning.

 

Joachim Freimuth, Otmar Hauck, Tomke Asbahr: Struktur und Dynamik organisatorischen Erfahrungswissens. Dargestellt am Beispiel der Einführung von Gruppenarbeit in einer Automobilmontage

Zeitschrift für Personalforschung 1/2002, 5-38

Organisatorisches Erfahrungswissen besteht nicht nur aus fachlicher Expertise, sondern umfasst auch Prozessverständnis sowie das Verstehen von unternehmerischen Kontexten und Kooperationsbeziehungen. Innerhalb von Teams bilden sich diese Strukturen schrittweise aus und werden dort repräsentiert. Teams bilden somit die Grundeinheiten des organisatorischen Gedächtnisses. In dem Maße, wie die Teams ihre Erfahrungsbasis ausbauen und ihre Kompetenz nutzen, eröffnen sich auch Voraussetzungen für ein weitergehendes commitment der Teammitglieder mit den Zielen der Unternehmensentwicklung. Den Teamkoordinatoren kommt in diesen Prozessen eine zentrale vermittelnde Rolle zu.

 

Sabine Boerner, Diana E. Krause: Führung im Orchester: Kunst ohne künstlerische Freiheit? Eine empirische Untersuchung

Zeitschrift für Personalforschung 1/2002, 90-105

Die Führung von Orchestermusikern durch den Dirigenten ist weitgehend direktiv, obwohl es sich hier um einen Bereich handelt, in dem kreative Leistungen erzeugt werden. Ein direktives Führungsverhalten ist im Orchester einerseits aus Gründen der Koordination notwendig; andererseits ist jedoch mit negativen motivationalen Sekundäreffekten bei den geführten Orchestermusikern zu rechnen. Erst wenn die Musiker den Dirigenten als unbestrittene fachliche Autorität akzeptieren, werden diese negativen motivationalen Sekundäreffekte kompensiert. Anhand einer Stichprobe von N = 186 Musikern aus 20 deutschen Orchestern wird gezeigt, dass eine direktive Führung im Orchester die künstlerische Qualität insbesondere dann fördert, wenn zugleich die unbestrittene fachliche Autorität des Führenden hoch ausgeprägt ist. Aus diesem Befund werden Schlussfolgerungen für die Führungsforschung gezogen.

 

Urs Jäger: Beitrag einer "grundlagenkritischen Führungsethik" zur Führungsstilforschung

Zeitschrift für Personalforschung 1/2002, 39-61

Mitarbeiterführung ist ein soziales Handeln und deshalb immer mit Fragen zum Sinn und zur Legitimation konfrontiert. Dieser Artikel stellt den systematischen Stellenwert dieser Fragen im Phänomen "Mitarbeiterführung" und in der Führungsstilforschung heraus. Auf Grundlage der wirtschaftsethischen Programme von Peter Ulrich (integrative Wirtschaftsethik) und Arthur Rich (theologische Sozialethik) wird ein Konzept der grundlagenkritischen Führungsethik entworfen. Dieses umfasst einen Reflexionsprozess und einen Orientierungsrahmen, die den führungsethisch Interessierten darin begünstigen, Mitarbeiterführung umfassend und wertbewusst zu verstehen und Fragen zum Sinn und zur Legitimation von Führung kritisch zu reflektieren.

 

Edgar Schmitz, Bärbel Gayler, Peter Jehle: Gütekriterien und Strukturanalyse zur Inneren Kündigung

Zeitschrift für Personalforschung 1/2002, 39-61

Nach Darstellung des Forschungsstandes zur Inneren Kündigung in Bezug auf Verbreitung, Bedingungen und Folgen wird ein eigenes regelungstheoretisches Erklärungsmodell vorgestellt, das an einer Stichprobe von 115 Lehrern überprüft und mit Hilfe von zwei weiteren Stichproben validiert wurde. Die Befunde bestätigen die Annahme, dass Innere Kündigung eine (unter mehreren) mögliche Verhaltensweise darstellt, mit der ein Mitarbeiter auf "Inequity" reagieren kann, die für ihn einen Bruch des inneren bzw. psychologischen Arbeitsvertrages bedeutet. Die Reaktion ist darauf ausgerichtet, wahrgenommene Ungerechtigkeit auszugleichen und das Gleichgewicht wieder herzustellen. Bedingungsvariablen der Inneren Kündigung sind u.a. ein Mangel an kooperativer Führung, Mitbestimmung und Zuwendung. Gegenindikatoren sind u.a. Involvement, Identifikation sowie Loyalität. Als resultierende Dimensionen des kausalen Strukturmodells ergeben sich Inequity, Persönliche Erfüllung sowie Innere Kündigung. Reliabilitäten und Validitäten sind gut belegt. Eine Modelltestung konnte das hypothetische, kausale Strukturmodell bestätigen.

 

Karsten Schneider: Mitbestimmung im "Konzern Stadt". Arbeitspolitische Implikationen des dezentralisierten kommunalen Sektors

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2002, 7-32

Seit Beginn der neunziger Jahre kommt es in deutschen Kommunen zu einem sehr deutlichen Anstieg der Gründung von Eigengesellschaften und -betrieben. Auch der verbliebene Teil der Verwaltung wird praktisch überall durch Binnendezentralisierung umgestaltet. Diese Herausbildung eines "Konzerns Stadt" ist mit erheblichen Veränderungen für die Arbeit der Interessenvertreter und der Gewerkschaft verbunden. Einerseits nimmt die Zahl der dezentralen Personalratsgremien zu bzw. erhalten diese eine gesteigerte Bedeutung. Anderseits entstehen eine Reihe von neuen Betriebsratsgremien, die rechtlich keine Verbindungen mehr zu den Personalräten haben. Die Dezentralisierungen führen darüber hinaus zu der Betonung wirtschaftlicher Interessen, politische Aufgaben treten demgegenüber in den Hintergrund. So werden zentrifugale Tendenzen wirksam, der Zusammenhalt im "Konzern Stadt" erodiert. Dies wiederum führt auf Arbeitnehmerseite zu Gegentendenzen. Die Notwendigkeit, sich mit Beschäftigten, Dienstellenpersonalräten und Betriebsräten zu verständigen, wird größer. Dazu werden in einigen Kommunen u.a. rechtlich schwach abgesicherte "Konzern-Arbeitnehmervertretungen" gegründet, die Kooperation von Personal- und Betriebsräten ermöglichen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Arbeitnehmervertreter auch unter schwierigen Bedingungen gestaltungsfähig sein können. Der (Gesamt-) Personalrat verliert allerdings seine herausgehobene Stellung und wird tendenziell zu einem gleichberechtigten Verhandlungspartner, der nur gemeinsam mit anderen Arbeitnehmervertretern und Beschäftigten Einfluss nehmen kann.

 

Ralph Greifenstein, Leo Kißler: Personalräte zwischen Rationalisierungsschutz und Modernisierungsmanagement

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2002, 33-54

Beim Aufbau der neuen kommunalen Verwaltungsarchitektur sind Personalvertretungen Akteure der Reform. Sie nehmen ihre Schutzfunktion wie auch neue Gestaltungsaufgaben wahr. Die Politikstile variieren in Abhängigkeit von den Arbeits- und Machtbeziehungen in der Kommunalverwaltung. Zur Verwaltungsmodernisierung gehört nicht nur die Binnenmodernisierung, sondern auch ein neues Management des "Konzerns Stadt". Dieses Modernisierungsfeld zwingt ebenfalls zu einer Neuorientierung der Interessenvertretungspolitik und zeigt den Weg zu einer innovativen Mitbestimmungspolitik durch eine Arbeitnehmervertretung im Konzern auf. Aktuelle Personalratsarbeit bewegt sich auf beiden Modernisierungsfeldern in einem prekären Interimszustand zwischen Rationalisierungsschutz und Modernisierungsmanagement.

 

Hansjörg Weitbrecht, Sylvana Mehrwald, Heidrun Motzkau: Der Betriebsrat als Ressource bei der Einführung von Gruppenarbeit

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2002, 5-78

Der Beitrag befasst sich mit der Einführung von Gruppenarbeit. Einführung wird definiert als Prozess der Aushandlung zwischen den Akteuren in einem Betrieb - d.h. betroffene Mitarbeiter und Führungskräfte, Betriebsrat und Prozessverantwortliche -, die gemeinsam eine neue organisatorische Wirklichkeit konstruieren. Dieser Prozess ist Gegenstand der Untersuchung, welche Verfahrenskriterien der Fairness aus der amerikanischen justice-in-organizations-Forschung übernimmt und erstmals auf organisationale Veränderungsprozesse im Kontext der deutschen industriellen Beziehungen anwendet. Es wird untersucht, welche Auswirkungen eine Erfüllung dieser Fairness-Kriterien auf das Ergebnis des Prozesses hat. Bezug genommen wird dabei insbesondere auf die Rolle des Betriebsrats als Akteur in diesem Prozess und als kommunikativer Moderator. Die Untersuchung erfolgte in 21 Betrieben der Metallbranche mit 836 Befragten.

 

Bernd Frick: "High Performance Work Practices" und betriebliche Mitbestimmung: Komplementär oder substitutiv? Empirische Befunde für den deutschen Maschinenbau

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2002, 79-102

Ungeachtet der Tatsache, dass in den letzten Jahren die Zahl der Befürworter neuer Formen der Arbeits- und Betriebsorganisation erheblich zugenommen hat, ist unser empirisches Wissen über deren Verbreitung, ihre Determinanten und Effizienzfolgen bislang höchst lückenhaft. Der folgende Beitrag versucht diese Lücke zu schließen und dokumentiert anhand einer repräsentativen Stichprobe deutscher Maschinenbauunternehmen die ökonomische Relevanz sogenannter "High Performance Work Practices" (HPWP). Dabei zeigt sich zunächst einmal, dass sowohl die Betriebs- als auch die Arbeitsorganisation in den Unternehmen des deutschen Maschinenbaus teilweise erhebliche Veränderungen erfahren hat. Darüber hinaus wird deutlich: sowohl die Zahl an HPWP als auch deren spezifische Kombination unter sonst gleichen Bedingungen haben einen positiven Einfluss auf die erwartete wie die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung sowie einen negativen Einfluss auf die Arbeitsnachfrage. Insbesondere der letztgenannte Befund ist wohl geeignet, die unter den Betriebsräten verbreitete Skepsis gegenüber den genannten HPWP zu erklären.

 

Stefan Kühl: Innovation trotz Imitation. Wie verändern sich Organisationsleitbilder?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2002, 157-185

Die Leitbilder von "gutem Management" und "rationaler Organisation" prägen die Reorganisationsprozesse von Unternehmen, Verwaltungen und Verbänden und erklären, weshalb es zu einer großen Ähnlichkeit von Organisationen in einem organisationalen Feld kommt. Wie kommt es jedoch angesichts des Drucks auf Organisationen, sich den in ihrer Umwelt herrschenden rationalen Vorstellungen anzupassen, zur Veränderung von Leitbildern?

Basierend auf einer Untersuchung von drei Unternehmen wird die These entwickelt, dass Unternehmen zunehmend ihre Organisationsstrukturen als Marketinginstrument einsetzen und aus diesem Grund Isomorphiestrategien von Organisationen häufig in einer Form ablaufen, in der die Vorstellungen von "gutem Management" oder "rationaler Organisation" in der eigenen Organisationspraxis noch durch eigene Innovationen oder Variationen überboten werden.

 

Jürgen Kädtler, Hans Joachim Sperling: Jenseits von Globalisierung und Finanzialisierung: Aushandlungsbeziehungen in der deutschen Chemie- und Automobilindustrie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2002, 133-156

Der Beitrag diskutiert die aktuelle und zukünftige Bedeutung lokal verankerter Aushandlungs- und Machtpositionen von Arbeitnehmervertretungen in großen Industrieunternehmen, die sich transnational neu ausrichten. Im Kontext der spezifisch deutschen industriellen Beziehungen werden die im Zuge der organisatorischen Restrukturierung und Globalisierung sich verändernden Aushandlungskonstellationen herausgearbeitet und die Verankerungen und Gefährdungen von Primärmachtpositionen der Arbeitnehmervertretungen analysiert. Untersucht werden Restrukturierungsfälle in der Chemie- und Pharma- sowie in der Automobilindustrie. Der Beitrag arbeitet die Spielräume der Ausgestaltung und Gewichtung lokaler Aushandlungspositionen heraus, die diese im Verlauf strategischer Wahlentscheidungen des Managements erlangen aber auch verlieren können. Abschließend wird angesichts eines wachsenden Gewichtes globaler Finanzmarktrationalität für strategische Orientierungen eine Tendenz zur Instabilisierung von Aushandlungsbeziehungen diskutiert.

 

Ursula Holtgrewe, Christian Kerst: Call Center: Die Institutionalisierung von Flexibilität

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2002, 186-208

Der Beitrag untersucht, ob die Etablierung des neuartigen Organisationstyps Call Center und dessen starkes Wachstum in den 90er Jahren umstandslos als Ausdruck, Ergebnis und Verstärkung von Prozessen der De-Institutionalisierung zu verstehen ist. Empirisch liegt die Auswertung von Experteninterviews und betrieblichen Erhebungen zugrunde. Die Ausbreitung von Call Centern wird theoretisch als Herausbildung eines neuen Organisationsfeldes begriffen, auf dem Isomorphietendenzen durch strategiefähige Akteure begrenzt und geformt werden. Empirisch zeigen sich sowohl für die Arbeitsbeziehungen in Call Centern als auch im Hinblick auf Prozesse regionaler Clusterbildung deutliche Tendenzen der Re-Institutionalisierung des Feldes. So wird etwa der Anschluss an die deutschen Institutionen der industriellen Beziehungen deutlich erkennbar, aber diese werden im selben Prozess flexibilisiert. Es zeichnen sich soziale Möglichkeiten eines qualitätsorientierten Modernisierungspfads ab, dessen Voraussetzungen untersucht werden.

 

Renate Hornung-Draus: Between e-economy, Euro and enlargement. Where are employer organisations in Europe heading?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2002, 209-221

This paper examines the changes which employer organisations in Europe -both at national and at EU-level - have undergone in the past ten years. These changes are linked on one hand to economic developments, such as globalisation and the development of the e-economy, and on the other hand, to political decisions at European level such as Economic and Monetary Union and enlargement. In this paper, I shall make some reflections, based on practical experience, on the changes and challenges which employer and business associations in Europe are facing with    regard to the above-mentioned developments. While substantial differences based on national   traditions continue to exist, it is nevertheless possible to identify certain common trends, such as the reorganisation and consolidation of employer and business associations, the development of new service-oriented profiles addressed directly to individual companies, and the politicisation of the organisations. The reforms of the industrial relations system undertaken by the employers' organisations which have led to a lasting shift towards a more decentralised approach, giving more space to individual arrangements at company leve,l have proved to be a success: The   system of collective interest representation is no longer questioned in principle, as was the case in the early nineties.

 

Ann Elisabeth Auhagen: Kompetenz und Verantwortung

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 230-249

Kompetenz und Verantwortung sind zentrale Aspekte professionellen Handelns. Beide Begriffe werden zunächst theoretisch erläutert in Bezug auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dann werden Ergebnisse aus drei empirischen Untersuchungen, zwei Feldstudien und einem Experiment, vorgestellt. Dabei wird auf über 500 Situationen von Kompetenz und Verantwortung bei 140 Untersuchungsteilnehmerinnen und Untersuchungsteilnehmern rekurriert. Zu den zentralen Ergebnissen zählen, dass eine doppelt positive Beziehung zwischen Kompetenz und Verantwortung besteht und dass besonders die subjektive situative Kompetenzerwartung den Umgang mit Verantwortung begünstigt.

Die Resultate werden unter anderem diskutiert im Zusammenhang mit verschiedenen Arten und Aspekten von Kompetenz in Relation zu Verantwortung sowie dem Handlungskontext, der für entsprechende Situationen günstig ist. Außerdem werden Praxistipps für den Umgang mit Kompetenz und Verantwortung gegeben.

 

Hans-Werner Bierhoff: Soziale Verantwortung im Berufs- und Wirtschaftsleben

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 209-229

Die Binnenstruktur von sozialer Verantwortung verweist auf zwei grundlegende Komponenten: Erfüllung der berechtigten Erwartungen anderer und Befolgung der sozialen Spielregeln. In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie die Kenntnis dieser Binnenstruktur zur Klärung von Fragen der Ethik im Berufs und Wirtschaftsleben beitragen kann. Dazu wird zwischen drei Ebenen der Analyse unterschieden: Unternehmen, Führung und Mitarbeiter. Ein Ergebnis besteht darin, dass ethische Fragen in Unternehmen auf der Grundlage einer Sequenz von Entscheidungen beantwortet werden können, die zunächst die moralische Rechtfertigung der Handlung und dann die Umsetzung des moralischen Standpunkts in konkretes Engagement umfassen. Einige Folgerungen, die aus der Analyse bezogen werden, betreffen die Sicherung der individuellen Autonomie der Mitarbeiter gegenüber den Interessen der Führung, die Aufdeckung von gefährlichen Praktiken, die vor allem im Bereich des Umweltverschmutzung relevant ist, und die Frage der aktiven Beteiligung ethisch orientierter Organisationen an der Lösung von allgemeinen gesellschaftlichen Themen.

 

Gerhard Blickle: Mikropolitik - eine ethische Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 169-186

In diesem Beitrag werden zunächst die Begriffe Mikropolitik, Moral und Ethik kurz umrissen, um dann die ethische Zulässigkeit mikropolitischer Aktivitäten mit Hilfe verschiedener ethischer Theorien zu untersuchen. Diese sind der Kontraktualismus, der Utilitarismus, der Grundrechte-Ansatz, die thomistische Lehre vom doppelten Effekt, die Diskursethik sowie die hermeneutische Ethik. Die dezisionistische Position, wonach die Anerkennung ethischer Prinzipien nicht rational fundierbar sei, wird zurückgewiesen. Es wird die Integration der verschiedenen Normen im Sinne eines kohärenten Reflexionsgleichgewichts vorgeschlagen.

 

Dieter Frey, Nadira S. Faulmüller, Martin Winkler, Markus Wendt: Verhaltensregeln als Voraussetzung zur Realisierung moralisch-ethischer Werte in Firmen

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 135-155

Viele Unternehmen und Organisationen versuchen nach dem Prinzip "Spitzenleistungen mit Menschenwürde" zu führen. Im Rahmen dieser Versuche werden oft Führungsleitlinien oder Verhaltensregeln proklamiert. Dabei wird angenommen, eine Verabschiedung solcher Verhaltensregeln und deren Papierdokumentation sei ausreichend, um ihre Umsetzung zu erreichen. Es wird übersehen, dass die Problematik erst in dieser Phase wirklich beginnt: allzu leicht bewirkt die Formulierung und Verabschiedung sowie die Präsentation in Hochglanzbroschüren Frustration und innere Kündigung bei den Mitarbeitern, weil aus deren Sicht nur Lippenbekenntnisse gegeben werden und eine Doppelmoral auf Seiten der Führung festgestellt wird: die Führungsebene lebt nicht entsprechend der von ihr selbst proklamierten Werte und Normen und hat zweierlei Maß bei der Beurteilung von Verletzungen der festgelegten Verhaltensregeln.

In diesem Beitrag demonstrieren wir einerseits die Problematik der Formulierung von Verhaltensregeln und andererseits zeigen wir auf, welche Bedingungen notwendig sind, damit nach ihrer Festsetzung und Proklamation eine konkrete Umsetzung auch tatsächlich stattfindet.

 

Lutz von Rosenstiel, Ralph-Michael Woschée: Wertkonflikte in der arbeits- und organisationspsychologischen Forschung und Praxis

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 187-208

Angewandte Forschung ist nicht nur - wie eine theorieorientierte Wissenschaft - dem Kriterium der "Wahrheit", sondern auch jenem der "Nützlichkeit" verpflichtet. Für eine wissenschaftlich begründete Praxis gilt dies nahezu in ausschließlichem Maße. Sobald Forschung nützlich sein will, stellt sich die Frage, wem der erhoffte Nutzen zugute kommen soll. Sowohl in der Gesellschaft insgesamt als auch spezifisch in den Organisationen der Wirtschaft und Verwaltung bestehen vielerlei Interessengegensätze. Daher lässt sich fragen, in wessen Dienst sich arbeits- und organisationspsychologische Forschung implizit oder explizit stellt. Aus der Vielzahl denkbarer Interessenbindungen wurde in dieser Untersuchung der häufig zitierte Gegensatz zwischen dem Individuum und der Organisation thematisiert. Am Beispiel von zwei Fachzeitschriften wurde überprüft, ob die publizierten Forschungsinhalte über einen Zeitraum von 34 bzw. 24 Jahren eher im Interesse der Organisation oder eher im Interesse des Individuums stehen. Für das "Journal of Applied Psychology" zeigte sich eine durchgehend stabile Themenauswahl im Interesse der Organisation. Für die "Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie" gilt dies nicht. Sie war als "Psychologie und Praxis" zunächst eher am Individuum orientiert, stellte dann nach ihrer Umbenennung die Interessen der Organisation in den Vordergrund und hat in den letzten Jahren zu einer ausgeglichenen Berücksichtigung beider Interessenlagen gefunden.

 

Erich H. Witte: Ethische Grundpositionen und ihre Bedeutung bei der Rechtfertigung beruflicher Handlungen

Zeitschrift für Personalforschung 2/2002, 156-168

Die empirische Ethikforschung wird aus der klassischen Moralforschung herausgelöst und in Verbindung mit anderen Schwerpunkten aus der Sozialpsychologie und Soziologie gebracht: Werte, Kultur, Gerechtigkeit, Attribution. Ferner wird auf weit zurückliegende Studien aufmerksam gemacht. Als Ergebnis dieser Überlegungen wird eine präskriptive Attributionsforschung vorgeschlagen, die die Rechtfertigung von Handlungen mit Hilfe der Angabe von Bedeutungsgewichten der klassischen vier ethischen Grundpositionen: Hedonismus, Intuitionismus, Utilitarismus und Deontologie, erfaßt. Mit Hilfe dieser vier ethischen Grundpositionen, die einmal über eine Fragebogentechnik und zum anderen über eine inhaltsanalytische Kategorisierung erfasst werden, wird das zugrundeliegende Motivmodell erfasst, das das Denkmodell der ursprünglichen Attributionsforschung ergänzt. Bei der Untersuchung der Rechtfertigung der eigenen Arbeitsleistung erkennt man deutlich einen Unterschied zwischen ost- und westdeutschen Arbeitnehmern. Die ostdeutschen Arbeitnehmer rechtfertigen ihre Leistungen stärker kollektivistisch über die Betonung von Utilitarismus und Deontologie. Ostdeutsche Pendler haben keine Rechtfertigungsmöglichkeiten mehr. Die westdeutschen Pendler bleiben dagegen stabil.

Beim Vergleich der Rechtfertigung der Keimbahntherapie von drei unterschiedlichen Berufsgruppen aus der Wirtschaft, der Medizin und der Rechtsprechung zeigt sich eine Bevorzugung hedonistischer Positionen durch die Wirtschaftler und die Bevorzugung von Utilitarismus und Deontologie durch die Juristen und Mediziner.

Das tiefere Verständnis von Erklärungen führt zur ursprünglichen, deskriptiven Attributionsforschung und das bessere Verständnis von Motivationen führt zur präskriptiven Attributionsforschung in Form der hier vorgeschlagen empirischen Ethikforschung.

 

Mojca Duh: Das Entwicklungsmanagement des Familienunternehmens - Modell und empirische Untersuchung in Slowenien

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2002, 121-141

Die bestehenden Modelle des strategischen und integralen Managements, aber auch die Entwürfe des Entwicklungsmanagements, sind den Merkmalen der kleinen und mittleren Familienunternehmen (Familien-KMU) und den Besonderheiten ihrer Verwaltung und ihrer Führung nicht angepasst. In dem vorliegenden Beitrag werden die grundlegenden Merkmale des in Slowenien erarbeiteten Modells des Entwicklungsmanagements kleiner und mittlerer Familienunternehmen beschrieben. Kurzgefasst werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchung über die Merkmale des Entwicklungsmanagements der kleinen und mittleren Familienunternehmen in Slowenien dargestellt.

 

Xavier Gellynck / Ewa Halicka / Jacques Viaene: New Institutional Economics as a Tool for Improving Transaction Governance in the Polish Fruit Sector

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2002, 142-161

It was expected that price liberalisation and privatisation in transition economies would spontaneously result in the necessary institutions that underpin Western market economies. However, these institutions are not developing as expected. The objective of the paper is to understand why these institutions are not developing in the Polish fruit sector. It mainly focuses on transaction cost economics and its link with economic development. Based on interviews with all participants in the Polish fruit chain, hold-up problems are identified and solutions proposed.

 

Sven-Olof Collin / Ivana Cesljas: Corporate governance in transitional economies: Business groups in Croatia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2002, 162-186

Croatia has a transitional economy that contains conditions for the evolution of business groups. Business groups are legally independent firms that typically are joined by equity ownership, and co-ordinating their use of resources, such as capital and managerial labour. They have evolved and exist in most European and Asian countries. The aim of the paper is to explain the corporate governance aspect of the privatised firms in Croatia, with special reference to the evolution of business groups. We argue that these groups function as a mean for the governance of the firms, solving the problems of capital and managers, handling the relationships with the state, and representing a socially legitimate organisation, thus producing institutional stability in a transitional economy. The theory is applied on archival data, and two case studies.

 

Hans-Jürgen Bieling, Thorsten Schulten: Reorganisation der industriellen Beziehungen im europäischen Mehrebenensystem

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2002, 245-273

In der Europäischen Union vollzog sich in den 90er Jahren eine Wiederbelebung und Transformation korporatistischer Arrangements. Hierbei handelt es sich um einen doppelten Reorganisationsprozess, der einerseits durch die markt- und wettbewerbsgetriebene Modernisierung der europäischen Ökonomie, andererseits zugleich aber auch durch spezifische Formen der Konzertierung und Kompromissbildung auf betrieblicher, nationaler und europäischer Ebene bestimmt ist. Die bestehen Regelsysteme und Kompromissstrukturen werden demnach einem erhöhten Wettbewerbsdruck ausgesetzt, ohne dass allerdings die Beteiligung und Einbindung der Beschäftigten und Gewerkschaften grundsätzlich in Frage gestellt wird. Da die neuen Formen der sozialen Konzertierung und korporatistischen Interessenaushandlung jedoch stark asymmetrisch strukturiert sind, bleibt ihre Funktionsweise prekär.

 

Rüdiger Piorr, Pamela Wehling: Betriebsratshandeln als unternehmerischer Erfolgsfaktor? Einflussnahme von Arbeitnehmervertretungen bei der Durchführung von Reorganisationsmaßnahmen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2002, 274-300

Die Arbeiten der Betriebsräteforschung zeigen deutlich, dass in den Unternehmen eine Abkehr von der klassischen, konfliktorientierten Schutzpolitik stattfindet. Betriebsräte betreiben zunehmend eine engagierte sowie gestalterische Interessenpolitik und nehmen verstärkt die Rolle des Co-Managers ein.

Unbeantwortet bleibt jedoch zum einen die Fragestellung, welchen Einfluss Betriebsräte bei der Durchführung von Umstrukturierungsmaßnahmen nehmen und zum anderen, inwiefern Co-Manager neben der Wahrung der Arbeitnehmerinteressen auch zum wirtschaftlichen Unternehmenserfolg beitragen.

Diesen bisher offenen Fragestellungen sind wir anhand konkreter Reorganisationsprojekte in Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf der Grundlage der Betriebsratstypologie von Müller-Jentsch nachgegangen. Am Beispiel von Gruppenarbeit untersucht der Artikel, welchen Einfluss Betriebsräte bei der Implementierung der Gruppenarbeit genommen haben und stellt heraus, dass Co-Manager - neben der Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen - auch zum wirtschaftlichen Erfolg der Gruppenarbeitsmodelle beitragen.

 

Karen Lehmann: Entwicklungsperspektiven von Tarifverträgen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2002, 301-318

Der Beitrag zeigt Entwicklungen im System der Flächentarifverträge auf. Ausgangspunkt ist ein empirisch feststellbarer Rückgang der Flächentarifbindung. Reformvorschläge zielen im Wesentlichen auf eine verstärkte Differenzierung der Tarifverträge, einen zunehmenden Gebrauch von Öffnungs- resp. Härteklauseln und eine Modifizierung des Günstigkeitsprinzips ab. Aus Arbeitgebersicht scheinen die bisherigen Maßnahmen hin zu mehr Flexibilität in den Flächentarifverträgen jedoch nicht auszureichen, um die Unzufriedenheit der Arbeitgeber nachhaltig zu beseitigen. Um die Rückzugsneigung der Arbeitgeber zu stoppen und gleichzeitig Beschäftigung in Deutschland zu sichern, müssen sich die Tarifpartner über die gewandelten Marktbedingungen bewusst werden und eine durch Offenheit und Kreativität geprägte Verhandlungskultur entwickeln. In diesem Zusammenhang werden zwei Beispiele (Chemische Industrie und Volkswagen) mit innovativen beschäftigungssichernden Tarifvereinbarungen vorgestellt.

 

Thomas Haipeter: Chancen und Risiken der Mitbestimmung - Das Beispiel Volkswagen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2002, 319-342

Der Artikel knüpft an die Diskussionen an, die seit nunmehr einem Jahrzehnt über die Zukunft der Mitbestimmung vor dem Hintergrund dramatischer Umbrüche in Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft geführt werden. Dabei wird der derzeit aktuelle Blickwinkel des Übergangs zu einem nachfordistischen Produktionsmodell eingenommen. Welche Risiken bestehen für die Mitbestimmung in der nachfordistischen Produktion? Hält der Nachfordismus vielleicht sogar Chancen für die Mitbestimmung bereit? Diese Fragen werden empirisch am Beispiel Volkswagens diskutiert.

Kern des nachfordistischen Produktionsmodells ist die produkt- und finanzmarktgetriebene Marktsteuerung operativ selbstständiger Unternehmenseinheiten. Diese Steuerungsform hat sich bei Volkswagen als Summe vielfältiger Reorganisationsbemühungen in den neunziger Jahren durchgesetzt. Das zentrale Ergebnis des Aufsatzes lautet, dass die Mitbestimmung die Marktsteuerung entscheidend prägen konnte. In der ausgehandelten Marktsteuerung des Unternehmens findet eine Politisierung von Entscheidungen in einem Maße statt, dass von einer substanziellen Ausweitung der Mitbestimmung auf der Grundlage einer stabilen Gegenmachtposition der Interessenvertretung gesprochen werden kann. Freilich kann die Mitbestimmung die Marktsteuerung nicht aufheben. Immerhin aber können Ambivalenzen ausgehandelt werden, mit denen ein reines concession bargaining vermieden wird.

 

Ricarda B. Bouncken: Nostalgie als Organisatorisches Phänomen. Analyse- und Gestaltungsdimensionen für Personal und Führung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 359-375

Unternehmen, die einen Wandel anstreben, müssen die Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit ihrer Mitglieder verbessern. Einen bisher vernachlässigten Faktor, der die tieferliegende sozio-emotionale Ebene des organisationalen Konservatismus betrifft, stellt Nostalgie dar. Der Beitrag untersucht Nostalgie im Kontext von Unternehmen und analysiert dabei, welche Auslöser zu Nostalgie führen. Neben der persönlichen Disposition der Mitarbeiter forcieren verschiedene materielle und immaterielle Auslöser im Arbeitsumfeld das Entstehen von Nostalgie. Darüber hinaus kann sich geteilte Nostalgie durch gleiche Arbeitsbedingungen und die interindividuelle Übertragung des Emotionsbündels entwickeln. Auf der Basis der Analysen werden Gestaltungshinweise zur Kanalisierung von Nostalgie gegeben, die durch die Vorstellung und Beurteilung verschiedener Messmethodiken ergänzt werden.

 

Andrea Graf: Schlüsselqualifikation Soziale Kompetenz - eine Vergleichsstudie in deutschen und US-amerikanischen Versicherungsunternehmen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 376-391

Soziale Kompetenz wird als Schlüsselqualifikation im internationalen Wettbewerb beurteilt. In der vorliegenden Studie werden soziale Kompetenzen deutscher und US-amerikanischer Mitarbeiter von vier Versicherungsunternehmen mit Hilfe von Fragebogen erfasst. Ziel ist es, Hinweise über die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Arbeitnehmer hinsichtlich sozialer Kompetenzen im Vergleich zu amerikanischen Arbeitnehmern zu erhalten. In den Ergebnissen zeigt sich bei der Mehrzahl der erfassten sozialen Kompetenzen keine länderspezifische Ausprägung. Bei den Kompetenzen Selbstbehauptung und -darstellung erweist sich das Land als signifikante unabhängige Variable, wobei die amerikanischen Probanden jeweils höhere Fähigkeiten angeben. Diese sozialen Kompetenzen stellen ein Verbesserungspotenzial der deutschen Mitarbeiter dar. Insgesamt ist der Einfluss des Landes in Relation zu dem des Unternehmens, für das ein Individuum arbeitet und im Vergleich zu dessen Alter, gering. Aus den Ergebnissen werden konzeptionelle Schlussfolgerungen über länderspezifische und länderübergreifende Eigenschaften sozialer Kompetenzen und Empfehlungen für das Human Resource Management abgeleitet.

 

Heinz-Dieter Hardes, Heiko Wickert: Zum Risikocharakter variabler Beteiligungsformen - Überlegungen aus arbeitsökonomischer Sicht

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 308-341

Im vorliegenden Beitrag werden vertragstheoretische Überlegungen zur Konzeption von anreizorientierten Entgeltverträgen dargestellt, mit Komponenten variabler Beteiligungsentgelte - neben fixierten Basisentgelten. Das begriffliche Verständnis monetärer Beteiligungsentgelte schließt dabei sowohl Formen periodischer Erfolgsbeteiligungen wie auch langfristige Kapitalbeteiligungen von Mitarbeitern und Führungskräften ein. Der Beitrag konzentriert sich auf einen in der Literatur bisher vernachlässigten Aspekt, insbesondere auf Risikoüberlegungen im Bezug zu variablen Bonussystemen, Mitarbeiter-Aktien-Programmen und Aktienoptionsplänen für Führungskräfte. Auf der Basis der vertragstheoretischen Grundlagen werden mehrere anwendungsbezogene Folgerungen zur Gestaltung betrieblicher Beteiligungsentgelte abgeleitet.

 

Gertraude Krell, Ulrike Karberg: Geschlechterbezogene Themen in der Personallehre

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 279-307

Im Sinne des Survey Feedbacks verstehen wir diesen Beitrag als Anstoß zur Diskussion und Entwicklung. Im Sommer 2000 wurden alle 64 UniversitätsprofessorInnen für das Fach "Personal" in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Stellenwert geschlechterbezogener Themen in Lehre und Forschung befragt. Da es sich um eine Folgestudie handelt (vgl. Krell/Osterloh 1993a), können mit der Ergebnisdokumentation zugleich Veränderungen aufgezeigt werden: Zwar ist der Anteil derer, die bejahten, dass sich in ihrem Arbeitsbereich mit diesen Themen befasst wird, gesunken, aber die Zahl der bearbeiteten Themen bzw. Titel ist gestiegen. Dies ist nicht nur bedingt durch die erweiterte Fragestellung (so gibt es Spurenelemente von Männerforschung), sondern auch durch eine breitere und differenziertere Bearbeitung von "Frauenthemen".

 

Thomas Kuhn: Humanisierung der Arbeit: Ein Projekt vor dem erfolgreichen Abschluss oder vor neuartigen Herausforderungen?

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 342-358

Aus empirischer Sicht war es über lange Zeit vor allem die tayloristische Arbeitsteilung, die zur ("klassischen") Inhumanität der Arbeit (physische Überbelastung, psychische Unterforderung, soziale Isolation) beitrug und Bestrebungen zur Humanisierung der Arbeit begründete (Abschnitt 1). In der jüngeren Vergangenheit gewinnen nun allerdings nicht- bzw. post-tayloristische Formen der Arbeitsorganisation an Bedeutung, die auf eine bemerkenswerte Abnahme der "klassischen" Arbeitsinhumanität verweisen (Abschnitt 2), aber auch auf die Entstehung bzw. Ausweitung einer "modernen" Inhumanität der Arbeit schließen lassen. Diese "moderne" Form der Arbeitsinhumanität entspringt einem nachhaltig intensivierten Wettbewerb zwischen den Arbeitenden und äußert sich in zunehmenden psychisch-sozialen Überforderungen sowie damit einher gehenden Stressreaktionen und -erkrankungen (Abschnitt 3). Inhumane Arbeit könnte zukünftig somit eine zweite bedeutsame Ausprägungsform erfahren, woraus dem Humanisierungsprojekt eine neuartige Herausforderung erwachsen würde (Abschnitt 4).

 

Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer, Johannes Steyrer, Alexander Iellatchitch, Michael Schiffinger, Guido Strunk, Christiane Erten-Buch, Anett Hermann, Christine Mattl: Einmal gut, immer gut? Einflussfaktoren auf Karrieren in ‚neuen' Karrierefeldern

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 392-414

Der Beitrag hat zum Ziel "organisationale-" und "interpersonale" Einflussfaktoren auf Managementkarrieren in post-organisationalen Kontexten zu diskutieren. Nach einer Spezifikation relevanter Termini wird anhand der Dimensionen Kopplung und Konfiguration eine Typologie neuer Karrierefelder entwickelt, die eine Fokussierung auf zentrale Bestimmungsmerkmale neuer Karriereformen ermöglicht. Im Anschluss daran werden Indikatoren vorstellt, die auf Tendenzen einer Substitution unselbständiger Erwerbstätigkeit in Richtung von Beschäftigungsformen in den neuen Karrierefeldern verweisen. Schließlich werden im Sinne eines "State of the Art" Forschungsbefunde zu zentralen organisationalen und interpersonalen Einflussfaktoren auf Karrieren aufgearbeitet. Im abschließenden Teil kommt es zur Formulierung und Diskussion von Thesen darüber, wie sich aufgrund der geänderter Kontextbedingungen die Relevanz einzelner Einflussfaktoren verschieben könnte.

 

Hagen Schick: Theorieprobleme des Wissensmanagements

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 433-458

Das Thema Wissensmanagement beansprucht seit geraumer Zeit einen prominenten Platz in der betriebswirtschaftlichen Diskussion. Mehr als 1000 selbstständige Veröffentlichungen sind dazu allein im deutschsprachigen Raum seit 1995 erschienen.1 Zahllose Zeitschriftenaufsätze kommen hinzu, und ein Ende der Publikationsflut ist nicht abzusehen. Doch wie so oft bei "heißen" Managementthemen, stehen die beeindruckenden Publikationszahlen in einem gewissen Missverhältnis zum qualitativen Standard der Debatte, die zahlreiche theoretische Unebenheiten aufweist. Diese liegen auf begrifflicher, methodischer und kategorialer Ebene. Der vorliegende Beitrag zeigt die Schwachstellen der Diskussion auf und plädiert für einen philosophisch und kommunikationstheoretisch revidierten Umgang mit dem Problemkomplex des Wissens und seiner sozialen Verwendung im Kontext der Unternehmung. Zu diesem Zweck wird das Wissensmanagementkonzept zunächst zusammenfassend referiert (Kapitel 1), um nach einer grundlagenkritischen Erörterung (Kapitel 2) abschließend einige Desiderate für die künftige personalwissenschaftliche Reflexion zu präsentieren (Kapitel 3).

 

Edgar Schmitz, Andreas Hillert, Dirk Lehr, Lisa Pecho, Christian Deibl: Risikofaktoren späterer Dienstunfähigkeit: Zur möglichen prognostischen Bedeutung unrealistischer Ansprüche an den Lehrerberuf

Zeitschrift für Personalforschung 3/2002, 415-432

In einer vergleichenden Untersuchung sollte anhand einer Gruppe dienstunfähiger Lehrpersonen mit psychischen bzw. psychosomatischen Beschwerden und einer Gruppe berufstätiger Lehrer geklärt werden, (a) was unter dem Begriff des "unrealistischen Anspruchs" inhaltlich zu verstehen ist und (b) ob unrealistische Ansprüche als frühe Hinweise auf spätere Dienstunfähigkeit vermutet werden können. Die Ergebnisse belegen die Annahme, dass dienstunfähige Lehrer bei Berufsbeginn signifikant mehr unrealistische Ansprüche hatten als berufstätige Lehrer. Sie erwarteten mehr Anerkennung und stellten überhöhte Leistungsansprüche an die eigene Person. Die Kontrollgruppe war bei Berufsbeginn selbstkritischer. Hinsichtlich der Variablen Begeisterung gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

 

Eilert Herms: Normetablierung, Normbefolgung, Normbestimmung - Beobachtungen und Bemerkungen zu Karl Homanns These "Ökonomik - Fortsetzung der Ethik mit anderen Mitteln".

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2002, 137-173

Ethik erklärt die Etablierung und Implementierung von Normen aus individueller Vorteilsmaximierung - aber darüber hinaus auch die inhaltliche Bestimmtheit von Normen aus den Möglichkeitsbedingungen individuellem Vorteilsstrebens. "Ökonomik" behandelt nur die beiden ersten Themen, übergeht Einsichten des strebensethischen Überlieferung und überbietet oder vollendet also "die" überlieferte Ethik nicht.

Mit einem Korreferat von Michael Schramm: Ethik = Ethik + Ökonomik = Ökonomik?

 

Elke Mack: Anmerkungen zur Methode einer theologischen Wirtschafts- und Sozialethik

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2002, 174-204

Moderne theologische Wirtschafts- und Sozialethik sollte im Rahmen der wissenschaftstheoretischen Schritte ,,Analyse, Synthese, Operationalisierung" erfolgen. Die christliche Wirtschafts- und Sozialethik erfüllt bei diesem Zuschnitt den Anspruch einer modernen theologischen Gerechtigkeitstheorie, die erstens ihr hermeneutisches Vorverständnis hinreichend klärt und analytisch an Problemstellungen herangeht, die zweitens auf der Basis eines hypothetischen Konsenses aller Betroffener zu normativen Theorien kommt und die als dritten Baustein die Implementation von Normen in reale wirtschaftliche Systemzusammenhänge gewährleistet. Theologische Wirtschafts- und Sozialethik kann auf diese Weise mit Hilfe ihres eigenen ethischen Instrumentariums sozialwissenschaftliche Erkenntnisse interdisziplinär mit normativer Theoriebildung verzahnen, ohne ihre spezifische theologische Ausrichtung aufzugeben.

Mit einem Korreferat von Friedhelm Hengsbach: Verzaubert vom Implementieren? - Elke Mack's theologische Wirtschaftsethik

 

Jochen Gerlach: Theologische Wirtschaftsethik als interdisziplinäre Aufgabe

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2002, 205-229

Ausgehend von der Gegenstandsbestimmung theologischer Wirtschaftsethik und der Beschreibung des methodischen Hauptproblems der Wirtschaftsethik unterzieht der Autor zwei ökonomische Ansätze zur Wirtschaftsethik einer kritischen Würdigung (Bruno Molitor und Karl Homann). In Auseinandersetzung mit diesen beiden Ansätzen, die als Isolations- und Substitutionsmodelle charakterisiert werden, entwickelt der Autor eine wirtschaftsethische Rahmentheorie, die ein Korrelationsmodell von Ethik und Wirtschaftstheorie begründet.

Mit einem Korrefarat von Christoph Lütge: Über Sinn und Methode einer Ordnungsethik

 

Wolfram Stierle: Ökumenische Wirtschaftsethik und globale Ökonomie

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2002, 230-246

Kirchen sind schon länger global als die Finanz- und Warenmärkte. Unter den Bedingungen der Globalisierung könnten so gesehen ihre Beiträge auf dem Markt der Wirtschaftsethiken eine "unique selling position" einnehmen. Allerdings: Kirchliche Voten gelten gemeinhin als gut gemeint, aber ökonomisch eher schlecht beraten. Am Beispiel der wirtschaftsethischen Einlassungen des Ökumenischen Rates der Kirchen wird dieser These nachgegangen. Der aktuelle Beitrag der weltweiten Kirchen zu einer global verantworteten Wirtschaftsethik wird bewertet.

 

Alexander Brink: Gräfin Dönhoff und das Management

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2002, 247-256

In der unternehmensethischen Diskussion dominieren institutionalethische Konzeptionen. Ohne eine Ethik des Individuums bleibt die Wirkung von Unternehmensethik jedoch trotz adäquater Anreizbedingungen ‚suboptimal'. Gräfin Marion Dönhoff hat charismatische Führung und Ethik eng miteinander verflochten. Anhand von bio- und bibliographischen Quellen wird ein ‚Gedankenexperiment' durchgeführt. Manager erfahren etwas über Corporate Citizenship und moralische Führung.

 

Julia Rozanova: Is small beautiful? Is big efficient? Selected patterns of HRM: a pilot study of two Russian companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2002, 223-240

The article focuses on patterns and strategies developed by particular business enterprises that help to cope with the challenges of transition, like changes of property ownership, companies' structure, principles of performance, and patterns of business-government relations. The paper is based on several case-studies: those of the biggest and most influential Russian corporations (LUKOIL, GAZPROM and ROSTELECOM), and those of small business firms (a factory; an equipment-sales middleman). The author analyses the systems of industrial relations and measures of personnel adjustment to the challenges of transition developed by the selected Russian companies in comparison to how these measures are perceived, evaluated and consequently responded to by employees. The patterns applied by big corporations ("Blue Chips") and small companies differ considerably. The size of a company is a crucial factor here, as well as the history of a company's transformation, and the personalities of the company's leaders and their participation and role in the political process.

 

Reiner Piske: Deutsche Akquisitionen in der Russischen Föderation: Führung im Spannungsfeld kultureller Differenzierung und organisationaler Integration

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2002, 241-266

Dieser Beitrag analysiert die Problematik der unternehmenskulturellen Anpassung nach deutschen Akquisitionen in der Russischen Föderation. Nach der Darstellung typischer, kulturell bedingter Konfliktpotenziale wird ein Modell zur Beschreibung der Dynamik des Akkulturationsprozesses und der Effekte der Führung durch das deutsche Mutterunternehmen im russischen Tochterunternehmen entwickelt. Aus dem Modell, das empirisch an zwei Fallstudien illustriert wird, werden Schlussfolgerungen für ein erfolgreiches Postakquisitions-Management abgeleitet.

 

Elena Pavlova: Personalvermittlungsfirmen in Rußland und ihre neuen Leistungen (Das Beispiel St. Petersburg)

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2002, 267-278

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über Art und Aktivitäten der Personalvermittlungsfirmen in St. Petersburg. Nach einer präzisierenden Beschreibung, was in diesem Beitrag unter einer russischen Personalvermittlungsfirma verstanden werden soll, werden die verschiedenen Typen von solchen Firmen vorgestellt. Im weiteren befasst sich der Artikel insbesondere mit sogenannten Prestige-Personaldienstleistern. Nach einer Darstellung der Firmen in St. Petersburg wird vergleichend herausgestellt, welches die neuen Leistungen dieser Firmen sind.

 

Monika Heintz: East European Managers and Western management theories: an ethnographic approach of Romanian service sector enterprises

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2002, 223-240

This paper addresses the values and beliefs behind the actions of Romanian managers in the field of human resource management, by situating them in their societal/national culture. The paper aims to explain why some managerial actions, inspired by Western management theories, threaten business performance. Despite the development of theories regarding cross-cultural knowledge transfer, the practice of managers in Eastern Europe suggests either a naïve understanding of knowledge transfer between Western and East European organisations, or an intended deformation/play on Western managerial advice in their own benefit.

 

Hartmut Wächter: Vielfältige Beschäftigungsmuster - einfältige Personalwirtschaftslehre?

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 476-489

Um die Vielfalt heutiger Beschäftigungsformen zu erfassen, erscheint es zweckmäßig, nach Mustern zu suchen, die diese Vielfalt einfangen. Der Aufsatz stellt verschiedene Typologien von Beschäftigungsmustern ("employment systems") vor und analysiert deren Konstruktionsprinzipien. Es wird vorgeschlagen, eine Typologie von Beschäftigungsmustern verstärkt für die personalwirtschaftliche Forschung und Lehre zu verwenden.

 

Achim Seisreiner: Wertaneignung und Intransparenz als Koordinationsprinzipien

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 525-544

Beim Wertsteigerungsmanagement werden organisatorische Gestaltungsansätze vornehmlich hinsichtlich ihrer Vorteilhaftigkeit bei der Wertgenerierung bewertet. Transparente Strukturen stellen hierbei eine notwendige Voraussetzung zur Erfüllung von Effizienz- und Effektivitätskriterien und damit letztlich für die Wettbewerbsfähigkeit der Wertschöpfung dar. Das wertorientierte Management etabliert deshalb zunehmend intraorganisatorische Organisationskonzepte, die einerseits eine marktförmige, preissystemische Koordination (bspw. über interne Verrechnungspreise) ermöglichen, und andererseits die organisationale Transparenz erhöhen (bspw. mit Hilfe von Performance Measurement-Systemen). Durch die Fokussierung der Wertgenerierung entsteht aber die Gefahr, dass bezüglich der beteiligten Anspruchsgruppen personalführungsrelevante Aspekte der Wertaneignung und -verteilung vernachlässigt werden. Gleichzeitig wird eventuell ein für Innovationen kritischer Schwellenwert an organisationaler Offenheit überschritten. Unter diesem Blickwinkel ist ein gewisser Grad an Intransparenz bzw. kausaler Ambiguität für Innovationen unabdingbar.

 

Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer: "No More Shall We Part?" Neue Selbstständige und neue Formen der Kopplung zwischen Organisationen und ihrem Personal

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 599-614

Das Phänomen ‚Neue Selbstständige' hat u.a. Konsequenzen für die organisationale Grenzziehung nach außen. Innerhalb dieses Der vorliegende Beitrag stellt auf die Grenzziehung gegenüber Personen, d.h. die Exklusion bzw. Inklusion von Personen und die durch neue Selbstständige ausgelöste Veränderung ab. Unter Bezugnahme auf die soziale Systemtheorie im Gefolge von Luhmann wird im Kern davon ausgegangen, dass ‚traditionelle' Kopplungsmechanismen (und damit auch: Grenzziehungen) wie Mitgliedschaft und Stelle abgelöst werden durch neue Kopplungskonfigurationen, die mittels Recht, Geld, Macht und Wissen allerdings weiterhin nach Exklusivität der Inklusion streben. Diese wird mittels temporalisierter Mitgliedschaften und intermediärer Systeme angestrebt.

 

Albert MartFunktionsbedingungen der Neuen Beschäftigungsverhältnisse - Eine Verhaltenswissenswissenschaftliche Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 490-509

Das Normalarbeitsverhältnis löst sich auf. Ergibt sich daraus eine ganz neue Personalwirtschaft? Ja und nein. Nein, weil die personalwirtschaftlichen Grundprobleme immer die gleichen bleiben, gleichgültig wie sich die Beschäftigungsverhältnisse auch gestalten. Ja, weil sich sowohl die Inhalte als auch die Formen der Personalwirtschaft notwendigerweise ändern, wenn sich die Beschäftigungsverhältnisse ändern. Die Änderung ist notwendig, weil sich die Grundanforderungen - die für jede Form der Arbeitsbeziehung die gleichen sind - in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen nicht in der gleichen Art und Weise erfüllen lassen. Die folgenden Ausführungen beschäftigen sich mit der Frage, welche Veränderungen in der Beziehung zwischen Arbeitsanbietern und Arbeitsnachfragern sich in den Neuen Beschäftigungsverhältnissen ergeben. Exemplarisch werden hierzu die Leiharbeit einerseits und die Selbstständigkeit von "Arbeitskraftunternehmern" andererseits gegenübergestellt.

 

Sonia Hornberger: Die neuzeitliche Perspektive der Individualisierung und die Herausforderungen für die Personalforschung

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 545-562

Galten bei der klassischen Individualisierung in der Arbeitswelt die Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen als Individualisierung ermöglichend, so ist heute, im neuzeitlichen Individualisierungsprozess, der forcierende, Individualisierung erzwingende Charakter immer deutlicher zu beobachten. Aufgrund des massiven Flexibilitätsbedarfs greifen Erwerbsorganisationen immer häufiger individualisierte personalwirtschaftliche Gestaltungslösungen auf, in denen die betriebliche Flexibilität durch Destandardisierung von Lösungen sowie Delegation von Entscheidung und Verantwortung, die die Individualisierungsansätze charakterisieren, erreicht werden soll. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden aufgefordert, die ihnen eingeräumten Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume zu nutzen, jedoch unter dem absoluten Vorrang betrieblicher Flexibilitätsbelange. Aus der neuzeitlichen Perspektive des Individualisierungsprozesses, in der nicht nur dessen ermöglichende, sondern auch der erzwingende Charakter betrachtet werden, wird in dem vorliegenden Beitrag auf einige daraus entstehende Spannungsfelder in der Arbeitswelt und die damit zusammen hängenden Fragestellungen der Personalforschung eingegangen.

 

Axel Haunschild: Das Beschäftigungssystem Theater - Bretter, die die neue Arbeitswelt bedeuten?

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 577-598

Eine zunehmende Verbreitung so genannter atypischer Beschäftigungsverhältnisse lässt sich nicht bestreiten. Ob diese Entwicklung jedoch ein baldiges Ende des Normalarbeitsverhältnisses impliziert, ist durchaus offen. Zur Analyse von institutionellen Voraussetzungen und organisationalen Konsequenzen flexibler Beschäftigungsformen kann ein Blick auf Organisationen hilfreich sein, in denen das Normalarbeitsverhältnis nie die Dominanz besessen hat wie in "klassischen" Unternehmungen und die bisher nicht im Mittelpunkt der Betriebs- und der Personalwirtschaftslehre standen. Eine dieser Organisationen, das Theater, ist Gegenstand dieses Beitrags.

Auf der Basis von intensiven, teilstrukturierten Interviews mit Theatermitarbeitern werden zunächst die Charakteristika von Beschäftigungsverhältnissen künstlerischer Mitarbeiter am Theater dargelegt. Dann werden unter Bezugnahme auf die Konzepte soziales Kapital und boundaryless career sowie auf Marsdens "Theory of Employment Systems" die institutionellen Voraussetzungen und personalwirtschaftliche Konsequenzen dieser Beschäftigungsverhältnisse analysiert. Die Betrachtung des kleinen, relativ geschlossenen Beschäftigungssystems Theater kann - ohne die Unterschiede zwischen Theatern und anderen Organisationen vernachlässigen zu wollen - dazu beitragen, mögliche Voraussetzungen und Parameter eines durch vage Beschäftigungsverhältnisse geprägten Beschäftigungssystems aufzuzeigen.

 

Alexander Dilger: Neue Beschäftigungsformen als Antwort auf alte Sozialsysteme

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 563-576

Das vermehrte Auftreten neuer Beschäftigungsformen lässt sich zumindest partiell damit erklären, dass sich mit ihnen die an traditionelle, abhängige Beschäftigungsverhältnisse geknüpfte Pflicht zur Zahlung von Sozialabgaben umgehen lässt. Es geht nicht um kleine Beträge, sondern es lassen sich auf diese Weise Beiträge von über 40 % des Bruttoeinkommens bzw. von mehr als einem Drittel der Lohnaufwendungen durch die Arbeitgeberseite einsparen bzw. zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufteilen. Die dazu nötigen Beschäftigungsformen sind neu bzw. treten in jüngster Zeit vermehrt auf, weil die individuelle Attraktivität der Sozialsysteme, insbesondere der gesetzlichen Rentenversicherung, für viele abgenommen haben dürfte. Sich an den einzelwirtschaftlichen Interessen der Betroffenen zu orientieren, ist für die Personalwirtschaftslehre legitim und sogar notwendig, auch wenn eine Abwanderung von Beitragszahlern die Probleme der gesetzlichen Sozialversicherungen weiter verschärft.

 

Dorothea Alewell: Die institutionelle Gestaltung der Arbeitsteilung durch das Arbeitsrecht: Weiße Flecken auf der organisationstheoretischen Landkarte vertragstheoretischer Ansätze?

Zeitschrift für Personalforschung 4/2002, 510-524

In der Diskussion um "neue Organisations- und Beschäftigungsformen" spielen Arbeitsverträge, Dienstverträge i.e.S. und Werkverträge eine Rolle, die völlig unterschiedliche arbeits- und sozialrechtliche und damit auch (personal)wirtschaftliche und organisatorische Konsequenzen für die Unternehmen haben. Daher wäre zu erwarten, dass diese Vertragstypen einen prominenten Platz in der Organisationsforschung einnehmen. Wie diese Vertragstypen und ihre Wirkungen in ausgewählten vertragstheoretischen Ansätzen erfasst werden, wird im folgenden untersucht. Die Analyse der institutionellen Ausgestaltung der Arbeitsteilung durch das Arbeitsrecht und die Auswahl zwischen den rechtlich zur Verfügung stehenden Vertragstypen kann bisher nur rudimentär geleistet werden. Die aus organisationstheoretischer Sicht gezeichnete Landkarte der behandelten Vertragstheorien weist also deutliche weiße Flecken auf.

 

Michael Fichter, Jörg Sydow: Using Networks Towards Global Labor Standards? Organizing Social Responsibility in Global Production Chains

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2002, 357-380

The prosperity of spreading economic globalization often rests on subjecting labor to working conditions which violate elementary human rights. Political, and to a markedly lesser extent, academic controversies over counter-measures have developed with a primarily focus on cases of buyer-driven global commodity chains. In the absence of general and legally enforceable global standards, consumer and shareholder pressure plus internal goals for setting labor standards have led some globally active enterprises voluntarily to adopt codes of conduct as a means of dealing with this problem all along the commodity chain. Using some basic tenets of structuration theory and insights based on an exploratory empirical analysis of three cases from the apparel industry, this paper looks at such codes as a tool of corporate social responsibility. From this, it goes on to ask whether the form and the shape of the inter-organizational network are conducive or a hindrance to achieving acceptable labor standards. Following a brief review of the problems associated with achieving generally recognized global labor standards, the paper concludes with an appraisal of the need to embed corporate social responsibility in a comprehensive institutional framework in the interest of human rights and global labor standards.

 

Sabine Blaschke: Gewerkschafliche Reorganisation in Österreich: der ÖGB auf dem Weg zu einem Bund von Multibranchengewerkschaften

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2002, 381-401

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der seit mehreren Jahren laufenden Reorganisation der Gewerkschaftsbewegung in Österreich. Im Zuge dieser Reorganisation hat als Folge von Fusionen der Anteil der Industriegewerkschaften ab- und der Anteil der Multibranchengewerkschaften zugenommen. Nach einer Erörterung der Abgrenzung von Industrie- und Multibranchengewerkschaften diskutiert der Beitrag die Anwendbarkeit des von Müller (2001) entwickelten Kategorienschemas auf die österreichischen Multibranchengewerkschaften. Es zeigt sich, dass dieses Schema erweitert werden muss, damit die in Österreich entstandenen Multibranchengewerkschaften einordenbar sind. Im weiteren wird auf die Hintergründe der Fusionen zu Multibranchengewerkschaften eingegangen. Die bisher vollzogenen Fusionen waren primär von den defensiven Motiven finanzschwacher Gewerkschaften getrieben und von administrativer Rationalität geleitet. In der geplanten Großfusion von fünf Gewerkschaften sind nun konsolidierende Motive von größerer Bedeutung und der politischen Rationalität kommt ein höheres Gewicht zu. Als Folge der Fusionen, insbesondere der geplanten Großfusion, werden sich auch Rolle und Funktion des Dachverbands verändern.

 

Reinhard Bahnmüller: Diesseits und jenseits des Flächentarifvertrags. Entgeltfindung und Entgeltstrukturen in tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Unternehmen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2002, 402-424

Dem deutschen Tarifsystem wird eine nachlassende Gestaltungskraft attestiert, festgemacht am sinkenden Denkungsgrad der Tarifverträge sowohl bezogen auf die Betriebe wie auf die Beschäftigten. Damit jedoch nur die formelle Seite der Tarifverträge angesprochen, nicht die faktische. Notwendig sind Ergänzungen in zwei Richtungen. Zum einen ist zu fragen, ob Unternehmen, die einem Arbeitgeberband angehören, sich auch an die Tarifverträge halten, was zunehmend bezweifelt wird. Zum anderen ist die Fragen, in welchem Maße sich die nicht tarifgebundenen Unternehmen an Tarifverträgen orientieren, Normen und Verfahren übernehmen und sich somit als free rider des Tarifsystems betätigen. Der Artikel kommt zu dem Ergebnis, dass in tarifgebundenen Unternehmen der Verpflichtungscharakter der Tarifverträge nachgelassen hat und Unterschreitungen tariflicher Mindestnormen in einem durchaus relevanten Umfang stattfinden, gleichzeitig jedoch nicht tarifgebundene Unternehmen sich in starkem Maße tariflicher Vorgaben bedienen bzw. an die dort gesetzten Standards anlehnen. Die These der "Erosion der Flächentarifverträge" wird dadurch nicht zwar widerlegt, aber relativiert. Gezeigt wird zudem, dass sich hinsichtlich der Prinzipien, Verfahren und Systeme der Lohnfindung zwischen beiden mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede finden und nicht tarifgebundene Unternehmen in der Gestaltung ihrer Lohnsysteme nicht innovativer sind als tarifgebundene.

 

Roger Bobacka: Collective Bargaining in Finland - Legitimacy through Deliberation?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2002, 425-440

The inclusion of main economic interest groups in policy making poses a distinct dilemma for representative democracy, because the parliament often becomes effectively bypassed in the making of important social and economic policies. The aim of this article is to discuss whether the arrangements instead could be legitimised as a form of deliberative democracy, where decisions are made through deliberation and reasoning among those whom decisions ultimately concern. The empirical part of the article is represented by an evaluation of the development of the Finnish working hours legislation in the 1990s. The case study shows that after the representatives from the main economic interest groups started deliberating the working hours issue in detail, deliberation moved from initial expressions of the need for reasoned compromise to entrenched positions. A deliberative democratic ideal, where participants should agree on a single course of action as a result of deliberation did not materialise in this case. The main conclusion is that even if the inclusion of main economic interest groups in policy making may be legitimised by outcomes in terms of economic well-being, labour market peace etc., the problem from a democratic point of view is that the inclusion does not comply with either representative or deliberative democratic criteria.

 

Thomas Otte: Das System der kollektiven Entgeltaushandlung in Polen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2002, 441-462

Der Beitrag behandelt das polnische System der kollektiven Entgeltaushandlung, wie es sich seit Beginn der 90er Jahre herausgebildet hat. Es wird deutlich, dass der Schwerpunkt der Arbeitsbeziehungen nach wie vor auf der betrieblichen Ebene liegt. Auf der gesamtstaatlichen Ebene erfolgt die Lohnfestsetzung in einer Kommission nach dem tripartistischen Modell. Die Besonderheiten des polnischen Systems wie beispielsweise die starke Vernetztheit von Politik und Gewerkschaftsbewegung und die dezentrale Struktur der Entgeltaushandlung werden herausgearbeitet. Es wird deutlich, dass die Institutionalisierung der Beziehungen und das Verhalten der einzelnen Akteure nicht losgelöst von der planwirtschaftlichen Vergangenheit des Landes gesehen werden können. Auf die Probleme der Gewerkschaften, ihre Schlagkraft zu erhalten, wird ebenso eingegangen wie auf die Versuche der privaten Unternehmen, sich stärker auf kollektiver Ebene zu organisieren und von Staat und Gewerkschaften als relevanter Sozialpartner institutionell anerkannt zu werden.

 

Igor Gurkov: Management innovations in Russian export-oriented companies: The result of large-scale surveys conducted in Russian enterprises

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2002, 333-347

This report presents the results of a large-scale survey involving Russian enterprises during the year 2000. The results show that Russian export-oriented companies are implementing the latest methods in operations and quality control management, and some forms of modern managerial accounting and personnel management. Despite that fact, Russian CEOs perceive the overall suitability of Western management methods as low. This signifies that CEOs of export-oriented companies will not be active advocates and promoters of advanced Western management techniques in local business networks.

 

Jorma Larimo, Jarmo Nieminen, Reiner Springer: Competitiveness and marketing strategies of foreign companies in Eastern Europe: Empirical evidence from Finnish and Austrian companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2002, 348-372

Research on marketing in Central and Eastern Europe (CEE) has been of rising interest since the transition started in 1989. In this paper two major areas relevant for marketing in CEE are being discussed: the competitive situation in the transition countries and the basic competitive marketing tools for penetrating these markets. This study reports findings of a survey inclu-ding 139 Finnish and 97 Austrian companies active in CEE and confirms: Competition in CEE is intensifying but still weaker than in Western markets. The main competitors are other foreign companies. Western companies base their marketing strategies mainly on personal relationships, technical quality of their product, good company image, personal selling, and customer service.

 

Beth Kewell: Hidden drivers of organisational transformation in Poland: Survival networks amongst state owned and privatised firms in the early 1990s

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2002, 373-393

Three historical case studies from Polish manufacturing industry are used to evaluate the rise of survival networks in Poland during the early 1990s. The article poses the question of whether survival networks represented a hidden driver of organisational transformation and change in post-Communist Poland? In transition economies such as Poland, survival networks appeared to be governed by interwoven ex-communist elites' and entrepreneurs, of which nomenklatura managers were the dominant group. The paper argues that survival networks may have provided the organisational architecture needed to reinforce elite governance of industry and commerce.

 

Danijel Pucko et al.: Forum: Management in transition times - Where are we after ten years of the transition?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2002, 394-427

In March 2000 I received an short article from Daniel Pucko, who is one of our corresponding members. It dealt with developmental paths as well as results of the transition process in Slovenia. After reading it I had the spontaneous idea that this article could be the starting point for a very interesting forum under the heading "Management in transition times - Where are we after ten years of the transition?". So I sent the article to a number of corresponding members of JEEMS in Eastern Europe asking them to write a similar one about their countries. Honestly, I was a bit surprised to receive only three articles and to my regret I was unable to motivate more colleagues to make a contribution. However, as it is now 2002 we decided to publish the articles we have got so far and these ones, together with the essay of Prof Pucko, reflect very well the process of transition and the current situation in Slovenia, Estonia, the Czech Republic as well as Albania. I am sure you may find the following presentations very interesting and maybe you might find some interesting parallels to the developments in your country.

 

Dorothea Alewell, Petra Koller: Der Einsatz und die Bewertung von Rückzahlungsklauseln für Weiterbildungsmaßnahmen durch Unternehmen - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung

Zeitschrift für Personalforschung 1/2003, 58-86

Unternehmen können Rückzahlungsklauseln einsetzen, um das Investitionsrisiko bei arbeitgeberseitig finanzierten Weiterbildungsmaßnahmen zu steuern. Allerdings sollte, so theoretische Überlegungen, der Einsatz dieses Instrumentes von der Ausprägung einiger objektiver und subjektiver Faktoren des personalpolitischen und arbeitsjuristischen Kontextes abhängen. Im Beitrag werden zunächst theoretische Hypothesen zum Einsatz von Rückzahlungsklauseln im personalpolitischen und arbeitsjuristischen Kontext vorgestellt, bevor diese dann auf der Basis eines eigenen Datensatzes anhand von Modellen der logistischen Regression überprüft werden. Der starke Einfluss der Humankapitaltransferierbarkeit auf den Einsatz von Rückzahlungsklauseln bestätigt sich dabei. Zudem wird deutlich, dass das Investitionsrisiko in der Sichtweise der Arbeitgeber offenbar stärker von der absoluten Höhe der vom Arbeitgeber getragenen Kosten abhängt als von der Fluktuationsrate. Subjektive Wahrnehmungen der Befragten haben zudem einen stärkeren Erklärungswert für den Einsatz von Rückzahlungsklauseln als "objektive" Gegebenheiten.

 

Hans-Jürgen Aretz, Katrin Hansen: Erfolgreiches Management von Diversity. Die multikulturelle Organisation als Strategie zur Verbesserung einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit

Zeitschrift für Personalforschung 1/2003, 9-36

 "Diversity" bezeichnet die Verschiedenheit, Ungleichheit, Andersartigkeit und Individualität, die durch zahlreiche Unterschiede zwischen Menschen entsteht. Die Vielfalt von individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen, Kompetenzen und Qualifikationen der Organisationsmitglieder stellt einen Faktor der "human resources" von Organisationen dar, der unternehmerische Strategien von Flexibilisierung und kontinuierlichem Lernen möglich macht. "Managing Diversity" ist ein strategisches Element der Unternehmensführung. Es handelt sich nicht einfach nur um ein Programm, sondern um eine Grundhaltung und um ein neues Verständnis dafür, wie Unternehmen funktionieren können. Die Autoren wählen zur Analyse einen theoretischen Bezugsrahmen, der auf der Grundlage der "Theorie Allgemeiner Handlungssysteme" auf Organisationen hin spezifiziert wurde. Mit Hilfe dieses Bezugsrahmens können die bislang vorliegenden theoretischen Diversity-Ansätze in ein umfassendes Modell integriert und deren Einseitigkeiten überwunden werden.

 

Margret Borchert, Thomas Röhling, Stefan Heine: Wissensweitergabe als spieltheoretisches Problem

Zeitschrift für Personalforschung 1/2003, 37-57

Das Individuum als Wissensträger steht im Mittelpunkt eines systematischen Wissensmanagements, denn neben möglichen technischen Restriktionen sind insbesondere personelle Barrieren der Grund dafür, dass die strategische Ressource Wissen nur in suboptimalem Umfang weitergegeben und somit nicht zielkonform eingesetzt wird. Die Spieltheorie als eine Theorie sozialer Interaktion vermag den problembehafteten Prozess der Wissensweitergabe zwischen den Wissensträgern abzubilden und zu erklären, warum das Zurückhalten von Wissen durchaus im Interesse der Wissensträger sein kann. Die Untersuchung zeigt auf, dass für die verschiedenen Probleme der Wissensweitergabe jeweils eigene Lösungsmechanismen aus dem Personalbereich existieren, die es systematisch anzuwenden gilt.

 

Christian Grund: Arbeitsplatzpräferenzen und Besitzeffekte

Zeitschrift für Personalforschung 1/2003, 87-109

Dieser Beitrag untersucht Arbeitsplatzpräferenzen von Personen hinsichtlich der Merkmale Einkommen und Fahrzeit zum Arbeitsplatz anhand einer Umfrage bei über 800 Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Bonn und Wien. Es wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern Besitzeffekte Entscheidungen bezüglich der Arbeitsplatzpräferenzen beeinflussen. Als theoretische Basis für mögliche Besitzeffekte wird die Prospect Theorie herangezogen. Gewinne und Verluste werden unter Verwendung der Prospect Theorie relativ zu einem Referenzpunkt bewertet, der hier durch den Status quo charakterisiert wird. Tatsächlich belegen die Ergebnisse des Experimentes eine große Relevanz von Besitzeffekten bei Entscheidungen für oder gegen einen Arbeitsplatzwechsel. Nur ein kleiner Prozentsatz der Personen präferiert einen Wechsel von Job A zu Job B, die identisch bis auf die Dimensionen Gehalt und Fahrzeit zum Arbeitsplatz sind. Andersherum möchte aber auch nur ein kleiner Teil der Experimentteilnehmer von Job B zu Job A wechseln. Die Ergebnisse werden eingehend diskutiert.

 

Markus Göbel: Der Verwaltungsintrapreneur. Zur Legitimationsfunktion eines Managementleitbildes

Zeitschrift für Personalforschung 1/2003, 110-128

Die öffentliche Verwaltung befindet sich seit Anfang der 90er Jahre in einem tiefgreifenden Modernisierungsprozess, der alle administrativen Prozesse, Strukturen und Funktionen umfasst. Getreu dem Leitbild "Dienstleistungsunternehmen Stadt" soll sich auch die aktuelle Managementpraxis an einzelwirtschaftlichen Maximen orientieren. Am Beispiel des Managementleitbildes "Verwaltungsintrapreneur" möchte der vorliegende Beitrag auf die Diskrepanz zwischen der Reformrhetorik und -praxis hinweisen. Deutlich wird hierbei, dass die Modernisierungslogik unterschiedliche Prozessrisiken impliziert, die zu einer Gefahr für die Legitimität des Reformprozesses und der Verwaltung insgesamt werden können. Mit Bezug auf den soziologischen Neo-Institutionalismus wird erkennbar, dass der rhetorische Umgang mit Managementleitbildern eine verwaltungspolitisch effektive und ökonomisch sinnvolle Handlungsstrategie darstellt.

 

Berndt Keller: Sektorale Sozialdialoge - vernachlässigte Bestandteile europäischer Arbeitsbeziehungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 9-40

Der Beitrag fasst die Ergebnisse ebenso wie die Nichtergebnisse von Sozialdialogen auf Branchenebene zusammen. Dabei werden zwei Entwicklungsphasen unterschieden: Bis 1998 fanden Sozialdialoge innerhalb etablierter Rahmenbedingungen statt, ohne jedoch zu weitreichenden, d.h. bindenden Ergebnissen zu führen (Kap.2). Ende 1998 schaffte die Kommission diese alten, heterogenen Strukturen ab und führte neue, vereinheitlichte ein. Die Ziel dieser prozeduralen Restrukturierung lag in der Vergrößerung der Zahl sowie Verbesserung der Qualität sowie der stärkeren Fokussierung auf Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsprobleme (Kap.3). Die entscheidende Frage ist, ob diese politischen Hoffnungen tatsächlich eintreten. Erhebliche, aktuelle Probleme werden sowohl durch die unterschiedlichen Interessen der korporativen Akteure (Kap.4) als auch durch Fragen der prozeduralen Strukturierung (Kap.5) verursacht. Schließlich erfolgt ein Ausblick auf die jüngste offizielle Sicht der Kommission sowie mögliche Beiträge sektoraler Sozialdialoge zur Entwicklung europäischer Arbeitsbeziehungen (Kap.6).

 

André Mach, Daniel Oesch: Collective Bargaining between Decentralization and Stability: A Sectoral Model Explaining the Swiss Experience during the 1990s

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 160-182

At the beginning of the 1990s, the abrupt change in economic conditions, characterized by a sharp rise of unemployment and the decline of traditional manufacturing industries, triggered a wide debate on collective bargaining in Switzerland. Employers' associations have actively sought the decentralization of the provisions contained in sectoral agreements. Although collective bargaining coverage has decreased only slightly, the functioning of Swiss industrial relations has been seriously challenged on various grounds during the 1990s. In important economic sectors, bargaining over key issues such as wages and working time has been transferred from the sectoral to the company level. Yet the general trend of decentralization and deregulation has affected the existing collective agreements in a highly uneven way. The in-depth changes in some industries constrast with the stability of bargaining in others. The scope of the present article is thus to illuminate both the general trend and the striking inter-sectoral differences within this trend. In a first step, we present empirical evidence on decentralization of sectoral collective bargaining. In a second step, we show nuances within this trend by developing an analytical framework that accounts for the pattern of change which collective bargaining has undergone in different economic sectors.

 

Ulrich Runggaldier: Flexibilisierung des Arbeitsrechts und Tarifvertragsrecht: Österreich und Italien im Vergleich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 41-63

Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die Grundbausteine des Tarifvertragsrechts in Österreich und Italien dargestellt. Auf dieser Grundlage wird sodann geprüft, inwieweit das Tarifvertragsrecht in den beiden Ländern Flexibilisierungen von arbeitsrechtlichen Normen und Arbeitsbedingungen ermöglicht. Hierbei werden die Themenbereiche "Tarifautonomie und Günstigkeitsprinzip" "Tarifautonomie und Betriebsautonomie" sowie "Tarifautonomie und Arbeitsmarkt" vertieft. Wesentliches Ergebnis ist, dass in Österreich eine durch Tarifvertrag erfolgende Flexibilisierung des Arbeitsrechts wegen der gesetzlichen Privilegierung der Tarifautonomie gegenüber der Betriebsautonomie und wegen des Primats des Gesetzes bei der Regelung der Rechte und Pflichten der Arbeitsvertragsparteien nur in beschränktem Maße möglich ist. Doch ist dem österreichischen System zu bescheinigen, dass es klare Grundsätze und Kompetenzzuweisungen kennt, die das Handeln der sozialen Akteure berechenbar machen und (möglichen) Konflikten bereits im Vorfeld vorbeugen. Das Fehlen einer systematischen gesetzlichen Regelung des Tarifrechts in Italien schafft hingegen zahlreiche rechtliche Probleme und birgt ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential. Andererseits bietet dieses System den Vorteil, dass die Tarifparteien in weitergehendem Ausmaß flexible Lösungen schaffen können, wo sie es für tarifpolitisch zweckmäßig halten. Die Tarifparteien haben damit ein erhebliches Flexibilisierungspotential in Händen.

 

Wolfgang Schroeder, Rainer Weinert: Zwischen Verbetrieblichung und Europäisierung. Oder "Can the German Model Survive"?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 97-117

Der Beitrag diskutiert den Wandel deutscher Arbeitsbeziehungen in der Exportindustrie durch die doppelte Herausforderung von betrieblichen sowie wohlfahrtsstaatlichen Strukturveränderungen einerseits und europäischer Integration andererseits. Die These des Beitrages ist, dass sich die deutschen Arbeitsbeziehungen zu einem mehrstufigen Verhandlungsmodell verändern, innerhalb dessen die dezentralen Vereinbarungen an Relevanz gewinnen. Allerdings bleibt der Flächentarifvertrag die zentrale Referenzgröße für die Mehrheit der dezentralen Vereinbarungen. Ein prominentes Beispiel für diese Entwicklung ist das Volkswagen-Projekt "5.000x5.000". Gleichzeitig gibt es gegenläufige Entwicklungen, die zu einer Ausweitung tarifpolitischer Kompetenzen auf der Ebene des Flächentarifvertrages führen: beispielsweise die tarifliche Regelung einer privaten, kapitalgedeckten Zusatzrente. Auf europäischer Regulierungsebene wurde in den 90er Jahren ein wettbewerbspolitisches Paradigma in die europäische Lohnpolitik implementiert. Während institutionalisierte Formen der Koordinierung von Geld- und Lohnpolitik unrealistisch sind, suchen die Gewerkschaften die Basis für eine eigene transnationale Koordinierungspolitik zu legen. Der erste Streik unter dem Euro im Frühjahr 2002 in der deutschen Metallindustrie zeigt, dass weiterhin Handlungsspielräume für nationale Tarifpolitik bestehen.

 

 

Stefan Zagelmeyer: Die Entwicklung kollektiver Verhandlungen in Großbritannien: Ein historischer Überblick

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 118-145

Im Laufe des 20. Jahrhunderts waren die Kollektiverhandlungsstrukturen in Großbritannien einem beträchtlichen Wandel unterworfen. Während die Bedeutung kollektiver Verhandlungen - gemessen durch den Deckungsgrad der abhängig beschäftigten Arbeitnehmer - bis Ende der 70er Jahre zugenommen hat, ist seit 1980 die Bedeutung kollektiver Governance-Strukturen drastisch zurückgegangen. Dies ist verbunden mit einem Übergang von kollektiven zu individuellen Regelungsmechanismen für die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung. Dieser Artikel stellt zunächst kurz das Britische System industrieller Beziehungen vor und liefert einen Überblick über die Entwicklung der Kollektiverhandlungsstrukturen zwischen 1895 und 1998. Es folgt eine Diskussion von sieben Perioden der Kollektiverhandlungsgeschichte Großbritanniens zwischen 1780 bis 2000. Zu guter letzt zeigt der Artikel, das die Entstehung und Entstehung kollektiver Verhandlungen in Großbritannien Zeitraum eng mit der Entwicklung staatlicher Politik sowie der Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung und der Arbeitgeberverbände verbunden ist.

 

Antonio Martín Artiles, Ramón Alos Moner: Between Decentralisation and Centralisation of Collective Bargaining. The Spanish case

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 64-96

This article examines four aspects of Spanish industrial relations. It examines first the impact of labour reforms on collective bargaining in 1994 and 1997, and second, the socio-economic consequences of collective bargaining, especially as concerns the control of inflation through pay restraint. Third, it examines the changes in the articulation of the bargaining levels, and fourth, it deals with the coverage and legitimacy introduced by the current changes in collective bargaining. The conclusions of this exploration are twofold. On the one hand, legal changes imply a dual process of decentralisation and centralisation in the structure of collective bargaining. Both processes are complementary to a certain extent, but they are also independent of each other. On the other hand, legal changes have resulted in a widening and enrichment of the content of bargaining. This means introducing new clauses in collective agreements. The exchange of security of employment for flexibility in working time and the introduction of a new agenda of qualitative bargaining are the most important ones.

 

Nils Elvander: Two Labour Market Regimes in Sweden. A Comparison Between the Saltsjöbaden Agreement of 1938 and the Industrial Agreement of 1997

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1/2003, 146-159

The Saltsjöbaden Agreement of 1938 between the Swedish Employers' Confederation (SAF) and the Swedish Trade Union Confederation (LO) initiated a new epoch in the history of Swedish industrial relations. It was characterized by labour peace, constructive co-operation, and a strong emphasis on collective bargaining. Around 1970, however, the Saltsjöbaden Regime was superseded by a confrontational regime through a wave of far-reaching labour legislation, inspired by a radicalized political climate. Not until the beginning of the 1990s did a new climate of co-operation emerge on the Swedish labour market. The most important manifestation of this change was the so-called Industrial Agreement of 1997. The aim of this article is to make a systematic comparison between the two great agreements in terms of (1) the role of the state in the origin of the agreements; (2) the scope of the agreements and their effects LO and SAF; (3) the content of the agreements; (4) effects on other parts of the labour market; (5) institutionalized co-operation and mutual trust; (6) their symbolic relevance for a general spirit of mutual understanding in politics and society. Overall, the similarities between the Saltsjöbaden Agreement and the Industrial Agreement far outweigh the differences. This is why we can talk about a new labour market regime in Sweden, beginning in 1997.

 

Nussbaum, Martha C.: Frauen und Arbeit - Der Fähigkeitenansatz

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2003, 8-37

Nussbaum entwickelt in diesem Artikel ihre Version des Fähigkeitenansatzes. Ausgehend von den Lebensgeschichten zweier indischer Frauen zeigt sie, wie verschiedene normative Konzepte die Veränderungen im Leben dieser Frauen bewerten. Sie benennt die Schwierigkeiten, die jeder interkulturelle Bewertungsrahmen meistern muss, kritisiert die dominierenden ökonomischen Ansätze, wie Pro-Kopf-Einkommen und Präferenzbefriedigung, und begründet, warum ein mit den grundlegenden Rechten und Freiheiten der Menschen verbundener Fähigkeitenansatz der fruchtbarste Ansatz für interkulturelle Zwecke ist.

Mit einem Korreferat von Ulrike Knobloch: Der Fähigkeitenansatz als Orientierung für eine feministische Wirtschaftsethik

 

Jochimsen, Maren A.: Die Gestaltungskraft des Asymmetrischen - Kennzeichen klassischer Sorgesituationen und ihre theoretischer Erfassung in der Ökonomik

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2003, 38-55

Die theoretische Erfassung von Sorgesituationen in der Ökonomik erfordert ein Analyseinstrumentarium, das in der Lage ist, die wesentlichen Kennzeichen von Sorgesituationen - eingeschränkte bzw. nicht vorhandene Autonomie, Asymmetrie und Abhängigkeit - zu erfassen. Der Beitrag identifiziert die wichtigsten Kategorien für die Analyse, stellt Ansätze einer Theorie des Sorgens in der Ökonomik vor und skizziert Eckpunkte und Spannungsfelder im Hinblick auf die Koordination von Sorgesituationen. Dabei wird deutlich, dass von den Merkmalen klassischer Sorgesituationen eine eigene theoretische Gestaltungskraft ausgeht.

Mit einem Korreferat von Maria-Eleonora Karsten: Sorgearbeit in personenbezogenen sozialen Dienstleistungen als Herausforderung an die ökonomische Theoriebildung

 

Padmanabhan, Martina Aruna: Frauenökonomie und Vorsorgendes Wirtschaften. Konzepte zur geschlechtsspezifischen Analyse ökonomischen Handelns

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2003, 56-72

Zwei feministische Ansätze zur geschlechtsspezifischen Analyse der Ökonomie und theoretischen Beschreibung ökonomischen Handelns, "Vorsorgendes Wirtschaften" und "Frauenökonomie", werden hier diskutiert. Beide Herangehensweisen verstehen Wirtschaft als geschlechtsspezifisch strukturiert und machen dies zum Zentrum ihrer Analyse. Die gegenseitige Ergänzung der ökologischen Perspektive des Konzeptes "Versorgendes Wirtschaften" mit dem Blickwinkel der Frauenökonomie auf Differenz und autonome Frauenräume verspricht eine gegenseitige Befruchtung, um das Analysepotenzial für das ökonomische Handeln von Frauen und Männern sowohl in der westlichen Welt als auch in den Ländern des Südens zu erweiterten.

Mit einem Korreferat von Adelheid Biesecker: (Re)Produktivität als Grundkonzept geschlechterbewußter Analyse ökonomischen Handelns

 

Michalitsch, Gabriele: Mann gegen Mann. Maskulinismen des neoklassischen Konkurrenzprinzips

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2003, 73-81

Implizite Maskulinismen charakterisieren die neoklassische Formulierung des Prinzips ökonomischer Konkurrenz, das mit zunehmender Durchsetzung neoliberaler Denkfiguren zur gesellschaftlichen Leitidee avanciert: Konkurrenz als zivilisierter Kampf "Mann gegen Mann".

 

Hirsch, Bernhard: Die Value Balance Card

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2003, 82-101

Werte werden im unternehmerischen Kontext immer wichtiger. Deswegen ist es sowohl für Unternehmen als auch für Investoren wichtig, Informationen darüber zu sammeln. Dieser Beitrag stellt ein Instrument, die Value Balance Card vor, mit dem Informationen über Wertvorstellungen gesammelt, strukturiert und für Kooperationsentscheidungen genutzt werden können.

 

Scherer, Andreas G. / Alt, Jens M.: Unternehmensethik für Professional Firms. Problemtatbestände und Lösungsansätze

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2002, 304-336

Die Wirtschaftsskandale der jüngsten Zeit werfen wieder einmal die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmung auf. In der Kritik stehen dabei besonders die so genannten Professional Service Firms. Die Untersuchung von Managementsystemen und Anreizstrukturen in Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Investmentbanken zeigt sowohl empirisch als auch organisationstheoretisch begründbare Defizite bei der Ermöglichung und Durchsetzung einer kritischen ethischen Reflexion des Managementhandelns. Der vorliegende Artikel skizziert Problemtatbestände und Lösungsansätze und zeigt den Forschungsbedarf auf, der auf diesem Gebiet noch besteht.

Mit einem Korreferat von Alfred Kieser: Professional Service Firms - Ein Härtetest für die Unternehmensethik!

 

Badura, Jens: Ethische Beratung im Unternehmen - Konzepte im Vergleich

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2002, 337-355

Wirtschafts- und unternehmensethische Themen werden zunehmend auch im Rahmen von Unternehmensberatung angeboten. Die entsprechenden Konzepte unterscheiden sich allerdings deutlich hinsichtlich ihrer Anbindung an genuin ethische Fragestellungen einerseits sowie hinsichtlich der Ansatzpunkte im Unternehmen andererseits. Im Artikel soll anhand einer Typisierung und Kurzanalyse der bekanntesten Ansätze ein Überblick über das Beratungsfeld gegeben und konzeptspezifische aber auch grundsätzliche Fragen zur wirtschafts- und unternehmensethischen Beratung diskutiert werden.

Mit einem Korreferat von York Lunau und Stefan Streiff: Indizien ‚guter' Unternehmensethikberatung

 

Hagenmeyer, Ulrich: Integrative Unternehmensberatungsethik: Grundlagen einer professionellen Managementberatung jenseits reiner betriebswirtschaftlicher Logik

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2002, 356-377

Das spannungsreiche Feld von Unternehmensberatung und Ethik ist bisher höchstens in Ansätzen geklärt. Dabei wird gerade an der aktuellen Krise der Praxis ein hoher reflexiver Orientierungsbedarf in diesem Feld deutlich. Aus der Verbindung einer systemtheoretisch angelegten Definition von Unternehmensberatung und dem Bezugspunkt der Integrativen Unternehmensethik Peter Ulrichs wird ein generelles Konzept einer Integrativen Unternehmensberatungsethik entwickelt. Diese stellt die Basis für eine Integre Unternehmensberatung dar.

 

Srnka, Katharina J.: Lehr- und Lernkonzept der Wirtschafts- und Unternehmensethik: Die Ethik-Simulation als innovativer Mehrmethoden-Ansatz

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2002, 378-405

Im akademischen Bereich wie auch in der Unternehmenspraxis wird zunehmend auf den Bedarf an geeigneten Lehr- und Lernkonzepten zur Vermittlung wirtschafts- und unternehmensethischer Inhalte hingewiesen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche Ansätze entwickelt; der in der Literatur vielfach erhobenen Forderung nach einem innovativen, pluralistischen Konzept wurde jedoch bislang noch nicht in befriedigender Weise entsprochen. Vor diesem Hintergrund stellt die Verfasserin im vorliegenden Beitrag die Ethik-Simulation als Erfolg versprechende Methodenkombination für Ethik-Trainings im wirtschaftlichen Kontext vor. Anhand eines konkreten Beispiels beschreibt sie Konzeption und Ablauf, mögliche Ergebnisse sowie wesentliche Vorteile des Ansatzes.

 

Leisinger, Klaus M.: Globalisierung mit menschlichem Antlitz: Die Möglichkeiten und Grenzen des United Nations Global Compact bei Novartis

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2002, 406-437

Die Novartis AG, der achtgrößte Pharmakonzern der Welt, zählt zu den Erstunterzeichnern des Global Compact der Vereinten Nationen. Auch mit dem entwicklungspolitischen Engagement der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung signalisiert das in Basel ansässige Unternehmen, dass es seiner globalen, gesellschaftlichen Verantwortung als corporate citizen nachkommen möchte. Dieser Artikel beschreibt, wie Novartis den Global Compact im Konzern umsetzt, welche Erfahrungen dabei bislang gemacht wurden und welchen Herausforderungen das Unternehmen gegenübersteht.

 

Šestáková, Monika / Hekelová, Edita: Problems and tendencies in Innovation Activity of Slovakia´s Enterprises during the last decade - The need of Innovation Management

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2003, 126-148

The present paper briefly characterizes main problems and trends in innovation activity of Slovak enterprises during 1990s. It is based on three questionnaire surveys (1990, 1996, 1998) in the sample of large and medium sized, mainly manufacturing companies. Even the last survey shows that internal and external barriers to innovation are still strong. Some improvement has been achieved in managers' awareness of the importance of innovation and necessity to create an internal climate supporting innovation and quality improvement.

Dieser Beitrag beschreibt kurz die Hauptprobleme und Trends in den Innovationsaktivitäten der Slovakischen Betriebe in den 90er Jahren. Die Erkenntnisse basieren auf drei Umfragen (1990, 1996, 1998) in einer Auswahl von großen und mittleren hauptsächlich industriellen Betrieben. Selbst die letzte Umfrage zeigte noch starke interne und externe Barrieren gegen Innovation. Eine gewisse Verbesserung im Bewusstsein der Manager bezüglich der Bedeutung der Innovation und der Entwicklung eines internen Klimas zur Unterstützung der Innovation und der Qualitätsverbesserung hat sich gezeigt.

 

Otte, Thomas: Compensation Management in Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2003, 149-172

The paper looks at different aspects of compensation management in Poland-based corporations. It identifies geography, ownership and industry as the most important factors for wage differentiation within the Polish labor market. Another essential finding is that the companies primarily use specific "Polish" methods of job evaluation for determining the base salary of their employees and that there are still certain methodological problems in this area of compensation management. Polish corporations also take a more and more systematic approach in the area of performance appraisal and variable pay as well as in the field of incentives management. Finally, the issue of social insurance contributions is covered.

 

Mroczkowski, Tomasz / Carmel, Erran / Saleh, Nivien: The competitiveness of Central European IT Exporters: Can this sector attract Western Investment?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2003, 173-193

This essay reports the results of a survey of IT exporters from Poland, Hungary, Romania, Bulgaria and the Czech Republic. The survey identifies the key competitive advantages and disadvantages of Central European IT companies as they compete for outsourcing work in the US and Western European markets. The results of the survey are then interpreted in the context of data on the development of IT environments, markets and sector investment in the region. We find that unlike key competitors' governments the Central Europeans have not pursued policies of supporting their infant IT exporters, which are small and underinvested. The paper proposes a set of measures that should be taken if needed Western Investment is to start flowing into the export oriented IT sector.

 

Steffens, Marec Béla: Lessons from a Merger in Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2003, 194-210

In 2001, Siemens Ltd. Poland was merged with another Siemens subsidiary in Poland, a former state-owned company called ZWUT. The author is a manager who took part in the merger. He describes the principles and stages of the merger processes and draws general lessons from it, for a merger is today no longer a once-in-a-lifetime event but a frequent feature of business. Special emphasis is laid on communication and personnel issues, and also on the timing of the merger: a gradual approach can ease much of the tension of a merger.

 

Artus, Ingrid Die Kooperation zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften als neuralgischer Punkt des Tarifsystems. Eine exemplarische Analyse am Beispiel Ostdeutschlands

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2003, 250-272

Der Beitrag betont die immense Bedeutung einer engen informellen Zusammenarbeit zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften für ein befriedigendes Funktionieren des deutschen Institutionensystems industrieller Beziehungen. Empirisch zeigt sich dieser Zusammenhang in schlagender Weise am ostdeutschen Negativbeispiel erodierender Geltungskraft des Flächentarifvertrags. Im Rahmen einer Typologie der Beziehungsmuster zwischen ostdeutschen Betriebsräten und Gewerkschaften wird belegt, dass nur in einer Minderheit der ostdeutschen Betriebe eine arbeitsteilige 'Verschränkung' des Betriebsrats- und Gewerkschaftshandelns existiert - und damit eine stabile Ankopplung an das Tarifsystem; in einer deutlichen Mehrheit der Betriebe finden sich hingegen defizitäre Beziehungsmuster der 'Abhängigkeit', 'Entkopplung' oder 'Distanz'. Die empirisch gewonnene Typologie basiert auf Interviews mit tariflichen und betrieblichen ExpertInnen der ostdeutschen Metall-, Bau- und Chemieindustrie. Die Erkenntnis, wonach die Kooperation zwischen Betriebsräten und Gewerkschaften als neuralgischer Punkt des Tarifsystems aufzufassen ist, ist auch für die westdeutsche Situation von Bedeutung, da sich auch hier eine schleichende Tendenz zur Entkopplung zwischen betrieblicher und gewerkschaftlicher Regulierungsebene feststellen lässt.

 

Kohaut, Susanne / Schnabel, Claus: Zur Erosion des Flächentarifvertrags: Ausmaß, Einflussfaktoren und Gegenmaßnahmen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2003, 193-219

Die Auswertung repräsentativer Daten des IAB-Betriebspanels verdeutlicht, dass die Flächentarifbindung in Deutschland seit Jahren rückläufig ist. Dennoch galten im Jahr 2001 Flächentarifverträge für immerhin rund 60 Prozent der Beschäftigten direkt, und weitere 16 Prozent profitierten indirekt davon. Ökonometrische Analysen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Flächentarifbindung mit der Betriebsgröße und dem Anteil qualifizierter Mitarbeiter zunimmt. Filialbetriebe neigen häufiger, Einzelunternehmen und Personengesellschaften sowie jüngere Betriebe seltener zu tariflichen Regelungen. Größere Betriebe sowie solche mit Betriebsrat oder übertariflicher Entlohnung ziehen sich auch seltener aus Flächentarifverträgen zurück. Betriebsräten und einer differenzierten Tarifpolitik kommt deshalb große Bedeutung bei der Stabilisierung der Flächentarifbindung zu, während Allgemeinverbindlicherklärungen nur äußerst restriktiv gehandhabt werden sollten.

 

Kühnlein, Gertrud / Sczesny, Cordula / Stefaniak, Anna:Neue Impulse für die Tarifpolitik durch eine Neubewertung personenbezogener Dienstleistungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2003, 296-319

Die Wertigkeit von personenbezogenen Dienstleistungen wird in den aktuellen Debatten sehr kontrovers eingeschätzt. Vielfach werden sie pauschal als "unqualifizierte" Tätigkeiten bezeichnet. Auf der anderen Seite wird seit Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass zu ihrer Ausübung hohe berufliche Kompetenzen notwendig seien. Dahinter verbirgt sich u.a. das Problem einer anforderungsadäquaten Beschreibung der Anforderungen (inkl. Belastungen ) bei personenbezogenen/-nahen Dienstleistungen und deren Vergütung. Die Autorinnen sprechen sich dafür aus, die tarifpolitischen Diskussionen um veränderte Anforderungen in diesem Wirtschaftsbereich mit der Entwicklung neuer Tarifstrukturen zu verknüpfen, welche dem Rechtsanspruch auf "gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit" entsprechen.

Dazu wird beispielhaft die Tätigkeit von Hochschulsekretärinnen mit Hilfe eines selbstentwickelten Analyseinstruments, das sich an dem Arbeitsbewertungsverfahren ABAKABA orientiert, neu bewertet. Die empirischen Ergebnisse verdeutlichen zudem, dass personenbezogene Dienstleistungen nicht per se als "einfache Tätigkeiten" bewertet werden können.

 

Lehndorff, Steffen The Long Good-Bye? Tarifvertragliche Arbeitszeitregulierung und gesellschaftlicher Arbeitszeitstandard

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2003, 273-295

Die dem deutschen Tarifvertragssystem vielfach attestierten Erosionserscheinungen veranlassen zu der Frage, ob die Arbeitszeitregulierung allmählich ihre Funktion einbüßen wird, Branchenstandards zu setzen und darüber hinaus auch allgemeine gesellschaftliche Arbeitszeitnormen zu prägen. Anhaltspunkte für eine solche Vermutung bieten Anzeichen einer Verlängerung und Ausdifferenzierung der Arbeitszeiten von Vollzeitkräften seit Mitte der 90er Jahre. In dem Artikel wird die These vertreten, dass in Verbindung mit neuen Formen der Arbeitsorganisation und der Veränderung der Qualifikationsstrukturen hierin erste Vorboten eines längerfristigen Funktionswandels von Arbeitszeitregulierung erblickt werden können. Eine solche Entwicklung ist jedoch nicht alternativlos. Die inneren Widersprüche "marktgesteuerter" Arbeit und die konfliktreiche Herausbildung egalitärer Erwerbsstrukturen von Männern und Frauen bieten auch neue Interessenkonstellationen und Ansatzpunkte für Reform und Erneuerung der tarifvertraglichen Arbeitszeitregulierung.

 

Schmidt, Rudi / Röbenack, Silke / Hinke, Robert: Prekarisierung des kollektiven Tarifsystems am Beispiel der ostdeutschen Metallindustrie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 2/2003, 220-249

Auf Basis einer im Jahr 2001 durchgeführten repräsentativen Erhebung in ostdeutschen Metallbetrieben wurden Geltung und Differenzierungsniveau der tariflichen Lohn- und Arbeitszeitgestaltung analysiert. Hierbei zeigt sich, dass Tarifbindung immer weniger mit einer Bindung an einen Flächentarifvertrag gleichgesetzt werden kann. Die Ergebnisse bestärken die Annahme, dass die Mehrzahl der Betriebe Löhne unter dem Niveau des Flächentarifvertrags zahlt und die Mehrzahl der Beschäftigten länger als die tariflich vereinbarten 38 Stunden pro Woche arbeitet. Die Prekarität des kollektiven Tarifsystems in der ostdeutschen Metallindustrie spiegelt sich auch in dem starken Rückgang der Mitglieder von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden wider, was die Reform des Tarifsystems für die Verbände zu einem wichtigen Desiderat werden lässt.

 

Hillmert, Steffen / Kröhnert, Steffen Differenzierung und Erfolg tertiärer Ausbildungen: die Berufsakademie im Vergleich

Zeitschrift für Personalforschung 2/2003, 195-214

Besonders in Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Lage steht die Qualifikationsfunktion tertiärer Bildungsinstitutionen auf dem Prüfstand. Die Berufsakademie, die in diesem Zusammenhang großes öffentliches Interesse weckt, verknüpft Elemente betrieblicher Ausbildung mit solchen des theorieorientierten Studiums. Ihr werden eine effiziente Ausbildung und ein reibungsloser Beschäftigungseinstieg, verbunden mit guten Aufstiegschancen, zugeschrieben. Empirisch ist es jedoch weniger bekannt, welche Wirkung verschiedene Ausbildungsinstitutionen auf individuelle Karriereverläufe entfalten. Dieser Beitrag analysiert zunächst Entstehung und historische Entwicklung verschiedener (betriebswirtschaftlicher) Ausbildungsgänge. Der empirische Teil beschreibt anhand von Sekundärdaten sowie individuellen Lebensverlaufsdaten vergleichend die beruflichen Karrieren von Absolventen von Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten. Dabei zeigt sich, dass Berufakademien zwar leistungsfähige Abiturienten rekrutieren, diesen aber offenbar nicht in gleicher Weise Aufstiegschancen eröffnen können wie die Ausbildung an Fachhochschulen oder Universitäten. Der Beitrag plädiert jedoch auch für eine differenzierte Betrachtung des Konzeptes Ausbildungserfolg im Kontext unterschiedlicher institutioneller und individueller Erwartungen und skizziert Ansätze einer Evaluation tertiärer Ausbildungsgänge.

 

Zimmer, Marco

Virtuelle Organisationen und Experten-Netzwerke. Perspektiven auf Handlungsmotivationen und Rationalitäten

Zeitschrift für Personalforschung 2/2003, 224-238

Betrachtet man virtuelle Organisationen in der Literatur dargestellten Idealform im Hinblick auf die Handlungsmotivationen und die zu unterstellenden Rationalitäten der beteiligten Akteure, so zeigt sich, dass sie mit diversen Problemen zu kämpfen haben: Weder sind die Akteure in einer virtuellen Organisation allwissend, noch greifen die in der Regel diskutierten und durch die Form der Organisation nahegelegten Anreizsysteme so, dass die Akteure zu der gewünschten Exzellenz der Problemlösung und Leistungserstellung motiviert werden. Nach einer kurzen Darstellung der Gründe für die Bildung virtueller Organisationen werden diese Probleme am Beispiel der Phasen der Netzwerkkonfiguration und der Auftragsabwicklung diskutiert. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf Formen der Kooperation im Open-Source Bereich, die mögliche Lösungen für die hier identifizierten Probleme darstellen können.

 

Fisch, Jan Hendrik Innere Kündigung als Folge einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung - Wenn Stewards mit Agents verwechselt werden - Research Note -

Zeitschrift für Personalforschung 2/2003, 159-150

Innere Kündigung wird verbreitet als Problem auf der Seite des Mitarbeiters behandelt. Wenn die Ursachen der Inneren Kündigung aber im Arbeitsumfeld angelegt sind, können sie nur durch ein Umdenken auf der Seite des Unternehmens erfolgreich angegangen werden. Dieser Beitrag analysiert das Phänomen der Inneren Kündigung mit Hilfe des neuen Stewardship-Ansatzes. Diese um sozialpsychologische Erkenntnisse erweiterte Variante der Agency-Theorie macht deutlich, dass Mitarbeiter bei einer Inneren Kündigung nicht zwangsläufig von sich aus opportunistisch handeln, sondern ihr Verhalten an das ihnen von außen unterstellte Menschenbild anpassen. Unternehmen haben die Möglichkeit, solche Reaktionsmuster durch eine geeignete Gestaltung der Führungsphilosophie und Unternehmenskultur zu vermeiden.

 

Falk, Martin Erfolg von personalwirtschaftlichen Maßnahmen zur Überwindung des IT-Fachkräftemangels

Zeitschrift für Personalforschung 2/2003, 176-194

In dieser Studie wird der Zusammenhang zwischen der Quote unbesetzter Stellen für Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IT) im Jahr 2000 und den Maßnahmen zur Deckung des IT-Fachkräftebedarfs (z.B. Aus- und Weiterbildung) zwischen 1998 und 2000 untersucht. Datengrundlage ist eine repräsentative computergestützte Telefonumfrage (CATI) von Unternehmen für das Jahr 2000. Als Schätzverfahren werden neben dem einfachen linearen Regressionsmodell auch das Matching-Verfahren verwendet. Letzteres dient dazu, die potenzielle Selektivität hinsichtlich der Wahl der verschiedenen personalwirtschaftlichen Maßnahmen zur Deckung des IT-Fachkräftebedarfs zu berücksichtigen. Die Schätzergebnisse zeigen, dass in der IT-Branche Firmen, die in IT-Berufen ausbilden, gegenüber Firmen, die nicht ausbilden, eine um mindestens 26 Prozent geringere Quote unbesetzter Stellen aufweisen. Außerdem ist sowohl in der IT-Branche als auch in der Nicht-IT-Branche die Quote unbesetzter Stellen bei Firmen, die in den letzten zwei Jahren häufig eigene Mitarbeiter weitergebildet haben, im Vergleich zu Firmen, die Weiterbildung teilweise oder ganz vernachlässigt haben, um 18 bzw. 16 Prozent niedriger. Andere Anpassungsmaßnahmen wie die Erhöhung der Gehaltsangebote an die Bewerber oder die Bereitschaft Quereinsteiger einzustellen, haben dagegen keinen Effekt auf die Quote unbesetzter Stellen.

 

Armbruster, Daniel / Kieser, Alfred Jeder Mitarbeiter ein Unternehmer!? Wie Intrapreneurshipprogramme Mitarbeiter zwar nicht zu echten Unternehmern machen, aber doch zu höheren Leistungen anspornen können

Zeitschrift für Personalforschung 2/2003, 151-175

Intrapreneurshipprogramme verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter eines Unternehmens zu Unternehmern zu machen. Bei einer kritischen Analyse der Maßnahmen, die regelmäßig zur Förderung des Intrapreneurship diskutiert werden, fällt auf, dass diese zum einen keineswegs neu und revolutionär sind, zum anderen einen rhetorischen und ideologischen Rahmen bereitstellen, der geeignet ist, die Wahrnehmungen der Organisationsmitglieder zu verändern. Aufbauend auf dieser Feststellung entwickelten wir einen theoretischen Rahmen, der die Auswirkungen solcher Intrapreneurshipprogramme auf die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten oder self-efficacy beschreibt. Dieser wurde im Rahmen einer explorativen Erhebung empirisch nachvollzogen. Die Befunde der Untersuchung deuten darauf hin, dass Intrapreneurshipprogramme Mitarbeiter zwar nicht zu Unternehmern machen, aber dennoch in der Lage sind, deren Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten positiv zu beeinflussen.

 

Rüdiger Kabst, Wenzel Matiaske, Anja Schmelter: Gewinn- und Kapitalbeteiligungen in britischen, französischen und deutschen Unternehmen. Eine institutionalistisch orientierte empirische Untersuchung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2003, 259-277

Obwohl Gewinn- und Kapitalbeteiligungssysteme zunehmend in den Blickpunkt von Wissenschaft sowie Personalpraxis rücken, ist deren Verständnis noch unzureichend ausgeprägt. Insbesondere mangelt es an theoretisch fundierten empirischen Studien. Verstärkt wird dieses Defizit in Bezug auf international komparative Analysen finanzieller Mitarbeiterbeteiligungssysteme. Ziel dieses Beitrags ist es daher, die Determinanten und Erfolgswirkungen von Gewinn- und Kapitalbeteiligungssystemen in französischen, britischen und deutschen Unternehmen auf Grundlage einer institutionalistisch orientierten Argumentation zu diskutieren. Im Gegensatz zu effizienzorientierten Theorien oder Produktivitätsmodellen, welche bislang die Literatur zu Gewinn- und Kapitalbeteiligungen dominieren, wird in diesem Beitrag mit der Wahl institutionalistischer Ansätze ein divergierendes Entscheidungskalkül in die Diskussion aufgenommen, nämlich die Suche nach Legitimation in relevanten Umwelten. Legitimation kann durch die Aufnahme struktureller Elemente, welche die sozial konstruierte Umwelt als rational erachtet, erlangt werden. Insbesondere die von Institutionalisten angeführten Isomorphismen durch Zwang und mimetische Prozesse tragen zur Erklärung von Gewinn- und Kapitalbeteiligung bei.

 

Thomas Bürkle, Michael Knörzer: Beschäftigungssicherheit auf betrieblicher Ebene - Personalpolitische Implikationen einer Neuinterpretation des Günstigkeitsprinzips

Zeitschrift für Personalforschung 3/2003, 278-303

Das im Tarifvertragsgesetz verankerte Günstigkeitsprinzip verhindert nach geltender Rechtsauffassung einen Trade-Off von Beschäftigungssicherheit gegen Lohn, sobald Tariflöhne unterschritten werden. Diesbezüglich stellt sich die Frage, welche beschäftigungspolitischen Implikationen sich aus der gegenwärtig geforderten Neudeutung des Günstigkeitsprinzips hinsichtlich einer Unterschreitung des Tariflohnes im Austausch für Beschäftigungssicherheit ergeben. Vor diesem Hintergrund wird in dem vorliegenden Artikel ein Modell zur optimalen Größe interner Arbeitsmärkte, die durch ein hohes Maß an Beschäftigungssicherheit gekennzeichnet sind, formuliert. Die aufgrund der Vereinnahmung von Risikoprämien (Tausch von Beschäftigungssicherheit gegen Lohn) für das Unternehmen vorteilhafte Etablierung interner Arbeitsmärkte wird sich dabei häufig im Rahmen betrieblicher Mitbestimmung vollziehen, so dass Betriebsräte für die Belegschaft Anspruch auf zumindest einen Teil der so erzielbaren Rente erheben und über Mitbestimmungsrechte Einfluss auf die Größe des internen Arbeitsmarktes nehmen werden.

 

Helmut Kasper, Michael Meyer, Angelika Schmidt: ManagerInnen - zwischen Berufs- und Privatleben. Eine empirische Analyse des Umgangs mit einer Konfliktsituation

Zeitschrift für Personalforschung 3/2003, 304-334

Das Spannungsfeld Privat- und Berufsleben ist ein Objektbereich in der Managementforschung, der nahezu alle Führungskräfte massiv betrifft. Nicht ohne Leidensdruck weisen Managerinnen und Manager immer wieder auf Konfliktsituationen, hervorgerufen durch private und berufliche Belastungen, hin. Darauf fundieren wir die Forschungsfrage, "welche individuellen Strategien wenden Führungskräfte an, um Reibungsvermindungen zwischen privatem und beruflichem Bereich zu erreichen?" Auf der Basis eines ausführlichen "State of the Art" und einer umfassenden empirischen Studie stellen wir die Ergebnisse realtypischer Formen der Handhabung des Dilemmas Beruf/Privatleben zur Diskussion, die mit Hilfe der Analyse problemzentrierter Interviews mit Managerinnen und Managern extrahiert wurden. Detailanalysen zeigen, dass es drei differenzierte Lebensorientierungen und damit Umgangsweisen mit dem Spannungsfeld gibt. Ein Ergebnis vorweg: Insbesondere bei Berufstätigkeit beider Partner "entwickelt" sich die Familie zu einem "Ort der Sachlichkeit".

 

Johannes M. Lehner: Risikosuchendes Verhalten als Folge erfolgsbezogener Anreizsysteme. Effekte von Optionsprogrammen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2003, 334-353

Aktienoptionsprogramme (Stock Options) für das Top Management erfreuen sich auch im deutschsprachigen Raum zunehmender Beliebtheit. Ihre Einführung wird, fußend auf der Prinzipal-Agenten-Theorie, mit ihrer positiven Anreizwirkung im Sinne des Shareholder-Values begründet. Insbesondere sollen Führungskräfte angeregt werden, riskantere und damit profitablere Kurse für ihre Unternehmen einzuschlagen. Nach einer Replik bisheriger Kritik an solchen Anreizsystemen wird gezeigt, dass bei einer Verletzung zentraler Annahmen neo-klassischer Ansätze, wie der Normalverteilungsannahme, Aktienoptionen Anreize zur Schädigung des Shareholder-Value bieten können. Zwar wird riskanteres Verhalten in der Regel wahrscheinlicher, dieses ist jedoch nicht unbedingt mit höheren zu erwartenden Erträgen für das Unternehmen verbunden. Weiters wird argumentiert, dass das solcherart motivierte Management Maßnahmen ergreifen wird, welche zu rechts-schiefen Verteilungen der Erträge führen. Organisationale und personalpolitische Implikationen solcher Anreizsysteme in Bezug auf Wahlverhalten, Implementierung und Motivation werden formuliert.

 

Kristian Naglo: Die Erneuerung der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung. Strategische Revitalisierung und Kollektivverhandlungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2003, 438-458

Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die jüngsten Revitalisierungsansätze der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung im Kontext der historisch-spezifischen Entwicklungen der Arbeiterbewegung und der Charakteristika des amerikanischen Systems der industriellen Beziehungen zu analysieren. Zentrale Aspekte sind die analytische Betrachtung des allgemeinen gewerkschaftlichen Niedergangs, die Verdeutlichung der Heterogenität gewerkschaftlicher Ansätze zur Revitalisierung im Rahmen sogenannter corporate campaigns sowie der Bereich der Kollektivverhandlungen. Eine Gegenüberstellung zweier nationaler Gewerkschaften (SEIU und CWA) dient der Konkretisierung bzw. Kontrastierung gewerkschaftlicher Maßnahmen. Die Analyse zeigt, dass die neuen strategischen Ansätze einzelner Gewerkschaften sich bereits positiv auswirkten, dass aber einer strukturellen Verbesserung der Gesamtsituation der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung bisher die mangelnde Generalisierbarkeit der Revitalisierungsansätze und die - insbesondere nach der Übernahme der Präsidentschaft durch George W. Bush - in weite Ferne gerückte Möglichkeit einer Reform der Arbeitsgesetzgebung im Wege stehen.

 

Wolfgang Streeck, Britta Rehder: Der Flächentarifvertrag: Krise, Stabilität und Wandel

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2003, 341-362

Weitgehend unbeachtet haben in den letzten Jahren wichtige Veränderungen im deutschen System der Arbeitsbeziehungen stattgefunden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Aufnahme sozialpolitischer Themen in den Gegenstandsbereich der Tarifverhandlungen, insbesondere der Alterssicherung und der Altersteilzeit; die Ausweitung und Festigung der betrieblichen Bündnisse zur Sicherung von Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit; sowie die Ausbreitung betrieblich regulierter leistungs- und ertragsabhängiger Entlohnungsformen. Der Flächentarif hat diese Entwicklungen kaum behindert und hat sich im Gegenteil zunehmend pragmatisch an sie angepasst.

 

Ulrich Jürgens, Heinz-Rudolf Meissner, Leo Renneke, Thomas Sablowski, Christina Teipen: Paradigmenkonkurrenz der Industriegovernance zwischen neuer und alter Ökonomie

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2003, 393-417

Das "chandlerianische" Paradigma der Industriegovernance, das durch die Dominanz vertikal integrierter und diversifizierter Großunternehmen und die fokale Position der Endhersteller in den Wertschöpfungsketten gekennzeichnet ist, konkurriert mit einem neuen Paradigma, das Michael Borrus und John Zysman als "Wintelismus" bezeichnet haben. Der Wintelismus ist gekennzeichnet durch die vertikale Desintegration fokaler Unternehmen, die stärkere Fragmentierung der Wertschöpfungsketten und die Verschiebung der Machtverhältnisse in den Akteurskonstellationen. Triebkräfte dieser Entwicklung sind vor allem eine stärker kapitalmarktorientierte Unternehmensführung und die Verkürzung der Produktlebenszyklen. Automobil- und InfoCom-Industrie sind die jeweils leitbildprägenden Branchen der alten und der neuen Ökonomie. Der Beitrag stellt die Restrukturierung der fokalen Unternehmen, der sektoralen Akteurskonstellationen und der industriellen Beziehungen dar und untersucht anhand eines Vergleichs der beiden Branchen die Entwicklungstendenzen der Industriegovernance.

 

Michel Lallement, Olivier Mériau: Status and Contracts in Industrial Relations. "La Refondation sociale", a new Bottle for an old (French) Wine?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2003, 418-437

Since 1999, the main French employers' organisation (Medef) has been promoting a radical transformation of the institutional framework of industrial relations and the welfare state. This initiative, known as the "Social Re-foundation" agenda, has started to be implemented through a new cycle of inter-sectoral negotiations with the unions, on major issues such as the reform of the social security and unemployment insurance schemes: "the ways and means for the development of collective bargaining", etc. Echoing the trends observed in many national industrial relations systems in Europe and also at the UE level, the "Social Re-foundation" represents the most ambitious attempt ever made in France at redefining the boundaries between legal and contractual rules in the regulation of employment relations. In order to assess the issues at stake with the "Social Re-foundation", the paper first provides a brief historical overview of the French industrial relations institutions, focusing on the "shameful corporatist" mechanisms through which labour and capital were authorised to apply, spell out, in some cases also modify state regulations in this field. Then the authors question the assumptions and the motives of the 'social re-founders' when they claim to promote the "collective autonomy" of social partners against state law, by showing how their dualistic conception of law and contract is not in accordance with the complex institutional reality. Finally, it is suggested that the main aim of the Medef's strategy is to favour contractual autonomy at the lowest levels of collective bargaining, so as to develop firms' self-regulation. This would also mean a return to the individualist contractual philosophy of civil law, i.e the very opposite conception on which labour law and industrial relations institutions have been built up since the late 19th century.

 

James Arrowsmith, Paul Marginson, Keith Sisson: Externalisation and Internalisation of Collective Bargaining in Europe: Variation in the role of large companies

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 3/2003, 363-392

In recent years major employers have sought greater scope to negotiate working and employment practices specific to the circumstances of the company or its constituent units, reflecting the internationalisation of markets and competition. This article examines the changing balance between multi-employer and single-employer collective bargaining in this context. The analysis focuses on developments in large firms across two distinct but related dimensions: externalisation-internalisation (engagement with sectoral multi-employer bargaining) and centralisation-decentralisation (the level of internalisation within the company).The treatment is comparative, analysing developments in metalworking and banking through case studies from Belgium, Germany Italy and Britain. The results demonstrate that 'decentralisation' takes various forms, within and without the company. Furthermore, sector features are at least as significant as country factors in explaining change. This is because the re-formation of multi-employer bargaining reflects changes in power relations and transaction costs that are peculiar to the industry as well as the national context.

 

Alexander Kostyuk: Capital Structure as an element of Corporate Covernance System in Ukraine

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2003, 236-243

The paper considers the problems of corporate governance in Ukraine during the process of transformation of the structure of corporate ownership. Capital structure, as an element of the system of corporate governance, is investigated. A tight connection between concentration of shareholders equity, equity cost and capital structure (financial leverage) has been found as a result of research. The higher the concentration of shareholders equity, the larger the share of debt in the capital structure and the higher the cost of equity. Thus, the capital structure of Ukrainian companies is an efficient indicator of corporate governance performance.

 

Andrei Kuznetsov, Olga Kuznetsova: Corporate Covernance: Does the concept work in transition economies?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2003, 244-262

The paper evaluates the feasibility of employing mainstream models of corporate governance in the context of transition economies, using Russia as an example. The issue of corporate governance is considered as an element of an institutional crisis characteristic of post-communist countries. It is maintained that the stakeholder approach provides the closest fit to the realities of corporate governance in a country like Russia.

 

Theo Postma, Niels Hermes: Institutions, Corporate Covernance and Corporate Covernance institutions: The case of Estonia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2003, 263-292

During the last ten years, Estonia has made strong efforts in terms of the transition to a market economy. This is particularly true with respect to the soundness and transparency of monetary and fiscal policies, the privatisation of former state-owned enterprises, the development of the financial sector and the institutional setting. This paper argues that strengthening the formal institutional setting, and in particular the corporate governance institutions, is crucial to further enhance the process of economic transition of the country. It describes the current state the corporate governance structures as compared to other countries in Central and Eastern.

 

Mairi MacLean, Jutta Howard, Graham Hollinshead: Corporate Governance and the former East Germany: The role of the Treuhandanstalt in moulding the new German economy

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2003, 293-318

This paper demonstrates the development of economic reform of the new Germany following the collapse of the Berlin Wall. The analysis focuses on the Treuhandanstalt (THA), established in 1990, with responsibility for dividing up East Germany's national assets. The role of the THA is shown as a key social actor in moulding the new German economy. Decisions that were highly detrimental to the former German Democratic Republic (GDR) - resulting in job losses and de-industrialisation on a massive scale - were treated in an entirely perfunctory fashion. The manner in which the THA conducted its business thus took little account of the economic need to conserve employment and the symbolic need to preserve enterprises in the East.

 

Ken Roberts, Jochen Tholen, Takir Balykbaev, Daulet Duisenbekov: Post-Soviet Management: Evidence from Kazakhstan

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2003, 319-331

This paper is based on information collected by interviews during 2000 and 2001, using a mainly structured questionnaire, with the owners or top mangers in 95 manufacturing, extractive and construction businesses in Kazakhstan, and unstructured follow-up interviews in 11 of these companies. The findings are used to assess the extent to which a literature-based model of post-communist Russian management exists in Kazakhstan. Similarities are noted: the prevalence of an 'insider configuration' (firms run in the interests of managers and workers), and the importance of social capital ('connections'). In contrast, the evidence suggests that 'bureaucratic extortion' is easier to avoid, Russian-style mafia are less in evidence, and a 'nomenklatura effect' is weaker in Kazakhstan. It is argued that these differences create greater space in Kazakhstan: for 'outsiders' to develop businesses whose success depends essentially on satisfying the market, and for young managers to rise to the top swiftly on the basis of their ability to align the performances of their enterprises with market demands. It is suggested that these differences could well be part of the explanation of the relatively strong economic growth in Kazakhstan since 1998.

 

Frederick Bird: The Value-Added Approach to Business Ethics. Ethical Reflections on the Challenges Facing International Businesses in Developing Areas

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2003, 148-169

This essay examines challenges facing international businesses in developing areas in relation to alternative views of development, business strategy, and ethics. It adopts an institutional view of development and favours asset development rather than cost minimization business strategies. The essay contrasts ethical strategies that primarily operate in keeping with benchmarks to those that seek to add value. Using a variety of examples, the essay makes a case for a value-added approach. The essay explores how internationally connected businesses can add or deplete economic values gauged in relation not only to productive and financial capital but also in relation to human, social, and natural capital. The essay argues that international businesses can foster or frustrate development depending in large part on the extent to which they aim to strengthen their own assets, broadly understood, and those of their immediate stakeholders.

Korreferat: Hansjörg Elshorst: Building an Alliance ...

 

Elisabeth Göbel: Der Mensch - ein Produktionsfaktor mit Würde

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2003, 170-196

Die Ökonomik betrachtet die Menschen, die in Betrieben in abhängiger Stellung arbeiten, als Produktionsfaktoren und Mittel zum Zweck. Es ist Aufgabe einer von der Personalwirtschaft zu trennenden Personalethik, auf die humane Dimension dieses Produktionsfaktors ·Mensch" zu verweisen. In diesem Beitrag wird eine solche Personalethik in den Grundzügen entwickelt und es wird zu klären versucht, ob und wie Personalwirtschaft und Personalethik in Einklang gebracht werden können

Korreferat: Jürgen Weibler: Personalethik als Problem

 

Gerhard Gad: Das Yadana-Pipelineprojekt - Umsetzung unternehmensethischer Überlegungen in der Praxis?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2003, 197-216

In Zeiten der Globalisierung und damit einhergehendem grenzenlosen Wettbewerb nehmen Anzahl und Einfluss weltweit tätiger Unternehmen beständig zu. Dabei wird die Forderung immer lauter, dass sie als Good Corporate Citizens sich für das Wohl ihrer Gastlandsgesellschaften auch jenseits des Kerngeschäfts einsetzen sollten. Das Yadana-Pipelineprojekt von TotalFinaElf und Unocal in Myanmar wird diesbezüglich von den Unternehmen als Musterbeispiel in einem Entwicklungsland dargestellt. Eine Fülle von kritischen Stimmen zum Projekt legt jedoch eine anderweitige Schlussfolgerung nahe.

Korreferat: Stefanie Hiß: Good Corporate Citizenship - ein realistisches Konzept?

 

Holger Lengfeld, Stefan Liebig: Arbeitsbeziehungen und Gerechtigkeit. Stand und Perspektiven der empirischen Forschung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2003, 471-491

Dieser Aufsatz gibt zunächst einen Überblick über die wichtigsten Konzepte und Ergebnisse der organisationspsychologischen und -soziologischen Gerechtigkeitsforschung, soweit sie Arbeitsbeziehungen zum Gegenstand haben. Da sich die bisherige Forschung vorwiegend auf Konflikte zwischen dem einzelnen Beschäftigten und dem Unternehmen konzentriert, wird daran anschließend ein konzeptioneller Vorschlag zur Analyse kollektiver Industrieller Beziehungen unterbreitet. Demnach sollten Gerechtigkeitsprobleme auf den vier arbeitspolitischen Ebenen der Gesetzgebung, der Tarifpolitik, der betrieblichen Mitbestimmung sowie der Arbeitsgruppe auf dem shop floor analysiert werden.

 

Hermann Kotthoff: Leistungsgerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit: Konkurrierende Gerechtigkeitsempfindungen in Betriebsratsgremien

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2003, 491-511

Der Betriebsrat ist meist kein homogenes Gebilde, sondern eine Ansammlung von Personen mit unterschiedlichen Vorstellungen. Die interne Struktur des Gremiums variiert mit dem Partizipationstyp. Der Typ "Der Betriebsrat als Ordnungsmacht", der in Großbetrieben empirisch der häufigste ist, setzt sich oft aus drei Gruppierungen zusammen: der freigestellten Betriebsratsspitze, einem Kreis von "Opponenten" und einer Anzahl von Mitläufern. Mit dieser Gremienstruktur korrespondieren die Gerechtigkeitsvorstellungen und -gefühle der Mitglieder. Die Spitze neigt zum "Equity"-Gerechtigkeitsprinzip, das an Leistungs- und Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten orientiert ist (Leistungsgerechtigkeit). Die Opponenten tendieren zum "Equality"-Gerechtigkeitsprinzip, das an Solidaritäts- und Schutzgesichtspunkten orientiert ist (Gleichberechtigung bzw. Verteilungsgerechtigkeit). Diese Unterschiede hängen zusammen mit Vertrauen bzw. Misstrauen zu den konkreten Personen des Top-Mangements im eigenen Unternehmen, das wiederum stark mit der Chance zur Interaktion mit diesen Personen variiert.

 

Alexander Dilger: Sind Betriebsräte effizient?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2003, 512-527

Betriebliche Mitbestimmung ist unter Ökonomen umstritten. Einige vertreten die Ansicht, dass sie ineffizient sein müsse, weil sie nicht freiwillig vereinbart wird, sondern nur aufgrund eines Gesetzes zustande kommt. Andere betonen verschiedene mögliche Vorteile betrieblicher Mitbestimmung. In diesem Beitrag werden dazu sechs theoretische Ansätze unterschieden, wie Betriebsräte ökonomisch wirken könnten, bevor empirische Evidenz für den tatsächlichen Betriebsratseinfluss auf verschiedene Performancemaße präsentiert wird. Dabei zeigt sich, dass es die Manager in der Hand haben, ineffiziente Betriebsratseffekte zu vermeiden.

 

Franz Traxler: Der Zentralisationsgrad des Tarifverhandlungssystems und seine wirtschafts- und sozialpolitischen Effekte im internationalen Vergleich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 4/2003, 528-543

Dieser Aufsatz diskutiert die Effizienz- und Gerechtigkeitseffekte des Tarifsystems am Beispiel jener wirtschafts- und sozialpolitischen Steuerungsfunktionen des tariflichen Zentralisationsgrades, die für Fragen der ökonomischen Effizienz und der sozialen Gerechtigkeit besonders relevant sind: die Fähigkeit zur Internalisierung lohnpolitischer Externalitäten (d.h. zur Abstimmung der Tarifpolitik mit gesamtwirtschaftlichen Erfordernissen) und zur Einflussnahme auf die Lohnstruktur. Auf der Grundlage eines internationalen Vergleichs wird untersucht, in welcher Weise die Fähigkeit zur Internalisierung der Externalitäten und zur Beeinflussung der Lohnstruktur mit dem jeweiligen tariflichen Zentralisationsgrad variieren. Es zeigt sich, dass einerseits die Nivellierung der Lohnstruktur signifikant mit dem Zentralisationsgrad zunimmt, andererseits die Internalisierung von Externalitäten bei unterschiedlichen Zentralisationsniveaus gewährleistet ist, sofern die "Verpflichtungsfähigkeit" des Tarifsystems strukturell verankert ist. Dies bedeutet, dass bei gegebener Verpflichtungsfähigkeit die Effizienz des Tarifsystems mit jedem beliebigen Zentralisationsniveau und damit mit jedem beliebigen Gerechtigkeitsziel vereinbar ist.

 

Károly Balaton: Changing patterns of leadership during the transformation period in Hungary

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 335-345

The paper places the development of leadership patterns in Hungary into a historical context. The author analyses the influence of reforms before the political changes on the behavioural patterns of Hungarian managers. During the transformation period, the influence of political and macroeconomic conditions and of privatisation are analysed. The contextual factors mentioned above formulate the arena where managerial problem solving and learning takes place and contributes to the development of leadership characteristics. The paper ends with some conclusions.

 

Jure Kovac, Manca Jesenko: Values and leadership styles of managers in Slovenia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 346-360

Managers play a key role in the restructuring and transformation of economic structures in transitional countries. It is therefore not surprising that they are at the centre of attention for experts and others as well. This paper describes the results of two studies conducted in 1998 and 2003 regarding the values governing the life, work and leadership styles of managers. Special attention was paid to the shifts in values which occurred in the five-year period between the two studies, and to demonstrating the correlation between an individual's values and his/her leadership style.

 

Shyqyri Llaci, Mimoza Kasimati, Vasilika Kume: What about the leader in Albanian reality?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 361-368

It is so much written about leadership today and the leader's features are so much investigated, that one can hardly be "original" trying to put down some lines about the subject. Without pretending to bring new ideas, authors of this article will try here to bring new insight about leadership in a not very much studied culture like that of Albania. The following paper does take a social and organisational view of the phenomenon, trying mostly to point out the cultural influences on leadership, specific features fed by specific historical circumstances.

 

Karin Lohr: Management und Managementprozesse in Ostdeutschland - Befunde und Perspektiven aus managementsoziologischer Sicht

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 369-386

Die soziologische Erforschung des Managements wurde lange Zeit als ein Desiderat von Forschung und Lehre benannt. Mit Bezug auf die klassischen Studien haben sich seit Beginn der neunziger Jahre eine Reihe von theoretischen Überlegungen entwickelt und wurden einige empirische Analysen durchgeführt. Überraschend ist, dass sich die Mehrzahl empirischer Studien dabei auf die Erforschung von Managern und Managerinnen sowie Managementprozessen im wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozess in den osteuropäischen Staaten und Ostdeutschland beziehen. Ausgehend von den theoretischen Überlegungen einer sich entwickelnden Managementsoziologie werden Befunde zur Transformation des ostdeutschen Managements exemplarisch diskutiert, Lücken aufgezeigt und weitere Forschungsperspektiven diskutiert.

 

Igor Gurkov: Time allocation of Russian CEOs

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 387-396

Through the survey of 530 Russian CEOs of industrial companies, we were able to receive the self-reported evidence on overall working load and time distribution of Russian executives. The data suggests that Russian CEOs exhibit the patterns of time management, familiar to Western managers 20-30 years ago: hard overload, minimal work from home, passion to visit the shop floor. Although the personal differences in allocation of time among various tasks were significant, no particular management style proved to be more effective in terms of company's performance. This means that foreign partners should not judge a priori about the efficiency of their Russian counterparts based on unfamiliar peculiarities of time management.

 

Snejina Michailova, Elena A. Iankova: The Political Networking Challenge to Business Leadership in Bulgaria

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 397-414

This article focuses on the phenomenon of political networking. It analyzes how such a necessity of socialist life and management as personal networking is utilized under the conditions of a transition to a market economy and democracy. The newly established political networks stretch from the individual and organizational level to the national political and the European transnational level. We illustrate our argument with networking developments in Bulgaria, and more specifically by outlining the various forms of political networking in which the new business leaders of Bulgaria have engaged after 1989.

 

Vincent Edwards: Organisational leadership in transforming economies: leadership, management and national culture in selected countries of Central and Eastern Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2003, 415-429

The paper presents the results of a survey of managers in seven countries of CEE, focusing on leadership and management, the degree of deference subordinates display towards senior managers, work and leisure, and ethical issues. In discussing the findings of the survey particular attention will be paid to similarities and differences revealed by the responses of the managers in the various countries.

 

Georg Bonn, Markus Gmür, Rüdiger G. Klimecki: Der Einfluss des Personalmanagements auf organisationale Kreativität und Markterfolg von Unternehmen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2004, 5-23

Eine Personalpolitik, die in der Personalaktivierung, d.h. Rekrutierung und Entwicklung der Beschäftigten, auf eine Verbreiterung der Qualifikationsprofile abzielt, erhöht die organisationale Kreativität durch den Aufbau von 'slack resources'. Dabei handelt es sich um Ressourcen des Unternehmens, welche über den aktuellen Bedarf der Wertschöpfungsprozesse hinaus aufgebaut werden, um die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit unter der Bedingung unsicherer Marktentwicklungen zu sichern. In bezug auf die Personalressourcen kommt dabei dem Aufbau breiter und fachübergreifender Qualifikationsprofile besondere Bedeutung zu. Die Erhöhung der organisationalen Kreativität durch eine Förderung breiter und fachübergreifender Qualifikationsprofile erhöht auch den Markterfolg des Unternehmens - allerdings nur indirekt, nämlich über die Erhöhung des kreativen Klimas. Die vorliegende Untersuchung in 102 mittelständischen Unternehmen im Finanzdienstleistungs- und Beratungssektor zeigt, dass vor allem eine Personalrekrutierung, die ein besonderes Gewicht auf fachübergreifende Qualifikationen legt, und eine Personalentwicklung, welche nach einer fachübergreifenden Qualifizierung der Beschäftigten strebt, signifikant positiv mit dem kreativen Klima zusammenhängen.

 

Thomas Bürkle: Die effiziente Zusammensetzung von Arbeitsgruppen in Organisationen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2004, 39-63

Im Rahmen einer arbeitsteiligen Leistungserstellung kommt der Bildung von Arbeitsgruppen eine herausragende Bedeutung zu. Der normative Beitrag analysiert diesbezüglich Bedingungen für eine effiziente Zusammensetzung von Gruppen im Rahmen eines portfoliotheoretischen Konzepts. Dabei steht eine simultane Betrachtung zweier Effekte im Mittelpunkt: Der Synergieeffekt führt dazu, dass eine Zusammenfassung von Personenmehrheiten im Rahmen einer interagierenden Gruppe dazu führt, dass der Gruppenerfolg in seiner Ausprägung über eine reine Addition der Erfolgsbeiträge der einzelnen Gruppenmitglieder bei isolierter Aufgabenbewältigung hinausgeht. Ein Risikodiversifikationseffekt ergibt sich immer dann, wenn die Erfolgsbeiträge der Mitarbeiter bei isolierter Aufgabenbewältigung in einem stochastischen Umfeld nicht vollständig positiv korreliert sind. Aus dem Zusammenwirken beider Effekte werden allgemeine Aussagen für die Gestaltung von Gruppenstrukturen abgeleitet.

 

Stefan Huf: Karriereerfolg trotz oder wegen Berufsakademie? Zur Determinationskraft tertiärer Ausbildungen von beruflichen Karrieren

Replik zu Steffen Hillmert, Steffen Kröhnert (2003): Differenzierung und Erfolg tertiärer Ausbildungen: die Berufsakademie im Vergleich. Zeitschrift für Personalforschung, 17, 195-214. Zeitschrift für Personalforschung 1/2004, 64-82

Seit über 25 Jahren bieten die baden-württembergischen Berufsakademien (BA) duale Ausbildungen auf Hochschulniveau an. Der fachhochschuläquivalente Abschluss soll es den Absolventen ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt mit Hochschulabsolventen konkurrieren zu können. Eine umfassende Bestandsaufnahme der bisher durchgeführten Absolventenstudien ergibt keine Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass BA-Betriebswirte den Fachhochschul- und Universitätsabsolventen hinsichtlich der beruflichen Aufstiegschancen nachstehen. Zugleich wird bildungsökonomischen Forschungsansätzen eine Absage erteilt, die auf der Prämisse basieren, tertiäre Ausbildungsinstitutionen seien in der Lage, berufliche Karrieren ihrer Absolventen zu determinieren. Karrieren bilden sich in Organisationen durch Selbst- und Fremdselektion: Das komplexe Wechselspiel von "persönlichem Wollen", "individuellem Können", "sozialem Dürfen" und "situativer Ermöglichung" schränkt die Vorhersagbarkeit von Karriereverläufen stark ein, weshalb nicht von einer direkten Durchschlagskraft tertiärer Ausbildungsgänge auf berufliche Karrieren ausgegangen werden kann.

 

Jonas F. Puck, David Rygl, Andreas Exter, Dirk Holtbrügge: Kulturelle Einflüsse auf internetbasierte HR-Managementtechniken. Verliert die nationale Kultur an Bedeutung?

Zeitschrift für Personalforschung 1/2004, S.24-38

Dieser Artikel analysiert den Einfluss der nationalen Kultur auf den Einsatz internetbasierter HR-Managementtechniken am Beispiel der Personalwerbung über die unternehmungseigene Homepage. Auf dem Kultur-Konzept von Hofstede basierende Hypothesen werden anhand der Daten von 330 Unternehmungen aus 11 Ländern überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht-kulturelle Faktoren einen größeren Einfluss als kulturelle Faktoren besitzen, Einflüsse durch die Landeskultur jedoch weiterhin bestehen. Die Ergebnisse unterstützen damit den Ansatz der Kulturalisten, wonach neue Managementtechniken an die jeweilige Landeskultur angepasst werden müssen, um erfolgreich implementiert werden zu können.

 

Snejina Michailova, Kenneth Husted: Decision making in organisations hostile to knowledge sharing

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2004, 7-19

This paper focuses on some of the specificities of decision making in Russian organisations. These companies usually have a highly centralized decision-making. Paradoxically, Russian firms are also known for their relatively high level of hostility towards knowledge sharing. Both characteristics constitute a dangerous combination for strategic decision-making processes in the organisations and their ability to commit resources to adequate actions. On the basis of 53 interviews in 25 companies over the last six years, this paper analyses the interface between different dimensions of knowledge sharing hostility and the consequences these have for strategic decision making.

 

Ruth Alas, Maaja Vadi: The impact of organisational culture on attitudes concerning change in post-soviet organisations

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2004, 20-39

906 employees from Estonian companies were studied in order to explore how task-orientation and relationship-orientation of organisational culture influence attitudes to the process of organisational change among employees in post-socialist organisations. The current survey indicates that people who began working in the former Soviet Union differ from those who started their careers during the subsequent transition period according to the way they form their attitudes toward change. Relationship-orientation of organisational culture predicts a belief in the benefits of change only in the group of people who started their work life in Soviet organisations.

 

Sarah E.A. Dixon: The globalisation potential of the Russian oil industry: An empirical study

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2004, 40-60

A metamodel, derived from the strategic management literature, provided a framework for an eclectic and structured empirical analysis of the globalisation potential of the Russian oil industry and the implications for the international oil industry. A series of interviews were undertaken with senior representatives of Russian and Western oil companies and experts in the field, on the basis of which it was concluded that, despite historical and administrative constraints, there are strong drivers for Russian oil companies to compete globally with the Western oil majors, thereby affecting the international oil game.

 

Gerhard Fink, Sylvia Meierewert: Issues of time in international, intercultural management: East and Central Europe from the perspective of Austrian managers

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2004, 61-84

In 339 interviews we identified 449 time related and culturally determined critical incidents. We can clearly distinguish time behaviour of Anglo-German managers from that of managers from France and Italy and East Central Europe. These incidents with East Central European Managers can be grouped in two categories: slow speed of solving tasks and extreme length of negotiations and decision making processes. This time behaviour can be explained by working in collectives and priority setting by supervisors. Risk aversion, harmony seeking, and 'saving own face' are values/culture standards that determine time consuming discussion and decision making behaviour. Wasting time of their (West European) counterparts is of no concern for East Central European Managers, unlike harmony within the collective.

 

Masako Yuki, Kazuyo Yamada: Towards Gender Mainstreaming Trade Unions in Japan and Germany: The impact of expanding part-time employment in the 1990s

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 27-41

In many industrialized countries, employment types have increasingly diversified due to a rise in the number of irregular workers, including part-timers and dispatched workers, along with the feminization of employment. Particularly since the 1990s, trade unions have been urged to take necessary measures for this diversification. This paper aims to analyze the transition of trade unions' employment policies and their organizational structure from gender perspectives, focusing on the Japanese Trade Union Confederation (Rengo) in Japan and German Trade Union Federation (DGB) in Germany, and examines the issues of labour movements and their new possibilities. Specifically, considering the differences in the framework of industrial relations in Japan and Germany, the paper analyzes the policies on unionization and equal treatment after the 1990s. On the basis of this analysis, the paper points out that the future of labour movements in Japan and Germany can be sought in further promotion of gender policies, the realization of equal treatment, re-evaluation of the concept of "labour," and the implementation of collective agreements stipulating all these.

 

Stefan Zagelmeyer: The Development of Governance Structures in Britain and Germany: A Comparative Inquiry

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 61-76

This article analyses and discusses the development of governance structures for the employment relationship in Britain and Germany form a comparative perspective. The first section briefly introduces governance systems for the employment relationship in both countries and then outlines recent trends. The second section summarises quantitative studies on establishment-level determinants of governance structures. The third section contrasts and discusses the experiences of Britain and Germany and speculates about the future of collective bargaining in both countries.

 

Lowell Turner: Labor and Global Justice: Emerging Reform Coalitions in the World's Only Superpower

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 92-111

This paper examines rejuvenated labor, environmental and campus movements in the U.S., in case studies of living wage, anti-sweatshop, sustainable development and Justice for Janitors campaigns. The cases offer surprising evidence for the resurgence of progressive activism in America, at a critical historical juncture in which contrasting perspectives contend for prominence - Washington consensus versus Seattle coalition, employer-driven de-unionization versus union-led mobilization, corporate power and corruption versus labor-inclusive social movement upsurge, and in the global arena, unilateral domination versus multilateral negotiation. Predominantly local, the coalitions examined in this research, taken together across the United States, amount to a substantial movement for broad economic and social policy reform, an American movement with potentially global ramifications. The argument presented here contends that this revitalization of social forces in the U.S. is significant enough to need explanation, and presents evidence pointing toward key causal forces at work: chronic inequality, strategic leadership, and coalition building.

 

Franz Traxler: Employer Associations, Institutions and Economic Change: A Crossnational Comparison

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 42-60

It is commonly assumed that the current direction of economic change is detrimental to such collective industrial relations actors as employers' associations. Adopting a crossnationally comparative perspective, this paper examines how employers' associations cope with this challenge. This is done in two ways. On the one hand, the impact of economic change on membership strength is tested against the impact of industrial relations institutions that embed collective action. On the other hand, the paper analyzes how the employers' associations have actively tried to adjust themselves to the changing conditions.

 

Martin Behrens: New Forms of Employers' Collective Interest Representation?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 77-91

This paper examines the motivation of employers to form employers' associations. It also analyzes the willingness of employers to provide associations with sufficient resources and to empower them to negotiate collective agreements. In examining four cases of newly created employers' associations, the analysis finds that the three major explanations for employers' associability - union power, state action, collective goods - are far from mutually exclusive, as much of the existing literature claims. Any one of these three factors alone, or in combination, has the capacity to drive the creation of an association. There is no evidence that a hierarchy exists among these factors in terms of their potential to motivate the creation of a new employers' association.

 

William Brown, Sarah Oxenbridge: The Development of Co-operative Employer/Trade Union Relationships in Britain

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 143-158

A feature of the contraction of collective bargaining in Britain has been the recent spread of so-called 'partnership agreements'. Discussion of these has been sharply polarised as to whether they are in the long-term interests of trade unions. This research draws upon a two-stage case study approach to explore the underlying characteristics and dynamics of a variety of co-operative relationships between employers and trade unions. This variety ranges from those that are supportive of trade unions to others designed primarily to restrict them. It argues that the formalities of partnership agreements provide misleading evidence on the underlying relationships. Closer study emphasises the importance of employer intentions concerning the encouragement or restriction of trade unions and the implied level of trust in the relationship. Procedural formality may accompany high or low levels of trust, but it fulfils different functions in each. The balance of interests for both employers and trade unions suggests that where collective bargaining continues it is likely increasingly to be characterised by co-operative relationships.

 

Sylvie Contrepois, Steve Jefferys: Founding Values or Instrumentalism? Comparing Bank Sector Trade Union Activism in France and Britain

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, S.112-128

This Franco-British research reports on interviews concerning CFDT-Banque and UNIFI union activists' values and trajectories towards activism. The authors find some national differences but few generational differences. In both banking sector unions the younger union conference participants largely share the same values of social justice as the older activists, and have similar trajectories from being non-members to becoming activists. The authors criticise the argument that as the contemporary European trade union movement has become more bureaucratised and remote from the workers so its activists are likely to have become increasingly instrumental and individual in their union involvement.

 

Lise Lotte Hansen: Does the Future of Unions Depend on the Integration of Diversity?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 129-142

The article relates gender equality problems with a wider agenda of challenges to the labour movement. The main argument is that unions have to reflect the diversity of their membership base in order to maintain their legitimacy among members and their strength in the labour market. The article concludes that transformative changes in union policy and practices could benefit both the labour movement and gender equality. The empirical focus is on gender equality policies in the LO (Denmark) and in UNISON (UK).

 

Sandra Jones: Towards a Theory of Industrial Relations for a Knowledge Economy

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management 1+2/2004, 15-26

This paper first presents a summary of the plethora of challenges that the globalised knowledge era is presenting to a broad spectrum of assumptions upon which business, governments and unions have based their actions and theories. It then turns to a more in-depth analysis of the challenges facing industrial relations practice and theories. A new theory of industrial relations is presented that seeks to both explain current responses by various parties and explores future responses. The theory presented is not a static explanation of practice, but rather a dynamic emergent concept capable of meeting the continuous changing knowledge era.

 

Wenzel Matiaske, Werner Nienhüser: Sinnprovinzen in der Personalwissenschaft - Befunde einer empirischen Untersuchung

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 117-138

Ziel des Beitrages ist eine Kartierung insb. der theoretischen Sinnprovinzen der Personalwissenschaft. Grundlage der empirischen Studie sind Publikationen zur Disziplin in der vergangenen Dekade (1991 bis 2000). Auf der Basis der Literaturlisten dieser Beiträge, die deren Autoren als charakteristisch für die eigene wissenschaftliche Position ansehen, werden Ähnlichkeiten oder Gemeinsamkeiten aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Netzwerkanalyse herausgearbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass man zwar durchaus verschiedene Sinnprovinzen innerhalb der Personalwissenschaft erkennen kann. Allerdings bilden deren Vertreter eher lose Gruppen als festgefügte Clans. Insgesamt handelt es sich bei der Personalwissenschaft um eine thematisch wie theoretisch äußerst zerklüftete Wissenslandschaft. Eine Ausnahme gibt es: eine personalökonomische Gruppierung hebt sich relativ deutlich als abgrenzbare Sinnprovinz heraus.

 

Markus Pudelko: Benchmarking: Was amerikanische, japanische und deutsche Personalmanager voneinander lernen

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 139-163

Anhand einer quantitativ ausgerichteten empirischen Studie wird untersucht, ob Personalmanager aus Großunternehmen der drei größten Volkswirtschaften voneinander lernen (wollen). Weiterhin wird geprüft, in welchen Kategorien sie am ehesten Anknüpfungspunkte für eine erfolgreiche Übertragung ausländischer Personalmanagement-Praktiken sehen und welche konkreten Eigenschaften hierbei vorrangig in Frage kommen. Die erhobenen Informationen lassen Ansatzpunkte zur Verbesserung des jeweils eigenen Modells erkennen und können zudem als Indikator für mögliche Entwicklungslinien der verschieden Ländermodelle herangezogen werden. Anhand der gewonnenen Daten ist davon auszugehen, dass amerikanische Personalmanager keine wesentlichen Inspirationen von den beiden Vergleichsmodellen erhalten. Ihre deutschen Kollegen erweisen sich indessen gegenüber Anregungen sowohl aus den USA als auch aus Japan aufgeschlossener, ohne dass dabei von einer grundlegenden Neuausrichtung des deutschen Personalmanagements auszugehen ist. Die Angaben japanischer Personalmanager lassen dagegen auf einen Paradigmenwechsel schließen, bei dem insbesondere Anstöße aus den USA aufgenommen werden.

 

Michael Müller-Camen, Wolfgang Mayrhofer, Johannes Ledolter, Guido Strunk, Christiane Erten: Pure Rhetorik? Populäre personalwirtschaftliche Handlungsempfehlungen der 1990er Jahre und ihre Umsetzung - eine international vergleichende empirische Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 164-182

Dieser Beitrag analysiert über einen Zeitraum von zehn Jahren die Umsetzung ausgewählter personalwirtschaftlicher Handlungsempfehlungen: Verlagerung von Personalverantwortung auf nachgelagerte Einheiten und das Linienmanagement, verstärkt leistungsorientierte Bezahlung und vermehrte Nutzung von flexiblen Arbeitsformen. Diese normativen Empfehlungen sind nicht nur seit Ende der 1980er Jahre ein fester Bestandteil der personalwirtschaftlichen Diskussion, sondern auch wichtige Bausteine in Konzepten neuer Formen der Organisation. Eine statistische Längsschnittanalyse auf Basis von mehr als 20.000 ausgewerteten Fragebogen der Cranet-G Umfrage zu Personalmanagement in Europa zeigt nur für leistungsorientierte Bezahlung eine vermehrte Nutzung über die 1990er Jahre. Dagegen beobachteten wir insbesondere bezüglich der Verlagerung von Personalverantwortung auf nachgelagerte Einheiten bzw. das Linienmanagement ein Auseinanderklaffen zwischen der Literatur und den in der Unternehmenspraxis zu beobachtenden Entwicklungen. Wie eine weitere statistische Analyse zeigt, sind negative Performanceimplikationen eine mögliche Ursache dafür.

 

Meik Führing: Risikoberichterstattung über Humanressourcen - eine empirische Analyse der DAX 30

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 183-206

Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) verpflichtet Unternehmen in der Lageberichterstattung auf die Risiken der künftigen Entwicklung einzugehen. Hierzu gehören auch Risiken von Humanressourcen, die sich unter anderem aus Fehlentscheidungen bzw. -verhalten des Managements, fehlenden Qualifikationen oder unzureichender Unterstützung durch die Funktionen des HRM ergeben können. Ziel dieses Beitrags ist es, die Risikoberichterstattung über Humanressourcen der DAX 30 hinsichtlich ihrer Aussagekraft zu analysieren und zu bewerten, sowie die empirischen Ergebnisse aus "Personalerperspektive" kritisch zu diskutieren. Hierbei geht es vor allem darum, die Besonderheiten der Humanressourcen im Unterschied zu anderen Unternehmensressourcen und die damit verbundenen Herausforderungen/Probleme bei der Risikoberichterstattung herauszuarbeiten. Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen ersten Vorstoß in ein vor allem von Personalerseite bislang vernachlässigtes Themenfeld.

 

Colette Friedrich, Simone MartPersonalwirtschaftliche Wirkungen von Zeitarbeit - Eine theoretische Analyse des Kooperations- und Leistungsverhaltens beim Einsatz von Leih- im Vergleich zu Normalarbeitnehmern

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 207-221

Das Thema Zeitarbeit ist politisch hochbrisant und insbesondere auch für Arbeitgeber bzw. Entleiher von hohem Interesse. Innerhalb der theoretischen Betrachtungen zur Zeitarbeit stellt die Analyse möglicher negativer personalwirtschaftlicher Wirkungen, wie z.B. Kooperationsverhalten von Leih- und Stammarbeitnehmern im Unternehmen, Arbeitszurückhaltung und oder erwartete Produktivitätsunterschiede, eine Forschungslücke dar. Der Beitrag widmet sich der aus solchen Überlegungen resultierenden Kosteneffizienz des Einsatzes von Leiharbeitnehmern im Vergleich zu Normalarbeitnehmern. Als theoretische Untersuchungsbasis wurden die Insider-Outsider- und die Effizienzlohntheorie gewählt.

Aus der Anwendung der Insider-Outsider-Theorie resultiert, dass die Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern der Beschäftigung von Normalarbeitnehmern bei Abwesenheit unternehmensspezifischer Qualifikationsanforderungen vorzuziehen ist, da vergleichsweise geringere labour turnover costs anfallen. Aus der Betrachtung auf Basis des Shirkingansatzes der Effizienzlohntheorie resultiert eine Empfehlung der Normalarbeitnehmerbeschäftigung.

 

Stefan Süß: Weitere 10 Jahre später: Verhaltenswissenschaften und Ökonomik. Eine Chance für die Personalwirtschaftslehre

Zeitschrift für Personalforschung 2/2004, 222-242

Die Betrachtung personalwirtschaftlicher Lehrbücher und wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften zeigt, dass sich neben der verhaltenswissenschaftlichen auch eine ökonomische Ausrichtung der Personalwirtschaftslehre etabliert hat. Bei näherer Analyse erweisen sich die Verhaltensannahmen beider Richtungen nicht als inkommensurabel zueinander. Daher kann skizziert werden, wie sich die Theorierichtungen ergänzen und damit zu differenzierten Aussagen in der Personalwirtschaftslehre beitragen können.

 

Gertraude Mikl-Horke:Globalization, transformation and the diffusion of management innovations

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2004, 123-146

This paper suggests a shift from the discourse on transfer and transition with regard to CEE societies towards one focusing on transformation processes that come with globalization. Since globalization can be interpreted as the spread of ideas, informations, practices, goods and techniques, the perspective of the diffusion of management innovations is introduced and enlarged by including power relations, the interests of actors and cultural aspects of change. The argument of culture as barrier for the adoption of innovation is challenged in favor of one that sees it as a chance for contributing to innovation and globalization.

 

Wolfgang Mayrhofer, Michael Müller-Camen, Johannes Ledolter, Guido Strunk, Christiane Erten: Devolving responsibilities for human resources to line management? An empirical study about convergence in Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2004, 98-122

The lively debate about converging or diverging management practices is not yet decided. Human resource management (HRM) is no exception. Using the widely discussed issue of HR specialists handing over HR tasks to line management as an example, the article analyses whether European companies in the last decade have adopted similar HR practices and whether successful European companies are similar to each other in this respect. The results show that there is no trend towards convergence in Europe. Furthermore, various configurations of HR practices characterise successful organisations. Both results have important consequences for HR academics and practitioners, especially in the Central and Eastern European countries.

 

Amanda Dunkel, Sylvia Meierewert: Culture standards and their impact on teamwork - An empirical analysis of Austrian, German, Hungarian and Spanish culture differences

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2004, 147-174

This article examines the impact of different cultural standards on the processes and performances of Austrian, Spanish, German and Hungarian task groups. We therefore analyzed 201 qualitative interviews with Austrians, Spaniards, Germans and Hungarians, which were conducted from 1996 to 2001. This paper uses the cultural standard framework as its theoretical background as well as the concepts of team development. The emphasis of our research is on those culture standards that have been identified as relevant for the cooperation within teams. Critical Incidents that can be explained by the above-mentioned culture standards have been categorized referring to the "Five-Phase-Model" of team development by Tuckman and Jensen.

 

Renate Rathmayr: The concept of Den'gi (Money) in the St. Petersburg population at the beginning of the 1990s

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2004, 175-189

Social change brings about discursive change. Particularly, it causes shifts of meaning within the key concepts of social discourse. The concept of den'gi (money) has undergone fundamental alteration in Russian language and culture since perestroika. This conceptual change will be discussed in the following article. My findings are based on a corpus of interviews recorded in St. Petersburg in 1993. The concepts compared, i.e. the concept of den'gi before and after perestroika, respectively, can only be sketched out roughly here. The interviews conducted in 1993 reveal conflicting discourses on money that are rooted in Russian, Soviet-Russian - the traces of the minor role money played in the Soviet era were still present in social discourse in 1993 - and free enterprise ideologies, respectively. They also reveal that by that time a clear tendency towards a concept of money oriented by market economy had already emerged, at least among the younger urban population.

 

Johanna Petters, Barbara Müller: "Profit": A new key concept in Russia and the Czech Republic. Parallels and differences

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2004, 190-209

The article describes how the concepts - i.e. people's knowledge and attitude - connected to the Russian and Czech words for profit have changed during the transformation after 1989. In the socialist period capitalist profit maximization is stereotypically damned whereas socialist profit remains rather an internal matter of the enterprises. In the 1990ies both the profits of particular enterprises and the general notion of profit become a public matter. In specialized and newspaper texts profit is endorsed as a motivation for people to work and the driving economic force. In Czech spoken discourse people are often skeptical towards the notion of profit.

 

Uta Wilkens, Daniela Menzel, Peter Pawlowsky: Inside the Black-box: Analysing the Generation of Core Competencies and Dynamic Capabilities by Exploring Collective Minds. An Organisational Learning Perspective

management revue 1/2004, 8-26

The paper combines resource-based thinking with perspectives from theories of organisational learning and knowledge management. According to the resource-based view (RBV) strategy can be defined as emergent pattern of interaction generating core competencies and dynamic capabilities. These processes of interaction and their relation to core competencies and dynamic capabilities are of major concern in the presented analysis. A synthesis with learning theories further leads to the basic assumption that processes of knowledge identification, knowledge diffusion, knowledge integration and the enactment of the environment are critical for generating core competencies. Moreover, learning theories show how to approach the causal ambiguity-argument that is important in the explanation of core competencies given by RBV. It will be argued that the analysis of the shared mental model of the organisational members is a method to explore critical processes for generating core competencies. A related research instrument will be validated in a case study analysis that was conducted in a medium-sized enterprise aiming at testing the instrument and the aforementioned basic assumption. The instrument can explore the critical processes in which the generation of core competencies and dynamic capabilities is embedded in. It provides a better understanding of the critical processes within the organisation than the RBV.

 

Jörg Freiling: A Competence-based Theory of the Firm

management revue 1/2004, 27-52

The research question of the article is: Does the competence-based view, representing a theory of sustaining competitive advantage, offer simultaneously a comprehensive theory of the firm? In order to develop an answer, it appears to be necessary to elaborate the theoretical basis of the competence-based view by delimitating this perspective from the resource-based one. The scrutiny suggests that the competence-based view represents a theory of the firm with other answers than current theories of the firm in use. Moreover, not all the answers of the competence-based view as to the theory of the firm are convincing. Therefore, fundamental weaknesses and shortcomings, which can be dispelled, are pointed out.

 

Stephan Duschek: Inter-Firm Resources and Sustained Competitive Advantage

management revue 1/2004, 53-73

Resource-oriented perspectives of strategic management are on the way to discovering a topic to which little attention has been paid so far within their own ranks: inter-firm networks. In this article, it is argued that the resource- and competence-based view ( despite its new facet of analysis ( falls back on a traditional firm-focused explanation. Conversely, the relational view, the youngest branch of strategic management, follows completely new explanatory paths. Here, an inter-firm focus is established. Overall, there are two related, but diametrically opposed strategic management approaches, each assigning a different kind of importance to the meaning of competition in the context of analysing cooperative inter-firm relations.

 

Axel Haunschild: Contingent Work: The Problem of Disembeddedness and Economic Reembeddedness

management revue 1/2004, 74-88

All economic action is embedded in social contexts (Granovetter 1985). However, contingent work practices make work relations more episodic, transient and market-like. They produce dislocated and time-space spanning social contexts and, therefore, contribute to what Giddens (1990) has called the process of disembedding. The aim of the paper is to relate contingent work practices to a wider societal context by looking at how these disembedded practices become reembedded in local contexts of interaction. For situations in which means-end calculations are the dominant focus of social relations and in which social interactions are, for the most part, consciously reflected as resource exchange relations, the term economic reembedding is suggested. But - illustrated by Bourdieu's notion of social capital - the paper also explores limits to an economization of social relations in general and of work practices in particular. In conclusion, some implications for firms' utilization, management, and reproduction of human resources are discussed that follow on from the embeddedness perspective on contingent work developed in the paper.

 

Ellen Roemer: Managing Asymmetric Resource Dependence and Environmental Risk in Relationships by Real Options

management revue 1/2004, 89-106

Asymmetric dependence in buyer-seller relationship is probably among the most widely studied phenomena in relationship research. However, the focus on asymmetric resource dependence has mainly addressed risks within the buyer-seller dyad and has largely disregarded external types of risk affecting relationships. This paper examines how to balance resources in relationships when there is inter-organizational dependence and when there is environmental risk. The author uses a formal real options model to analyze the effects of different types of risk having an impact on relationships and to determine an optimal management of relationships when there is asymmetric dependence and environmental risk.

 

Kirsten Foss, Nicolai J Foss: The Next Step in the Evolution of the RBV: Integration with Transaction Cost Economics

management revue 1/2004, 107-121

This essay addresses the role of transaction cost economics (TCE) in advancing the resource-based view. In particular, it is argued that TCE has the potential to remedy a number of weak spots in the RBV, such as the absence of attention in the RBV to the interaction between value creation and value appropriation. This and other weak spots in the RBV stem from not taking account of transaction costs to a sufficient extent. Integrating TCE with the RBV adds new insight into the analysis of sustained competitive advantage.

 

Manfred Moldaschl, Dirk Fischer: Beyond the Management View: A Ressource-Centered Socio-Economic Perspective

management revue 1/2004, 122-151

In the past fifteen years, the resource based view has experienced enormous popularity and support. To the same extent that it has become established as the dominating approach in management science, its shortcomings are becoming more and more apparent. In this essay, we discuss different schools of the RBV and some of their most significant shortcomings. We believe that such shortcomings are the result of a blurred and insufficient theoretical basis. While the static versions of the RBV follow the neo-classical equilibrium model too closely, the dynamic approaches (competence-based view, capability approach) mix incommensurable elements of theory. To allow improved reasoning and possibly the integration of resource-oriented approaches we suggest socio-economics. Socio-economics offers a firm ground for overcoming the discussed weaknesses of RBV and provides tie-in points for the resource concepts of other disciplines. We thus plead for a resource-oriented socio-economic perspective which goes beyond a narrow management perspective and takes into account the social, cultural and political embeddedness of the firm.

 

Christopher Frey: Gerechtigkeit in wirtschaftlicher Perspektive

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 262-286

Einige neoliberale Ökonomen - wie z. B. Hayek - glauben, dass Gerechtigkeit keinen Bezug zur Ökonomie aufweist. Sie setzen ein System der Ökonomie voraus, das in sich und durch sich keine Korrelation zum politischen System aufweist. Für eine optimale Produktion ist jedoch die politische und soziale Ordnung eine notwendige Voraussetzung, die bereits bekannte Fragen und Probleme einer gerechten Ordnung neu aufwirft. Darüber hinaus sollte sie die Frage der Gerechtigkeit als Tugend wieder aufleben lassen.

Mit einem Korreferat von Hans G. Nutzinger: Gerechtigkeit in der Ökonomik, von außen und innen betrachtet.

 

Annette Barkhaus und Bettina HollsteEin Sozialstaat, der "Sinn macht"? - Begründung der Leitidee eines nachhaltigen aktivierenden Sozialstaates

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 287-306

Ausgehend von einer doppelten Krisendiagnose, nämlich zum einen der des Sozialstaats und zum anderen der der aufgeklärten liberalen Moral, entwickelt dieser Beitrag eine Begründung für eine neue Leitidee zur Lösung der Krise des Sozialstaats, die sich aus einer Verschränkung von ökonomischer und philosophischer Argumentation ergibt. Der Hauptansatzpunkt der Argumentation ist der Wechsel von der Gerechtigkeitsperspektive zu einer Perspektive des guten Lebens, mit der die Leitidee eines nachhaltigen aktivierenden Staates begründet wird.

 

Johannes Wallacher: Ethische Perspektiven einer entwicklungsgerechten Weltwirtschaft

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 307-324

Nach einigen grundsätzlichen Überlegungen und empirischen Befunden zum Verhältnis von Wachstum und Verteilung werden im vorliegenden Beitrag einige Perspektiven einer Ethik der Weltwirtschaft skizziert. Ausgangspunkt dafür ist ein bestimmtes Verständnis von Gerechtigkeit, das in Verbindung mit dem Begriff der Entwicklung darauf abzielt, offenkundiges Unrecht zu identifizieren und zu überwinden. Auf dieser Grundlage werden grundlegende ethische Maßstäbe, Verantwortungsebenen und Träger einer "entwicklungsgerechten" Ordnung der Weltwirtschaft vorgestellt.

 

Johannes Eurich und Alexander Brink : Anerkennung als Voraussetzung gesellschaftlicher und unternehmerischer Teilhabe

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 325-350

Im vorliegenden Beitrag wird eine bestimmte Vorstellung von Anerkennung aus dem sozialphilosophischen Kontext abgeleitet und als Orientierungspunkt in die Unternehmensethik eingebracht. Dabei wird auf der Managementebene ein normatives Stakeholdermanagement als freiwillige Selbstverpflichtung entfaltet, welches zugleich strategische Anforderungen an die Unternehmensführung erfüllt. Als heuristisches Instrument zur Bestimmung von Handlungen, die legitime Stakeholderinteressen in vitaler Weise verletzen, wird das Vitalitätskriterium vorgestellt. Anerkennung wechselseitig bedingter Stakeholderansprüche wird damit zur zentralen unternehmerischen Leitidee. Die Ergebnisse werden in die wirtschafts- und unternehmensethische Forschung rückgebunden.

Mit einem Korreferat von Andreas Georg Scherer: Inklusion als Stakeholdermanagement?

 

Bernd Irlenbusch: Auf der Suche nach Gerechtigkeit - Eine empirische Herangehensweise

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 351-371

Der vorliegende Beitrag möchte Einblicke in ausgewählte empirische Befunde zur Wahrnehmung von Gerechtigkeit in ökonomischen Kontexten geben. Er konzentriert sich dabei auf Resultate, welche in kontrollierten Experimenten gewonnen wurden. Ziel ist es, Anregungen zu geben, in wieweit jüngere Entwicklungen in der experimentellen Wirtschaftsforschung die Behandlung wirtschafts- und unternehmensethischer Fragestellungen ergänzen und voranbringen können.

 

Lothar Rieth: Deutsche Unternehmen, Soziale Verantwortung und der Global Compact - Ein empirischer Überblick

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2003, 372-391

Multinational operierende Unternehmen stehen, nicht zuletzt aufgrund des Drucks durch Nichtregierungsorganisationen, vor der Herausforderung zu belegen, dass sie bereit sind, "soziale Verantwortung" zu übernehmen. Der Global Compact der Vereinten Nationen, als ein prominentes Beispiel für eine öffentlich-private Partnerschaft, bietet dafür eine internationale Plattform. In dieser empirischen Analyse wurden Vertreter von 12 der größten deutschen Unternehmen danach befragt, was ihr Unternehmen unter "sozialer Verantwortung" versteht, wie ihr Unternehmen versucht, diese zu verwirklichen und welche Instrumente dabei bevorzugt eingesetzt werden. Obwohl insbesondere den an der Umfrage beteiligten Unternehmen ein hohes Maß an Bereitschaft unterstellt werden kann sich sozial zu engagieren, ergaben sich z. T. dennoch erhebliche Widersprüche in der Begründung des Engagements sowie zwischen eigenen Ansprüchen und deren Umsetzung.

 

Wolfgang Weber, Rüdiger Kabst: Human Resource Management: The Need for Theory and Diversity

management revue 2/2004, 171-177

Human Resource Management as an academic discipline needs to be theoretically grounded, i.e. it requires support through theories, theory-driven empirical research and critiques. In doing so, different theoretical perspectives are addressed suggesting a problem-orientated theory selection which leads inevitably to theoretical diversity.

 

Wolfgang Mayrhofer: Social Systems Theory as Theoretical Framework for Human Resource Management - Benediction or Curse?

management revue 2/2004, 177-191

Social systems theory as developed by Niklas Luhmann is an option for the theoretical foundation of Human Resource Management (HRM). After clarifying the advantages of using a grand (social) theory as the basic theoretical perspective, the roots of this social systems theory - the deterministic view of systems as machines, the open systems approach and non-linear systems theory - are addressed. Based on the view of social systems as autopoietically closed systems, five major contributions to a theoretical foundation of HRM are identified: (1) the conceptualisation of organising and managing human resources as social processes, thus overcoming an individualistic angle; (2) the new importance of individuals as essential element in the system's environment; (3) the abstention form far reaching or highly unrealistic assumptions about the 'nature' of human beings; (4) the interaction between various levels and units of analysis built into the theory which is essential for comprehensive and in-depth analyses of HR phenomena and (5) the openness for additional theories for which social systems theory provides the overall framework.

 

Niclas Schaper: Theoretical Substantiation of Human Resource Management from the Perspective of Work and Organisational Psychology

management revue 2/2004, 192-200

In the article it is tried to substantiate further developments in human resource management with reference to the competency approach in work and organisational psychology. First the objectives of scientific and applied research in work and organisational psychology are lined out. Then the competency approach is discussed as a helpful concept to different challenges of human resource management. With reference to this assumption three different theoretical and methodological perspectives are introduced which focus on different aspects of understanding, analysing, diagnosing and developing competencies. These include the action and self-organisation theory perspectives of competencies and the competency modelling perspective.

 

Albert MartA Plea for a Behavioural Approach in the Science of Human Resources Management

management revue 2/2004, 201-214

The aim of science is to develop true theories. From this it follows quite naturally that the Behavioural Approach is the only plausible approach in a Science of Human Resources Management. The Behavioural Approach derives its propositions from the best theories from the social and behavioural sciences. It is problem-oriented in the strictest sense and thus escapes discipline-specific narrow-mindedness. It integrates the knowledge bases necessary for good practice. The behavioural approach to human resources management is a success story, it leads to numerous new and far reaching insights.

 

Uschi Backes-Gellner: Personnel Economics: An Economic Approach to Human Resource Management

management revue 2/2004, 215-227

The theoretical idea of personnel economics is to apply simple economic principles to the field of human resources management. Personnel economics as a research field has grown rapidly since the first text book on "Personnel Economics" was published in 1998. The development is driven by new theoretical insights based on institutional and behavioural economics and new empirical methods and data sets. Those new theoretical insights are very fruitful to analyze reasons and consequences of various human resource management practices, to understand what actually drives and motivates employees, and what causes organisations to be successful or to fail. With the new data sets and econometric methods the theories that have been laid out in personnel economics either many years ago or very recently can now be tested thoroughly. And the evidence produced by the new data and methods is strongly supportive, which is not only reassuring for researchers, but it also suggests that practitioners can actually rely on the ideas because they are born out in the data. So, personnel economics is not only a vivid research field, but also of great value for human resource managers, particularly for those taking strategic HR decisions. The fruitfulness of personnel economics is demonstrated with four examples: training strategies of companies, recruiting in tight labour markets, career incentives, team size and effort, and entrepreneurial signalling towards employees and creditors.

 

Werner Nienhüser: Political [Personnel] Economy - a Political Economy Perspective to Explain Different Forms of Human Resource Management Strategies

management revue 2/2004, 228-248

A political economy approach to explaining the existence of different human resource strategies is developed in this article - in short: a political personnel economy. The starting point is a critical analysis of the abstinence of politics and power and the resulting explanation deficiencies of traditional microeconomic approaches and of the transactions cost theory. The Marxian labour process theories also discussed in this article, while certainly "political", primarily exhibit problems related to the theory of action as a foundation. A micro-analytical theory of action-based version of a political economy approach is therefore outlined and applied to the explanation of different human resource management strategies.

 

Wenzel Matiaske: Pourquoi pas? Rational Choice as a Basic Theory of HRM

management revue 2/2004, 249-263

A broad spectrum of theories from different disciplines is portrayed in contemporary HRM (as a discipline of business administration). Theories from psychology, sociology and economics correspond to the variety of problems addressed in HRM which are again situated at different levels of analysis, namely on the individual, group and organizational level. A narrow focus solely on economic approaches, as sometimes suggested in personnel economics, is therefore not sufficient.

Instead, the contemporary "rational choice" approach may serve as a "new" basis for the discipline. The approach stems from economics and sociology and, as an offspring of these, combines elements of action and structure in its basic explanatory models. Also it is able to explain effects that emerge on the system or macro level. In-depth explanations allow model building at different levels of analysis, namely on an environmental, organizational and individual level, which can be seen as a major prerequisite of explanations in HRM. In addition "rational choice" is conscious of the ignorance of its underlying action theory and this exposes it to the body of physiological and psychological knowledge. Anomalies of classic economic theory can therefore be restricted, for instance by using the method of decreasing abstraction. The method of decreasing abstraction serves as a basic principle or heuristic device for model building, in order to separate "rational choice" from traditional anti-reductionism.

This article introduces basic elements of the modern "rational choice" approach: the macro-micro-macro model of explanation, homo socio-oeconomicus as a model of man and exchange theory as a baseline model of aggregation. A final summary discusses research questions and applications of "rational choice" in HRM.

 

Peter Ulrich: Was ist "gute" sozioökonomische Entwicklung? - Eine wirtschaftsethische Perspektive

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2004, 8-34

Gute Entwicklung ist in erster Linie ein gesellschaftliches, nicht ein ökonomisches Projekt. Im Lichte des Ideals einer wohlgeordneten Gesellschaft freier und gleichberechtigter Bürger sind alle Länder noch "Entwicklungsländer". Während der Zeitgeist die entwicklungspolitische Frage ökonomisiert, argumentiert dieser Beitrag gerade umgekehrt für die Perspektive einer "zivilisierten" Marktwirtschaft. Für diese sind sozioökono-mische Bürgerrechte (Wirtschaftsbürgerrechte) grundlegend, welche die Bürger einerseits zur chancengleichen Integration in die Volkswirtschaft und andererseits zur partiellen Emanzipation aus den Funktionszwängen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs ermächtigen. Erst auf ihrer Basis wird der Übergang von einer (Sachzwang-) "Ökonomie der Lebensnot" zu einer pluralistischen "Ökonomie der Lebensfülle" möglich.   

Korreferat von Thomas Kesselring: "Was ist ‚gute' sozioökonomische Entwicklung?" aus philosophischer und entwicklungspolitischer Perspektive

 

Kai-D. Bussmann: Kriminalprävention durch Business Ethics - Ursachen von Wirtschaftskriminalität und die besondere Bedeutung von Werten

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2004, 35-54

Der Beitrag stellt die Ursachen von Wirtschaftskriminalität dar und vergleicht insbesondere verschiedene Ansätze zur Kriminalprävention in Unternehmen. Hierzu wird das präventive Potenzial von persönlichkeits-prognostischen Verfahren, Kontrollmaßnahmen, Corporate Identity sowie von Business Ethics diskutiert. Es zeigt sich, dass eine effektive Kriminalprävention ohne die überzeugende Vermittlung von Werten im Unternehmen nicht auskommt.  

Korreferat von Martin Thomé: Normen, Werte, Orientierung

 

Utz Schäffer: Zum Verhältnis von Unternehmensethik und Controlling

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2004, 55-76

Der Beitrag analysiert das bislang in der Literatur vernachlässigte Verhältnis von Unternehmensethik und Controlling. Dabei wird zum einen deutlich, dass Controlling durch Unternehmensethik begrenzt wird: sowohl die Festlegung des übergeordneten Zwecks als auch die Auswahl der geeigneten Mittel muss wertrational und damit insbesondere auch ethisch begründeten Anforderungen genügen. Zum anderen muss Controlling im so gesetzten Rahmen moralisches Handeln begrenzen, wenn sich dieses nicht rechnet, und proaktiv unterstützen bzw. anregen, wenn es einen positiven Beitrag zum Unternehmensgewinn erwarten lässt oder wenn korrespondierende ethische Prinzipien zu den obersten Zielen des Unternehmens zählen. In beiden Fällen kommt dem Einsatz der Instrumente des Controlling eine zentrale Rolle zu.

Korreferat von Heinz Ahn und Harald Dyckhoff: Anmerkungen zum Verhältnis von Unternehmensethik und Controlling

 

York Lunau / Florian WettsteBevölkerungsumfrage "Soziale Unternehmensverantwortung" - Pragmatische Überlegungen zur unternehmensethischen Forschung als Interaktionsprozess zwischen Akademikern und Wirtschaftsvertretern

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 1/2004, 77-87

Das Ringen um anerkennenswerte Handlungsorientierungen wird immer mehr zum Bestandteil des Unternehmensalltags. Akademische Inputs hierzu gelingen nicht immer in konstruktiver Weise. Illustriert mit Bezügen auf eine derzeit entstehende Studie zur sozialen Unternehmensverantwortung stellt dieser ‚Praxisbeitrag' hierzu einige Grundüberlegungen an - themenbedingt bewusst von akademisch-pragmatischer Natur.

 

Markus Gmür, Boris Schwerdt: Der Beitrag des Personalmanagements zum Unternehmenserfolg. Eine Metaanalyse nach 20 Jahren Erfolgsfaktorenforschung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 221-251

Die Metaanalyse beruht auf 61 Primärstudien, die zwischen 1985 und 2003 in internationalen Zeitschriften veröffentlicht wurden und den statistischen Zusammenhang zwischen Personalmanagementmaßnahmen und dem Unternehmenserfolg untersucht haben. Die Analyse ergibt einen positiven Gesamteffekt, der aber nur für Teilgruppen signifikant ist. Aufgeschlüsselt nach Personalfunktionen sind vor allem die Effekte für den Weiterbildungsaufwand, für den Anteil variabler Vergütung und den Rekrutierungsaufwand signifikant - die beiden ersteren allerdings mit abnehmender Signifikanz im Zeitverlauf. Darüber hinaus zeichnen sich auch für die Förderung der Work Life Balance und eine Personalpolitik, die auf die Förderung des individuellen Commitment abzielt, signifikante Effekte ab. Das Ergebnis lässt sich durch ein Zusammenspiel von 'First Mover'- und Institutionalisierungseffekten erklären. Die Analyse zeigt auch, dass die Ergebnisse von Erfolgsfaktorenstudien stark durch die Wahl der Erfolgsvariable, jedoch weniger durch Moderatorvariablen, wie die Unternehmensgröße oder das Untersuchungsland beeinflusst werden. Für die weitere Personalerfolgsfaktorenforschung ergibt sich die Notwendigkeit einer weitergehenden Standardisierung in der Operationalisierung der Untersuchungsvariablen.

 

Richard Weiskopf: Gouvernementabilität: Die Produktion des regierbaren Menschen in post-disziplinären Regimen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 289-311

Der ‚regierbare Mensch' ist keine Naturgegebenheit. Er muss vielmehr durch vielfältige Techniken und Praktiken hergestellt werden. Dieser Aufgabe haben sich die diversen ‚Menschenregierungskünste' verschrieben. In diesem Beitrag wird mit Bezug auf Michel Foucault auf die Logik der Produktion des regierbaren Menschen eingegangen. Anhand konkreter Beispiele aus der Organisationspsychologie und der Personalführung wird dieser (prekäre) Produktionsprozess veranschaulicht. Der flexible und anpassungsfähige Mensch, den das post-disziplinäre Regime bzw. die "Kontrollgesellschaft" (G. Deleuze) (er)fordert, stellt diese Produktionslogik zum Teil in Frage bzw. gibt ihr eine neue Wendung: Gefordert wird das ‚selbstverantwortliche' und ‚unternehmerische' Subjekt, das sich selbst regiert und wie ein Unternehmen ‚führt' und zur "Kompetenzmaschine" (M. Foucault) mutiert. In dem Beitrag wird das Wie der Produktion in den in den Vordergrund gerückt. Im abschließenden Teil wird über Implikationen bzw. mögliche Fluchtlinien der Kritik reflektiert, die sich (auch) für eine Personalwissenschaft ergeben, die sich nicht als Teil der ‚Menschenregierungskünste' versteht, sondern zu diesen in einem Verhältnis reflexiver Distanz steht.

 

Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Lars Schweizer: Informatisierung der Personalarbeit - Bestandsaufnahme und die Frage nach einer personalökonomischen Fundierung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 273-288

Der Beitrag präsentiert einen Überblick über die Diffusion der Informationstechnologie in der betrieblichen Personalarbeit und die damit verbundenen Implikationen. Anschließend wird geprüft, inwieweit ökonomische Theorieansätze (Prinzipal-Agenten-Theorie, Transaktionskostentheorie) zu einer theoretischen Fundierung dieser Diskussion beitragen können. Im Ergebnis wird die These entwickelt, dass die Personalökonomie nicht in der Lage ist, die aktuell geforderte "unternehmerische Rolle" der Personalarbeit angemessen zu erfassen und daher auch die Informatisierung der Personalarbeit auf dieser Grundlage nur unzureichend analysiert und erklärt werden kann.

 

Stephan Kaiser, Gordon Müller-Seitz, Max Ringlstetter: Der Beitrag eines flexibilitätsorientierten Humanressourcen-Managements in Unternehmenskrisen: Eine kritische Betrachtung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 252-272

Unternehmenskrisen sind seit langem Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Forschung. Relativ wenig Aufmerksamkeit wurde dem Thema Unternehmenskrise jedoch bisher seitens der Personalforschung gewidmet. Dies dient dem vorliegenden Beitrag als Anlass, zwei Zielsetzungen zu verfolgen: Erstens soll eine qualitative Inhaltsanalyse bisheriger personalwirtschaftlicher Publikationen das Forschungsfeld erschließen. Zweitens ist es Ziel, das häufig vorzufindende Postulat eines flexibilitätsorientierten Humanressourcen-Managements zur Vermeidung von Unternehmenskrisen zu hinterfragen. Insgesamt zeigen die Befunde, dass einige Flexibilitätsdimensionen in der bisherigen personalwirtschaftlichen Forschung vernachlässigt wurden und ein flexibilitätsorientiertes Humanressourcen-Management zur Krisenvermeidung auf nur schwer einzuhaltende Voraussetzungen trifft.

 

Werner Auer-Rizzi, Gerhard Reber, Erna Szabo: Governance-Strukturen und Führungsverhalten: Symptome von Entsolidarisierung in Deutschland und Österreich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 231-251

Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist eine Interdependenz zwischen den institutionellen Vorkehrungen und der gelebten persönlichen Partizipation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Österreich und Deutschland entwickelten nach dem zweiten Weltkrieg eine Tradition konsensorientierter "Governance" sowohl auf der Ebene des Gesamtwirtschaftssystems als auch auf der Ebene der Betriebe, die in Folge von Führungskräften in deren persönlichen Partizipationsentscheidungen gegenüber den Mitarbeitern verinnerlicht wurde. In der vorliegenden Langzeitstudie (1985 - 2005) gehen wir unter Einsatz des Vroom/Yetton-Führungsmodells (1973) der Frage nach, ob die in den letzten Jahren zu beobachtenden Symptome zunehmenden Egoismus auf der Ebene des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems und des Topmanagements auch eine Auswirkung auf die persönliche Partizipation zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern zeigen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass, obwohl das Führungsverhalten generell sehr stabil ist, in den letzten Jahren eine Tendenz zu mehr zeiteffizienten/autokratischen Verhaltensweisen auf Kosten partizipativer Strategien und sozialer Kompetenz zu beobachten ist.

 

Jörg-Richard Werner, Jochen Zimmermann: Unternehmerische Mitbestimmung in Deutschland: Eine empirische Analyse der Auswirkungen von Gewerkschaftsmacht in Aufsichtsräten

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 339-354

Im vorliegenden Beitrag werden auf Basis einer Stichprobe börsennotierter, deutscher Industrieunternehmen empirisch die Auswirkungen unternehmerischer Mitbestimmung auf die Beschäftigungsdynamik untersucht. Dabei werden neben der Vertretung von Gewerkschaftsfunktionären im Aufsichtrat verschiedene Governance- und Erfolgsmaße als erklärende Variable spezifiziert, deren Einfluss (1) auf die Beschäftigungsänderung zweier aufeinander folgender Jahre sowie (2) auf die Mitarbeiter-Umsatz-Elastizität analysiert wird. Insgesamt zeigt sich, dass die Präsenz von Gewerkschaftsfunktionären im Aufsichtrat einen negativen Effekt auf die Beschäftigungsdynamik zu haben scheint.

 

Sascha Schmidt, Matthias Brauer: Corporate Governance: Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur sachgerechten Kontrolle von Managerverhalten und Firmenpolitik

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 306-322

Wie in zahlreichen internationalen Corporate Governance Regelwerken und Richtlinien gefordert, müssen sich Aufsichtsorgane zukünftig verstärkt der Aufgabe zuwenden, die Implementierung erklärter strategischer Konzepte zu begleiten und diesbezügliche Aktivitäten der Geschäftsführung zu kontrollieren. Hierzu wird aufbauend auf Erkenntnissen der Strategieprozessforschung ein Instrumentarium vorgestellt, mit dessen Hilfe die Konsistenz zwischen erklärten und tatsächlich realisierten Unternehmensstrategien gemessen werden kann. Die praktische Relevanz der Konsistenzanalyse für Aufsichtsräte wird anhand eines Beispiels veranschaulicht.

 

Inge Lippert, Ulrich Jürgens: Leitende Angestellte im Informations- und Wissenssystem "Aufsichtsrat"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 280-305

Der Beitrag untersucht die spezifische Situation von Vertretern leitender Angestellter im Aufsichtsrat über die bisher kaum empirische Studien vorliegen. Dabei stehen drei Fragen im Zentrum: Wie verorten sich die leitenden Angestellten als eigenständige rechtliche und soziale Gruppe im Aufsichtsrat, welche Stellung nehmen sie im Wissens- und Kommunikationssystem des Gremiums ein und wie bewerten sie die Unternehmensmitbestimmung? Die empirischen Befunde basieren auf einer Untersuchung unter leitenden Angestellten im Aufsichtsrat, die von den Autoren im September 2004 durchgeführt wurde. Aus den Ergebnissen der Untersuchung lassen sich vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die "Modernisierung" des deutschen Mitbestimmungssystems Aussagen über Stärken und Schwächen in den Kommunikations- und Wissensstrukturen deutscher Aufsichtsräte ableiten und bislang noch offene Fragen zum Reformbedarf von Aufsichtsratsprozessen beantworten.   

 

Gregory Jackson: Employee Representation in the Board Compared: A Fuzzy Sets Analysis of Corporate Governance, Unionism and Political Institutions

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 252-279

Why do employees have rights to representation within corporate boards in some countries, but not in others? Board-level codetermination is widely considered a distinctive feature of coordinated or nonliberal models of capitalism. Existing literature stresses three sets of explanations for codetermination rooted in corporate governance, union strength and political systems. The paper compares data from 22 OECD countries using the QCA method (Qualitative Comparative Analysis) and fuzzy sets approach to explore necessary and sufficient conditions for board-level codetermination. The results show two central pathways toward codetermination both rooted primarily in union coordination and consensual political systems, but with divergent implications for corporate governance systems in Scandinavia and Germany.

 

Hans van Ees: Stakeholder Democracy as a Katalyst to Corporate Value Creation?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 323-338

The effectiveness of institutions of internal corporate governance, in particular the board of directors, is addressed from three theoretical perspectives. Corporate governance designs range from authoritarian, a single authority or controlling stakeholder, to democratic, shared authority and more controlling stakeholders. The distinction between the distribution of value created and value creation is introduced in the analysis as a relevant moderating variable. In case the emphasis is on the distribution of value created both the extended principal-agent perspective and the mediating hierarchy perspective on the corporation argue that stakeholders should not be represented in the board. Second, by building upon the mediating hierarchy perspective, in situations of multiple enfranchised stakeholders, it is most effective that all stakeholders transfer their control rights to the board,to enable relationship-specific investments. In case the analysis shifts to value creation, a strategic contingency perspective on corporate governance introduces the commitment and loyalty of stakeholders to the firm and their firm-specific and industry-specific experience and expertise as key soft-governance variables in the analysis of effective board behaviour. To the extent that these capabilities are distributed over multiple stakeholders, the effectiveness of governance is increased by having these stakeholders represented in the board.

 

Christian Pfeifer: Flexibility, Dual Labour Markets, and Temporary Employment. Empirical Evidence from German Establishment Data

management revue 3/2005, 404-422

The study examines, what forms and instruments firms use to react flexibly to demand-induced output fluctuations, and, if they are used in a complementary or substitutable way. Empirical evidence shows a rather complementary relationship. Moreover, the determinants of temporary employment (fixed-term contracts and temporary agency work) and the impact of these flexible employment forms on job security and job stability of regular employment are analyzed. One result is that positive developments of sales covary with a higher probability and more wide-spread use of temporary employment, which concurs with dual labour market theory. But estimations for job security and job stability indicate that temporary employment does not lower the number of layoffs and quits as is proposed by the core-periphery hypothesis.

 

Lars W. Mitlacher: Temporary Agency Work, the Changing Employment Relationship and its Impact on Human Resource Management

management revue 3/2005, 370-388

The increasing use of temporary agency work in Germany has implications for the nature of the employment relationship. The notion of a clearly defined employer-employee relationship becomes difficult to uphold in triangular relationships like in the case of temporary agency work where the agencies employees are working at the site of the client company. The blurring of the boundaries of organisations and of the employment relationship leads to ambiguities that affect Human Resource Management. Given the dominance of new institutional economic approaches in the analysis of temporary agency work, it is not surprising that the ambiguities and the effects and consequences of the use of temporary agency workers on the Human Resource Management of client companies have been underestimated and not been explored in detail. This paper wants to close that gap by adding a Human Resource Management perspective to the current debate in order to gain insight on the role of Human Resource Management in triangular relationships. By building on theoretical discussions and empirical studies the implications of the use of temporary agency workers for the Human Resource Management of client companies are analyzed with a special regard to commitment and identification with the client company. Different suggestions how to organize Human Resource Management instruments for temporary agency workers are presented to illustrate the value of a diverse Human Resource Management for different groups of the workforce.

 

Berndt Keller, Hartmut Seifert: Atypical Employment and Flexicurity

management revue 3/2005, 304-323

Hitherto, discussion of flexicurity has focused on normal employment (Normalarbeitsverhältnis), with atypical work receiving only cursory attention. This paper attempts to remedy this conceptual oversight by identifying strategies for reducing the social risks. We begin by analysing the two components that make up flexicurity. Therefore, we draw on the conceptual framework of forms of flexibilization. As far as social security is concerned, we propose a set of criteria that take into account short-term and long-term effects. We then describe the different forms of atypical work and their development since the 1980s. It is necessary to establish which individuals are particularly affected. Then we discuss the extent to which the individual forms are not just atypical but also precarious. Finally, we offer further reflections on the concept of flexicurity.

 

Karen Jaehrling, Claudia Weinkopf: Low-skill Work in Flux

management revue 3/2005, 389-403

This paper addresses the question of how far traditional assumptions about low-skill jobs are still appropriate today. Are we really dealing with activities without any particular skill requirements? How do firms proceed in filling such posts? What role is being played in this respect by 'atypical' employment relationships? The analysis is based on an evaluation of available studies on recruitment problems and low-skill jobs and case studies of recruitment into low-skill jobs in several service industries. There are several indications that job requirements are changing and becoming more differentiated, which would suggest that low-skill work is in a state of flux. Firms adopt a range of different recruitment strategies in order to fill such posts, among which flexible employment relationships and so-called mini-jobs play a role.

 

Zeenobiyah Hannif, Felicity Lamm: When Non-Standard Work Becomes Precarious: Insights from the New Zealand Call Centre Industry

management revue 3/2005, 324-350

The issue of precarious employment has gained increasing currency over recent years, as OECD countries have shifted away from traditional standard employment models. Nevertheless, there has been little empirical research on the experiences of non-standard workers and the links that can be established with precarious work. This article attempts to address this gap by introducing precarious employment as a sub-set of non-standard work and highlighting its distinguishing features. The Tucker model is introduced as a useful bridge between non-standard work and precariousness, and is used as a framework for examining employment experiences within two New Zealand call centres. Initial observations indicate evidence of precariousness in both workplaces, although more severe in the case of the small, outsourced call centre. In-depth analysis suggests precariousness varies depending on the nature of the employment arrangement and questions are put forth about the applicability of the 'Tucker' model to the call centre context.

 

John Burgess, Julia Connell, Erling Rasmussen: Temporary Agency Work and Precarious Employment: A Review of the Current Situation in Australia and New Zealand

management revue 3/2005, 351-369

This paper reviews three key issues associated with temporary agency work (referred to as agency work herewith) by drawing on Australian and New Zealand trends and experiences. First, the authors contend that it is surprising, in light of its high flexibility, that agency work constitutes a relatively small proportion of total employment in both countries. This article presents several reasons which can provide an explanation for employers' relatively limited use of agency employment. These reasons also show that agency work must be seen as part of the wider expansion of atypical employment arrangements. Second, the paradoxical mix of glamour and precariousness often associated with agency work is discussed. While labour flexibility is often associated with insecurity and precariousness, there are also advantageous forms of agency employment for all parties concerned. Consequently, this article provides an overview of recent research findings. It is evident from the research literature on agency work that there is either an emphasis on its precarious nature or on the individual preferences and choices of the temps themselves. In many countries, extensive regulatory arrangements exist that govern both the agency sector and the agency employment contract. This is not the case, however, in Australia and New Zealand and the effects of this unregulated approach are discussed as is the possibility of regulatory interventions that could be introduced at a future date.

 

Marian Gorynia: Competitiveness of firms from Ziemia Lubuska and Poland's accession to the European Union

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 195-217

A frequently underestimated but more and more significant aspect of integration is its character and course as regards regions understood as component parts of the integrating countries. For the aims of the present research the area of interest was reduced to the competitive strategy of Polish firms located in Lubuskie Province bordering with Germany. At the beginning the concept of enterprise competitiveness and competitive gap are discussed. Later on the author tries to estimate the competitive gap as regarding to enterprises located in Ziemia Lubuska on the basis of empirical research. The basic result from the studies is the necessity to improve the strategic position of analysed firms. To reach this goal enterprises should focus their actions mainly on the process of complex development of competitive potential.

 

Igor Gurkov: Innovations in Russian Industries: Conditions for Implementation and Impact on Competitiveness

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 218-246

Based on the result of a survey of 1500 Russian industrial companies we not only clarified the intensity of particular innovations but also interconnections between technological and managerial innovations. We also determined the institutional factors that affect the intensity of particular innovations, i.e. presence of foreign ownership, openness of local markets to international competition and inclusion of companies into large corporations to/that foster innovations. At the same time, the rigidity of organizational structures and inertia of local production networks put serious limitation on radical product and technological innovations. The further development of Russian industries will largely depend on organizational flexibility of corporations and on increasing mutual trust within local business networks.

 

Károly Balaton: Attitude of Hungarian companies towards challenges created by EU-accession

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 247-258

The paper analyses expectations and company strategies in relation to Hungary's joining the European Union. Data was collected from mainly medium-sized Hungarian companies by a questionnaire survey between January and April 2004. Companies perceived high level of uncertainty in relation to joining the EU. Many companies regard the accession as a possibility for expanding their business. Most of the respondents shared the view that after joining the Union competition would be increased and additional measures would be necessary to keep highly qualified work force. Preparing for the period after the accession can not be regarded as a primary strategic goal for the responding companies. This is partially explained by the fact that the sample includes companies mainly oriented toward the domestic market.

 

Birgit Schyns, Gisela Mohr: Nonverbal Elements of Leadership Behaviour

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 289-305

In this theoretical paper, we investigate the importance of nonverbal behaviour in the context of leadership. Research on the decoding of social interactions has shown that the quality or type of relationship as well as relationally relevant emotional states are transmitted nonverbally. With this in mind, we review the existing literature on nonverbal leadership behaviour, such as research on Pygmalion leadership or political leadership. The nonverbal behaviours examined in these research areas show remarkable consistency and we therefore conclude that it is possible to deduce about effective nonverbal leadership behaviours. Still, many points remain open for further research and discussion. For example, no information is available concerning nonverbal behaviour in negative feedback processes. We conclude by outlining fruitful research directions in the area of nonverbal behaviour in leadership.

Key words:       Leadership, Interaction, Nonverbal Behaviour

 

Peter Maas, Albert Graf: Leadership By Customers? New Roles of Service Companies' Customers

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 329-345

In this paper we bring together two worlds that are usually strictly separated in research: leadership and customers. Until now leadership research has concentrated particularly on internal organizational processes, whereas customers were analyzed preferably in the context of marketing and service management. Research shows that the range of roles and functions of customers as key company stakeholders has changed dramatically in the last few years. Especially in service companies, customers (and communities), thought of as prosumers (producers and consumers), are active players, which can exert significant influence particularly on customer contact employees and on employee leadership. As only few of the established leadership concepts are open to an inclusion of customers, we choose Kerr/Jermier's (1978) substitute for leadership theory to show how the relationship between boundary spanning employees and customers can be linked to the relationship between an employee (as a follower) and his supervisor (as a leader).The analysis of this interrelatedness shows that customers can actually assume some leadership functions which subsequently will not only affect the behavior of the employees but also that of leaders. If leadership research wants to take up this challenge, it has to rethink its concepts to include new context factors relevant to the organisation. Corresponding implications and future directions for leadership research and practice are outlined.

Key words:       Substitutes for Leadership, Leadership by Customers, Customer Involvement, Service Management

 

Paul J. Hanges, Gary Shteynberg: Methodological Challenges and Solutions for Leadership Researchers

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 346-358

Leadership scholars are faced with pressing methodological issues that challenge our current scholarship. In this paper, we discuss methodological concerns such as multilevel hypothesis testing, construct validity of group-level scales, sampling countries in cross-cultural research, self-report measurement - issues that are endemic to organizational leadership research. We point out the methodological challenges facing modern leadership researchers, and point to possible solutions that can provide opportunities for future progress in our field.

Key words:       Methodology, Statistics, Multilevel, HLM, Levels of Analysis, Cross-cultural Leadership Research, Factor Analysis, Measurement

 

Jörg Felfe, Kathrin Tartler, Detlev Liepmann: Advanced Research in the Field of Transformational Leadership

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 262-288

The model of transformational leadership, proposed by Bass (1985), has been widely used in the United States in applied research as well as in practice for more than twenty years. In Germany, as well, this approach has received increasing attention since the late nineties. This article aims to offer a rough introduction to the model proposed by Bass and to provide a general survey on recent German research dealing with this paradigm. First of all, the transferability of the concept to Germany will be discussed. Similarities with results obtained in America are shown and differences thoroughly conferred. Although some limitations and restrictions have to be considered, it can be shown that the concept of transformational leadership is a fruitful approach for leadership research in Germany. Moreover, interesting implications for managerial practice are derived. Furthermore, advanced research questions concerning antecedences and consequences of transformational leadership in Germany are examined. Furthermore, recent findings show that the self-rater version of the MLQ provides additional information concerning the quality of leadership. A detailed look is taken at the relation between leadership and different facets of commitment. It could be shown that there are significant contributions of transformational leadership to affective and normative commitment. Interesting differences appear, if one considers the different contexts. Another direction of current research focuses on the role of followers for the perception and maintenance of transformational leadership. Results indicate that followers' characteristics, such as personality traits and implicit leadership theories, influence the perception and acceptance of transformational leadership.

Key words:       Transformational Leadership, Commitment, Self-/Other Rating, Personality, Multifactor Leadership Questionnaire (MLQ)

 

Angela Gordon, Gary Yukl: The Future of Leadership Research: Challenges and Opportunities

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 359-365

For over a half century, leadership researchers have attempted to identify the aspects of leadership that improve organizational performance, yet the answer is still elusive. In this commentary, we discuss several reasons for the slow progress. There is a lack of collaborative effort between academics and practitioners, and the leadership theory and research has lacked adequate emphasis on strategic issues, explanatory processes, and the moderating effects of the situation. We discuss these shortcomings and ways to remedy them.

Key words:       Leadership, Leadership Research, Leader Effectiveness

 

Oliver Fischer, Antony S. R. Manstead: Computer-mediated Leadership: Deficits, Hypercharisma, and the Hidden Power of Social Identity

Zeitschrift für Personalforschung 3/2004, Special Issue: Leadership, 306-328

This paper sketches a theory of computer-mediated leadership, drawing on research on computer-mediated communication (CMC) and leadership. The forecast it makes for computer-mediated forms of leadership is mixed. Leadership interactions that focus on the personal and dyadic level are predicted to be deficient under conditions of CMC as compared with face-to-face interaction. Two notable exceptions are identified. If message or task equivocality is low, CMC can be more efficient than face-to-face interaction. The second exception concerns attributions of charisma: For leaders who present themselves skilfully and strategically in CMC, followers' impressions are hypothesised to become accentuated or 'hypercharismatic'. The above effects are all hypothesised to occur under conditions of high salience of the personal identities of both leader and follower. If, however, the leader and follower belong to the same salient and positively evaluated group, the effects of CMC are hypothesised to be positive. These effects are a direct result of integrating the SIDE-theory of computer-mediated communication and Hogg's social identity theory of leadership.

Key words:       Computer-mediated Leadership, Computer-mediated Communication (CMC), E-leadership, Social Identity Theory, Hypercharisma

 

Dorothea Alewell, Kerstin Pull: Mutterschutzbedingte Reorganisationskosten des Arbeitgebers - eine international vergleichende Analyse gesetzlicher Schutzbestimmungen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2004, 374-395

Ökonomische Analysen der Wirkung von Mutterschutzregelungen befassen sich bislang einseitig mit den Kosten von Humankapitalverlusten. Die mit der zeitweiligen Freistellung von Müttern verbundenen Reorganisationskosten werden hingegen nicht betrachtet. Der vorliegende Beitrag stellt die Bedeutung dieser bislang vernachlässigten Kostenkategorie heraus und analysiert deren Determinanten. Neben der Dauer der Mutterschutzfristen, die in der vorliegenden Literatur als zentrale Einflussgröße der Kosten aus Humankapitalverlusten gilt, spielt für die Höhe der Reorganisationskosten insbesondere auch die Plan- bzw. Vorhersehbarkeit der Abwesenheitsdauer eine bedeutende Rolle. Zudem ist, was die Länge der Schutzfristen betrifft, nicht von einem linearen, sondern von einem U-förmigen Zusammenhang zwischen Mutterschutzdauer und Reorganisationskosten auszugehen. Die Berücksichtigung von Reorganisationskosten hat Konsequenzen für die ökonomische Analyse von Mutterschutzregelungen im internationalen Vergleich, der hier für die Länder Deutschland, Dänemark, Niederlande, Großbritannien, die USA und Japan unternommen wird.

Key words:       Maternity Leave, Reorganization Costs, Economic Analysis of Labour Law, International Comparative Analysis

 

Markus Gmür: Was ist ein 'idealer Manager' und was ist eine 'ideale Managerin'? Geschlechtsrollenstereotypen und ihre Bedeutung für die Eignungsbeurteilung von Männern und Frauen in Führungspositionen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2004, 396-417

In den letzten 30 Jahren sind nordamerikanische und internationale Studien wiederholt zum Ergebnis gelangt, dass Vorstellungen über den idealen Manager stark mit männlichen Geschlechtsrollenstereotypen verknüpft sind. Dabei wurde die Frage, ob diese Idealbilder gleichermaßen für Männer wie Frauen in Führungspositionen gelten, bislang vernachlässigt. Nach einer Zusammenfassung des aktuellen internationalen Forschungsstands werden die Ergebnisse einer Studie, an der zwischen 1997 und 2002 insgesamt 436 Studierende und 212 Nachwuchskräfte aus dem Bankenbereich teilgenommen haben, vorgestellt. Sie zeigen, dass die Erwartungen an Frauen signifikant stärker durch männliche Rollenstereotypen geprägt sind als die Erwartungen an Männer in derselben Position. Demgegenüber fallen die Unterschiede zwischen den befragten Männern und Frauen bzw. Studierenden und Praktikern uneinheitlich aus. Darüber hinaus macht die Untersuchung deutlich, welche Bedeutung der Strukturierung und Kontrolle von Selektionsprozessen zukommt, um verdeckte Diskriminierungsprozesse in der Personalauswahl und -beurteilung zu verhindern.

Key words:       Manager, Selection, Sex Roles, Gender Studies, Germany

 

Thomas Steger: Zwischen Arbeitsamt und Altersheim? Die ehemaligen DDR-Kombinatselite und ihr Weg durch die Transformation

Zeitschrift für Personalforschung 4/2004, 436-453

Die ökonomischen Eliten waren seit jeher von besonderem Interesse sowohl für Wissenschaftler als auch für Praktiker. Dies gilt insbesondere für Zeiten tief greifender gesellschaftlicher Veränderungen, in denen die Eliten als eine der wichtigsten Triebkräfte der Transformation angesehen werden können. Allerdings war auch diese Gruppe einem fundamentalen Wandel mit Gewinnern und Verlierern unterworfen. Über diesen Prozess und seine Ergebnisse sind vielfältige Gemeinplätze und Thesen entstanden. Auf der Grundlage von knapp 300 Fällen von Führungskräften der ehemaligen DDR-Kombinate, die mit quantitativen und qualitativen Methoden ausgewertet wurden, soll versucht werden, einige dieser Gemeinplätze kritisch zu hinterfragen. Dabei zeigt es sich, dass die ehemalige Kombinatselite den Wandel erstaunlich erfolgreich bewältigt hat und für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Neuen Bundesländer einen wichtigen Beitrag leisten konnte.

Key words:       Combinate Elite, GDR, Transformation Process, Personal Qualification, Social Capital

 

Thomas Otte: Die arbeitgeberseitige Finanzierung der MBA-Ausbildung als Investition in Humankapital

Zeitschrift für Personalforschung 4/2004, 418-435

Die Humankapitaltheorie geht für vollkommen generelle Bildungsmaßnahmen von einer Finanzierung durch den Mitarbeiter aus, während für vollkommen spezifische Bildung eine Aufteilung der Kosten auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Frage kommt. Der vorliegende Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei den in MBA-Programmen erworbenen Kenntnissen grundsätzlich um allgemeines Humankapital handelt, welches jedoch regelmäßig im aktuellen Unternehmen von höherem Nutzen ist als auf dem externen Arbeitsmarkt und deshalb in Teilen die selben Anreizwirkungen nach sich zieht wie spezifisches Humankapital. Aus der Sicht von MBA-gebildeten Mitarbeitern bestehende Mobilitätsbarrieren sowie Informationsasymmetrien, die zwischen dem aktuellen Arbeitgeber und Unternehmen des externen Arbeitsmarktes hinsichtlich des Wertes der MBA-Ausbildung bestehen, stellen Schutzmechanismen für Arbeitgebererträge mit entsprechenden Anreizen für eine unternehmensseitige Kostenbeteiligung dar. Nutzenpotenziale wie Screening- und Signaling-Effekte liefern weitere mögliche Anreize für Arbeitgeber, sich finanziell an den Kosten von MBA-Ausbildungen ihrer Mitarbeiter zu beteiligen.

Key words:       Management Training, MBA, Human Capital, Training Costs

 

Rolf Wunderer: Vom Selbst- zum Fremdvertrauen - Konzepte, Wirkungen, Märcheninterpretationen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2004, 454-469

Im Mittelpunkt des Beitrages stehen folgende Fragen:

* Welche Einflussfaktoren bestimmen das relativ stabile Selbstvertrauen und welche sollten noch einbezogen werden?

* Inwieweit kann Selbstvertrauen als Persönlichkeitsdisposition einen stabilen Kern des überwiegend als volatil diskutierten Fremdvertrauens bilden?

* Wieweit beeinflusst dieser Kern die Abhängigkeit vom Verhalten anderer und damit das eigene Verhalten in Vertrauenssituationen?

* Was können wir in diesem Zusammenhang aus Märchen lernen - auch für das Management?

Key words:       Self-confidence, Trust in Others, Trust in Others as a Disposition, Concepts, Influence Relationships, Operationalisation

 

Herman Knudsen: European Works Councils - Potentials and Obstacles on the Road to Employee Influence in Multinational Companies

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2004, 203-220

The theme addressed by this article is the opportunities for European Works Councils (EWCs) of gaining influence on corporate decisions in multinational companies (MNCs). The first part introduces the European Union Directive on European Works Councils as well as debated themes and previous research on EWCs; further it discusses the concept of supranational employee influence as distinct from employee influence at plant and national level. In the second part of the article findings from Danish research on EWCs are presented and analyzed; the focus is on employee influence and factors inhibiting employee influence. The research is based on surveys among Danish EWC representatives as well as among managers in Danish based MNCs. It is found that the level of employee influence through EWCs is relatively low. Attempting to explain this the article further identifies a number of factors tending to inhibit the formulation and articulation of employee interests at the supranational, European level. In the concluding part of the article the findings are summed up and their relevance for EWCs in general are discussed.

Key words:       European Works Councils, Employee Participation, Employee Participation in Multinational Companies, European Industrial Relations

 

Peter Kalkowski: Der Kontrakt der Arbeit bei wissensintensiven Dienstleistungen

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2004, 246-269

Der Beitrag beginnt mit einer Annäherung an das Konzept der postfordistischen Arbeitsregulation und plädiert dafür, die Regulation wissensintensiver Dienstleistungsarbeit aus der Vertragsperspektive zu betrachten. Er setzt sich mit der Kategorie Wissensarbeit sowie der Verbreitung dieses Arbeitstyps auseinander und begreift Projektorganisation als Merkmal postfordistischer Produktion. Es folgen Kapitel zur Kontraktualisierung von Wissensarbeit in und jenseits von Normalarbeitsverhältnissen. Gegenstand des Schlusskapitels sind Voraussetzungen und Perspektiven postfordistischer Arbeitsregulation. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die postfordistische Regulationsweise eine Stärkung von Individualrechten verlangt und durch Metaregeln gekennzeichnet ist.

Key words:       Knowledge Work Regulation, Postfordism, Contract Relations

 

Elke J. Jahn: Employment at Will Versus Employment Against Will - Kündigungsschutz in Deutschland und USA im Vergleich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2004, 177-202

Für die anhaltende deutsche Massenarbeitslosigkeit wird zunehmend das individuelle und kollektive Kündigungsschutzrecht verantwortlich gemacht. Der Druck auf die Politik nimmt zu, mit einer Reform des Kündigungsschutzrechts in den für die Parteien riskanten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit einzutreten. Ganz anders dagegen im Musterland der flexiblen Arbeitsmärkte USA. Dort gibt es kein allgemeines Kündigungsschutzrecht. Jedoch hat sich in den letzten zwei Dekaden eine Rechtsprechung entwickelt, die an die Stelle eines Kündigungsschutzgesetzes tritt. Die Konstruktionsmerkmale des deutschen Kündigungsschutzrechts werden im Folgenden mit der amerikanischen Rechtsprechung verglichen. Anhand aktueller Daten wird untersucht, welche Kosten die unterschiedlichen Bestandschutzsysteme den an einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses beteiligten Parteien auferlegen. Die mitunter geäußerte Vermutung einer Konvergenz des deutschen und des amerikanischen Schutzniveaus lässt sich allerdings nicht bestätigen.

Key words:       Employment Protection Legislation, Severance Payment, Comparative Law

 

Thomas Haipeter: Normbindung unter Marktdruck? Problembereiche neuer Formen der Arbeitszeitregulierung in der betrieblichen Praxis

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2004, 221-245

Verbetrieblichung und Flexibilisierung, so lassen sich die derzeitigen Haupttrends der Arbeitszeitregulierung in Deutschland bezeichnen. Beide Trends sind zugleich Ausgangspunkt einer Debatte um die Erosion von Flächentarifverträgen und des deutschen Systems der industriellen Beziehungen insgesamt. Wenig ist jedoch darüber bekannt, wie eigentlich verbetrieblichte und flexible kollektive Regulierungen in der betrieblichen Praxis funktionieren und ob sie tatsächlich zu einem Verlust an normativer Prägekraft im Sinne ihrer praktischen Wirksamkeit für betriebliches Handeln führen. Dieser Frage widmet sich der Artikel auf der Grundlage der Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes. Dabei wird herausgearbeitet, dass die eigentliche Herausforderung für neue Formen der Arbeitszeitregulierung der Wandel von Unternehmens- und Arbeitsorganisation in Richtung marktorientierter Steuerungssysteme ist und dass die praktische Wirksamkeit der Arbeitszeitregulierung die Politisierung von Arbeitszeit gegen die Auswirkungen der neuen Steuerungsformen zur Voraussetzung hat. Die entscheidenden Bedingungen dafür sind die aktive Arbeitszeitpolitik eines gegenmächtigen Betriebsrates und die Herausbildung einer neuen Arena der individualisierten Aushandlung.  

Key words:       Working Time Regulation, Practical Effectiveness, Market-driven Management System, Co-determination, Individualised Bargaining

 

Arnold Windeler, Carsten Wirth: Arbeitsregulation in Projektnetzwerken: Eine strukturationstheoretische Analyse

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2004, 295-319

Projektbasierte Industrien erfahren heute große Aufmerksamkeit. Wie in diesen Industrien die Arbeit reguliert ist, ist bislang relativ wenig untersucht. Greifen in diesen Industrien die traditionellen Formen der Arbeitsregulation oder haben sich in ihnen neue Formen herausgebildet? Wir untersuchen diese Fragen empirisch in der deutschen Fernsehproduktion, einer projektbasierten Industrie par excellence, die zudem von einer besonderen Form von Unternehmungsnetzwerk gekennzeichnet ist, dem Projektnetzwerk.

Wir zeigen, dass Arbeit auch jenseits der Inseln der Regulation im traditionellen Sinne kollektiv reguliert wird. Institutionen wie Professionen und Sozialsysteme wie Projektnetzwerke, Regionen und Industrien sind in der Fernsehindustrie die Basis von kollektiven Regulationen von Arbeit. Gleichwohl besitzen diese Arbeitsregulationen eine andere Qualität als die im dualen System, sind segmentiert und fragmentiert. Theoretisch präsentieren wir ein strukturationstheoretisches Konzept kollektiver Arbeitsregulation (in Projektnetzwerken).

Key words:       Industrial Relations Theory, Structuration Theory, Project Networks, Television Industry, New Forms of Employment

 

Henk Erik Meier: Von Bosman zur Kollektivvereinbarung?Die Regulierung des Arbeitsmarktes für Profifußballer

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2004, 320-346

Der Arbeitsmarkt für Profi-Sportler ist wegen der Knappheit sportlichen Talents durch eine starke Nachfragekonkurrenz gekennzeichnet. Diese Besonderheit ist ursächlich für den Aufstieg der amerikanischen Spielergewerkschaften. In einem jüngeren Beitrag hat der Berater der internationalen Spielergewerkschaft, Braham Dabscheck, prognostiziert, dass sich auch die Arbeitsbeziehungen im europäischen Profifußball nach der Liberalisierung des Spielermarktes in Richtung auf das amerikanische Modell umfassender Kollektivvereinbarungen zwischen Profiligen und Spielergewerkschaften bewegen werde. Der vorliegende Beitrag beurteilt die Aussichten für einen solchen sozialen Dialog auf europäischer Ebene jedoch skeptischer. Die starke Involvierung politischer Anspruchsgruppen hat die potenziellen Sozialpartner von der Entwicklung der notwendigen institutionellen Kapazitäten abgehalten. Gleichzeitig hat der intergovernemental legitimierte Transferkompromiss den Spielraum für Kollektivverhandlungen reduziert.

Key words:       Collective Bargaining Agreements (cba), Professional Soccer, Transnational Unionism

 

Martin Höpner: Unternehmensmitbestimmung unter Beschuss: Die Mitbestimmungsdebatte im Licht der sozialwissenschaftlichen Forschung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2004, 347-379

Der Beitrag nimmt aus sozialwissenschaftlicher Perspektive zur Debatte über die Zukunft der Aufsichtsratsmitbestimmung Stellung, indem er den Stand der empirischen Mitbestimmungsforschung zusammenfasst und weiterentwickelt. Es wird gezeigt, dass Mitbestimmung auf Ebene der Leitungsorgane in den Ländern der Europäischen Union weit verbreitet ist. Hinsichtlich der ökonomischen Effekte belegen weder unternehmensvergleichende Studien noch ländervergleichende Daten die These von profitabilitätsmindernden oder aktienkurssenkenden Effekten der Mitbestimmung. Es wird gezeigt, dass die personelle Überwachungsintensität in deutschen Aufsichtsräten wegen Veränderungen auf den Anteilseignerbänken rückläufig ist. Darüber hinaus wird argumentiert, dass sich kooperative Modernisierung und kontrollierte Dezentralisierung nicht mit der Forderung nach Einschränkung der Mitbestimmung verträgt. Die Beurteilung der Mitbestimmungsdebatte fällt eindeutig aus: Auf den sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsstand können sich die Mitbestimmungskritiker nicht berufen.

Key words:       Industrial Relations, Codetermination, Corporate Governance, Production Regimes, Varieties of Capitalism

 

Michael Stahlmann, Walter Wendt-Kleinberg, Irmgard Weyrather: Zwischen Engagement und innerer Kündigung - Arbeitsemotionen im Prozess fortschreitenden Personalabbaus

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2004, 380-394

Der Beitrag beeinhaltet erste Zwischenergebnisse eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten, empirischen Forschungsprojekts. Verglichen werden die Auswirkungen fortschreitenden Personalabbaus auf die Arbeitsemotionen und die psychologischen Verträge in drei deutschen Fallstudienbetrieben. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Branchenzugehörigkeit, Größe und Mitbestimmungsstrukturen. Zwar führen sowohl betriebsbedingte Kündigungen als auch "sozialverträgliche" Formen des Personalabbaus zu psychischen Belastungen und Stress. Gleichwohl korrespondieren die Arbeitsemotionen mit dem Grad der Verrechtlichung der Arbeitsbeziehung, aber auch mit der Mobilisierungsfähigkeit der Belegschaften sowie mit den von diesen kalkulierten externen Arbeitsmarktchancen. Wie die MitarbeiterInnen Personalabbau und analog stattfindende Restrukturierungen wahrnehmen und verarbeiten wird u.a. durch jene Regelungen beeinflusst, die die jeweiligen Arbeitnehmerinteressenvertreter mit dem Management aushandeln konnten.

Key words:       Downsizing, Dismissals, Emotions in the Workplace, Psychological Contract, Industrial Relations

 

Francesca Andreescu: Innovating the HR Function in a Commercialising British Public Sector Organisation: Towards a More Strategic Role for HR?

management revue 3/2004, 344-363

Although the body of research and practice on HR management in private sector organisations has grown at an astonishing pace in recent years, much less is known about the nature, role and meaning of a strategic HR department within public sector organisations undergoing commercialisation. This article addresses this gap by exploring the changing role of the HR function within a British public sector organisation responding to the New Labour government's 'modernisation' agenda. The findings are based on in-depth interviews, focus groups, analysis of documentary evidence and observations carried out over a period of two years. Drawing on role-set theory and concepts of negotiated order, the study sheds light on the factors that support or hinder the shift towards a more strategic role for the function and suggests a number of conclusions and implications for both theorists and practitioners.

Key words:       Strategic Human Resource Management, Role of the HR Function, Organisational Change, Public Sector

 

Rien Huiskamp, Frits Kluytmans: Between Employment Relationships and Market Relationships: Dilemmas for HR Management

management revue 3/2004, 381-398

The deployment of labour is regulated by rules laid down in labour laws, collective labour agreements and internal company rulebooks. The subject of this article is how changes in the nature of the company and in the nature of the employment relationship affect the type of rules regulating the utilization of labour. Starting point of our analysis is that in both the company and the employment relation, market pressures are increasing. For the company this implies that the borderline between the organisation and its environment is becoming fluid and for the employment relation it implies that elements of market relations are on the increase.

In the classic company the model of wage labour under a standard labour contract still dominates, while in the modern network/virtual company contracts for services is becoming a dominant way of utilization of labour. Between these two models many hybrid employment relations are developing, combining elements of both. The hybridisation of the employment relation poses several problems for HRM policy. In this article three new instruments for the management of hybrid employment relations are assessed:

* competency based appraisal systems;

* intensification of the dialogue between employee and supervisor;

* individual choice benefits systems.

Key words:       Employment Relationships, Organisational Renewal, HRM

 

Clare Kelliher, Catherine Truss, Veronica Hope Hailey: Disappearing Between the Cracks: HRM in Permeable Organisations

management revue 3/2004, 305-323

This paper is concerned with examining the implications of inter-organisational relationships for human resource management (HRM). To date much of the literature on human resource management has been inwardly focussed on the organisation and its employees. Yet increasingly complex organisational forms and more permeable boundaries may mean that employees working for one organisation are influenced by the HR policies and practices of another. This paper presents evidence from two such case studies, representing different forms of inter-organisational relationship. The implications for the HR function are discussed and it is argued that traditional conceptions of HRM are inadequate to encompass these developments.

Key words:       Human Resource Management, Inter-firm Relations, Permeable Boundaries, Employment Agencies, Franchising

 

Juani Swart, Nicholas Kinnie, John Purcell: Human Resource Advantage in the Networked Organisation

management revue 3/2004, 288-304

It is often assumed that firms have freedom of choice over their HR policies and practices, however, the networks within which they operate suggest that the HR practices themselves may be influenced by clients, suppliers, partners and other collaborators. This paper aims to examine the development of HR policies and practices as a consequence of the exercise of strategic choice within the network. The influence of networks on competitive advantage is particularly evident in knowledge intensive firms (KIFs) that rely solely on their human capital to generate intellectual capital. We present three software firm case studies to illustrate various types of influences that the network may have on the HR Advantage of a firm.

Key words:       Network Influences, Human Resource Advantage, Knowledge Intensive Firms, Strategic Choice, Network Advantage

 

Jan Kees Looise, Maarten van Riemsdijk: Innovating Organisations and HRM: A Conceptual Framework

management revue 3/2004, 277-287

In November 2003 the Dutch HRM network held its third annual international conference at the University of Twente, Enschede, The Netherlands. Its topic was "Innovating HRM?", a multi facetted topic that can be elaborated in many ways, as the 10 different tracks of the conference testify. The articles in this special issue are related to two of the tracks, labelled "Organisational innovation and HRM" and "Innovating the HR Function". This first article should be read as an introduction to the five articles from the congress that follow, to position them in the field and to show that again a shift in emphasis seems to announce itself.

Key words:       Organisational Innovation, Human Resource Management, Innovation Management, Network Organisations

 

Nicole Torka: Atypical Employment Relationships and Commitment: Wishful Thinking or HR Challenge?

management revue 3/2004, 324-343

Nowadays, simultaneously maintaining flexible working practices and commitment is an important topic for HR managers since they both can contribute to organisational success. However, many HRM researchers and practitioners are unsure whether these can go together as job security is often seen as a necessary condition for commitment. Since relatively little research has yet been completed, this article contributes to this discussion. The aim of this article is to explain how flexible workers can be committed. Since knowledge on the matter is very limited, it was decided to conduct an exploratory, qualitative study, observing and listening to welders and fitters in two Dutch companies.

The results show that there are more congruencies than differences in terms of commitment between the two groups of workers (typical and atypical). Moreover, the findings also indicate that the commitment of atypical workers depends on a whole range of Human Resource Management choices. HRM for these workers does not begin and end with choices made about human resource flows and specific contract policies. Therefore, an active approach to the whole HRM territory (work systems, rewards, human resource flow, and employee influence) would seem desirable. It was found that all employees want employers to listen to their views regarding policy choices that affect them personally.

Key words:       Atypical Employment Relationships, Commitment, HR Policies for Atypical Workers

 

Huub Ruël, Tanya Bondarouk, Jan Kees Looise: E-HRM: Innovation or Irritation.An Explorative Empirical Study in Five Large Companies on Web-based HRM

management revue 3/2004, 364-380

Technological optimistic voices assume that, from a technical perspective, the IT possibilities for HRM are endless: in principal all HR processes can be supported by IT. E-HRM is the relatively new term for this IT supported HRM, especially through the use of web technology. This paper aims at demystifying e-HRM by answering the following questions: what actually is e-HRM?, what are the goals of starting with e-HRM?, what types can be distinguished? and what are the outcomes of e-HRM? Based upon the literature, an e-HRM research model is developed and, guided by this model, five organizations have been studied that have already been on the 'e-HR road' for a number of years. We conclude that the goals of e-HRM are mainly to improve HR's administrative efficiency/to achieve cost reduction. Next to this goals, international companies seem to use the introduction of e-HRM to standardize/harmonize HR policies and processes. Further, there is a 'gap' between e-HRM in a technical sense and e-HRM in a practical sense in the five companies involved in our study. Finally, e-HRM hardly helped to improve employee competences, but resulted in cost reduction and a reduction of the administrative burden.

Key words:       Electronic Human Resource Management, Human Resource Management, Information Technology, Explorative Case Studies

 

Albert MartNew Directions in Organizational Behaviour?

management revue 4/2004, 410-419

Organizational behaviour research possesses some endemic problems which constrict its progress. This introduction to Management Revue's special issue on organizational behaviour debates six deficiencies in the current research: an unclear conception of how to understand the "organizational" in organizational behaviour; the lack of studies which connect micro- and macro-behaviour; a sterile concentration on the study of relationships instead of mechanisms; a superficial understanding of the practical side of organizational behaviour research; an ignorance of the upheavals in the world of work; and a stagnation in theoretical developments. The last section introduces other articles in this issue of Management Revue.

Key words:       Organizational Behaviour, Micro-Macro Link, Behavioural Mechanisms, Praxeology

 

Guido Strunk, Michael Schiffinger, Wolfgang Mayrhofer: Lost in Transition? Complexity in Organisational Behaviour - the Contributions of Systems Theories

management revue 4/2004, 481-509

The article demonstrates the usefulness of concepts and methods from systems theories for Organisational Behaviour (OB). Diagnosing development areas in OB, especially the analysis of whole systems and the degree of operationalisation and formalisation of core constructs and assumptions, the article uses the complexity hypothesis in career research to illustrate the opportunities and limitations of concepts and methods from systems theories. Finally, the consequences of such an approach for OB are discussed.

Key words:       Nonlinear Systems, Synergetics, Research Methods, Career Research

 

Johannes Lehner: Strategy Implementation Tactics as Response to Organizational, Strategic, and Environmental Imperatives

management revue 4/2004, 460-480

Based on previous literature in the fields of strategy implementation and leadership research tactics for strategy implementation are identified. Three categories proved empirically valid in this study: autocratic tactics, participative tactics and tactics which rely on the given culture of the organization. The paper is based on the assumption that implementation in general is dependent on environmental, strategic and organizational variables. In this sense implementation tactics can be interpreted as genuine organizational behaviour. Based on a discussion of associations of implementation tactics with these variables it is hypothesized that the perception of environmental threats will lead to more autocratic tactics, whereas the existence of a formulated strategy will rather lead to more participative tactics. No such relationships are predicted for cultural tactics. A questionnaire-based measure of implementation tactics is tested in a sample of 136 Upper-Austrian firms by referring to implementation projects or strategy related issues. For a sub-sample (n=60) a moderated regression analysis on implementation tactics with measures of organizational structure, the environment, the strategy, and the interaction between environment and strategy as independent variables was performed. It shows that the use of autocratic tactics is significantly explained by environmental variables whereas participative tactics are significantly explained by the existence of a formulated strategy within the organization. For Culture as an implementation tactic only the interaction between environmental and strategic variables was a significant predictor. Implications for future theory building and empirical research into organizational behaviour in the context of strategy formulation and strategy implementation are discussed.

Key words:       Strategy Implementation; Implementation Tactics, Organizational Centralization, Uncertainty, Equivocality

 

Ulrich Hoffrage, Torsten Reimer: Models of Bounded Rationality: The Approach of Fast and Frugal Heuristics

management revue 4/2004, 437-459

In a complex and uncertain world, humans draw inferences and make decisions under the constraints of limited knowledge, resources, and time. Herbert Simon, with his call for models of bounded rationality, can be seen as one of the fathers of the recently initiated research program on "simple heuristics that make us smart" (Gigerenzer/Todd/the ABC Research Group, 1999). These heuristics perform well because they are ecologically rational: they explore the structure of environmental information and are adapted to this structure. The present review paper introduces the key concepts of this research tradition, and provides two examples: (1) The recognition heuristic, which exploits a partial lack of knowledge, and (2) Take The Best, a simple lexicographic strategy that deliberately ignores information although it is available. The paper explains their ecological rationality, provides empirical evidence of their use, and illustrates some of their applications in consumer behaviour and group decision making. Finally, this research program is related to various notions of rationality.

Key words:       Bounded Rationality, Ecological Rationality, Simple Heuristics, Recognition Heuristic, Take The Best

 

Adrian Furnham: The Future (and Past) of Work Psychology and Organizational Behaviour: A Personal View

management revue 4/2004, 410-419

This paper offers a personal and perhaps "side-ways" view on the past and future of two closely related semi-disciplines: work psychology and organisational behaviour. The paper first addresses the terminological confusion in the area and discusses 10 terms often used inter-changably. It then considers whether work psychology has been, or can ever be, neutral or disinterested in the way it is researched and applied. Some time is spent on the issue of definitions at the heart of which is the idea that behaviour at work is shaped by behaviour out of the work place and vice versa. In this sense all behaviour is work behaviour. The central part of the paper offers six criticisms of past and present work psychology (Ethnocentric and parochial, a-theoretical, a-historical, neglecting salient issues, offering more simplification than clarification, and a tendency to relativism or absolutism). It also offers seven criticisms of organizational behaviour (political correctness, anecdotes not data, no powerful theories, derivative methodology, confused identity, marketing issues and the problems it attacks). Despite these critiques the paper ends on an "upbeat note" pointing to three examples where progress has been, and is being made.

Key words:       Work Psychology, Organizational Behaviour, Critique, Future

 

Miroslav Stanojevic: Production coalitions in Slovenian companies: Employee participation in non-participative organizations?

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2004, 225-242

According to the theory, a combination of the highly regulated external labour market and the internal rigidity would induce organisational inefficiency. Evidence suggests that theoretically unexpected results of that combination prevailed in Slovenia. Under the pressure of the competition on the international markets, Slovene companies, being trapped in the combination of the two rigidities, were determined to compete on the basis of work intensification. The surviving coalition, based on the exchange between the managers (demanding work intensification) on the one hand, and trade unions (defending employees' wage and job stability) on the other, was formed. Within the logic of the exchange, trade unions actively participated in the fight for companies' survival. As a specific entrepreneurial utilisation of the internal oppositional power, the inclusion of such trade unions enabled non-conflicting work intensification and survival of numerous, usually comparatively technologically less developed Slovene organisations.

Key words: Slovenia / employees / trade union / international market

 

Adriana Rejc: Toward Contingency Theory of performance measurement

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2004, 243-264

Performance measurement, although extensively studied in the last two decades, has been given relatively little consideration in terms of the factors that influence the design of performance measurement systems. Few organisations appear to have systematic processes in place for managing the evolution of their measurement systems and few researchers appear to have explored the question, what determines the design of an organisation's measurement system? The paper addresses this gap by providing empirical evidence on performance measurement contingencies based on a sample of large Slovenian companies.

Key words: performance measurement, contingency theory, companies, Slovenia

 

Roberto Biloslavo: Web-based mission statements in Slovenian enterprises

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2004, 265-277

In this article, the author analyses the mission statements of 50 top Slovene enterprises which are published on the companies' web sites. The purpose of this research is 1) to establish the degree to which the Slovene enterprises make use of their web sites to convey their mission to various stakeholders, 2) to identify the stakeholder groups that are mentioned in mission statements, and 3) to analyse the contents of these statements. My research has shown that there are some significant differences between these mission and those of other European or American companies. The reason for these differences is culturally, institutionally and historically embedded. This research indicates that, despite the processes of globalisation and regionalisation, convergence of various contents or roles of the mission statement is questionable. Instead, a kind of borrowing of individual elements among different cultural and economic systems, in quest of their own ways, could be considered.

Keywords: Mission statement / Slovenia / Web sites / Strategic management

 

Karin Širec Rantaša: Recruitment of employees: Administrative burdens on Slovenian SMEs in comparison with Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2004, 278-312

In recent years, the issue of administrative burden on enterprises due to legislation has received much attention. Everywhere it is acknowledged that it is important to reduce and minimize this administrative burden as far as possible, because it hinders the development of enterprises and the growth of employment. In this paper we present the required procedures governing employment regulation, the administrative burden that results out of them, and finally we draw conclusions and make some recommendations for further action in government policy in the field of hiring employees. The research has been conducted on a representative sample of Slovenian enterprises and compared with the results of The 2001 ENSR Survey on SMEs.

Keywords: SMEs / entrepreneurship / administrative burden / employment

 

Matej Lahovnik: The cornerstones of corporate strategies in Slovenia and Croatia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2004, 313-327

In our study, we managed to include companies involved in six different industries. Diversification is the most frequently used corporate strategy. Our study reveals that 43.3% of companies diversified through external means, 26.7% diversified through internal means, while 30% diversified through both internal and external methods. Retrenchment strategies are relatively unpopular because retrenchment seems to imply failure. The orientation of most top management towards growth strategies has resulted in a strong preference for acquisitions and joint ventures. 90.3% of companies are expanding their operations internationally. In our paper, we also examine the motives for developing a specific corporate strategy. Special attention is given to the core competencies and skills that have proved to be the cornerstones of the competitive advantages of companies.

Key words: Company / corporate strategy / growth / transition

 

Ervasti Mia, Vesa Suutari: HRM in foreign affiliates: A multiple case study among Estonian affiliates of Finnish companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2004, 345-366

The key question concerning the HRM in MNCs is the extent of global standardization versus localization of HRM-practices. The present study analyses whether the Finnish companies operating in Estonia apply a clear strategical approach to their IHRM and if so, what kind of approach (standardization versus localization) they have adopted across key HRM-functions. The study followed a qualitative multiple case study approach. The results of the study showed that case companies did not have one clear approach to HRM in foreign affiliates in Estonia, i.e. those had not systematically standardized or localized all the HRM-functions.

Key words: HRM / MNC / Finland / Estonia / standardization / localization

 

Maria Aggestam: Corporate Governance and Capital Groups in Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2004, 367-390

The process of systemic change in Poland has brought about major changes in corporate governance. The enforcement of new laws has created a culture of compliance that has shaped capital groups and the management ethos of the groups, spurring them to improve. It is argued that the Polish versions of capital groups are markedly different from their western counterparts as they reflect unique historical patterns and socio-economic environments. The purpose of this paper is to discuss governance structures within capital groups from their transformation, institutionalization contingencies. Describing current forms of capital groups, the focus is on governance issues illustrated by two capital groups. Building on the Weimer/Pape (1999) framework, a taxonomy is proposed which contrasts governance in Poland with other economic systems. The paper concludes with preliminary theses about trends and current challenges for governing capital groups.

Key words: Corporate Governance / capital groups / transition economy / Poland

 

Heiko Schrader: Social Capital and Social Transformation in Russia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2004, 391-410

Social capital is a valuable resource that can be raised and destroyed, and its level in society is path dependent and related to society's "collective memory" of experience with power structures. Social capital is found both on the network as well as society levels, and a relation between these exists. Fragmented societies with strong, exclusive network ties among the segments and clear-cut dual (inner and outer) moralities often lack strong inherent social capital. Informal norms of action superimpose formal ones and make the functioning of newly implemented institutions dysfunctional. They change very slowly. Russia seems to have performed the transition to a market economy but not to a market and civil society, because social capital on the societal level is rather weak, while it has remained rather strong on the personal network level. The structure of social space of personal relations is opposed to the structure of societal space as solidary civil "community".

Keywords: Transformation / social capital / trust / double morality / Russia

 

Gerhard Reber, Werner Auer-Rizzi, Milan Maly: The behaviour of managers in Austria and the Czech Republic: An intercultural comparison based on the Vroom/Yetton Model of leadership and decision making

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2004, 411-429

In this paper we compare the leadership behaviour of managers in Austria and the Czech Republic, employing the Vroom/Yetton situational leadership model. The model applies a methodology that is close-to-action in contrast to the collection of empirical data based on questionnaires, which target the revelation of basic values as determinants of intercultural differences (far-from-action), such as the studies of Hofstede and the GLOBE-Project. The results show that leadership behaviour in the Czech Republic remains autocratic despite dramatic changes in the societal and political environment of the two countries.

Key words: Leadership behaviour, participation, Czech Republic, Austria, cross cultural studies

 

Miroslav Majtán, Jana Sršnová: Die Vorbereitung der slowakischen Industriebetriebe auf den Beitritt in die Europäische Union (Research Note)

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2004, 430-442

Der Aufsatz definiert wichtige Anpassungsinstrumente des slowakischen Wirtschaftsbereichs während des Beitritts in die Europäische Union. Die Analyse dieser Instrumente wird anhand einer Umfrage unter 100 slowakischen Produktionsbetrieben dargestellt. Die Analyse zeigt, dass Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten besser auf den Beitritt vorbereitet ist. Diese Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe Internationalisierung (ein grosser Anteil von Exporten in den EU-Markt an den Umsatzerlösen), Gebrauch von 9000 ISO Standards und die Beteiligung ausländischer Investoren auf, insbesondere von der Europäischen Union. Zur gleichen Zeit zeigte die Analyse mehrere Risiken auf, insbesondere in der Wettbewerbsfähigkeit Firmen in der Größenordnung von 50 bis 499 Angestellten mit einer höheren Rate von Mehrwert müssen stärker berücksichtigt werden.

Key words: Slovakia / European Union / internalization / competitiveness

 

Jörg Abel, Peter Ittermann, Ludger Pries: Erwerbsregulierung in hochqualifizierter Wissensarbeit - individuell und kollektiv, diskursiv und partizipativ

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2005, 28-50

Die vielfältigen Veränderungen, denen das deutsche duale Modell der Interessenregulierung ausgesetzt ist, bedingen aus wissenschaftlicher Perspektive eine Erweiterung der theoretisch-konzeptionellen Konzepte Industrieller Beziehungen. In diesem Beitrag wird unter Berücksichtigung aktueller Diskussionen ein Konzept von Erwerbsregulierung vorgeschlagen, das die durch Wissensarbeit, neue Technologien, Wettbewerbsverschärfung und Globalisierung verursachten Umwälzungen einfangen soll. Einige Aspekte dieses Konzeptes werden anhand eigener Forschungen zu Arbeits- und Beteiligungsmustern in der digitalen Wirtschaft erläutert und begründet. Dabei zeigen die Ergebnisse der durchgeführten Betriebsfallstudien sowie eine quantitative Unternehmensbefragung, dass neue Formen und Arenen individueller und kollektiver Aushandlung sowie neue Partizipationsbeziehungen in wissensintensiven Dienstleistungsunternehmen traditionelle Regulierungsmuster ergänzen oder zum Teil ersetzen.

Key words: Employment Relations, Industrial Relations, Participation, Digital Economy

 

Werner Nienhüser: Der Einfluss des Betriebsrats-Typs auf die Nutzung und Bewertung von Betriebsvereinbarungen - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2005, 5-27

In diesem Beitrag wird der Einfluss des Betriebsrats-Typs auf die Verbreitung von Betriebsvereinbarungen und die Bewertung dieses Regulierungsinstrumentes durch Personalmanager untersucht. Die empirische Basis bildet eine Telefonbefragung von 1000 für den Abschluss von Betriebsvereinbarungen zuständigen Personalverantwortlichen in ebensoviel zufällig ausgewählten Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten. Für die Typologie werden die Dimensionen Macht und Kooperationsbereitschaft miteinander kombiniert. Es zeigen sich folgende Wirkungen der nach diesen beiden Dimensionen unterschiedenen Typen von Betriebsräten: Besonders viele Vereinbarungen liegen (bei Kontrolle weiterer Variablen) in solchen Betrieben vor, in denen ein (in den Augen der Betriebsleitung) starker und zugleich wenig kooperativer Betriebsrat vorhanden ist. Bei dieser Konstellation fallen auch die Bewertungen von Betriebsvereinbarungen am schlechtesten aus: Die Personalmanager nehmen Betriebsvereinbarungen bei dieser Verhandlungskonstellation als weniger flexibilitätsfördernd, stärker zu Starrheit führend und als insgesamt weniger vorteilhaft wahr. Allerdings sind auch die in einer solchen sozialen Situation schlechteren Bewertungen der Personalmanager immer noch recht positiv: Betriebsvereinbarungen werden als Regulierungsinstrument mehrheitlich sehr geschätzt.

Key words: Works Agreements; Codetermination, Industrial Relations, Works Councils

 

Werner Schmidt: Industrielle Beziehungen, Interesse und Anerkennung. Plädoyer für eine duale Perspektive

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2005, 51-74

Empirische Befunde illustrieren die Bedeutung von Anerkennung auf dem Feld der industriellen Beziehungen, gleichwohl findet sich in dem in Deutschland gängigen Konzept industrieller Beziehungen kein systematischer Platz für dieses Phänomen. Nach einer einleitenden Bezugnahme auf empirische Befunde diskutiert der Beitrag drei verschiedene Ansätze: erstens ein reines Interessenkonzept der industriellen Beziehungen, zweites ein reines Anerkennungskonzept, anschließend an Axel Honneth, und drittens ein duales Konzept mit den beiden Perspektiven Anerkennung und Interesse, das an Nancy Fraser anschließt. Einer dualen Perspektive auf die industriellen Beziehungen wird dabei gegenüber den beiden anderen Konzepten der Vorzug gegeben, da sie für das Feld der industriellen Beziehungen einen Zugewinn an Erkenntnis- und Erklärungschancen bieten würde. Abschließend werden mögliche Anwendungen einer dualen Perspektive exemplarisch vorgestellt.

Key words: Industrial Relations, Interest, Recognition

 

Martin Brussig, Ute Leber: Betriebliche Determinanten formeller und informeller Weiterbildung im Vergleich

Zeitschrift für Personalforschung 1/2005, 5-24

Der Beitrag behandelt die Frage, ob sich betriebliche Determinanten informeller Weiterbildung von denen formalisierter Weiterbildung unterscheiden. Grundlage ist eine Befragung von über 1.700 Betrieben. Empirisch zeigt sich auf der Grundlage von ordered-logit-Schätzungen, dass (1) viele der betrachteten Faktoren, die einen signifikanten Einfluss auf formelle betriebliche Weiterbildung haben, auch einen signifikanten Einfluss auf informelle Weiterbildung ausüben; markante Ausnahme sind Merkmale der Arbeitsorganisation, die oft mit informellen Lernformen, aber nicht mit formellen Lernformen zusammenhängen, und dass (2) jene Faktoren, die sowohl für die formelle als auch die informelle Weiterbildung signifikant sind, in der gleichen Richtung wirken. Informelles Lernen wird von den Betrieben nicht deshalb genutzt, weil sie darin eine günstige Alternative zur formellen Weiterbildung sehen. Beide Formen der Weiterbildung sollten vielmehr als Komplemente betrachtet werden.

Key words: Formal Further Training, Informal Further Training, Employer-provided Training, Human Resources Management

 

Lars Schweizer, Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Carmen Ulscht: Outsourcing von Personalfunktionen: eine (erneute) Bestandsaufnahme

Zeitschrift für Personalforschung 1/2005, 25-44

Das Personalmanagement befindet sich im Umbruch, da immer mehr Unternehmen dazu übergehen, ihre Personalfunktionen an professionelle Dienstleister auszulagern. Der vorliegende Beitrag untersucht auf Basis einer durchgeführten schriftlichen Befragung von 45 deutschen Unternehmen deren Outsourcingverhalten hinsichtlich ihrer Personalfunktionen. Im Ergebnis wird gezeigt, dass bereits eine Vielzahl von Unternehmen einzelne Personalfunktionen auslagern und die Unternehmen zum großen Teil auch bereit sind, über die bisher ausgelagerten Bereiche hinauszugehen und noch weitere Personalfunktionen auszulagern. Im Vergleich zu anderen Studien ist auffällig, dass Unternehmen sich von einer reinen (transaktions-)kostentheoretischen Betrachtung der Outsourcingentscheidung lösen und verstärkt ressourcenorientierte Überlegungen in ihr Kalkül einbeziehen. Daher werden in diesem Beitrag sowohl Transaktionskostentheorie als auch Ressourcenansatz als theoretisches Fundament zugrunde gelegt.

Key words: Outsourcing, Personnel Functions, Transaction Cost Theory, Resourced-based View

 

Dominik Risser, Axel G. Fohler: Aktienoptionsprogramme: Anpassungsreaktionen und Nachverhandlungen aus vertragstheoretischer Sicht

Zeitschrift für Personalforschung 1/2005, 64-83

Aktienoptionen haben als Vergütungsbestandteil von Führungskräften in den letzten Jahren auch in Deutschland eine stark zunehmende Verbreitung erfahren. Entwickelt sich der Aktienwert des Unternehmens positiv, erhält die Führungskraft hierdurch ein zusätzliches Entgelt. Liegt der zukünftige Aktienwert jedoch unter dem Basispreis, wird die Führungskraft davon absehen, seine Option zu wandeln, da die Option wertlos ist.

Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Baisse an den Kapitalmärkten geraten die von den Unternehmen aufgelegten Aktienoptionspläne zunehmend unter Anpassungsdruck. Gegenstand des Beitrags ist es, in einem ersten Schritt die alternativen Anpassungsreaktionen aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang wird die Nachverhandlung der Aktienoptionspläne aus vertragstheoretischer Sicht vorgestellt. In einem weiteren Schritt werden die Grenzen des vertragstheoretischen Rahmens aufgezeigt. Als Alternative zur vertragstheoretischen Betrachtung wird die Anreiz-Beitrags-Theorie angesprochen, die im Zusammenhang mit Aktienoptionsplänen bisher nur geringe Beachtung fand.

Key words: Stock Options, Repricing, Contract-Theory, Adjustment Reactions, Inducement-Contributions-Theory

 

Yvette E. Hofmann: Erfolgsfaktoren interdisziplinärer Forschungsprojekte. Ergebnisse einer Umfrage bei Professoren der Betriebswirtschaftslehre und der Sozialpsychologie

Zeitschrift für Personalforschung 1/2005, 45-63

Interdisziplinäre Forschungsprojekte zeichnen sich in der Regel durch einen erheblichen Koordinationsbedarf aus. Entsprechend vielfältig sind die Bemühungen, ein effizientes Projektmanagement zu etablieren. In diesem Zusammenhang gewinnt die Ermittlung kritischer Erfolgsfaktoren an Bedeutung, was sich auch in zahlreichen (empirischen) Untersuchungen niederschlägt. Mit dem Fokus auf sozialwissenschaftliche Forschung greift der Beitrag die Frage auf, welche Größen für den Erfolg derartiger universitärer Forschungsprojekte eine Rolle spielen. Basis stellt eine empirische Analyse bei Professoren der Betriebswirtschaftslehre und der Sozialpsychologie dar. Die Ergebnisse zeigen Ansatzpunkte für die Gestaltung eines forschungsadäquaten Projektmanagements auf.

Key words: Incentive System, Interdisciplinary Research, Success Factors, Project Management

 

Randall S. Schuler, Susan E. Jackson: A Quarter-Century Review of Human Resource Management in the U.S.: The Growth in Importance of the International Perspective

management revue 1/2005, 11-35

The past quarter century has witnessed many developments in the research and practice of managing human resources in the United States. In this article, we briefly describe two major areas in which these developments have been unfolding: strategic human resource management and international human resource management. Across these two areas of activity, HRM in the U. S. has evolved to encompass a greater appreciation of issues associated with: the systemic character of human resource management, the role that context plays in shaping HR policies and practices, the importance of demonstrating the effectiveness of HR policies and practices, the value of addressing the concerns of multiple stakeholders, the need for partnership in managing human resources, the complexity of managing human resources in multinational enterprises, and the challenge of developing theories and frameworks that provide new and useful insights about how to address all of these issues. We conclude with a brief summary and our thoughts about the future of HRM in the U.S. context and the continued importance of the international perspective.

Key words: Human Resource Management, Strategic HRM, International HRM, Strategic IHRM, Stakeholders

 

Wolfgang Mayrhofer, Chris Brewster: European Human Resource Management: Researching Developments over Time

management revue 1/2005, 11-35

This paper uses insights and data gained from 15 years of involvement in a research network studying HRM developments in Europe to explore the notion of "European HRM" and the meanings of convergence and divergence in HRM Using data from the last decade of the Cranet research, the paper puts forward a more nuanced view of the notions of convergence and divergence, finding evidence of directional convergence, but little evidence of final convergence: whilst there are trends which point in similar directions, national differences remain a key factor in HRM.

Key words: Human Resource Management, European Human Resource Management, Comparative Research, Convergence

 

Angelo Giardini, Rüdiger Kabst, Michael Müller-Camen: HRM in the German Business System: A Review

management revue 1/2005, 36-62

Human resource management in Germany is deeply rooted in its institutional environment. Thus, US style HRM cannot be simply transferred to the German context. Nevertheless, the German business system is not hostile to HRM principles. Rather, these practices have to be adapted to the demands and constrains of the German socio-economic context. The key labour market institutions of collective bargaining, co-determination, and initial vocational training in particular require a pluralist style of human resource management. As our review suggests, these institutions support the implementation of some HRM principles while inhibiting others. Also, the concept of Strategic HRM in Germany may only be fully understood against the background of labour market institutions.

Key words: HRM, National Business System, Neo-Institutionalism, Industrial Relations, Germany

 

Marjaana Rehu, Edward Lusk, Birgitta Wolff: Incentive Preferences of Employees in Germany and the USA: An Empirical Investigation

management revue 1/2005, 81-98

This study investigates performance reward preferences of employees in Germany and the USA. The investigation uses the following three constructs: The Institutional Framework and its formal and informal implications for incentive compensation, Diminishing Marginal Utility of individuals related to performance rewards, and Incentive Schemes as motivational devices in organizations. Our empirical investigation is based upon survey data collected from employees of a MNC in Germany and the USA using an enriched form of Hofstede's cross-cultural questionnaire. Our results show that employees from these countries have different preferences on incentives and further that incentive plans designed for one country might have non-motivating consequences in the other. We also find that the logic of diminishing marginal utility applies to certain rewards. Referencing these results, we suggest a method for organizations to develop effective and efficient incentive systems.

Key words: Institutional Framework, Incentive Compensation, USA, Germany, Performance Rewards

 

Erik Poutsma, Paul E. M. Ligthart, Roel Schouteten: Employee Share Schemes in Europe. The Influence of US Multinationals

management revue 1/2005, 11-35

The debate on convergence and globalisation of national economies emphasises the role of Multinational Corporations (MNCs) with regard to the export of home-country policies in countries where they have their plants. MNCs set a process of change in motion in which local companies attempt to catch up with the more internationalised companies, particularly those from the Anglo-Saxon world. This process is called Anglo-Saxonisation. In this paper we focus on share (option) schemes. Analysing a European survey of HRM practices in workplaces in selected countries, we can trace a US-MNCs effect in the case of the narrow-based executive type of share (option) schemes in continental Europe. We can also trace a minor effect in the case of broad-based schemes open to all employees. The diversity we find in predictors between countries and the strong significant effects of country suggest that local corporate and institutional factors are more important in the case of broad-based share schemes than in the case of the narrow, executive type of share schemes.

Key words: Employee Share Ownership, Stock Options, Human Resource Management, Multinationals, Europe

 

Ingo Singe, Richard Croucher: US Multi-Nationals and the German Industrial Relations System

management revue 1/2005, 123-137

This paper critically reviews literature on the behaviour of US-based Multi National Companies (MNCs) in Germany in relation to the historic institutions of the German labour market: works councils and industry wide collective bargaining. The German system is becoming increasingly company-rather than sectorally centred, and US-based companies have reinforced a wing of German employer opinion seeking to further these developments. Surveys show US-based companies generally accepting works councils and sectoral bargains but case study evidence also shows them seeking to weaken links with parts of the system external to the company. A typology is proposed and it is argued that many US-based companies appear to follow a 'formal compliance/content avoidance dichotomy' tending to exacerbate the system's existing tendencies towards disarticulation. They also tend to explore all options available to them within the existing system. A research agenda is suggested. 

Key words: US Multinationals, Germany, Industrial Relations

 

Tomaž Cater: Interweaving of the Sources and Forms of a Firm's Competitive Advantage: A Critical Review of the Adequacy of Existing Schools of Thought

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2005, 7-36

The paper examines how the sources and forms of competitive advantage interweave and what does this mean for the existing theory on competitive advantage. We found out that all sources of competitive advantage should be classified into external and internal category. Consequently, we believe it is reasonable to discuss only two schools, i.e. the 'internal' school based on resources, capabilities and knowledge and the 'external' school based on the industrial organisation. The relation between them should not be understood as being solely competitive but also complementary, which means that the mystery of creating a competitive advantage cannot be explained by any school alone.

Key words: Firm / competitive advantage / industrial organisation / resources / capabilities / knowledge

 

Tomasz Mroczkowski, Mark Wermus, Linda D. Clarke: Employment Restructuring in Polish Companies during Economic Transition: Some Comparisons with Western Experience

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2005, 37-54

This paper summarizes the results of a survey of downsizing practices in 90 Polish manufacturing companies. Unlike Russia, where very few employment reductions have been carried out, downsizing in Polish companies is pervasive and appears to be accelerating. The factors that drive downsizing in a transition economy like Poland are not the same as those in the west. Nonetheless, the results of this study indicate that downsizing in Poland has had mostly beneficial effects on company functioning.

Key Words: Downsizing / Poland / employment / international human resources management

 

Stefan Eckert, Frank Rossmeissl: Consequences of Convergence - Western firms' FDI Activities in Central and Eastern Europe at the Dawning of EU-Enlargement

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2005, 55-74

Comparing all kinds of market entry, foreign direct investment (FDI) appears to be the most appropriate mode of foreign market. So called Market seeking FDI can be differentiated into those activities primarily aiming to realise psychic market proximity and into those activities mainly undertaken to realise physical market proximity. This differentiation is crucial because the number of FDI activities primarily done for reasons of psychic market proximity could decrease due to changes taking place in the CEE as well as an increasing cultural homogeneity. These tendencies give (a) MNEs already operating in CEECs for reasons of psychic market proximity potentials to restructure their current activities in the region and (b) MNEs striving to establish market presence in CEECs the possibility to consider modes of foreign market entry, which are less capital intensive than FDI like exporting.

Keywords: EU accession/ Central and Eastern Europe / cultural convergence / foreign direct investment / subsidiaries of MNEs / foreign market entry mode

 

Tanja Gorcheva: The Differences in the Interactive Modification of Interaction between Target Groups and Personnel Management Tools

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2005, 75-91

The harmonisation of Bulgarian and foreign entrepreneurs' concepts for personnel management is part of Bulgaria's process of transition to free market economy. On the one hand this is possible provided that Bulgarian entrepreneurs get familiar with the practices and experience of their European counterparts. On the other hand foreign investors could be more successfully attracted if they are motivated enough to actively do business in Bulgaria. The research focuses on the differences in policy modelling of the PM target groups and PM instruments in the 17 Bulgarian, 17 German enterprises and 7 Joint-Ventures operating in the markedly dynamic business environment of Bulgarian economy.

Keywords: Personal Management, Transition Period, Comparative Analysis, Target groups, PM-Tools.

 

Kurt Röttgers: Wirtschaftsphilosophie - Die erweiterte Perspektive

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2004, 114-140

Philosophische Überlegungen zur Ökonomie waren in Deutschland in der Vergangenheit überwiegend auf die Wirtschaftsethik beschränkt, welche sich mittlerweile in mehreren ausdifferenzierten Schulen etabliert hat. Hier soll stattdessen die Perspektive um epistemologische Fragen zum Verhältnis von Ökonomie und Philosophie erweitert werden durch die Hinterfragung grundlegender Kategorien und Annahmen und die Analyse ökonomischer Diskurse unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung von ökonomischen Grundkonzepten und der Genealogie von Moralvorstellungen.

Korreferat: Wirtschaftsphilosophie: Zur Neuorientierung einer Forschungsrichtung (Olaf J. Schumann)

 

Johannes Hirata: Happiness Research. Contributions to Economic Ethics

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2004, 141-162

Die in jüngerer Zeit schnell an Anerkennung gewinnende empirische Glücksforschung eröffnet einen neuen Zugang zu der Frage nach dem Verhältnis von menschlichem Verhalten und Glück. Da diese Frage sowohl in der Ökonomik als auch in der Ethik von zentraler Bedeutung ist, bietet es sich an, diese Perspektive nach möglichen Beiträgen zur modernen Wirtschaftsethik zu untersuchen.

Korreferat: Glücksforschung und das gute Leben? (Annette Barkhaus)

 

Fabienne Peter: Demokratische Legitimation von Marktarrangements: Auf dem Weg zu einer Wirtschaftsethik als politische Ethik

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2004, 163-175

In diesem Beitrag wird die Perspektive der politischen Ethik für die Wirtschaftsethik fruchtbar gemacht. Hierbei wird insbesondere der Kategorie der politischen Legitimität eine besondere Rolle bei der Beurteilung ökonomischer Arrangements zugesprochen.

 

Jan Sokol: Was ist Geld?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 2/2004, 176-185

Geld ist nicht nur ein Tauschmittel, sondern auch ein Träger der Macht, die erst in der Geldwirtschaft fein und ohne Gewalt verteilt werden kann. Es lockert menschliche Bindungen, aber erweitert zugleich die wirksame Freiheit jedes einzelnen. Es ist nicht eine besondere Art von Ware, wie Gold und Silber, sondern verflüchtigt sich immer mehr bis zu elektronischen Konten. So lässt es sich am ehesten als institutionalisiertes Vertrauen begreifen, dessen Gültigkeit im täglichen Handeln bestätigt wird - oder nicht.

 

R. Edward Freeman: The Stakeholder Approach Revisited

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 228-241

Ziel dieses Beitrages ist eine Neubetrachtung der Entwicklung des Stakeholder-Management-Ansatzes basierend auf dem Buch "Strategic Management: A Stakeholder Approach", der im Jahre 1984 von Pitman Publishing veröffentlicht wurde. Einer kurzen Entstehungsgeschichte dieses Ansatzes folgt eine Zusammenfassung und eine Bewertung der Hauptargumente. Der Ansatz wurde in einer Reihe von Forschungszweigen verwendet - diese werden hier skizziert. Der Beitrag endet mit einigen Vorschlägen für viel versprechende Forschungslinien.

Korreferat: Stakeholder Theory between General and Contextual Approaches - A German View (Ursula Hansen, Matthias Bode und Dirk Moosmayer)

 

Thomas Beschorner: Unternehmensethische Untersuchungen aus gesellschaftlicher Perspektive. Von der gesellschaftsorientierten Unternehmenslehre zur unternehmensorientierten Gesellschaftslehre

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 255-276

Der Autor schlägt einen Perspektivwechsel von einer gesellschaftsorientierten Unternehmenslehre (Stakeholder-Ansätze) zu einer unternehmensorientierten Gesellschaftslehre vor, dem er sich durch eine Bezugnahme auf den soziologischen Neo-Institutionalismus annähern. Im Gegensatz zu einer Betrachtungsweise von bilateralen Beziehungen im Stakeholder-Ansatz wird das Interdependenzgefüge von unterschiedlichen (Typen von) Organisationen in organisationalen Feldern betrachtet. Auf der Grundlage einer kulturwissenschaftlichen Herangehensweise können Institutionalisierungsprozesse und die Rolle von institutionellen Entrepreneurs herausgearbeitet werden. Der Ansatz ermöglicht es 1. strategische Handlungsoptionen für Unternehmen zu bestimmen, 2. normative Anforderungen an Unternehmen zu formulieren und 3. die Bedeutung privater Steuerungsregimes zu unterstreichen.

Korreferat: Unternehmensethische Untersuchungen aus "gesellschaftlicher Perspektive"? (Horst Steinmann)

 

Andreas Langer: Professionsökonomik, Verträge und Vertrauen. Zur Mikrofundierung professioneller Dienstleistungen durch die Agenturtheorie am Beispiel der Sozialen Arbeit

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 284-305

Professionelles Handeln im Gesundheits- und Sozialwesen sieht sicht verstärkt mit ökonomisch-orientierten Reformkonzepten konfrontiert. Um auftretende Effizienzeffekte auch einer theoretisch fundierten Analyse zu unterziehen, wird die Prinzipal-Agent-Theorie auf die Dienstleistungsverhältnisse zwischen Professionellen der Sozialen Arbeit, den organisationalen Rahmenbedingungen und den Adressaten angewendet. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Anreizeffekte und Informationsasymmetrien.

Korreferat: Zum Verhältnis von (Professions-)Ethik und Ökonomik (Andreas Suchanek)

 

Daniel Attas: A Moral Stakeholder Theory of the Firm

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 312-318

To be a coherent and genuinely alternative conception to the shareholder model, any moral stakeholder theory must meet the following conditions: (1) It must be an ethical theory; (2) It must identify a limited group as stakeholders; (3) The group must be identified on morally relevant grounds; (4) Stakeholder claims must be non-universal; (5) And not held against everyone. A principle for identifying the stakeholder is suggested as a person who has much to lose-financially, socially, or psychologically-by the failure of the firm. The emerging picture contrasts sharply with the conventional conception of the firm.

Keywords: Moral Stakeholder Theory, Stakeholder Claims

 

Alexander W. Cappelen: Two Approaches to Stakeholder Identification

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 319-325

The paper presents two fundamentally different ways to approach the identification of stakeholders. The first is the relationship approach. According to this approach, special obligations arise between individuals or groups only if a specific relationship exists between them. The rival approach is the assignment approach. This approach challenges the claim that obligations only arise if a particular relationship exists between the company and a group. It holds that the distribution of responsibilities should be viewed as a set of pragmatic rules derived from general moral considerations. The paper discusses the extent to which these two approaches can justify the main features of the traditional stakeholder model.

Keywords: Stakeholder theory, special obligations, Corporate Social Responsibility.

 

Wayne Norman: What can the Stakeholder Theory Learn from Enron?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik (ISSN 1439-880X), 3/2004, 326-336

Roughly speaking, Enron has done for reflection on corporate governance what AIDS did for research on the immune system. So far, however, virtually all of this reflection on and subsequent reform of governance has come from those with a stake in the success of modern capitalism. This paper identifies a number of governance challenges for critics of capitalism, and in particular for those who urge corporations to voluntarily adopt missions of broader social responsibility and equal treatment for all stakeholder groups. I argue that by generally neglecting the governance relation between shareholders and senior managers, stakeholder theorists have underestimated the way in which shareholder-focused governance can be in the interests of all stakeholder groups.

Keywords: Corporate Social Responsibility, Corporate Governance, Stakeholder Theory, Public Management, Enron.

 

Walter A. Oechsler: Personalforschung als Ad-hoc-Aktionismus. Der Personalmanagement-Professionalisierungs-Index der DGFP

Zeitschrift für Personalforschung 2/2005, 107-119

Die Entwicklung der Personalarbeit in Deutschland ist durch fortschreitende Professionalisierung gekennzeichnet. Dies wurde durch die zunehmende Verrechtlichung der Personalarbeit ausgelöst und findet inzwischen seinen Ausdruck in der Verankerung der Personalfunktion in der obersten Leitungsebene. Damit ist es auch an der Zeit, ein methodisches Instrumentarium bereit zu stellen, um den Professionalisierungsgrad der Personalarbeit zu messen. Die DGFP hat einen Personalmanagement-Professionalisierungs-Index vorgelegt, der im Folgenden aus methodischer Sicht analysiert wird. Dabei zeigt es sich, dass die Fundierung auf dem Stakeholder-Ansatz lediglich eine Fassade darstellt, die bei der Umsetzung des Messinstrumentariums nicht durchgehalten wird. Das Konzept und dessen Anwendung werfen nicht nur Plausibilitäts-, sondern auch gravierende Methodenprobleme auf. Diese beziehen sich auf Operationalisierungs- und Validitätsprobleme sowie auf Probleme der Indexbildung. Schließlich ist die Messmethodik von handwerklichen Mängeln des Messinstrumentariums durchzogen. Davon sind Fragenkonstruktion und Skalierungsversuche betroffen sowie die klar erkennbaren Antworttendenzen im Instrumentarium. Auf der Basis dieser Analyse bleibt nur das Fazit, dass es sich beim Personalmanagement-Professionalisierungs-Index der DGFP um Aktionismus handelt, der unprofessionelle empirische Ad-hoc-Forschung darstellt und für die Praxis nicht nur von keinerlei Nutzen, sondern sogar schädlich sein kann, wenn man sich auf die Ergebnisse verlässt.

 

Ursin Bernard, Roger Gfrörer, Bruno Staffelbach: Der Einfluss von Telearbeit auf das Team: Empirisch analysiert am Beispiel eines Versicherungsunternehmens

Zeitschrift für Personalforschung 2/2005, 120-138

Mobile Arbeitsformen wie die Telearbeit gewinnen im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Diskussionen zu Arbeitsflexibilisierung, dezentralen Organisationsstrukturen und virtuellen Teams zunehmend an Bedeutung. Die vorliegende Studie fokussiert den Einfluss von Telearbeit auf das Team, insbesondere die Teamidentifikation, welche auf zentrale HRM-Bereiche wie die Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation oder den Wissenstransfer Auswirkungen hat. Auf der Basis einer systematischen Analyse der relevanten Literatur wird ein zweistufiges empirisches Forschungsmodell entwickelt. Dieses erklärt nicht nur, ob der Zusammenhang zwischen Teamidentifikation und Telearbeit positiv oder negativ ist, sondern zeigt in einer multiplen Regressionsanalyse auch auf, welche Faktoren den Zusammenhang beeinflussen. Die empirischen Resultate der schriftlichen Befragung bei einem Schweizer Versicherungsunternehmen (N=414) bestätigen die Hypothese, dass Telearbeit die Teamidentifikation insgesamt signifikant negativ beeinflusst. Dies geschieht vermittelt über die Determinanten Autonomie, Teamzusammenhalt und Attraktivität der Arbeit. Dieser Befund verlangt nach praktischen Anpassungen bei der Implementierung von Telearbeit, indem die Chancen des technologischen Wandels genutzt, aber die negativen Auswirkungen reduziert werden.

 

Gero Lauck: Die Messung der Inneren Kündigung. Ein Vorschlag zur Operationalisierung mit Bezügen zur angloamerikanischen Personalforschung

Zeitschrift für Personalforschung 2/2005, 139-158

Der Begriff Innere Kündigung ist inzwischen über die personalwirtschaftliche Fachliteratur hinaus verbreitet. Dem Konstrukt fehlen jedoch bislang eine Konzeption, die sich theoretisch von der ähnlicher Konzepte (z.B. Arbeits(un)zufriedenheit) unterscheidet und eine empirische Basis, die nicht nur auf sehr wenigen Studien mit jeweils unterschiedlichen Instrumenten beruht. In dieser Arbeit wird Innere Kündigung in Anlehnung an die Beschreibungen Höhns rekonstruiert und mit dem Ziel operationalisiert, Innere Kündigung von ähnlichen Konzepten abgrenzbar zu machen. Dabei wird durch einen Vergleich der Merkmale von Innerer Kündigung und Involvement sowie Commitment gezeigt, inwieweit mit den angloamerikanischen Konzepten und zugehörigen Instrumenten Phänomene thematisiert bzw. gemessen werden, die auch in der deutschen Diskussion zur Inneren Kündigung zentral sind. Eine an den von Höhn beschriebenen Phänomenen orientierte Zusammenstellung von Skalen wird an einer Stichprobe von N=333 Lehrern aus wirtschaftsberuflichen Schulen in Baden-Württemberg getestet.

 

Joachim Freimuth, Renate Krieg, Monika Schädler: Kulturelle Konflikte in deutsch-chinesischen Joint-Ventures: Dargestellt am Beispiel der Einführung von Konzepten der Personalführung

Zeitschrift für Personalforschung 2/2005, 159-180

In der Studie wird dargelegt, wie in deutsch-chinesischen Joint Ventures durch unterschiedliche kulturelle Konzepte der Konstruktion von Realität kommunikative Konflikte ausgelöst werden. Dafür wird zunächst ein konzeptioneller Bezugsrahmen entwickelt. Die Untersuchung beruht empirisch auf einer Reihe von Fallstudien aus deutsch-chinesischen Unternehmenskooperationen. Dort geht es im Wesentlichen um Versuche des deutschen Managements, das Leistungsverhalten chinesischer Arbeitnehmer mit Führungs- und Personalsystemen im Sinne der wirtschaftlichen Zielsetzungen der Kooperation zu beeinflussen, etwa durch Personalbeurteilungen oder Anreizsysteme. Es wird gezeigt, dass deutsches Management dabei implizit von kulturellen Logiken und Normen ausgeht, etwa wie Organisationen funktionieren oder Mitglieder sich dort verhalten, die nicht a priori den Annahmen chinesischer Arbeitnehmer korrespondieren. Dies führt zu Unverständnis auf beiden Seiten und schließlich zu Konflikten.

 

Anne Tempel, Hartmut Wächter, Peter Walgenbach: Multinationale Unternehmen und internationales Personalmanagement. Eine vergleichende institutionalistische Perspektive

Zeitschrift für Personalforschung 2/2005, 181-202

In diesem Beitrag wird ein Ansatz zur Erforschung der Personalpolitik in multinationalen Unternehmen vorgestellt, der sich inzwischen zu einem eigenständigen Forschungsstrang in der internationalen Personalforschung entwickelt hat. Dieser Ansatz hat im deutschsprachigen Raum bisher nur wenig Aufmerksamkeit erfahren. Es werden sowohl die Vorgehensweise in der Forschung als auch bereits vorliegende Befunde empirischer Studien auf der Basis dieses Ansatzes vorgestellt. Anschließend erfolgt eine kritische Würdigung des Ansatzes und der empirischen Studien. Dabei werden der Erklärungsbeitrag und die Erklärungsgrenzen des Ansatzes mit Blick auf die Personalpolitik multinationaler Unternehmen herausgearbeitet. Darüber hinaus werden Überlegungen zu den Entwicklungspotenzialen dieses Ansatzes angestellt.

 

Christine Trampusch: Industrielle Beziehungen als Flexibilitätsressource korporatistischer Wohlfahrtsstaaten. Der Fall Sozialpolitik durch Tarifvertrag in den Niederlanden

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2005, 93-119

Anhand einer historisch-analytischen Rekonstruktion, die die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene wie auch die Reaktionen der Tarifpartner auf Veränderungen staatlichen Handelns in der Sozialpolitik berücksichtigt, untersucht der Artikel die Entwicklung der Sozialpolitik durch Tarifvertrag in den Niederlanden. Ergebnis ist, dass sich das niederländische Tarifvertragssystem so entwickelt hat, dass die Funktionen des Tarifvertragssystems flexibel an Veränderungen der staatlichen Sozialpolitik angepasst werden können. Theoretisch folgt daraus zweierlei: In institutioneller Hinsicht zeigt sich, dass den industriellen Beziehungen inhärente opportunistisch ausnutzbare Verhaltensspielräume Quelle ihres institutionellen Wandels sein können; bezüglich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatenforschung wird die Schlussfolgerung gezogen, die industriellen Beziehungen systematisch als kausalen Faktor in der Entwicklung von Wohlfahrtsstaaten zu betrachten.

 

Markus Helfen: De-Institutionalisierung des Betriebsrates. Welchen Erklärungsbeitrag liefern "New Economy" und direkte Partizipation?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2005, 120-148

Im vorliegenden Aufsatz wird die Frage behandelt, ob es Hinweise auf eine De-Institutionalisierung des Betriebsrates als Institution der repräsentativen Mitbestimmung gibt. Dabei werden zwei mögliche Ursachen besonders betrachtet, die zu einer De-Institutionalisierung des Betriebsrates führen können: Die Entstehung der New Economy, in der Betriebsräte eine geringe Verbreitung finden, und der Einsatz von direkter Partizipation, die als eine mit dem Betriebsrat konkurrierende Managementstrategie zur Einbeziehung der Mitarbeiter verstanden werden kann. Auf Grundlage von logistischen Regressionsschätzungen wird festgestellt, dass von einer generellen De-Institutionalisierung des Betriebsrates aufgrund des New Economy-Booms und dem Einsatz direkter Partizipation nicht gesprochen werden kann. Zugleich deutet sich an, dass die Bildung von Betriebsräten durch individualisierte Partizipationsangebote des Managements, die besonderen Bedingungen im Dienstleistungssektor, negative Einstellungen der Unternehmensleitung gegenüber dem Betriebsrat und ein niedriges Konfliktpotenzial im Unternehmens behindert werden kann.

 

Peter Ellguth: Betriebe ohne Betriebsrat - welche Rolle spielen betriebsspezifische Formen der Mitarbeitervertretung?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2005, 149-176

Fragen der Interessenregulierung in Betrieben ohne Betriebsrat rücken zunehmend ins Blickfeld der wissenschaftlichen Betrachtung seit von der Erosion der institutionellen Basis des dualen Systems der Interessenvertretung die Rede ist. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag auf Grundlage des IAB-Betriebspanels eingangs mit der Verbreitung und Entwicklung mitbestimmungsfreier Zonen allerdings unter erstmaliger Berücksichtung betriebsspezifischer Institutionalisierter Formen der Mitarbeitervertretung.

Die Frage, ob sich Betriebe mit solchen alternativen Partizipationsformen von denen ohne jegliche Mitarbeitervertretung unterscheiden, führt zunächst zu einer ökonometrischen Analyse der Bestimmungsgründe für deren Existenz, wobei sich als relevante Faktoren betriebliche Strukturmerkmale, die Zusammensetzung der Belegschaft und die Tarifbindung der Betriebe herausstellen. In einem zweiten Schritt wird unter Einsatz sog. Matching-Verfahren die personalpolitische Rolle betriebsspezifischer Mitarbeitervertretungen untersucht. Solche Einrichtungen scheinen - ähnlich wie Betriebsräte - stabilisierend auf die betriebliche Personalpolitik zu wirken, was sich u. a. in einer geringeren Fluktuation und größeren Anstrengungen in der Entwicklung des betrieblichen Humankapitals zeigt.

 

Joachim Beerhorst, Walther Müller-Jentsch: Kontroverse: "Sind die Gewerkschaften intermediäre Organisationen?"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2005, 177-221

Joachim Beerhorst: Kritik der Intermediaritätsthese

Walther Müller-Jentsch: Verteidigung der Intermediaritätsthese

Kommentare von Joachim Bergmann, Rainer Trinczek, Bodo Zeuner, Klaus Dörre

Erwiderung von Joachim Beerhorst: Gewerkschaften und Intermediarität - vorläufiges Resümee einer Debatte

 

Tünde Baga, Diether Gebert: Openness and Innovation within Organizations - An Empirical Analysis of the Transformation Process of Romanian Enterprises

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2005, 107-130

In this study, the authors examine how societal and industrial sector-specific peculiarities moderate the translation of intra-organizational openness into innovativeness. A sample comprising N = 24 subsystems from privatized Romanian natural gas companies and N = 26 subsystems from privatized Romanian mechanical engineering companies was analyzed. With this study, the authors aim to contribute to answering the question which industrial sector-specific conditions are conducive to success given the current societal and economic conditions in Romania. The findings indicate that in the mechanical engineering industry, there is a linear connection between opening processes and success, while this relationship is of a curvilinear nature in the natural gas industry.

Zoltán Buzády: Which club does your Alliance belong to? An empirical classification of strategic alliances in post-transition Hungary

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2005, 131-154

The article focuses on possible typologies of strategic alliance. The first section gives a brief overview of the major groupings of alliances followed by the detailed description of strategic alliance history in Hungary. Former alliance theories were not able to describe sufficiently the characteristics of Hungarian strategic alliances because those theories origin in the business environment of western economies. The author presents a new classification of strategic alliances of post-transitional Hungary based on empirical researches. Three new groups arise, namely "cautious partner", "members only club" and "waiting for the white knight".

 

Csaba Makó: Training and Competence Development in the SME Sector: The Hungarian Case

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2005, 155-185

The lack of systematic knowledge on the SMEs training practices could be explained by the lack of financial resources and the low-motivation of managers to invest in skill development. This is the so-called "competence paradox", according to which firms investing in their employees' competence development simultaneously increase the risk that these employees will leave the company. Contrary to the traditional quantitative, survey based approach on SMEs training practices, this analysis intends to better understand such kind of non formalised practice of learning in the company practice, using the empirical experiences of case studies in three selected sector. One of the most important methodological messages of this research project is that the "right mix" of both quantitative and qualitative research techniques is able to describe the variety of competence development and training in the SMEs.

 

Patrick M. Wright, John J. Haggerty: Missing Variables in Theories of Strategic Human Resource Management: Time, Cause, and Individuals

management revue 2/2005, 164-173

Much progress has been made with regard to theory building and application in the field of Strategic Human Resource Management (HRM) since Wright and McMahan's (1992) critical review. While researchers have increasingly investigated the impact of HR on economic success within the Resource Based view of the firm, and have developed more middle level theories regarding the processes through which HR impacts firm performance, much work still needs to be done. This paper examines how future theorizing in SHRM should explore the concepts of time, cause, and individuals. Such consideration will drive more longitudinal research, more complex causal models, and consideration of multi-level phenomena.

 

Barry Gerhart: Human Resources and Business Performance: Findings, Unanswered Questions, and an Alternative Approach

management revue 2/2005, 174-185

In 1996, Becker and Gerhart noted that much of the work on human resources (HR) and performance had traditionally been conducted at the individual level of analysis. However, in the 1990s, empirical research on HR and performance increasingly moved to the plant/unit and firm level of analysis with a new emphasis on understanding how HR practices influence business performance at these higher levels. In the present article, I describe the empirical findings of this evolving literature, unanswered questions, and an approach to the issue that differs from what has come to be the typical approach over the past 10 years or so.

 

Eleni T. Stavrou, Chris Brewster: The Configurational Approach to Linking Strategic Human Resource Management Bundles with Business Performance: Myth or Reality?

management revue 2/2005, 186-201

Strategic human resource management has been linked to competitive advantage and in turn to organizational performance. This linkage has been viewed from a universal, a contextual or a configurational perspective. Adopting the latter perspective, the authors of the present study investigate the possible Strategic HRM Bundles of competitive advantage within the EU and the extent to which these bundles are linked to business performance. The exploration revealed fifteen bundles: six of which have a positive and one has a negative relation to performance. These results raise theoretical as well as practical implications about the extent to which HRM is viewed strategically within the EU business context.

 

Peter J. Dowling: Human Resource Management and Economic Success: An Australian Perspective

management revue 2/2005, 202-212

In this paper we examine the case for a link at the national and firm level between human resource management (HRM) and economic success in Australia. A brief history of the industrial development of Australia (and New Zealand) is presented and some differentiating factors noted (Dowling/Boxall 1994). A key factor with regard to Australia is the relatively small size of the population and economy and the disproportionate impact of globalisation and global political and economic events upon the performance of the Australian economy. Recent empirical research in the US which argues that there is evidence that positive employee relations effectively serves as an intangible and enduring asset at the firm level (Fulmer/Gerhart/Scott 2003) is noted, as is the December 2003 special issue of International Journal of Human Resource Management which focuses on Developments in Comparative HRM and concludes that there is evidence both for and against the hypothesis that there are no universal prescriptions for effective HRM. The editors (Wright and Brewster) argue that "the variety of views about what makes for 'good HRM' and the variety of understandings of which policies and practices lead to success is not only inevitable, but should be welcomed" (Wright/Brewster 2003: 1305). The author is in broad agreement with this conclusion.

 

Fernando Martín Alcázar, Pedro Miguel Romero Fernández, Gonzalo Sánchez Gardey: Researching on SHRM: An Analysis of the Debate over the Role Played by Human Resources in Firm Success

management revue 2/2005, 213-241

Many different models have been recently proposed to explain the contribution of human resource management to organizational performance, drawing on diverse theoretical frameworks and using many different methodologies. Trying to shed light on the complex state of the art in this field of research, this paper proposes an analysis of the discipline, drawing both on a review of the literature and data obtained from an online questionnaire distributed to human resource management scholars.

 

Justine Horgan, Peter Mühlau: Human Resource Management and Performance: A Comparative Study of Ireland and the Netherlands

management revue 2/2005, 242-258

In this article, we compare the effects of 'high performance human resource management' (HPHR) on employee and company performance between Ireland and the Netherlands. Key hypotheses are, first, that companies using the HPHR system exhibit higher levels of employee and company performance than companies that do not. Second, we expect that these relationships are stronger for Ireland than for the Netherlands as the societal context (skill formation, industrial relations and value systems) consistently support the working of HPHR in Ireland but in the Netherlands these institutions restrict the potential contribution of HPHR to performance improvements . These hypotheses are tested on company-level data from Ireland and the Netherlands. The main finding is that HPHR is associated with higher performance levels in Ireland but not in the Netherlands. Comparing the effects of single HR domains between the two countries further supports the institutional context hypothesis.

 

Seong-Kook Kim, Ji-Sook Hong: The Relationship between Salesperson Competencies and Performance in the Korean Pharmaceutical Industry

management revue 2/2005, 259-271

This study investigates how competencies lead to performance. We propose that salespersons in the Korean pharmaceutical industry require three central competency dimensions: motive and traits, self-concept, and knowledge and skills. Further, we argue that the level of salesperson competencies is positively related to his/her performance, and that the quality of leader-member exchange positively moderates the relationship between competencies and performance. Results based on analyses of data from a sample of 457 salespersons and managers from 5 different pharmaceutical companies in Korea support our research model.

 

Simon L. Dolan, Mercè Mach, Vicenta Sierra Olivera: HR Contribution to a Firm's Success Examined from a Configurational Perspective: An Exploratory Study Based on the Spanish CRANET Data

management revue 2/2005, 272-290

The objective in this study was to examine whether a firm's economic/financial success can be associated with the application of certain HRM policies, practices and strategies. In this empirical study, an extended rationale borrowed from a configurational conceptual model was used in order to examine the multiple linkages and architecture between certain HR policies and practices, HR Department characteristics as well as some organizational characteristics, and the overall economic/financial performance of the firm. Employing a series of ANOVAs and classification and regression tree analyses, results show that HRM policies and practices play an important role in predicting the economic/financial success of the firm in the intermediate range. In relative terms and within the tree architectural structure, the HR variables explain significant variance, more than HR Department or organizational characteristics. Controlling for size and economic sector, results show that the HR function within certain configurations plays an important strategic and operational role in adding value to the firm's bottom line; in contrast, when some HR policies and practices are absent or poorly implemented, the detrimental consequences to the firm's economic/financial performance can be observed.

 

Markus Gmür, Boris Schwerdt: Der Beitrag des Personalmanagements zum Unternehmenserfolg. Eine Metaanalyse nach 20 Jahren Erfolgsfaktorenforschung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 221-251

Die Metaanalyse beruht auf 61 Primärstudien, die zwischen 1985 und 2003 in internationalen Zeitschriften veröffentlicht wurden und den statistischen Zusammenhang zwischen Personalmanagementmaßnahmen und dem Unternehmenserfolg untersucht haben. Die Analyse ergibt einen positiven Gesamteffekt, der aber nur für Teilgruppen signifikant ist. Aufgeschlüsselt nach Personalfunktionen sind vor allem die Effekte für den Weiterbildungsaufwand, für den Anteil variabler Vergütung und den Rekrutierungsaufwand signifikant - die beiden ersteren allerdings mit abnehmender Signifikanz im Zeitverlauf. Darüber hinaus zeichnen sich auch für die Förderung der Work Life Balance und eine Personalpolitik, die auf die Förderung des individuellen Commitment abzielt, signifikante Effekte ab. Das Ergebnis lässt sich durch ein Zusammenspiel von 'First Mover'- und Institutionalisierungseffekten erklären. Die Analyse zeigt auch, dass die Ergebnisse von Erfolgsfaktorenstudien stark durch die Wahl der Erfolgsvariable, jedoch weniger durch Moderatorvariablen, wie die Unternehmensgröße oder das Untersuchungsland beeinflusst werden. Für die weitere Personalerfolgsfaktorenforschung ergibt sich die Notwendigkeit einer weitergehenden Standardisierung in der Operationalisierung der Untersuchungsvariablen.

 

Richard Weiskopf: Gouvernementabilität: Die Produktion des regierbaren Menschen in post-disziplinären Regimen

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 289-311

Der ‚regierbare Mensch' ist keine Naturgegebenheit. Er muss vielmehr durch vielfältige Techniken und Praktiken hergestellt werden. Dieser Aufgabe haben sich die diversen ‚Menschenregierungskünste' verschrieben. In diesem Beitrag wird mit Bezug auf Michel Foucault auf die Logik der Produktion des regierbaren Menschen eingegangen. Anhand konkreter Beispiele aus der Organisationspsychologie und der Personalführung wird dieser (prekäre) Produktionsprozess veranschaulicht. Der flexible und anpassungsfähige Mensch, den das post-disziplinäre Regime bzw. die "Kontrollgesellschaft" (G. Deleuze) (er)fordert, stellt diese Produktionslogik zum Teil in Frage bzw. gibt ihr eine neue Wendung: Gefordert wird das ‚selbstverantwortliche' und ‚unternehmerische' Subjekt, das sich selbst regiert und wie ein Unternehmen ‚führt' und zur "Kompetenzmaschine" (M. Foucault) mutiert. In dem Beitrag wird das Wie der Produktion in den in den Vordergrund gerückt. Im abschließenden Teil wird über Implikationen bzw. mögliche Fluchtlinien der Kritik reflektiert, die sich (auch) für eine Personalwissenschaft ergeben, die sich nicht als Teil der ‚Menschenregierungskünste' versteht, sondern zu diesen in einem Verhältnis reflexiver Distanz steht.

 

Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Lars Schweizer: Informatisierung der Personalarbeit - Bestandsaufnahme und die Frage nach einer personalökonomischen Fundierung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 273-288

Der Beitrag präsentiert einen Überblick über die Diffusion der Informationstechnologie in der betrieblichen Personalarbeit und die damit verbundenen Implikationen. Anschließend wird geprüft, inwieweit ökonomische Theorieansätze (Prinzipal-Agenten-Theorie, Transaktionskostentheorie) zu einer theoretischen Fundierung dieser Diskussion beitragen können. Im Ergebnis wird die These entwickelt, dass die Personalökonomie nicht in der Lage ist, die aktuell geforderte "unternehmerische Rolle" der Personalarbeit angemessen zu erfassen und daher auch die Informatisierung der Personalarbeit auf dieser Grundlage nur unzureichend analysiert und erklärt werden kann.

 

Stephan Kaiser, Gordon Müller-Seitz, Max Ringlstetter: Der Beitrag eines flexibilitätsorientierten Humanressourcen-Managements in Unternehmenskrisen: Eine kritische Betrachtung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2005, 252-272

Unternehmenskrisen sind seit langem Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Forschung. Relativ wenig Aufmerksamkeit wurde dem Thema Unternehmenskrise jedoch bisher seitens der Personalforschung gewidmet. Dies dient dem vorliegenden Beitrag als Anlass, zwei Zielsetzungen zu verfolgen: Erstens soll eine qualitative Inhaltsanalyse bisheriger personalwirtschaftlicher Publikationen das Forschungsfeld erschließen. Zweitens ist es Ziel, das häufig vorzufindende Postulat eines flexibilitätsorientierten Humanressourcen-Managements zur Vermeidung von Unternehmenskrisen zu hinterfragen. Insgesamt zeigen die Befunde, dass einige Flexibilitätsdimensionen in der bisherigen personalwirtschaftlichen Forschung vernachlässigt wurden und ein flexibilitätsorientiertes Humanressourcen-Management zur Krisenvermeidung auf nur schwer einzuhaltende Voraussetzungen trifft.

 

Werner Auer-Rizzi, Gerhard Reber, Erna Szabo: Governance-Strukturen und Führungsverhalten: Symptome von Entsolidarisierung in Deutschland und Österreich

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 231-251

Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist eine Interdependenz zwischen den institutionellen Vorkehrungen und der gelebten persönlichen Partizipation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Österreich und Deutschland entwickelten nach dem zweiten Weltkrieg eine Tradition konsensorientierter "Governance" sowohl auf der Ebene des Gesamtwirtschaftssystems als auch auf der Ebene der Betriebe, die in Folge von Führungskräften in deren persönlichen Partizipationsentscheidungen gegenüber den Mitarbeitern verinnerlicht wurde. In der vorliegenden Langzeitstudie (1985 - 2005) gehen wir unter Einsatz des Vroom/Yetton-Führungsmodells (1973) der Frage nach, ob die in den letzten Jahren zu beobachtenden Symptome zunehmenden Egoismus auf der Ebene des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems und des Topmanagements auch eine Auswirkung auf die persönliche Partizipation zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern zeigen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass, obwohl das Führungsverhalten generell sehr stabil ist, in den letzten Jahren eine Tendenz zu mehr zeiteffizienten/autokratischen Verhaltensweisen auf Kosten partizipativer Strategien und sozialer Kompetenz zu beobachten ist.

 

Jörg-Richard Werner, Jochen Zimmermann: Unternehmerische Mitbestimmung in Deutschland: Eine empirische Analyse der Auswirkungen von Gewerkschaftsmacht in Aufsichtsräten

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 339-354

Im vorliegenden Beitrag werden auf Basis einer Stichprobe börsennotierter, deutscher Industrieunternehmen empirisch die Auswirkungen unternehmerischer Mitbestimmung auf die Beschäftigungsdynamik untersucht. Dabei werden neben der Vertretung von Gewerkschaftsfunktionären im Aufsichtrat verschiedene Governance- und Erfolgsmaße als erklärende Variable spezifiziert, deren Einfluss (1) auf die Beschäftigungsänderung zweier aufeinander folgender Jahre sowie (2) auf die Mitarbeiter-Umsatz-Elastizität analysiert wird. Insgesamt zeigt sich, dass die Präsenz von Gewerkschaftsfunktionären im Aufsichtrat einen negativen Effekt auf die Beschäftigungsdynamik zu haben scheint.

 

Sascha Schmidt, Matthias Brauer: Corporate Governance: Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur sachgerechten Kontrolle von Managerverhalten und Firmenpolitik

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 306-322

Wie in zahlreichen internationalen Corporate Governance Regelwerken und Richtlinien gefordert, müssen sich Aufsichtsorgane zukünftig verstärkt der Aufgabe zuwenden, die Implementierung erklärter strategischer Konzepte zu begleiten und diesbezügliche Aktivitäten der Geschäftsführung zu kontrollieren. Hierzu wird aufbauend auf Erkenntnissen der Strategieprozessforschung ein Instrumentarium vorgestellt, mit dessen Hilfe die Konsistenz zwischen erklärten und tatsächlich realisierten Unternehmensstrategien gemessen werden kann. Die praktische Relevanz der Konsistenzanalyse für Aufsichtsräte wird anhand eines Beispiels veranschaulicht.

 

Inge Lippert, Ulrich Jürgens: Leitende Angestellte im Informations- und Wissenssystem "Aufsichtsrat"

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 280-305

Der Beitrag untersucht die spezifische Situation von Vertretern leitender Angestellter im Aufsichtsrat über die bisher kaum empirische Studien vorliegen. Dabei stehen drei Fragen im Zentrum: Wie verorten sich die leitenden Angestellten als eigenständige rechtliche und soziale Gruppe im Aufsichtsrat, welche Stellung nehmen sie im Wissens- und Kommunikationssystem des Gremiums ein und wie bewerten sie die Unternehmensmitbestimmung? Die empirischen Befunde basieren auf einer Untersuchung unter leitenden Angestellten im Aufsichtsrat, die von den Autoren im September 2004 durchgeführt wurde. Aus den Ergebnissen der Untersuchung lassen sich vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die "Modernisierung" des deutschen Mitbestimmungssystems Aussagen über Stärken und Schwächen in den Kommunikations- und Wissensstrukturen deutscher Aufsichtsräte ableiten und bislang noch offene Fragen zum Reformbedarf von Aufsichtsratsprozessen beantworten.   

 

Gregory Jackson: Employee Representation in the Board Compared: A Fuzzy Sets Analysis of Corporate Governance, Unionism and Political Institutions

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 252-279

Why do employees have rights to representation within corporate boards in some countries, but not in others? Board-level codetermination is widely considered a distinctive feature of coordinated or nonliberal models of capitalism. Existing literature stresses three sets of explanations for codetermination rooted in corporate governance, union strength and political systems. The paper compares data from 22 OECD countries using the QCA method (Qualitative Comparative Analysis) and fuzzy sets approach to explore necessary and sufficient conditions for board-level codetermination. The results show two central pathways toward codetermination both rooted primarily in union coordination and consensual political systems, but with divergent implications for corporate governance systems in Scandinavia and Germany.

 

Hans van Ees: Stakeholder Democracy as a Katalyst to Corporate Value Creation?

Industrielle Beziehungen. Zeitschrift f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2005, 323-338

The effectiveness of institutions of internal corporate governance, in particular the board of directors, is addressed from three theoretical perspectives. Corporate governance designs range from authoritarian, a single authority or controlling stakeholder, to democratic, shared authority and more controlling stakeholders. The distinction between the distribution of value created and value creation is introduced in the analysis as a relevant moderating variable. In case the emphasis is on the distribution of value created both the extended principal-agent perspective and the mediating hierarchy perspective on the corporation argue that stakeholders should not be represented in the board. Second, by building upon the mediating hierarchy perspective, in situations of multiple enfranchised stakeholders, it is most effective that all stakeholders transfer their control rights to the board,to enable relationship-specific investments. In case the analysis shifts to value creation, a strategic contingency perspective on corporate governance introduces the commitment and loyalty of stakeholders to the firm and their firm-specific and industry-specific experience and expertise as key soft-governance variables in the analysis of effective board behaviour. To the extent that these capabilities are distributed over multiple stakeholders, the effectiveness of governance is increased by having these stakeholders represented in the board.

 

Christian Pfeifer: Flexibility, Dual Labour Markets, and Temporary Employment. Empirical Evidence from German Establishment Data

management revue 3/2005, 404-422

The study examines, what forms and instruments firms use to react flexibly to demand-induced output fluctuations, and, if they are used in a complementary or substitutable way. Empirical evidence shows a rather complementary relationship. Moreover, the determinants of temporary employment (fixed-term contracts and temporary agency work) and the impact of these flexible employment forms on job security and job stability of regular employment are analyzed. One result is that positive developments of sales covary with a higher probability and more wide-spread use of temporary employment, which concurs with dual labour market theory. But estimations for job security and job stability indicate that temporary employment does not lower the number of layoffs and quits as is proposed by the core-periphery hypothesis.

 

Lars W. Mitlacher: Temporary Agency Work, the Changing Employment Relationship and its Impact on Human Resource Management

management revue 3/2005, 370-388

The increasing use of temporary agency work in Germany has implications for the nature of the employment relationship. The notion of a clearly defined employer-employee relationship becomes difficult to uphold in triangular relationships like in the case of temporary agency work where the agencies employees are working at the site of the client company. The blurring of the boundaries of organisations and of the employment relationship leads to ambiguities that affect Human Resource Management. Given the dominance of new institutional economic approaches in the analysis of temporary agency work, it is not surprising that the ambiguities and the effects and consequences of the use of temporary agency workers on the Human Resource Management of client companies have been underestimated and not been explored in detail. This paper wants to close that gap by adding a Human Resource Management perspective to the current debate in order to gain insight on the role of Human Resource Management in triangular relationships. By building on theoretical discussions and empirical studies the implications of the use of temporary agency workers for the Human Resource Management of client companies are analyzed with a special regard to commitment and identification with the client company. Different suggestions how to organize Human Resource Management instruments for temporary agency workers are presented to illustrate the value of a diverse Human Resource Management for different groups of the workforce.

 

Berndt Keller, Hartmut Seifert: Atypical Employment and Flexicurity

management revue 3/2005, 304-323

Hitherto, discussion of flexicurity has focused on normal employment (Normalarbeitsverhältnis), with atypical work receiving only cursory attention. This paper attempts to remedy this conceptual oversight by identifying strategies for reducing the social risks. We begin by analysing the two components that make up flexicurity. Therefore, we draw on the conceptual framework of forms of flexibilization. As far as social security is concerned, we propose a set of criteria that take into account short-term and long-term effects. We then describe the different forms of atypical work and their development since the 1980s. It is necessary to establish which individuals are particularly affected. Then we discuss the extent to which the individual forms are not just atypical but also precarious. Finally, we offer further reflections on the concept of flexicurity.

 

Karen Jaehrling, Claudia Weinkopf: Low-skill Work in Flux

management revue 3/2005, 389-403

This paper addresses the question of how far traditional assumptions about low-skill jobs are still appropriate today. Are we really dealing with activities without any particular skill requirements? How do firms proceed in filling such posts? What role is being played in this respect by 'atypical' employment relationships? The analysis is based on an evaluation of available studies on recruitment problems and low-skill jobs and case studies of recruitment into low-skill jobs in several service industries. There are several indications that job requirements are changing and becoming more differentiated, which would suggest that low-skill work is in a state of flux. Firms adopt a range of different recruitment strategies in order to fill such posts, among which flexible employment relationships and so-called mini-jobs play a role.

 

Zeenobiyah Hannif, Felicity Lamm: When Non-Standard Work Becomes Precarious: Insights from the New Zealand Call Centre Industry

management revue 3/2005, 324-350

The issue of precarious employment has gained increasing currency over recent years, as OECD countries have shifted away from traditional standard employment models. Nevertheless, there has been little empirical research on the experiences of non-standard workers and the links that can be established with precarious work. This article attempts to address this gap by introducing precarious employment as a sub-set of non-standard work and highlighting its distinguishing features. The Tucker model is introduced as a useful bridge between non-standard work and precariousness, and is used as a framework for examining employment experiences within two New Zealand call centres. Initial observations indicate evidence of precariousness in both workplaces, although more severe in the case of the small, outsourced call centre. In-depth analysis suggests precariousness varies depending on the nature of the employment arrangement and questions are put forth about the applicability of the 'Tucker' model to the call centre context.

 

John Burgess, Julia Connell, Erling Rasmussen: Temporary Agency Work and Precarious Employment: A Review of the Current Situation in Australia and New Zealand

management revue 3/2005, 351-369

This paper reviews three key issues associated with temporary agency work (referred to as agency work herewith) by drawing on Australian and New Zealand trends and experiences. First, the authors contend that it is surprising, in light of its high flexibility, that agency work constitutes a relatively small proportion of total employment in both countries. This article presents several reasons which can provide an explanation for employers' relatively limited use of agency employment. These reasons also show that agency work must be seen as part of the wider expansion of atypical employment arrangements. Second, the paradoxical mix of glamour and precariousness often associated with agency work is discussed. While labour flexibility is often associated with insecurity and precariousness, there are also advantageous forms of agency employment for all parties concerned. Consequently, this article provides an overview of recent research findings. It is evident from the research literature on agency work that there is either an emphasis on its precarious nature or on the individual preferences and choices of the temps themselves. In many countries, extensive regulatory arrangements exist that govern both the agency sector and the agency employment contract. This is not the case, however, in Australia and New Zealand and the effects of this unregulated approach are discussed as is the possibility of regulatory interventions that could be introduced at a future date.

 

Marian Gorynia: Competitiveness of firms from Ziemia Lubuska and Poland's accession to the European Union

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 195-217

A frequently underestimated but more and more significant aspect of integration is its character and course as regards regions understood as component parts of the integrating countries. For the aims of the present research the area of interest was reduced to the competitive strategy of Polish firms located in Lubuskie Province bordering with Germany. At the beginning the concept of enterprise competitiveness and competitive gap are discussed. Later on the author tries to estimate the competitive gap as regarding to enterprises located in Ziemia Lubuska on the basis of empirical research. The basic result from the studies is the necessity to improve the strategic position of analysed firms. To reach this goal enterprises should focus their actions mainly on the process of complex development of competitive potential.

 

Igor Gurkov: Innovations in Russian Industries: Conditions for Implementation and Impact on Competitiveness

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 218-246

Based on the result of a survey of 1500 Russian industrial companies we not only clarified the intensity of particular innovations but also interconnections between technological and managerial innovations. We also determined the institutional factors that affect the intensity of particular innovations, i.e. presence of foreign ownership, openness of local markets to international competition and inclusion of companies into large corporations to/that foster innovations. At the same time, the rigidity of organizational structures and inertia of local production networks put serious limitation on radical product and technological innovations. The further development of Russian industries will largely depend on organizational flexibility of corporations and on increasing mutual trust within local business networks.

 

Károly Balaton: Attitude of Hungarian companies towards challenges created by EU-accession

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2005, 247-258

The paper analyses expectations and company strategies in relation to Hungary's joining the European Union. Data was collected from mainly medium-sized Hungarian companies by a questionnaire survey between January and April 2004. Companies perceived high level of uncertainty in relation to joining the EU. Many companies regard the accession as a possibility for expanding their business. Most of the respondents shared the view that after joining the Union competition would be increased and additional measures would be necessary to keep highly qualified work force. Preparing for the period after the accession can not be regarded as a primary strategic goal for the responding companies. This is partially explained by the fact that the sample includes companies mainly oriented toward the domestic market.

 

Friedhelm Hengsbach: Moral an die Börse?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 9-21

Mit einem von Georges Soros verfassten Beitrag über die Ursachen der am Ende des vergangenen Jahrhunderts ausgelösten Finanz- und Bankenkrise hat die Wochenzeitung Die Zeit gefordert: "Moral an die Börse!" Seit dem Absturz der Börsenkurse sind sich die Journalisten darüber einig, dass die Investmentbanker bei ihren Finanzgeschäften während der vorhergehenden Börseneuphorie von "nackter Gier" getrieben gewesen seien. "Wir alle haben Fehler gemacht", kommentierte Rolf-E. Breuer den Kursverfall und die Strukturkrise der Großbanken. Auch Klaus-Peter Müller, der Chef der Commerzbank, bestätigte, dass die Banken Fehler gemacht hätten. Aber sind Fehlverhalten, Gier und moralisches Versagen der Finanzakteure der Schlüssel, um die allgemeine wirtschaftliche Stagnation und die Funktionsdefizite der Börsen und Finanzmärkte zu erklären?      

 

Wolfgang Gerke: Kapitalmärkte und Ethik - Ein Widerspruch

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 22-30

Die Akteure an den Kapitalmärkten handeln ohne Ethik und Moral. Nur durch Handelsregeln, Gesetze und Strafen werden sie zu ethischem Handeln gezwungen. Insgesamt begünstigt der Kapitalismus selbstsüchtige Marktteilnehmer. Nur eine demokratisch legitimierte und globalisierte Rechtsetzung und -sprechung kann diese Fehlentwicklung stoppen. Gelingt dies nicht, wird der Kapitalismus langfristig durch neue Gesellschaftsformen abgelöst.

 

Ulrich Thielemann: Compliance und Integrity - Zwei Seiten ethisch integrierter Unternehmenssteuerung. Lektionen aus dem Compliance-Management einer Großbank

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 31-45

Compliance bedeutet, grundlegend und allgemein betrachtet: Tun, was man muss, weil man es soll. Integrity hingegen: Wollen, was man soll. Beide Seiten hängen zusammen und bedingen einander: Compliance braucht Integrity - Integrity braucht Compliance. Diesem dialektischen Zusammenhang ist bislang zu wenig Beachtung geschenkt worden, da Compliance und Integrity als Gegensätze begriffen werden. Am Beispiel der Investmentbank Credit Suisse First Bosten wird die Notwendigkeit der Etablierung einer unverkürzten, positive Sanktionen (Belohnungen) einschließenden Compliance aufgezeigt, ohne die eine ethisch-integrierte Unternehmenssteuerung nicht gelingen kann.

Korreferat von Thomas Beschorner: Integrität, Institution, Transformation

 

Klaus Dieter Wolf: Möglichkeiten und Grenzen der Selbststeuerung als gemeinwohl-verträglicher politischer Steuerungsform

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 51-68

In Abwesenheit eines weltstaatlichen Regulators übernehmen Wirtschaftsunternehmen immer häufiger auch grenzüberschreitend Normsetzungs- und Normdurchsetzungsfunktionen. Der Beitrag nimmt eine politikwissenschaftliche Einordnung privatwirtschaftlicher Selbstregulierungsinitiativen vor und geht der Frage nach, inwieweit es sich dabei um eine belastbare und normativ anspruchsvolle Form der politischen Steuerung im Rahmen von Global Governance handelt.

Korreferat von Guido Palazzo: Skizze einer deliberativen Theorie unternehmerischer Verantwortung

 

Andreas Knorr: Globalisierung, Entwicklungspolitik und private Finanzierung

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 74-87

Die Entwicklungspolitik steckt in einer tiefen Krise. Angesichts ihrer mangelnden Wirksamkeit bei der Armutsbekämpfung haben viele Geberländer ihre Entwicklungshilfeleistungen im vergangenen Jahrzehnt substantiell gekürzt. Die zunehmende Einbindung der meisten Entwicklungsländer in die internationale Arbeitsteilung, sie wird häufig, sachlich verkürzt, als Globalisierung bezeichnet, hat diesen jedoch eine Reihe vielversprechender privatwirtschaftlicher Alternativen zur traditionellen bilateralen und multilateralen Entwicklungsfinanzierung erschlossen. Deren ökonomische und ethische Implikationen werden im vorliegenden Beitrag analysiert.

 

Jan-Marek Pfau: Im Unternehmen generationengerecht handeln! Eine nachhaltige Handlungsstrategie der Möglichkeiten und Verantwortung in Unternehmen

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 88-101

Es wird ein soziologischer Blick auf das Unternehmen und den Begriff der Generationengerechtigkeit geworfen. Während auf einer pragmatischen Ebene der Foucault'sche Diskurs der Generationengerechtigkeit analysiert wird, wird konstruktivistisch ein Handlungsmodell entworfen, welches durch semantische Bearbeitung von Generationengerechtigkeit Inhalt gewinnt. Der Aufsatz verfolgt das Ziel, möglichst praktische Einsichten in die Wirklichkeit zu erhalten und nicht an abgelöste Wissenschaftsdiskurse anzuknüpfen.

 

Christine Hirszowicz: Anwendung bzw. Verletzung ethischer Grundsätze in der Bank- und Finanzindustrie

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2005, 100-110

Die Bank- und Finanzindustrie erhält eine Fülle von Leitplanken im Sinne ethischer Grundsätze für ihre Leistungserbringung: einerseits durch die ordnende Hand des Gesetzgebers, anderseits durch die Selbstregulierung ihrer Fachverbände. Den verbleibenden Freiraum nutzen die Unternehmen zur autonomen Gestaltung moralischer Verpflichtungen gegenüber ihren Anspruchsgruppen. Trotz all diesen Schranken sind Kontrollen und Sanktionen unabdingbar. Die Autorin plädiert für Interdisziplinarität von Ethik und Bankbetriebswirtschaftslehre als Mittel zur Ursachenbekämpfung der Verletzung ethischer Normen.    

 

Neal Ryan, Craig Furneaux, Anthony Pink, Kerry Brown: Public Sector Contracting: An Australian Study of Changing Work Conditions

management revue 4/2005, 438-457

Throughout the 1990s, government reports such as the Competitive Tendering and Contracting Report (Industry Commission1996) and the Report of the Independent Commission to Review Public Sector Finances (McCarrey 1993), suggested that the contracting-out of government services would improve the delivery of public goods in Australia. This article reports on the findings of a case study of contracting-out of building maintenance services in the state of Western Australia in Australia. The study focuses on evaluating the impact of the contracting-out of these services on the wages and conditions of employees affected by moving from public sector to private sector employment. The study found differences in the employment conditions of white collar and blue collar workers. In general, the conditions of white collar workers improved but there was a marginal decline in the conditions of blue collar workers. The article concludes that while contracting-out created budgetary savings for government, these resulted partly from a reduction in wages and benefits of former blue collar staff, despite the best efforts of the Western Australian government to protect staff wages and benefits. The research makes an important theoretical contribution by arguing that the impact of contracting-out on staff wages, benefits and conditions is conditional upon the level of competition in the labor market for worker's expertise. In "thick markets", wages, benefits and conditions are likely to reduce, due to strong competition for expertise. However in "thin markets", wages, benefits and conditions are likely to increase, due to weak competition for expertise (Borland, 1994).

Key words:       Contracting-out, Work Conditions, Wages, Work Intensity, Labor Market

 

John Burgess, Lindy Henderson, Glenda Strachan: Women Workers in Male Dominated Industrial Manufacturing Organisations: Contrasting Workplace Case Studies from Australia

management revue 4/2005, 458-474

This study compared women's roles, expectations and experiences in two comparable, male dominated industrial manufacturing companies in Australia. Both organisations are subject to legislated equal opportunity program and reporting requirements. The research was conducted to examinee the differences between what is submitted in their EEO reports and the experience of women workers in the organisations. Good jobs and poor jobs existed in the same legislative and industrial framework and in the same local labour market. The differences are located in a combination of organisational and cultural conditions.

Key words:       Equal Employment Opportunity, Job Quality, Human Resources Management, Workplace Culture

 

Dorothea Alewell, Katrin Bähring, Kirsten Thommes: Institutional Structures of the Flexible Assignment of Personnel between Enterprises. An Economic Comparison of Temporary Agency Work, Interim Management and Consulting

management revue 4/2005, 475-493

Temporary Agency Work, Interim Management and Consulting are three versions of the flexible assignment of personnel between enterprises, which are - with regard to their basic economic structure - more or less similar, but which are organised under thoroughly different contractual and legal regulations in Germany and in three more or less differentiated segments of the market. The paper aims at comparing these forms of flexible personnel assignment under empirical and institutional aspects from an economic perspective.

Key words:       Interim Management, Consulting, Temporary Agency Work, Flexible Assignment of Personnel between Enterprises, Institutional Comparison, Economic Analysis

 

Florian Schramm, Michael Schlese: Working Conditions under Economic Pressure: The Case of the German Cleaning Industry

management revue 4/2005, 494-511

This paper investigates changes in collective bargaining policy in the German cleaning industry in recent years. It uses the Socio-economic Panel (GSOEP) to survey employees on employment conditions and expert interviews with key members of the industry to look at possible new paths of development in the industry as well as the range of attitudes of the players involved. The socio-demography of the employees in the industry was given close attention and, with regard to collective labour agreements in the industry, the role of factors such as temporary employment and the EU eastern enlargement were taken into account in light of a climate of economic difficulties. This study uses Berlin to exemplify the current situation in this industry.

Key words:       Building Caretakers, Precarious Work, Cleaning Industry, German Socio-Economic Panel (GSOEP), Collective Bargaining Policy

 

Jürgen Bruns, Rüdiger Kabst: Interim-Management: A Paradox for Leadership Research?

management revue 4/2005, 512-524

The study focuses on Interim-Management as a so far rarely discussed phenomenon of the flexible firm. Contradicting popular leadership perception, the authors argue that Interim-Management does not constitute a leadership paradox but can be explained by established organization theory. In particular, transaction cost economics as well as resource-based view help explain the utilization of Interim-Management. Furthermore, the authors show that Interim-Management constitutes a response to reduced investments in human resources. Companies that have reduced the extent and the costs of training activities during the last years show a higher probability to utilize Interim-Managers.

Key words:       Interim-Management, Labor Flexibility, Transaction Cost, Economics, Resource-Based View, Strategic Human Resource Management

 

Nicole Torka, Jan Kees Looise, Maarten van Riemsdijk: Commitment and the New Employment Relationship. Exploring a Forgotten Perspective: Employers Commitment

management revue 4/2005, 525-539

In this article, we have endeavoured to integrate the concept 'employers' commitment' into the understanding of the new employment relationship. HRM scholars and practitioners assume that changes in (international) market and employee characteristics lead to a transformation of the employer-employee relationship: from a life-long, 'steady' relationship to life-time employability based on diminished job-security and enhanced employer and employee investments in training and development. We examine employees' internalisations with respect to this new relationship, or at least their identification with it. 'Employers commitment', a concept that has been neglected empirically to a large extent in management and work sciences, serves as the backbone of our argument, and refers to the commitment the employee receives from the employer. From the workers' perspective, 'employers' commitment' has everything to do with 'traditional' expectations about social aspects of the employer-employee relationship and with (individualised) employment relations. Concerning the latter, adequate 'direct participation' is the key. Since none of the employees mentioned any dimension of the so-called 'new deal' (e.g. job insecurity, training and career development, mobility) while describing their interpretation of 'employers commitment', (further) food for thought concerning the balance of the contemporary connection between employer and employee connection is presented.

Key words:       Employment Relationship, Reciprocity, Employee Commitment, Employer Commitment

 

Heiner Minssen, Christian Riese: Der Co-Manager und seine Arbeitsweise. Die interne Arbeitsorganisation von Betriebsräten im Öffentlichen Personennahverkehr

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2005, 367-392

Dem Betriebsratstypus des Co-Managers wird in der Diskussion zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Wir untersuchen, ob unterschiedliche Typen von Betriebsräten ihre Arbeit in unterschiedlicher Weise organisieren und in unterschiedlicher Weise die ihnen zur Verfügung stehenden personalen nutzen Ressourcen. Empirische Basis ist eine schriftliche Betriebsrätebefragung in allen Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Dabei zeigt sich, dass die interne Arbeitsorganisation des Co-Managers erheblich professionalisierter ist als die seiner konventionellen, engagierten und ambitionierten Kollegen. Zugleich zeichnet er sich aus durch einen intensiven Einbezug von Belegschaftsangehörigen in die Betriebsratsarbeit und verschafft sich auf diese Weise zusätzliche personelle Ressourcen.

Key words:       Works Councils, Working Methods, Co-management, Public transport

 

Roman Lutz: Determinanten betrieblicher Zusatzleistungen

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2005, 424-451

Die genauen Motive, warum Betriebe neben dem Lohn zusätzliche Leistungen gewähren, sind bis heute nicht geklärt. Auf der Basis des IAB-Betriebspanels aus dem Jahr 2000 untersucht die vorliegende Arbeit die existierenden Erklärungsansätze auf ihre empirische Evidenz. Dabei wird eine Vielzahl unterschiedlicher Leistungsformen sowohl einzeln als auch in ihrer Summe analysiert. Die Schätzergebnisse machen deutlich, dass sowohl Verhandlungs- als auch Anreiztheorien eine wichtige Rolle bei der Gewährung zusätzlicher betrieblicher Leistungen spielen. Die reine Substitution zwischen Lohn und zusätzlichen Leistungen findet keine Bestätigung. Betriebliche Zusatzleistungen scheinen auch nicht gewährt zu werden, um die Wettbewerbsposition des Unternehmens zu verbessern.

Key words:       Fringe Benefits, Incentive Theory, Bargaining Theory

 

Elke J. Jahn: Was macht den Unterschied? Determinanten der Nachfrage nach Leiharbeit in Deutschland und den Niederlanden

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2005, 393-423

Der niederländische Leiharbeitsmarkt gilt im europäischen Vergleich als hinreichend etabliert. Der deutsche Gesetzgeber hat - auch mit Blick auf die Erfahrungen in den Niederlanden - das Leiharbeitsrecht im Jahr 2003 dereguliert. Der Beitrag sucht nach Gründen für die unterschiedliche Nachfrage nach Leiharbeit in beiden Ländern. Hierzu werden die Regulierung der Leiharbeit in beiden Ländern, ihre Funktion, ihre volkswirtschaftliche Bedeutung und die Struktur der Nachfrage verglichen. Es zeigt sich, dass - entgegen allgemeiner Wahrnehmung - die niederländische Leiharbeitsquote seit 2000 rückläufig ist. Ursache hierfür ist eine grundlegende Regulierung des Leiharbeitsrechts seit 1998/1999. Trotz dieser Reform lässt das niederländische Recht den Leiharbeitsfirmen einen größeren Spielraum als das deutsche, so dass in den Niederlanden auch solche Branchen Leiharbeit nachfragen, für die sich in Deutschland der Einsatz von Leiharbeit nicht lohnt.

 

Christoph Kuhner: Interessenkonflikte aus der Sicht der Betriebswirtschaftslehre

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 138-154

Der Beitrag analysiert Interessenkonflikte aus der Sicht der Betriebswirtschaftslehre. Nach einer Begriffsabgrenzung und der Darstellung typischer Ausprägungen werden Interessenkonflikte in den Kontext der principal-agent-Beziehung gestellt. Kriterien zur Identifikation einer Grenzlinie zwischen aus ökonomischer Sicht tragbaren ("legitimierbaren") und nicht-tragbaren Interessenkonflikten werden entwickelt; rechtliche und ökonomische Mechanismen zur Eindämmung von Interessenkonflikten werden unter diesem Blickwinkel beleuchtet.

 

Ute Schmiel: Steuerhinterziehung als Straftatbestand - eine Analyse in wirtschaftsethischer Perspektive

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 155-178

Der vorliegende Beitrag untersucht, ob in wirtschaftsethischer Perspektive Argumente für den Straftatbestand Steuerhinterziehung sprechen. Die Analyse erfolgt auf der Grundlage eines vertragstheoretischen Bezugsrahmens und der Situationslogik Poppers. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass in dieser Perspektive Gründe für einen Straftatbestand Steuerhinterziehung angeführt werden können, die durch entgegenstehende Argumentationen im ökonomischen Schrifttum nicht in Frage gestellt werden. Die hier vorgelegte Begründung eines solchen Straftatbestands wirkt sich auf zahlreiche Besteuerungsfragen aus.      

Korreferat von Thomas Döring: Steuerhinterziehung und Steuermoral in ökonomischer Sicht

 

Bernhard Hirsch, Joachim Sandt: Der Beitrag deutscher Aufsichtsräte zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung deutscher Unternehmen. Konzeptionelle Überlegungen und empirische Erkenntnisse

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 179-194

Der Beitrag diskutiert die Verantwortung deutscher Aufsichträte für eine gute Unternehmensführung auf Basis einer empirischen Untersuchung. Weil der Deutsche Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat explizit verpflichtet, "zum Wohle des Unternehmens eng zusammen[zuarbeiten]", wurden Vorstandsvorsitzende bezüglich der Qualität "ihrer" Aufsichtsräte befragt. Die Resultate wurden einer ethischen Bewertung unterzogen.

 

Michael Neuner: Der Beitrag des Konsums zu einem gelingenden Leben. Eine kritische Betrachtung zur Entwicklung der Konsumfreiheit

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 195-214

Entwicklungen in der Konsumgesellschaft haben die Bedingungen der Konsumfreiheit verändert. Eine Folge dieser Entwicklungen ist die Entgrenzung der Wahlfreiheit ("Hyperchoice"). Weitere Veränderungen manifestieren sich in den Eigenarten der reifen, das heißt postmodernen Konsumgesellschaft. Der Artikel untersucht die Frage, wie diese Veränderungen im Hinblick auf die Bedingungen einer gelingenden Lebensführung zu beurteilen sind. Ausgangspunkt ist die These, dass die Willensfreiheit mit der Ausweitung der Handlungsfreiheit nicht Schritt halten konnte und dass die entgrenzte Handlungsfreiheit in Verdacht steht, die Willensfreiheit zu unterminieren.

 

Stefanie B. Hiß: Durch Reden zum Handeln?! Zur Rolle freiwilliger Unternehmensinitiativen bei der Verbreitung von Sozialstandards

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 215-230

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, warum multinationale Unternehmen sich freiwillig an Initiativen zur Verbesserung von Sozialstandards beteiligen und welche Rolle dieses gesetzlich nicht verbindliche Engagement für die Entstehung und Verbreitung von Sozialstandards spielt. Im Erklärungsrückgriff auf den Neuen Soziologischen Institutionalismus wird eine Einbettung freiwilliger Initiativen in den Institutionalisierungsprozess von Mythen zu CSR (Corporate Social Responsibility) diskutiert. Die Institutionalisierung und Deinstitutionalisierung von Mythen wird in einer CSR-Mythenspirale abgebildet, um so den Prozess "durch Reden zum Handeln" aus einer soziologischen Perspektive beleuchten zu können.

 

Lothar Rieth, Thorsten Göbel: Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung und die Rolle von Nichtregierungsorganisationen

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2005, 244-261

Der Beitrag untersucht aus der Perspektive von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die gesellschaftliche Rolle von Unternehmen und präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage unter 25 deutschen NGOs. Grundsätzlich stehen NGOs vor der Wahl, ob sie sich gegenüber Unternehmen primär konfrontativ oder eher kooperativ verhalten sollten. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es unter NGOs einen deutlichen Trend zu verstärkter Kooperation mit Unternehmen gibt.

 

Peeter Vahtra, Harri Lorentz: Assessing the Rationale in Strategic Alliances - Gazprom's Expansion into the Finnish Natural Gas Market

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2005, 272-292

The paper presents a hybrid model for the consideration of organisational governance forms in industrial relationships, which is then utilised in the analysis of a specific case concerning Russian Gazprom's operations in Finland as the sole supplier of natural gas to the Finnish market. Such considerations regarding foreign involvement in strategic industries from a national point of view are of vital importance, as Russian energy companies expand their operations in Europe and other parts of the world. The paper elaborates on Finnish - Russian economic relations in general and provides an outlook on the operation of Gazprom in particular.

Keywords: Strategic alliances, energy, Russia, FDI, organisational governance

 

Paul R. Lawrence, Charalambos A. Vlachoutsicos, Snejina Michailova: From West-East knowledge transfer to effective working relationships: Lessons from Commercial Capital S.A.

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2005, 293-313

In the process of investing and managing in former Soviet-bloc transition countries, Westerners are exposed to important gaps that must be bridged. Over the last fifteen years and partly through trial and error, CC has developed a comprehensive approach for planning, establishing and managing their investments in these countries by linking mission, goals, organizational structure and organizational culture as components of their overall investment strategy.

Keywords: Transition countries, Western managers, locals, cooperation business models

 

Zoltán Buzády: Reorganising Friesland Hungaria - A Case Study

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2005, 314-328

This teaching case study focuses on the shifting of company strategy from the national to the CEE-regional level. Friesland, a Dutch-owned dairy company in Hungary, was extremely successful in the national context since 1993, but the 2004-enlargement of the European Union initiated a process of regional integration across Central European countries. Management has to face new challenges for company strategy (such as regional expansion) and organisational structures (fitting an existing national company to the new international group of businesses).

Key words: Strategic management, organisational change, EU-enlargement, regional strategies, leadership, case study

 

David Weissbrodt: Corporate Human Rights Responsibilities

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 279-303

Dieser Artikel erläutert zunächst, warum wir an der Konformität von Unternehmensaktivitäten mit Menschenrechten interessiert sein sollten. Der erste Teil des Artikels illustriert daher anhand einiger historischer und aktueller Situationen die Notwendigkeit von Menschenrechtsstandards. Der zweite Teil fokussiert auf frühere Bemühungen des internationalen Rechts und speziell der internationalen Menschenrechtskonventionen, nichtstaatliche Akteure wie Unternehmungen in ihren Geltungsbereich einzubeziehen. Der dritte Teil diskutiert fünf Hauptmerkmale der U.N. Menschenrechtsnormen, welche auf diesen früheren Bemühungen aufbauen. Der vierte Teil beschreibt den Entstehungsprozess der Normen bis zu deren Übergabe zur Begutachtung an die U.N. Menschenrechtskommission. Der fünfte Teil identifiziert drei grundlegende Einwände, die von den Gegnern der Normen vorgebracht werden. Der Artikel schliesst mit einem Überblick wie die Normen bereits heute von Unternehmungen, sog. "Mutual Funds" und anderen Organisationen angewendet werden

Korreferat von Klaus M. Leisinger: Are "Human Rights" the "Business of Business"?

 

Florian Wettstein, Sandra Waddock: Voluntary or Mandatory: That is (Not) the Question. Linking Corporate Citizenship to Human Rights Obligations for Business

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 304-323

Menschenrechte werden gewöhnlich als exklusiver Verantwortungsbereich von Regierungen wahrgenommen. Mit fortschreitender ökonomischer Globalisierung erweist sich diese Auffassung allerdings zunehmend als unangemessen. Insbesondere in Bezug auf die mächtigen multinationalen Unternehmen führt sie zu einer eklatanten Verantwortungslücke. In diesem Beitrag argumentieren wir deshalb für verbindliche Menschenrechts-Standards für multinationale Unternehmen und untersuchen, welchen Beitrag auf Freiwilligkeit basierende Konzepte wie Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility zur Klärung von entsprechenden Pflichten von "Multinationals" machen können - dies speziell in Bezug auf die oft kontingenten Verantwortlichkeiten bezüglich sog. positiven Menschenrechten.

Korreferat von Nicholas Howen: 'Voluntary or Mandatory: That is (Not) the Question'. - A Comment

 

Bernhard Mark-Ungericht: Menschenrechte und internationale Geschäftstätigkeit - Positionen und Ansätze zum Umgang mit einer regulativen und diskursiven Kluft

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 324-342

Dieser Beitrag geht von zwei Sachverhalten aus: Erstens sind gegenwärtig die Sphäre der internationalen Ökonomie und die Sphäre der Menschenrechte regulativ nicht miteinander verbunden. Zweitens spiegelt sich diese Kluft in zwei scheinbar antagonistischen Interessensdiskursen: Einerseits dem neoliberal inspirierten Diskurs der Unternehmensverbände und andererseits dem globalisierungskritischen Diskurs zivilgesellschaftlicher Organisationen. Beide Diskurse rahmen den Zusammenhang von internationaler Ökonomie und Menschenrechten entsprechend ihren jeweiligen Prämissen. Auf Basis dieser Ausgangssituation wird das Potential von drei Ansätzen zur menschenrechtlichen Sensibilisierung internationaler Geschäftstätigkeit diskutiert.

 

Laura Hartman, Fiona Wilson, Denis Arnold: Positive Ethical Deviance Inspired by Moral Imagination. The Entrepreneur as Deviant

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 343-358

Ziel dieses Beitrags ist es, das Konzept positiver ethischer Abweichungen und moralischer Imagination auf den Bereich des "Entrepreneurship" auszudehnen. Der Beitrag untersucht insbesondere Unternehmen, die nicht aufgrund von äußerem Druck oder anderen externen Ursachen von etablierten ethischen Normen des Wirtschaftssektors abweichen, sondern sich bewusst für teils radikale Herangehensweisen in Bezug auf ethische Fragen entscheiden, die sie von ihren Konkurrenten unterscheiden. Zwei Elemente sind für ein solches ethisches Abweichen von besonderer Bedeutung: eine visionäre Führung und Strukturen, die eine solche Vision zu unterstützen vermögen. Diese Analyse im Kontext von unternehmergeführten Betrieben ist wesentlich, um die potentielle Rolle von Unternehmern für einer Erhöhung ethischer Standards zu untersuchen.

 

Chris Marsden: In Defence of Corporate Responsibility

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 359-373

Das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) ist mit zwei ernstzunehmenden Kritiken konfrontiert, die aus zwei entgegengesetzten Richtungen des politischen Spektrums erhoben werden. Beide gehen vom eigentlichen Kern des Unternehmenszwecks und der Frage aus, für was Unternehmungen, insbesondere Grossunternehmungen, verantwortlich sein sollten. Joel Bakan repräsentiert die politische Linke. In seinem Buch und dem darauf basierenden Dokumentarfilm "The Corporation" macht er geltend, es handle sich bei CSR um ein Scheinkonzept, welches sich Unternehmungen zunutze machen, um ihre schlechten Taten zu verbergen und strengere gesetzliche Regulierungen abzuwenden. Von der politischen Rechten argumentiert "The Economist" im Stile Milton Friedmans und Adam Smiths gegen die Ressourcenverschwendung in Form von CSR. CSR lenke Unternehmungen von ihrem eigentlichen Zweck, nämlich der Güterproduktion und der Gewinnerzielung, ab. Beide Kritiken verfehlen letztlich ihr Ziel. Dennoch sind sie intellektuell fundiert und stellen als solche eine Gefahr dar, vieles was wir heute als wichtig erachten, zu unterlaufen. Die Kritiken verlangen deshalb nach einer kritischen Auseinandersetzung. Beide Kritiken überschätzen die Rolle, welche Regierungen bezüglich der Regulierung von Unternehmensaktivitäten spielen können. Entsprechend unterschätzen sie das Potential von NGOs, einen positiven Beitrag zur Gestaltung des unternehmerischen Umfelds leisten zu können. In diesem Text wird dargelegt, dass "corporate responsibility" (CR, nicht CSR) nicht begründeterweise als Hindernis für die effektive Entwicklung eines funktionierenden Regulierungsrahmens für den Markt betrachtet werden kann. Im Gegenteil, es ist ein entscheidender Teil der einzigen realistischen Alternative die uns in dieser Hinsicht verbleibt und könnte als solche zur zentralen Stütze für die Entwicklung in diese Richtung werden.

 

Rasmus A. Kristensen: A place to stand upon. The development of a human rights compliance assessment for companies

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2005, 380-389

Dieser Artikel diskutiert die zentralen theoretischen und konzeptionellen Herausforderungen bezüglich der Festlegung des Verantwortungsbereiches von Unternehmungen in Bezug auf Menschenrechte. Der Beitrag geht davon aus, dass Menschenrechtspflichten von Regierungen für den Unternehmenskontext übersetzt werden können. Der Artikel untersucht die methodologischen und praktischen Grenzen von aktuellen Initiativen, die auf die Reformulierung internationaler Menschenrechtsnormen für Unternehmungen zielen. Schliesslich gibt der Artikel einen Überblick über die Funktionsweise und den Mehrwert des "Human Rights Compliance Assessment" (HRCA), welches vom Danish Institute for Human Rights entwickelt wurde.

 

Manfred Weiss: Arbeitnehmermitwirkung. Kernelement des Europäischen Sozialmodells

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2006, 5-20

Zusammenfassung - Die Skizze gibt einen Überblick über den bisherigen Beitrag der Europäischen Gemeinschaft (EG) zur Arbeitnehmermitwirkung bei unternehmerischen Entscheidungen im nationalen und im transnationalen Bereich. Dabei zeigt sich, dass die EG sich auf ein kooperatives Modell der Arbeitsbeziehungen festgelegt und gleichzeitig rein antagonistisch-konfliktorisch ausgerichteten Modellen eine Absage erteilt hat. Die EG-Gesetzgebung zielt nicht auf institutionelle Uniformität, sondern favorisiert Verfahrensmodelle, die den jeweiligen Akteuren große Gestaltungsfreiheiten belassen. Arbeitnehmermitwirkung bei unternehmerischen Entscheidungen ist zu einem wesentlichen Element des europäischen Sozialmodells geworden.

Key words: Employee Involvement, European Works Councils, Societas Europaea, European Social Model

 

Thomas Haipeter, Gabi Schilling: Von der Einfluss- zur Mitgliedschaftslogik. Die Arbeitgeberverbände und das System der industriellen Beziehungen in der Metallindustrie

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2006, 21-42

Unter dem Eindruck wachsender Mitgliederverluste und einer zunehmend kritischen Haltung kleiner und mittelgroßer Unternehmen haben die Arbeitgeberverbände der Metallindustrie seit einigen Jahren neue organisations- und tarifpolitische Strategien entwickelt. Organisationspolitisch setzen sie auf die Gründung von Arbeitgeberverbänden ohne Tarifbindung, tarifpolitisch steht die Dezentralisierung der Flächentarifverträge im Vordergrund. Die Autoren zeichnen diese Entwicklung empirisch nach und interpretieren sie als Übergang von einer Politik der Einflusslogik zu einer Politik der Mitgliedschaftslogik. Zwar ist diese Politik mit Blick auf die Mitgliederrekrutierung der Verbände bislang durchaus erfolgreich. Doch birgt sie zugleich ein erhebliches Erosionspotenzial für das System der industriellen Beziehungen. In der Konsequenz führt die Orientierung an der Mitgliedschaftslogik nämlich zu einer Infragestellung der traditionellen Konfliktpartnerschaft, die als tragende Säule des deutschen Systems der industriellen Beziehungen betrachtet werden kann.

Key words: Employers' Associations, Collective Bargaining Agreements, Influence, Decentralisation, Commitment, Industrial Relations

 

Norbert Kluge: Mitbestimmte Unternehmensführung - ein Leitbild für das Europäische Sozialmodell?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2006, 43-56

Die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen soll nicht allein am Börsengewinn für ihre Eigner abgelesen werden. Dieses - historische - europäische Verständnis spiegelt sich bis heute im nationalen Unternehmensrecht der meisten EU-Mitgliedsstaaten wider. In 18 EU-Ländern haben Arbeitnehmer das Recht, ihre Repräsentanten in die obersten Entscheidungsgremien zu entsenden. Die europäische Gesetzgebung zur Europäischen Aktiengesellschaft (SE) sieht dieses Recht standardmäßig vor. Obligatorische Arbeitnehmerbeteiligung ist mehr als europäische Sozialpolitik. Sie ist ein Teil von guter Unternehmensführung, und keine störende Zumutung für Manager. Allerdings wird sie um ihren institutionellen zukünftigen Platz in einer Welt steigender internationaler Börsenfinanzierung von Unternehmen streiten müssen.

Key words: Europeanisation, Industrial Relations, Worker's Participation, European Social Model

 

Benedikt Hell, Heinz Schuler, Ilkay Boramir, Hagen Schaar: Verwendung und Einschätzung von Verfahren der internen Personalauswahl und Personalentwicklung im 10 Jahres-Vergleich

Zeitschrift für Personalforschung 1/2006, 58-78

Die Verwendung und Beurteilung von Verfahren der internen Personalauswahl und Personalentwicklung wird längsschnittlich untersucht. Es handelt sich um die Fortsetzung der im 10-Jahres-Rhythmus stattfindenden Umfrage unter den wichtigsten deutschen Unternehmen. Die Verwendung der Verfahren wird nach Branchen und Zielgruppen differenziert ausgewertet. Im Vergleich zu 1993 wird eine zunehmende Anzahl von Verfahren zur internen Mitarbeiterauswahl eingesetzt. Die größten Zuwächse sind beim Assessment Center und beim Interview zu verzeichnen. Bei den Interviews haben sich die strukturierten Varianten besonders stark durchgesetzt. Die Analyse des Verfahrenseinsatzes in Abhängigkeit von den Zielgruppen lässt erkennen, dass nur wenige Verfahren existieren, die bei allen Zielgruppen in größerem Ausmaß eingesetzt werden (z.B. Interviews, Vorschlag durch Vorgesetzte oder Mitarbeiterbeurteilung durch Vorgesetzte). Bei den Verfahren der Personalentwicklung können fünf Verfahren identifiziert werden, die in beinahe allen Unternehmen eingesetzt werden: innerbetriebliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, externe Bildungsmaßnahmen, Mitarbeiterbeurteilungen durch Vorgesetzte, Zielvereinbarungsgespräche und Maßnahmen der Team- und Projektarbeit. Die Daten verdeutlichen, dass eine enge Beziehung zwischen der Höhe der Anforderung in einer Position und der Anzahl der für die Stelleninhaber eingesetzten Personalentwicklungsinstrumente besteht.

Key words: Personnel Selection, Human Resource Development, Validity, Practicability, Acceptance, Follow-up Study

 

Dries Faems, Maddy Janssens, René Bouwen, Bart Van Looy: Governing Explorative R&D Alliances: Searching for Effective Strategies

management revue 1/2006, 9-29

Although firms increasingly rely on interfirm collaboration to explore new technological opportunities, few studies have examined the ways in which this collaboration form is governed. In this paper, we attempt to increase our understanding of governing explorative R&D alliances. First, we argue that explorative R&D alliances are likely to face substantial risks of opportunistic behavior and high coordination costs. Second, applying insights from the alliance literature, we identify formal governance mechanisms as effective tools to mitigate the risk of opportunistic behavior as well as coordination costs. However, relying on insights from the new product development literature, we argue that such formal governance mechanisms may hamper exploring new technological opportunities. Third, we propose and develop alternative strategies, facilitating the governance of explorative R&D alliances: 1) relying on embedded relationships in which heterogeneity is maintained and 2) balancing formal and relational governance. To conclude, we emphasize the importance of longitudinal, multi-level research to study the characteristics and dynamics of different governance mechanisms within interfirm collaboration.

Key words: Alliances, Exploration, Formal Governance, Relational Governance

 

Per Erik Eriksson: Procurement and Governance Management - Development of a Conceptual Procurement Model Based on Different Types of Control

management revue 1/2006, 30-49

Due to the importance of external suppliers for most companies, procurement and governance management is of utmost relevance for achieving competitive advantage. Research in the field of industrial buying behaviour (IBB) has largely been influenced by transaction cost economics (TCE). However, some TCE research has been rather simplistic; not distinguishing between governance structures and mechanisms, while research in IBB has a surplus of descriptive empirical studies and a critical shortage of analytical and conceptual constructs. This paper aims to address these shortcomings by integrating IBB and TCE in a conceptual model regarding procurement and governance of transactions. The model regards the analytical choice of a suitable combination of governance mechanisms (price, trust and authority) for different types of transactions. Additionally, a procedure for facilitating the achievement of a suitable mechanism mix is developed. The procedure shows how decisions during the buying process, regarding different types of control, will affect the mechanisms' levels in the transaction relationship. The model together with its procedure can serve as a basis for analysing planned purchases, in order to tailor governance mechanisms to transaction characteristics.

Key words: Procurement, Governance, Control, Transaction Cost Economics

 

Senad Rothkegel, Ljiljana Erakovic, Deborah Shepherd: Strategic Alliances between SMEs and Large Firms: An Exploration of the Dynamic Process

management revue 1/2006, 50-71

This paper explores the dynamics in strategic alliances between small and medium sized enterprises (SMEs) and large organisations (corporates). Despite the volumes written on this subject, few studies take into account this context of inter-organisational relationships. The dynamics in strategic partnerships between small and large organisations are potentially multifaceted and fraught with complexities and contradictions. The partner organisations bring diverse interests and resources to the strategic partnerships and these affect the dynamics of their relationships. Using the literature on strategic alliances, this article examines four such strategic partnerships in New Zealand. Results show that in order to increase the likelihood of successful collaboration, the alliance partners must understand the importance of building trust and a shared alliance purpose, and both of these must be communicated effectively at executive and operational levels. 

Key words: Strategic Alliances, SMEs, Trust, Commitment, New Zealand

 

Tally Hatzakis, Rosalind Searle: Grounding Trust in Inter-organizational Alliances: An Exploration of Trust Evolution

management revue 1/2006, 72-89

This paper explores the role of trust in coordinating teams operating at the interface between multiple functions and organisations in strategic alliances. To understand the issues faced by these teams, we study cognitive & relational factors between partners and focus on the process of trust evolution and risk management in the complex interface between strategic partners. This research examined two coordinating teams. We explore how coordinating teams construed risks in context; the differences of the symbolic role between formal and extra-role behaviours of partners in engendering trust; and the distinct processes through which trust was negotiated between partners. We identify the implications of trust on the management of alliances and the impact of uncertainty by exploring the role of coordinating teams in as risk mitigators, examine perceptions of trust as a coordinating mechanism, antecedent for reducing risks or just another mechanism of control, and looked at changes in partner behaviours when trust was breached. Data for this study were collected on a longitudinal basis in two case studies. The first examined a coordinating team tasked to translate an award winning innovative design into a viable museum, while the second examined a team tasked to manage the provision of outsourced insurance services offered by a financial institution. Goffman's (1972) categories of situational, relational and interpersonal risk were used as a means of framing risk and trust between stakeholder organisations and of exploring self-perceptions about their risk mitigating roles by members of the coordinating team.

Key words: Resource-based View, Relational View, Networks, Network Resources

 

Christian Scholz: ZfP-Diskurs: Der Professionalisierungsindex der DGFP in einer notwendigen Diskussion

Zeitschrift für Personalforschung 1/2006, 5-6

Mit diesem Heft wird in der Zeitschrift für Personalforschung ein neues Format eingeführt, nämlich der ZfP-Diskurs. Dieser Diskurs greift jeweils ein zentrales Thema aus einem der vorangegangenen Hefte auf und stellt dieses zur Diskussion. Zwei bis vier Experten werden eingeladen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, nehmen unterschiedliche Positionen ein und führen auf diese Weise die Diskussion weiter. Die Reihe "ZfP-Diskurs" beginnt mit einem gerade aus Sicht der Personalforschung besonders spannenden Thema aus dem Jahr 2005, nämlich mit der Auseinandersetzung um den DGFP-Index "PIX": Dazu veröffentlichte Walter Oechsler Anfang 2005 in der ZfP einen Beitrag, der sich kritisch mit diesem Vorschlag auseinandersetzte und eine Diskussion entfachte, die bis jetzt aber außerhalb der ZfP stattfand.

Anfang 2005 legte die DGFP ihre Broschüre "PIX - Der Professionalisierungs-Index der DGFP" vor. Unabhängig davon, ob dieser Vorschlag seinen Weg in die personalwirtschaftliche Praxis gefunden hat, warf er - wie alle derartigen Systeme - eine ganze Reihe von methodischen Fragen auf. Walter Oechsler hatte sich bereits im Vorfeld dieser Publikation kritisch mit diesem Konzept auseinandergesetzt und veröffentlichte einen dementsprechenden Aufsatz in der ZfP (2005 (19 (2), 107-119).

Eine etwas verkürzte und auf praktische Implikationen ausgerichtete Version dieses Aufsatzes erschien unter der Überschrift "Wie unprofessionell darf ein Messinstrument sein?" in der Personalwirtschaft (2005, 32(6), 26-27). Hans Böhm konterte auf seiner Webseite mit "Wie destruktiv darf professorale Kritik sein?" und in ähnlicher Form mit Sascha Armutat in der Personalwirtschaft (2005, 32(8), 30-31). Auch das PERSONALmagazin (2005, 12, 16-25) und CoPers (2005, 13(7), 28-30) befassten sich mit diesem Thema, speziell mit der Vielfalt derartiger Vorschläge beziehungsweise mit der Rhetorik der DGFP. Dass der Professionalisierungsindex "PIX" in einem größeren Kontext zu betrachten ist, erkennt man an der Ende 2005 gestarteten DGFP-Initiative, wo (basierend auf dem Professionalisierungsvorschlag der DGFP) die personalwirtschaftlichen Angebote deutscher Hochschulen durch die DGFP zertifiziert werden sollen - was eine Fülle von methodischen, inhaltlichen und prozeduralen Kritikpunkten hervorbrachte (vgl. Personalwirtschaft 2006, 33(1), 30-35).

Wie aber wird diese Thematik beurteilt, wenn man sie gezielt aus der Forschungsperspektive heraus betrachtet und sie zum Gegenstand unseres ersten ZfP-Diskurses macht?

Dazu wurden vier Experten eingeladen, sich ohne weitere inhaltliche oder methodische Vorgaben mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Beiträge wurden nicht weitergehend redigiert oder evaluiert, um ihre Authentizität und den Diskurs zu erhalten. Eingeladen wurden vier Personen: Rainer Marr äußert sich als wissenschaftlicher Vater von PIX. Hans-Peter Hummel vertritt die Sicht der Praxis und analysiert PIX vor dem Hintergrund seiner Anwendbarkeit. Albert Martin befasst sich generell mit Ansätzen zur Bewertung von Personalarbeit und ordnet PIX in diesen Kontext ein. Als vierter Experte kommt Werner Nienhüser zu Wort, der nicht nur auf methodische Aspekte zu sprechen kommt, sondern diese Aktivität der DGFP aus der hoch-spannenden "polit-ökonomischen" Perspektive beleuchtet.

 

Paul Marginson: Europeanisation and Regime Competition: Industrial Relations and EU Enlargement

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2006, 97-117

Contending that regime competition and Europeanisation of industrial relations are two competing tendencies which interact, the paper elaborates on the two processes in the context of the 'old' European Union of fifteen member states. The consequences of the EU's May 2004 eastern enlargement are then addressed. Simultaneously enlargement, by embracing a more diverse set of national labour market structures, wage and productivity levels, has both increased the scope for regime competition and threatened to stall the process of Europeanisation. Prospects for an augmented social dimension to accompany European economic and market integration rest on the emergence of pressure from the new member states of central and eastern Europe, as well as its renewal amongst the countries of the 'old' EU.

Key words: Collective Barganining, European Industrial Relations, European Social Model, Regime Competition, Social Dumping

 

Claus Schnabel, Joachim Wagner: Who Are the Workers Who Never Joined a Union? Empirical Evidence from Western and Eastern Germany

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2006, 118-131

Using representative data from the German social survey ALLBUS 2002 and the European Social Survey 2002/03, this paper provides the first empirical analysis of trade union 'never-membership' in Germany. We show that between 54 and 59 percent of all employees in Germany have never been members of a trade union. In western Germany, individuals' probability of 'never-membership' is significantly affected by their personal characteristics, their political orientation and (to a lesser degree) their family background. In addition, the presence of a union at the workplace plays a significant role. While the latter factor is also important in eastern Germany, many of the variables which are relevant for 'never-membership' in the west prove to be irrelevant in the east. This difference probably reflects the fact that most employees in eastern Germany did not really have a choice not to become union members during the communist regime.

Key words: Union Membership, 'Never-membership', Germany

 

Christian Pfeifer: Die Akzeptanz des Kündigungsschutzes. Empirische Evidenz aus einer repräsentativen Telefonumfrage

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2006, 132-149

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwieweit die deutsche Bevölkerung die gesetzlichen Regelungen des Kündigungsschutzes akzeptiert und welche Entlassungskriterien sie präferiert. Die vorgestellte empirische Evidenz basiert auf einer gesamtdeutschen repräsentativen Telefonumfrage, die im Sommer 2004 durchgeführt wurde (n˜3000). Die Mehrheit der Befragten spricht sich für einen Status quo des Kündigungsschutzes aus, wobei Gewerkschaftsmitglieder und Arbeitslose einen stärkeren Kündigungsschutz befürworten und Lockerungen ablehnender gegenüber stehen. Es deutet weiterhin einiges daraufhin, dass die Berücksichtigung betrieblicher Interessen von der Gesamtbevölkerung weitestgehend akzeptiert wird. Denn eine Auswahl der zu kündigenden Mitarbeiter nach der Länge ihrer Betriebszugehörigkeit (Senioritäts- und Beitragsprinzip) und nach ihren Qualifikationen (Effizienz- und Leistungsprinzip) wird insgesamt am gerechtesten empfunden.

Key words: Distributive Justice, Employment Protection, Fairness, Layoff Selection Criteria

 

Berndt Keller: Sektorale Sozialdialoge in der Europäischen Union - Zur aktuellen Situation und zukünftigen Entwicklung

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2006, 150-175

Der Beitrag behandelt die aktuelle Situation sowie zukünftige Entwicklung von Sozialdialogen, insbesondere ihrer sektoralen Varianten. Der Schwerpunkt der Analyse liegt im Gegensatz zur Mehrzahl anderer Untersuchungen auf den vernachlässigten Phasen der Umsetzung und Implementation. Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über die Entwicklung der traditionellen Sozialdialoge bis zur grundlegenden Restrukturierung Ende der 1990er Jahre. Anschließend stehen die seitdem dominierenden Varianten sowie ihre Erfahrungen und kontroversen Einschätzungen im Mittelpunkt. Danach wird die nächste Generation behandelt, d.h. autonom-bilaterale Dialoge und deren Perspektiven sowie die zukünftigen Funktionen der Kommission. Den Schluss bildet ein knapper Ausblick auf den Beitrag von Sozialdialogen zu "europäischen" industrial relations.

Key words: European Integration, European Industrial Relations, Social Dialogues, Social Dialogues at Sectoral Level

 

Markus G. Kittler, Dirk Holtbrügge, Martina Ungar: Ist die kulturelle Anpassung von Entsandten eine Familienangelegenheit? - Eine empirische Untersuchung deutscher Fach- und Führungskräfte und deren Familien im Ausland

Zeitschrift für Personalforschung 2/2006, 121-140

Die Familie stellt einen zentralen Einflussfaktor auf die Anpassung von Entsandten im Ausland dar. In Anlehnung an die Familiensystemtheorie von Minuchin (1974) wird angenommen, dass starke Verbindungen zwischen Entsandten, deren Partnern und deren Kindern bestehen, die wiederum Einfluss auf deren kulturelle Anpassung haben. Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, die Anpassung von im Ausland lebenden und arbeitenden deutschen Fach- und Führungskräften in Verbindung mit der Anpassung ihrer Familie empirisch zu untersuchen. Dazu werden der Einfluss der familiären Situation von 169 Entsandten auf deren kulturelle Anpassung sowie der Zusammenhang zwischen der kulturellen Anpassung von Entsandten und deren mitgereisten Familienmitgliedern analysiert. Die Untersuchung stellt signifikante Einflüsse der familiären Situation vor allem hinsichtlich der Kinder und Zusammenhänge zwischen den Ausprägungen der Anpassung der Familienmitglieder untereinander fest.

Key words: International Assignments, Expatriation, Adjustment, Family, Expatriates, Spouse, Children

 

Diana E. Krause, Diether Gebert: Effekte von interpersonalen Konflikten und Widerstand von Führungskräften auf die Implementierung von Verfahrensinnovationen

Zeitschrift für Personalforschung 2/2006, 102-120

Dieser Beitrag untersucht die differenziellen Effekte von Sachkonflikten, Verteilungskonflikten und Widerstand auf die Implementierung von Verfahrensinnovationen in Organisationen. Es wird u. a. argumentiert, dass durch Verfahrensinnovationen induzierte Sachkonflikte einerseits die Implementierung fördern, andererseits aber auch behindern können. Durch Verfahrensinnovationen induzierte Verteilungskonflikte wirken sich dagegen durchgehend und gravierend negativ auf die Implementierung aus. Diese Annahmen wurden in einer bundesweiten standardisierten Befragung von Führungskräften aus Organisationen unterschiedlicher Größe und Branche durch die Anwendung einer linearen Strukturgleichungsmodellierung überprüft. Alle Indikatoren der Anpassungsgüte verweisen auf eine gute Passung des Modells mit direkten und indirekten Effekten der Konfliktarten und des Widerstands auf die Implementierung. Verteilungskonflikte haben den stärksten Negativeffekt auf die Implementierung.

Key words: Innovation, Conflict, Task Conflict, Resource Conflict, Resistance, Implementation

 

Bernd Kriegesmann, Friedrich Kerka, Thomas Kley: Fehlerkulturen und Innovationserfolg: Eine vergleichende empirische Analyse

Zeitschrift für Personalforschung 2/2006, 141-159

Das Themenfeld "Innovationskultur" ist sowohl im betriebswirtschaftlichen Forschungskanon als auch auf der Gestaltungsagenda des Innovationsmanagements etabliert. Jedoch sind weder eine empirische Absicherung der Erfolgsrelevanz von Innovationskultur noch eine einheitliche Begriffsbestimmung derzeit erreicht. Mit diesem Beitrag wird vorgeschlagen, als substanziellen Kern von Innovationskultur den Umgang mit Fehlschlägen und Misserfolgen zu untersuchen: Was erwarten Promotoren, wenn riskante Innovationsvorhaben scheitern? Daten von 408 Produktinnovationsprozessen aus Hochtechnologieunternehmen werden verwendet, um (1) typische Fehlerkulturen zu beschreiben und (2) den Einfluss der Fehlerkultur auf den Innovationserfolg zu prüfen. Mit den empirischen Befunden sind populäre Postulate zur Gestaltung fehlertoleranter Innovationskulturen kritisch zu hinterfragen: Gezeigt wird, dass fehlerintoleranten Innovationskulturen nicht pauschal innovationshemmende Wirkungen zuzuschreiben sind. Vielmehr weist die Regel der Fehlerintoleranz Funktionalitäten auf, die in der Managementdebatte über Faktoren des Innovationserfolgs nicht ausreichend gewürdigt werden.

Key words: Corporate Innovation Culture, Error (in)tolerance, Learning from Mistakes, Innovation Success, Innovation and Leadership

 

Gotthard Pietsch: Wertorientierte Personalarbeit zwischen Mythos und Mikropolitik

Zeitschrift für Personalforschung 2/2006, 160-182

Aufgrund eines verstärkten ökonomischen Legitimationsdrucks und des zunehmenden Einflusses des Shareholder-Value-Denkens wuchs in größeren Unternehmen das Interesse der Personalpraxis an Konzepten wertorientierter Personalarbeit. Obwohl die zugrunde liegenden indikatorengestützten Messkonzepte mit erheblichen methodischen Einwänden konfrontiert sind, sollen sie den Nachweis personalwirtschaftlicher Beiträge zur Steigerung des Eigentümerwerts ermöglichen. Der Aufsatz analysiert die Gründe für die - ungeachtet der methodischen Einwände - zunehmende Verbreitung der Konzepte wertorientierter Personalarbeit aus einer organisationstheoretischen Perspektive. Letztere verbindet unter Rückgriff auf die Idee der Strukturdualität die Analyse organisationaler Rationalitätsmythen mit der Betrachtung zentraler Akteursinteressen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der Erfolg wertorientierter Personalarbeit nicht zuletzt als das Resultat einer umfassenden sozial-organisationalen Integrationsleistung, die kollektive Mythen mit individuellen Akteursinteressen organisationsstrukturell koppelt.

Key words: Human Resource Management, Value-based Performance Measurement, Organizational Theory, Duality of Structure, Rationalized Myths

 

Markus Gmür: The Gendered Stereotype of the 'Good Manager' Sex Role Expectations towards Male and Female Managers

management revue 2/2006, 104-121

In the past 30 years, U.S. and international studies have shown that societal expectations of the 'good manager' are closely related to the male stereotype. However, it is not clear, whether this stereotype is the same for men and women alike in managerial positions. The results of a German study with 625 students and 376 professionals participating between 1997 and 2005 are presented in the short note below. The main findings of the study are: 1. Female managers are expected to conform more closely to male stereotypes than are male managers. 2. Higher expectations are set from women and respondents with practical experience than from men and those who are inexperienced. 3. The most recent trend shows that male stereotypes increasingly dominate over female stereotypes. We conclude by emphasizing the importance of highly structured and controlled procedures in order to prevent sex-related discrimination in organizational selection and performance appraisal.

Key words: Manager, Selection, Sex Roles, Gender Studies, Germany

 

Elke Holst: Women in Managerial Positions in Europe: Focus on Germany

management revue 2/2006, 122-142

Prejudices and stereotypical beliefs about the role of women in society often limit their chances of reaching top leadership positions. This paper presents a detailed analysis of the socio-economic structure and the gender pay gap in managerial positions in Germany building on a review from a cross-national perspective of women's progress to high-ranking positions and of initiatives to overcome the "glass ceiling". Suggestions are made for improving the situation of women in order to permit more balanced gender participation in the economy, while also promoting national competitiveness and higher levels of wellbeing for the society.

Key words: Women in Management, "Glass Ceiling", Socio-economic Structure, Horizontal and Vertical Segregation, Gender Pay Gap, Diversity Awareness

 

Jane W. Loeb: The Status of Female Faculty in the U.S.: Thirty-five Years with Equal Opportunity Legislation

management revue 2/2006, 157-180

The status of faculty women in higher education in the U.S. is reviewed from the early 1970s, when equal employment legislation became applicable to them, to the present time. On balance, faculty women's status has improved markedly. In the past thirty five years, women have made large strides in entering academic fields that were previously predominantly male, earning doctorates, attaining full time faculty positions at all types of institutions, increasing scholarly productivity, and in narrowing the gap in salaries and ranks. While some trouble spots remain, faculty women's status is much improved.

Key words: Women Faculty, Salary Equity, Academic Rank

 

Sandra G. L. Schruijer: Do Women Want to Break the Glass Ceiling? A Study of their Career Orientations and Gender Identity in The Netherlands

management revue 2/2006, 143-154

Career orientations, career success and perceived self-efficacy of women employees in relation to their gender identity were studied. It was hypothesized that gender identity is related to career orientations such that women with a masculine gender identity strive for more upward mobility as compared to women with a feminine gender identity, whereas the latter strive more for balancing work and private life. A masculine gender identity was furthermore predicted to be positively related to career success in terms of income and hierarchical position. Finally it was expected that women with a feminine gender identity, in comparison to those with a masculine gender identity, express a lower self-efficacy with respect to stereotypical male and gender-neutral tasks and equal self-efficacy with respect to stereotypical feminine tasks. To test the hypotheses, a questionnaire was distributed among women working for a large multinational corporation. The results provided support for the first two hypotheses. Mixed support was obtained for the third hypothesis.

Key words: Gender Identity, Career Orientations

 

Dara L. Woerdeman, Yana van der Meulen Rodgers: Work Styles, Attitudes, and Productivity of Scientists in the Netherlands and the United Kingdom: A Comparison by Gender

management revue 2/2006, 184-201

With scientific research growing increasingly multidisciplinary in nature, team playing and communication skills have become critical in the achievement of scientific breakthroughs. This study adds valuable evidence to the oft-cited "productivity puzzle" in the sciences by comparing the work styles, attitudes, and productivity of female and male scientists. The application of t-test analysis to data on scientists from the United Kingdom and the Netherlands indicates that women report relatively higher abilities in communication skills and teamwork than men. Also, both female and male scientists report difficulties in balancing work and family responsibilities, but proportionately more women than men rely on outside sources of childcare. A separate distribution analysis of academic productivity demonstrates substantial overlap between men and women in the number of scientific publications per year. These results add support to mounting pressure for policy reforms that effectively support the retention and advancement of women in the sciences.

Key words: Skills, Workplace Diversity, Technical Innovation, Scientific Output, Women in Science, Science in Europe

 

Miha Škerlavaj, Vlado Dimovski: Study of the mutual connections among Information-communication Technologies, Organisational Learning and Business Performance

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2006, 9-29

This paper presents the results of a study (involving 220 larger Slovenian companies) which aimed to examine the influence of information and communication technologies (ICT) and organisational learning (OL) on both financial (FP) and non-financial performance (NFP). In this manner a structural equation model was conceptualised based on prior theoretical and empirical foundations. According to responses from Slovenian CEOs, the statistically significant and positive influence of ICT on FP and NFP were established. No support for the 'ICT productivity paradox' can be provided by our research. Future longitudinal research needs to establish whether the ICT productivity paradox is the reverse image of organisational learning.

Key words: Organisational learning / information-communication technologies / productivity paradox / organisational performance / Slovenia

 

Witold Nowinski: An assessment and forecast highlighting the importance of restructuring and integration in cross-border acquisitions in Poland. An analysis of M&A experts' opinions

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2006, 30-47

This study analyses the importance of restructuring activities and integration in cross-border acquisitions of Polish firms. We find that in comparison to acquisitions in developed economies analogous transactions in Poland are characterized by the particularly high role of retrenchment, positive impact of changes among incumbent managers and the relatively lower role of integration depth. Evidence concerning possible changes of these factors in the future is not unambiguous. Nonetheless, our findings indicate the possibility of their transition as well as its direction. Potential changes are expected to go in the direction of reducing the role of restructuring and increasing the role of integration.

Key words: Cross-border acquisitions / Poland / Restructuring / Integration / Privatisation

 

Julia Rozanova: Portrayals of corporate social responsibility: A comparative analysis of a Russian and a Canadian newspaper

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2006, 48-71

The general public learns about the social role of corporations from the media, yet little research has been conducted into the media portrayals of corporate social responsibility, particularly in the post-communist countries. Analysis revealed that in both countries corporate social responsibility was portrayed from the perspectives of the enterprises, the state, and the civil society. While there were similarities in the depictions of types of social activity undertaken by corporations in the two countries, significant differences emerged as well. The influence of the state was emphasized in the Russian articles, while the Canadian articles focused on the role of the civil society. The paper places the findings in the theoretical context of the social role of business in different institutional settings, and points out directions for further research into the media representation of corporate social responsibility.

Key words: Corporate social responsibility / media portrayals / Russia / Canada

 

Aleksander Rutkowski: Inward FDI, skilled labour, and product differentiation in the CEEC

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2006, 91-112

The ratios of spending on R&D, advertising and marketing to sales are employed accordingly as direct determinants of the degree of vertical and horizontal product differentiation. The model is verified with direct regressions and a system of simultaneous regressions combining large firm survey with sector-level data from the UNCTAD for 13 Central and Eastern European countries. The econometric results evince that the increased demand for skilled labour (human capital) was greater than any FDI-induced labour market spillovers. As expected, this contributed to less differentiation which became more costly. Consistently, foreign-owned enterprises employed more highly-skilled employees but they reacted to more foreign investment similarly to domestic firms (so reducing the level of differentiation).

Keywords: product differentiation, business strategy, inward FDI, skilled labour, Central and Eastern Europe

 

Johannes Steyrer, Ronald Hartz , Michael Schiffinger: Leadership in transformation - between local embeddedness and global challenges

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2006, 113-139

Based on empirical studies in Romania, Estonia, Germany, and Austria within the GLOBE project, the authors try to answer the question of cultural embeddedness of leadership patterns in an environment of more and more globalised management. Special emphasis is put on the match/mismatch of the observed styles of leadership behaviour of CEO`s with regional and global expectations, on the differences and similarities between the examined countries, the influence of transformational settings in the CEE countries, and the prospective changes due to a new generation of managers.

Keywords: leadership, transformation, GLOBE, cultural embeddedness, CEE countries

 

Tomaž Cater , Danijel Pucko: Models of competition between firms: the case of Slovenia's (post)transitional economy

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2006, 140-172

The process of competition between firms can be described as a causal-consecutive sequence. The paper is built on the findings of empirical research based on a sample of 225 Slovenian firms. By using statistical methods we examine which approaches firms use to ensure their competitiveness and, based thereon, offer a judgement on the existence of potential models of competition in a posttransitional Slovenian economy. We conclude that there are four such models. They mainly differ in the sources of competitive advantage, financial and nonfinancial performance, size of firms and firms' strategies, whereas differences regarding the forms of competitive advantage are much less significant. Slovenian firms are therefore taking different paths towards competitiveness, which is not very surprising given the complexity of the competition process.

Key words: firm, sources of competitive advantage, forms of competitive advantage, performance, models of competition

 

Csaba Makó, Péter Csizmadia, Miklós Illéssy: Labour relations in comparative perspective - special focus on the SME sector

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2006, 173-194

The evolution of the view and practice of "social partnership" is one basic element in the construction of the European Union. The paper gives an overview on the key actors and institutions of Labour Relations System (LRS) with special focus on the micro- small and medium sized enteprises (SME). In the first section, the author describes the key social partners and institutions of the LRS in the countries participating in an international research project carried out in 2003-2006 and supported by the Leonardo Programme of the EU (Annex 1). The second section of the paper deals with the particular features of the LRS in the SME sector. The strong "informality" of social dialogue is the key institutional pattern of LRS in the SME sector.

Key words: Labour Relations System, Social Actors and Institutions, Collective Bargaining,Works Council, Informal Regulation, SME.

 

Arne Manzeschke, Eckhard Nagel: Leadership in sozialen Organisationen - Zur Organisation derOrganisation von Macht

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2006, 9-34

Leadership wird in jüngster Zeit auch in sozialen Organisationen adaptiert. Dabei ist zu wenig noch klar, worin ihr Spezifikum besteht. Der Artikel fragt nach dem Modus der Leadership zwischen Herrschaft, Machtausübung und Management und ihrem spezifischen Verhältnis zum Sozialen. Im Zuge einer fortschreitenden Ökonomisierung ist der Status des Sozialen besonders prekär geworden. Eine besondere Aufgabe der Leadership deutet sich dort an, wo sie sich dafür zuständig erklärt, das Soziale einerseits vor einer ‚betriebswirtschaftlichen Zurichtung' zu bewahren und andererseits sich selbst gegen Verführungen durch die mit ihr verbundene Macht sichert.   

Korreferat von Steffen Fleßa: Leadership in sozialen Organisationen - Ergänzende Erwägungen zum Untersuchungsobjekt

 

Andreas Langer: Leadership zwischen Anreizmoral, Wohlfahrtsverlusten und Effizienz sozialer Institutionen - Anreizanalysen professioneller Dienstleistungserbringung als wirtschafts- und unternehmensethische Aspekteeffizienter Leadership

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2006, 35-58

Dieser Artikel präsentiert Analysen und führt eine Diskussion über Effizienz und Kooperationsproblemen in sozialen Märkten und sozialen Institutionen. Beide Aspekte bestimmen Leadershipkonzeptionen, die sich im Kern mit der Koordination und Führung professioneller Experten beschäftigen. Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass ‚transformational leaders' Markteffekte in organisationalen Kooperationsstrukturen in ihr Führungshandeln und ihre Institutionengestaltung einbeziehen müssen. Sie sind mit der Herausforderung konfrontiert, fortwährend drei ethische Orientierungen abzuwägen.

Korreferat von Bernd Halfar: Leadership zwischen sozialpädagogischer und ökonomischer Theoriebildung

 

Norbert Schuster: Leadership in sozialen Organisationen - Von der zentralen Aufgabe des Contingency Mastering

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2006, 62-78

In einer hyperkontingenten Gesellschaft geraten auch soziale Organisationen unter den Gesichtspunkt der Kontingenz. Das erschwert ihnen die Aufgabe, Kontingenzen ihrer Kunden bzw. Klienten zu bearbeiten. Mit dem Konzept des Contingency Masterings kann dieser problematischen Lage begegnet werden. Es in den Organisationen einsetzten zu wollen, bedarf des Leadership und braucht entsprechende Steuerungsinstrumente. Mit der Balanced Scorecard (BSC) wird ein solches vorgestellt, das prinzipiell auch dafür geeignet ist, das Kontingenzentschärfende Potential der Religion zu integrieren (BSC RIO).

 

Elmar Nass: Effizienz durch Gerechtigkeit - Die sozialhumanistische Lösungeines nur vermeintlich unvermeidlichen Trade-off

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2006, 79-99

Die Diskussion um die notwendige Umgestaltung des Sozialstaats wird blockiert[WH3] durch die weit verbreitete These, mehr Gerechtigkeit ließe sich allein durch Effizienzeinbußen erkaufen. Sie unterstellt, es träten sich stets zwei unversöhnliche Lager gegenüber: eins, das Ineffizienzen in Kauf nimmt, ein anderes, das Gerechtigkeitsfragen nicht stellt. Die von einer solchen Annahme ausgehende Denkblockade wird mithilfe sozialhumanistischer Ideen aufgebrochen, die mit ihrer Gegenthese von der Symbiose aus Gerechtigkeit und Effizienz zu einer innovativen Theorienkonkurrenz motivieren.

Korreferat von Christoph Lütge: Eigeninteresse versus Moral: Version 2.0

 

Peter Trauter: Einführung eines Wertemanagementsystems (WMS) in der ZF Marine Gruppe - Ein Praxisbericht

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2006, 135-142

Die Definition, Strukturierung und Einführung eines auf Werten basierenden Managementsystems, bildete in der ZF Marine Gruppe die Basis für eine auf gegenseitigem Vertrauen basierende Entwicklung einer neuen Unternehmenskultur. Ein Wertemanagementsystem darf nicht als zusätzliches und isoliertes Managementsystem verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil des gesamten Managementsystems, mit Fokussierung auf den im Unternehmen handelnden Menschen. Die Entwicklung einer solchen Kultur wird als unverzichtbar angesehen, um Business Excellenz erreichen zu können und damit langfristig im globalen Wettbewerb zu überleben.

 

Liesbeth Adriaenssens, Peggy De Prins, Daniël Vloeberghs: Work Experience, Work Stress and HRM at the University

management revue 3/2006, 344-363

Current research on stress among academic university staff indicates that occupational stress is alarmingly widespread and increasing (Kinman/Jones 2004; Winefield et al. 2003; Bamps 2004; Tytherleigh et al. 2005). Therefore the work environment needs to be examined and more specifically organisational specific characteristics, like HR-practices. In line of Timmerhuis (1998), we believe that management of human resources in the academic sector is very useful and necessary.

The aim of our study is to investigate (1) the well-being (job stress and job dissatisfaction) of academic staff at the University of Antwerp, (2) the specific factors of the work environment who have an impact on employee well-being, and (3) the interaction between HR practices and employee well-being. (4) Finally, suggestions of improvement of the work environment are to be formulated.

In order to meet this purpose, we designed a conceptual model, based on the stress model developed in the Institute for Social Research (ISR) (University of Michigan), and on the HR-model of Peccei (2004). Central to the model is the idea that employee satisfaction and stress are a function of the subjective perception of the work environment which, in turn, is affected by the HR practices that are in place in organisations.

The elements most likely to cause job stress, according to our participants, were workload and time pressures, uncertainty, lack of feedback and social support. Further, it appeared that the HR-related job characteristics cause job dissatisfaction: perceptions on participation, assessment, reward and support have an impact on job satisfaction of the academic staff. Finally, suggestions of improvement of the work environment were mentioned.

Key words: Employee Well-being, Human Resource Management, Universities, Job Stress

 

Luc Dorenbosch, Renee de Reuver, Karin Sanders: Getting the HR Message Across: The Linkage between Line - HR Consensus and "Commitment Strength" among Hospital Employees

management revue 3/2006, 274-291

Related to the theoretical work of Bowen and Ostroff (2004; also Ostroff/Bowen 2000), this article focuses on the features of an HRM system that help or constrain organizations to get their HR message across. At a department-level of analysis, we focus on the consensus between line managers and decentralized HR professionals on the human resource practices in place and on the either strategic or operational role of the HR function in the process of the management of employees. Stating that an organization's HR policies are transmitted by decentralized line and HR managers, it is proposed that the more line and HR executives agree on the status of their relationship and the HR practices in place, the less employees vary in their affective attitudes of commitment to the organization. Central to this article is the "strength" of affective organizational commitment among unit-members in a sample of 671 employees from 66 hospital departments drawn from four Dutch hospitals. Multi-level analyses indicate that consensus between HR professionals and line managers on HR practices (career opportunities, appraisal criteria) and on HR's role is positively related to the commitment strength within a department. It is concluded that the collectivity of employee commitment to the organization is partly a function of department-level HR process indicators. Research limitations and implications for HR practitioners are discussed.

Key words: Line Manager-HR Professional Consensus, HR Practices, HR Roles, Employee Commitment, Climate Strenght, Hospital Departments

 

Hanneke Heinsman, Annebel H.B. de Hoogh, Paul L. Koopman, Jaap J. van Muijen: Competency Management: Balancing Between Commitment and Control

management revue 3/2006, 292-306

This study investigated the relationships between commitment and control approaches and the use of competency management by adopting the theory of planned behavior. Questionnaires were filled out by 43 human resource experts working in different organizations. We expected components of the theory of planned behavior to mediate the relationship between commitment and control approaches and the use of competency management (behavior). Regression analysis showed that perceived behavioral control mediated the relation between commitment approach and behavior. Furthermore, the data revealed that attitude towards competency management was more positive and perceived behavioral control was higher when competency management was implemented with a commitment instead of a control approach. Subjective norm was strongly related to behavior. Based on the results, for competency management to be frequently used, we argue for increased behavioral control, and for an organizational climate in which competency management is widely accepted.

Key words: Competency Management, Commitment, Control, Theory of Planned Behavior

 

Mattijs Lambooij, Karin Sanders, Ferry Koster, Marieke Zwiers: Human Resource Practices and Organisational Performance: Can the HRM-Performance Linkage be Explained by the Cooperative Behaviours of Employees?

management revue 3/2006, 223-240

This paper addresses the question as to whether the linkage between HRM and organisational performance can be explained by the effect of the internal and strategic fit of HRM on the cooperative behaviours of employees. We expect that the more HRM practices are aligned within themselves (internal fit) and the more HRM is aligned with an organisation's strategy (strategic fit), the better employees know what is expected of them, and the more they behave cooperatively towards their co-workers and towards their supervisor. Next, we hypothesised that the cooperative behaviours of employees are positively related to the financial and non-financial performance of the organisation. These hypotheses were tested using multilevel regression (N=723 employees; 10 organisations). We found that cooperation with co-workers is negatively related to turn over and positively related to sick leave. No support was found, however, for the hypothesis that a better internal and strategic fit leads to more cooperative behaviour on the part of employees. The implications of these findings for future research and for human resource management are discussed.

Key words: Cooperative Behaviour, Organisational Performance, Internal Fit, Strategic Fit, Mutual-Investment Model

 

Claire Murphy, Nagarajan Ramamoorthy, Patrick C. Flood, Sarah MacCurtaOrganizational Justice Perceptions and Employee Attitudes among Irish Blue Collar Employees: An Empirical Test of the Main and Moderating Roles of Individualism/Collectivism

management revue 3/2006, 328-343

Prior research indicates that individualism - collectivism orientations (I/C) of employees, as well as organizational justice perceptions - procedural and distributive justice perceptions - influence the following employee attitudes: affective/normative commitments, pro-social behaviour, team loyalty, and tenure intent. Research also suggests that I/C orientations are related to justice perceptions with individualism orientation favouring equity principle and collectivism orientation favouring equality principles. Under the assumption that individualism orientation favours equity and procedural justice principles, we empirically test the main effects of I/C orientations and justice principles on employee attitudes. In addition, we also test whether I/C orientations moderate the relationships between justice perceptions and these employee attitudes. We tested these hypotheses using a survey methodology consisting of a sample of two-hundred and four employees from Ireland. Implications for research and practice are discussed.

Key words: Individualism/Collectivism Orientations, Organizational Justice Perceptions, Employee Attitudes

 

Anna C. Nehles, Maarten van Riemsdijk, Irene Kok, Jan Kees Looise: Implementing Human Resource Management Successfully: A First-Line Management Challenge

management revue 3/2006, 256-273

In this paper we will address the success of Human Resource Management (HRM) implementation, concentrating not on the HR function but on first-line managers. First-line managers find implementing HR practices at the operational level difficult and show reluctance with their HR responsibilities. However, they have become increasingly responsible for the implementation of HRM and thus, their performance is critical for HRM effectiveness. Previous research pointed to five factors that could lead to HRM implementation difficulties. Four case studies in four different multinational business units are presented here to investigate the salience of these factors. Results show that first-line managers perceive four of the five factors hindering, but that the challenges faced vary per business unit.

Key words: HRM Implementation, First-line Managers, HRM Effectiveness, Strategic HRM, Operational HRM

 

Nele Soens, Ans De Vos, Dirk Buyens: Explaining Company-level Influences on Individual Career Choices: Evidence from Belgium

management revue 3/2006, 307-327

In the current career reality people not only make traditional career transitions such as entry into and exit from the labor market or upward in-company mobility, but also horizontal movements and transitions between employment and different social spheres such as household, care and leisure time. This broad perspective on career mobility that takes into account both traditional and new kinds of career steps is an important yet understudied area. Regarding the influences of making or not making a career transition, research has limited itself to individuals shaping their own career (i.e. micro level). Little research has examined the influence that organizations may exercise on the individual's career decision making process by means of their policies and practices (i.e. meso level). Drawing on Schmid's model of a transitional labor market (1998), this qualitative empirical research explores the factors at company level that individuals point to as obstructing or facilitating their career transitions. Results show that organizational policies and practices do play an important role in the individual's career trajectory as to whether or not he or she decides to undertake a transition. Implications for practitioners and policy makers are discussed.

Key words:       Career, Transitions, Labor Market, Belgium

 

Sinikka Vanhala, Kaija Tuomi: HRM, Company Performance and Employee Well-being

management revue 3/2006, 241-255

This paper is dealing with the relationships between HRM, company performance and employee well-being. The relationship between S/HRM and company performance has received much attention in prior literature, while the employee perspective has been widely neglected in this research tradition. The purpose of this paper is two-fold: first, to identify and evaluate how company performance and employee well-being are related, and, secondly, to evaluate the possibilities of HR policies and practices to impact on company performance and employee well-being. The results indicate that the relationship between company performance and employee well-being is weak and difficult to grasp. And such is the direct link between HRM and employee well-being, which is better explained by typical work-related factors. Instead, HR practices are relatively good predictors of company performance.

Key words: HR Practices, Longitudinal Desing, Competitive Advantage, Organizational Commitment, Organizational Effecteveness, General Satisfaction, Emotional Exhaustion

 

Thomas Greven: U.S. Unions' Strategic Campaigns against Transnational Enterprises in Germany

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2006, 253-269

U.S. unions have developed the instrument of strategic campaigns to overcome growing employer resistance and political hostility towards union organizing and bargaining. In recent years, campaigning unions have increasingly sought to leverage transnational linkages of target companies, including attempts to employ the support of unions in the company's "home country." I explore, firstly, why German unions have often encountered U.S. unions' strategic campaigns in Germany with scepticism, and secondly, the circumstances under which German unions have been forthcoming with support despite their scepticism. Differences in industrial relations account for the scepticism of German unions regarding strategic campaigns. Four factors help explain under which circumstances German union support is forthcoming regardless of the scepticism: Political orientation, union strength, industry sector, and target company.

Key words: Strategic Campaigns, Union Strategies, Labor Transnationalism, Transnational Enterprises, Comparative Industrial Relations

 

Rainer Dombois: Sozialklauseln in US-Freihandelsabkommen - ein wirksames Mittel internationaler Arbeitsregulierung?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2006, 238-252

Der Artikel befasst sich mit einem spezifischen Ansatz internationaler Arbeitsregulierung: Sozialklauseln in Freihandelsabkommen der USA. Er untersucht die Geschichte, das institutionelle Design und die Wirkungen des Pionierabkommens, des North American Agreement on Labour Cooperation (NAALC), das im Rahmen des nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA zwischen den USA, Kanada und Mexiko vereinbart wurde. Mit dem NAALC gingen die drei Regierungen die Verpflichtung ein, Arbeitsstandards durchzusetzen und zu verbessern, dies allerdings im Rahmen ihres nationalen Arbeitsrechts. Um den Verpflichtungen Nachdruck zu verleihen, wurden internationale und nationale Institutionen sowie Kooperations- und Beschwerdeprozeduren geschaffen. Die internationale Konfliktregulierung schließt Sanktionsmechanismen ein. Der Artikel nutzt die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in den drei Ländern, um vor allem die Praxis und die Wirkungen des NAALC zu analysieren. Er hebt einige spezifische Probleme des NAALC hervor: die institutionelle Schwäche der internationalen Organisation; das Spiel von Kooperation und Konfliktaustragung niedriger Intensität zwischen den Regierungen; die Enttäuschungsfalle der Akteure der Zivilgesellschaft. Schließlich zieht er einige Folgerungen zum Ansatz von Sozialklauseln.

Key words: International Labour Regulation, Social Clause, North American Free Trade Agreeement, North American Agreement on Labour Cooperation

 

Sebastian Brandl: Nachholende Internationalisierung? Zur Dynamik Internationaler Rahmenvereinbarungen

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2006, 270-281

In den letzten Jahren haben sich insbesondere auch deutsche Gewerkschaften an der Aushandlung internationaler Rahmenvereinbarungen mit transnationalen Konzernen beteiligt. Mit diesen Vereinbarungen sind, wie mit anderen gewerkschaftlichen Initiativen auch, Chancen auf eine nachholende Internationalisierung gewerkschaftlicher Interessenvertretung bzw. industrieller Beziehungen verbunden. Nachholend ist diese Internationalisierung gegenüber der fortgeschrittenen Internationalisierung der Wirtschaft, dem Bedeutungsgewinn zivilgesellschaftlicher Nichtregierungsorganisationen als Vertreter von Arbeitnehmerinteressen und der Verbreitung freiwilliger Corporate-Social-Responsibility-Instrumente auf globalem Parkett. Zwischen internationaler und nationaler Handlungsorientierung kann es allerdings zu Spannungen kommen: Internationale Rahmenvereinbarungen sichern die gewerkschaftliche Beteiligung am Aufbau weltweiter Konzernarbeitsbeziehungen, zugleich sind negative Rückwirkungen auf das bestehende System industrieller Beziehungen in Deutschland nicht auszuschließen.

Key words: Industrial Relations, Corporate Social Responsibility, Trade Unions, Transnational Corporations, Core Labour Standards, Global Governance

 

Sigrid Koch-Baumgarten: Globale Gewerkschaften und Industrielle Beziehungen in der Global Governance

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2006, 205-222

Angesichts der Globalisierung und der Erosion nationalstaatlicher Steuerungsfähigkeit wird unter dem Begriff Global Governance politikwissenschaftlich über die Möglichkeiten neuer internationaler Regelsetzung gestritten. Bislang wird dabei Globalen Gewerkschaften und transnationalen industriellen Beziehungen kaum Bedeutung beigemessen. Umgekehrt hat die Governance-Debatte bisher die Industrial-Relations- und Gewerkschaftsforschung kaum erreicht. Der vorliegende Artikel will die teildisziplinären Suchbewegungen zur Identifikation neuer internationaler Regulationsmechanismen und die Möglichkeit ihrer Zusammenführung im Governance-Konzept diskutieren. Er argumentiert, dass Gewerkschaften genauso wie andere gesellschaftliche Akteure eine Artikulations-, Steuerungs- Partizipations- und Legitimationsfunktion ausüben und damit einen Beitrag zur Etablierung einer "Weltsozialordnung" leisten. Rudimentäre Ansätze eines globalen sozialen Regelwerks lassen sich feststellen, wenngleich internationale Regulationsgewinne die Steuerungsverluste innerhalb des Nationalstaats - gerade in der Tarifautonomie und Wirtschaftspolitik - nicht kompensieren können. Es teilt zudem die Strukturfehler der Global-Goverance-Architektur insgesamt: nämlich begrenzte Reichweite, Implementations- und Demokratiedefizite.

Key words: International Industrial Relations, Global Unions, Global Governance, World Social Order, International Collective Bargaining, International Civil Society and Global Unions

 

Nathan Lillie: Globalization and Class Analysis: Prospects for Labour Movement Influence in Global Governance

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2006, 223-237

World order structures class relations, and vice-versa, so a shift from a world ordered around insular nationally based capitalist systems to a single integrated global production system and market implies a shift from national to global and transnational classes. Capitalist hegemony has been built on capitalist hegemony in individual nation states, involving the incorporation of subordinate actors into national class compromises. These class compromises are now undermined by globalization. Capitalism has difficulty reestablishing its hegemony on a global scale because labour's global weakness prevents the working class from being integrated as a subordinate actor in a new global "historic bloc."

Key words: Class Analysis, Transnational Classes, Global Unionism, International Relations

 

Rune Gulev: Economic cultural influence: Effects on headquarter - Subsidiary management in Slovenia and three longstanding EU countries

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2006, 205-226

This study systematically investigates two dimensions through which economic culture can be measured and compared between four EU countries: Slovenia, Germany, Austria and Denmark, and projects their respective impacts onto the management of an international Headquarter - subsidiary relationship. The results confirm that there exists considerable differences in economic cultures between the four countries and that the differences have a direct impact on international management. Most notably, a strong positive correlation was found between the highly subordinate driven cultures of Denmark and Austria to have a bias towards two-way knowledge flows. Mixed results were found on capitalistic driven cultures impact on control mechanisms and use of motivational factors.

Key words: economic culture, subsidiary management, multinational companies, internationalization, EU

 

Tone Cešnovar: The impact of strategic management on business outcomes - Empirical research

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2006, 227-243

Strategic management originates from strategic planning and as a technique for managing all important aspects of a company's environment it scientifically differs from other management techniques that only seek to improve operational effectiveness. Therefore, the empirical research first aimed to determine the influence of systematic use of strategic management, which fits in with prescriptive schools, on Slovenian wood-processing companies' business outcomes. The second aim was to establish the characteristics of using strategic management in order to improve a company's competitiveness. The empirical research reveals that those companies systematically applying strategic management achieved better business results than those that did not. To achieve a better effect in the use of strategic management, companies should improve in the preparing and assessing phases of using it.

Key words: management technique, strategic management, business outcomes, financial indicators, company

 

Dorota Dobosz-Bourne: Reverse diffusion of quality: Evidence from general motors UK and Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2006, 244-266

This paper explores the concept of a reverse diffusion of knowledge, that is, the transfer flowing from a company's subsidiary to its home plant. The article presents the empirical evidence gathered in General Motors UK and Poland, where the reverse diffusion of a concept of the built-in quality took place. Lastly, the implications of our findings for future research are discussed.

Key words: reverse diffusion, transformational and evolutionary knowledge diffusion, built-in quality, car manufacturer, Eastern and Western Europe.

 

Csaba Makó, Péter Csizmadi, Miklós Illéssy: Labour relations in comparative perspective - special focus on the SME sector (Part II)

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2006, 267-287

The evolution of the view and practice of "social partnership" is one basic element in the construction of the European Union. The paper gives an overview on the key actors and institutions of Labour Relations System (LRS) with special focus on the micro- small and medium sized enteprises (SME). In the first section, the author describes the key social partners and institutions of the LRS in the countries participating in an international research project carried out in 2003-2006. The second section of the paper deals with the particular features of the LRS in the SME sector. The strong "informality" of social dialogue is the key institutional pattern of LRS in the SME sector.

Key words: LabourRelations System, Social Actors and Institutions, Collective Bargaining, Works Council, Informal Regulation, SME

 

Ádám Angyal, Júlia Csanda: Corporate governance in the Hungarian banking and insurance sector

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2006, 288-301

The financial sector has been one of the most profitable sectors of the Hungarian economy for years. The same financial sector which, in the nineties, underwent a painful and very expensive consolidation period. This matter of fact has drawn the researchers' attention to that particular sector. Is this the result, or at least partly, of outstanding corporate governance structures and practices? Making use of the questionnaire developed by the University of Chemnitz, the researchers wanted to get a detailed picture about the Hungarian financial sector's corporate governance structures and its approach of the corporate governance topic. Corporate governance is not the greatest preoccupation of the Hungarian financial institutions, their outstanding financial results are not due to outstanding governance structures, and they broadly have a legal approach of this topic.

Key words: Financial sector, Corporate Governance, Hungary, banking, insurance

 

Nicola Berg: Globale Teams: Eine kritische Analyse des gegenwärtigen Forschungsstands

Zeitschrift für Personalforschung 3/2006, 215-232

Globale Teams besitzen in vielen Branchen und Unternehmungsbereichen eine hohe Aktualität und praktische Relevanz. Entsprechend viele empirische Untersuchungen ihrer Einflussgrößen und Erfolgsfaktoren sind in den letzten Jahren veröffentlicht worden. Der gegenwärtige Forschungsstand ist einerseits durch viele interessante Einzelbefunde, andererseits aber auch durch zahlreiche Widersprüche gekennzeichnet. Ursachen dafür sind methodische Schwächen der vorliegenden Untersuchungen sowie deren unzureichende theoretische Fundierung.

Key words: Teams, Intercultural Management, Diversity, Coordination, Cooperation

 

Sug-In Chang: Der Transfer von HRM-Praktiken von deutschen multinationalen Unternehmen auf ihre Tochtergesellschaften in Korea

Zeitschrift für Personalforschung 3/2006, 233-254

Der Country-of-origin-Effekt ist ein Forschungsansatz des internationalen Personalmanagements, der eine institutionelle Basis hat. Die Leistungsfähigkeit dieses theoretischen Konzepts wird am Beispiel der HRM-Politik deutscher multinationaler Unternehmen illustriert. Deutsche Unternehmen, die aus einem nationalen Business-System stammen, in dem sie sozial und institutionell tief eingebettet sind, tendieren dazu, eher spezialisiert und weniger vertikal integriert zu sein als z.B. US-amerikanische Unternehmen, die weniger stark eingebettet sind. Nationale Unterschiede zwischen Korea und Deutschland in der Unternehmenskultur, in der Ausbildung und in den gesetzlichen und sozialen Institutionen verhindern, dass deutsche Praktiken ins Ausland übertragen und mit Erfolg eingesetzt werden können. Da die Best Practices in den dominierenden Ländern innerhalb der sozialen Institutionen und der industriellen Beziehungen des jeweiligen Landes entwickelt werden, verursacht die Übertragung solcher Best Practices ein Anwendungs-Anpassungs-Dilemma. Es stellt sich die Frage, welche HRM-Politik die deutschen Tochtergesellschaften in Korea betreiben. Die vorliegende empirische Untersuchung konzentriert sich auf die Beantwortung der obigen Fragestellungen im HRM-Bereich.

Key words: German Multinational Enterprises, Human Resource Management Practices, Korean Chaebols, Business System, Country-of-origin effect

 

Stefan Süß: Commitment freier Mitarbeiter: Erscheinungsformen und Einflussmöglichkeiten am Beispiel von IT-Freelancern

Zeitschrift für Personalforschung 3/2006, 255-275

Seit Jahren ist die Tendenz zu erkennen, dass Arbeitsverhältnisse flexibler gestaltet werden. Bislang wenig erforscht ist, was das für Loyalität und Commitment der flexibel beschäftigten Mitarbeiter bedeutet. Daher wird in diesem Beitrag die Frage aufgegriffen, ob Freelancer Commitment gegenüber einem Unternehmen empfinden können und unter welchen Bedingungen das der Fall ist. Eine empirische Studie bei IT-Freelancern verdeutlicht, dass sie vor allem affektives Commitment gegenüber ihren Auftraggebern aufweisen. Korrelations- und Regressionsanalysen zeigen unterschiedlich starke Zusammenhänge zwischen demographischen Merkmalen, Arbeitsbedingungen und arbeitsbezogenen Erwartungen der Freelancer zu dem von ihnen empfundenen Commitment. Vor diesem Hintergrund lassen sich Ansatzpunkte zur Förderung der Verbundenheit von Freelancern erkennen; allerdings müssen auch die Grenzen beachtet werden, denen die Förderung von Commitment unterliegt.

Key words: Commitment, Freelancer, Incentive System

 

Julia Brandl, Wolfgang H. Güttel, Stefan Konlechner, Margret Beisheim, Dudo von Eckardstein, Wolfgang Elšik: Entwicklungsdynamik von Vergütungssystemen in Nonprofit-Organisationen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2006, 356-374

Der Erforschung von Vergütungssystemen für Führungskräfte und gehobene Fachkräfte in Forprofit-Unternehmen wird in der Personalmanagementforschung hohe Aufmerksamkeit gewidmet. Hingegen wurde diese Thematik bislang für Nonprofit-Organisationen (NPO) kaum untersucht. In diesem Beitrag wird ein mit Hilfe der Grounded Theory entwickeltes Modell vorgestellt, welches drei Grundtypen von Vergütungssystemen für Führungskräfte und gehobene Fachkräfte in NPOs unterscheidet und deren Entwicklungsdynamik aufzeigt. Vergütungssysteme entwickeln sich demzufolge von Personen- über Funktions- hin zu Leistungsorientierung. Der Übergang von Personen- zu Funktionsorientierung ist durch organisationales Wachstum und Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Obwohl die Transparenz funktionenzentrierter Vergütung in Verbindung mit individuellen Leistungsunterschieden in NPOs zunehmend Irritationen erzeugt, werden leistungsorientierte Vergütungssysteme, wie sie in Forprofit-Unternehmen zu finden sind in NPOs, abgelehnt. Es wird diskutiert, welche Ursachen der Ablehnung zu Grunde liegen und unter welchen Bedingungen NPOs dennoch leistungsorientierte Vergütungssysteme einführen könnten.

Key words: Compensation System, Nonprofit Organization, Grounded Theory Method, Change

 

Verena Kappelhoff, Kristina Heidemann, Sigrid Völker, Christian Rietz: Partnerschaft und Auslandseinsatz: Beziehungsdimensionen und ihre Bedeutung für die Qualität des Auslandsaufenthaltes bei Expatriates

Zeitschrift für Personalforschung 4/2006, 318-342

Der Einsatz von Personal im Ausland stellt immer noch viele Unternehmen und Non-Profit-Organisationen vor Herausforderungen. Ungeklärt ist auch die Rolle der Familie: Kann sie im Ausland ihre unterstützende Funktion wahrnehmen oder wird sie eher zu einer zusätzlichen Belastung für den entsendeten Mitarbeiter? Untersucht wurde in der vorliegenden Arbeit, ob in diesem Zusammenhang auch die Qualität der Partnerschaft eine Rolle für eine erfolgreiche Entsendung spielt. Anhand des FACES II sowie eines eigens entwickelten Fragebogens zur Erfassung der Stressoren im Ausland wurden die Dimensionen Kohäsion und Adaptabilität einer Partnerschaft im Hinblick auf ihre Fähigkeit untersucht, die Qualität eines Auslandsaufenthaltes zu beeinflussen. Befragt wurden 23 Paare, die durchschnittlich 10,2 Jahre im Ausland lebten. Es zeigte sich, dass vor allem die Adaptabilität dazu beitragen kann, Lebenszufriedenheit im Ausland zu erhöhen und gleichzeitig das Belastungserleben zu reduzieren. Damit wird Unternehmen eine weitere Möglichkeit an die Hand gegeben, im Vorfeld der Auslandsentsendungen eine Auswahl aus ihren Mitarbeitern zu treffen, Abbrüche zu vermeiden und so kostenintensive Fehlbesetzungen zu vermeiden.

Key words: Dimensions of Partnership, International Assignment, Stress, Life Satisfaction

 

Elke Müller, Klaus Moser: Reaktionen auf Ablehnungsschreiben an Bewerber: Das Beispiel "Eisschreiben"

Zeitschrift für Personalforschung 4/2006, 343-355

In den letzten Jahren ist der Bewerberseite in der Forschung zur Personalauswahl vermehrt Aufmerksamkeit zuteil geworden. Zu den Reaktionen von abgelehnten Bewerbern liegen aber nach wie vor kaum Untersuchungen vor. Erste Hinweise existieren, dass Ablehnungsschreiben auch für die einen Bewerber ablehnende Organisation negative Konsequenzen haben können (z.B. geringe Weiterempfehlungsbereitschaft oder negative Einstellung gegenüber den Produkten des Unternehmens). Der vorliegende Beitrag stellt einige Befunde zur Gestaltung von Ablehnungsschreiben vor und berichtet über ein Experiment, in dem die Auswirkungen der Ankündigung untersucht werden, die Bewerbung werde in einen Bewerberpool (auch "Talentpool" genannt) aufgenommen, um den Bewerber zu einem späteren Zeitpunkt abermals ansprechen zu können ( = Übersendung eines so genannten "Eisschreibens"). Es zeigt sich, dass Bewerber diese Art von Ablehnungsschreiben positiver einschätzen und die Einstellung zum Unternehmen günstiger ist als bei Standardabsagen. Unternehmen, die Bewerberpools einrichten, können nach den Ergebnissen dieser Studie positive Reaktionen auf der Bewerberseite erwarten.

Key words: Rejection Letter, Applicant Reactions, Justice, Ice Letter

 

Rüdiger Kabst, Saskia Steinbach: Internationale Stellenbesetzungspolitik in Early Internationalizers: Jenseits inkrementeller Pfade?

Zeitschrift für Personalforschung 4/2006, 298-317

Early Internationalizers haben seit Mitte der 90er Jahre zunehmende wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Das Expatriate Management in Early Internationalizers hingegen ist kaum systematisch erforscht. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es daher, erste konzeptionelle Überlegungen zur internationalen Stellenbesetzungspolitik von Early Internationalizers zu erarbeiten. Grundlage der Auseinandersetzung stellt das Perlmuttersche EPRG-Konzept dar, welches neben einer Typisierung unterschiedlicher Stellenbesetzungspolitiken auch Hinweise für eine (inkrementelle) Abfolge dieser Typen im Zeitverlauf anbietet. In Analogie zu den empirisch bewährten Determinanten von Early Internationalizers, nämlich Netzwerken, internationaler Erfahrung und Technologieintensität, die eine frühzeitige und strategisch-selektive Auslandsmarktbearbeitung begründen, wird diskutiert, ob entsprechende Konsequenzen für die Abfolge der internationalen Stellenbesetzungspolitiken zu erwarten sind.

Key words: Early Internationalizers, International Entrepreneurship, Expatriate Management, EPRG-Concept

 

Andreas Aust, Hajo Holst: Von der Ignoranz zur Organisierung? Gewerkschaftliche Strategien im Umgang mit atypisch Beschäftigten am Beispiel von Callcentern und Leiharbeit

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2006, 291-313

Angesichts der aktuellen Krise der deutschen Gewerkschaften ist die Organisierung von atypisch Beschäftigten schon in den 1990er Jahren auf die gewerkschaftliche Agenda gesetzt worden. Was aber tun Gewerkschaften neben rhetorischen Lippenbekenntnissen, um atypisch Beschäftigte als Mitglieder zu gewinnen und deren Arbeits- und Entgeltbedingungen zu verbessern? Welche Strategien verfolgen die Gewerkschaften? Der Artikel geht diesen Fragen am Beispiel von Callcentern und Leiharbeit nach. Dabei wird gezeigt, dass sich in beiden Fällen analoge Verlaufsmuster aufzeigen lassen: Auf eine anfängliche Phase der Ignoranz folgte erst eine Phase der Entdeckung, als die geringeren Standards in der Leiharbeit und in den externen Callcentern auf die Durchsetzungsfähigkeit der gewerkschaftlichen Kernstrategien zurückwirkten. Allerdings scheiterten in beiden Bereichen die etablierten branchen- und betriebsratsorientierten Strategien der deutschen Gewerkschaften, da es ihnen nicht gelang, eine ausreichende Mitgliederbasis zu organisieren. Dieser Misserfolg erklärt, dass in beiden Fällen auf die Phase der Entdeckung eine Phase der Ernüchterung folgte. Die Organisation dieser spezifischen Klientel scheint angesichts ihrer tiefen Krise von den Gewerkschaften nicht mehr als prioritäre Aufgabe wahrgenommen zu werden.

Key words: Union Strategies, Atypical Employment, Union Organizations, Call Centres, Temporary Agency Work

 

Sabine Elbing, Helmut Voelzkow: Marktkonstitution und Regulierung der unabhängigen Film- und Fernsehproduktion - Staat, Verbände und Gewerkschaften im deutsch-britischen Vergleich

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2006, 314-339

In einem internationalen Vergleich von Deutschland und Großbritannien wird untersucht, welche Beiträge die staatliche Politik und die Wirtschafts- und Sozialpartner (Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sowie Gewerkschaften) zur Förderung der unabhängigen Film- und Fernsehproduktion leisten. Es wird gezeigt, dass die britische Medienpolitik die Position der unabhängigen Film- und Fernsehproduktion gegenüber den Fernsehsendern gestärkt hat. In Deutschland hat die Medienpolitik darauf verzichtet, der unabhängigen Film- und Fernsehproduktion durch regulative Markteingriffe den Rücken zu stärken. Zudem sind die deutschen Verbände und Gewerkschaften nicht so wie in Großbritannien in die Umsetzung der staatlichen Medienpolitik einbezogen. Diese Unterschiede in der staatlichen Medienpolitik können erklären, warum die Verbände und Gewerkschaften in Großbritannien mehr für die unabhängige Film- und Fernsehproduktion leisten können als in Deutschland.

Key words: Independent TV- and Film Production, Governance of Sectors, Business Interest Associations and Unions, Freelancer, Terms of Trade und Codes of Practice

 

Axel Hauser-Ditz, Markus Hertwig, Ludger Pries: Betriebsräte und Andere Vertretungsorgane Verbreitung und Kontext betrieblicher Beschäftigtenvertretungen in der deutschen Privatwirtschaft

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2006, 340-369

Über die Verbreitung und Kontextbedingungen von Betriebsräten und betriebsverfassungsrechtlich nicht abgesicherten Anderen Vertretungsorganen (AVOs) liegen nur wenige durch empirische Breitenerhebungen gesicherte Informationen vor. Der Beitrag untersucht diese Aspekte auf Basis einer für Deutschland repräsentativen Erhebung von rund 3.200 Betrieben der Privatwirtschaft. Mit Hilfe theoretischer Vorüberlegungen werden mögliche Einflussfaktoren in verschiedenen Konzepten der Industrial Relations- und Organisationsforschung verortet und systematisiert. Die Untersuchung zeigt, dass jeweils unterschiedliche Kontextfaktoren die Betriebrats- und AVO-Existenz erklären: Während Betriebsräte vor allem Ausdruck von Betriebsgrößen- und Branchendifferenzen, betrieblichen Entwicklungspfaden und berufskulturellen Orientierungen der Beschäftigten sind, stehen AVOs in engem Zusammenhang mit der Beteiligungsstrategie des Managements und betriebskulturellen Faktoren.

Key words: Employment Relations, Employee Representation, Works Councils, Firm Specific Representation Structures, Participation

 

Marcel Erlinghagen: Job Stability, Mobility and Labour Market Restructuring. Evidence from German Microdata

management revue 4/2006, 372-394

The paper analyses the change of job stability and its determinants in the course of time by presenting some empirical evidence from Germany. Drawing upon event history data from the German Federal Labour Office insurance accounts and employing Cox Proportional Hazard Rate Models, we test six core hypotheses on labour market restructuring and its impacts on job stability. Our analysis suggests that during the transition to service society between the 1980s and the 1990s some kind of 're-structuring' of the German labour market has taken place that has simultaneously led to an increasing polarisation and to an increasing levelling out of individual employment chances and risks.

Key words: Job Stability, Flexibility, Germany, Event History Analyses

 

Albert MartDialectical Conditions. Leadership Structures as Productive Action Generators

management revue 4/2006, 420-447

This article introduces a model of productive leadership structures. It is based on the idea that structures should stimulate dialectical processes which activate functional and simultaneously restrict dysfunctional behavioural tendencies of the management team. The structural dialectics are part of a more comprehensive concept called "tensegrity", which, besides the dialectic part, embraces the socio-political conditions in the leadership system which enable dialectic structures to unfold their positive energy. In the second part of the article I present the results of an empirical study conceived to test some basic hypotheses of the theoretical approach.

Key words: Decision-making, Leadership Structures, Top Management Teams, Contradictions, Dialectics, Tensegrity, Structuration

 

Richard Weiskopf, Bernadette Loacker: "A snake's coils are even more intricate than a mole's burrow." Individualization and Subjectification in Post-disciplinary Regimes of Work

management revue 4/2006, 395-419

In contemporary discourse it is almost commonplace to describe societies and work relations as highly individualized. In this article we develop a conceptual framework that enables us to discuss processes and practices of individualization as political technologies. Following a line of thinking influenced by Michel Foucault and Gilles Deleuze, we first illustrate three different regimes of work. The main focus is on elaborating and illustrating characteristics of the post-disciplinary regime of work which allows us to systematize fundamental shifts in the way of organizing and managing work. We then analyze contemporary strategies for producing the "appropriate individual" as "technologies of modulation" that focus on the production of the autonomous, flexible and adaptable subject. We suggest that these strategies are highly ambivalent and must not be seen in a deterministic way. They are necessarily an interplay of technologies that determine the conduct of individuals and "technologies of the self". This is reflected in the process of subjectification that contains both possibilities for increased subjection and for self-creation.

Key words: Governmentality, Individualization, Post-disciplinarity, Regimes of Work, Subjectification, Technologies of the self

 

Bennie Linde, René Schalk: Experience of the Employment Relationship after a Merger

management revue 4/2006, 484-498

Mergers and acquisitions create many management challenges. The development of a new employment relationship is one of the problems in such a situation. This paper investigates the influence of previous employment structures and the experience of previous employment relationships on the psychological contract, job satisfaction, job insecurity, and general health of employees in the context of a merged higher education institution. Employees of two previously independent universities that merged into one university completed a questionnaire. The two former universities had a very different history with very dissimilar employment relationships and experiences among personnel. This history influenced the experience of the employment relationship after the merger.

Key words: Employment Relations, Mergers and Acquisitions, Work Wellness

 

Anneke Offereins, Ben Fruytier: Organising R&D in Globalised Context: Convergence or Divergence? The Relative Influence of Dutch and Foreign Cultures on the Organisational Structure of R&D in Multinational Corporations

management revue 4/2006, 372-394

This paper examines national culture as an explanatory variable in the convergence versus divergence debate of R&D organisational structures. It explores the effects of globalisation on the way in which R&D processes are structured at group level. It is argued that culture may have a decisive effect on R&D group-structure. On the one hand the results of the study observe a converging trend towards a universal organisational structure under influence of a predominantly Anglo-Saxon-based culture. On the other hand, there is a persistence of differences owing to the dominance of the domestic culture on the one side and the increasing multicultural composition of the R&D staff at the laboratories on the other side, which points to divergence.

The research was conducted at eight of the ten most innovative MNCs in the Netherlands. It builds on scientific studies regarding organisational design in R&D (Chiesa 1996, 2001; Donaldson 2001; De Sitter 1998; Tidd et al. 2001) and includes the conceptual frameworks by Hofstede for analysing cultural diversity, complemented by contributions to the convergence-divergence debate (Ferner 1997; Harzing/Sorge 2003).

Key words: National Culture, Research & Development, Organisational Structure

 

Michiel Schoemaker, André Nijhof, Jan Jonker: Human Value Management. The Influence of the Contemporary Developments of Corporate Social Responsibility and Social Capital on HRM

management revue 4/2006, 448-465

In both practice-oriented and academic discourses the concepts of corporate social responsibility (CSR) and human resource management (HRM) are often treated separately. It is argued here that this is an outdated approach. Starting from the observation that organisations develop towards open systems, it becomes obvious that CSR and HRM are intertwined. In open systems cooperative action is based on the willingness of humans to bring in and develop their talents as part of communities of work. The proper functioning of organisations becomes dependent on shared values between networks of people. At the same time these networks broaden the perception of what (new) roles and functions organisation should fulfil. This brings in the notion of CSR. Organisations are expected to encompass a broadening range of responsibilities combining the delivery of added value in the market place with broadening responsibilities. These developments require a repositioning of the role and perception of HRM towards a new strategic approach labelled here as Human Value Management. This paper offers an exploration of this HVM approach by comparing it to HRM and linking it to CSR. As such it offers a conceptual framework enabling the formulation of a series of questions for future research.

Key words: Human Value Management, Human Resource Management, Social Capital, Corporate Social Responsibility

 

Martin Brussig, Ute Leber: Formal and informal ways of learning in employer-provided further training in East and West German enterprises: Results from a large-scale establishment survey

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2006, 305-325

The paper analyses the mix of training forms in employer-provided training in East and West German enterprises with a special emphasis on informal and work-integrated forms of learning. Recent studies have shown that East German enterprises are at least as active in employer-provided training as West German firms. However, these studies are limited to formal ways of further training. Based on a large-scale enterprise survey and ordered-logit regressions, differences in employer-provided further training activities between East and West German enterprises can be shown. In particular, East German enterprises are less active in informal and work-integrated ways of further training.

Key words: employer-provided further training, informal and work-integrated learning, human resource management

 

Krzysztof Jackowicz, Oskar Kowalewski: Why do companies go private in Emerging Markets? Evidence from Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2006, 326-348

In recent years the number of going private transactions has considerably increased in emerging markets. The purpose of this study is to define the financial characteristics of companies that have gone private using a dataset comprising Polish companies. By applying a probit model we were able to distinguish the difference between firms that went private and those that did not. We found that the probability of going private grew with an increase in the concentration of foreign ownership, a rise in the relative level of free cash flows, a decrease in the level of long term debt, and a decrease in the liquidity of share trading. The results obtained are important both for investors wishing to identify entities marked by a high likelihood of going private as well as for governmental authorities evaluating the methods and rationality of privatization among mature state-owned enterprises.

Key words: Going Private, free cash flow, information asymmetry, ownership structure, emerging markets

 

Ružena Lukášová, Emilie Franková, Alois. Surynek: Organizational culture of Czech manufacturing companies: An empirical typology

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2006, 349-371

The contribution presents the results of research into organizational culture of Czech manufacturing companies. The study was carried out on a sample of respondents from top, medium and low management from 74 companies. The analysis of organizational culture was performed on the levels of values, norms and selected aspects of perceiving and behaving which are shared in the organization. The data obtained through questionnaires were processed by means of factor and cluster analyses. The research has resulted in an empirical typology presenting the typical contents of organizational culture of Czech manufacturing companies.

Key words: Organizational culture, Empirical typology, Czech manufacturing companies

 

Ralph-Elmar Lungwitz, Peter Le, Sebastian Campagna: Co-ordination media in cross-national networks of small and medium-sized enterprises

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2006, 372-380

Not only large corporations but also SMEs increasingly organise into cross-border networks, in order to benefit from the advantages of international division of labour. As regards the co-ordination of network activities it makes sense to distinguish between the role of social co-ordination media and the factual and temporal co-ordination of network activities. Social co-ordination media are geared to the generation of mutual "reliability". Their mode of operating is closely linked to the internal power structures of the networks.

Key words: SMEs, Cross-border Networks, Co-ordination Media

 

Peter Ulrich: Politische Ökonomie, wirtschaftsethisch rekonfiguriert - Funktionale Systemökonomie im Kontext praktischer Sozialökonomie

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2006, 164-182

Das klassische Selbstverständnis der Politischen Ökonomie als ethisch-politischer Disziplin ist längst dem methodischen Reduktionismus "reiner" Ökonomik gewichen. Heute gilt es die "implizite Ethik" des ökonomischen Ansatzes aufzudecken, um einem reflektierten Umgang mit den Spannungen zwischen der "eigensinnigen" Sachlogik des marktwirtschaftlichen Systems und den ethischen Prinzipien einer wohlgeordneten Gesellschaft freier Bürger zuzuarbeiten. Ausgehend von den konzeptionellen und methodologischen Ideen Adam Smiths und John St. Mills wird ein dualistisches Konzept Politischer Ökonomie entworfen, das funktionale Systemökonomie systematisch in praktische Sozialökonomie integriert.

 

John-Stewart Gordon: Justice or Equality?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2006, 183-205

Der vorliegende Aufsatz untersucht zum einen die wichtigsten Argumente in der Diskussion zwischen den Egalitariern und den Inegalitariern mit Blick auf die Fragestellung, wie das Verhältnis von Gerechtigkeit und Gleichheit genau aussieht. Zum anderen werden auf der Grundlage der Untersuchung erste Überlegungen für einen eigenen Ansatz - wie man das Verhältnis von Gerechtigkeit und Gleichheit verstehen sollte - angestellt.

Korreferat von Kirsten Meyer: Relational Equality and Justice

 

Michael S. Aßländer: Vom "klassischen Irrtum" der Neoklassik - Kritische Anmerkungen zur Klassikeradaption im modernen Ökonomieverständnis

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2006, 206-222

In wesentlichen ihrer Aussagen beruft sich die neoklassische Theorie auf die theoretischen Vorarbeiten der klassischen Ökonomie. Gestützt auf die invisible hand Adam Smiths und den Liberalismus John Stuart Mills optiert sie für freie Märkte und die weitgehende Zurückhaltung des Staates in wirtschaftlichen Belangen. Es lässt sich jedoch zeigen, dass eine derartige Interpretation mindestens in dreifacher Hinsicht einem theoriegeschichtlichen Irrtum unterliegt.

 

Reinhard Neck: Politische Ökonomie, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik - Was bleibt vom Forschungsprogramm von John Neville Keynes?

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2006, 223-239

Es wird untersucht, wieweit die von John Neville Keynes, dem Vater von John Maynard Keynes, stammende Unterscheidung von Volkswirtschaftstheorie, Wissenschaft von der Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik heute noch sinnvoll ist und welche Aufgaben diesen Teildisziplinen der Volkswirtschaftslehre angesichts der Neuen Politischen Ökonomie und anderer jüngerer Entwicklungen zukommen sollen.

 

Alexander Ebner: Normative Grundlagen der Sozialpolitik - Solidarismus, Historische Schule und die politische Ökonomie des Wohlfahrtsstaates

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2006, 240-262

Zu den prägenden Diskursen in der normativen Begründung der Sozialpolitik gehören die im Kontext der katholischen Soziallehre angesiedelten Beiträge des Solidarismus, deren Gehalte im zeitgenössischen Kontext der sozialreformerischen Beiträge der Historischen Schule zu bewerten sind. Diese Einordnung des Solidarismus erlaubt eine ethisch fundierte Betrachtung der politischen Ökonomie des Wohlfahrtsstaats und seiner immanenten Entwicklungsdynamik vor dem Hintergrund des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft.

 

Dieter Thomä: Die Theorie des Humankapitals zwischen Kultur und Ökonomie

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2006, 301-323

Der Begriff ‚Humankapital' wird üblicherweise der Ökonomie zugeschlagen und ruft die Verteidiger der Kultur der Lebensführung auf den Plan. Dieser Gegensatz greift zu kurz. Die orthodoxe ökonomische Theorie des Humankapitals hat, so wird gezeigt, einen heterodoxen Verwandten in der Kulturtheorie. Auf der Basis dieser Begriffsbildung wird eine neue Analyse der Stärken und Schwächen des Begriffs ‚Humankapital' entwickelt.

Korreferat von Matthias Jung: Humankapital als Kulturalisierung der Ökonomie?

 

Birger P. Priddat: Kunst als Ressource der Wirtschaft

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2006, 324-339

Kunst und Wirtschaft sind eigene Sphären, die aber Schnittpunkte haben. Ein solcher ist die Disposition der Wahrnehmung des Neuen. Was in der Wirtschaft Innovation heißt, ist in der Kunst die unbestimmte Bestimmbarkeit des Neuen. Die Wahrnehmung liegt vor der Kommunikation, dem gewöhnlichen Metier der Wirtschaft. Die Wahrnehmung des Neuen an der Kunst zu lernen, ist ein Modell für die Wirtschaft, sich selbst anders wahrzunehmen.

Korreferat von Tilman Reitz: Die Attraktion der Warenwelt und der Distinktionswert der Kunst

 

Alexander Brink: Albert O. Hirschmans "Rhetorik der Reaktion" - Kritik an derWirtschafts- und Unternehmensethik und Empfehlungen für die angewandte Wissenschaft und das Management

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2006, 340-356

In Albert O. Hirschmans Werk "Rhetorik der Reaktion" werden drei Grundfiguren reaktionären Denkens behandelt: die Sinnverkehrungsthese, die Vergeblichkeitsthese und die Gefährdungsthese. Hirschman erläutert seine Thesen im Rahmen großer weltgeschichtlicher Ereignisse und entlarvt sie als bloße Rhetorik einer Reaktion auf progressive Schübe. Es soll gezeigt werden, dass sich seine Ideen nicht nur politikwissenschaftlich analysieren lassen, sondern seine Thesen auch wissenschaftstheoretische Bedeutung haben. Diese Dimension kann am Beispiel der deutschen Wirtschafts- und Unternehmensethik deutlich gemacht werden, die als eine interdisziplinäre Wissenschaft sozusagen selbst das Progressive im konservativen Umfeld der Wirtschaftswissenschaften darstellt. Dabei zeigt sich, dass Hirschman als politischer Ökonom ein Instrumentarium liefert, das helfen kann, zwei Wissenschaften wieder zusammenzuführen: Ökonomie und Philosophie.

Korreferat von Walter Reese-Schäfer: Der Primat des Ökonomischen in der Wirtschaftsethik - Lehren aus Albert O. Hirschmans "Rhetorik der Reaktion"

 

Wolf Dieter Enkelmann: Vom Wert des Überflüssigen - Zum Verhältnis von künstlerischer Freiheit und wirtschaftlichem Gewinn

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2006, 357-368

Kunst und Wirtschaft erscheinen als Antipoden. Zweckmäßigkeit sichert die Überlebensfähigkeit der Wirtschaft, Zweckfreiheit ist Existenzbedingung der Kunst. Doch haben beide Handlungsorientierungen in der Idee des Gewinns ein Gemeinsames, in dem die Wirtschaft das Paradigma der Nützlichkeit transzendiert und die Kunst den Nutzwert des Überflusses aufweist: Eine authentische Chance für Unternehmenskultur und Corporate Cultural Responsibility.

 

Stefan Höft, Benedikt Hell: Die Bindungswirkung von Unternehmenspraktika im Rahmen des Hochschulmarketings: Affektives Commitment als endogene und exogene Variable

Zeitschrift für Personalforschung 1/2007, 5-21

Hochschulpraktika gelten als wirkungsvolle Personalmarketing-Maßnahmen zur Bindung zukünftiger Mitarbeiter und werden von Organisationen häufig zur Personalrekrutierung und Personalauswahl herangezogen. In der berichteten Studie wird die Bindungswirkung solcher Praktika unter Rückgriff auf das psychologische Konstrukt "affektives Commitment" untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei die durch die beschäftigende Organisation veränderbaren Rahmenbedingungen eines Praktikums und die durch Praktika erzielten Resultate. Als Datengrundlage dienen Selbstauskünfte zum Praktikumserleben von 83 Studierenden der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Mit Hilfe von Regressions- und Pfadanalysen wird gezeigt, dass die Integration der Praktikanten in den Arbeitsprozess eine Schlüsselvariable für das Commitment der Praktikanten zur beschäftigenden Organisation darstellt. Commitment weist bedeutsame Zusammenhänge mit der Praktikumszufriedenheit auf und leistet einen substantiellen Beitrag zur Vorhersage des Wunsches, nach dem Studium in der Organisation arbeiten zu wollen. Extrinsische Motivatoren, wie die Höhe der Bezahlung während des Praktikums, wirken sich weder auf das Commitment noch auf die Zufriedenheit mit dem Praktikum oder den Wunsch aus, in der betreffenden Organisation später zu arbeiten.

Key words: Commitment, Internship, Personnel Recruiting, Organizational Attractiveness

 

Marion Festing, Jana Okech: Vertikale Arbeitsmarktsegmentation nach dem Geschlecht - ein neoinstitutionalistischer Erklärungsversuch am Beispiel Deutschlands und Schwedens

Zeitschrift für Personalforschung 1/2007, 42-59

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt lassen sich trotz gestiegener Erwerbsneigung und erhöhtem Bildungsniveau von Frauen nach wie vor vertikale Segmentationsmuster nach dem Geschlecht beobachten. Dies ist in anderen Ländern wie beispielsweise Schweden nur in einem geringeren Ausmaß der Fall. Der vorliegende Beitrag verdeutlicht die Situation anhand vergleichender empirischer Untersuchungen im deutschen und skandinavischen Bankensektor.

Um den Ursachen der festgestellten länderspezifischen Unterschiede nachzugehen, wird als theoretische Basis der Neoinstitutionalismus mit seinem Fokus auf die jeweiligen institutionellen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf Unternehmen herangezogen. Beispielhaft erfolgt ein Vergleich der für geschlechtsspezifische Segmentationsmuster relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren mögliche Auswirkungen in Deutschland und Schweden.

Im Ergebnis lässt sich ein Zusammenhang zwischen den analysierten institutionellen Rahmenbedingungen und dem länderspezifisch unterschiedlichen Umgang der Unternehmen mit geschlechtsspezifischer Arbeitsmarktsegmentation postulieren. Dies hat Implikationen für die Wissenschaft und Praxis.

Key words: New Institutionalism, Banking Sector, Glass Ceiling, Women in Management, Institutional Contexts of Sweden and Germany

 

Sabine Lederle: Die Einführung von Diversity Management in deutschen Organisationen: Eine neoinstitutionalistische Perspektive

Zeitschrift für Personalforschung 1/2007, 22-41

Warum und wie Diversity Management Eingang in deutsche Organisationen fand, wird vor dem theoretischen Hintergrund des organisationssoziologischen Neoinstitutionalismus analysiert. Dazu werden qualitative Interviews mit Diversity-Beauftragten mittels einer wissenssoziologischen Diskursanalyse ausgewertet, um nachzuzeichnen, wie organisationale Akteure die Ursachen für die Einführung von Diversity Management (re-)konstruieren. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass die Institutionalisierung von Diversity Management weniger Ergebnis von Effizienzüberlegungen, als vielmehr der Versuch ist, Konformität mit in Umwelten institutionalisierten Regeln und Erwartungen zu zeigen, um Legitimität zugeschrieben zu bekommen.

Key words: Diversity Management, Neo-Institutionalism, Human Resource Management, Discourse-Analysis

 

Ingrid Artus: Prekäre Interessenvertretung. Ein deutsch-französischer Vergleich von Beschäftigtenrepräsentation im niedrig entlohnten Dienstleistungsbereich

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2007, 5-29

Die wirtschaftliche Bedeutung von Dienstleistungsarbeit unter prekären Beschäftigungs- sowie Partizipationsbedingungen nimmt kontinuierlich zu. Der Beitrag fragt zunächst nach Definition und strukturellen Rahmenbedingungen prekärer Dienstleistungsarbeit. Anschließend werden der formale Deckungsgrad sowie die konkrete Praxis betrieblicher Interessenvertretung im prekären Dienstleistungsbereich in Deutschland und Frankreich verglichen. Empirische Basis sind im weiteren Sinne rund 40 qualitative Interviews in einschlägigen Branchen, im engeren Sinne eine deutsch-französische Fallstudie im Einzelhandel. Die ländervergleichende Analyse legt insgesamt die These nahe, dass das französische Institutionensystem betrieblicher Interessenvertretung speziell für den prekären Dienstleistungsbereich einige Vorteile besitzt, aus denen sich auch für die deutsche Situation einiges lernen lässt. Zudem plädiert der Text dafür, zukünftig den holistischen Vergleich national einheitlich gedachter Institutionenmodelle durch komparative Ansätze auf subnationaler Ebene zu ersetzen, welche die konkrete Institutionenpraxis in spezifischen Wirtschaftssegmenten analysieren.

Key words: Companies without Works Councils, Precarity, Service Work, Retail Sector, Union Organizing, International Comparison of Industrial Relations

 

Simon Renaud: Betriebsräte und Strukturwandel

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2007, 55-73

Strukturelle Veränderungen sind ein Kennzeichen der Marktwirtschaft, gesetzliche Regelungen spiegeln häufig nur die Notwendigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt wider und werden obsolet bzw. sind änderungsbedürftig. Der vorliegende Artikel gibt zunächst einen kurzen Überblick über die Veränderungen der Wirtschaftsstruktur der letzten Jahrzehnte. Nach einer Übersicht der Argumente, warum gesetzliche Mitbestimmungsregeln überhaupt notwendig sein können, folgt eine Analyse der Wirkungen, die der Strukturwandel auf die bestehenden Betriebsratsgesetze ausübt. Schließlich wird betrachtet, welche Auswirkungen der Strukturwandel auf die Notwendigkeit der gesetzlichen Regelung der betrieblichen Mitbestimmung hat. Insgesamt sinkt die theoretische Rechtfertigung der Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen durch die strukturellen Veränderungen.

Key words: Codetermination, Works Councils, Structural Changes

 

Susanne Pernicka, Sabine Blaschke, Andreas Aust: Gewerkschaftliche Revitalisierung durch die Organisierung Selbstständiger? Deutsche und österreichische Gewerkschaften im Vergleich

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2007, 30-54

Die in den meisten europäischen Gewerkschaften konstatierbaren Mitgliederrückgänge und Finanzprobleme haben zu unterschiedlich ausgeprägten Revitalisierungsbemühungen beigetragen. Die machtpolitische Stellung der österreichischen und deutschen Gewerkschaften baut vielfach immer noch auf ihre institutionelle Einbettung in das System der nationalen Arbeitsbeziehungen auf. Etablierte Institutionen bilden hier wesentliche strukturelle Macht- und Legitimationsressourcen, die allerdings zunehmend brüchig werden. Diese Entwicklungen haben zwar nicht zu einer umfassenden Neuorientierung der Gewerkschaften geführt, die Öffnung ihrer Vertretungsdomänen für Solo-Selbstständige wird allerdings als eine strategische Option gesehen, um den Veränderungen der Arbeitsgesellschaft Rechung zu tragen. In dem Beitrag fragen wir nach der Organisierungsfähigkeit und den Organisationsproblemen der Gewerkschaften in Bezug auf diese Gruppe. Das gewählte Forschungsdesign zielt darauf ab, die strukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen zu kontrollieren und die Unterschiede der strategischen Entscheidungen deutscher und österreichischer Gewerkschaften herauszuarbeiten.

Key words: Dependent Self-employed, Trade Unions, Revitalization, Organizing, Participation Model

 

James C. Sesil, Maya K. Kroumova, Douglas L. Kruse, Joseph R. Blasi: Broad-based Employee Stock Options in the U.S. - Company Performance and Characteristics

management revue 1/2007, 5-22

This paper analyses data on 490 companies with broad-based stock option plans, matched to data from CompuStat in order to compare their characteristics and performance to that of other public companies. Major findings are that 1) companies with broad-based plans have higher levels of labor productivity, employment growth, and sales growth than otherwise-similar firms; 2) productivity and profitability levels rise as broad-based plans are adopted, and 3) average compensation levels are higher among such companies both before and after the introduction of broad-based plans, indicating that stock options appear to come on top of other compensation.

Key words: Broad-based Stock Options, Firm Performance, Wage Effect

 

Ji-Hwan Lee: Managing Diversified Firms through Socio-Cultural Mechanisms: A Focus on Korean Chaebols

management revue 1/2007, 23-41

Based on theoretical considerations, this article investigates the socio-cultural mechanisms through which diversified firms are effectively managed without loss of control. Empirical results from extensive questionnaire surveys in Korea and the U.S. show that socio-cultural mechanisms such as shared values and corporate-level training were significantly and positively associated with divisional performance. In addition, socio-cultural mechanisms appear to have unequal effects on the corporate performance in societies with different cultural contexts. Statistical results show that socio-cultural mechanisms worked better in chaebols than in large U.S. firms, possibly because such mechanisms positively interact with high-context culture.

Key words: Diversified Firm, Chaebol, Socio-cultural Mechanism, Shared Value, Inter-divisional Interaction

 

Seong-Kook Kim, Min-Jeong Kim: Mentoring Network and Self-Monitoring Personality

management revue 1/2007, 42-55

Combining mentoring theory with social network theory, this study investigates the formation of mentoring networks. In a sample of 127 military officers, we test hypotheses regarding the relationship between self-monitoring personality and mentoring network characteristics. Protégé's self-monitoring orientation predicted the tie strength in his or her mentoring network. Results support the statement that personality variables predict the structure of social networks. In addition, results of the social network analysis confirm that individuals receive mentoring assistance from multiple mentors and that the mentoring network characteristics a protégé possesses differ depending on his/her self-monitoring orientation.

Key words: Mentoring Network, Self-monitoring, Social Network, Personality

 

Thomas Behrends: Recruitment Practices in Small and Medium Size Enterprises. An Empirical Study among Knowledge-intensive Professional Service Firms

management revue 1/2007, 55-74

The lesser degree of institutionalization and formalization of HR-practices in small and medium-size enterprises (SMEs) usually leads to them being attested a severe "(HR-)Management Deficit". However, the vast majority of these empirical investigations argues from a perspective dominated by the viewpoint of large corporations. As a consequence, the highly differentiated HRM-systems of larger organizations are seen as the "desirable ideal" for small and medium-size enterprises as well. On the basis of an empirical investigation into the recruitment practices of more than 300 professional service firms the study at hand tries to break from this deficit model. Instead, it is assumed that smaller organizations due to their - size-dependent - different preconditions resort to certain functional equivalents in accomplishing their elementary HR-requirements. It becomes apparent that first and foremost the quality of employee relations has a high impact on various measures of recruitment success in smaller organizations. This applies especially to those businesses that do not have implemented a separate HR-department.

Key words: Small and Medium-Size Enterprises, Professional Service Firms, Recruiting

 

Angelo Giardini, Michael Frese: Affective Complementarity in Service Encounters

management revue 1/2007, 75-87

Face-to-face interactions are a crucial part of services. However, research that investigates the dynamics of service encounters is still rare. In this study we used a theoretical framework that aligned the concept of interpersonal complementarity with Mehrabian and Russell's (1974) three-dimensional model of affect. We hypothesized that there are positive relationships between employees' and customers' affective experience of pleasantness and arousal (correspondence rule) and a negative relationship between the interactants' experience of power (reciprocity rule). Furthermore, we explored the role of gender combination in service encounters. We tested our hypotheses with a sample of 29 service employees and 345 service encounters. Using hierarchical linear modeling (HLM), our hypotheses were confirmed. Furthermore, we found that the relationship between employee and customer arousal was affected by the gender combination.

Key words: Emotions, Service, Social Interaction

 

Christos Kalantaridis, Lois Labrianidis, Ivaylo Vassilev: Entrepreneurship and institutional change in Post-socialist rural areas: Some evidence from Russia and the Ukraine

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2007, 9-34

Are entrepreneurs in rural areas of Russia and the Ukraine any different from their urban based counterparts? What are the implications of the distinctiveness of rural entrepreneurship upon the institutional setting - given the weakness of the State? We focus upon the experience of rural areas of Novosibirsk and the Republic of Bashkortostan in Russia and Transcarpathia in the Ukraine. We argue that whilst in urban settings the advancement of post-socialist transformation resulted in increased diversity in the type of individual engaged in entrepreneurship. This raises concerns about the pace and direction of change in rural areas. However, even within the three localities under investigation there appears to be a growing divergence in the pathways of change.

Key words: entrepreneurs; institutions; rural areas; post-socialist transformation

 

Igor Gurkov: Dominant strategic archetype of the Russian industrial firm

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2007, 35-52

Based on the results of the large-scale survey in Russian industrial enterprises we made an attempt to describe the dominant archetype of the Russian industrial firm in terms of strategic patterns, prevailing corporate trajectories and resulting competitive positioning. We have seen that the dominant archetype based on unrealistic beliefs about the organizational life and wrongly understood standards of social responsibility leads in a majority of cases to ineffective corporate trajectories and suppression of the development potential of quality-oriented companies.

Key words: dominant archetype, Russian industrial firm, corporate trajectories

 

Niels Hermes, Theo J.B.M. Postma, Orestis Zivkov: Corporate governance codes and their contents: An analysis of Eastern European codes

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2007, 53-74

Existing literature suggests that the contents of corporate governance codes are similar due to external forces, such as increased integration of countries in the global economy, the increased role of foreign institutional investors and recommendations on corporate governance practices of international organisations. This paper analyzes and compares the code contents of seven Eastern European countries with respect to generally accepted best practice recommendations on disclosure rules, strengthening shareholder rights and modernising boards. We show that for some countries the contents of the country codes are actually rather different as compared to these best practices, suggesting that domestic forces related to country-specific characteristics of corporate governance systems may have helped shaping the contents of corporate governance codes.

Key words: corporate governance, corporate governance codes, Eastern Europe

 

Alwine Mohnen, Kathrin Pokorny: Eine ökonomische Analyse von Performance-Feedback - theoretische Implikationen und experimentelle Evidenz

Zeitschrift für Personalforschung 2/2007, 96-117

In vielen psychologischen Studien wurde gezeigt, dass Performance-Feedback als Motivator innerhalb einer Arbeitsbeziehung wirkt. In diesem Papier soll nun die Wirkung von Feedback mit Methoden der Ökonomie untersucht werden. Dazu wird der Einfluss von Feedback auf die Arbeitsanstrengung des Agenten in einem einfachen Zweiperioden-Modell analysiert. Im zweiten Schritt werden die theoretischen Resultate in einem ökonomischen Experiment getestet. Im Modell führt Feedback (1) zu einer Anstrengungsanpassung in der zweiten Periode, (2) zu einem Anstieg des Gesamtnutzens des Agenten und (3) zu einer Steigerung des erwarteten Gesamtoutputs. Die Daten aus dem Experiment bestätigen die theoretischen Vorhersagen weitgehend. Feedback beeinflusst die Anstrengungswahl des Agenten, obwohl die Entlohnungsfunktion in den Fällen mit und ohne Feedback identisch ist.

Key words: Effort Adjustment, Experiment, Performance Feedback

 

Klaus Götz, Nadine Bleher: Zur Entwicklung transnationaler Unternehmensidentitäten in einer Weltgesellschaft

Zeitschrift für Personalforschung 2/2007, 118-137

Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Integration der Märkte zu einem weltumfassenden Wirtschaftssystem sowie der zunehmenden Transnationalisierung sozio-kultureller Beziehungen, beschäftigen sich Sozial- und Wirtschaftswissenschafter, die die Folgen dieser Globalisierungstrends abzuschätzen versuchen, schon seit Beginn der 90er Jahre mit der Frage, ob territorial definierte, nationalstaatliche Kulturen in der Gegenwart noch das dominante Orientierungsmuster und die vorrangige Grundlage individueller Identifikation bilden. Auf der Grundlage neuer Hypothesen und Theorien, werfen Sozial-, Wirtschafts- und Politikwissenschafter sowie Anthropologen die Frage auf, ob im Zuge der globalen Integration Identifikationsgrundlagen entstehen, die zur Herausbildung transnationaler kultureller Identitäten führen. Diese Frage stellt sich insbesondere für die Personal- und Organisationsentwicklung in global agierende Unternehmen mit Personen(-gruppen), die einen erheblichen Anteil ihres Arbeits- und Privatlebens an einer Vielzahl von Orten in unterschiedlichen Ländern verbringen.

Key words: Concept of Culture, Organizational Development, Traditional and New Models, Business Culture, Transnational Interaction/Cooperation

 

Rolf Wunderer: Verhaltensleitsätze in Märchen und Management - ein Vergleich

Zeitschrift für Personalforschung 2/2007, 138-167

Im Mittelpunkt des Beitrags stehen folgende Fragen, Ziele und Ergebnisse: In welchen der 201 Märchen der Brüder Grimm lassen sich Textstellen identifizieren, die wir als explizite Verhaltensleitsätze interpretieren können? Zu welchen Kernleitsätzen lassen sich die Märchenleitsätze reduzieren. Und welche Verhaltensmaximen aus Unternehmensgrundsätzen lassen sich den Kernleitsätzen zuordnen? Phänomenologisch-induktiv wurden aus 70 zitierten Märchenmaximen acht Kernleitsätze interpretiert. Diesen wurden dann 70 Verhaltensleitsätze aus 43 Unternehmen zugeordnet.

Wer über diese Märchenleitsätze schon "frühsozialisiert" wurde, erfüllt zentrale Führungs- und Kooperationswerte der Wirtschaftspraxis. Märchen können auch didaktisch die Implementation von Firmenleitsätzen unterstützen.

Key words: Folktales, Management, Phenomenological Explication, Comparison of Guiding Behavioural Principles, Value Driven Education by Tales and for Business Behaviour

 

Hendrik Biebeler, Hagen Lesch: Zwischen Mitgliedererosion und Ansehensverlust: Die deutschen Gewerkschaften im Umbruch

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2007, 133-153

Mit den Daten des ALLBUS analysiert diese Arbeit Determinanten der westdeutschen Gewerkschaftsmitgliedschaft und diskutiert darauf aufbauend gewerkschaftspolitische Perspektiven. Organisationsgrade und ihre Veränderungen von 1980 bis 2004 werden zunächst für die Berufsgruppen der Arbeiter, Angestellten und Beamten betrachtet. Eine weitere Untergliederung nach Qualifikationen enthüllt in einem zweiten Schritt spezifische Muster innerhalb der Berufsgruppen. Kleine wie größere Betriebe sind von der Mitgliedererosion betroffen; lediglich Großbetriebe mit 4.000 und mehr Mitarbeitern scheinen noch stabile Gewerkschaftsdomänen zu sein. Logistische Regressionen zeigen, dass die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft von der Betriebsgröße, der Berufsgruppenzugehörigkeit sowie von wirtschaftspolitischen Einstellungen abhängt. Ein neu eingeführter Index der Liberalität erweist sich als signifikant negativ. Für die Gewerkschaftspolitik folgt daraus zweierlei: Zum einen sollten bestehende innerbetriebliche Gewerkschaftsdomänen ausgebaut, zum anderen müsste den liberaleren wirtschaftspolitischen Einstellungen der Arbeitnehmer Rechnung getragen werden.

Key words: Union Membership, Union Density, Economic Attitudes, Germany

 

Claus Schnabel, Joachim Wagner: The Persistent Decline in Unionization in Western and Eastern Germany, 1980-2004: What Can We Learn from a Decomposition Analysis?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2007, 118-132

An empirical analysis of various waves of the ALLBUS social survey shows that union density fell substantially in western Germany from 1980 to 2004 and in eastern Germany from 1992 to 2004. Such a negative trend can be observed for men and women and for different groups of the workforce. Regression estimates indicate that the probability of union membership is related to a number of personal and occupational variables such as age, public sector employment and being a blue collar worker (significant in western Germany only). A decomposition analysis shows that differences in union density over time and between eastern and western Germany to a large degree cannot be explained by differences in the characteristics of employees. Contrary to wide-spread perceptions, changes in the composition of the workforce seem to have played a minor role in the fall in union density in western and eastern Germany.

Key words: Union Membership, Union Density, Germany, Decomposition

 

Jelle Visser: Trade Union Decline and What Next. Is Germany a Special Case?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2007, 97-117

This paper commences with a survey of international trends in union membership, union density and collective bargaining, while focusing on the comparative position of trade unions in Germany. The author considers three hypotheses concerning the development of unionism in recent decades. The first one is that globalisation and structural change in the economy and labour market pull all countries towards a neo-liberal convergence of which union decline is one manifestation. The second predicts that resilient national institutions of collective bargaining and union-employer cooperation enable continued divergence in unionization levels across Western economies. The third one, which seems particularly relevant for Germany, states that feedback mechanisms from internal diversity among both employers and workers trigger processes of institutional destabilisation and decline from which both employers associations and unions suffer. In the final part of the paper the author gives a number of theoretical and empirical reasons why reversing union decline is very difficult and presents a major challenge for unions in Germany and elsewhere.

Key words: Union Membership, Union Density, Collective Bargaining

 

Anke Hassel: The Curse of Institutional Security: The Erosion of German Trade Unionism

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2007, 176-191

Among all EU member states, German unions have the widest gap between male and female trade union density rates and are least adjusted to the structural changes stemming from the rise of the service sector on the labour market. This development asks for a more subtle understanding of the role of industrial relations institutions for trade union membership. The paper addresses the phenomenon by locating the main problem areas of membership erosion, such as weak service sector membership and the ageing of membership in manufacturing trade unions. It argues that industrial relations institutions have a double effect. Industry unionism is on the one hand a key pillar for centralized bargaining and institutional stability. On the other hand, stable institutional structures might have contributed to the membership decline.

Key words: Trade Unions, Membership, Institutional Theory

 

Laszlo Goerke, Markus Pannenberg: Trade Union Membership and Works Councils in West Germany

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2007, 133-153

The fraction of works councillors belonging to a trade union in Germany is much higher than union density among employees. If works councils represent the face of unions, union membership of employees should be related positively to the existence of works councils and their proximity to unions. Using data from the German Socio-Economic-Panel SOEP for West Germany we find that (a) works councillors exhibit a higher probability of being a union member, (b) the mere existence of a works council within an establishment has no significant impact on union membership and (c) a ten percent decrease in the average share of unionised works councillors coincides with a ten percent fall in the probability of being a union member. Hence, the decline in the unionisation of works councillors and the fall in union density in West Germany are closely linked.

Key words: Panel Data, Trade Union Membership, Works Councils

 

Stephen Carney: Reform of Higher Education and the Return of 'Heroic' Leadership: The Case of Denmark

management revue 2/2007, 174-186

Denmark is experiencing a comprehensive package of educational reform aimed at enabling that country to recalibrate itself to the demands of the so-called 'global knowledge economy'. In relation to the higher education sector, a new system of university governance is being implemented where boards are appointed (ultimately) by the State and comprised of a majority of members external to the institution. To further shape (if not direct) the work of universities, the new University Law requires that institutions prepare a 'development contract' with the Ministry, and that this is used as a framework within which universities direct their activities. To facilitate this process a new conception of leadership is invoked. Whilst university leaders ('rektors' in the Danish context) were previously elected by the academic staff of the institution, the new arrangements require that they be appointed by the board which looks to the rector to 'run' the institution and fulfil the demands of the development contract on their behalf.

The study reported here utilises ethnographic method to explore such issues at a time of unprecedented change in Denmark. Notions of the leader as 'hero' - common in contemporary universities despite the general shift in the business world to notions of transformational and distributed leadership - appear not only difficult to eradicate but positively emboldened by the current reform movement. The paper explores different understandings of leadership, both in the literature and 'in action' via the perspectives of university leaders and decision-makers in the Danish case, before considering whether the current reforms make necessary such models of control and if the scope of action of such leaders is seriously curtailed by contemporary education policy.

Key words: Leadership, University Reform, Education Policy

 

Heinke Röbken: Leadership Turnover among University Presidents

management revue 2/2007, 138-152

This study examines leadership succession among university presidents. Strategy researchers have emphasized that changing leaders is an important organizational decision which is likely to affect the strategic direction of the organization (e.g. Hambrick/Fukutomi 1991). Using longitudinal data on German university presidents and rectors, three issues are addressed: (1) Presidential tenure is related to selected organizational features. One characteristic to which particular importance is attributed in the succession literature is organizational size. This study analyzes on an organizational level how the office tenure of current university presidents and rectors relates to university size. (2) On the level of the overall university system, a longitudinal study is conducted in order to determine how the average tenure of German university presidents changed between 1960 and 2000. Five different methods for measuring presidential tenure are developed and compared. The results indicate a decrease in presidential tenure since the early 1990s. (3) In order to analyze potential determinants of the decreasing time in office, correlation analyses are conducted. The results suggest that public funding for teaching and increasing pressures for reforms are significantly related to presidential time in office. Resource endowments for research are not related to presidential tenure. Finally, the implications of the decreasing office tenure for managing organizational change in universities are discussed.

Key words: Leadership Turnover, Succession, Presidential Tenure, University Presidents, Organizational Change

 

Georg Krücken: Organizational Fields and Competitive Groups in Higher Education: Some Lessons from the Bachelor/Master Reform in Germany

management revue 2/2007, 187-203

The implementation of the Bachelor and Master reform in German universities happens at a surprisingly rapid pace. Apparently, a higher education system which by most observers is characterized as being reluctant to change can quickly embrace the Bologna process, which aims at a common European higher education area until 2010. In this article the main driving-forces underlying the rapid reform process are identified with the help of some conceptual tools from the new institutionalism in organizational analysis and based on qualitative empirical research. According to my analysis, the process can only be explained by the strong interactions within an "organizational field". Among the organizations involved, the state as a coercive actor seems to be the single most important driving-force. In addition, one can witness a stronger role for accountability and leadership in universities and the emergence of new regulatory actors like accreditation agencies. As the Bachelor and Master reform is rather implemented in a "top down" way, "bottom up" competitive processes among universities play a weaker role than expected. The "competitive groups", in which universities position themselves with regard to students are mostly regional. This opens up further questions with regard to the effects of the Europeanization of higher education.

Key words: Organizational Field, Competition, Bologna Process, German Universities, Higher Education Reform

 

Barbara M. Kehm, Ute Lanzendorf: The Impacts of University Management on Academic Work: Reform Experiences in Austria and Germany

management revue 2/2007, 153-173

This contribution analyses the impacts of managerial governance on academic work, and more especially on research, comparing German and Austrian universities. First, recent reforms of university governance in the two countries are summarized. Second, the degree of implementation of managerial governance at universities is analysed as well as its effects on decision-making and on the organisation of research by individual academics, drawing on 39 interviews conducted in the 2 countries.

Empirical evidence suggests that (a) managerial decision-making structures have been implemented at the central level; (b) deans basically see their role as protecting academics from pressures emanating from managerial interventions of university leadership; and (c) restrictions experienced by individual academics with respect to their personal research agendas are due to shortages of resources rather than to the newly- introduced mechanisms of external guidance or competitive pressure. As a conclusion, the growing importance of non-academically defined criteria for research performance is highlighted as a major consequence of the introduction of university management which could, in future, make traditional academic quality standards less relevant.

Key words: New Public Management, University Management, University Research, International Comparison, Empirical Research, Europe

 

Eduardo Ibarra-Colado: Future University in Present Times: Autonomy, Governance and The Entrepreneurial University

management revue 2/2007, 117-137

The paper discusses the main challenges confronted by Mexican government agencies and universities to deal with the model implemented since the late 1980s in the context of neoliberalism and globalization. Such challenges are associated with the tendencies observed at three levels. First, the transformation of the sense and content of the autonomy regime of the university and its legal principles. Secondly, the emergence of governance as a strategic condition to perform institutional ends and projects in a market driven context. Finally, the gradual conformation of the entrepreneurial university under new organizational arrangements through which it is trying to perform their functions effectively and legitimately to fulfill current market and economic demands. The paper concludes by discussing some alternative arrangements, thus advocating the transformation of the university system in order to confront the challenges resulting from new emerging contexts, but without abandoning its commitment to social development and equity and its historical role as a main cultural institution for society.

Key words: Globalization, Autonomy, Governance, Participation

 

Andreas Hilbert, Karoline Schönbrunn, Sophie Schmode: Student Relationship Management in Germany - Foundations and Opportunities

management revue 2/2007, 204-219

The objective of the article is to introduce to the topic of Student Relationship Management (SRM) in Germany. The concept has been derived from the idea of a Customer Relationship Management (CRM), which has already been successfully implemented in many enterprises. Its objective is to canvass for customers, obtain their loyalty towards the company and, if necessary, win them back. Furthermore, potential uses of a SRM within the context of Higher Education Management will be demonstrated by means of examples of German universities and by applying new methods.

Key words: Student Relationship Management, Customer Relationship Management, Higher Education Management, Data Mining,Student satisfaction

 

Egon Franck, Christian Opitz: The Singularity of the German Doctorate as a Signal for Managerial Talent: Causes, Consequences and Future Developments

management revue 2/2007, 220-241

The paper focuses on signaling options for managerial talent under different higher education regimes. The educational paths in a sample of top managers of the 100 largest publicly traded companies in the U.S., France and Germany are consistent with our theoretical conjectures. For the singular role of the German doctorate, the traditional chair system in doctoral education and training is essential. The effects of higher education reforms are discussed.

In Germany the doctorate is a powerful signal for managerial talent. Future signaling options are closely tied to German higher education reform.

Key words: Doctoral Education, Signaling, Managerial Talent, German Higher Education, Higher Education Reform

 

Alexander Dilger: German Universities as State-sponsored Co-operatives

management revue 2/2007, 102-116

Most universities in Germany are public firms but they have many properties of co-operatives. The most important thereof are described and analysed together with the characteristics of state-sponsorship. The real companions of the university as a co-operation are its professors. The same is true for the faculty level, perhaps even more so. However, especially the students are also organised in a co-operative form as are the representatives of all membership groups together. The state is making some crucial reforms that transform this university model or may even destroy it. In any case, the change is slow, painful and open-ended.

Key words: Co-operative, Incentive, Professor, Reform, Tenure, University

 

Bogdan Lipicnik, Katarina Katja Mihelic: Great expectations? Enterprises´ expectations about graduate education in the field of management: Evidence from Slovenia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2007, 89-108

As a response to the emerging trend of greater enrolment in graduate programmes in Slovenia, this paper assesses the role of higher education (i.e. specifically in the management field) in Slovenian enterprises. The research includes representatives from 80 enterprises and 160 graduate students. It is believed that knowledge and other individual's capabilities obtained in the process of formal education are utilized in companies. However, the opposing belief among students that enterprises do not seek candidates with graduate degrees emphasizes the importance of a deeper investigation of the subject. Research data show that graduate education can be seen not only as an advantage but also as a disadvantage.

Key words: management; Knowledge; graduate studies; Slovenia; research

 

Ágnes Nemcsicsné Zsóka: The role of organisational culture in the environmental awareness of companies

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2007, 109-131

The objective of the article is to highlight the role of environmental values in corporate pro-environmental behaviour. Among the five components of corporate environmental awareness, environmental values are of special importance, as is illustrated by the organisational culture of a Hungarian company showing consistent pro-environmental behaviour regarding all awareness components except values. Empirical research findings - arrived at with the help of Q-methodology - indicate the need for a stable and unambiguous integration of environmental values into organisational culture in order to achieve consistent pro-environmental behaviour at companies.

Key words: organisational culture , pro-environmental organisational behaviour , environmental awareness , environmental values , Q-methodology

 

Marian Gorynia, Jan Nowak, Radoslaw Wolniak: Motives and modes of FDI in Poland: An exploratory qualitative study

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2007, 132-151

The present paper is based on a complex analysis of the results from a survey of seven subsidiaries of multinational corporations (MNCs), which entered the Polish market in the early nineties, and focuses on the motives and modes of setting up these subsidiaries. The survey design has been based on an extensive literature review and the collected data are analysed using a within-case and cross-case approach. The findings of this exploratory study lead to the formulation of pertinent hypotheses that may serve as possible guidelines for undertaking and stimulating future research based on larger and more representative samples of MNC subsidiaries.

Keywords: motives for FDI, modes of FDI, transition economy, FDI in Poland

 

Viviana A. Zelizer: Ethics in the Economy

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2007, 8-32

Economic sociologists lack coherent theories concerning how ethical disputes arise within economic life, and what effects their management has on organizational performance. Using formal codes of ethics within firms as its disciplined focus, we can develop a preliminary conceptualization of ethics in organizations, a series of hypotheses about how codes work, and a preliminary sketch of a reesearch program that follows from these principles.

Keywords: Ethics, Codes, Enforcement, Organizational Performance

Koreferate: Diane Vaughan: Organizations, Competition, and Ethics

Lynn Sharp Paine: Putting Codes in Perspective

 

Stephan Märkt: Kooperation und Moral in der Wirtschaft - Die Sicht der ökonomischen Theorie der kulturellen Evolution und der Weberianischen Wirtschaftssoziologie

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2007, 33-56

Der Aufsatz vergleicht die Sicht der ökonomischen Theorie der kulturellen Evolution und der Weberianischen Wirtschaftssoziologie auf Kooperation und Moral in der Wirtschaft. Anhand ausgewählter Aspekte wie Handlungstheorie und Entstehung von wirtschaftlicher Ordnung werden Stärken und Schwächen der Ansätze herausgearbeitet und miteinander verglichen. Dabei zeigt sich, dass der Weberianische Ansatz insgesamt überlegen ist.

Korreferat: Mateusz Stachura: Grenzen der Kooperation

 

Thorsten Fath, Céline EhrweLegitimationsprozesse wirtschaftlichen Handelns - Normativer Wandel im Anschluss an "Der neue Geist des Kapitalismus"

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2007, 57-77

Im Anschluss an Der neue Geist des Kapitalismus von Luc Boltanski und Ève Chiapello lässt sich normativer Wandel im Wirtschaftsleben anhand der dynamischen Rolle der Kritik begreifen. Im Fokus stehen das Gerechtigkeitsmodell der Cité sowie dessen Herausforderungen durch Bewährungstests in konfliktuellen Situationen.

Korreferat: Frank Adloff: Der neue Geist des Kapitalismus oder Max Weber à la française

 

Thomas Hajduk: Dein Wille geschehe - Deutsche Unternehmen in der Verantwortung

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2007, 107-110

"Zwischen Wettbewerb und Wertedebatte: Wohin steuern Deutschlands Unternehmen?" lautete die Fragestellung eines von der Stiftung Wertevolle Zukunft ausgeschriebenen Essay-Wettbewerbs, der sich an junge Menschen unter 30 Jahren richtete. In seinem Siegerbeitrag beschreibt der Autor die Abstraktion Markt als eine Vielzahl menschlicher Handlungen - und lässt sie deshalb als Ausflucht vor der eigenen Verantwortung nicht gelten.

 

Anna Ilsøe, Jørgen Steen Madsen, Jesper Due: Impacts of Decentralisation - Erosion or Renewal? The Decisive Link between Workplace Representation and Company Size in German and Danish Industrial Relations

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2007, 201-222

In recent decades Germany and Denmark have constituted survival areas for the classical IR system in an era that has otherwise largely been characterised by the deregulation and disorganisation of industrial relations. From the mid-1990s onwards, however, it has to varying degrees been possible to observe erosive tendencies in these hitherto sturdy fortresses of "organised decentralisation". It is the main thesis of this article that the dualistic German system makes it more difficult for the German parties to adapt the bargaining system so that their overall coordination can be preserved even though the required decentralisation is introduced. This thesis is investigated through an extensive comparison of the drivers, contexts and outcomes of decentralisation in Danish and German industry over the last 10-15 years. The article concludes that the single-channel representation system and the more homogeneous composition of company sizes in Denmark are core explanations why Denmark exhibits fewer erosive trends than Germany and more signs of renewal in the development towards multi-level regulation.

Key words: Danish and German Industrial Relations, Workplace Representation, Company Size, Decentralisation of Collective Bargaining, Multi-level Regulation

 

Lorenz Blume, Wolfgang Gerstlberger: Determinanten betrieblicher Innovation: Partizipation vonBeschäftigten als vernachlässigter Einflussfaktor

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2007, 223-244

Die wenigen empirischen Untersuchungen, die bisher zum Zusammenhang zwischen der Partizipation von Beschäftigten und dem unternehmerischen Innovationserfolg durchgeführt wurden, zeigen kein einheitliches Ergebnis. Dies liegt zum einen an unterschiedlichen Abgrenzungen des Partizipationsbegriffs und zum anderen an verschiedenen Untersuchungsmethoden. In diesem Beitrag wird ausgehend von einem breiten Partizipationsbegriff, der sowohl die betriebliche Mitbestimmung durch den Betriebsrat als auch Beteiligungsformen im Bereich der Arbeitsgestaltung und des Wissensmanagements umfasst, für einen repräsentativen Datensatz nordhessischer Unternehmen (N=1.781, n=529) untersucht, ob Partizipation Innovation determiniert. Die Ergebnisse legen nahe, dass gesetzliche betriebliche Mitbestimmung durch Betriebsräte weder positive noch negative Auswirkungen auf die Innovationstätigkeit eines Unternehmens hat. Partizipative Arbeitsgestaltung sowie beteiligungsorientiertes Wissensmanagement zeigen sowohl hinsichtlich des Auftretens als auch der Intensität von Produkt- und Prozessinnovationen positive Effekte.

Key words: Innovation, Codetermination, Participation, Knowledge Management

 

Rüya Gökhan Koçer: "Trade Unions at Whose Service?" Coercive Partnerships and Partnership in Coercion in Turkey's metal sector

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2007, 245-269

Partnership in coercion is defined as cooperation between trade unions and employers at the expense of workers' interests. It differs from coercive partnership by trade unions' not mandatory but willing participation for furtherance of their own interests that are detached from those of their members. The legal changes after 1980 in Turkey created the basic conditions for both of these partnerships patterns. The analysis of the metal industry bargaining system reveals that there are three additional factors which rendered partnership in coercion possible in this sector: employers' needs, weak trade union internal democracy and competition among trade unions. However the examination of some other industries in Turkey shows that partnership patterns in the metal sector cannot be easily used to make generalizations. Yet it possible to consider them as extreme forms which reveal a fundamental feature of partnership clearly: the nature and outcome of partnership are determined by complex interdependencies which are beyond the immediate control of those who are actually becoming partners.

Key words: Partnership, Legal Framework, Union Power, Employers' Interests, Coercion

 

Harald Stummer: Entsolidarisierung von Führungsverhalten und mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2007, 270-278

In Heft 3/2005 von ‚Industrielle Beziehungen' diskutieren Auer-Rizzi et al. (2005) Symptome der Entsolidarisierung von Governance-Strukturen und Führungsverhalten in Deutschland und Österreich. Neben den dort vermuteten Entwicklungen, wie Abnahme der Partizipation, Abnahme der Identifikation etc., zeigt ihre Diskussion eine verblüffende Ähnlichkeit mit gesundheitswissenschaftlichen Langzeitstudien, etwa mit der so genannten Roseto Story. Im folgenden Beitrag wird die mögliche Beziehung zwischen entsolidarisierten Machtstrukturen und der Gesundheit untersucht. Obwohl immer mehr Unternehmen in Gesundheitsmanagementsysteme investieren, ist ein sich verschlechternder Gesundheitszustand zu erwarten, insbesondere dann, wenn sich die Entwicklung in Richtung Egoismus, autokratischem Führungsverhalten und abnehmender sozialer Kompetenz der Führungskräfte fortsetzt.

Key words: Leadership Behaviour, Societal Change, Health, Social Support, Austria, Germany, Roseto Pennsylvania

 

Roman Bechtel: Calculating Human Capital: The Market Based Valuation of the Human Resource

Zeitschrift für Personalforschung 3/2007, 206-231

According to the Resource Based View of strategic management, analyzing the human resource of a specific firm in terms of its potential to serve as a source of a sustainable competitive advantage requires an examination of - among others - the resource value. The question of how to parameterize this value, i.e., how to calculate human capital, straightly leads to an integration of RBV reasoning with market based models of the competitive environment at the factor and product market side. However, there seems to be a tacit consent among strategy scholars that the only adequate market mechanism to be used for resource valuation is the product market with the economic rents effectively created there. Yet this regularly ends in a tautology criticism of the RBV. It thus is the particular purpose of this paper to examine what market mechanism really is the adequate one to use for the calculation of human capital. For this, a deductive methodology is used. In advancing the idea of a product market orientation, one encounters some major dilemmas ultimately leading to the conclusions that a product market based resource valuation is neither useful nor possible and that the resource value must be measurable independent from any product market success - thus invalidating the tautology criticisms at the same time. This is in direct and flagrant contradiction to the prevailing academic view. As a consequence of this, e.g., "Value Added Approaches" and "Return Based Approaches" of Human Capital Management are discredited as not conform to theoretical requirements and not useful for practical business management, whereas factor market based methods alone prove helpful.

Key words: Human Capital Calculation, Competitive Advantage, Resource Based View (RBV), Market Based View (MBV)

 

Stephanie Schmidt, Kirsten Thommes: Incentives to Invest in the Human Capital of Temporary Agency Workers

Zeitschrift für Personalforschung 3/2007, 232-251

Growing diffusion of temporary agency work, in conjunction with the growing importance of human capital management, leads to the question who invests in the human capital of temporary agency workers. Therefore, we investigate the parties' incentives to invest and review the small number of existing empirical works. We show that there are incentives for all parties to invest even in general human capital, using the human capital theory and the concept of psychological contracts. Clients' incentives to invest crucially depend on their motives for using temporary agency work. Additionally, we analyze the evolving externalities of the investments and draw some conclusions concerning the implications for the further training of temporary agency workers.

Key words: Temporary Agency Work, Incentives for Investments, Human Capital, Psychological Contract

 

Gotthard Pietsch: Human Capital Measurement, Ambiguity, and Opportunism: Actors between Menace and Opportunity

Zeitschrift für Personalforschung 3/2007, 252-273

Under the growing influence of economic normative thoughts (as for example the spread of shareholder value philosophy in the 1990s) and therefore under pressure to justify themselves, human resource management professionals are searching for concepts to measure the effects of their decisions and activities on business objectives. Especially, the concepts of human capital measurement attract far-reaching attention. However, that performance measurement of human resource management faces considerable methodical problems leading to the distinctive ambiguity of human capital information. In the face of this ambiguity, the paper points out that human capital measurement tends to promote opportunistic patterns of behavior by offering opportunities to evade personal responsibility. Referring to the model of organizational anarchy, the paper shows that human capital measurement is in danger to evoke a dilution of responsibilities in organizations. But a comprehensive institutionalization and a deliberate "framing" of human capital measurement can contribute to the limitation of opportunism.

Key words: Human Capital Measurement, Opportunism, Organizational Anarchy, Value Based Management

 

Isabell Welpe, Stephan Lutz, Erich Barthel: The Theory of Real Options as Theoretical Foundation for the Assessment of Human Capital in Organizations

Zeitschrift für Personalforschung 3/2007, 274-294

The human capital represented by corporate employees involved in the information and knowledge economy is becoming an increasingly central value-creating factor in global competition. However, in contrast to other value-creating factors, human capital is more difficult to measure, evaluate and manage. Due to human capital's great importance for economic value creation, a series of studies on human capital evaluation have been published during the last few years. This paper discusses why so many traditional evaluation methods are only partly appropriate for categorizing, analyzing and evaluating human capital's special characteristics. In particular, it is difficult for many traditional approaches to integrate notions of flexibility and options with regard to the human capital of companies. Our result shows that the real options theory provides a theoretical framework for the evaluation of human capital and allows a differentiated analysis that, on a qualitative basis, enables investments in uncertainties that are associated with human capital. This theory thus forms the foundation for the quantification of human capital's inherent opportunities and risks. Consequently, this paper provides approaches for the future evaluation of human capital and a conceptual context for empirical studies.

Key words: Human Capital, Real Options, Company Evaluation, Immaterial Assets, Company Value, Investment

 

Volker SteHuman Capital Management: The German Way

Zeitschrift für Personalforschung 3/2007, 295-321

The German discourse on Human Capital Management (HCM) has a long history which resulted in the manifoldness of notions connected with HCM. The exact specification of the meaning of HCM basically depends on the frame of reference used: the frame of the past, of the present or of the future. The present article which concentrates on the German aspects of the HCM debate is aimed at systematizing this discourse by outlining the past and present HCM development in Germany as well as its future perspectives. It will result in a synoptic view, summing up the German state-of-the-art HCM.

Key words: Human Capital Management, Discourse Analysis

 

Stefan Süß, Markus Kleiner: The Psychological Relationship between Companies and Freelancers: An Empirical Study of the Commitment and the Work-related Expectations of Freelancers

management revue 3/2007, 251-270

For some years now a tendency towards a more flexible shaping of employment has been observable. Little research, however, has been dedicated to the question of how relevant this is for the commitment of freelance employees. Therefore the present paper first reverts to the question as to whether - and if so, under what preconditions - freelancers are likely to feel commitment towards the company that employs them. Second, the paper identifies clusters of freelancers following their work-related expectations. On the basis of an empirical study among IT-freelancers it becomes clear that freelancers differ from permanent employees as regards their work-related expectations. Consequences for their felt commitment hence ensue. All in all it is mainly an affective commitment towards their company which they perceive.

Key words: Commitment, Flexible Employment Forms, Freelanced Employees, Work-related Expectations

 

Dorothea Alewell, Katrin Bähring, Anne Canis, Sven Hauff, Kirsten Thommes: Outsourcing HR Functions. Development of an Explanatory Approach to Firms' (Non-Existent) Demand for Personnel Services

management revue 3/2007, 271-292

This paper develops a comprehensive explanatory approach to the outsourcing of Human Resource (HR) functions and the resulting demand or non-demand for personnel services by companies (e.g., interim management, outplacement services, consulting in the field of HR management). Starting from the deficits of approaches that currently dominate the outsourcing debate (cost accounting approach, transaction cost approach, resource-based view of the firm), a modified and expanded framework to explain outsourcing HR management/functions is presented which includes other theoretical approaches as well. On the one hand, potential costs and benefits of outsourcing HR functions are systematically analysed, incorporating so far neglected aspects. On the other hand, triggers as well as situational and structural factors which potentially influence the outsourcing decision via the perceived alternatives or via the expectations that are formed concerning cost and benefits of outsourcing HR functions are also included in the analysis.

Key words: Outsourcing of HR Functions, Personnel Services

 

Albert Martin, Marcus Falke, Christian Gade: The Assessment of the Employment Relationship by Civil Servants. Theoretical and Empirical Insights from a Study in District Courts in Lower Saxony

management revue 3/2007, 293-321

Civil servants in Germany are commonly considered to have special privileges particularly with regard to their employment conditions. This belief is based on the fact that German civil servants ("Beamte") cannot be discharged, which is an aspect of their employment relationship that attracts attention especially in times when the state of the economy is weak. But does security of employment actually play such an important role in the consciousness of employees? Is security of employment really an outstanding determinant of work behaviour or only one factor amongst many others? And: compared to other employees and due to the security of employment civil servants enjoy, do they assess their work situation and their employment relationship differently? In this article we deal with these as well as some further questions. To explain the attitudes towards the employment relationship we present a general model and discuss how the attributes of different types of employment can be incorporated in this model. Theoretical considerations will play a major role in our article. We take this focus deliberately, because the analysis of empirical results demands theoretical interpretation, and because we want to make a contribution to theory development. Our empirical study is based on surveys in eight district courts in Lower Saxony, in twenty-six small and medium sized enterprises and on data from the German Socio-Economic Panel.

Key words: Employment Relationship, Civil Servants, Courts, Working Conditions, Job Satisfaction, Theory of Organizational Behaviour

 

Florian Schramm, Michael Schlese: The Role of Dismissal Protection in Personnel Management. From the Point of View of Personnel Managers

management revue 3/2007, 322-349

This article concerns itself with the effects of dismissal protection on personnel management behaviour within companies. The basis of the empirical analysis is 41 expert interviews conducted in 2006 as well as information available from a standardised survey of 750 personnel managers which was carried out in 2007. As a whole the effects of dismissal protection on personnel management are perceived by personnel managers to be insignificant. In general, employment law is considered to be a necessary framework which is, for the most part, non-obstructive yet at the same time non-supportive. Negative judgements relating to dismissal protection referred to its possible prohibitive effects (in the context of new-hirings), company-internal effects (in the context of confrontations within the company) and preventive effects (in the context of the dismissal of personnel). The prohibitive effect in the form of the non-hiring of new employees or the turning to other forms of employment rather than full time is rather weak. The decision to avoid hiring new employees is dependent upon the personnel manager's perception of employment law and not so much on an economical framework or the characteristics of the organisation. The role of dismissal protection within the company is also quite limited. In particular, having been employed by the company for a long time is considered very important for business management reasons. The judgements of those responsible for personnel are not to be explained with clear situational variables such as the business situation of the company or the development of the company's number of employees. There seems to be, rather, quite a lot of leeway regarding the understanding of Employment law and that this is dependent on the personnel managers' competence in this area as well as other factors. These findings are also relevant in light of the announced harmonisation with the European Labour Court (Green Paper labour law)

Key words: Dismissal Protection, Perception, Personnel Manager

 

Ralph Kattenbach: The Right to Part-Time: Practical Implications from the Managerial Point of View

management revue 3/2007, 350-366

In 2001 the employee's right to reduce working-time according to their own preferences was implemented in Germany. This legal title hardly effects the slowly but steadily growing number of part-time jobs. Nevertheless, data from the socio-economic panel suggest that about 25% of employees wish to reduce their working-time even if this is associated with a loss of income. The HR-manager is seen as a mediator and is expected to play a major role moderating the effect of the legislative implementation. Therefore the HR managers' concepts and attitudes towards part-time as well as the psychological contract are the subject of the presented study. 42 HR-managers have been interviewed. The data are analysed according to qualitative content analysis. In common use the right to reduce one's working-time is rather seen as a matter of negotiation than an obligation to comply. Indeed, the majority of the HR-managers express their goodwill but the acceptance of the part-time requests is dependent on general beliefs, work ethic, and role concepts. Regarding the right to part-time, these are indicators for a weak direct impact of labour law on the managerial reality.

Key words:    Part-time, Reduced Working Hours, Psychological Contract, Human Resources, Work Ethic

 

Gyorgy Malovics, Gabor Racz, Sascha Kraus: The role of environmental management systems in Hungary - Theoretical and empirical insights

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2007, 180-204

Environmental and social aspects, Corporate Social Responsibility (CSR) and Environmental Management Systems (EMS) play an increasingly important role in Western societies. Their role in the Hungarian business sphere has been growing continuously since the removal of the Socialist regime at the end of the 1980s. CSR and EMS are strengthened by two main factors: Hungary's EU accession and the German-oriented Hungarian economy. Recognizing this process, the aim of this paper is to give an insight to the reader regarding the present state of environmentally-conscious company management in Hungary, taking a strategic approach, on the basis of empirical research carried out at the end of 2004.

Key words: environmentally conscious corporate management, EMS, strategy, competitiveness

 

Richard Grover, Mikhail Soloview, Vladimir, Zakharchenko: Corporate real estate management during the transition in Russia

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2007, 205-231

The article reviews corporate real estate management problems during the transitional period of the Russian society between 1991 and the present time. There are interconnected processes of forming and developing the market legislative base for a real estate market, corporative structures, and real estate management. It illustrates the strategic and operational interaction between the corporation management system and its real estate subsystem, and the functions of the corporate real estate department and managers in the top management of corporations, showing the importance of good quality information about real estate assets. Imbalance between the three results in serious problems and these have been a feature of the corporative development during this period.

Key words: transition period, corporate development, legislative base, real estate management

 

Kevin Dalton, Liz Kennedy: Management culture in Romania: Patterns of change and resistance

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2007, 232-259

This study examines how far restructuring has involved a change in leadership style and the development of new philosophies and approaches which derive from the Anglo-American model of 'people management'. During the Communist period, Romania experienced a highly centralised system of management. Broader currents of historical and political culture also served to inculcate values of bureaucratic formalism. In transitional times it appears that the management role is being re-defined and management culture is changing. This article seeks to understand these changes in the culture and identity of Romanian management by examining experience in a range of organisations. It also considers how far Anglo-American values of HRM and managing are relevant to a country where the wider cultural and historical experience differs so strikingly from that in the West.

Key words: management, anglo - American model of HRM, leadership

 

Christian Becker, Frank Jöst: Krise und Reform des Sozialstaates - Eine wirtschaftsethische Analyse des ethischen Dilemmas der ökonomischen Sozialstaatsreformvorschläge

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2007, 126-144

Dieses Papier verdeutlicht die zentrale Bedeutung normativer Aspekte im Zusammenhang mit ökonomischen Empfehlungen zur Reform der deutschen Sozialsysteme und leitet hieraus eine besondere Relevanz der Wirtschaftsethik in diesem Rahmen ab. Wir identifizieren die ethische Dimension der Sozialstaatsfrage als eine notwendige, eigenständige Ergänzung der ökonomischen Perspektive, indem wir insbesondere auf die Begriffe ‚sozial' und ‚sozial gerecht' als historisch-kulturell geprägte gesellschaftliche Wertvorstellungen reflektieren. Im Hinblick auf viele ökonomische Reformvorschläge stellen wir eine implizite und unreflektierte Vermischung von positiven und normativen Momenten fest, insofern diese Vorschläge auf die Implementierung eines angloamerikanischen Sozialstaatsmodells hinauslaufen. An die Stelle der erforderlichen expliziten ethisch-politischen Reflexion sozialer Werte und ihres Wandels tritt somit eine implizite und unreflektierte Werteverschiebung. Wir zeigen, dass dies systematische Gründe hat und die ökonomische Dimension komplex mit normativen Momenten verbunden ist. Um einen umfassenden Beitrag zur Reform des Sozialstaates zu ermöglichen und ökonomische Expertise fruchtbar einzubringen, bedarf es daher einer inter- und transdisziplinären Wirtschaftsethik, die die ethisch relevanten Momente ökonomischer Untersuchungen identifiziert, dies mit einer Analyse der normativen Dimension der Sozialstaatsfrage kritisch in Bezug setzt, und schließlich explizit einer umfassenden ethisch-politischen Reformdebatte zuführt.

Key words: Methodologie, Sozialstaatskrise, Sozialreform, Wirtschaftsethik

Korreferat: Bettina HollsteWas verbirgt sich hinter ökonomischen Vorschlägen zur Reform des Sozialstaates? (142-144)

 

Joachim Wilde: Ein Konzept der Anreizethik zur Weiterentwicklung der sozialen Grundsicherung nach Hartz IV

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2007, 145-158

Die Diskussion über eine Reform der sozialen Grundsicherung in Deutsch land konzentriert sich oft auf die Veränderung der finanziellen Anreizstruktur und Maßnahmen des ‚Workfare'. Das Papier erweitert die Diskussion durch ein neues Konzept der Anreizethik. Mit Hilfe dieses Konzepts werden Schwächen der so genannten ‚Hartz IV'-Reform aufgedeckt und weitergehende Reformvorschläge entwickelt.

Key words: Incentive Ethics, Moral Goods, Social Assistance, Long-term Unemployed

 

Daniel Schläppi: Zwischen Barmherzigkeit, moralischer Pflicht und Kalkül - Ethikund unternehmerisches Handeln im Fürsorgewesen stadtbernischerPersonenkorporationen (18.-21. Jahrhundert)

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2007, 159-177

Am Beispiel historischer Personenkorporationen wird untersucht, welche moralischen Leitbilder hinter einem Fürsorgewesen traditionellen Zuschnitts stehen. Gewisse ethische Grundsätze blieben über Jahrhunderte konstant. Weil die Korporationen die Unterstützung ihrer Bedürftigen aus Vermögenserträgen finanzierten, bestand ein Widerspruch zwischen wirtschaftlichen und karitativen Zielsetzungen. Die Verantwortlichen gingen mit den Mitteln stets haushälterisch um. Dank gesunder Finanzen existieren die Korporationen über Epochengrenzen hinweg bis in die Gegenwart.

Key words: Geschichte, Schweiz, Korporation, Ressourcenbewirtschaftung, Sozialwesen, bürgerliche Moral

 

Andreas Dietrich: Die Entwicklung organisatorischer Kompetenz - Selbstorganisation und nachhaltiges Management als Voraussetzung für effizientes und effektives organisatorisches Handeln

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2007, 178-195

Der Beitrag beschreibt die Entwicklung organisatorischer Kompetenz. Für Unternehmen stellt sie eine Möglichkeit dar, ihre Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit auch in einer komplexen dynamischen Umwelt zu erhalten, indem sie ihnen ermöglicht, sich jederzeit sowohl an neue Situationen anzupassen als auch ihr Umfeld aktiv in ihrem Sinne zu beeinflussen. Als Voraussetzungen für die Entwicklung organisatorischer Kompetenz werden der Ausbau der Organisation zur dynamischen Kernkompetenz sowie die Ausübung eines nachhaltigen Managements ausführlich erörtert.

Key words: Organisatorische Kompetenz, nachhaltiges Management, Selbstorganisation, Kernkompetenzen, Unternehmensethik

 

Lothar Rieth, Melanie Zimmer: Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit - Wirkungen und Lessons Learnt am Beispiel des GTZ/AVEProjektes

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2007, 217-235

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Public Private Partnerships in der Entwicklungszusammenarbeit analysiert dieser Beitrag die Wirkungen einer Public Private Partnership zwischen der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Außenhandelsvereinigung des deutschen Einzelhandels (AVE) zur Verbesserung von Sozialstandards im Textilsektor. In der Analyse stehen die Wirkungen der nationalen Runden Tische des Projektes in Bulgarien, China und auf den Philippinen im Vordergrund. Der Beitrag diskutiert außerdem Faktoren, die einen Einfluss auf den Erfolg des Projekts haben, so etwa globale Wettbewerbsstrukturen, die Ausgangslage vor Ort und die Zusammenarbeit der Projektpartner.

Key words: Multistakeholder Initiatives, Round Tables, Labour Standards/Social Standards, Impact Assessment, Effectiveness, Textile Industry, Public-Private Partnerships

 

Werner Nienhüser, Heiko Hoßfeld: Regulierungsform und Verbetrieblichungsneigung von Managern und Betriebsräten. Ergebnisse einer empirischen Erhebung

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2007, 289-315

Kritiker des deutschen Flächentarifvertragssystems fordern eine stärkere Nutzung betrieblicher Verhandlungslösungen. Die Folgen einer solchen Abkehr vom System der Flächentarifverträge (Verbetrieblichung) hätten vor allem die Betriebe und deren Akteure zu tragen. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Manager und Betriebsräte zur Verbetrieblichung stehen und welche Folgen sie mit einer Verlagerung der Verhandlungen auf die Betriebsebene verbinden. Dabei wird insbesondere untersucht, welchen Einfluss die im Betrieb existierende Regulierungsform (Formen der Tarifbindung bzw. Nichtbindung) auf die Verbetrieblichungsneigung hat. Als Datenbasis dient eine Befragung von 1000 Managern und 1000 mit ihnen in Verhandlungsbeziehungen stehenden Betriebsräten. Deskriptive und multivariate Analysen zeigen, dass Betriebsräte deutliche Gegner und Manager deutliche Befürworter der Verbetrieblichung sind. Bei den Managern zeigt sich ein deutlicher Effekt der Regulierungsform. Bei ihnen ist die Neigung zur Verbetrieblichung höher, wenn der Betrieb bereits einen hohen Verbetrieblichungsgrad aufweist.

Key words: Decentralization of Bargaining, Multi and Single Employer Bargaining, Works Council, Trust, Power

 

Romuald Jagodzinski: Involving European Works Councils in Transnational Negotiations - a Positive Functional Advance in their Operation or Trespassing?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2007, 316-333

This paper aims at discussing some facets of the emerging European level of collective negotiations. The paper argues that in general the acquis communautaire and other international acts can already accommodate this new category of agreements. At the same time it finds out that lack of a specific legal framework may have negative implications for the binding force of the agreements in question and for their enforcement. The existence of those agreements beyond or parallel to law causes hence confusion in regard to roles that the social partners at the national and the European level should play. Thus, in order to put some structure into the debate, it is argued that a differentiation between, on the one hand, national collective bargaining and transnational collective agreements or negotiations, and, on the other hand, consultation and negotiation powers should be applied. Consequently, the author provides an answer to the title question by stating that even though the growing engagement of European Works Councils into transnational collective negotiations represents a functional development of their practice, it is an example of transgressing their information and consultation competences.

Key words: European Works Councils, Transnational Collective Bargaining, Employee Representation, International Labour Law

 

Werner Schmidt: Arbeitsbeziehungen und Sozialintegration in Industriebetrieben mit Beschäftigten deutscher und ausländischer Herkunft

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2007, 343-356

Der Artikel untersucht die Funktion der betrieblichen Arbeitsbeziehungen für die Sozialintegration in Betrieben mit Beschäftigten deutscher und ausländischer Herkunft. Empirisch gestützt durch Interviews, Gruppendiskussionen und eine standardisierte Befragung in drei Industriebetrieben werden die Betriebsräte als wichtige Akteure der betrieblichen Sozialintegration beschrieben. Eingebettet in ein Feld institutionalisierter industrieller Beziehungen sind sie zentrale Repräsentanten universalistischer Regelanwendung, die die Chance nicht-partikularistischer Interessenartikulation bieten und denen die Gleichbehandlung von Beschäftigten weitgehend als Selbstverständlichkeit erscheint. Zusammen mit der wechselseitigen kollegialen Anerkennung im Arbeitsalltag bringen die betrieblichen Arbeitsbeziehungen in den untersuchten Betrieben bis jetzt eine vergleichsweise stabile Sozialintegration hervor. An der sozial ungleichen Positionierung von Herkunftsgruppen ändert sich dadurch jedoch nichts.

Key words: Industrial Relations, Migration, Workplace Social Integration

 

Martin Brussig, Elke Ahlers: Krankheitsbedingte Fehlzeiten älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im betrieblichen Kontext

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2007, 357-378

Arbeitsbedingungen einschließlich der Sozialbeziehungen im Betrieb beeinflussen die Häufigkeit und Länge der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Gegenstand der folgenden Untersuchung sind die Ursachen der höheren Krankenstandsquoten von älteren Beschäftigten, und insbesondere, ob die beobachteten Arbeitsbedingungen den Krankenstand der Älteren stärker beeinflussen als den der Jüngeren, oder ob die Arbeitsbedingungen auf jüngere und ältere Mitarbeiter gleichermaßen wirken. Die Ergebnisse auf der Grundlage der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung zeigen erstens einen sehr starken Zusammenhang zwischen dem Krankenstand der Älteren und dem generellen Krankenstand im Betrieb und zweitens, dass der durchschnittlich höhere Krankenstand der älteren Mitarbeiter mit den Arbeitsbelastungen zusammen hängt: Ältere reagieren "krankheitsanfälliger" auf (identische) Arbeitsbelastungen. Überdies zeigt sich eine erhebliche Heterogenität: Während in den meisten Betrieben (44,0%) der Krankenstand der Älteren höher liegt als der durchschnittliche Krankenstand aller Mitarbeiter, ist er in einem beachtlichen Teil, nämlich in 38,5% niedriger; 17,5 berichteten kein Unterschiede.

Key words: Absenteeism, Demographic Change, Human Resource Management

 

Chris Rowley, Malcolm Warner: The Management of Human Resources in the Asia Pacific: Into the 21st Century  

management revue 4/2007, 374-391

In this introduction, we look at the management of human resources in the Asia Pacific region. We start with an overview of the countries involved, ranging from the hugely populated China to the city-State of Singapore, proposing three categories of economies and the people-management systems, namely the 'developed', the 'developing' and the 'transitional'. After this, we examine the labour markets and employment trends to be found in the region, raising a number of issues relating to future job prospects. We argue that these labour market/employment phenomena and people-management developments are closely intertwined. A further section sums up the findings of the contributors to this Special Issue. Finally, we present our conclusions.

Key words: Asia, Employment, Globalization, Human Resource Management (HRM), Industrial Relations (IR), Multinational Corporations (MNCs)

 

Gyu-Chang Yu, Woo-Sung Park, Yung-Ho Cho: MNCs' HRM Strategy and Country of Origin Effect: Do North American, European and Japanese Firms Really Differ?

management revue 4/2007, 392-409

Based upon the sample of 419 MNCs' subsidiaries in Korea, we examined the country of origin effect in the choice of MNCs' HRM strategy: transplantation, localization, and mixed. A multinominal logit regression analysis showed that there is an important country of origin effect in the choice between a localization strategy and a mixed strategy. North American MNCS tended to implement mixed strategy, while Japanese MNCs tended to adopt localization strategy. European MNCs were in the middle. The estimated log odds of choosing a localization strategy over a mixed strategy by Japanese subsidiaries were 1.79 times higher than European subsidiaries and 2.85 times higher than N. American subsidiaries; those by European subsidiaries were 1.59 times higher than N. American subsidiaries. However, the country of origin was not significantly related to the choice between a transplantation strategy and other strategies. We also examined two alternative factors influencing the HRM strategy of foreign subsidiaries: investment strategy and entry strategy. The implications of this and directions for future research are discussed.

Key words: Country of Origin, HRM Strategy, Localization, MNCs, South Korea

 

Jie Shen: Approaches to International Industrial Relations in Chinese Multinational Corporations

management revue 4/2007, 410-426

Using a longitudinal case study approach this study examines the approaches to international industrial relations (IIR) in eleven Chinese multinational corporations MNCs. It reveals that the Chinese MNCs adopted an integrative approach to IIR, combining both the home and host country industrial relations (IR) systems. The extent of home-based or host-based IR was dependent on the MNC's bargaining power, which was determined by the size of the subsidiaries, their abilities to transfer knowledge and technology, and their reliance on the host market. International experience and industry also affected IIR approaches. The practical implications of the findings are discussed.

Key words: International Industrial Relations (IIR), Labour Relations, Labour Standards, Multinational Corporation (MNCs)

 

Chris Rowley, Saaidah Abdul-Rahman: The Management of Human Resources in Malaysia: Locally-owned Companies and Multinational Companies

management revue 4/2007, 427-453

This paper is concerned with people management practices in companies in Malaysia. It examines the development of the main practice areas of the management of human resources (HR), the HR management (HRM) function and to what extent locally-owned companies (LOC) are influenced by multinational companies (MNC) operating in Malaysia. We found LOCs do not place a high priority on their HR practices and do not benchmark against the HR practices of MNCs. Overall, Malaysian people management generally would be better characterized as still more like 'personnel', than 'HR', management. Any acceptance and development of the HRM concept by Malaysian companies has been slow and cautious. This situation may prove problematic for future competitiveness and upgrading in the context of low wage cost competition from other countries.

Key words: Human Resource Management, Local Companies, Multinational Companies, Malaysia, Transfer

 

Wes Harry, Chizu Nakajima: Ethnocentric HRM Policies in the Asia Pacific Region: An Explanation of Host Country Resistance

management revue 4/2007, 454-471

This paper considers the impact of ethnocentric policies, using as an example diversity policies, created by Multinational Companies (MNCs), Non Government Organisations (NGOs) and international agencies then imposed on a host country and its population. Examples of practices in the Asian Pacific region illustrate how the experience of colonialisation, war and migration have major impact on perceptions of the Host Country governments and nationals The paper discusses possible reasons for Host Country Nationals (HCNs) to resist foreign, apparently, ethnocentric policies. The resistance is often based on the experience of being colonised or the fragile social cohesiveness by the host nations. The motives of the MNC are often perceived to be to weaken the host nation and its organisations so as to be able to dominate the local economy as part of globalisation, taking little, if any, account of local needs and sensitivities. The imposition of ethnocentric policies shows that the parent organisations are not MULTInational but SINGLEnational Companies.

Key words: Asian Management, Diversity, Ethnocentric Policies, HRM, Resistence to Globalization

 

Peeter Vahtra, Kari Liuhto, Harri Lorentz: Privatisation or re - nationalisation in Russia? Strangthening strategic government policies within the economy

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2007, 273-296

Recent years have witnessed increasing state involvement in the Russian enterprise sector, which has been met with contradictory reactions from investors. In the current article, we discuss the development of privatisation and corporate governance in Russia in comparison to other CIS. We provide three company cases with subsequent discussion on ownership, control, and corporate governance in Russia, given the increasing state leverage in the country's industrial sector. Aimed at facilitating discussion among policy makers, investors, and academics alike, we finally offer an insight into strategic dimensions of the Russian enterprise sector by developing a matrix of strategic government policies within the Russian industry.

Key words: Russia, corporate governance, ownership, foreign investments

 

Elena A Iankova: Europeanisation of social partnership in EU-acceding countries

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2007, 297-317

With the advancement of the eastern enlargement of the EU, some advocates of the European social model saw enlargement as the "Trojan horse" against Europeanization, for the Americanization of Europe. In response, the EU recommended the strengthening of social partnership among business, labor and the state in candidate countries. This paper reveals four major venues for change: (1) emphasis on a new philosophy of social dialogue as social governance; (2) broadening the scope of participants in social dialogue; (3) development of autonomous and multi-level social dialogue among the organizations of employees and employers; and (4) capacity building for participation of the social partners in EU-level social dialogue.

Key words: social partnership; social dialogue; Eastern enlargement of the European Union

 

Chistoph Dörrenbächer: Inside the transnational social space: Cross-border management and owner relationship in a German subsidiary in Hungary

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2007, 318-339

This paper examines the social relationships in and around a German subsidiary in Hungary during the first 15 years of Hungarian transition to a market economy. It draws on a recent conceptual framework that sees multinational corporations as transnational social spaces, in which transnational communities - communities of individuals that exhibit a unique cross-national organisational identity - may emerge. Empirically investigating two basic types of cross-border social relationship in multinational corporations, the paper argues that, due to the constant interplay of cross-border management and ownership relationships, the emergence of transnational communities is a demanding process, with established communities being precarious entities.

Key words: Multinational corporations, Transnational social space, Transnational communities, Headquarters-subsidiary relationships, Knowledge transfer

 

Micheal Clarkson, Matthias Fink, Sascha Kraus: Industrial cluster as a factor for innovative drive in regions of transformation and structural change: A comparative analysis of East Germany and Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2007, 340-364

This article investigates the catalyst effect of industrial cluster formation on innovation propensity using as a basis small and medium enterprises (SMEs) located in two regions of transformation and structural change: Brandenburg in Eastern Germany (the former German Democratic Republic) and Lubuskie in Poland. Based upon Porter's (1990a) Diamond of Competitive Advantage of Regions, which is empirically applied in an explorative manner, this article aims to develop a better understanding of the necessity for interaction between enterprises and policy makers and looks at the rationale of establishing industrial and service clusters as the motor for sustained regional development.

Key words: Cluster, Competitive Advantage, SME, Poland, Eastern Germany

 

Hans-Ulrich Küpper: Business Ethics in Germany - Problems, Concepts, and FunctionsZeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2007, 250-269

Der Beitrag untersucht die Frage, warum Unternehmensethik bisher kein Standardthema in Forschung und Lehre der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre ist. Dabei führt er die Anfänge dieser Entwicklung auf die Erfahrungen während der Diktatur bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zurück. Anschließend wurde die Disziplin bis in die 1980er Jahre von Max Webers Konzept einer wertfreien Wissenschaft bestimmt. Seit Mitte der 1980er Jahre wurden eine Reihe unternehmensethischer Positionen und Konzepte entwickelt, die jedoch nicht zu einer breiten Akzeptanz des Faches führten. Daher wird alternativ das Konzept einer Analytischen Unternehmensethik entwickelt, das nach logischen, empirischen sowie normativen Dimensionen unternehmensethischer Fragestellungen unterscheidet.

Key words: Business Ethics, Teaching Business Ethics, Business Administration, Analytical Business Ethics

Korreferat: Thomas Donaldson: Should Business be Moral? (270-274)

Dominik van Aaken: Wertungen im Konstruktionsbereich der ökonomischen Ethik - Über die Verwendung der Ethik-konzeption Karl Homanns in der Betriebswirtschaftslehre

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2007, 275-292

Der Beitrag zeigt, dass die (notwendige) Verwendung ethischer Theorien in der Betriebswirtschaftslehre eine Explikation und kritische Reflektion der damit einhergehenden Wertungen erfordert. Dabei weisen nicht nur die Ethiktheorien selbst bestimmte Wertungen auf. Am Beispiel der ökonomischen Ethik wird deutlich gemacht, dass Forscher bei der Verwendung von Ethiktheorien zwangsläufig zusätzliche Wertungen einfließen lassen, die als ‚Wertungen im Konstruktionsbereich' bezeichnet werden.

Key words: Value System, Economic Ethics, Management Science

Korreferat: Reinhard Pfriem: Wertungen - Welche, von wem und wofür? (293-298)

Julia Roloff: Business as Usual - Der deutsche und französische Beitrag zur Korrumpierung des Oil for Food-Programms

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2007, 299-314

Zwischen 1999 und 2002 zahlten mehr als 2300 Unternehmen weltweit illegale Aufschläge und Gebühren in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar an die durch den VN-Sicherheitsrat sanktionierte irakische Regierung. Der Artikel analysiert den Beitrag deutscher und französischer Unternehmen zur Korrumpierung des Hilfsprogramms, zeigt wie korrupte Strukturen entstehen und macht Vorschläge zur Korruptionsbekämpfung.

Key words: Corruption, Transparency, Iraq, Oil for Food, United Nations, France

 

Jörg M. Rothe: Personalabbau und Ethik - Ein historischer Essay zur Frage, ob es richtig war, Kathryn McNeil zu entlassen

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2007, 315-327

Vor etwa 200 Jahren veränderte sich das ökonomische Denken grundlegend. Es entstand eine Moral des Marktes. Sie konkurriert gleichwohl bis heute mit der älteren, auf Aristoteles zurückgehenden, familienmoralischen Ökonomie. Am Beispiel der Kündigung der Kathryn McNeil wird dieser moralische Konflikt verdeutlicht. Historisch betrachtet, könnte es so sein, dass wir in einer Übergangsphase leben, in der es der Ökonomie gelingt, die ältere Familienmoral in die neuere Marktmoral zu integrieren.

Key words: Staff Lay off, Morality of the Market, Economy, Morality of the Family

 

Martin Schneider Organisationskapital und Humankapital als strategische Ressourcen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2008, 12-34

Die Erfolgswirkungen des Human- und Organisationskapitals werden bislang mit Daten von Unternehmen aus mehreren Branchen untersucht. Dem überlegen wäre eine branchenfokussierte, insider-ökonometrische Forschungsstrategie. Dies wird anhand der veröffentlichten Studien begründet und mit einer neuen Studie zum Maschinenbau der neunziger Jahre illustriert. Hypothesen, die aus ressourcenbasierten Überlegungen abgeleitet werden, bewähren sich empirisch in geordneten logistischen Regressionsanalysen mit Daten des NIFA-Panels: Eine hohe Weiterbildungsintensität (als Maß für das Humankapital) ist mit einer besseren späteren Ertragslage der Unternehmen verbunden. Die breite Nutzung computergestützter Produktionsplanung und -steuerung und die Zahl der pro Beschäftigtem eingesetzten NC/CNC-Maschinen (als Maße für das Organisationskapital) sind ebenfalls mit einer besseren späteren Ertragslage verbunden.

Key words: Human Capital, Organizational Capital, Resource-based View, Mechanical Engineering Industry, Strategic Human Resource Management

 

Martin Brussig, Lutz Bellmann Betriebliche Einflussfaktoren auf Rekrutierungen Älterer und deren Bewerbungen

Zeitschrift für Personalforschung 1/2008, 35-57

Angesichts des demographischen Wandels gewinnen die Verlängerung der Erwerbstätigkeit und damit auch die Bedingungen für Neueinstellungen im letzten Drittel des Erwerbslebens an Bedeutung. Dieser Beitrag untersucht auf mikroökonomischer Grundlage (IAB-Betriebspanel) betriebliche Merkmale, die die Neueinstellung älterer Arbeitnehmer/-innen (50 Jahre und älter) beeinflussen. Besonders berücksichtigt wird das Arbeitsangebot in Form des Vorliegens einer Bewerbung von Älteren, auf deren Grundlage eine Einstellung älterer Bewerber/-innen erst möglich wird. Die Ergebnisse zeigen, dass in ca. drei Viertel der Betriebe keine Bewerbung Älterer vorlag. Im übrigen Viertel entschied sich fast die Hälfte der Betriebe für einen Bewerber oder eine Bewerberin, der oder die mindestens 50 Jahre alt war. Jedoch unterscheiden sich Betriebe, die Bewerbungen Älterer auf sich ziehen können, teilweise erheblich von Betrieben, in denen Ältere hohe Einstellungschancen besitzen. Mögliche Ursachen könnten sowohl ein bewerberseitiges Suchverhalten sein, das sich nicht an Einstellungschancen orientiert, als auch in fehlenden klaren Signalen von Betrieben auf Arbeitsmärkten gegenüber älteren Bewerbern liegen. Schlussfolgerungen für die Arbeitsmarktpolitik und betriebliche Personalwirtschaft werden diskutiert.

Key words: Older Employees, Recruitment, Job Search, Matching

 

Bernd Helmig, Silke Michalski, Patricia Lauper Performance Management in Public & Nonprofit Organisationen. Empirische Ergebnisse zum Teilaspekt Performance Appraisal

Zeitschrift für Personalforschung 1/2008, 58-82

In jüngster Zeit wird in der Personalmanagementforschung vermehrt darauf hingewiesen, dass Forschungsfragen zum Themengebiet Performance Management in Bezug auf öffentliche und Nonprofit Organisationen bislang noch wenig erforscht sind (Brandl et al. 2006). In der Folge entwickelte sich ein wissenschaftlicher Diskus zum Thema Performance Management in Nonprofit Organisationen (vgl. Drost 2007; Jäger/Beyes 2007; Weibler 2007 sowie Brandl et al. 2007), der zum Anlass genommen wird, Ergebnisse einer Untersuchung zur Einführung eines Mitarbeiterbeurteilungssystems an einer Universität (Performance Appraisal) zu präsentieren.

Key words: Performance Management, Performance Appraisal, Public & Nonprofit-Management, Universities

 

Birgit Benkhoff, Vicky Hermet Zur Verbreitung und Ausgestaltung geringfügiger Beschäftigung im Einzelhandel - eine explorative Studie aus der Perspektive von Management und Beschäftigten

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2008, 5-31

Geringfügig Beschäftigte im Einzelhandel erleben höchst prekäre Arbeitsbedingungen und weit verbreitete Verstöße gegen das Arbeitsrecht. Das ergab eine explorative Studie auf der Basis von halbstrukturierten Interviews mit Managern und Mitarbeitern in 22 Filialen von 18 verschiedenen Einzelhandelsunternehmen unterschiedlicher Branchen und zwei Unternehmenszentralen in Sachsen. Obwohl nach dem deutschen Arbeitsrecht alle Arbeitnehmer gleich behandelt werden müssen, veranlasst die Arbeitslosenquote von etwa 15 % in der Region die geringfügig Beschäftigten dazu, Löhne zu akzeptieren, die zum Teil nur die Hälfte des Tarifniveaus betragen. Sie erhalten normalerweise kein Urlaubsgeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, werden kurzfristig zur Arbeit gerufen und wieder nach Hause geschickt, erhalten kaum Weiterbildung. Viele von ihnen können jederzeit entlassen werden, da sie über keinen schriftlichen Arbeitsvertrag verfügen. Angesichts von Drohungen, dass Stellen gestrichen und Filialen geschlossen werden könnten, scheinen Betriebsräte nicht auf Erfüllung des Arbeitsrechts zu bestehen. Einige große tarifgebundene Einzelhandelsfirmen entgehen dem Druck der Gewerkschaften auf Einhaltung der Tarife, indem sie die geringfügig Beschäftigten über einen nicht tarifgebundenen Personaldienstleister anstellen.

Key words: Mini-jobs, Precarious Work, Retail Sector, Unequal Treatment

 

Jörn Pyhel Betriebliche Mitbestimmung und gewerkschaftliche Loyalitätssicherung. Eine empirische Analyse des Einflusses des Betriebsrats und anderer Faktoren auf die Mitgliederbindung der IG Metall

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2008, 32-52

Über die Bedeutung des Betriebsrates für die Mitgliederrekrutierung der deutschen Gewerkschaften herrscht Einigkeit. Sein Einfluss auf die Loyalitätssicherung der bereits rekrutierten Mitglieder ist indessen nicht eindeutig. Die vorliegende Analyse schließt diese Lücke. Empirische Grundlage sind Daten einer repräsentativen Befragung von 1230 Mitgliedern der IG Metall. Zuerst wird die Bedeutung der Mitgliedschaftsloyalität unter Berücksichtigung der "Logik des kollektiven Handelns" diskutiert. Da Olsons Theorie die Mitgliederentwicklung unzureichend erklärt, wird ein Loyalitätsmodell vorgeschlagen, welches neben zweckrationalen soziale und wertrationale Mitgliedschaftsmotive berücksichtigt. Im empirischen Teil werden zunächst die Beziehungen zwischen den eingeführten Loyalitätsdimensionen und der individuellen Abwanderungsneigung untersucht, bevor die Determinanten der Mitgliedschaftsloyalität ermittelt werden. Besondere Berücksichtigung erfährt dabei der Einfluss des Betriebsrates.

Key words: Trade Unions, Collective Goods, Membership, Works Councils, Co-determination

 

Martin Behrens, Jürgen Kädtler Betriebliche Restrukturierung und Partizipation. Wie viel Teilhabe erlauben unterschiedliche Rationalisierungsansätze?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2008, 76-100

Rationalisierung in ihren unterschiedlichen Facetten stellt eine wichtige Realität in der Mehrzahl deutscher Betriebe dar. Der vorliegende Beitrag analysiert konkrete Restrukturierungsformen, die mit den Rationalisierungsansätzen "operative Dezentralisierung" und "strategisches Grenzmanagement" verbunden sind, und fragt nach deren Bedeutung für die Partizipation des Betriebsrats. Unter Rückgriff auf die Daten der WSI-Betriebsrätebefragung zur betrieblichen Restrukturierung (2006) wird neben der Intensität von Restrukturierung selbst auch die Tiefe der Partizipation des Betriebsrates untersucht. Beim Vergleich zwischen operativer Dezentralisierung und strategischem Grenzmanagement zeigen sich deutliche Unterschiede. So werden Betriebsräte bei Maßnahmen der Dezentralisierung vergleichsweise besser informiert und unterbreiten häufiger eigene Konzeptvorschläge, welche dann auch vermehrt vom Management aufgegriffen werden.

Key words: Restructuring, Works Councils, Participation

 

Sabrina Weber Autonome Sozialdialoge auf EU-Ebene: Zur Problematik der Implementation von ,,Texten der neuen Generation"

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2008, 53-75

Die aktuellste Phase des sozialen Dialogs zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften auf EU-Ebene ist durch einen ,,autonomen sozialen Dialog" gekennzeichnet. Charakteristisch sind hierbei gemeinsame, ,,umsetzungsorientierte", jedoch rechtlich unverbindliche Dokumente der Sozialpartner, die durch ihre jeweiligen nationalen Mitgliedsverbände selbst implementiert werden sollen. Die Kommission bezeichnet diese Dokumente als ,,Texte der neuen Generation". Wie ist es um die Implementation dieser Texte bestellt und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?   

In einer ersten Analyse werden sowohl der sektorübergreifende soziale Dialog (Vereinbarung zu Telearbeit 2002) als auch die sektoralen Sozialdialoge (Elektrizitätswirtschaft und Handel) mit einem Fokus auf Deutschland untersucht. Die Analyse zeigt, dass eine Implementation bislang in geringem Umfang stattfindet. Neben Merkmalen des nationalen Systems der Arbeitsbeziehungen müssen die Strategien der beteiligten Akteure sowie die spezifische Thematik des Dokuments in die Erklärung einbezogen werden. Das Hauptproblem besteht in bislang fehlenden Implementationsstrukturen, da eine ausreichende Verknüpfung der verschiedenen beteiligten Ebenen inter- wie auch intraverbandlich noch wenig gegeben ist.

Key words: Social Dialogue, Voluntary Agreements, Implementation, European Union

 

Matthias Heyder, Ludwig Theuvsen Strategic management in the German brewing industry: Are there still differences between East and West

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2008, 10-39

Despite the reunification of Germany more than 15 years ago, substantial differences remain between the regions that once comprised the market-driven West and the socialist, centrally planned East. Although today's Eastern German economy is less competitive than the Western German economy, there are important exceptions to the rule. One exception is the food and beverage industry in which Eastern German companies have gained strong competitive positions. Did they reach this position by mimicking Western German blueprints, or did they go their own way? These questions are addressed in this paper by referring to a large-scale empirical study in the German brewing sector.

Key words: Brewing industry, Eastern Germany, food industry, strategic management, transformation processes transition

 

Cornelia Zanger, Radka Hodicová, Hansjoerg Gaus Psychic distance and cross - border cooperation of SMEs: An empirical study on Saxon and Czech entrepreneurs' interest in cooperazion

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2008, 40-62

This paper examines the relationship between the psychic distance of decision makers in SMEs from specific foreign markets and their interest in cooperation with companies from those countries. Based on a review of the literature and a qualitative empirical study among entrepreneurs in the Saxon-Czech border area, the paper identifies the central explanatory variables of psychic distance, thus contributing to a theoretically-based conceptualization of this construct. Previous conceptualizations of psychic distance are extended and specified. This reveals the necessity for a wider inclusion of perceived differences in the political and legal situations, the mind-set as well as the historical development.

Key words: psychic distance; cross - border cooperation; internationalization; SMEs

 

Christoph Niederhut-Bollmann, Ludwig Theuvsen Strategic management in turbulent markets: The case of the German and Croatian brewing industries

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2008, 63-88

European beer markets are characterized by major changes that are forcing breweries to redesign their competitive strategies. In this paper, we analyze the changes in the German and Croatian brewing industries by referring to Porter's five forces model and generic strategies framework. The analysis reveals growing competitive pressures in both markets and a wide spectrum of competitive strategies. Whereas in Germany cost leaders have gained market shares, the Croatian market is strongly influenced by the differentiation strategies of multinational brewing groups and medium-prized local brands. A comparison of the market characteristics and firm strategies in Germany and Croatia and some theoretical and managerial implications close the paper.

Magnus Sverke, Johnny Hellgren, Katharina Näswall, Sara Göransson, Jan Öhrming: Employee Participation in Organizational Change: Investigating the Effects of Proactive vs. Reactive Implementation of Downsizing in Swedish Hospitals

Zeitschrift für Personalforschung 2/2008, 111-129

Whereas employee participation is generally conceived to facilitate implementation of organizational change, only limited research has investigated whether it may reduce the negative effects of downsizing. The present study compares two Swedish hospitals that implemented downsizing in different ways. While there were no major differences in stressors between hospitals, proactive implementation was associated with more employee participation. Moreover, employee participation variables were positively associated with employee work attitudes and well-being at both hospitals. These findings provide insights concerning the importance of a long-term strategic implementation of organizational change.

Key words: Organizational Change, Work Attitudes, Well-being, Organizational Justice, Health Care

 

Nicolas Aubert: Developing an Ownership Culture with Employee Share Purchase Plans: Evidence from France

Zeitschrift für Personalforschung 2/2008, 130-151

Positive effects of employee participation on organizational performance are closely linked to the implementation of a specific corporate culture always referred to as "ownership culture". This issue can be stimulated through employee share purchase plans (ESPP). This article will investigate how to implement a successful ESPP. In order to do so, we review the literature on employees' investment decisions about their employer's shares. We present in another section the data and methodology of the empirical study. We have conducted semi-structured interviews with French experts specialising in ESPP's implementation. We use the content analysis technique to analyse these interviews. Another section is dedicated to presenting the results of the qualitative research. We find that - offering leveraged employee ownership funds - ESPP's general characteristics, - allowing employees to transfer their deferred profit sharing and gain sharing bonuses into the ESPP - discounting the share price, - giving employees payment facilities, - marketing expenses are particularly successful in stimulating employees' investment. In the last section, we discuss and comment on our results.

Key words: Employee Share Purchase Plan, Employee Share Ownership, Ownership Culture

 

Thomas Steger, Ronald Hartz: The Power of Participation? Power Relations and Processes in Employee-owned Companies

Zeitschrift für Personalforschung 2/2008, 152-170

Introducing employee participation in a company can be expected to change the power relations and the power processes within the organization. This is particularly true when the majority ownership of a company moves into the hand of its employees. Drawing on three case studies of East German companies this paper describes how the introduction of employee ownership interrelates with power relations and processes in the company. Moreover, some overarching patterns were derived from the analysis finally resulting in seven propositions about how employee ownership and power are linked to each other.

Key words: Employee Ownership, Employee-owned Company, Power, Small and Medium-sized Enterprises, Company Crisis, East Germany

 

Wolfgang G. Weber, Christine Unterrainer, Thomas Höge: Sociomoral Atmosphere and Prosocial and Democratic Value Orientations in Enterprises with Different Levels of Structurally Anchored Participation

Zeitschrift für Personalforschung 2/2008, 171-194

This study examines effects of structurally anchored organisational democracy on perceived sociomoral atmosphere and on employees' prosocial, democratic behavioural orientations. Data result from the ODEM research project. Beside a description of the concept of sociomoral atmosphere, within this project, 30 small and medium sized enterprises from Austria, North Italy, South Germany, and Liechtenstein (542 participants) were surveyed with questionnaires, interviews, and document analyses. Based on organisational science criteria, several types of enterprises were derived and pooled into three groups of structurally anchored organisational democracy (no, medium, and high democracy). Multivariate group analyses show significant differences between those groups in parts of their prosocial and democratic behavioural orientations and in their sociomoral atmosphere.

Key words: Participation, Organisational Democracy, Ethical Climate, Organisational Citizenship Behaviour, Value Orientations

 

Erko Martins, Alexander Pundt, Claes S. Horsmann, Friedemann W. Nerdinger: Organizational Culture of Participation: Development and Validation of a Measure

Zeitschrift für Personalforschung 2/2008, 195-215

This article specifies the concept of "Organizational Culture of Participation" (OCP) as that part of an organizational culture which is linked to employee participation. Three OCP-types are distinguished by the way participation is promoted and supported in an organizational culture: (1) leader promoted, (2) employee promoted, and (3) institution promoted OCPs - all types are considered to have different processes and outcomes of employee participation. The OCP concept's relevance for research on employee participation and a first validation of this concept is described. For this we developed a measure of OCP and conducted an empirical study to analyze construct, discriminant and incremental validity. After presenting this study implications for future research and of practical relevance are derived.

Key words: Organizational Culture, Employee Participation, Organizational Commitment, Innovative Behavior, Psychological Ownership, Validation

 

Werner Nienhüser: Resource Dependence Theory - How Well Does It Explain Behavior of Organizations?

management revue 1+2/2008, 9-32

This article evaluates to what extent Resource Dependence Theory (RDT) is able to explain organizational processes and structures. The evaluation criteria are the empirical corroboration of the theory, its information content and generality, but also how realistic the assumptions of the RDT are. The evaluation shows that the theory is empirically well confirmed. On the whole, Resource Dependence Theory significantly contributes to explaining behavior, structure, stability, and change of organizations.

Key words: Resource Dependence Theory, power, behavior of organizations

 

Jörg Freiling: RBV and the Road to the Control of External Organizations

management revue 1+2/2008, 33-52

Although primarily focusing on the internal resource endowment of the firm, RBV has the potential to address the firm's embeddedness in the business environment as well. At present, RBV research lacks a sound understanding of the development of competitive advantages in industries. A change regarding the unit of analysis, however, allows for considering causes and effects on the micro and the macro level as well. The paper stresses the entrepreneurial dimension of RBV and the firm's impact on the environment by comparing RBV and RDA reasoning. Using the explanatory power of the isolating mechanisms and applying system dynamic modelling, it turns out that RBV can move into the direction of a 'New IO'.

Key words: Resource-based View, resource dependence approach, structural school, process school, inter-organizational dependence, power, entrepreneurship theory, open system view, system dynamic modelling

 

Ljiljana Erakovic, Sanjay Goel: Board-Management Relationships: Resources and Internal Dynamics

management revue 1+2/2008, 53-69

This paper investigates directors' relationships with firms' managers, using lenses of resource dependence theory and resource based view. Because of different roles that board members perform in modern organisations we seek to find out what board-management relationships may provide a company with competitive advantage relative to other firms. The paper reports the results from a study conducted in six New Zealand companies. We used multiple respondents from the top management and board members in a variety of firms from different industries. Qualitative analysis of interview transcripts, and matching the qualitative results with secondary information on the companies, reveal several interesting patterns of relationship among top management and board members, as well as the value of this relationship to the firm.

Key words: corporate governance, board-management dynamics, resource dependence, resource-based view

 

Renate Ortlieb, Barbara Sieben: Diversity Strategies Focused on Employees with a Migration Background: An Empirical Investigation Based on Resource Dependence Theory

management revue 1+2/2008, 70-93

In our paper, we develop a typology of diversity strategies through combining elements of strategy research, diversity research, and resource dependence theory. We focus on the question why people with a migration background are (not) employed by organizations. We argue that employment decisions are based on the evaluation of critical resources and the quest to secure their accrual. We identify six diversity strategies, designate each by the importance of respective resources, and derive propositions regarding their relation to competitive strategies. We confront these propositions with empirical data stemming from 500 companies. Correspondence analyses reveal various relationships between diversity and competitive strategies and moderating effects of the company size and the industrial sector. In addition, the robustness of our typology is demonstrated.

Key words: diversity, migration background, employment strategies, resource dependence theory, correspondence analysis

 

Refik Culpan: The Role of Strategic Alliances in Gaining Sustainable Competitive Advantage for Firms

management revue 1+2/2008, 94-105

This article offers a critical assessment of the role of strategic alliances in gaining sustainable competitive advantage through building knowledge assets. To do so, it develops a conceptual model, in which three key concepts: the role of "knowledge assets" in gaining "sustainable competitive advantage" via "strategic alliances" between firms are defined and related to each other. It argues core competencies and dynamic capabilities of firms depend on knowledge assets of the firm. In turn, knowledge assets of the firm determine its sustainable competitive advantage. Furthermore, it explicates how knowledge assets can be exploited or explored in a strategic alliance context. In addition, by offering a new conceptual model, this article contributes to our understanding of the linkages among knowledge building and collaborative ventures between firms and stimulates further research on strategic alliances.

Key words: strategic alliances, sustainable competitive advantage, knowledge assets, components of knowledge, knowledge exploitation and exploration

 

Richard Lacoursière, Bruno Fabi, Louis Raymond: Configuring and Contextualising HR Systems: An Empirical Study of Manufacturing SMEs

management revue 1+2/2008, 106-125

Human resource management (HRM) has become for SMEs a critical factor of adaptation to an increasingly complex and uncertain business environment. Founded on open systems and contingency theory, the present study seeks to identify configurations of HR systems in manufacturing SMEs, and to determine the extent to which these configurations are associated to the environmental and organisational context. Survey data analysis of 176 manufacturing SMEs revealed three configurations of HR systems, namely a "strategic-high-commitment system", a "functional-high-commitment system", and a "traditional-low-commitment system". Differences in these systems are associated to variables that reflect the SMEs' environmental, organisational and technological context.

Key words: HRM, gestalts, open systems theory, context, small business

 

Ken W. Parry: Viewing the Leadership Narrative through Alternate Lenses: An Autoethnographic Investigation

management revue 1+2/2008, 126-147

This conceptual-theoretical article revisits the work of Parry and Hansen on the nature of the organizational story as leadership. The present article is written in the autoethnographic style. The original narrative work is re-examined through the lenses of autoethnography, narrative theory, metaphor/discourse, critical realism and conventional quantitative research. The insights provided by this methodological triangulation are examined. The conclusion is that organizational stories will reflect leadership if they are plausible to the intended audience, give all organizational members an empowered part in the story, have a moral to the story, and have a happy ending. The overarching theme that is proposed is of leadership as the generation of individual hope for a better existence.

Key words: organizational story, leadership, autoethnography, critical realism, metaphor

 

Peter Berg: Working Time Flexibility in the German Employment Relations System: Implications for Germany and Lessons for the United States

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2008, 111-132

Competitive conditions are leading to much experimentation within and decentralization of the German employment relations system. In this aritcle, I show how flexible working time is an integral part of the German employment relations system and how flexible working time arrangements are contributing to its transformation. In addition, I discuss the implications for employers and employees of flexible working time, and the lessons the German experience with flexible working time has for the United States. Flexible working time contributes to the decentralization of German employment relations on multiple levels, particularly within the enterprise. The benefits to employers of flexible working time take many forms and are generally positive, whereas the implications for employees are more mixed. The main lesson for the United States is that labor market insitutions still matter in developing flexible working time models that can meet both employer and employee needs.

Key words: Flexible Working Time, German Employment Relations, Decentralization, Pacts for Employment and Competitiveness, Working Time Accounts

 

Gary Herrigel: Roles and Rules: Ambiguity, Experimentation and New Forms of Stakeholderism in Germany

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2008, 133-150

A reified opposition between social cooperation (stakeholderism) and Neoliberal market solutions paralyzes political and scientific debate on reform in Germany today. This essay rejects that opposition by recasting the way in which each of the categories is understood. Pressure to become more flexible in many areas of work and organizational life has not given rise to a blanket embrace of "the market" on a local level. Instead, it has induced widespread experimentation with alternative forms of workplace and firm governance that involve continual and collaborative recomposition of stakeholder roles in and among firms and social actors. In other words, stakeholder governance is not disintegrating or giving way to the market in Germany. It is being redefined. Experimentation with roles and rules by creative actors drives the alternative analysis. The argument is developed empirically by a discussion of current local trends in the system of industrial relations

Key words: Agency, Industrial Relations, Manufacturing, Institutionalism, Stakeholders, Neo-liberalism

 

Hubert Schnabel: Zur Diskussion über die betriebliche Mitbestimmung

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2008, 152-163

Neuere personalökonomische Arbeiten analysieren die betriebliche Mitbestimmung und befürworten diese mit institutionenökonomischen Argumenten des Marktversagens und der empirischen Absicherung durch eindrucksvolle mikroökonometrische Studien auf der Grundlage von Massendaten. Dem Praktiker kommen aufgrund eigener Erfahrungen Zweifel an der ökonomischen Einschätzung. Gestützt auf eine Fallstudie werden Bedenken vorgebracht und Anregungen zur weiteren theoretischen und empirischen Forschung formuliert.

Key words: Co-determination, Works Councils

 

Bernd Frick: Betriebliche Mitbestimmung unter Rechtfertigungsdruck: Die relative Bedeutung von Produktivitäts- und Umverteilungseffekten

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2008, 164-177

Ungeachtet der Tatsache, dass unser empirisches Wissen über die wirtschaftlichen Folgen rechtlich autorisierter Mitarbeitervertretungen in der jüngeren Vergangenheit erheblich zugenommen hat, gibt es nach wie vor noch mindestens zwei "weiße Flecken" in der Betriebsratsforschung: Zum einen ist die Frage nach der Verbreitung unterschiedlicher "Typen" von Arbeitnehmervertretungen keineswegs abschließend beantwortet, was hin und wieder zu vorschnellen Verallgemeinerungen verleitet. Zum anderen harrt auch die Frage nach dem Umgang der Betriebsräte mit innerbetrieblichen Konflikten (interne Beilegung vs. Einschaltung externer Institutionen) noch ihrer Beantwortung. Beide Forschungsdefizite werden nur durch eine Kombination von qualitativen Fallstudien und quantitativ-ökonometrischen Analysen zu beheben sein.

Key words: Works Councils, Conflict Management, Arbitration, Labor Courts, Firm Performance

 

Päivi Karhunen: Toward convergence in the St. Petersburg hotel industry through the lens of institutional theory

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2008, 106-128

The article assesses the power of institutional organization theory in explaining enterprise adaptation in post-socialism. Empirical analysis of the hotel sector in St. Petersburg, Russia, shows that industry-level isomorphic forces are not at work during economic transition. Combined with market imperfections, this results in intra-industry strategic diversity. The underlying logic however changes as the transition proceeds. During the transition, diversity is based on local versus foreign management and during the post-transition on the legitimacy of operations. The majority of hotels start operating according to shared norms and practices, whereas the lack of coercive pressures from the state still allows some hotels to operate in the shadow and ignore institutional norms.

Key words: Hotel industry, transition economies, Russia, institutional isonorphism, organizational field

 

Eckhard Dittrich, Heiko Schrader, Christo Stojanov: The development of small enterprises in Bulgaria, Czech Republic and the Russian Federation

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2008, 129-153

During the past, the evaluation of the chances of economic transformation and development of Eastern Europe was largely shaped by the view on the modernization and organizational restructuring of large enterprises/combines. Various scholars were sceptical how far these could contribute to a functioning market economy, due to their heritage from the planned economy. The authors therefore investigated how far small entrepreneurs support the transformation process to a market economy. Quantitative and qualitative research was done in Bulgaria, Czech Republic and the Russian Federation in 2003 and 2004 to provide a comprehensive image about the milieu of small enterprises and their ways of operation.

Key words: transformation, small entrepreneurs, networks, Russia, Czech Republic, Bulgaria

 

Heather Skinner,Krzysytof kubacki, Scott Parfitt, Gloria Moss: Polish nightclubs and bars: Management insights into what customers really want

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2008, 154-169

This research aims to analyse the needs of nightclub and bar customers from emerging and developing Polish market by examining customer preferences towards the servicescape and service offerings provided by such venues. Purposive sampling was used to establish two focus groups within the industry's main target market age group. This data was then subjected to a frequency analysis in SPSS in order to identify those elements that were most preferred by the majority of respondents in Poland. Our findings point to the significant preferences of Polish club-goers, indicating importance of various elements of the servicescape (e.g. gender of clientele, security, seating, location of dance floor and service offering) in influencing customer decisions to enter a venue.

Key words: Servicescape, Nightclubs, bars, Customer attitudes, students

 

Peter Ellguth, Susanne Kohaut: Ein Bund fürs Überleben? Betriebliche Vereinbarungen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2008, 209-232

In der Diskussion um die Zukunft des dualen Systems der industriellen Beziehungen spielen Betriebliche Bündnisse zur Beschäftigungs- und Standortsicherung eine wichtige Rolle - als Möglichkeit der Flexibilisierung des vermeintlich starren Tarifvertragssystems und Ausdruck des generellen Trends zur Verbetrieblichung. Ursprünglich als Mittel zur Rettung existenzbedrohter Betriebe gedacht, werden solche Vereinbarungen mittlerweile häufig zur generellen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt. In dem Artikel wird auf Basis des IAB-Betriebspanels zunächst ein deskriptiver Überblick über die Verbreitung Betrieblicher Bündnisse in der Privatwirtschaft gegeben, mit dem Augenmerk auf die Unterscheidung von Krisen- und Wettbewerbsbündnissen. In der anschließenden multivariaten Analyse wird den Einflussfaktoren für den Abschluss Betrieblicher Bündnisse nachgegangen. Wie sich herausstellt, erweist sich die Unterscheidung nach dem Bündnismotiv tatsächlich als fruchtbar, da die Betriebe im Vorfeld abweichende Charakteristika vor allem hinsichtlich ihrer ‚Performance' zeigen.

Key words: Company-level Pacts for Employment and Competitiveness, Collective Bargaining, Works Councils, Decentralization, Private Economy

 

Kerstin Pull: Die betriebswirtschaftliche Logik von Outplacement-Leistungen: Theoretische Erklärungsansätze und ihre Plausibilität im Lichte vorliegender empirischer Befunde

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2008, 233-255

In Zeiten zunehmender Arbeitsplatzunsicherheit spielt die Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit (employability) der Arbeitnehmer eine immer wichtigere Rolle. Ein zentrales Instrument in diesem Kontext sind Outplacement-Leistungen, bei denen freizusetzende Arbeitnehmer bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt werden. Während die vorliegende Outplacement-Literatur im Kern deskriptiv ausgerichtet ist und die wenigen theoretisch motivierten Beiträge sich mit Fragen der Stress- und Verlustforschung beschäftigen, steht in diesem Beitrag die betriebswirtschaftliche Logik von Outplacement-Leistungen im Mittelpunk. Es werden drei verschiedene Logiken der Outplacement-Gewährung entfaltet: eine buchhalterische, eine produktivitätsorientierte sowie eine informationsökonomische Logik. Aus den verschiedenen Logiken werden Hypothesen für die Outplacement-Gewährung abgeleitet und mit dem vorliegenden empirischen Wissen über Outplacement-Leistungen in der Praxis konfrontiert, um hieraus erste Plausibilitätshinweise zu gewinnen. Die zur Verfügung stehende (spärliche) Evidenz deutet dabei darauf hin, dass der Gewährung von Outplacement-Leistungen in der Tat mehr als nur eine Rationalität unterliegt. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für eine theoretisch geleitete und systematisch empirische Untersuchung von Outplacement.

Key words: Outplacement, Employability, Rationale, Accounting, Efficiency Wage, Signalling

 

Renate Neubäumer, Dominik Tretter: Mehr atypische Beschäftigung aus theoretischer Sicht

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2008, 256-278

In dem Beitrag wird die starke Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse mit einem neu entwickelten theoretischen Ansatz erklärt, der die Nachfrage- und die Angebotsseite des Arbeitsmarktes in die Analyse einbezieht. Er basiert auf der Transaktionskostentheorie und rückt die Kosten (und Erlöse) von Arbeitsverhältnissen in den Blickpunkt: Durch verschiedene Formen atypischer Beschäftigungsverhältnisse lassen sich die Arbeitskosten und die Kündigungskosten senken und "externe Erlöse" bei Normalarbeitsverhältnissen erzielen. Dem stehen höhere Transaktionskosten, insbesondere durch Kontrollen, niedrigere Arbeitsleistungen und interne Informationsprozesse, sowie höhere Einarbeitungs- und Weiterbildungskosten gegenüber. Durch eine Reihe von Entwicklungen haben sich die Kostenvorteile durch atypische Beschäftigung verstärkt und die Kostennachteile reduziert: Die Unternehmen haben ihre Arbeitsteilung vertieft, unternehmensweite Leistungserstellungskonzepte eingeführt, standardisiert und EDV zur Leistungskontrolle und zur Verbesserung ihres Informationssystems eingesetzt. Auf Seiten der Arbeitnehmer ist durch mehr persönlichen Flexibilisierungsbedarf und geänderte Einstellungen und/oder die hohe Arbeitslosigkeit das Angebot für atypische Beschäftigungsformen gestiegen.

Key words: Non-standard/Atypical Forms of Employment, Temporary Work, Fixed-term Employment Contracts, (Marginal) Part-time Work

 

Uwe Jirjahn: Betriebsräte und Beschäftigungswachstum: Spielt die Spezifikation der Betriebsgröße eine Rolle für den geschätzten Zusammenhang?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2008, 279-291

Neuere ökonometrische Untersuchungen zeichnen ein neutrales bis positives Bild der ökonomischen Konsequenzen betrieblicher Mitbestimmung. Demgegenüber gelangt ein Beitrag von Addison und Teixeira (2006) zu einer überraschend pessimistischen Einschätzung. Das Vorhandensein eines Betriebsrats ist hiernach negativ mit dem betrieblichen Beschäftigungswachstum verbunden. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Untersuchung mit der Frage, inwieweit der geschätzte Wachstumseffekt des Betriebsrats von der Spezifikation der Betriebsgröße abhängt. Ein signifikant negativer Zusammenhang zwischen Betriebsräten und betrieblicher Beschäftigungsentwicklung zeigt sich nur, wenn die Betriebsgröße linear in die Schätzgleichung einfließt. Wird demgegenüber für die logarithmierte Betriebsgröße kontrolliert, ist kein signifikanter Wachstumseffekt betrieblicher Mitbestimmung festzustellen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die scheinbar negative Beziehung zwischen Betriebsräten und Beschäftigungswachstum auf eine Fehlspezifikation der Betriebsgröße zurückzuführen ist. Da das Vorhandensein eines Betriebsrats positiv mit der Betriebsgröße korreliert ist, spiegelt sich bei einer Fehlspezifikation der negative Wachstumseffekt der Betriebsgröße im geschätzten Betriebsratskoeffizienten wider.

Key words: Works Council, Employment Growth, Establishment Size, Misspecification Error

 

Heiner Minssen, Susanne Schmidt: Selbstselektion statt Personalauswahl? Auslandsentsendungen in der deutschen chemischen Industrie

Zeitschrift für Personalforschung 3/2008, 228-248

Am Beispiel der deutschen chemischen Industrie, einer mittelständisch, aber international orientierten Branche untersuchen wir, in welchem Umfang bei der Abwicklung internationaler Aktivitäten auf Auslandsentsendungen zurückgegriffen wird. Wir zeigen, dass dies deutlich seltener geschieht als angesichts der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Expatriates vermutet werden könnte. Bei der Auswahl der Expatriates folgen die Unternehmen oftmals nicht den seitens der Wissenschaft unterbreiteten Ratschlägen für eine erfolgreiche Personalauswahl, ohne dass daraus jedoch ein erhöhtes Scheiternsrisiko von Auslandsentsendungen erwächst; denn die Personalauswahl erfolgt oftmals auf Basis von Selbstbewerbungen potentieller Kandidaten, durch die wichtiger Erfolgsfaktor von Auslandsentsendungen, die Motivation der Expatriates sichergestellt ist. Es ist deswegen keineswegs irrational, wenn Unternehmen auf aufwändige Auswahlprozeduren verzicht.

Key words: Expatriates, International Assignments, Chemical Industry, Employee Selection, Rationality

 

Marion Festing, Jana Okech: Personenorientierte Koordination internationaler Aktivitäten in Entwicklungs-NGOs - Fallstudienanalyse und Entwicklung eines Bezugsrahmens

Zeitschrift für Personalforschung 3/2008, 249-271

Das (Personal-) Management und die Organisation von internationalen Entwicklungs-NGOs sind bisher wenig erforscht. Ziel dieses Beitrags ist es, Aufschluss darüber zu gewinnen, wie diese Organisationen ihre internationalen Aktivitäten koordinieren und welche Einflussfaktoren hier eine Rolle spielen. Im Fokus stehen dabei die personenorientierten Koordinationsinstrumente. Der vorliegende Beitrag liefert Ergebnisse einer qualitativen empirischen Untersuchung in fünf deutschen international tätigen Entwicklungs-NGOs. Im Ergebnis zeigt sich in diesem Sample erstens die hohe Bedeutung von Entsendungen und persönlicher Interaktionen als Koordinationsmechanismen sowie zweitens, dass die Wahl der personenorientierten Koordinationsmechanismen insbesondere mit den Projektspezifika variiert, während die Aufgabenspezifika nur einen indirekten und die Organisationsspezifika kaum einen Einfluss besitzen. Hieraus ergeben sich Implikationen sowohl für die Praxis als auch für die weitere Forschung.

Key words: International Development NGO, Person-oriented Coordination Mechanisms, Expatriates, Business Travellers, Internal Context, Project Organization

 

Sug-In Chang: Work Role Stressors and Turnover Intentions: A Study of IT Personnel in South Korea

Zeitschrift für Personalforschung 3/2008, 272-290

This paper focuses on the relationship between work role stressors and job satisfaction, organizational commitment, and turnover intention among IT personnel. To collect data, we received the cooperation of the IT SME/Venture Business Association in Korea. IT firms provided the names and addresses of IT personnel working in the Seoul and Gyeonggi region. Results indicated that work role stressors had a positive, indirect effect on turnover intention through low job satisfaction and organizational commitment. The relationship between WFC and organizational commitment was significant. Findings suggested that role ambiguity has negative impact on organizational commitment. The mediating effect of job satisfaction and organizational commitment on turnover intention was not supported.

Key words: Work-family Conflict (WFC), Role Stress, Role Ambiguity, IT Personnel, Turnover Intention

 

Markus L. Ebner, Christian Korunka, Hermann Frank, Manfred Lueger: Intrapreneurship in der beruflichen Erstausbildung: Versuch einer begrifflichen Klärung und Operationalisierung

Zeitschrift für Personalforschung 3/2008, 291-311

In den letzten Jahren ist in Forschung und Praxis ein zunehmendes Interesse an unternehmerisch orientierten MitarbeiterInnen, sogenannten IntrapreneurInnen, zu beobachten. Der vorliegende Artikel beschreibt ein Modell für Intrapreneurship in der beruflichen Erstausbildung (Lehre), das empirisch überprüft wird. Es besteht aus den Dimensionen Eigeninitiative, Innovationsorientierung, Leistungsmotivation, Sozialkompetenz, ausbildungsspezifisches Berufskönnen und ausbildungsspezifische Selbständigkeit. Die Ergebnisse bestätigen die postulierte Dimensionalität.

Key words: Vocational Educational Training, Entrepreneurship, Innovation, Intrapreneurship, Competence

 

Heather Skinner, Krzysztof Kubacki, Gloria Moss, David Chelly: International marketing in an enlarged European Union: Some insights into cultural heterogeneity in Central Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2008, 193-215

We inhabit a global village in which international marketers are encouraged to think and act with both global and local interests in mind. The enlargement of the European Union (EU) in January 2007 has created a 27 member state EU with a population of nearly half a billion. The purpose of this article is therefore to examine the nature of these differences in so far as they impact on the segmentation decisions made by international marketers. This article examines the literature on culture, identity, and self-concept and presents empirical results showing the diversity of these concepts within three countries that are now full EU members - the Czech Republic, Hungary and Poland.

Key words: International Marketing, segmentation, EU enlargement, identity

 

Agnes Borgulya, Judit Hahn: Work related values and attitudes in Central and Eastern Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2008, 216-238

After the shift from centrally planned to market economies, CEE countries experienced significant changes in the world of work. Full employment was replaced by a distortion in labour markets, a rapid rise in unemployment and intensive labour emigration. The following questions are discussed: (1) Can the people in CEE countries be characterized by similar work-related values? (2) Is there any diversity in attitudes towards superiors in the transition countries? To answer these questions, findings of the European Values Study are used. The comparison of data from fourteen CEE countries shows that, concerning work-related values, two groups of countries can be differentiated. The analysis of attitudes towards one's superior also suggests the lack of a homogenous Eastern European cluster.

Key words: Work-related values, attitudes, Central and Eastern Europe, European Values Study

 

Jon Henrich Hanf, Vera Belaya: Retail internationalization and its impact on the Russian agri - food business

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2008, 239-252

The internationalization process of the retailing sector is still in its turbulent starting phase. The present process of retail internationalization has created new trends in the agri-food sector such as global sourcing and retail branding. The example of Metro Group Russia underlines this point. The introduction and implementation of supply chain management concepts affect Russian agri-food business. Therefore, the aim of our article is to analyze this development. We outline the internationalization process of the retail business,and then we elaborate on the structural changes. Second, we apply this knowledge to the Russian agri-food business. We also discuss the future prospects and outlook on further development of the Russian food sector in the context of retail internationalization.

Key words: Retail internationalization, Russia, supply chain management

 

Colin. C. Williams: Illegitimate wage practices in Eastern Europe: The case of "envelope wages"

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2008, 253-270

To evaluate the prevalence in Eastern Europe of a little discussed illegitimate wage practice in which employers pay their formal employees both a declared wage and an undeclared 'envelope wage', an extensive survey involving 10,671 face-to-face interviews in eleven post-socialist societies is here reported. The finding is that 10 per cent of all employees received envelope wages during the last 12 months amounting on average to two-fifths of their gross annual wage. Revealing how although unevenly distributed, this wage practice is nonetheless ubiquitous throughout Eastern Europe, the paper concludes by briefly reviewing policy options for tackling this labour arrangement.

Key words: envelope wages; informal economy; shadow sector; tax compliance; undeclared work; Eastern Europe

 

Adela Cortina: Wirtschaftsethik in Europa - Eine Diagnose

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 10-27

Die Ziele der Gründer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft waren nicht rein "merkantile", sondern "wirtschaftliche" Ziele im weitesten Sinne des Wortes. Wenn es ein spezifisches Modell für Europa gegeben hat, so war dies das Modell der sozialen Marktwirtschaft. Aber die Krise des Sozialstaats hat Zweifel an den grundlegenden Fähigkeiten dieses Modells genährt. Hat Europa etwas Spezifisches für den Bereich der Wirtschaft anzubieten? Die wirtschaftsethischen Ansätze, die in Europa entwickelt wurden, haben eine Menge zur Entwicklung eines "Euroethos" beizutragen. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten europäischen Beiträge vor und versucht die Charakteristika eines europäischen Ansatzes zu skizzieren.

 

Paul Dumouchel: Ethik und Ökonomik - Vom Wert und von Werten

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 28-40

In diesem Beitrag wird gezeigt, dass Ökonomie und Ethik nicht als zwei gegensätzliche und radikal unterschiedliche Dinge betrachtet werden sollten, sondern als zwei Versionen oder Aspekte eines gemeinsamen Vorhabens; nämlich der Einführung von Interaktionsregeln für Akteure, die nicht durch Reziprozitätsverpflichtungen aneinander gebunden sind. Die Besonderheit moderner Ökonomien, im Unterschied zu traditionellen Gabentauschgesellschaften, ist nicht, dass diese ohne ethische Inhalte wären, sondern dass sie eine Antwort geben wollen auf die Frage: Wie sollte ich mich verhalten gegenüber denjenigen, denen ich nichts schulde? Die einzige kohärente Antwort auf diese Frage, die nicht von außen auferlegt wird, impliziert Fairness als selbstregulierendes Charakteristikum von Austauschprozessen. Werte im Sinne einer Wertethik sind in dieses Vorhaben einbezogen als ein Weg das Problem zu lösen, dass Fairness in Austauschprozessen - und allgemeiner in reziproken Verpflichtungen, wenn Reziprozität verschwunden ist, - immer vorausgesetzt werden muss und somit niemals garantiert werden kann.

 

Johan J. Graafland: Christliche Perspektiven auf den Markt

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 41-57

In diesem Beitrag wird die Wirtschaftsethik von drei christlichen Haupttraditionen in Europa analysiert: die römisch-katholische, die evangelische und die ökumenische Tradition. Nach der Beschreibung der gemeinsamen und abweichenden Elemente der drei christlichen Traditionen, werden die Mängel, die freie Markttransaktionen auf zwei christliche Werte haben, untersucht: die Option für die Armen und die Verantwortung für die Schöpfung. Schließlich wird gefolgert, dass aufgrund dieser Mängel alle drei christlichen Traditionen die freie Marktwirtschaft nur unter bestimmten Bedingungen unterstützen können.

 

Bernard Perret: Ethik als Teil eines neuen Regulierungsparadigmas - Globale Trends und europäische Besonderheiten

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 58-68

Dieser Beitrag untersucht die Entwicklung der Wirtschafts- und Unternehmensethik als Teil eines neuen Regulierungsparadigmas in kapitalistischen Marktwirtschaften. Es wird gezeigt, dass formalere Rückgriffe auf ethische Begründungsmuster aufgrund der sinkenden Bedeutung und/oder der geringen Wirksamkeit anderer Mechanismen von sozialer "Einbettung" des ökonomischen Systems notwendiger werden. Die spezifischen Einflüsse des Europäischen Einigungsprozesses auf diese Entwicklung werden analysiert und es wird aufgezeigt, dass die konstitutive Logik dieses Prozesses dazu führt, individualistische Werte und prozedurale Normen zu befördern. 

 

Michael Wohlgemuth: Ein europäisches Sozialmodell der Beziehungen zwischen Staatund Markt - Die Ethik des Wettbewerbs aus ‚neo-liberaler' Sicht

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 69-87

"Neoliberalismus" wird hier in seiner ursprünglichen Bedeutung als Konzept vorgestellt, das dem Staat wichtige ordnungspolitische Aufgaben zuweist, vor allem: Abschaffung von Privilegien, Bekämpfung wirtschaftlicher Macht und deshalb: Schutz des Wettbewerbs. Die Frage, welche ethischen Kategorien mit Wettbewerb in Verbindung gebracht werden können, wird ebenso untersucht wie die Frage, ob ein historisch korrekt verstandener Neoliberalismus als "Europäisches Sozialmodell" taugt.   

 

Hans Joas: Wertegeneralisierung - Grenzen und Möglichkeiten der Kommunikation über Werte

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 88-96

Dieser Beitrag stellt einen Versuch dar, die Bedeutung des Begriffs "Wertegeneralisierung" für die Moralphilosophie und somit hoffentlich auch für die Wirtschafts- und Unternehmensethik darzustellen. Die Bedeutung dieses Begriffs liegt in seinem Beitrag zu dem, was man die Logik einer Kommunikation über Werte nennen könnte. Diese Logik ist vom rational-argumentativen Diskurs zu unterscheiden, aber auch von der Vorstellung einer unversöhnlichen Konfrontation der Werte, Identitäten oder Kulturen oder jeder anderen Form eines irrationalistischen Dezisionismus, der vorgibt, man könne letzte Werte nur in existentieller Weise wählen ohne jede Begründung oder intersubjektive Plausibilität.

 

Jan Tullberg: Moderne Werte - Inhalte und Beitragende

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 97-111

Zwischen der Marktwirtschaft und allgemeineren Werten europäischer Gesellschaften gibt es eine Reihe von Interdependenzen. In diesem Beitrag werden die Einflüsse sowohl theoretischer als auch praktischer Vorstellungen einer Moral des Marktes diskutiert. Eine der Einflussquellen für Werte ist der Altruismus, der von Religionen gefordert und von den meisten Philosophen geachtet wird. Es wird untersucht, ob diese Forderung positiv beurteilt werden kann. Es besteht die Gefahr der Trivialisierung der Ethik in "public-relation"-Diskursen, welche Ethik lediglich auf eine Hilfsfunktion in Dilemmasituationen oder auf Verhaltensrestriktionen reduzieren. Häufig wird in solchen Diskursen ein agentenneutraler Universalismus vorgeschlagen, aber für Unternehmen, die normsetzend wirken wollen, ist eine partikularistischere Ethik von größerem Interesse. Eine angemessene Theorie hierfür fehlt noch weitestgehend und viele wichtige Fragen werden eher juristisch als ethisch behandelt. Es gibt daher gute Gründe für die Wirtschafts- und Unternehmensethik, den Nutzen konventioneller Ethiken zu überdenken, da diese weniger ein Teil der Lösung denn ein Teil der Probleme in Bezug auf Wertfragen moderner Gesellschaften sein könnten.

 

Lisa Herzog: Wirtschaftsethik für menschliche Wesen - Der Beitrag der Verhaltensökonomie zur Wirtschaftsethik

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 112-128

In diesem Beitrag wird diskutiert, wie Ergebnisse der Verhaltensökonomie für die Wirtschaftsethik fruchtbar gemacht werden können. Im Gegensatz zur neo-klassischen Hauptströmung der Ökonomie setzt die Verhaltensökonomie nicht das Modell des homo oeconomicus voraus, sondern untersucht die ökonomische Entscheidungsfindung echter Menschen. Wie das Beispiel der akrasia und deren Auswirkung auf das Sparverhalten für die Altersvorsorge zeigt, erschließt die Verhaltensökonomie neue Felder für die Wirtschaftsethik. Ein zentraler ethischer Gesichtspunkt ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der moralischen Autonomie ökonomischer Akteure. Ein Rawlsianischer Ansatz zeigt, dass "opt-out"-Systeme, die typische Verhaltensweisen berücksichtigen, unter bestimmten Bedingungen die Desiderate der Unterstützung rationalen Verhaltens und der Sicherstellung von Autonomie gewährleisten können.

 

Michaela Haase: Stakeholderintegration - Erweiterung der Kundenintegration und Ansatzpunkt zur Entwicklung einer ökonomisch-ethischen Theorie der Unternehmung

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 129-152

Freeman hat das Bestehen einer Trennung ("separation") zwischen ökonomischen und ethischen Aspekten des Handelns und seiner Analyse festgestellt. Auf der Grundlage einer betriebswirtschaftlichen Theorie der Unternehmung soll ein Beitrag zur Überwindung dieser Trennung geleistet werden. Kundenintegration und integrative Produktion sind die Ansatzpunkte für die gemeinsame Verantwortung von Anbieter und Nachfrager für den Wertschöpfungsprozess und sein Ergebnis. Kundenintegration kann zudem als Spezialfall der Stakeholderintegration aufgefasst und so eine Verbindung zum Stakeholderansatz hergestellt werden. Der Beitrag skizziert ein Theorieentwicklungsprogramm an der Schnittstelle von Ökonomik und Ethik in zwei Schritten. Dabei erfolgt im ersten Schritt eine Darstellung, Analyse und Ausweitung des ethischen Gehalts der bestehenden Theorie. Der zweite Schritt beinhaltet die Entwicklung einer ethisch-ökonomischen Theorie.   

 

Andrea Werner: Verstehen zivilgesellschaftlicher Einflüsse auf Wirtschaftsaktivitäten mittels eines sozialpsychologischen Ansatzes

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2008, 153.168

In diesem Beitrag wird ein sozialpsychologischer Ansatz zur empirischen Erforschung zivilgesellschaftlicher Kontexte und deren Einfluss auf das Handeln wirtschaftlicher Akteure vorgestellt. Die methodische Herangehensweise beruht dabei auf Sozialtheorien, die explizit die Beziehung zwischen gesellschaftlichen Strukturen und individuellem Handeln berücksichtigen. Es wird die sinnvolle Nutzung eines solchen Ansatzes insbesondere für qualitative Interviewstudien aufgezeigt und anhand eines konkreten Fallbeispiels illustriert: dem Einfluss der christlichen Religion auf die Handlungsentwürfe klein- und mittelständischer Unternehmer.  

 

Gustav Horn, Camille Logeay, Katja Rietzler: Much Ado about Nothing? Recent Labour Market Reforms in Germany - a Preliminary Assessment

management revue 3/2008, 161-178

The article examines the macroeconomic effects of the recent labour market reforms in Germany. The reforms increased the downward pressure on wages and led to rising income inequality. Many German economists welcomed this effect, because they consider lower wages and higher wage dispersion major prerequisites for stronger employment growth. The theoretical analysis shows that a strategy of wage restraint might make sense in a small open economy, where exports play a dominating role. However, in a large and less open economy the negative effects of wage restraint on domestic demand are likely to outweigh the positive effects of enhanced competitiveness as could be observed in Germany in recent years. A comparison of the most recent two upswings confirms that the labour intensity of growth has not risen since the reforms. At the same time German wage restraint has contributed to increasing trade imbalances in the euro area.

Key words: Labour market reforms, wage restraint, employment, business cycle

 

Ingo Winkler: Students as Non-Standard Employees. Exploring Work Related Issues in Students' Perceptions on their Term-time Job

management revue 3/2008, 179-199

The article presents the results of an explorative study that aimed at exploring work related issues in students' perceptions of their job as atypical employees. An individual picture of the experienced work reality of students is drawn according to work task, flexible working hours, instructions and training opportunities, students' relations to other employees, and social integration. By adopting a qualitative design, I was able to emphasize the subjective perspective of students describing their very own experiences as flexible workers. The study revealed various perceptions of students working as flexible employees and related this picture to current empirical and theoretical research in the field of non-standard employment.

Key words: Term-time employment, students' work experiences, non-standard employment, flexible employment

 

Susanne Gretzinger: Strategic Outsourcing in the German Engine Building Industry. An Empirical Study Based on the Resource Dependence Approach

management revue 3/2008, 200-228

Outsourcing is an organizational measure that changes the resource dependencies of a company. In this paper, a framework is developed from the perspective of the resource dependence approach to explain strategic outsourcing in the German engine building industry. On the basis of the NIFA panel, which describes the development of this industry in the 1990s, the framework is examined in cross-sectional and longitudinal studies. It can be shown that the resource dependence perspective contributes to an explanation of organizational changes, both outsourcing and insourcing. In addition, the longitudinal studies show the significance of the strategic, that is, long-term orientation of the ensemble of organizational measures towards company success.

Key words: Outsourcing, engine building industry, resource dependence approach, panel study

 

Yang-Kyu Park, Chul-In Lee, Rüdiger Kabst: Human Needs as Predictors for Organizational Commitment and Job Involvement: An Exploratory Empirical Study

management revue 3/2008, 229-248

While the literature on the determinants of organizational commitment (OC) and job involvement (JI) is vast, little has been studied about the impact of human needs. In search for the institutional stars, this study examines whether human needs can serve a predictor for both high OC and high JI. Exploratory empirical results based on quantile regressions suggest that the needs for achievement, belonging, and power are more important than others in predicting OC and JI. In addition, the basic needs profile does not seem different between the institutional star and the average employee, however, differences between the two groups arise from the differences in the intensity of needs. Preliminary evidence also shows that the profile tends to be slightly lower for female workers or senior workers.

Key words: Organizational commitment, job involvement, institutional stars, human needs

 

Hagen Lesch: Spartengewerkschaften - Entstehungsmotive und ökonomische Wirkung

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 303-328

Durch das Entstehen spezieller Berufsgewerkschaften ist in Deutschland ein neuer Gewerkschaftswettbewerb entstanden. Dieser beschränkt sich bislang auf privatisierte, aber immer noch gesetzlich regulierte Bereiche des Verkehrs- und Gesundheitssektors. Mit Hilfe eines einfachen theoretischen Modells lässt sich zeigen, dass die gewerkschaftliche Zersplitterung auch das Ergebnis einer veränderten Lohnpolitik sein kann. Im Zuge der Privatisierung öffentlicher Unternehmen sind Monopolrenten unter Druck geraten. Die dadurch induzierte Lohnzurückhaltung machte es für durchsetzungsstarke und gut organisierte Berufsgruppen wie Piloten oder Lokführer attraktiv, eine eigene Tarifpolitik durchzusetzen. Eine empirische Überprüfung der Einkommensverluste dieser Berufsgruppen bestätigt diese These. Der Wettbewerb zwischen "komplementären" Gewerkschaften führt jedoch zu einem Aufschaukeln von Lohnforderungen und zu einer Lohndifferenzierung, die sich vor allem nach der faktischen Streikmacht richtet. Indem die Akteure einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt werden, lassen sich diese Auswirkungen tendenziell dämpfen. Der Gesetzgeber kann ordnend eingreifen, indem er die Tarifeinheit sichert. Den ineffizienten Gewerkschaftswettbewerb eliminiert er dadurch aber nicht.

Key words: Union Membership, Occupational Unions, Trade Union Competition

 

Wolfgang Schroeder, Samuel Greef: Industrie- und Spartengewerkschaften im Konflikt. Organisatorische Voraussetzungen und realisierte Gelegenheitsstrukturen

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 329-355

Einzelne Berufsverbände haben in den letzten Jahren eigenständige Tarifverträge erkämpft. Damit sind sie in einen tarifpolitischen Überbietungswettbewerb mit den etablierten DGB-Gewerkschaften eingetreten. Am Beispiel von Vereinigung Cockpit, Marburger Bund und GDL wird gezeigt, dass der Aufstieg von Berufsverbänden zu Tarifakteuren sehr voraussetzungsvoll ist. Den untersuchten Fällen lagen historisch gewachsene, insbesondere organisationsbedingte Voraussetzungen zugrunde, die durch spezifische Gelegenheitsstrukturen aktiviert werden konnten. Dies impliziert, dass es anderen Berufsgruppen nicht ohne weiteres möglich sein wird, dem Beispiel der Piloten, Ärzte oder Lokführer zu folgen. Für die Zukunft der industriellen Beziehungen deutet sich ein Nebeneinander von Industrie- und Spartengewerkschaften in einzelnen Sektoren an. Ein universeller Trend zur Pluralisierung der Akteurskonstellation sowie eine weitere Transformation des deutschen Modells der Arbeitsbeziehungen kann aus den untersuchten Fällen jedoch nicht abgeleitet werden.

Key words: Trade Unions, Inter-Union Competition, Occupational Unionism, Collective Bargaining, Overbidding

 

Gregor Gall: Multi-unionism and the Representation of Sectional Interests in British Workplaces

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 356-375

Britain has been regarded as traditionally having had a 'problem' in its industrial relations by virtue of the presence of sectionalism and multi-unionism. This article suggests that this analysis of sectionalism and multi-unionism being a 'problem' is very much bound up with employer perspectives and the specific context of the 1960s and 1970s. By contrast, in a period of retreat for labour unionism since 1979, sectionalism can be viewed in a different and more positive manner, whereby its resilience allows distinct, occupational interests to be more effectively represented. The case of journalists, when contrasted with that of finance workers, is used to highlight this.

Key words: Britain, Labour Unions, Journalists, Finance Workers

 

Hans-Peter Müller, Manfred Wilke: Verdrängte Beruflichkeit - Renaissance des Berufsprinzips?

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 376-401

Die jüngsten Erfolge von Berufsgewerkschaften sind eine Tatsache. Der Essay geht der Frage nach, ob man es hier nicht mit einem dreifachen Phänomen der "verdrängten Beruflichkeit" in der gewerkschaftlichen Organisationsgesichte, ihrer Historiographie und der korrespondierenden Industriesoziologie zu tun hat. Der Beitrag plädiert dafür, die Bedeutung von Beruflichkeit und Berufsprinzip als Medium der Bindung der Mitglieder an die Organisation wieder größere Aufmerksamkeit zu widmen und unter diesem Aspekt die aktuellen Erfolge von Berufsgewerkschaften nicht nur zu kritisieren oder abzulehnen, sondern ernst zu nehmen.

Key words: Professionalism, Unionism, Trade Union History, Trade Union Historiography

 

John T. Addison, Paulino Teixeira: Works Councils and Employment Growth: A Rejoinder to Uwe Jirjahn's Critique

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 427-435

In a characteristically combative treatment, Jirjahn (2008a) argues that Addison and Teixeira's (2006) finding of a negative relationship between works council presence and employment growth is a chimera produced by the way in which establishment size is measured. We reject his assertion of misspecification for two reasons; the second of which undoubtedly contributed to leading Jirjahn astray. And while Jirjahn's treatment is of interest in its own right, he does a poor job of portraying our overall analysis. Thus, he neglects our treatment of survival bias while ignoring our presentation of a dynamic labor demand model. Elsewhere he seems to grudgingly support the former (Jirjahn 2008b), and implicitly to accept our findings pertaining to employment adjustment (where we report that works councils do not slow the tortuous pace of employment adjustment in Germany). At root, the thrust of his treatment is adversarial and his position on the economic effects of works councils over-optimistic. But the main lesson of Jirjahn's critique is that more work is required of all of us in this area. Issues raised by the present exchange, apart from the need for a wider set of covariates and longer time frame, include the selection of firms into collective bargaining and works councils and out of the system, and the consequences for the raw point estimates. Pending this work, it would be idle to overstate the robustness of the extant results. We hinted at this in our own treatment in comparing cross-sectional results with dynamic panel estimates.

Key words: Works Councils, Employment Growth, Employment Adjustment, Survival Bias

 

Uwe Jirjahn: Works Councils and Employment Growth: A Reply to Addison and Teixeira

Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2008, 436-448

In this reply, I argue that Addison and Teixeira's rejoinder to my study is characteristically misleading and erroneous. While the authors agree that my investigation is interesting in its own right, they doubt that my findings indicate misspecification. But they ignore almost all of the German studies on employment growth. While Addison and Teixeira admit several serious mistakes in their tables, they do a poor job in comparing their paper with my study. Basically, they compare apples with oranges. Addison and Teixeira complain that I do not appreciate the overall contribution of their analysis. Yet, this simply distracts from the fundamental issue. Finally, the authors come up with personal allegations and attacks that are far away from good scientific style. In their attempt to discredit my study, Addison and Teixeira do even not provide correct citations of what I wrote.

Key words: Works Council, Employment Growth, Misspecification Error, Error of Omission, Argumentum ad Hominem

 

Dorothea Alewell, Katrin Bähring, Anne Canis, Sven Hauff, Kirsten Thommes: Wer nutzt HR-Outsourcing? Zentrale Strukturvariablen und ihr Einfluss auf die Nachfrage nach Personaldienstleistungen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2008, 346-369

Bis heute fehlen in der empirischen Forschung zum HR-Outsourcing umfangreiche verlässliche Daten hinsichtlich der Nutzung von Personaldienstleistungen durch Unternehmen. Anhand der Auswertungen unserer Befragung von 1021 Unternehmen untersuchen wir die Charakteristika der Nachfrager nach Personaldienstleistungen und versuchen mit dem vorliegenden Beitrag die Wissenslücke zu schließen. Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Unternehmenscharakteristika wie Größe, Branche, Region, Tarifbindung und Existenz eines Betriebsrats und dem HR-Outsourcing. Unsere empirischen Analysen zeigen, dass Unternehmensgröße einen großen Einfluss auf die Nutzungswahrscheinlichkeit jeder einzelnen Personaldienstleistung hat und zudem auch einen positiven Einfluss auf die Anzahl der genutzten Personaldienstleistungen hat.

 

Angelo Giardini, Rüdiger Kabst: Recruitment Process Outsourcing: Eine Szenariostudie zur Akzeptanz von Outsourcing-Maßnahmen in der Personalauswahl

Zeitschrift für Personalforschung 4/2008, 370-387

Mit dem Outsourcing von Personalfunktionen und -prozessen wird in der Unternehmenspraxis versucht, Kosten- und Flexibilisierungsvorteile zu generieren. Während die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu den Determinanten von Outsourcing-Aktivitäten weit vorangeschritten ist, sind empirische Studien zu den Wirkungen von Outsourcing allerdings noch immer selten. Insbesondere Effekte auf der Mikroebene (z.B. auf Mitarbeiter und/oder Kunden) wurden bislang kaum untersucht. Die vorliegende Studie ergänzt und erweitert die bisherige Forschung, indem wir untersuchen, wie die Auslagerung von Rekrutierungsaktivitäten an einen externen Dienstleister (Recruitment Process Outsourcing, RPO) von Bewerbern wahrgenommen und bewertet wird. Bei der Formulierung der Hypothesen stützen wir uns auf gerechtigkeitspsychologische sowie signaltheoretische Überlegungen. Wir führen eine experimentelle Untersuchung durch, bei der wir mit Hilfe der Szenariotechnik unterschiedliche Ausprägungsgrade des RPO simulieren und resultierende Einstellungen und Reaktionen von 160 Studierenden erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass mit einem zunehmenden Ausmaß von RPO die Bewertung des Bewerbungsprozesses, die Attraktivität des Unternehmens und die Intention, ein Stellenangebot anzunehmen, sinken. Wissenschaftliche und praktische Implikationen der Ergebnisse werden diskutiert.

Key words: Recruitment, Outsourcing, Scenario

 

Renate Ortlieb, Stephanie Stein; "Ideen kann man nicht wie Kirschen vom Baum pflücken". Eine politikorientierte Analyse des BetrieblichenVorschlagswesens mit Fallbeispiel

Zeitschrift für Personalforschung 4/2008, 388-412

In diesem Beitrag wird das Betriebliche Vorschlagswesen aus einer politikorientierten Perspektive analysiert. Kern dieser Perspektive ist die Auffassung von Organisationen als interessenpluralistische Gebilde und als Herrschaftsgebilde. Vor diesem Hintergrund werden die Rahmenbedingungen des Betrieblichen Vorschlagswesens, seine zentralen Akteurinnen und Akteure, deren Interessen und Ressourcen sowie Aspekte von Herrschaft herausgearbeitet. Anhand eines Fallbeispiels aus der betrieblichen Praxis wird die theoretische Analyse vertieft und konkretisiert. Dabei zeigen sich zwei zentrale Schauplätze für politische Prozesse: Zum einen die Behandlung und Bewertung von Vorschlägen durch die direkten Vorgesetzten und zum anderen die Generierung von Vorschlägen durch die Beschäftigten. Demgegenüber spielen die Rahmenbedingungen des Betrieblichen Vorschlagswesens nur eine untergeordnete Rolle.

Key words: Employee Suggestion Systems, Political Perspective, Political Arena, Innovation, Case Study

 

Edgar Schmitz, Peter Voreck: Schulleiter-Lehrer-Erwartungen und die Folgen

Zeitschrift für Personalforschung 4/2008, 413-428

240 Schulleiter wurden nach ihren Erwartungen und Ansprüchen gegenüber ihren Lehrpersonen befragt. Eine Clusteranalyse ergab zwei Gruppen von Schulleitern: An Schuladministration und Schulordnung orientierte (Gruppe I) und eher pädagogisch geleitete Schulleiter (Gruppe II). Die Schulleiter der Gruppe I weisen größere Diskrepanzen zwischen Ansprüchen / Erwartungen und Erfüllung derselben auf, glauben, an persönlichem Aufwand mehr zu investieren als sie von den Lehrpersonen zurück erhalten, dass die Mitarbeiter unberechtigte Erwartungen hegen und sind deutlich stärker enttäuscht als die Schulleiter der Gruppe II. Die Daten wurden im Rahmen des Prinzips der Reziprozität des sozialen Austausches gedeutet.

 

Katharina Bluhm, Vera Trappmann: Economic Elites in enlarged Europe

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2008, 282-290

The introduction to the Special Issue on economic elites in Central Eastern Europe establishes a common understanding of elite research and the development of capitalism in Central Eastern Europe as developed during the 1990s. Since then, the composition of elites has been lost sight of by research. The article identifies areas which future research should look into and situates the German case in the broader debate.

 

György Lengyel: Multipositional and transnational members of the Hungarian economic elite at the end of the 1990s: Their social characteristics and income chances

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2008, 291-304

Based on empirical research, the paper investigates two segments of the Hungarian economic elite: multipositionals - who hold three or more positions - and the leaders of transnational companies. It investigates the social characteristics and income chances of the two groups; income chances are measured in relative terms. Multipositionality was more frequent among leaders of private than state-owned companies, and less typical among managers of foreign than Hungarian companies. Multipositionals had two and a half, transnationals more than three times better income chances than the rest of the economic elite. Regression models revealed that besides multipositionality and foreign ownership, middle class social origin and a continuous career also had a positive effect on income chances.

Key words: economic elite, business leaders, managers, transnational companies, multipositionality, post-socialist transformation, Hungary, income differences

 

Bernd Martens: East German economic elites and their companies two decades after the transformation ("Wende"): Still following the patterns of the 1990s

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2008, 305-326

Surveys among entrepreneurs and managing directors of companies with 50 to 1,000 employees are used to describe features of managerial elites in East Germany. The paper looks at four dimensions: (1) the reproduction of economic elites during the transformation period and its current consequences; (2) the development of "family capitalism" and processes of social closure; (3) qualification patterns of management; and (4) different attitudes of East and West German elites. Managers who were socialised in state socialist combines are still a large proportion of East German economic elites. Owing to their age distribution, changes in top management will be probable, and their effects on enterprises and social relations are discussed in the paper.

Keywords: Survey, managerial elites, East Germany, different attitudes, Managers, distribution, changes

 

Krzysztof Jasiecki: The changing roles of the post-transitional economic elite in Poland

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2008, 327-359

The study characterised evolution of the role of a new economic elite in Poland using the three-elite-generations metaphor: breakthrough elite, transition elite and consolidation elite. Describing this evolution in terms of the neoliberal modernisation paradigm, "elitist paradigm" and transformation theory is insufficient for a theoretical reconstruction of changes occurring in states which, like Poland, are at the stage of development combining characteristics of post-communist, neoliberal and globalised capitalist societies. Other concepts are also useful, such as globalisation theory, world-systems theory or the varieties of capitalism approach that provide a different conceptual framework for the role of economic elites.

Keywords: Economic elite, Poland, three-elite-generations metaphor, breakthrough elite; transition elite, consolidation elite, theoretical reconstruction; post-communist societies

 

Jan Drahokoupil: Who won the contest for a new property class? Structural transformation of elites in the Visegrád Four region

Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2008, 360-377

This paper analyses the transformation of elites in the Visegrád Four countries (namely the Czech Republic, Hungary, Poland and Slovakia). Drawing on a process-tracing analysis, it argues that the emergence of foreign-led economies in the late 1990s was intertwined with political processes in which domestic forces linked to foreign capital were transformed into major elite segments with considerable influence. This elite segment, the comprador service sector, proved to be politically active within the states in Central and Eastern Europe and organized various mechanisms of representation within the state and beyond.

Key words: Central and Eastern Europ, class, elites; foreign direct investment

 

Alexander Bassen, Ana Maria Kovács: Environmental, Social and Governance Key Performance Indicators from a Capital Market Perspective

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2008, 182-195

Extra-finanzielle, insbesondere ökologische, soziale und Corporate Governance (sog. ESG) Faktoren haben eine zunehmende Bedeutung innerhalb umfassender Unternehmensbewertungen. Diese Faktoren sind allerdings qualitativer Natur und erschweren demnach eine zahlenmäßige Darstellung, was eine Offenlegung und deren Aussagekraft für Investoren erschwert. Dieser Artikel erläutert zunächst die Kapitalmarktrelevanz von ESG-Aspekten und die damit verbundene Problematik. Darauf folgend werden aktuelle Bemühungen um verbesserte Offenlegung aufgezeigt und schließlich ökologische, soziale und Corporate Governance Leistungsindikatoren als richtungweisender Lösungsansatz dargestellt und kommentiert.

Korreferat

Dirk Schiereck, Anke Königs: Intangibles Reporting - The Financial Communication Challenge in Response to Corporate Responsibility Requirements - In Search for a Common Language

 

Michaela Haase: Stakeholder Approach und Leistungslehre - Ansatzpunkte einer betriebswirtschaftlich-ethischen Theorie der Unternehmung

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2008, 196-221

Es wird eine betriebswirtschaftliche Theorie der Unternehmung skizziert, die über die Voraussetzungen verfügt, ethische Fragestellungen und Probleme in systematischer Form zu integrieren. Dazu wird, ausgehend vom Stakeholderansatz, das betriebswirtschaftliche Kernkonzept der Kundenintegration als Spezialfall einer allgemeinen Stakeholder-Integration aufgefasst. So kann vermieden werden, die Verantwortung für das Leistungsprogramm der Unternehmung und ihr ethisch-moralisches Handeln voneinander zu trennen. Freemans Auffassung, dass der Stakeholderansatz grundlegender als die Konzeption der Corporate Social Responsibility ist, wird gestützt. Der Beitrag ist ein Beispiel für das integrative Potenzial des Stakeholderansatzes bzw. für die durch ihn erfolgende Bündelung und Fokussierung grundlegender Fragestellungen.

 

Nicola M. Pless, Thomas Maak: Responsible Leadership - Verantwortliche Führung im Kontext einer globalen Stakeholder-Gesellschaft

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2008, 222-243

Seit wenigen Jahren entsteht unter dem Dachbegriff Responsible Leadership ein neues Forschungsfeld, das sich der normativen Herausforderungen von Führung im Zeitalter der Stakeholder-Gesellschaft in Theorie und Praxis annimmt. Im Mittelpunkt steht die Reflexion auf den normativen Gehalt von Führung und die Generierung von ethischem Orientierungswissen zur Gestaltung einer verantwortlichen Führungspraxis. Nach einer Einführung von Responsible Leadership als ein neues Thema im internationalen Führungsdiskurs werden in diesem Beitrag zunächst zentrale Herausforderungen verantwortlicher Führung skizziert; anschließend wird aufgezeigt, warum die bestehende Führungsforschung keine Antworten auf diese Herausforderungen geben kann, der Stand der Forschung zum Thema wiedergegeben und schließlich Perspektiven für eine Führungsforschung benannt, die im Sinne eines umfassenden Verständnis von Responsible Leadership zu einem Leitbild verantwortlicher Führung im Zeitalter einer globalen Stakeholder-Gesellschaft beitragen.

 

Thomas Faust: Verwaltungsethik in der Praxis - "Harte" und "weiche" Gesichtspunkte

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2008, 244-262

Die Verwaltungsethik war bislang in Wissenschafts- und Praxisdiskursen allenfalls sporadisch präsent; so vermisst man sie bis dato als Stichwort in Standardwerken zur Angewandten Ethik. Es besteht also offensichtlich Nachholbedarf - etwa im Vergleich zum angelsächsischen Raum, wo Public Service Ethics längst eine selbstständige Bereichsethik ist. Der Beitrag behandelt Grundlagen und praktische Implikationen, welche die Relevanz der Thematik auch für den deutschsprachigen Raum aufzeigen.

 

Martin Sambauer: Die Scham der Gestalter - Chance für eine überfällige Intervention

Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2/2008, 287-299

Positionsbestimmung eines Werbe- und Fernsehgestalters. Ausgelöst durch die ökologischen und sozialen Zerstörungen macht sich unter den Akteuren des Wirtschaftslebens eine diffuse Scham breit. Diese Scham kann zum Performancetreiber für eine neue Rationalität der Verantwortung werden - für eine Intervention in unser heißlaufendes System. Der Diskurs der Regierungen wird zum idealen Geschäftsverhältnis aller Wirtschaftssubjekte.

 

Walther Müller-Jentsch: Industrial Democracy: Historical Development and Current Challenges

management revue 4/2008, 260-273

The following article gathers notes and comments on industrial democracy, its terminology, history and current developments. Industrial democracy is an enigmatic term whose spectrum of meanings is explored in the first section. The Anglo-Saxon terminology, going back to S. and B. Webb will be compared with the German vocabulary of Wirtschaftsdemokratie and co-determination. The following sections deal with the peculiarities of German co-determination. First the emergence of co-determination is explained by a conflictual interplay of employers, state and trade unions, followed by a sketchy number of the crucial steps of its development up to today's challenges. An additional section is devoted to the rationale of the works council, which has surprisingly evolved from a Cinderella to the most significant institution of industrial relations in contemporary Germany. The final discussion focuses on the ideological permutation of co-determination changing its socialist embeddedness into a market-economy one. The paper concludes with a proposal to couple the legitimacy of co-determination with the normative framework of social market economy.

Key words: industrial democracy, economic democracy, co-determination, works council, workers committees, social market economy, industrial relations, Germany

 

Andrea Jochmann-Döll, Hartmut Wächter: Democracy at Work - Revisited

management revue 4/2008, 270-294

This article deals with a model of worker participation which was introduced in a German car dealership and repair shop in the 1960s and which goes far beyond the legal framework of German codetermination ("Mitbestimmung"). The model comprises full codetermination in economic affairs, substantial gain-sharing, participation through work teams on the shop floor, and the "neutralization of capital" (i.e., transfer of owner's property rights to a foundation). The significance of these four elements is described in theoretical terms. The development was evaluated by interviewing a representative sample of the company's employees. The economic and social success of the company leads to the question of how industrial democracy can be further advanced in the future.

Key words: industrial democracy, humanization of work, governance of small and medium-size enterprise (SME), codetermination

 

Berndt Keller, Frank Werner: Negotiated Forms of Worker Involvement in the European Company (SE) -First Empirical Evidence and Conclusions

management revue 4/2008, 291-306

This article analyses the negotiations on worker involvement in the first almost four years of the European Company SE and their outcomes. First, some basic institutional aspects of the SE itself and its current empirical situation are described and explained. Then, the focus is on questions of employee involvement in this new legal form. Again some main institutional provisions on employee involvement are assessed, before a detailed empirical analysis on specific issues is presented. A final appraisal based on this assessment concludes the article.

Key words: European Company / Societas Europaea (SE), industrial relations in the EU, worker participation

 

Jan Ekke Wigboldus, Jan Kees Looise, André Nijhof: Understanding the Effects of Works Councils on Organizational Performance. A Theoretical Model and Results from Initial Case Studies from the Netherlands

management revue 4/2008, 307-323

In this article, we present a conceptual model to understand the effects of works councils on organizational performance. The model is based on economic and HRM literature on employee participation and organizational performance, as well as on German and Dutch research into the economic and other effects of works councils. The model has been operationalized through a research approach and applied for the first time using in-depth case studies in a large insurance company in the Netherlands. In this paper we present the results of these case studies and the consequences for the model and the research approach.

The findings show that works councils not only affect performance through changing employee attitudes and behavior - in a not dissimilar way to HRM - but also in a direct way by adding asymmetric information to the decision-making process and in an indirect way through influencing management attitudes and behavior. Thus the works council - performance relationship differs substantially from the HRM - performance relationship. The influence of the three potential mechanisms will depend to an extent on the characteristics of the works council and the organizational context. Further research is needed to determine how contextual conditions influence the positive effects of works councils on organizational performance.

Key words: works councils, organizational performance, the Netherlands

 

Eric C.A. Kaarsemaker: Employee Share Ownership as Moderator of the Relationship between Firm-Specific Human Capital Investments and Organizational Commitment

management revue 4/2008, 324-339

Tight labour markets and changing employment relationships make employees with high levels of firm-specific knowledge, skills, and abilities less dependent on and committed to their employer. Companies need to work harder in order to attract and retain employees and protect their mutual human capital investments. Using a dataset with survey data from employees in 11 companies (N = 777), the present study shows evidence that employee share ownership, provided that it is taken seriously as reflected by the presence of a small number of other HRM practices in the company, might be a worthwhile avenue for managers to explore.

Key words: human resource management, employee share ownership, organizational effectiveness, firm-specific investments

 

Karl Gabriel: Wirtschaftsethik und Dritter Sektor

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2008, 315-330

Der Beitrag setzt bei einer Klärung der Entwicklung und der Spezifika des Dritten Sektors und seiner Organisationen ein. Dem neueren Forschungsinteresse folgend geht er auf Dritte-Sektor-Organisationen als zivilgesellschaftliche Akteure ein. Im zweiten Teil wendet sich der Beitrag den zwei führenden Ansätzen zu, die im deutschsprachigen Raum umfassende Konzeptionen von Wirtschafts- und Unternehmensethik entwickelt haben. Welchen Beitrag können die Ansätze von Karl Homann einerseits und Peter Ulrich andererseits – so wird gefragt – zu einer ethischen Reflexion des Dritten Sektors und seiner Organisationen leisten?

Korreferat: Peter Ulrich: Zivilgesellschaft: Dritter Sektor oder Dritter Weg? – Zur wirtschaftsethischen Bedeutung des Bürgerengagements, 331-330

Korreferat: Ingo Pies, Stefan Hielscher: Der systematische Ort der Zivilgesellschaft – Welche Rolle weist eine ökonomische Theorie der Moral zivilgesellschaftlichen Organisationen in der modernen Gesellschaft zu? 337-344

 

Steffen Fleßa, Jan Westphal: Leistungsprogrammplanung karitativer Nonprofit-Organisationen als Instrument des Ethik-Controlling – Eine exemplarische Analyse des Portfolios diakonischer Sozialleistungsunternehmen in Vorpommern

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2008, 345-362

In diesem Beitrag wird eine Portfolioanalyse für Sozialleistungsunternehmen vorgestellt und anhand des Beispiels diakonischer Unternehmen in Vorpommern erläutert. Die Analyse basiert auf einer angepassten BCG-Matrix mit den Dimensionen „Refinanzierbarkeit“ und „diakonische Auftragserfüllung“. Mit ihrer Hilfe können die Leistungsangebote strukturiert und ihre Stärken bzw. Schwächen analysiert werden. Es zeigt sich, dass die diakonischen Unternehmen in Vorpommern durchaus auch Geschäftsfelder mit hoher Auftragserfüllung abdecken, wenn diese nicht refinanzierbar sind. Derzeit erfolgt noch eine Subventionierung dieser verlustträchtigen Geschäftsfelder durch Überschüsse in anderen Bereichen. Ob dies auf Dauer möglich ist, bleibt fraglich. Die Arbeit zeigt damit für das Beispiel der Diakonie in Vorpommern auf, dass betriebswirtschaftliche Instrumente auch zur Evaluation des eigenen ethischen Anspruches verwendet werden können, wenn sie sinnvoll adaptiert werden.

Korreferat: Georg Cremer: Wann ist das Angebot diakonischer und caritativer Träger sozialer Dienstleistungen leitbildkonform? 363-367

 

Janina Curbach: Zwischen Boykott und CSR – Eine Beziehungsanalyse zu Unternehmen und NGOs

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2008, 368-391

Um zur verstehenden Analyse der vielfältigen Beziehungen zwischen dem Unternehmenssektor und Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) beizutragen, wird im vorliegenden Artikel die Idee eines hohen gesellschaftlichen Legitimationskapitals von NGOs aufgegriffen. Darauf aufbauend werden die Strategien der Einflussnahme von NGOs und ihre Einflusschancen auf Unternehmen vorgestellt und in Beziehung zu den strategischen Reaktionsmöglichkeiten von Unternehmen gesetzt. Daraus ergibt sich eine Topographie der Beziehungen zwischen den Akteurstypen. Es wird argumentiert, dass insbesondere die Bestrebungen von Unternehmen, sich durch Corporate Social Responsibility-Engagement gesellschaftlich zu legitimieren, zu einer wichtigen Achse der strategischen Positionierung für NGOs gegenüber Unternehmen geworden ist.

Korreferat: Bettina Hollstein: Mythos NGO? – Vom Geben und Nehmen hochlegitimer transnationaler Akteure, 392-395

 

Nina König, Judith Ojinnaka, Carola Ritzenhoff; Marlene Walk: Codes of Conduct: Ein Gütesiegel für die Legitimität von NGOs? – Eine Untersuchung anhand der Diskurstheorie des Rechts von Jürgen Habermas

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2008, 396-410

Viele international agierende Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) sehen sich einem Legitimationsdefizit gegenüber. Die Distanz zu den von ihrem Handeln betroffenen Personen wird zunehmend größer. Der Beitrag unter sucht verschiedene Ansätze zur Lösung dieses Problems, wobei die Diskurstheorie des Rechts nach Jürgen Habermas als Leitfaden dient. Anhand dieser werden auch die derzeit entstehenden Codes of Conduct von NGOs als mögliche Lösung des Legitimationsdefizits diskutiert.

 

Ina Schmidt: Praktische Philosophie und Unternehmensethik – Weisheit und Wirtschaft: Konstruktiver Dialog oder Kategorienfehler?

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 3/2008, 431-435

Die praktische Philosophie eröffnet durch die Klärung scheinbar selbstverständlicher Begriffe sowie individueller und kollektiver Denkgerüste, die in wirtschaftlichen Kontexten gesetzt sind, eine neu und anders ausgerichtete Perspektive in der Debatte um ethische Standards oder Perspektiven für Unternehmen. Das Ziel des philosophischen Dialogs ist die Übersetzung von theoretischen Denkansätzen in konkrete – authentische wie sinnvolle – Handlungsszenarien für unternehmensethische Fragestellungen.

 

Christoph Streb, Sven Voelpel, Marius Leibold: Aging Workforce Management in the Automobile Industry: Defining the Concept and its Constituting Elements

In: Zeitschrift für Personalforschung 1/2009, 8-27

This paper presents the results of a grounded theory study on the automobile industry aimed at developing a concept of aging workforce management by identifying and constructing its constituting elements. Through an in-depth research investigation, it answers the question of how the challenge of an aging workforce can be defined, and the related broader managerial issues that arise in the context of one specific industry.

Our findings suggest that the quest for ‘competitiveness’ is the major constituting element of the concept of aging workforce management. Interdependent with this are two secondary elements that encompass the actual challenge: measures that drive competitiveness and symptoms of the aging workforce. Three further ‘residual elements’ making up the six constituting elements of the construct are then outlined. Issues for future research are suggested, including extending such studies across other industries, and operationalizing the construct of aging workforce management by explicating the dynamics among its constituting elements.

Key words: aging workforce management, grounded theory, automobile industry

 

Susanne Pernicka, Ulrike Mühlberger: Abhängige Selbständigkeit in der Versicherungswirtschaft – Neue Konflikte im Spannungsfeld traditioneller Vertretungsstrukturen

In: Zeitschrift für Personalforschung 1/2009, 28-46

Die Transformation hierarchischer betrieblicher Steuerung in relationalen Vertrags- und Tauschbeziehungen hat in vielen europäischen Ländern zu einer Zunahme abhängiger Selbständigkeit geführt. Aufgrund des Graubereichs zwischen selbständiger und unselbständiger Beschäftigung stellen abhängig Selbständige eine Herausforderung für die traditionellen Handlungs- und Organisationslogiken der Verbände der Arbeitsbeziehungen dar. Der Aufsatz nimmt die Organisationsfähigkeit und -probleme der Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände in den Blick, exemplifiziert diese anhand einer qualitativen Untersuchung der österreichischen Privatversicherungswirtschaft und kommt zu dem Schluss, dass die Konflikte zwischen Arbeit und Kapital längst nicht mehr ausschließlich zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden verlaufen, sondern zunehmend verbandsintern ausgetragen werden. Dies führt entweder zu einer Zunahme an Interessensdivergenzen, die unter Umständen mit Abspaltung und Partikularismus einzelner Gruppen beantwortet wird, oder – wie in dem untersuchten Fall durch die Gewerkschaften – zur Ignoranz des Problems. In beiden Fällen wird das Problem der Interessensaggregation kurzfristig gelöst; Solidarität und vor allem verhandlungsschwächere Gruppen dürften dabei aber langfristig auf der Strecke bleiben.

Key words: dependent self-employment, industrial relations, insurance industry, new forms of industrial conflict

 

Julia Brandl, Alexandra Kugler: Rationalität betrieblicher Gesundheitsförderung in der Unternehmenskommunikation. Eine Analyse von Begründungen für Gesundheitsförderungsprogramme in Österreich

In: Zeitschrift für Personalforschung 1/2009, 47-64

Die aktuelle Diskussion über betriebliche Gesundheitsförderung fokussiert auf freiwillige Maßnahmen, für die Betriebe zusätzliche Kosten tragen. Bezug nehmend auf das Konzept des Rationalitätsmythos im soziologischen Neoinstitutionalismus wird untersucht, welche Gründe für betriebliche Gesundheitsförderung im österreichischen Kontext angeführt werden. Auf Basis einer Causal Mapping Analyse der Unternehmenskommunikation zur Durchführung von Gesundheitsförderungsprogrammen arbeitet die Studie heraus, inwieweit Betriebe die Gesundheit der Beschäftigten, personalwirtschaftliche Ziele und unternehmensbezogene Erfolgsgrößen zur Begründung ihrer Aktivitäten heranziehen. Die Ergebnisse zeigen, dass auf die Gesundheit der Beschäftigten bezogene, individuelle Erfolgsgrößen in der Argumentation zwar überwiegen, aber auch zur Verfolgung personalwirtschaftlicher und unternehmensbezogener Ziele instrumentalisiert werden. Dies weist auf eine ökonomische Rationalität der Begründung von Gesundheitsförderung hin, deren zentrales Argumentationsmuster ist, dass gesunde Mitarbeiter und Motivation dem wirtschaftlichen Erfolg nutzen. Die Studie gibt einen Einblick in den  Stellenwert und die Ausgestaltung ökonomischer Rationalität in einem sich etablierenden Themenfeld der Personalarbeit. Sie illustriert überdies, wie Causal Mapping nützlich sein kann, um Rationalitätsformen zu unterscheiden und ihre Ausprägungen zu erschließen.

Key words: corporate health care, rational myth, causal mapping analysis,

corporate communication, Austria

 

Christian Grund: Jobpräferenzen und Arbeitsplatzwechsel

In: Zeitschrift für Personalforschung 1/2009, 66-72

Viele bisherige Studien zu Arbeitsplatzpräferenzen befragen Beschäftigte direkt nach ihren Präferenzen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass sozial unerwünschte Antworten gegeben werden. In diesem Projekt wird ein anderer Ansatz gewählt: Auf Basis von Daten des Sozio-ökonomischen Panels werden Arbeitnehmer untersucht, die ihren Job gewechselt haben und deren vorheriges Beschäftigungsverhältnis auf eigene Initiative hin beendet wurde. Ein Vergleich der neuen mit der alten Stelle findet über acht Arbeitsplatzmerkmale statt. Es wird argumentiert, dass ein Arbeitsplatzmerkmal umso wichtiger für Arbeitnehmer ist, je höher der Anteil der Arbeitnehmer ist, der sich hinsichtlich dieses Merkmals verbessert hat. Es wird also von den Konsequenzen individueller Entscheidungen auf Präferenzen geschlossen. Das Gehalt und die Art der Tätigkeit haben nach diesem Kriterium die größte Bedeutung. Neben einem Vergleich der relativen Bedeutung dieser Merkmale und deren Entwicklung über die Zeit, werden Unterschiede zwischen Arbeitnehmergruppen untersucht.

Key words: job characteristics, job change, job preferences, quits

 

Martin Behrens, Markus Helfen: Innerverbandliche Heterogenität und die

Vertretungswirksamkeit deutscher Arbeitgeberverbände

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2009, 5-24

Der vorliegende Beitrag analysiert die Auswirkungen der innerverbandlichen Heterogenität auf die Vertretungswirksamkeit von Arbeitgeberverbänden. Unter Rückgriff auf die Daten der Aachener Befragung „Wirtschaftsverbände in Deutschland 2005/2006“ wird der Frage nachgegangen, wie sich unterschiedliche Aspekte verbandlicher Heterogenität auf den Organisationsgrad, die Politikbeeinflussung und den tarifpolitischen Erfolg deutscher Arbeitgeberverbände auswirken. Die vorgenommene multivariate Analyse zeigt, dass Heterogenität unterschiedliche Wirkung entfaltet, je nach dem ob Heterogenität auf die Domänenabgrenzung oder die Mitgliederstruktur bezogen wird. Während sich eine höhere Homogenität der Interessendomäne positiv auf den Organisationsgrad von Arbeitgeberverbänden auswirkt, findet sich auf der Ebene der Zusammensetzung der Mitgliedschaft eine negative Assoziation zwischen der Homogenität und dem Organisationsgrad.

Key words: employer associations, interest representation, interest heterogeneity

 

Martin Krzywdzinski: Organisatorischer Wandel von Gewerkschaften in postkommunistischen Ländern: Der Fall der Solidarnosc

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2009, 25-45

Seit der EU-Osterweiterung verändern sich die Handlungsbedingungen der Gewerkschaften in Mittelosteuropa. Die Prägekraft des kommunistischen Erbes und der Dilemmata der Transformation lassen nach. Am Beispiel der Gewerkschaft Solidarnosc wird der organisatorische Wandel der Gewerkschaften untersucht. Es wird gezeigt, dass das Scheitern des parteipolitischen Engagements eine Hinwendung zur Mitgliederwerbung nach dem Muster des angelsächsischen Organizing bewirkt hat. Die Herausbildung einer neuen Generation von Gewerkschaftern führt zu Konflikten über die Identität der Gewerkschaft. Die jungen Gewerkschafter teilen nicht die kollektive Identität der Älteren (Geschichte der Solidarnosc, Facharbeiterstolz), sondern begründen ihr Engagement als Widerstand gegen Verletzung der als „normal“ wahrgenommenen Arbeitnehmerrechte. Das Fehlen einer kollektiven Identität erschwert die Stabilisierung der neu entstehenden Gewerkschaftsorganisationen. Die aufgrund von EU-Direktiven eingeführten Betriebsräte haben die industriellen Beziehungen bislang kaum beeinflusst. Die Datengrundlage der Analyse bilden qualitative Leitfadeninterviews mit Gewerkschaftern aus der Solidarnosc-Zentrale und aus vier Industriebetrieben in Polen.

Key words: trade unions, membership recruitment, organizing, Poland, Solidarity

 

Dudo von Eckardstein, Stefan W. Konlechner: „Professoren haben weniger Probleme, die machen sie meistens“ – Die Repräsentationsproblematik der Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals an österreichischen Universitäten

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2009, 46-66

Der Betriebsrat wird in der Literatur überwiegend als monolithisch strukturierter Akteur konzipiert. Tatsächlich stellen Betriebsräte jedoch Gremien dar, in denen Individualakteure bzw. einzelne Gruppierungen mit teilweise unterschiedlichen Wertvorstellungen und unterschiedlichem Rollenverständnis agieren. Diese Thematik greift der vorliegende Beitrag auf, indem Spannungen innerhalb der neu konstituierten Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals an den österreichischen Universitäten skizziert werden. Die empirische Datenbasis stellen Interviews mit 42 Betriebsratsvorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden sowie Vertretern des Managements (Rektoren und Vizerektoren) an 14 österreichischen Universitäten dar. Wir zeigen, dass zwischen einzelnen Gruppen (Professorenschaft und Mittelbau) heterogene Ansichten in Bezug auf die Bedeutung einer institutionalisierten Interessenvertretung bestehen, und diskutieren Ursachen, die insbesondere im unterschiedlichen Selbstverständnis der beiden Gruppen zu finden sind, und Konsequenzen, insbesondere die Mehrgleisigkeit der Interessenvertretung gegenüber der Universitätsleitung.

Key words: works councils, industrial relations, works councils at universities

 

Andreas Wald: Corporate Governance als Erfolgsfaktor?

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 1/2009, 67-86

Die Annahme der positiven Wirkung einer „guten“ Corporate Governance auf den Unternehmenserfolg ist ein Grund für die große Aufmerksamkeit für dieses Themengebiet. In diesem Beitrag wird der Stand der Forschung zur Erfolgswirkung der Corporate Governance aufgearbeitet. Als Ergebnis lässt sich weder ein eindeutig positiver noch ein eindeutig negativer Effekt feststellen. Als Gründe für die Uneinheitlichkeit der Befunde werden methodische Probleme, eine unangemessene theoretische Basis, die Vernachlässigung institutioneller Komplementaritäten sowie persönlicher Merkmale und Entscheidungsprozesse diskutiert. Eine weitere Ursache wird in der Überschätzung der Bedeutung struktureller Merkmale der Corporate Governance vermutet. In ausdifferenzierten und entwickelten Systemen sind die Unterschiede zu gering, um sich deutlich auf den Unternehmenserfolg auszuwirken.

Key words: corporate governance, factors of success, agency theory, stewardship theory, varieties of capitalism

 

Astrid Reichel, Wolfgang Mayrhofer: The End of Personnel? Managing Human Resources in Turbulent Environments

In: management revue 1/2009, 5-14

Organizations have to cope with an increasingly turbulent environment requiring often rapid adaptation. Combined with the growing pressure from the economic system towards greater efficiency and often identical or at least highly similar technological processes, people become a crucial resource for organizational success. Without adequately qualified and motivated members an organization hardly can cope with these developments. In turn, this makes the management of human resources a crucial task for the management of an organization. In current HRM and management thinking, this is something of a no-brainer and belongs to common  wisdom in HRM (see, e.g. Boxall/Purcell/Wright 2007). However, human resources are different from other resources in a number of ways: they have their own ambitions, they change constantly, they cannot be influenced in a straightforward and simple way, they react in surprising ways to external and internal stimuli, in other words: they are non-trivial machines (von Foerster/Bröcker 2002 ). Linking the behavior of these non-trivial machines to the overall organizational goals is a difficult, yet essential task for successful management. In the past, organizations mainly used standard employment to trivialize them, i.e. turn people into personnel with various kinds of capital that can be used for achieving organizational goals. HR-specialists played a major role in this when recruiting, training, appraising and compensating personnel, nearly exclusively interpreted as organizational members entering an explicit, labor-law based as well as an implicit psychological contract. Linked with – and potentially caused by – a number of partly drastic changes in the organizational context, a new view of HRM reality (‘what it is’), the impact of HRM (‘what it means) and the role and profile of HR professionals (‘who it is’) seems to emerge (see, e.g. Losey/Meisinger/Ulrich 2005). It goes far beyond this paper and the special issue to illustrate the broad spectrum of changes in the context as well as in HRM. However, we would like to emphasize three areas linked with each other that exemplify these changes: a greater variety in the employer-employee-relationships with organizations more often using capacities of people that formally do not belong to the company; this changing configuration of individuals constituting ‘personnel’ for organizations requires changes in the HR function; and, at a theoretical level, this also creates the need for further developing the concept of HRM. We argue that these changes – and, we hasten to add, many of the other changes that we can see in HRM – are a consequence of the shift from personnel management to HRM, i.e. they are built into the HRM concept.

 

Elisabeth Dütschke, Sabine Boerner: Flexible Employment as a Unidirectional Career? Results from Field Experiments

In: management revue 1/2009, 15-33

Although the number of flexible workers is constantly growing, little is known about career paths built up on flexible employment. In this article, we investigate the chances of former flexible workers to be employed in a permanent full-time position. In two field experiments, we asked for employers’ evaluation of applicants with a flexible employment history. Results indicate that former part-time work is in fact perceived as a disadvantage for candidates when applying for a permanent full-time position while other types of flexible work (e.g., fixed term contracts, part-time work, and interorganizational mobility) are not. Implications of these results for individual careers and employers’ understanding of personnel are discussed.

Key words: flexible employment, standard employment, contemporary careers, evaluation of CVs

 

Julia Richardson: The Manager and the Flexworker: An Interpretive Interactionist Perspective

In: management revue 1/2009, 34-52

Contemporary work arrangements are undergoing a dramatic transformation with increasing diversity in how work is done, by whom and where. This paper focuses on flexwork as an increasingly common work arrangement which changes the physical and relational dynamics between managers and employees. Drawing on a qualitative study of ‘flexworkers’ in a large MNC in Canada, it explores their relationships with their managers and vice versa. Located within an interpretive interactionist perspective, it highlights the centrality of interaction, identity construction and significant others and their influence on manager-employer relationships. It also explores and theorizes the relationships between flexworkers and their office-based colleagues.

Key words: flexworkers, teleworking, interpretive interactionism, management, qualitative

 

Malin Näsholm: An Identity Construction Perspective on Careers of Swedish International Itinerants

In: management revue 1/2009, 53-69

Considering international assignments as part of an individual’s career, beyond the traditional expatriate assignment as employed and sent out by a company, this paper focuses on international itinerants. The purpose of this paper is to increase the understanding of individuals with multiple international work experiences, crossing the boundaries of a single employer, their experiences, identifications and identity construction. In the study an identity construction perspective is applied on four in-depth interviews with Swedish international itinerants. Categories of narratives are identified where the itinerants experience ambiguities and paradoxes in their identity construction, what they identify with and implications are discussed.

Key words: international assignments, international itinerants, identity construction, career, social identity

 

David H. Tobey, Philip G. Benson: Aligning Performance: The End of Personnel and the Beginning of Guided Skilled Performance

In: management revue 1/2009, 70-89

For almost twenty years researchers have predicted the end of personnel as HRM practices increasingly became a line management function. However, while useful for describing shifts in human resource responsibilities, this practice-based view obscures the fundamental strategic reason for this shift – executive demands for effective means to manage performance. This paper contributes a new approach for HRM that may better predict which current practices will be most successful and suggests the characteristics of new practices that may be developed using an example of goal-setting and performance appraisal. The theory includes a model of human performance based on recent advances in cognitive neuroscience that suggests HRM may fulfill a strategic role by reestablishing its core competence as specialists in industrial psychology who create systems for guiding skilled performance. We conclude by proposing a measure that assesses the link between performance and customer perceived value across the value chain, thereby demonstrating the return on investment in human resources.

Key words: SHRM, cognitive neuroscience, performance management

 

Paul Boselie: A Balanced Approach to Understanding the Shaping of Human Resource Management in Organisations

In: management revue 1/2009, 90-108

There is a need for alternative theories to get a better understanding of human resource management (HRM), in particular with regard to the shaping of the employment relationship in organizations. This study examines how market, institutional and configurational factors affect HRM in a global financial services company using the strategic balance theory and Paauwe’s model. Interview data and document analysis show the impact of critical incidents (e.g. a merger) and trends (e.g. a transition in Dutch industrial relations) on HRM.

Key words: HRM, strategic balance theory, context

 

Zsuzsa Karoliny, Ferenc Farkas, József Poór: In focus, Hungarian and Central Eastern European characteristics of hunman resource management – An international comparative survey

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2009, 9-47

The HR practices of the former state-socialist countries have gone through significant changes. The analysis of the developments, built on the Cranet (2004) survey, intends to describe the similarities and differences found between 6 countries of the Central Eastern European region and the total sample of 32 countries participating in the survey. The primary aim of the paper is to highlight the strands of international human resource management, investigating the main focuses, strong and weak elements of both CHRM and HRM. Moreover, it attempts to formulate suggestions on where and how to increase the explanatory power of the current models of CHRM, based on the experiences gained by this analysis.

Key words: Comparative Human Resource Management (CHRM), Central Eastern Europe, international comparison, convergences-divergences

 

Igor Gurkov: Strategy process as formlation and realization of corporate goals: The synthesis of surveys in Russian firms

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2009, 48-64

Based on a series of corporate surveys, the paper reveals the peculiarities of strategy processes in Russian companies. The data suggests that the fragile balance of power between the top management and the dominant owners leads to establishing of sets of hardly combined goals. The necessary partial implementation of such sets leads to low confidence in the actions to be undertaken, low persistence in realization of business projects, permanent readiness to withdraw resources from the existing projects for their redirection into non – core assets.

Key words: corporate strategies, strategic goals, Russian enterprises

 

Galina Shirokova: Organizational life – cycle: The characteristics of developmental stages in Russian companies created from scratch

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2009, 65-85

Although plenty of organizational life-cycle research in developed countries may be found in the literature, there is a remarkable lack of such research for transition economies like Russia. This article presents the results of 593 Russian entrepreneurial firms surveyed with a focus on organizational life-cycle issues. A model of the life-cycle was developed including three stages: start-up, growth and formalization. It is found that the development of Russian newly established companies is characterized by an unusually slow change of centralization and formalization level as the firm moves from one stage to another and by preserving the owner's control over the firm even after the transition to professional management.

Key words: organisational life-cycle, entrepreneurship, developmental stages, Russia

 

Wen – Shinn Low, Soo – May Cheng: Establishing and restructuring marketing channels: An exploratory study of a Taiwanese company in Russia

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2009, 86-104

The rise of emerging markets not only provides opportunities for business growth but also for academic researchers to explore different paradigms in international marketing activities. This article details a case study of how a Taiwanese mother board company establishes and re-structures marketing channels in Russia over three developmental stages: entry, accelerating growth and decelerating growth stages. The findings reflect that market mechanism cannot be fully developed in the entry and accelerating growth stages due to obstacles to distributor selection and limited resources of supplier. Different growth speeds between channels necessitate the supplier to re-structure its channel partnerships.

Key words: Marketing channel, Channel re-structuring, Emerging markets, Russia

 

Anatoliy G. Goncharuk: How to make suger production more effective: A case of Ukraine

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 1/2009, 105-123

The article is devoted to the analysis of efficiency of sugar companies of Ukraine and the ways of its improving. The decreasing return to scale and scale inefficiency for the majority of sugar companies are determined. The main factors of sugar plants inefficiency are defined. Developed benchmarking has revealed significant reserves of reduction of the basic inputs and potential growth of efficiency. In comparison with foreign companies the Ukrainian sugar plants have smaller material capacity of production and stuff cost, considerably lower labour and capital productivities. The recommendations for proprietors and managers of sugar companies for making of decisions on improving of efficiency are made.

Key words: Sugar production, Efficiency, International benchmarking, Motivation, Ukraine

 

Birger P. Priddat: Zuviel Vertrauen? – Über Moral und Finanzen

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 8-17

Die Bankenkrise wird vornehmlich als Vertrauensverlust interpretiert. Es werden neue moral standards vorgeschlagen und/oder verbesserte Kontrollen. Dabei bleibt übersehen, dass ein Gutteil der Gründe, komplexe und intransparente Zertifikate zu verkaufen wie zu kaufen, selber auf einem Vertrauen in die Transaktionen beruhte. Inwieweit Vertrauen keine Lösung des Problems ist, sondern dessen Bestandteil, soll im Folgenden analysiert werden.

Key words: Bankenkrise, Vertrauen, Risiko, Moral der Wirtschaft

 

Reinhard Biedermann: Private Governance in der Spielzeugindustrie – Voraussetzungen und Strategien zur Durchsetzung einer Branchenvereinbarung

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 18-36

Der Weltverband der Spielzeugindustrie hat sich bereits 1995 einen Verhaltenskodex zur Sicherung der Arbeitsbedingungen in China gegeben, dem jedoch jahrelang von den meisten relevanten Unternehmen wenig Beachtung geschenkt wurde. Seitdem er seit 2004 von den globalen Marktführern aus Industrie und Handel unterstützt wird, etabliert er sich zum global gültigen Mindeststandard. Neben der einheitlichen Koordinierung der Branchenführer ist die Institutionalisierung der Kontrolle und Durchsetzung eine entscheidende Voraussetzung für privat organisierte globale Mindeststandards. Dieser Artikel untersucht die Gründe für die Akzeptanz der Branchenvereinbarung und deren Verbreitung.

Key words: Corporate Social Responsibility, Cooperation Theory, Private Governance, Social Standards, Toy Industry

 

Stefan Hielscher, Ingo Pies, Markus Beckmann: Wie können Corporate Citizens voneinander lernen? – Ordonomische Anregungen für inter-organisationales Lernen im Global Compact der Vereinten Nationen

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 41-65

Der Global Compact (GC) der Vereinten Nationen versteht sich nicht als Regulierungsinitiative, sondern als freiwilliges Lern- und Dialogforum für Corporate Citizenship. Dieser Beitrag entwickelt Vorschläge, wie der GC diesem Anspruch (noch besser) gerecht werden kann. Hier geht es um ‚Strukturen’ in zweifacher Hinsicht: (a) Zum einen können Corporate Citizens besonders gut dann voneinander lernen, wenn sie sich über die ‚strukturellen Bedingungen’ erfolgreicher – aber auch: fehlgeschlagener – Projekte und Aktivitäten offen austauschen können. (b) Hier kann der GC als Plattform die organisatorischen ‚Strukturen’ bereitstellen, die ein solches strukturelles Lernen fördern. Vor diesem Hintergrund formuliert der Beitrag Anregungen sowohl auf der Ebene der Generierung erfolgreicher GC-Projekte als auch auf der Ebene der Organisation des Lernens auf den Arbeitstreffen lokaler GC-Netzwerke. Er versteht sich als Lernbeitrag für besseres Lernen.

Key words: Organisationales Lernen, Unternehmensethik, Wirtschaftsethik, Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship, soziale Dilemmata, gesellschaftliche Verantwortung, strategisches Management

 

Klaus Müller: Vertrauen zwischen Fremden – Zum Aufbau einer Joint-Venture-Culture in interkulturellen Verhandlungen

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 66-85

Diese Studie beschäftigt sich mit Verhaltensweisen, die Geschäftspartner annehmen, wenn sie im Rahmen internationaler und interkultureller Partnerschaften mit Fremden kooperieren. Ausgehend von Theorien, welche die kulturellen Differenzen derartiger Partnerschaften als Probleme beschreiben, die durch ‚Coaching’ abgemildert werden sollten, wird in einem zweiten Schritt gezeigt, welche methodischen Schwächen diese Studien aufweisen. Im Gegensatz dazu stehen Untersuchungen authentischer interkultureller ‚Joint Ventures’, aus denen hervorgeht, dass die Begegnung mit Fremden zu natürlichen Verhaltensanpassungen führt, welche die wechselseitigen Unterschiede keineswegs als Problembereich erscheinen lassen. Vielmehr entstehen eigenständige ‚Zwischenkulturen’ mit unvorhersehbaren (emergenten) Eigenschaften: Sie enthalten Elemente beider Ausgangskulturen und gleichzeitig neuartige Kompromissstrukturen. Dadurch werden interaktiv ausgehandelte Teilwirklichkeiten konstruiert, die als stabile Vertrauensressource dienen.

Key words: Joint Ventures, Intercultural Contacts, Negotiating Culture, Cultural Change, Trust

 

Rüdiger Hahn, Gerd Rainer Wagner: Menschenwürde und Unternehmensverpflichtung an der Base of the Pyramid

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 86-105

‚Würde‘ als zentrales Postulat menschlichen Daseins manifestiert sich insbesondere im Mindestniveau konkreter Ausprägungen von Versorgungs-, Freiheits-, Schutz- sowie Selbstachtungsrechten. Diese in realer Lebenssituation zu wahren, erweist sich als umso schwieriger, je mehr man sich der ‚Base of the Pyramid‘ (BoP), d. h. dem Segment der Ärmsten der Armen der Weltbevölkerung, nähert. Unternehmerische Verantwortung hat sich daher gerade in diesem Segment zu beweisen. Eine Reihe von Initiativen, Beispielen und Fällen, die mit dem vorliegenden Artikel analysiert werden, verdeutlichen dazu auch ökonomischen Erfolg versprechende Wege. Dies kulminiert in der Erkenntnis, Würde an der BoP besonders durch bewusste Einbeziehung der dortigen Bevölkerung in relevante Wertschöpfungsprozesse zu sichern und zu fördern.

Key words: Dignity, Corporate Responsibility, Base of the Pyramid, Human Rights, Microfinancing, Grassroots Integration, Value Chain

 

Antonio Argandoña: Ethical Management Systems for Not-for-profit Organizations

In: Zeitschr. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, 1/2009, 132-146

Non-governmental organizations (NGOs) have proven to be excellent instruments for promoting a wide range of causes. But they need to adhere to strict ethical principles, that they usually embody in voluntary codes and standards. This paper analyzes one standard, the “Ethics. NGO management system” standard, published by Aenor, a private Spanish organization committed to the development of standardization and certification. The analysis and comments are centered mainly on issues of accountability of NGOs.

Key words: Accountability, Codes of Ethics, Ethical Standards, Non-governmental Organizations, Not-for-profit Organizations

 

Albert Martin, Ursula Weisenfeld, Sigrid Bekmeier-Feuerhahn: Mechanisms of Change

In: management revue 2/2009, 117-125

To understand organizational, strategic and technological change it would be helpful to resort to mechanisms that are responsible for triggering and directing deep-seated social change processes. Propositions about mechanisms have an interesting epistemological status, they take an intermediate stance between law-like and descriptive statements. On the one hand they designate concrete events and on the other they draw on the causality responsible for the emergence of these events. In this article we describe some fundamental characteristics of mechanisms, describe some important change mechanisms and articulate some desiderata for mechanisms-research.

Key words: change processes, mechanisms, logic of explanation, management of change

 

Sigrid Bekmeier-Feuerhahn: Mechanisms of Teleological Change

In: management revue 2/2009, 126-137

Teleology is used as fundamental principle in describing and explaining actions. The basic concept of teleology is the assumption of an actor engaging in intentional, goal-oriented behavior. This article describes how teleological mechanisms work and show changes can be effectuated. A short case description of strategic, technological and organizational change illustrates some fundamental characteristics of teleological actions in real economic situations.

Key words: teleology, change, strategic change, technological change, organizational change

 

Ursula Weisenfeld: Serendipity as a Mechanism of Change and its Potential for Explaining Change Processes 

In: management revue 2/2009, 138-148

Serendipity plays an important role in science and technology development. This article investigates serendipity as a potential mechanism of change in management areas such as technology management, strategy and organization. The mechanism will be described and conditions that support or hinder the mechanism will be discussed. 

Key words: mechanisms of change, serendipity, organizational change, strategic change, technological change

 

Albert Martin: Mechanisms of Dialectical Change

In: management revue 2/2009, 149-157

Dialectics as a scientific method has its limitations. Dialectics as an intrinsic aspect of reality is an eminent and essential force in social life. Dialectics is about structures and dialectics is about change. This article shows how dialectic mechanisms work. The general considerations are illustrated by cases of organizational, strategic and technological change. We describe some types of dialectical structures and discuss what conditions may be responsible for activating the dialectical mechanism.

Key words: mechanisms, dialectics, change processes, organizational change, strategic change, technological change

 

Claudia Peus, Dieter Frey, Marit Gerkhardt, Peter Fischer, Eva Traut-Mattausch: Leading and Managing Organizational Change Initiatives

In: management revue 2/2009, 158-175

Although indispensable for long-term economic growth, organizational changes are usually met with resistance. This article draws on psychological theories and empirical evidence to highlight why and under what conditions changes lead to resistance and what likely consequences of resistance are. Furthermore, the article discusses the variables that have been identified as success factors for organizational change initiatives. These include individual difference variables and objective characteristics of the changes, but in particular aspects of the implementation, such as fairness and trust, adequate communication strategies, leadership, and participation. Finally, conclusions summarizing the most important aspects that are beneficial to consider in managing organizational change initiatives are presented.

Key words: change management, resistance, success factors

 

Gerold Behrens, Maria Neumaier: Change Management of Socially Relevant Habits

In: management revue 2/2009, 176-189

It is sometimes necessary for the state to take intrusive measures into the life of its citizens in order to attain higher social goals. When circumstances require it, the force of law may be used (e.g. smoking prohibition, obligation to wear seat belts whilst driving), but on the whole it is more appropriate in a democracy to seek behavioral change by educational means (e.g. information about healthy nutrition). It has been shown that awareness of a problem can be brought about in this way, but that awareness alone does not lead to lasting behavioral change: between these two steps there is an inner barrier, and it is this that the present paper seeks to investigate. The perspective chosen is that of the neural sciences, as this covers motor and other unconscious processes. Within this framework a concept for social change management will be developed and illustrated with practical examples.

Key words: political change management, voluntary action, behavioral change, motor processes

 

Jürgen Deeg: Organizational Discontinuity: Integrating Evolutionary and Revolutionary Change Theories

In: management revue 2/2009, 190-208

Facing an age of tremendous change and transformation, the ability to cope with such radically, i.e. discontinuous changing contexts is not only a major challenge in present organizational practices, but also a “true test” for organization science. Thus, the paper pursues a critical study of the organizational change discourse and provides an integrated view of organizational discontinuity by linking evolutionary and revolutionary theories of in a model of “constructive destruction”. Furthermore a “re-evolutionary” perspective is presented, conceptualizing the delicate interaction between evolutionary (structural) and revolutionary (political) processes. Finally some implications for theory and research on organizational change are also provided.

Key words: evolutionary change, discontinuity, organization theory, revolutionary change

 

Markus Reihlen, Sascha Albers, Tuulia Kewitz: Internationalization as Strategic Change: The Case of Deutsche Treuhand-Gesellschaft

In: management revue 2/2009, 209-233

Building on Hinings and Greenwood’s (1988) concept for the explanation of strategic change processes, this paper examines the organizational transformations in the internationalization process of Deutsche Treuhand-Gesellschaft. We identify three archetypes of the international organization of DTG/KPMG, which developed from a correspondent network via an international federal network organization to become a global advisory firm, undergoing various stages of transition, de-coupling and re-orientation. Our analysis (a) provides an in-depth understanding of the longitudinal and contextual character of internationalization as a strategic change process of one of the most prominent international accounting firms with a European origin and (b) contributes to a rapprochement of strategic change and internationalization literatures.

Key words: strategic change, archetypes, internationalization, accounting industry; professional services, KPMG

 

Hans-Gerd Ridder, Christina Hoon: Introduction to the Special Issue: Qualitative Methods in Research on Human Resource Management

In: Zeitschrift für Personalforschung 2/2009, 93-106

Interest in qualitative research has increased in recent years regarding its relevance for developing the field of strategy and Human Resource Management further. Strategy and management research includes numerous examples of high quality studies using qualitative methods that have contributed to this field. Moreover, highly ranked management journals have published special issues on qualitative research. Especially in the realm of Human Resource Management, a strong discussion on the status of theory and research has evolved (see e.g. Deadrick/Stone 2008). The increasing amount of articles regarding this topic displays that there is a growing demand for discussing the purpose, methods and the contribution of qualitative research (Pratt 2008). The Academy of Management has institutionalized workshops at their annual meetings where researchers share ideas and discuss qualitative research methods with a close link to their current research projects. In 2008 the German Academic Association for Business Research invited scholars to a pre-conference workshop at their annual meeting to discuss and reflect upon qualitative methods. Given this increase in the relevance of qualitative research methods, the German Journal of Human Resource Research is pleased to present a special issue on “Qualitative Methods in Research on Human Resource Management”.

 

Axel Haunschild, Doris Ruth Eikhof: From HRM to Employment Rules and Lifestyles. Theory Development through Qualitative Case Study Research into the Creative Industries

In: Zeitschrift für Personalforschung 2/2009, 107-124

In contrast to result-driven publications in which the academic narrative constructs the process of data analysis and the conceptual framework as purposefully designed and inevitably leading to the findings, this article will take a closer look at the concrete development of interpretative schemes and the openness of this process. We will do so by referring to an extensive empirical study of the German theatrical employment system. Following the course of our research project, the article will explicate and discuss (1) the decision for conducting qualitative rather than quantitative research, (2) the identification and definition of ‘what is the case’ and how this decision was influenced by ongoing data interpretation and changing and new theoretical inputs, and (3) the question of the generalisability of our findings. The main focus of the article, however, will be to explore the relationship between data and theory. We hope to encourage researchers to creatively use the inherent openness of data interpretation, and we argue that the freedom of qualitative research can only be used in a productive way if methodological decisions and data interpretations are driven by theoretical reasoning.

Key words: case study research, creative industries, employment systems, lifestyles, theatre

 

Stephanie Kaudela-Baum, Nada Endrissat: Practicing Human Resource Strategy: Understanding the Relational Dynamics in Strategic HR Work by Means of a Narrative Approach

In: Zeitschrift für Personalforschung 2/2009, 125-146

This article presents the results of a qualitative research project aimed at examining how Human Resource (HR) practitioners interpret HR strategy and strategic change. We will illustrate how they develop HR strategy by relying on a system of shared practices which, in turn, constitute the underlying relational dynamics. We argue that HR strategy is embedded in a (rhetorical) network of middle and top managers from HR departments and corresponding operational departments. This implies that HR strategy happens in a social process, more precisely in practices-in-use. Drawing on a systemic constructionist framework, the article discusses the nature of practices-in-use and presents findings from an inductive analysis of a qualitative HR study. The qualitative nature enabled us to shed light on previously neglected aspects of the field of strategic human resource management (SHRM). We will outline our research approach and method in detail and discuss its suitability for studying SHRM issues. The article concludes by proposing a new understanding of SHRM that will hopefully prove to be fruitful both in theory and practice.

Key words: strategic human resource management, systemic constructionist approach, practice perspective, narrative method, inductive analysis

 

Julia Hormuth: The Benefits of Discourse Analysis for Human Resource Management

In: Zeitschrift für Personalforschung 2/2009, 147-165

The objective of this article is to take a closer look at discourse analysis as a qualitative method of data collection, analysis and theory building in Human Resource Management. Working exclusively with audio or video recordings of authentic conversations and following a systematic methodological process, discourse analysis enables researchers to develop theoretical conclusions and models on HR topics. First, basic assumptions and tools of discourse analysis are presented. Special emphasis is put on the applied discourse analytical approach and potential benefits for research on Human Resource Management. Second, drawing on a research project carried out at the University of Bayreuth, an example is presented of how discourse analysis was used to investigate experience management. The project yielded a theoretical model that describes the communicative processes of experience transfer among expatriate managers. It reveals the particular challenges involved as well as strategies interactants use to cope with them. Being strictly action-oriented, the model is advantageous for deducing recommendations for Human Resource Development.

Key words: discourse analysis, communication, knowledge management, transfer of experiences, expatriates

 

Wolfgang Mayrhofer: Groping in the Dark? Recent Contributions to Progress in Interpretative Research – a Review

In: Zeitschrift für Personalforschung 2/2009, 166-182

This papers reviews recent books supporting the development of using qualitative methods in interpretative research. Revolving around three major issues, i.e. increasing the level of rigour, using software packages and new methodological developments, the paper outlines the specific contributions of these books and lays out further needs for development.

Key words: qualitative methods, interpretative research, mixed methods research, management research, book review

 

Peter Ellguth: Betriebsspezifische Formen der Mitarbeitervertretung –

welche Betriebe, welche personalpolitischen Wirkungen

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2009, 109-135

Der Beitrag widmet sich den Vertretungsinstitutionen jenseits des Betriebsverfassungsgesetzes. Auf Grundlage des IAB-Betriebspanels wird zunächst die Verbreitung und Entwicklung solcher alternativer Vertretungsorgane beschrieben, bevor deren Schicksal auf einzelbetrieblicher Ebene nachgegangen wird. Wesentliches Ergebnis ist die im Vergleich zum Betriebsrat sehr geringe Stabilität dieser Gremien. In multivariaten Analysen werden betriebliche Charakteristika identifiziert, die die Gründung einer betriebsspezifischen Mitarbeitervertretung wahrscheinlicher machen. Die entsprechenden Betriebe zeichnen sich v. a. durch eine humankapitalorientierte Personalpolitik aus, die auf Weiterbildung und stabile Beschäftigungsverhältnisse setzt. Unter Einsatz sog. Matching-Verfahren werden abschließend die personalpolitischen Wirkungen neu gegründeter betriebsspezifischer Mitarbeitervertretungen untersucht. Insgesamt zeigen sich kaum Unterschiede zwischen Betrieben, in denen solche Gremien entstanden sind und der Vergleichsgruppe. Dies stützt eine Interpretation, die diese Einrichtungen eher als Ausdruck einer ‚aufgeklärten’ personalpolitischen Strategie denn als funktionales Äquivalent zu einem Betriebsrat begreift.

Key words: employee representation, firm specific forms of participation, works councils, personnel policy

 

Axel Hauser-Ditz, Markus Hertwig, Ludger Pries: Kollektive Interessenregulierung in der ‚betriebsratsfreien Zone’. Typische Formen ‚Anderer Vertretungsorgane’

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2009, 136-153

Kollektive betriebliche Interessenregulierung findet in vielen privatwirtschaftlichen Betrieben in Form sog. ‚Anderer Vertretungsorgane’ (AVOs) statt. Diese Interessenvertretung ‚jenseits des Betriebsrats’ erlangt in jüngerer Zeit vermehrt Beachtung in der Arbeits- und Industriesoziologie. Die empirische Forschung fokussierte dabei einerseits auf die Interessenregulierungsstrukturen in Sektoren mit hochqualifizierter Beschäftigung wie der New Economy, anderseits wurden mit Hilfe von Breitenerhebungen Fragen der Verbreitung, Kontextbedingungen und internen Strukturen dieser Gremien untersucht. Kaum systematische Beachtung fand dabei die Tatsache, dass AVOs keine homogene Gruppe von Interessenvertretungsorganen darstellen. Der Beitrag analysiert daher unterschiedliche Typen ‚Anderer Vertretungsorgane’.

Key words: interest representation, works councils, alternative forms of employee representation

 

Adelheid Hege, Christian Dufour: Betriebliche Gewerkschaftsvertreter ohne Gewerkschaftsbindung? Das Paradox der zunehmend gewerkschaftlich organisierten Comités d’entreprise in Frankreich

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 2/2009, 154-178

Der Anteil der gewerkschaftlich organisierten InteressenvertreterInnen innerhalb des Comité d’entreprise nahm in Frankreich zu Beginn der Jahre 2000 zu. Eine Stärkung des gewerkschaftlichen Einflusses in französischen Betrieben kann daraus jedoch nur bedingt abgeleitet werden. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vor, die vor allem in Klein- und Mittelbetrieben durchgeführt wurde. Vertretungspraxis und Gewerkschaftsbindung neu organisierter Comités d’entreprise werden beschrieben und mit den Praktiken langjährig organisierter bzw. unorganisierter Vertreterkollektive verglichen. Anschließend wird nach den Verschiebungen im Beziehungsgeflecht der Akteure gefragt, die parallel zur Tendenz zur Instrumentalisierung des Gewerkschaftsbezugs und Lokalisierung des Vertretungsanspruchs zu beobachten sind. Es zeigt sich, dass viele neu organisierten Comités d’entreprise äußerst fragile Beziehungen zu ihren Gewerkschaften unterhalten; die Bindung traditionell organisierter Vertreterkollektive zu ihren Dachverbänden nimmt ab. Lokale Identität erweist sich oft als prägnanter als gewerkschaftliche Identität. Vor diesem Hintergrund verwischen sich die Unterschiede zwischen gewerkschaftlich organisierten und gewerkschaftsfreien Gremien.

Key words: workplace representation, trade unions, France

 

Hugo Zagoršek, Vlado Dimovski, Miha Škerlavaj: Transactional and transformational leadership impacts on organizational learning

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2009, 144-165

This study empirically relates two important areas of management research: the full-range theory of leadership and the organizational learning process. Specifically, this contribution addresses three issues: (1) the impact of transformational leadership and (2) of transactional leadership on the organizational learning process and (3) whether the influence of transformational leadership is stronger than of a transactional type of leadership. The results show that transformational leadership has a strong impact on all four constructs of organizational learning. A direct impact is evident only regarding information acquisition and behavioural and cognitive changes.

Key words: Transactional leadership, transformational leadership, organizational learning process

 

Nikolaus Beck, Peter Walgenbach: The economic consequences of ISO 9000 Certification in East and West German firms in the mechanical engineering industry

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2009, 166-185

A central argument of new institutionalism is that organizational success depends not only on efficient coordination and control of productive activities, but on conforming to institutionalized expectations. There is a dearth of empirical studies which analyze the effects of the adoption of institutionalized elements. In our study, we examine the effect of ISO 9000 certification on resource inflow of German mechanical engineering firms. Our findings suggest that organizations are actually rewarded for complying with institutionalized expectations and implementing ISO 9000 standards. Our findings also show that the readiness to comply with institutionalized norms led to different economic consequences in East and West Germany.

Key words: East Germany, ISO 9000, institutional theory, performance.

 

Tomaž Cater, Barbara ?ater: (In)tangible resources as antecedents of a company’s competitive advantage and performance

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2009, 186-209

The paper’s purpose is to add to the body of knowledge on the antecedents of a company’s competitive advantage and performance by developing and testing a conceptual model. By using structural equation modelling the model is tested on a sample of 182 Slovenian companies. The results show that a cost advantage is positively affected by financial resources and customer capital, while a differentiation advantage is positively affected by financial resources and all three components of intellectual capital. In addition, both forms of competitive advantage positively influence a company’s performance. The results offer important theoretical implications in fields such as resource-based theory and customer relationship management as well as important practical implications for managers.

Key words: performance, competitive advantage, tangible resources, intangible resources, intellectual capital, structural equation modelling

 

Andrei Panibratov: Internationalization process of Russian construction industry: Inward investments perspective

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 2/2009, 210-228

Inward investments as the cornerstone of the entry mode choice are still considered a frontier issue within the field of internationalization – as judged from the academic interest as well as from the numerous articles published in scientific journals. Despite considerable progress in later years in formulation of theories, many weaknesses still exist within this field. A further development of theory is therefore needed. Nowadays emerging markets show the greatest activity in the field of internationalization, e.g the Russian market, which is considered by most potential entrants as a huge opportunity. The methods of entry and models of operations of international contractors in the Russian market, based on the investment decisions, are investigated in this paper.

Key words: internationalization, entry mode, foreign direct investment, construction industry, Russia

 

Stefan Zimmermann: Intern versus extern – eine personalökonomische Analyse von Einflussfaktoren auf die Besetzung von Spitzenführungspositionen

In: Zeitschrift für Personalforschung 3/2009, 195-218

Die unternehmensinterne Besetzung von Stellen gilt als der Standardfall und wird auch im Bereich des Topmanagements empfohlen. Empirische Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein nennenswerter Anteil der Spitzenführungskräfte über Unternehmensgrenzen hinweg rekrutiert wird. Dieser Beitrag widmet sich der Frage des Rekrutierungsweges auf Grundlage ökonomischer Ansätze. Herangezogen werden die Humankapitaltheorie und die Neue Institutionenökonomie. Die Ergebnisse zeigen, dass eine strikt oder überwiegend interne Rekrutierung durch die Theorie nicht gerechtfertigt werden kann und dass es von der konkreten Unternehmenssituation abhängen sollte, welcher Rekrutierungsweg geeignet ist. Es wird herausgearbeitet, unter welchen Umständen in einem Unternehmen eher eine interne bzw. externe Besetzung empfohlen werden kann. Je größer und erfolgreicher das Unternehmen, desto eher sollte intern besetzt werden, während ein hohes Unternehmenswachstum oder eine steigende Umweltdynamik die potentielle Eignung externer Kandidaten erhöhen. Damit möchte die Arbeit zu einem differenzierteren Verständnis der Rekrutierungsoptionen beitragen.

Key words: executive succession, succession management, employee selection

 

Heinke Röbken: Career Paths of German Business Administration Academics

In: Zeitschrift für Personalforschung 3/2009, 219-236

The question of how the career path for professors should be structured is a central issue in the current debate on reforming higher education in Germany. In order to substantiate current discussions on promotion and faculty development this study presents empirical data on the biographies of 699 professors of business administration at German universities. The internet-based data collection provides descriptive analyses on the pathways to the professiorate, including age, sex, educational background, mobility and social networks of business professors. The results suggest that career opportunities for academics in business administration vary widely across different age cohorts. Business professors in Germany show a high mobility, and the ability to accumulate social capital differs significantly between male and female professors. The implications for policy makers and young academics are discussed.

Key words: career paths, young faculty, academic mobility, sociel network analysis, social capital

 

Guido Strunk, Anett Hermann: Berufliche Chancengleichheit von Frauen und Männern. Eine empirische Untersuchung zum Gender Pay

In: Zeitschrift für Personalforschung 3/2009, 237-257

In der Diskussion um die berufliche Gleichstellung der Geschlechter spielt die bedingte Chancengleichheit eine wichtige Rolle. Bei gleichen Ausgangsbedingungen sollten Frauen wie Männern die gleichen Karrieremöglichkeiten offen stehen. Die Analyse der Karrieren von 43 Absolventinnen und 51 Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge der Wirtschaftsuniversität Wien zeigt dramatische Gehaltsunterschiede, obwohl die beiden Gruppen sich in Hinblick auf 26 karriererelevante Variablen nicht unterscheiden. Als potentiell erklärende Variablen wurden zudem Karenzzeiten, geleistete Wochenarbeitszeit im Karriereverlauf und die Organisationsgröße zum Berufseinstieg herangezogen. Auch diese Größen können den gender pay gap nicht erklären.

Key words: gender pay gap, gender studies, career, Austria

 

Ingo Weller, Wenzel Matiaske: Persönlichkeit und Personalforschung. Vorstellung einer Kurzskala zur Messung der „Big Five“

In: Zeitschrift für Personalforschung 3/2009, 258-266

In personalwirtschaftlich motivierten Studien müssen oftmals Persönlichkeitsmerkmale berücksichtigt werden. Die validierten Standardinstrumente der Persönlichkeitspsychologie sind aufgrund ihres Umfangs nur bedingt für diesen Zweck geeignet. Wir berichten über die Adaption eines englischsprachigen Kurzinstruments zur Messung der Big Five. Das übertragene Messinstrument wird an einer studentischen Stichprobe validiert, wozu wir neben klassischen Item- und Skalenanalysen sowie explorativen Faktorenanalysen konfirmatorische Multitrait-Multimethod-Matrizen einsetzen. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Messinstrument mit relativ geringem Aufwand einsetzbar ist und den Gütemaßen der klassischen Testtheorie entspricht.

Key words: Big Five, mini markers, HRM research, personality, multitrait-multimethod analysis

 

Roberto Biloslavo, Peter Friedl: Influence factors in change methods choice and their impact on change deficiencies: A case study of construction industry in transition economy

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2009, 241-264

The basic purpose of this research is to examine if influence factors in change methods choice are linked to an inappropriate approach (i.e. deficiencies) towards change. A combination of qualitative and quantitative approaches to research work was applied. The data were obtained by a semi-structured interview together a questionnaire, and then processed using the method of factor analysis and multiple regression. Based on research findings we can conclude that between the factors of choice of change methods and deficiencies in the implementation of change taken as a whole, there is no direct link. However, two dimensions of the factors in the choice of method of change have a positive influence on deficiencies arising during the implementation of change.

Key words: Change management, management, change methods

 

Arjan Vliegenthart: Who is undermining employee involvement in postsocialist supervisory boards? – National, European and international forces in the revision of Hungarian company law

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2009, 265-285

This article explores regulatory developments with regard to employee representation in post-socialist corporate governance systems of Central Europe. It sets out to weigh the applicability of different theories on postsocialist industrial relations that focus on domestic, European and international forces. It pays special attention to the Hungarian case and studies regulatory developments in the early 2000s, with a focus on the third postsocialist Company Law of 2006. The article argues that the law reform undermines effective employee representation in postsocialist corporate governance systems. It concludes that these developments can only be adequately understood as the result of the interplay between various social forces at the national, European and international level.

Key words: Corporate governance, supervisory boards, company law, Hungary, postsocialism, transnationalism

 

Ed Clark, Anna Soulsby: Perceptions of MNC management: Local parent sensemaking in international joint venture process

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2009, 286-309

The article focuses on the way in which multinational corporations (MNCs) and local parent firms interact in the construction and operation of international joint ventures (IJVs). It seeks to contribute to the theory of IJV process in two ways. First, it constructs a preliminary integrative theoretical framework, which draws attention to the roles of initial venture conditions, of political, learning and relationship processes and parental perceptions of efficiency and equity. Second, it infers theoretical lessons from a case study of a German-Czech IJV. The empirical findings highlight the role of critical events that stimulate sensemaking processes, which in turn politicise the IJV and create different dynamic patterns.

Keywords: Czech Republic, international joint ventures, sensemaking, venture dynamics, process theory, multi-national corporation

 

Bostjan Aver, Simon Cadez: Management accountants’ participation in strategic management processes: A cross-industry comparison

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 3/2009, 310-322

While the role of management accountants has traditionally been limited to the provision of useful information to decision-makers, recent studies show that contemporary management accountants have become an integral part of strategic decision-making processes. The findings based on a survey of 193 large Slovenian companies reveal that Slovenian accountants are relatively strongly involved in strategic management processes, although the level of participation varies intensely across industries. Participation is relatively high in contemporary manufacturing industries, the trade sector, and tourism and hospitality services, whereas it is relatively low in public services and utilities, construction, and logistics sectors.

Keywords: management accounting, strategic management, participation, Slovenia

 

Rainer Dombois: Die VW-Affäre – Lehrstück zu den Risiken deutschen Co-Managements? 

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2009, 207-231

Die VW-Affäre wirft Fragen auch für die Mitbestimmungsforschung auf: Ist es ein spezifischer Fall, im „System Volkswagen“ angelegt? Oder weist der Fall auch auf Risiken hin, die im Muster des Co-Managements enthalten sind?

Der Aufsatz geht zunächst davon aus, dass sich die Betriebsratsaffäre bei VW aus der besonderen Form des Co-Managements bei VW, den spezifischen Bedingungen des Unternehmens, nicht zuletzt aus einer besonderen Personenkonstellation erklärt. Die zugrunde liegende Machtstruktur deutet jedoch, über den besonderen Fall VW hinaus, auf allgemeine, strukturelle Risiken des Co-Managements hin. Starkes Co-Management rührt aus einer Konzentration von Machtressourcen, welche die Spitzenvertreter des Betriebsrats zusätzlich zu den betrieblichen Mitbestimmungsrechten aus ihren zentralen Rollen in verschiedenen Arenen – Aufsichtsrat, Gewerkschaft, Politik – beziehen, bündeln und nutzen können. Co-Management ermöglicht den kompromisshaften Ausgleich von Unternehmens- und Beschäftigteninteressen; es hat aber Hierarchisierung und Machtkonzentration der Interessenvertretung zur Kehrseite und birgt hohe Risiken der Intransparenz und der Einschränkung von Partizipation – Aspekte, die in Mitbestimmungsdiskurs und -forschung kaum thematisiert werden.

Key words: co-determination, works councils, Volkswagen, corruption

 

Thomas Haipeter: Kontrollierte Dezentralisierung? Abweichende Tarifvereinbarungen in der Metall- und Elektroindustrie

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2009, 232-253

Die Tarifabweichung als von den Tarifparteien legitimierte betriebliche Unterschreitung von Flächentarifvertragsnormen gehört zu den wichtigsten neueren Entwicklungen des deutschen Tarifsystems. Während die wilde Dezentralisierung durch die Betriebsparteien oder die Tarifflucht der Unternehmen unbestreitbar eine Erosion des Tarifsystems bedeuten, sind die Folgewirkungen der Tarifabweichung weniger eindeutig. Im Beitrag werden die Ergebnisse einer Untersuchung aller abweichenden Tarifvereinbarungen der Metall- und Elektroindustrie seit Abschluss des „Pforzheimer Tarifvertrages“ vorgestellt. Dabei wird herausgearbeitet, dass die Bewertung der Tarifabweichung entscheidend von der empirisch zu beantwortenden Frage abhängt, inwieweit sie von den Tarifparteien prozedural und inhaltlich kontrolliert werden kann. In der Metall- und Elektroindustrie konnte die gewerkschaftliche Kontrolle in beiden Dimensionen vertieft werden. Die wichtigsten Grundlagen dafür sind die Intensivierung der verbandlichen Koordinierung und die Stärkung der gewerkschaftlichen Organisationsmacht in der betriebsnahen Tarifpolitik. Die Tarifabweichung geht aber einher mit Veränderungen in der Architektur des Tarifsystems, der Handlungslogik der Tarifparteien und der Interaktionskultur der Konfliktpartnerschaft. Zudem ist die Tarifabweichung kein Allheilmittel zur Lösung der Probleme des Tarifsystems.

Key words: industrial relations, deviant collective bargaining agreements, procedural and material control, company-based collective bargaining

 

Markus Hertwig: ‚Kollegiale Arbeitnehmerüberlassung’ – Chancen und Probleme des zwischenbetrieblichen Personaltransfers auf Basis von Tarifverträgen

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2009, 254-272

Angesichts der Ausweitung des Leiharbeitseinsatzes, der zum Teil mit negativen Folgen für die Arbeitnehmer verbunden sein kann, suchen Gewerkschaften nach Möglichkeiten zur ‚Humanisierung’ der Leiharbeit. Eine bislang wenig beachtete Alternative zur Leiharbeit stellt dabei die sog. ‚kollegiale Arbeitnehmerüberlassung’ dar, die auf Basis eines Tarifvertrages den Austausch von Personal zwischen Unternehmen ermöglicht. Anhand von zwei Fallbeispielen wird untersucht, unter welchen Bedingungen kollegiale Arbeitnehmerüberlassung funktioniert und welche Folgen diese Form des Personaltransfers für Betriebe und Beschäftigte besitzen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass kollegiale Arbeitnehmerüberlassung eine gewerkschaftliche Strategie gegen die möglichen negativen Folgen gewerblicher Leiharbeit und gleichzeitig ein (zusätzliches) Instrument für Unternehmen sein kann, um die Personalflexibilität zu erhöhen.

Key words: temporary work, flexibility, employee leasing, collective agreements

 

Marius R. Busemeyer: Die Sozialpartner und der Wandel in der Politik der beruflichen Bildung seit 1970

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 3/2009, 273-294

Dieser Aufsatz dokumentiert die Entwicklung der Politik der beruflichen Bildung seit den 1970er Jahren unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Sozialpartner. Im Sinne eines qualitativ-historischen Ansatzes wird dabei auf umfangreiche Primär- und Sekundärquellen sowie Erkenntnisse aus leitfadengestützten Interviews mit maßgeblichen Akteuren der Berufsbildungspolitik zurückgegriffen. Auch wenn weit reichende Reformen in der Berufsbildungspolitik kaum zu beobachten sind, lässt sich signifikanter Politikwandel identifizieren, etwa durch graduelle Präferenzwechsel der relevanten Akteure und durch die Herausbildung neuer Akteurskonstellationen und Koalitionen. Zum einen wird der Politikwandel durch die Auswirkungen der Veränderungen des Berufsbildungssystems auf die Politik ausgelöst. Zum anderen wird im vorliegenden Aufsatz der Frage nachgegangen, ob die parteipolitische Färbung der Bundesregierung darüber hinaus eine Rolle spielt. Hier wird argumentiert, dass Regierungsparteien durch gezieltes „agenda setting“ und die Prägung korporatistischer Entscheidungsprozesse maßgeblich die Herausbildung neuer Akteurskonstellationen beeinflussen können.

Key words: vocational training, education policy, partisan theory, institutional change

 

Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Manuel Smukalla, Magdalena Abt: Towards a New Training Transfer Portfolio: A Review of Training-related Studies in the Last Decade

In: Zeitschrift für Personalforschung 4/2009, 288-311

This study updates and expands the reviews of empirical studies on training transfer published by Salas and Cannon-Bowers (2001), Cheng and Ho (2001) and Cheng and Hampson (2008). The authors identified 58 empirical studies since 1998 and integrate all transfer variables that have been subject of relevant studies. This is done by moving towards a new training transfer portfolio that is comprised of 13 categories of 36 sub-transfer variables. The purpose of this new training transfer portfolio is to facilitate the company’s investment decision into transfer variables which (1) can be influenced by the company itself (sphere of control) and (2) which are worth the organizational and financial effort (cost-value ratio).

Key words: trainee characteristics, training design, work environment, training-transfer-portfolio, learning motivation

 

Maike Andresen, Markus Göbel: Reziprozitätsformen in psychologischen Verträgen. Eine empirische Untersuchung am Beispiel von Auslandsentsandten

In: Zeitschrift für Personalforschung 4/2009, 312-325

Die einschlägige Forschung betrachtet psychologische Verträge primär aus einer individualistisch-rationalen Perspektive. Wie alle Verträge so sind auch psychologische Verträge jedoch in einen sozio-kulturellen Kontext eingebettet, welcher maßgeblichen Einfluss auf die Handlungsmotive und Tauschprozesse der Akteure hat. Wir verfolgen daher mit unserer Forschung zwei Ziele. Zum einen möchten wir die soziokulturellen Bedingungen erforschen, die das (Tausch)-Verhalten in psychologischen Verträgen beeinflussen, und zum anderen die Motive, die diesen Tauschprozessen zugrunde liegen. Im Rahmen einer qualitativen Studie erhoben wir mittels Interviews Daten von 54 deutschen Expatriates und analysierten diese auf Basis der Grounded Theory. Wir konnten herausarbeiten, dass psychologische Verträge in einen komplexen soziokulturellen Kontext eingebettet sind. Mit Blick auf diesen soziokulturellen Kontext wird deutlich, dass neben den individualistischen Handlungskalkülen auch moralische und prosoziale Handlungsmotive in psychologischen Verträgen relevant sind. Auf der Basis dieser Ergebnisse generierten wir zwei dominante Reziprozitätstypen, die utilitaristische Tauschreziprozität und die solidarische Gabenreziprozität, die den psychologischen Verträgen der Expatriates zugrunde liegen.

Key words: psychological contract, reciprocity, expatriation, grounded theory

 

Torsten Biemann: Die Bedeutung internationaler Erfahrungen für den Karriereerfolg von Führungskräften

In: Zeitschrift für Personalforschung 4/2009, 326-335

Die langfristigen Auswirkungen internationaler Einsätze von Führungskräften auf deren Karrieren sind bislang kaum empirisch untersucht worden und die wenigen vorliegenden Ergebnisse sind widersprüchlich. Ziel dieser Studie ist deshalb die empirische Untersuchung der Auswirkungen internationaler Erfahrungen auf den Karriereerfolg von Führungskräften anhand eines Vergleichs von Führungskräften mit und ohne internationale Erfahrungen.

Es zeigt sich, dass internationale Erfahrungen zu einem höheren subjektiven Karriereerfolg (gemessen über die Karrierezufriedenheit) und auch zu einem höheren objektiven Karriereerfolg (gemessen über Einkommen, Anzahl unterstellter Mitarbeiter und Hierarchieebene) führen. Weiterhin kann ein positiver Einfluss bestimmter Funktionsbereiche und der Bedeutung der Auslandsgesellschaft auf den Karriereerfolg durch internationale Tätigkeiten gezeigt werden.

Key words: career, international experience, expatriation, repatriation, career success

 

Stewart Clegg: Bureaucracy, the Holocaust and Techniques of Power at Work

In: management revue 4/2009, 326-347

The generational properties of organization theory are an increasing topic for analysis, usually in terms of what is addressed and how it is addressed. Some writers have alerted us to the importance of those social issues that are not addressed. Combining the idea of generational scholarship with the idea of those non-issues that remain unaddressed, this paper highlights how some of the events of the Second World War, which authorities agree was a generational defining and demarcating experience, have been neglected in organization theory. Nowhere is this more clearly demonstrated than in the Holocaust. Strangely, this practical experiment in organizational design and practice seems to have elided almost all interest by organization theorists, whether functionalist or critical. The paper addresses this elision and draws on the work of Goffman, Foucault and Bauman to address the very material conditions of organizational power and raise some ethical issues about the commitments of organization scholars.

Key words: power, total institutions, holocaust, Goffman, Foucault, Bauman

 

Claudia Groß, Nicole Jung: Challenging the Conventional Wisdom on ‘Enterprise’: Control and Autonomy in a Direct Selling Organisation

In: management revue 4/2009, 348-372

Entrepreneurialism within organisations has been praised for serving employees and employers alike, but it has also been criticised as exercising power over employees in an unobtrusive, yet effective way. Within the literature from both advocates and critics, two dichotomies prevail. First, ‘enterprise’ is considered as a monolithic concept that is either ‘liberating’ or governing employees; second, it tends to be viewed as strongly opposed to ‘bureaucracy’. Recent studies have started to challenge these hitherto often one-sided characterisations by showing that individuals react and respond differently to entrepreneurialism and that bureaucratic elements can co-exist within entrepreneurial companies. However, by drawing on empirical evidence from an entrepreneurial company, we demonstrate that enterprise within an organisation itself is a complex and paradoxical instrument of power and governance in organisations. We suppose that enterprise cannot stand on its own but is instead based upon organisational practices that are at the same time liberating and controlling, entrepreneurial and bureaucratic. Such a view not only allows one to pay attention to the fractions that are caused when the ideal of the individual self-made man is transferred to organisations, but also to question  the enterprise discourse itself.

Key words: enterprise, power, normative control, bureaucracy, direct selling

Christoph Dörrenbächer, Mike Geppert: Micro-political Games in the Multinational Corporation: The Case of Mandate Change

In: management revue 4/2009, 373-391

Micro-political conflicts associated with corporate internationalization have been neglected by and large in the literature so far. Despite early consideration by the behavioral theory of internationalization, the specific strength of a micro-political approach, i.e. combining actors’ idiosyncratic action with structural and institutional constraints, remained more or less unused in studies on corporate internationalization. Screening the relevant literature, discussing the strengths of micro-political approaches and proposing mandate changes in multinational corporations as an particularly interesting empirical field, the paper also outlines for some directions for further research into the micro-politics of multinational corporations.

Key words: multinational corporations, micro-political processes, game playing, mandate changes

 

Elaine Farndale, Veronica Hope-Hailey: Personnel Departmental Power: Realities from the UK Higher Education Sector

In: management revue 4/2009, 392-412

The status of the Personnel function is subject to an ongoing debate in which attention has largely shifted from department to individual practitioner level. There remains, however, significant functional power in organisational structures, particularly in more institutionalised contexts. Aimed at the departmental level, the higher education state funding council for England (HEFCE) introduced an initiative to improve Personnel departments in Higher Education. However, survey evidence confirms the continuation of the low power position of the department. An exploration of the empirical data highlights why: the routine rigidity of power in organisational structures, the fragmentation of departmental power, and Personnel role ambiguity.

Key words: higher education, personnel department, power

 

Thomas Diefenbach, Rune Todnem By, Patricia Klarner: A Multi-dimensional Analysis of Managers’ Power – Functional, Socio-political, Interpretive-discursive, and Socio-cultural Approaches

In: management revue 4/2009, 413-431

Managers’ power within organisations has been analysed by several approaches: Orthodox management and organisation studies (‘functional approach’), Critical Management Studies (‘socio-political approaches’), interpretive, discourse-oriented and constructivist concepts (‘interpretive-discursive approaches’), and anthropological, socio-psychological and sociological approaches (‘socio-cultural approaches’). In organisational reality functional, socio-political, interpretive-discursive, and socio-cultural aspects are closely related and intertwined. However, because of division of intellectual labour, probably more because of different worldviews, researchers often make use of these approaches quite selectively. Such focussing has its advantages but also weaknesses. This paper therefore argues that it often helps to investigate complex phenomena such as managers’ power in multi-dimensional ways.

Key words: power, managers, management studies, organisation

 

Martin Behrens: Unterscheiden sich Mitglieder von Betriebs- und Personalräten vom Rest der Belegschaften?

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2009, 303-326

Der Beitrag kontrastiert zwei Gruppen von Beschäftigten deutscher Betriebe und Dienststellen. Auf der einen Seite solche Personen, die aktuell einem Betriebs- oder Personalrat angehören, oder diesem in der Vergangenheit einmal angehört haben. Auf der anderen Seite Beschäftigte ohne jegliche Erfahrung als Interessenvertreter. Die vorgenommene Analyse der Daten des Arbeitnehmer – MeinungsMonitor 2008 der Hans-Böckler-Stiftung zeigt zwar deutliche Unterschiede im Bereich der Gewerkschaftsmitgliedschaft, jedoch geringe oder keine Differenzen bei weiteren erwerbsbiographischen Merkmalen wie Alter, Bildung und Stellung im Beruf. Auch bei politischen Bewertungen und Einschätzungen im Bereich der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Entwicklung des Sozialstaates und Bewertung der Mitbestimmung erwiesen sich die Unterschiede zwischen Interessenvertretern und der Vergleichsgruppe als recht gering.

Key words: works councils, codetermination, individual characteristics

 

Thomas Steger, Ronald Hartz, Olaf Kranz: Der Arbeitnehmer im Diskurs der Mitarbeiterkapitalbeteiligung – eine semantische Sekundäranalyse

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2009, 327-348

Obwohl Mitarbeiterkapitalbeteiligung (MKB) auf eine lange Tradition zurückblicken kann und auch in jüngster Zeit erhöhte Aufmerksamkeit von Politikern, Praktikern und Wissenschaftlern genießt, muss konstatiert werden, dass das vorhandene Wissen über die Perspektiven der Arbeitnehmer hinsichtlich MKB gering ist. Dieser Aufsatz möchte einerseits durch eine explorative semantische Sekundäranalyse sechs zentrale Erzähl- und Diskursstränge der MKB-Diskussion herausarbeiten und kritisch erörtern. Andererseits sollen die in diesen Erzählungen in Anspruch genommenen Akteurskonstruktionen des Arbeitnehmers näher interessieren, ohne dass wir damit den Anspruch verbinden, die ‘wahre’ Sicht der Arbeitnehmer auf MKB zu rekonstruieren.

Key words: employee-stock-ownership, employees' perspective, semantic analysis, discourse analysis

 

Franziska Boneberg: Die Aufsichtsratslücke im Dienstleistungssektor. Ausmaß und Bestimmungsgründe

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2009, 349-366

In Deutschland sind die Aufsichtsratsbildung sowie die damit einhergehende Arbeitnehmermitbestimmung abhängig von der Rechtsform und Firmengröße gesetzlich vorgeschrieben. Die vorliegende Arbeit demonstriert, dass entgegen den rechtskräftigen Regelungen weniger als die Hälfte aller GmbHs im westdeutschen Dienstleistungssektor mit 500 bis 2000 Beschäftigten einen Aufsichtsrat und folglich Mitbestimmung auf Unternehmensebene aufweisen. Um die ermittelte Aufsichtsratslücke erklären zu können wird eine ökonometrische Analyse potenzieller Bestimmungsgründe für das verbreitete Fehlen durchgeführt. Diese demonstriert den Einfluss verschiedener Variablen auf die Existenz des Organs. Es wird gezeigt, dass sich sowohl die Organisationsform des Hauptgesellschafters als auch die Beschäftigtenzahl auf die Wahrscheinlichkeit des Bestehens eines Aufsichtsrats auswirken. Das Unternehmensalter spielt als Einflussgröße hingegen keine wichtige Rolle.

Key words: codetermination, board-level employee representation, Germany

 

Alexander Dilger: Das Fehlen eines Aufsichtsrats muss nicht rechtswidrig sein. Kritische Anmerkungen zu „Die Aufsichtsratslücke im Dienstleistungssektor: Ausmaß und Bestimmungsgründe“ von Franziska Boneberg

In: Industrielle Beziehungen. Z. f. Arbeit, Organisation u. Management 4/2009, 367-375

Franziska Boneberg behauptet, dass über die Hälfte der westdeutschen GmbHs im Dienstleistungssektor mit 500 bis 2000 Beschäftigten gesetzeswidrig keinen Aufsichtsrat hätten. Die von ihr schlecht dokumentierten Daten stützen diese Aussage jedoch nicht, wie an zwei Stichproben gezeigt wird. Es gibt eine Aufsichtsratslücke, diese ist jedoch vermutlich deutlich kleiner und ihr genauer Umfang nur schwer zu ermitteln. Ein kritischer Umgang mit den Daten (und den genauen gesetzlichen Bestimmungen) ist in jedem Fall zu empfehlen.

Key words: co-determination, data, supervisory board, violation of law

 

Jon H. Hanf, Taras Gagalyuk: Supply chain quality and its managerial challenges – Insights from Ukrainian agri-food business

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2009, 332-356

This article analyses the effect of the East-European business environment on quality management as a means of operationalising chain management strategies. The particular focus on the Ukrainian agri-food business in combination with fifteen in-depth expert interviews reveals the infancy of chain (quality) management in transition economies. General mechanisms of chain management are primarily installed by foreign enterprises acting as focal companies in their supply chain networks. At the same time, progress in operationalisation of chain management (including quality management) is still hampered, mainly due to infrastructural and institutional conditions.

Key words: Ukraine, agri-food business, supply chain networks, chain quality management

 

Andrej Bertoncelj, Darko Kovac: Gender difference in the conative componet of entrepreneurial orientation

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2009, 357-368

The aim of this paper is to investigate the question of gender difference in the entrepreneurial orientation of managers in the post-transition economy of Slovenia. The concept of intervening variables as parts of the conative components of entrepreneurial orientation is introduced and gender differences are examined between variables. 183 Slovene top and middle managers were analysed in this respect. The results indicate that there are no gender differences in the variable to spot opportunities, to risk, to innovate, and in the intervening variable to plan, and to follow procedures, but a gender difference exists in the intervening variable to analyse, to quantify, and to justify and in the intervening variables of dexterity and craftsmanship, which could be attributed to gender occupational concentration.

Key words: Entrepreneurial orientation, gender difference, middle managers, conation, Slovenia

 

Dirk Holtbrügge, Jonas F. Puck: Stakeholder networks of foreign investors in Russia: An empirical study among German firms

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2009, 369-394

One important success factor of foreign firms in Russia is the establishment of efficient networks with non-market stakeholders. Stakeholder networks may help foreign firms to obtain relevant information, accelerate administrative decision-making and reduce political risks. The objective of this study is to analyze the stakeholder networks between German investors in Russia and their socio-political interest groups. The study is based on in-depth interviews with the representatives of 3 German firms and 16 socio-political interest groups in autumn 2006. The results of a within-case and a cross-case analysis reveal that the development of stakeholder relations is important for the success of foreign companies in Russia. These may differ in size, intensity, density and centrality, depending on the industry and the particular socio-political issues these companies are confronted with.

Key words: Stakeholders, FDI, networks, Russia

 

Kari Liuhto, Marika Heikkilä, Eini Laaksonen: Political risk for foreign firms in the Western CIS – An analysis on Belarus, Moldova, Russia and Ukraine

In: Journal for East European Management Studies (JEEMS) 4/2009, 395-407

This report analyses the political risks of Belarus, Moldova, Russia and Ukraine from a foreign firm's point of view. Russia's increasing economic nationalism means increasing investment risk for foreign investors. The political climate in Ukraine is unfavourable to foreign investment but not to the extent that it would prevent or seriously restrict the possibilities of operating in the market. The political risk in Belarus is related to the centralisation of authority over economic policy. In Moldova, political risks for foreign investors are clearly present in this economically and politically problematic situation. All in all, political risk remains elevated in Belarus, Moldova, Russia and Ukraine

Key words: political risks, foreign firms, Belarus, Moldova, Russia, Ukraine

 

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